Robert SeethalerDie engagierte Fachschaft Deutsch am Michaeli-Gymnasium in München konnte bereits viele renommierte Autorinnen und Autoren für einen Besuch an der Schule begeistern. So präsentierten in den vergangenen Jahren Juli Zeh, Thomas Glavinic oder Michael Köhlmeier ihre Neuerscheinungen und stellten sich den Fragen der Schüler.

In diesem Jahr beschäftigte sich eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Q12 in ihrem P-Seminar Deutsch mit dem Roman „Der Trafikant“ des österreichischen Schriftstellers Robert Seethaler. Robert Seethaler folgte der Einladung der Fachschaft und reiste am 14. November 2013 von Berlin, seiner derzeitigen Wahlheimat, nach München. Gegen 19 Uhr war es dann soweit: Robert Seethaler und das Moderatoren-Duo Anna-Lu Gan und Moritz Volk betraten unter Beobachtung von knapp 150 Besuchern die provisorische Bühne in der Turnhalle der Schule.

Robert Seethaler, Anna-Lu Gan, Moritz Volk
Robert Seethaler, Anna-Lu Gan, Moritz Volk

Lesungen in Schulen haben nach meiner Erfahrung immer einen ganz besonderen Charme. Das mag damit zusammen hängen, dass die Veranstaltungen in der Regel nicht von professionellen Literaturkritikern moderiert werden, die Fragen oftmals etwas persönlicher ausfallen und die Autoren entspannter und spontaner wirken. Auf Robert Seethaler traf an diesem Abend beides zu.

Robert Seethaler
Robert Seethaler

Der TrafikantDer Trafikant“ erschien im September 2012 in dem Schweizer Verlag Kein & Aber. Die Handlung beginnt im Jahr 1937 im Salzkammergut, als der 17-jährige Protagonist Franz Huchel plötzlich sein Heimatdorf verlassen muss, um Geld zu verdienen. Er reist nach Wien und arbeitet als Lehrling in einer Trafik, einem Tabak-und Zeitungsgeschäft, das einem alten Freund seiner Mutter, dem Trafikanten Otto Trsnjek gehört. Hier lernt er den Stammkunden und passionierten Zigarrenraucher Sigmund Freud, der direkt in der Nachbarschaft in der Berggasse 19 seine Praxis betreibt, kennen. Sein Ruf als weltberühmter jüdischer „Deppendoktor“ ist selbst ins beschauliche Salzkammergut gelangt und Franz ist sofort fasziniert von der Persönlichkeit. Zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Franz verliebt sich in die böhmische Tänzerin Anezka und die politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse verändern sich rasant…

Elke Heidenreich bezeichnete im Schweizer Literaturclub das Buch als zart, leise, sanft und poetisch – als kleine Kostbarkeit mit einer stimmigen Geschichte.

Der Autor nahm sich viel Zeit und stellte in sechs chronologisch aufeinander folgenden Textpassagen seinen Roman dem gespannt lauschenden Publikum vor. Anna-Lu und Moritz wollten im Anschluss noch einiges mehr über Robert Seethaler erfahren:

Anna-Lu Gan und Moritz Volk
Anna-Lu Gan und Moritz Volk

So berichtete Robert Seethaler, dass die Widmung „Für Leo“ in „Der Trafikant“ seinen vierjährigen Sohn betrifft, der in Berlin ganz in seiner Nähe wohnt und mit dem er gerne viel Zeit verbringt. Seine Rolle als Dr. Kneissler in der TV-Serie „Ein starkes Team“ möchte er nicht verlängern, sondern sich in Zukunft ganz dem Schreiben zuwenden. Ein neuer Roman, der sich in einer kompakten Form mit einem einzigen Leben beschäftigt, ist in Arbeit. Bevor ein Lektor sein neues Buch jedoch zu sehen bekommt, soll es möglichst fertig sein, erzählte Seethaler und ging dann, befragt, auch näher auf seine Arbeitsweise ein. Um zu schreiben, benötigt er Ruhe und einen neutralen Raum, weil er seine Handlungen und Figuren aus dem Inneren entwickelt. Er zieht das Wiener Schnitzel der Berliner Bulette vor und war, nach eigenen Angaben, kein guter Schüler… in Deutsch hatte er allerdings eine eins!

Robert Seethaler
Robert Seethaler

Im Anschluss signierte der sympathische Autor viele Exemplare seiner Bücher – der Büchertisch war restlos ausverkauft. Schön war´s und Anna-Lu und Moritz haben ihre Sache richtig gut gemacht!

Über den Autor
Robert Seethaler, geboren 1966, wurde 2007 für seinen Roman Die Biene und der Kurt mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses ausgezeichnet. Er erhielt zahlreiche Stipendien, darunter das AlfredDöblin-Stipendium der Akademie der Künste und das Heinrich-Heine Stipendium. Der Film nach seinem Drehbuch Die zweite Frau wurde mehrfach ausgezeichnet und auf verschiedenen internationalen Filmfestivals gezeigt. 2008 erschien sein zweiter Roman Die weiteren Aussichten und 2010 Jetzt wirds ernst. Robert Seethaler lebt in Wien und Berlin.

Tag der QuellenAm 7. November 2013, dem 75. Jahrestag der Novemberpogrome, findet im Münchner Volkstheater von 9 bis 15 Uhr eine Veranstaltung zur Erinnerung an die organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich statt.

Vom 7. bis 13. November 1938 wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben, über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe zerstört. Ab dem 10. November inhaftierte das nationalsozialistischen Regime 30.000 Juden in Konzentrationslagern, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust an den europäischen Juden im Machtbereich der Nationalsozialisten mündete.

Hunderte Dokumente, Zeitungsberichte, Hilferufe, Verordnungen, Befehle, Privatbriefe und Tagebuchaufzeichnungen – verfasst von Tätern, Verfolgten und Beobachtern – wurden u.a. vom Institut für Zeitgeschichte zusammengetragen. Am „Tag der Quellen“ leihen Schüler und Schülerinnen von 14 Münchner Schulen den historischen Quellen ihre Stimme.

Das Volkstheater lädt bei freiem Eintritt zu dieser Veranstaltung ein, die Türen des Theaters sind den ganzen Tag geöffnet, man kann jederzeit kommen, einige Zeit verweilen und wieder gehen.

Moderation: Özlem Sarıkaya (Bayerischer Rundfunk)

In Zusammenarbeit mit: Adolf-Weber-Gymnasium, Asam Gymnasium, Bertolt-Brecht-Gymnasium, BOS für Sozialwesen, Edith-Stein-Gymnasium, Joseph-von-Fraunhofer-Schule, Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Karlsgymnasium, Mittelschule an der Guardinistraße, Mittelschule an der Simmernstraße, Oskar-von-Miller-Gymnasium, Rainer-Werner-Fassbinder-Fachoberschule, Theresia-Gerhardinger-Gymnasum am Anger, Wilhelm-Busch-Realschule.
Als Quelle dient das Editionsprojekt „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945„.

Quelle: Volkstheater

Bildung 21 – Demo für mehr Lehrer und gegen Bildungsabbau am 02.04.2011 ab 12.00 Uhr auf dem Odeonsplatz in München.

Andreas Kienle und Isabel Krämer Kienle, zwei Eltern aus München, wollen handeln und nicht länger zusehen:

Gebraucht werden ALLE, die sich nicht länger gefallen lassen, dass sie zum Spielball von Zahlenjongleuren werden.

Über die Anzahl der LEHRERSTELLEN an den bayerischen Schulen wurde in den letzten Wochen viel Widersprüchliches berichtet. Trotz anders lautender Mitteilungen der Staatsregierung ergibt sich aus dem Zahlenwerk des Doppelhaushalts 2011/2012, der Anfang April 2011 in letzter Lesung verabschiedet werden soll, ganz eindeutig keine Verbesserung der Versorgung mit Lehrkräften.
Die bisherige, zum Teil katastrophale UNTERVERSORGUNG MIT LEHRERN bleibt damit bestehen. So können an den Schulen nicht einmal die Regelstunden abgedeckt werden.
Zu große Klassen, eine hohe Anzahl von Stundenausfällen durch Krankheit, ein hoher Einsatz von Referendaren im Regelunterricht, viele Überstunden der Lehrer … sind Alltag.

Aber auch Studenten und alle, die an der Zukunft dieses Landes interessiert sind, haben genug Gründe, um sauer zu sein: Die große Bologna-Reform ging total daneben; die Hochschulen sind überfüllt – der doppelte Abiturjahrgang wird die Lage noch extrem zuspitzen; die Studiengebühren (nur noch in Bayern, BaWü und Niedersachsen) halten ärmere Studenten vom Studium ab; Bildung wird immer mehr zur an wirtschaftlichen Interessen orientierten Ausbildung; Studenten und Dozenten haben so gut wie keine Mitspracherechte; Soziale Selektion durch das dreigliedrige Schulsystem; G8 ist völlig chaotisch…

Wir brauchen Eure Hilfe, nicht nur auf der Demo, sondern besonders im Vorfeld, da wir eine 5.000 Personen Demo nicht ganz allein organisieren können.

Aktiviert vor allem die Schüler und Studenten mit ihren Netzwerken, denn es geht um sie, nicht um die Eltern !!! Wir brauchen einen gemeinsamen Protest von Schülern, Eltern, Studenten und allen die sich für eine bessere Bildung stark machen wollen !!!

Bitte ladet doch auch bitte alle eure Freunde ein und sagt allen bescheid! Schüler, Lehrer, Eltern, Großeltern, Studenten, Dozenten, Professoren, Arbeitende – alle sind willkommen! Wer nicht selber kommen kann/will, der lade doch bitte seine Freunde ein – jeder hat Freunde, die das Thema interessiert! Wenn jeder nur 10 Leute (gerne mehr) einlädt, können wir eine tolle Demo schaffen…!

Meldet Euch mit Eurem Beitrag (Kontakte, Orga,..) bei uns!

– per Mail: mail@bildung21.info

– per Telefon: 0176-15799724

Andreas Kienle // Isabel Krämer Kienle

In einer gemeinsamen Presseerklärung haben die Vorsitzende des Gymnasialeltern Bayern e.V., Ulrike Köllner, die auch für den Bayerischen Elternverband (BEV) spricht, sowie der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, Ende Januar 2011 an den Bayerischen Landtag und die Staatsregierung appelliert, den rigorosen Sparkurs in der Bildungspolitik zu beenden.

Köllner und Wenzel betonten unter anderem, dass die Ziele des Kultusministers, wie zum Beispiel die individuelle Förderung an allen Schulen, nur mit deutlich mehr Planstellen umzusetzen seien. Reformen würden aber grundsätzlich auf dem Rücken der Lehrerinnen und Lehrer ausgetragen – davon hätten sie die Nase gestrichen voll.

Heute teilte Ulrike Köllner mit, dass allein 1499 Stellen in den bayerischen Gymnasien wegen Wegfalls der K 13 gestrichen werden, obgleich man stets versprochen hat, die Stellen in den Schulen zu belassen. Bei rund 400 bayerischen Gymnasien sind das fast vier Stellen pro Schule. (Bild zur Vergrößerung anklicken)

Die bayerische Staatsregierung will im Schulbereich in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 5110 Lehrerstellen streichen.

In unserem reichen Bayern, das Banken für 3,7 Mrd. kauft, werden Lehrerstellen gestrichen, damit die Verhältnisse genauso katastrophal bleiben wie sie sind: riesige Unterstufenklassen, Unterrichtsausfälle, viel zu wenig Stunden für die individuelle Förderung, zu große Kurse für die Abiturvorbereitung, etc.„, sagte Ulrike Köllner

Frau Köllner hat bereits eine Protestmail an die Landtagsabgeordneten verfasst. Einzelproteste können/sollten vor allem an die CSU-Landtagsfraktion csu@csu-landtag.de geschickt werden.

Nachfolgend die Pressemeldung vom 24.01.2011:

Der Sparkurs in der Bildungspolitik ist zu beenden

Eltervertreterin Ulrike Köllner und BLLV-Präsident Klaus Wenzel: „Die Vorgehensweise der Politik ist ein Schlag ins Gesicht der Nachwuchslehrkräfte.

Wer tausenden jungen Menschen die berufliche Zukunft verbaut, obwohl sie dringend gebraucht werden, handelt fahrlässig und verantwortungslos„, kritisierten beide am 24.01.2011 in München.

Sie bezeichneten die Vorgehensweise der Politik als nicht zu verantwortbaren Schlag ins Gesicht der Nachwuchslehrkräfte.

Betroffen sind nicht nur Gymnasialreferendare, die hundertfach auf die Straße geschickt werden, sondern auch rund 2000 Grundschullehrkräfte. Sie hatten ihre Hiobsbotschaft bereits im Juli vergangenen Jahres erhalten.“

Gleichzeitig herrsche an den Schulen erschreckender Mangel, Unterricht falle aus, die Klassen seien zu groß.

Das wollen wir nicht länger mitmachen„, betonte Köllner.

Wenzel prognostizierte, dass zum neuen Schuljahr von voraussichtlich 8000 Neubewerbern für alle Schularten nicht einmal die Hälfte eine Anstellung finden werde.

Dazu kommen jene, die schon länger ohne Beschäftigung sind. Diese Einstellungspolitik gefährdet die Qualität unserer Schulen“, sagte er.

Dabei türmen sich die Probleme an allen Schulen regelrecht auf: übervolle Klassen, vor allem zu große Eingangsklassen an den Gymnasien – hier kommt auch noch die unzumutbare Belastung durch das Abwickeln des doppelten Abiturjahrganges hinzu -, Stundenausfälle wegen Krankheit oder Fortbildung, eine zu hohe Unterrichtsverpflichtung an Grund- und Hauptschulen und viel zu wenig Stunden für die individuelle Förderung.

Anstatt diese Probleme systematisch zu beheben, werden die Schulen ständig weiter geschwächt„, kritisierte der BLLV-Präsident.

Das führe dazu, dass die Qualität an den Schulen dauerhaft leide. In dieser Situation signalisiere die Politik tausenden jungen Menschen, die sich intensiv und mit großen Anstrengungen auf ihre berufliche Zukunft als Lehrkräfte vorbereitet hätten, nicht gebraucht zu werden. Das sei verheerend.

Wenzel und Köllner verlangten, die übergroßen Klassen an allen Schularten abzubauen und überall eine ausreichende Lehrerreserve zu installieren, um Unterrichtsausfälle ohne zusätzliche Belastung des Personals kompensieren zu können.

„Uns ist klar, dass das Kultusministerium nur die Stellen vergeben kann, die der Bayerische Landtag bewilligt hat – die Hauptverantwortung liegt also beim Landtag und den Abgeordneten. Sie müssen deshalb bei den Beratungen und der Abstimmung zum nächsten Doppelhaushalt deutlich mehr Planstellen für alle Schularten schaffen. Sie müssen den jungen Kolleginnen und Kollegen, die jetzt vor ihrem beruflichen Scherbenhaufen stehen, eine Perspektive eröffnen – das sind sie ihnen einfach schuldig“, so Köllner und Wenzel.

Darüber hinaus ist der eigenverantwortliche Unterricht für Referendare während der Ausbildung deutlich zu reduzieren. Die Unterrichtspflichtzeit für Junglehrer wurde erhöht, weil damit die Unterrichtsversorgung angesichts des damaligen Lehrermangels aufrecht erhalten werden konnte.

Köllner erinnerte an die nach wie vor unerträglichen Belastungen an den bayerischen Gymnasien:

Nicht nur viele Schülerinnen und Schüler sind erschöpft, müde und ausgebrannt, auch viele Lehrkräfte kommen an ihre gesundheitlichen Grenzen oder haben sie bereits überschritten.“

Die Anforderungen des G8 seien trotz aller Beteuerungen unverändert hoch. Druck und Belastung sind extrem. Die Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte hätten sich in den vergangenen Jahren aufgrund der hohen Schülerzahlen sowie des Mangels an qualifizierten Fachlehrern/innen kontinuierlich verschlechtert.

Was wir unseren Kindern in der Schule antun… und wie wir das ändern können

Am 26.10.2010 findet um 20 Uhr im Literaturhaus München eine Podiumsdiskussion zum Thema „Was wir unseren Kindern in der Schule antun – und wie wir das ändern können“ statt. An der Diskussion nimmt die Autorin und Grundschullehrerin Sabine Czerny, die das Buch mit dem gleichnamigen Titel geschrieben hat, Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes e.V., Hans-Ulrich Pfaffmann, MdL und SPD-Landtagsabgeordneter und der taz-Redakteur Christian Füller teil.

Catrin Boldebuck, stern-Redakteurin mit Schwerpunkt Bildungsthemen und verantwortliche Redakteurin des neuen stern Ratgebers moderiert die Veranstaltung.

Kurzbeschreibung
Muss es wirklich auch Fünfer und Sechser geben?

Etwas ist faul an unseren Schulen, etwas läuft ganz und gar nicht rund in unzähligen Klassen. Wie kann es sonst sein, dass schon kleine Kinder die Lust am Lernen verlieren, dass sich Eltern und Lehrer vollkommen ohnmächtig fühlen, dass eine Sortierung in Haupt-, Real- oder Gymnasialschüler wichtiger ist als die individuelle Förderung eines jeden Kindes?

Doch wer ist schuld an der aktuellen Schulmisere? Die Lehrerin Sabine Czerny ist überzeugt: Es sind nicht die ehrgeizigen Eltern, die eigentlich nur das Beste für ihre Kinder wollen. Und auch nicht die Lehrer, die sich zwischen Bildungs- und Sortierauftrag komplett aufreiben. Und schon gar nicht die Schüler. Die Schuld liegt eindeutig bei unserem Schulsystem. Einem System, das sich unerbittlich und bürokratisch über das Wohl der Kinder stellt.

Sabine Czerny schildert schonungslos den schwierigen und zermürbenden Alltag einer Grundschullehrerin und erklärt, wie und warum unsere Schulen Bildungsversager produzieren. Doch das Beispiel von Sabine Czerny zeigt auch, dass es anders geht: Dass man mithilfe eines engagierten und spannenden Unterrichts Schüler motivieren und fördern kann. Das Buch endet mit dem dringenden Appell, das Schulsystem grundlegend zu verändern, um damit endlich eine Debatte auszulösen und Veränderungen herbeizuführen, die längst fällig sind.

Sabine Czerny, Jahrgang 1972, arbeitet seit über zehn Jahren als Grundschullehrerin in Bayern. Für sie ist ihr Beruf eine Berufung – für ihren Einsatz erhielt sie 2009 das Karl-Steinbauer-Zeichen für Zivilcourage. Es sind weder die Eltern noch die Lehrer, die sich an ihrem Bildungsauftrag komplett aufreiben, und schon gar nicht die Schüler. Die Schuld liegt bei unserem Schulsystem, das sich unerbittlich und bürokratisch über das Wohl der Kinder stellt. Schonungslos schildert die Autorin den Alltag einer Grundschullehrerin. Sie erklärt, warum in unseren Schulen Versager heranwachsen. Und sie erklärt, wie das Gegenteil – lernwillige Kinder, die gerne zur Schule gehen und gute Noten schreiben – erreicht werden kann.

Veranstalter: Stiftung Literaturhaus, Südwest Verlag
Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.