Wie das Börsenblatt heute berichtet, wurden nach Angaben von Random House im letzten Jahr erstmals mehr als 750.000 deutschsprachige E-Books der Verlagsgruppe in Deutschland heruntergeladen. Im Vergleich zu 2009 konnte der Umsatz mit E-Books versiebenfacht werden.

Seit 2008 konnte die Verlagsgruppe, die bereits seit dem Jahr 2000 E-Books in Deutschland anbietet, den Umsatz mit E-Books nach eigenen Angaben um das Hundertfache steigern. Damit verläuft die Entwicklung in Deutschland ähnlich steil wie in den USA, wo der Anteil von E-Books inzwischen 10 Prozent erreicht hat. Diese dynamische Entwicklung, die mit der Einführung des Sony Reader im März 2009 begonnen habe, habe mit der Verfuügbarkeit weiterer Lesegeräte wie dem iPad von Apple oder dem OYO von Thalia im letzten Jahr weiter an Fahrt gewinnen können.

Mit derzeit knapp 4.000 lieferbaren Titeln bietet die Verlagsgruppe Random House bereits 25 Prozent des lieferbaren Programms als E-Book an. Neuerscheinungen werden in der Regel gleichzeitig zur Printversion auch als E-Book angeboten. Ältere Titel erscheinen sukzessive auch als E-Book; so liegen inzwischen zum Beispiel viele Titel von deutschen Bestsellerautoren wie Sabine Asgodom, Wladimir Kaminer, Richard David Precht, Andrea Schacht oder Ingo Siegner ebenso wie von internationalen Autoren wie Lee Child, Joy Fielding, Frederik Forsyth, Stephen King, Hakan Nesser oder Nora Roberts auch als EBooks vor„, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Quelle: Börsenblatt

Die Proteste gegen die Nichtveröffentlichung des Romans Das Juwel von Medina (The Jewel of Medina) der amerikanischen Schriftstellerin Sherry Jones weiten sich aus.

Der Verlag Random House hatte in der vergangenen Woche die Herausgabe des Buches über eine Ehefrau des Propheten Mohammed kurz vor der geplanten Veröffentlichung gestoppt, da es von Muslimen als beleidigend angesehen und radikale Gruppen zu Gewalttaten anstacheln könnte. Nachdem der britische Schriftsteller Salman Rushdie die „Zensur aus Angst“ kritisiert hatte, meldete sich nun der dänische Zeichner Kurt Westergaard zu Wort, der nach der Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur in der Zeitung Jyllands-Posten ebenfalls Todes- und Gewaltdrohungen erhalten hatte. Er bezeichnete das Vorgehen des Verlags als einen Sieg der Fanatiker, der nichts Gutes verheiße.

Welt Online berichtete am 12. August unter der Überschrift:

Skandal-Roman – Buch über Mohamed ist Kinderpornografie
Das Werk sei „eine Kriegserklärung an den Islam“, schrieb eine Historikerin über Sherry Jones‘ Roman „Das Juwel von Medina. Er handelt von der Beziehung des Propheten zu seiner Lieblingsfrau Aische. In den USA hat die zuständige Verlagsgruppe Random House das Buch bereits vom Markt genommen.

Eigentlich wollte Sherry Jones nur, dass Denise Spellberg ihr ein paar nette Zeilen für den Umschlag ihres Debütromans schreibt. Nachdem Frau Spellberg, die an der University of Texas islamische Geschichte lehrt, Sherry Jones’ „Das Juwel von Medina“ im Manuskript gelesen hatte, weigerte sie sich jedoch nicht nur, eine Buchempfehlung zu schreiben. Sie ging einen entscheidenden Schritt weiter. Denise Spellberg rief ihren Lektor beim Verlag Alfred A. Knopf an, um ihm mitzuteilen, dieser Roman sei pornografisch und „eine Kriegserklärung an den Islam“. Terroranschläge auf dem Broadway könnten danach nicht mehr ausgeschlossen werden.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Welt Online, Wikipedia