Die Handlungen viele Bücher spielen in der Lagunenstadt Venedig – so auch „L’amante senza fissa dimora“, das 1988 unter dem Titel „Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz“ im Piper Verlag erschienen ist und auch heute noch Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau verspricht.

„Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz“ wurde von dem Autorenduo Fruttero & Lucentini geschrieben. Das Autorenduo, auch bekannt als „Die Firma“, hatte sich Anfang der 50er Jahre in Paris kennengelernt, wohin Lucentini nach dem Ende seiner Haft als Gegner des italienischen Faschismus übersiedelt war. Er arbeitete dort als Übersetzer, Fruttero als Lektor. 1972 erschien ihr erster gemeinsam verfasster Roman „Die Sonntagsfrau“ (Originaltitel La donna della domenica), dem zahlreiche weitere Kriminal- und Gesellschaftsromane folgten, die in viele Sprachen übersetzt worden sind.

Kurzbeschreibung
Eine stürmische Romanze bahnt sich an zwischen Mr. Silvera, dem geheimnisvollen, polyglotten Reiseleiter mit verblüffend profunder Kenntnis von Venedigs Historie und Kunst, und der römischen Principessa, die im Auftrag eines Auktionshauses eine venezianische Gemäldesammlung begutachtet. Doch was weiß der ‚Mystery Man‘ über den raffinierten Kunstschmuggel, dem die Aristokratin mit seiner Hilfe auf die Spur zu kommen versucht? Dieser Roman ist eine bittersüße Liebesgeschichte, eine faszinierende Hommage an Venedig und zugleich ein aufregender Krimi.

Klappentext
Eine venezianische Liebesgeschichte, in der die Autoren natürlich nicht auf ihr herzhaftes „Liebesgewürz“, die Droge kriminalistischen Rätselratens verzichten. Ein federleichter, vergnüglicher und zugleich tiefsinniger Roman um Vergänglichkeit, Liebe und Tod.

Aus der Amazon.de-Redaktion
Wenn man zu den Glücklichen gehört, die ihren Urlaub noch vor sich haben, so sollte man ein Buch nicht vergessen: Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz, verfasst vom Autorenteam Fruttero/Lucentini. Wenn man dann auch noch in das winterliche Venedig fährt, kann nichts mehr schiefgehen.

Die Hauptfigur des Buches, Mr. Silvera, ist ein „Mann um die 40, groß und mager, mit einem scharf geschnittenen Medaillenkopf und leicht gekrümmten Schultern“. Bezeichnend für ihn ist sein grashalmdünnes, nur sehr schwer deutbares Lächeln und seine viel sagende Antwort auf schwierige Fragen — „ah“. Man könnte sich für ihn alle möglichen Berufe vorstellen, aber er passt nur sehr schwer in das Bild eines Reisebegleiters. Mit unendlicher Geduld lässt er die immer wiederkehrenden Begeisterungsausbrüche der Touristen, die er durch Venedig führt, über sich ergehen: „Look, look, Mr. Silvera!“

Er kennt sein Venedig, doch er trennt ganz entschieden das Venedig der Touristen und die ihm bekannte Stadt. Es ist etwas Geheimnisvolles um diesen Mr. Silvera, der fließend suaheli und chinesisch spricht, sich an Fresken erinnert, die es an dieser Stelle seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr gibt und auf einem Gemälde einen Angehörigen der Familie Fugger identifiziert, als ob er ihn selbst gekannt hätte. Ein wirklich faszinierender Mann, doch es ist nicht einfach, sich gerade in ihn bis über beide Ohren zu verlieben. Das führt unweigerlich zu Schwierigkeiten. Man hätte den beiden ihr Glück gegönnt — welche Stadt würde sich besser dafür eignen als Venedig — doch das Leben von Mr. Silvera lässt das leider nicht zu.

Fruttero und Lucentini spielen die verschiedenen Möglichkeiten der Figur des Mr. Silvera bravourös durch, selbst der CIA und der KGB werden nicht ausgelassen, doch diese Lösung ist für die beiden Autoren natürlich zu primitiv. Sagen sie doch von sich, dass sie genau die Bücher schreiben, die sie selbst gerne lesen würden. In einem Interview führen sie aus, dass sie bei diesem Projekt zum Ziel hatten, das alte Venedig sichtbar zu machen und so zu erhalten, bevor es in einem Abfallhaufen versinkt. Und dieses Ziel haben sie zweifelsohne erreicht.

Der Liebhaber ohne festen Wohnsitz gehört zu jenen Büchern, von denen man sich während der Lektüre wünscht, sie mögen nicht aufhören. Man könnte noch stundenlang mit Mr. Silvera und seiner Prinzessin durch die verschlungenen Gässchen des kalten Venedigs streifen. Am Ende ist gar nicht so genau zu sagen, ob das nun ein Krimi war — es kommt weder eine Leiche, noch ein Kommissar vor — oder nur eine melancholisch angehauchte Liebesgeschichte. Derjenige aber, dem diese Zuordnung nicht so wichtig erscheint, der kommt bei der Gedankenspielerei um das Phänomen der Zeit voll auf seine Kosten. –Manuela Haselberger

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Literatur + Paris: Zazie in der Metro von Raymond Queneau

Die zehnjährige Zazie verbringt zwei Tage bei ihrem Onkel in Paris. Der Roman spielt an einem Wochenende von Zazies Ankunft Freitagabend bis zur Abfahrt Sonntag früh.

Die kleine Göre Zazie aus der französischen Provinz trifft am Gare d’Austerlitz in Paris ein. Ihre Mutter will an dem Wochenende ein ungestörtes Liebesabenteuer verleben und vertraut ihre altkluge Tochter der Obhut ihres Onkels Gabriel an. Zazies sehnlichster Wunsch ist eine Fahrt mit der Pariser Metro, um so größer ist die Enttäuschung, als diese wegen eines Streiks außer Betrieb ist. So lernt Zazie erst einmal ihre neue Umgebung kennen: den Onkel Gabriel, der angeblich als Nachtwächter arbeitet, dessen sanfte Frau Marceline, den Kneipier Turandot, seine Kellnerin Mado Ptits-pieds, der vom Taxifahrer Charles der Hof gemacht wird, den Schuster Gridoux sowie Turandots Papagei Laverdure, der alles und jeden mit dem Satz „Du quasselst, du quasselst, das ist alles, was du kannst“ kommentiert. Der Lieblingssausspruch der begeistert fluchenden Zazie ist dagegen „am Arsch“.

Bald wird es Zazie bei ihrem Onkel zu langweilig, und am nächsten Morgen büchst sie aus, um auf eigene Faust Paris zu erkunden. Als Turandot sie einfangen will, schreit Zazie laut um Hilfe, er wolle sie belästigen. Im entstehenden Menschenauflauf gelingt ihr die Flucht. Sie trifft den Trödler Pedro Surplus, der tatsächlich die Absicht zu haben scheint, sie zu belästigen. Bevor es dazu kommt, beschwatzt ihn Zazie erst mal zum Kauf einer „Cacocalo“ und eines Paars der von ihr heiß geliebten „Bludschins“. Als sie sich mit dem Paket davonstehlen will, ist es dieses Mal an Pedro, einen Menschenauflauf herbeizuzetern, indem er Zazie des Diebstahls der Bluejeans bezichtigt. Pedro gibt sich als Polizist aus, später nimmt er die Namen Trouscaillon und Bertin Poirée an. Zazie rätselt, ob er nun ein Sittlichkeitsverbrecher in der Maske eines Polizisten oder ein Polizist in der Maske eines Sittlichkeitsverbrechers in der Maske eines Polizisten ist. Als Trouscaillon-Pedro Zazie bei ihrem Onkel abliefert, wird Gabriels wahrer Beruf offenbar: Er tanzt als Transvestit in einer Nachtbar. Fortan interessiert sich Zazie brennend dafür, ob ihr Onkel denn auch „hormosessuell“ sei.
An der Pigalle kommt es zum nächtlichen Showdown.

Gabriel und Charles wollen Zazie Paris zeigen und führen sie auf den Eiffelturm. Dort treffen sie auf den Touristenführer Fédor Balanovitch samt seiner Reisegruppe. Gabriel nimmt die Touristen mit einigen philosophischen Ausführungen derart für sich ein, dass die fanatische Schar ihn kurzerhand in ihrem Reisebus entführt. Trouscaillon, die sich hinzugesellende mannstolle Witwe Mouaque und Zazie verfolgen den Bus. Die Verfolgungsjagd mündet in Onkel Gabriels Schwulenbar, wo sich alle Protagonisten wiedertreffen. Dort tanzt Gabriel vor aller Augen als „Gabrielle“ den sterbenden Schwan. Die Touristen sind begeistert und brechen sogleich nach Gibraltar auf, ihrer nächsten Reiseetappe. Die verbliebene Gruppe begibt sich zum Place Pigalle, um den Abend mit einem Teller Zwiebelsuppe ausklingen zu lassen.

Im Aux Nyctalopes bringen sie die Kellner des Restaurants gegen sich auf, und es kommt zu einer handfesten Prügelei mit einer wahren Armee von „Serviettenschwenkern“. Insbesondere Gabriel zeichnet sich in der Keilerei durch immense Körperkräfte aus. Schließlich greift die Polizei ein, angeführt vom sich nun Harun Alraschid nennenden Trouscaillon. Unter der Salve einer Maschinenpistole stirbt die Witwe Margo, die mit ihren letzten Worten ihrer Pension nachtrauert. Dem Rest der Gruppe gelingt die Flucht, ehe er sich in alle Himmelsrichtungen verstreut. Die zu einem Marcel transformierte Marceline begleitet Zazie zum Bahnhof. Der Streik ist beendet, die Metro fährt wieder, doch Zazie verschläft die Fahrt wie schon den Großteil des vergangenen Abends. Als ihre Mutter sie am Bahnhof abholt, weiß Zazie als Antwort auf die Frage, was sie das Wochenende über getan habe, nur zu sagen: „Ich bin älter geworden.“Ihr größter Wunsch, einmal mit der Metro zu fahren, zerschlägt sich aber gleich nach der Ankunft: Die Metro streikt. Da macht sich Zazie selbständig.

Quelle: Wikipedia

Literatur + Kairo: Die Midaq-Gasse von Nagib Machfus

Onkel Kamil, der Bonbonverkäufer, al-Hilu mit seinem Friseursalon, der alte Dichter, den keiner mehr hören will, seit es das Radio gibt – jeder sucht seinen eigenen Weg in die Zukunft. Umm Hamida, wandelndes Lexikon aller Missetaten, hat täglich mehr zu erzählen über die Geheimnisse der Gasse, denn eine Welt ist in Unordnung geraten.
„Machfus lässt den Leser Kairo auf Schritt und Tritt riechen. Eine verzauberte Welt, die fremd und doch vertraut wirkt – so spannend erzählt, dass schon das Lesen zum Urlaub wird.“ (Merian.de)

Über den Autor
Nagib Mahfuz (arabisch ‏نجيب محفوظ ‎, DMG Naǧīb Maḥfūẓ, auch Nagib Machfus oder Naguib Mahfouz), geboren am 11. Dezember 1911 in Kairo, gestorben am 30. August 2006 ebendort, war ein ägyptischer Schriftsteller. Er galt als einer der bedeutendsten Autoren seines Landes und als einer der führenden Intellektuellen der arabischen Welt. 1988 wurde er als erster arabischsprachiger Autor mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
Mitte der Vierziger Jahre wandte er sich in realistischen Romanen zeitgenössischen Themen zu. Nach Die Midaq-Gasse wurde ihm mit seiner Kairoer Trilogie (Zwischen den Palästen, Palast der Sehnsucht und Zuckergässchen) die uneingeschränkte Anerkennung als führender Schriftsteller zuteil. In diesen drei Werken, die ihn weltweit berühmt machten, erzählt er die Geschichte einer Kairoer Kaufmannsfamilie über drei Generationen hinweg. Sie spürt den Wandlungsprozessen nach, welche die Gesellschaft während der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts aufgrund der Modernisierung und des Kontakts mit dem Westen durchläuft. Die Trilogie brachte Mahfuz den ägyptischen Staatspreis für Literatur ein.

Literatur + Barcelona: Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón

Kurzbeschreibung
Dieser Roman hat in Spanien binnen kurzem einen einzigartigen Siegeszug angetreten. Er ist dort zum Lieblingsbuch der Leser geworden und erhielt die Auszeichnung „Roman des Jahres 2002“. Souverän, zupackend und mit unerschöpflichem Einfallsreichtum erzählt er die Geschichte von Daniel Sempere, dessen Welt aus den Fugen gerät, als er die Schicksalsbahn eines geheimnisvollen Buches kreuzt. Mit ihm tritt der Leser in einen Kosmos abenteuerlich verknüpfter Lebensläufe.

Als der junge Daniel, von seinem Vater geführt, den geheimen „Friedhof der Vergessenen Bücher“ betritt, ahnt er nicht, daß in diesem unwirklich scheinenden Labyrinth sein Leben eine drastische Wende nehmen wird. Er darf sich ein Buch auswählen, für das er allein die Verantwortung trägt. Das Buch, das er sich greift, Der Schatten des Windes von einem gewissen Julián Carax, wird ihn sein ganzes zukünftiges Leben nicht mehr loslassen.

Daniel, der allein mit seinem Vater im grauen Barcelona der Franco-Ära aufwächst, ist fasziniert von der Geschichte, die er liest. Er macht sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Autor, will wissen, wer dieser Mensch war, was ihm widerfahren ist, warum nur noch so wenige Exemplare seiner Bücher erhalten sind. Was als neugieriges Spiel beginnt, wird rasch zur Bedrohung, als ein Mann mit narbiger Ledermaske auftaucht, der hinter Daniels Exemplar her ist. Das Unheimliche bekommt beängstigend konkrete Gestalt.

Daniels Leben gerät mehr und mehr in den Bann des mysteriösen Autors, von dem keiner weiß, warum jemand all seine Bücher bis aufs letzte Exemplar zu vernichten sucht. Alle Menschen, denen Daniel begegnet, auch die Frauen, in die er sich verliebt, scheinen nur Figuren in diesem großen Spiel zu sein. Sie alle haben es darauf abgesehen, Daniel in die Irre zu führen. Aus seinem Lieblingsroman wächst ihm die Realität entgegen, und es ist, als ob die vergangene Geschichte sich in seinem eigenen Leben wiederhole, das von den Schatten furchtbarer Ereignisse verdunkelt zu werden droht.

Vor dem Hintergrund eines gespenstisch schimmernden Barcelona inszeniert Zafón einen dicht gewobenen Spannungsroman, der jenseits aller gängigen Romangenres souverän und mit Witz eine fesselnde, packende Geschichte erzählt.

Die Erfolgsausgabe: Gebunden in changierendes Leinen mit Vignettenprägung – mit farbigem Vorsatzpapier mit der Darstellung des historischen Stadtplans von Barcelona – Lesebändchen – Zweifarbdruck mit farbigen Versalien – in durchgesehener und neu gesetzter Textfassung.

Über den Autor
Carlos Ruiz Zafón wurde am 25. September 1964 in Barcelona geboren. Als Kind besuchte er die Jesuitenschule Sarrià. Bevor er zum Schreiben kam, war er zunächst Student, ab 1992 dann als Werbetexter tätig. 1993 erhielt er für seinen ersten Roman „El príncipe de la niebla“ (deutsch „Der Fürst des Nebels“, 1996) den Edebé-Jugendliteraturpreis, es folgten die Kinderbücher „El palacio de la medianoche“, „Las luces de septiembre“ und „Marina“. Seit 1994 lebt er in Los Angeles. Er arbeitet als Drehbuchautor und schreibt für die spanischen Tageszeitungen El País und La Vanguardia. Mit seinem fünften Roman „Der Schatten des Windes“ (2003) gelang ihm international der literarische Durchbruch.

Literatur + New York: Cosmopolis von Don DeLillo

Kurzbeschreibung
New York an einem Tag im April 2000. Eric Packer, erfolgreicher und steinreicher Vermögensverwalter, fährt in seiner weißen Stretchlimousine quer durch Manhattan, um sich bei seinem Lieblingsfriseur die Haare schneiden zu lassen. Weltweit wackeln die Börsenkurse, die Finanzmärkte geraten ins Trudeln, und als Eric viele Stunden und etliche riskante Termingeschäfte später endlich seinen Haarschnitt bekommt, droht auch sein Leben aus den Fugen zu geraten. DeLillo schildert die Geschichte eines Tages im Leben eines besessenen ‚Global Players‘ – grotesk, witzig, böse, klug.

Über den Autor
Don DeLillo, 1936 in New York als Sohn italienischer Einwanderer geboren, gehört zu den größten Autoren der amerikanischen Moderne. Für den Roman „Weißes Rauschen“ erhielt er den National Book Award, der Roman „Libra“ über Kennedys Ermordung wurde in den USA breit diskutiert und der Roman „Mao II“ mit dem Pen/Faulkner Award ausgezeichnet. Sein monumentales Romanepos „Unterwelt“ wurde als eines der bedeutendsten literarischen Ereignisse des ausgehenden 20. Jahrhunderts weltweit gefeiert.