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Der schönste erste Satz von Harold Robbins

26. November 2007 | Von | Kategorie: Bücher, Der schönste erste Satz

Harold RobbinsSolange ich zurückdenken konnte, hatte ich im Waisenhaus gelebt.

Die Wilden von Harold Robbins

Harold Robbins, geboren am 21. Mai 1916 in New York, gestorben am 14. Oktober 1997 in Palm Springs, Kalifornien, war ein US-amerikanischer Schriftsteller.

Der Sohn russischer und polnischer Einwanderer wurde als Harold Rubin geboren. Nach Abschluss der High School arbeitete Robbins in zahlreichen Jobs, um schließlich in Hollywood zu landen und erhielt Arbeit bei den Universal Studios. Die Arbeit beim Film prägte zahlreiche seiner späteren Romane. Doch zunächst veröffentlichte er 1948 seinen Erstlingsroman. Never love a stranger ist die Geschichte eines Waisenkindes, das in New York City aus dem Nichts zu einem erfolgreichen Gangster aufsteigt. Bei seinem Debüt zeigt sich bereits die kräftige Sprache Robbins, die ihn zu einem der meistverkauften Autoren spannender Unterhaltungsliteratur machen und dafür sorgen, dass seine Bücher von Hollywood verfilmt werden, jedoch von Literaturkritikern verachtet werden.

Never love a stranger ist dann auch sein erstes Buch, das von Robert Stevens 1958 verfilmt wird, mit John Drew Barrymore (Vater der Schauspielerin Drew Barrymore) in der Hauptrolle.

An der Frage, ob seine Romane (und davon hat er etliche geschrieben) zu den Werken der Weltliteratur zählen, scheiden sich allerdings die Geister. Zumindest war der Autor so populär, dass ihm sein Lebenswerk einen Stern auf dem “Walk of Fame” in Hollywood eingetragen hat.

Sein damaliger Verleger hat diesen Roman veröffentlicht, weil – um es salopp mit des Autors eigenen Worten und in meiner Übersetzung zu sagen – “es das erste Mal war, dass er ein Buch gelesen hatte, bei dem er auf einer Seite weinen musste und auf der folgenden Seite einen Ständer kriegte”.

Heute würde man vielleicht eher sagen: Es ist eine stimmige Mélange aus spannendem Gangsterthriller und anrührender Liebesgeschichte, gewürzt mit einer kräftigen Prise Erotik. Und es ist trotz des Ich-Erzählers keine Autobiographie, dafür war der Autor zu jener Zeit doch noch zu jung (obwohl: wenn ich an Daniel Küblkotz & Konsorten denke…). Aber er kannte sich aufgrund seiner Herkunft auf den verschlungenen Pfaden des Großstadtdschungels recht gut aus.

“Die Wilden” ist mit Sicherheit kein sonderlich anspruchsvolles Werk, und H.R. war auch als Mensch ein schlimmer Finger, der kein Laster ausgelassen hat. Aber er hat schließlich auch noch andere Bücher geschrieben, da ist sein Roman “Die Gnadenlosen” (”A Stone for Danny Fisher”) schon ein ganz anderes Kaliber.

Und auch die Verfilmung mit Elvis Presley ragt aus dem ansonsten seichten filmischen Schaffen des Kings heraus – auch wenn die Tonspur von “Mein Leben ist der Rhythmus” in der deutschen Fassung nur in Mono ist, was dem Musikgenuss ein wenig abträglich ist. Aber ich will mich nicht beklagen – wenn der ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehene James Dean den Danny Fisher gespielt hätte, hätte zwar der aus physiologischen Gründen auf diesen fixierte weibliche Teil der Bevölkerung noch mehr gekreischt, uns allen wäre aber der musikalische Genuss vollständig verwehrt geblieben…

Mein Tipp: Wenn euch “Die Gnadenlosen” oder “Die Macher” (”Tycoon”) von 1997 (auf Deutsch 1998) mal antiquarisch über den Weg laufen, schaut einfach mal rein.

Harold Robbins verkaufte Auflagen werden weltweit übrigens auf über 750.000.000 Stück geschätzt!

Don Farrago am 26. November, 2007

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71 Kommentare
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  1. Gesucht wird ein in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschriebener Roman eines nicht-europäischen Autors. An der Frage, ob seine Romane (und davon hat er etliche geschrieben) zu den Werken der Weltliteratur zählen, scheiden sich allerdings die Geister. Zumindest war der Autor so populär, dass ihm sein Lebenswerk einen Stern auf dem “Walk of Fame” in Hollywood eingetragen hat.

    Sein damaliger Verleger hat diesen Roman veröffentlicht, weil – um es salopp mit des Autors eigenen Worten und in meiner Übersetzung zu sagen – “es das erste Mal war, dass er ein Buch gelesen hatte, bei dem er auf einer Seite weinen musste und auf der folgenden Seite einen Ständer kriegte”.

    Heute würde man vielleicht eher sagen: Es ist eine stimmige Mélange (oder, für Kenner, ein farrago) aus spannendem Gangsterthriller und anrührender Liebesgeschichte, gewürzt mit einer kräftigen Prise Erotik. Und es ist trotz des Ich-Erzählers keine Autobiographie, dafür war der Autor zu jener Zeit doch noch zu jung (obwohl: wenn ich an Daniel Küblkotz & Konsorten denke…). Aber er kannte sich aufgrund seiner Herkunft auf den verschlungenen Pfaden des Großstadtdschungels recht gut aus.

    Nun denn – viel Spaß beim Rätseln!

  2. Dieser Herr Küblkotz ist aber kein Literat, wie?
    (Nicht, daß er mich wirklich interessiert, aber ich brauch mein Abo.)

  3. oh je, ich seh schon, du stehst schon wieder in den Startlöchern und ich muss zum “Baupokal-Spiel” und das bei dem Wetter, meine Güte, es schneit und schneit und es ist spiegelglatt draußen, brrrr, die armen Kids

  4. Nö, ich wollte bloß nix verpassen – geh Du ruhig zum Baupokal-Spiel, was immer das auch sein mag.

    ;) Die armen Mütter – das wollen wir doch nicht vergessen.
    (Die Kids machen das ja weil sie Spaß dran haben, hoffentlich.)

  5. aarrggghhh, es ist schwerer als ich dachte ;-) Sag mal Anjelka, sitzt du da schon mit der Lösung und hast Mitleid mit Müttern, die ihren Kids auf den Fußballplatz hinterherlaufen?
    Immerhin weiß ich inzwischen, dass Lassie und Rin Tin Tin auch auf dem “Walk of Fame” verewigt sind, und mit ihnen Tausende andere ;-) Weiß gar nicht wo ich anfangen soll, trotz der vielen Infos. :-(

  6. huhu Don, wie wäre es mit einem Foto?

  7. Na, und ich dachte schon, es herrscht Abendsti-i-lle ü-ü-berall… *sing*

    Vielleicht hilft es ja, wenn ich verrate, dass der Autor europäische Wurzeln hat und dass dieser Roman auch verfilmt wurde?

  8. Nix da, kein Mitleid – hast Du selbst mal gesagt. Es werden keine Gefangenen gemacht, auch keine Mütter.

    Nö, ich sitz da und mach ganz was anderes momentan, ehrlich gesagt. Ich habe mir Dispens erteilt.

    Und ansonsten hab ich so ungefähr Deinen Wissensstand – nur von Lassie und Rin-Tin-Tins Sternen wußte ich noch nicht, aber ich gehe stark davon aus, daß keiner von beiden den ersten Satz geschrieben hat.

  9. :lol: du Nattergal :lol:

  10. Nee, das hilft nicht, von der Verfilmung bin ich eh ausgegangen, und europäische Wurzeln haben alle nicht-indianischen (heißen die eigentlich nicht-indigenen?) Völkerstämme in den USA, außer Chinesen, Japanern und einigen anderen Randgruppen.

  11. eben!

  12. Ach ja, mein vorvoriger Beitrag ging an dolcevita, der vorige an Don F., falls das nicht schon ersichtlich war.

    Am Text hätte ich die “Abendstiii-i-lle” übrigens nicht erkannt, muß ich zugeben – soll das Dansk sein? Aber die Melodie stimmt. Hast Du tatsächlich mehr als eine Oktave Stimmumfang?

  13. @ Don F.

    Mal eine Frage zur Güte: wo in Europa wurzelt der Autor und ab wann wurzelt er dort?

  14. @ Anjelka:
    Ja, es ist die Sprache Andersens.
    Der Autor wurzelte nicht selbst, aber seine Eltern wurzelten. Und zwar im Osten Europas.

    Außerdem treibt er mittlerweile woanders Wurzeln: Er ist im letzten Quartal des 20. Jahrhunderts verstorben

    @ Dolcevita:
    Ich habe dir ein Foto geschickt!

  15. :lol: meine Güte ich fall hier gleich von Stuhl, wenn ihr so weiter macht…
    Foto ist schon online!

  16. Noch ein Hinweis: Auch in Deutschland wurden/werden seine Bücher viel gelesen. In meiner Taschenbuch-Ausgabe von 1987 steht z.B. “412. – 426. Tsd.”!

  17. Mußte erstmal den Historiker-Anthropologen trösten. Er empfiehlt übrigens Bücher von William H. Sewell.

    Und jetzt werde ich mich der Verwurzelung zuwenden.

  18. Sieht zumindest schon mal sehr interessant aus, dieser Mr. Sewell! ;-)

  19. Schade, daß Saul Bellow nicht rechtzeitig gestorben ist, der hätte sonst sehr passende Wurzeln gehabt. Hat aber vermutlich nicht diese heftigen Regungen bei seinem Verleger ausgelöst.

    Mir liegt die ganze Zeit ein Name auf der Zunge und glitscht immer weg, wenn ich ihn sagen will.

  20. Also bitte, nicht daß ich in den Verdacht gerate, diesen Mann getröstet zu haben, ja?

  21. Unser Autor war übrigens kein Nobelpreisträger! Dafür hat er mal ‘nen Orden gekriegt (wie man ja auf dem Foto unschwer erkennen kann)…

  22. Toll, damit fällt auch der richtig verwurzelte und verstorbene Isaac B. Singer aus. Ich muß heute zeitig ins Bett. Also in einer Viertelstunde.

  23. Sag ihm mal er soll etwas Lustigeres lesen, dann musst du ihn auch nicht trösten ;-)
    Den Orden habe ich mir auch schon angeschaut, aber was ist das nur für einer? Marine?
    Ja, Anjelka, 15 Minuten…

  24. Das heißt natürlich, dass Dolcevita mal zu einen Durchmarsch ansetzen könnte.

    Huhu, Dolcevita, noch da???

  25. Klaro – mit wunden Fingern vom Scrollen :-)

  26. Das mit dem Orden ist übrigens eine Sackgasse. Da findet man nur nähere Infos auf ein paar südamerikanischen Webseiten.

    Aber ich wollte es nur mal erwähnen… im Sinne von *nmss* ;-)

  27. @ dolcevita

    Trösten mußte ich ihn, weil er für sein eigenes unkomisches Buch keinen Schluß findet. Bei welchem Buchstaben des Walk of Fame bist Du denn inzwischen?

    @ Don F.

    Würdest Du eventuell verraten, für welche Sparte der Mann den Stern bekommen hat? Film?

  28. Film.

  29. @ oh merci Don, sehr liebenswürdig und hilfreich!
    @Anjelka, sag ihm er soll es hier reinstellen, wir basteln schon gemeinsam etwas zusammen :-)
    und ich ackere gerade die Liste der amerikanischen Autoren allgemein durch…

  30. @ Anjelka:
    Wie wäre es mit folgendem Schluss:
    And they lived ever happily after.
    :?:

    Und jetzt Marsch ins Bett!

  31. Will aber erst noch das Sandmännchen sehn … !

    Nun gut. Ich geh schon.

    ;-) Der Schluß wäre nicht mal so ohne Humor, es handelt sich nämlich um eine Aufsatzsammlung über frühneuzeitliche Menschen in Lebenskrisen.

    Guts Nächtle, Ihr beiden, und Dir drück ich die Daumen bis in die erste REM-Phase, dolcevita.

  32. Den Stern hat er übrigens für die Verfilmung dieses Romans bekommen.

    Dann träum was Süßes, Anjelka! :-)

  33. ok, dann gehen wir alle ab in die REM-Phase und machen morgen weiter :-)
    Träumt schön!

  34. Yep, GuNa! Bis morgen (huch, wir haben ja heute schon morgen!) in alter Frische!

  35. Ich hab da vorhin einen Kommentar von Anjelka übersehen (in dem es um die nicht-indigene Bevölkerung ging):
    Na klar haben alle Ein- und Zuwanderer ausländische Wurzeln. Aber deren Nachkommen leben zumeist schon seit Generationen im Land, was für den gesuchten Herrn eben nicht zutrifft, da noch seine Eltern im Ausland geboren wurden (obwohl dieser Schlawiner selbst von sich behauptet hat, er wäre ein armer Waisenknabe gewesen).

    So, und jetzt bin ich wirklich weg.

  36. Schönen guten Morgen!

    Zunächst möchte ich eine Aussage von gestern revidieren: Der Autor hat den Stern wohl doch nicht für den gesuchten Roman erhalten. Zumindest waren auf den “offiziellen” Webseiten, die ich durchforstet habe, keine entsprechenden Angaben zu finden. Mein gestriger Hinweis beruhte auf einer einzigen, ansonsten nirgendwo bestätigten Quelle.

    Also bleibt es dabei: Er hat einen Stern auf dem Walk of Fame in der Kategorie Film erhalten, aber wann und für welchen Film kann ich euch leider nicht sagen. Bezeichnenderweise liegt dieser Stern vor einer Buchhandlung und einem Sex Shop. ;-)

    Mit diesem Satz und diesem Mann habe ich mir ohnehin was aufgehalst! Bei der internationalen Google-Suche nach Hinweisen, die ich euch geben kann, ohne allzu viel zu verraten, habe ich weitere Verzeichnisse mit Hunderttausenden (!!!) von Links zu Seiten gefunden, die sich teilweise ausschließlich mit dem Werk und der Person des Autors beschäftigen. Dass der Mann eine Legende ist, habe ich vorher schon gewusst, aber dass auch nach seinem Tod noch so ein Rummel um ihn gemacht wird, war doch sehr erstaunlich.

    Das liegt wohl mit daran, dass auch post(h)um noch Bücher unter seinem Namen erschienen, die nach seinen Aufzeichnungen von Ghostwritern fertiggestellt wurden. Aber auch ohne diese Nachzügler ist unser gesuchter Autor weltweit einer der meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts, dessen Gesamtauflage mehrere hundert Millionen Bücher beträgt, mehr als beispielsweise Stephen King und Dean Koontz bisher zusammen erreichten.

    Ich habe wohl Zeit noch nie in so kurzer so viel über eine Person erfahren, obwohl ich es eigentlich gar nicht wollte…

    So, und jetzt gebe ich euch noch ein paar handfeste Informationen, damit wir langsam zu Potte kommen:

    Einer der bekanntesten Romane dieses Autors wurde mit Elvis Presley in der Hauptrolle verfilmt. In diesem Film wirkte auch ein Schauspieler mit, der einige Jahre später einen Oscar erhielt und der öfters im wahrsten Sinne des Wortes Oscar-nominiert wurde…

    Und nun macht was draus!

  37. …”Zeit noch nie in so kurzer” –> “noch nie in so kurzer Zeit”!

  38. Einen wunderschönen guten Morgen, lieber Don Farrago!

    Vielen Dank für diesen informativen morgendlichen Besinnungsaufsatz. Dean Koontz hab ich noch nie gehört. Hat der so viel veröffentlicht? Das kann ja nett werden, womöglich sind mir die wahren Bestseller-Autoren dieser Welt sämtlich namentlich unbekannt.

    Aber ich kann mich dieser Frage eh erst wieder am Abend zuwenden, fürchte ich.

    :-) Schönen Tag noch!

  39. oh mei – natürlich – Harold Robbins :oops:
    Doch zunächst veröffentlichte er 1948 seinen Erstlingsroman. Never love a stranger ist die Geschichte eines Waisenkindes, das in New York City aus dem Nichts zu einem erfolgreichen Gangster aufsteigt. Bei seinem Debüt zeigt sich bereits die kräftige Sprache Robbins, die ihn zu einem der meistverkauften Autoren spannender Unterhaltungsliteratur machen und dafür sorgen, dass seine Bücher von Hollywood verfilmt werden, jedoch von Literaturkritikern verachtet werden.

  40. Guten Morgen,
    ich habe zwei Exemplare von dem Autor in meinem Regal entdeckt, du, meine liebe Anjelka, wirst vermutlich umsonst suchen. ;-)
    @ Don, ich verstehe gar nicht, wieso wir ihn nicht früher gefunden haben. Danke für die vielen neuen Infos, die du schon so fleißig heute am frühen Morgen zusammengestellt hast.
    LG

  41. Einen wunderschönen guten Morgen auch Dir, dolcevita, und vorab schon mal meine Glückwünsche zum Erfolg – Ehre und Blattschuß, wem beides gebührt!

    Die Glückwünsche von Mr. Mengsel kommen sicherlich später, weil er erst noch den Keks backen muß.

    Stimmt, ich hab kein Buch von Harrold Robbins, aber den Namen hab ich schon gehört. Andererseits glaub ich nicht, daß er mir beim Durchforsten der Sterne direkt ins Auge gesprungen wäre, aber bis R hab ich gar nicht gesucht, glaube ich.

    ;-) Alsdann, da kannst Du Dich ja gleich auf die Satzsuche machen!

  42. na ja, so ein richtiger Blattschuss war das ja nicht, und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass ihr mir das Autörchen vor die Flinte gejagt habt ;-)
    Neuer ES kommt bald.
    Muss los, schönen Tag und liebe Grüße..

  43. Hallo, da bin ich wieder! Ich war aber nicht beim Kekse backen, sondern habe in vollen Zügen die Bahn genossen…

    Das war ja ‘ne schwere Geburt! Herzlichen Glückwunsch und Tusch-ta-ta, Dolcevita, obwohl ja eigentlich der deutsche Titel noch fehlt – aber sag doch mal, was hat dich denn jetzt endgültig auf die richtige Spur gebracht? Und wer war eigentlich Oscar?

    Du hast zwar früher behauptet, dass du eher auf altbackenem Knabberzeug stehst und nicht so sehr auf Delikatess-Kalorienbomben, aber ich finde, du kannst ruhig mal eine Ausnahme machen (kommt ja nicht so oft vor). Deshalb kriegst du jetzt zur Belohnung einen leckeren Nürnberger Lebkuchen mit Zuckerguss, gebettet auf einer hauchdünnen Oblate.

    @ Anjelka:
    Ja, so geht das – da hat frau es in allen Ehren zu den Dritten und zum Gehwägelchen gebracht und muss rückblickend plötzlich feststellen, dass sie die wirklich spannenden Seiten des Lebens verpasst hat… ;-)

    Hast du denn wenigstens von deinen beiden ersten Spontantipps (Raymond Chandler und Dashiel Hammet) schon mal was gelesen?

  44. Bitte sehr, Mr. Mengsel, noch kaue ich ausschließlich auf eigenen Zähnen und das Gehwägelchen winkt bisher lediglich aus der Ferne (aber allein, daß es winkt …). Meine als Neujahrsvorsatz angekündigte Rechtschreibmaßnahme hat ja nur den Zweck, mich in 10 Jahren, wenn kein Mensch mehr weiß, daß “dass” jemals mit ß geschrieben wurde, nicht schon anhand meiner Schriftäußerungen als Fossil kenntlich zu machen.

    Ob ich mit Harold Robbins die wirklich spannenden Seiten des Lebens verpaßt habe, wage ich zu bezweifeln – schließlich hätte ich aus rein physiologischen Gründen ja nur die Hälfte des von seinem Verleger verheißenen emotionalen Mehrwerts erhoffen können, oder?

    Selbstverständlich habe ich sowohl als auch gelesen. Sonst wär ich ja nicht so spontan auf beide gekommen. Sogar den Abklatsch von beiden, Ross Macdonald, hab ich gelesen. Auf die Dauer ärgert man sich natürlich darüber, daß die Männer immer wieder so blöd sind, brav ihre Knock-Out-Tropfen leerzutrinken. Ist aber auch schon wieder lange her, damals war noch kein Gehwägelchen am Horizont zu sehen.

    Wobei, was Gehwägelchen angeht, natürlich immer die Frage ist, wie weit man gucken kann.

    @ dolcevita
    Völliger Irrtum, ich hab Dir niemanden vor die Flinte gejagt, schon weil ich ihn ja nicht mal erkannt hätte, wenn er vor mir steht, sozusagen.

    Und ich hab inzwischen wieder einen handlichen kleinen Vorrat an neuen ES beisammen, hab ich also auch gar nicht nötig, Dir einfach so jemanden zum Fraß vorzuwerfen.

  45. Anjelka, ich denke, trotz allem Sex & Crime hat es Harold Robbins nicht verdient, dass du dein Urteil über ihn vorrangig an einer Äußerung des Verlegers seines allerersten Buches festmachst, die dieser in einer Zeit, da die USA sich noch prüder gaben als heute, gemacht haben soll.

    “Die Wilden” ist mit Sicherheit kein sonderlich anspruchsvolles Werk, und H.R. war auch als Mensch ein schlimmer Finger, der kein Laster ausgelassen hat. Aber er hat schließlich auch noch andere Bücher geschrieben, da ist sein Roman “Die Gnadenlosen” (“A Stone for Danny Fisher”) schon ein ganz anderes Kaliber.

    Und auch die Verfilmung mit Elvis Presley ragt aus dem ansonsten seichten filmischen Schaffen des Kings heraus – auch wenn die Tonspur von “Mein Leben ist der Rhythmus” in der deutschen Fassung nur in Mono ist, was dem Musikgenuss ein wenig abträglich ist. Aber ich will mich nicht beklagen – wenn der ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehene James Dean den Danny Fisher gespielt hätte, hätte zwar der aus physiologischen Gründen auf diesen fixierte weibliche Teil der Bevölkerung noch mehr gekreischt, uns allen wäre aber der musikalische Genuss vollständig verwehrt geblieben…

    Mein Tipp: Wenn dir “Die Gnadenlosen” oder “Die Macher” (“Tycoon”) von 1997 (auf Deutsch 1998) mal antiquarisch über den Weg laufen, schau einfach mal rein.

    So, und jetzt harre ich in gespannter Erwartung des neuen Ersten Satzes von Dolcevita!

    Lg und bis später! :-)

  46. @ Don, habe deine Ausführungen zu Robbins in den Beitrag verlagert, falls es dir nicht gefällt oder dir dieses oder jenes so nicht gefällt, sage es mir bitte, dann werde ich es ändern. (Ich finde es übrigens supi)
    Danke für die Kalorienbombe, werde sie mir für magere Zeiten aufheben ;-) und Tatatataaa..
    @ Frau Gehwägelchen und Mr. Mengsel: Ich habe eben festgestellt, dass ich insgesamt fünf Robbins besitze, sie stehen zwischen Maxim Gorki und Gwen Bristow, nicht zufällig, nein, ich sortiere meine Bücher nach Farben :lol: und will damit nur sagen, dass ich den 7oer und 80er Jahren eigentlich alles gelesen habe, was mir zwischen die Finger kam. Ich muss gestehen, dass ich mich an keines der Robbins erinnern kann (im Gegensatz zu Bristow, aber die kennt ihr wahrscheinlich auch nicht, oder).
    Was ist denn mit dem Oscar, lieber Don?

  47. Oh, ich dachte, ich hätte mich vorhin schon mal bei Dir für die Sorge um meine Unterhaltung bedankt, Don F. – aber war wohl nicht so.

    Das möchte ich dann gern noch nachholen.

    Ich bin guten Willens, mir mal die empfohlenen Bücher anzuschauen, wenn ich auf sie treffe. Auch wenn mir dolcevitas Anmerkungen zur “kräftigen Sprache” ja zu denken geben. Um ein erschöpfendes Bild von mir und meinem Unterhaltungsbedürfnis zu geben: Meine Lieblingssendung im TV war immer “Der Doktor und das liebe Vieh”.
    Damit dürfte das Wesentliche über mich gesagt sein.

    Aber ich bin eventuell partiell missionierbar.

  48. Doch, Gwen Bristow sagt mir was – irgendwas mit Straße und Süden. Kann das sein? Gelesen hab ich das aber nicht.

  49. Ich bin übrigens gar nicht snobistisch, was meine Lesegewohnheiten angeht – falls ich womöglich so klinge. Ich habe heute überhaupt keine Lesegewohnheiten und früher auch alles gelesen, was mir zwischen die Finger kam. Ganz besonders ganz früher – als Kind bekam ich Leseverbote, wo andere Kinder Fernsehverbot bekamen. Fernsehverbot ging bei mir nicht, weil wir keinen hatten.

    Ordnest Du Deine Bücher tatsächlich nach Farben, dolcevita? Wie findest Du sie denn dann wieder?

  50. Gwen Bristow war doch auch so eine, die früher zu seligen Bertelsmann Lesering- und Deutsche Buchgemeinschafts-Zeiten in vielen elterlichen Schrankwänden glasgeschützt vor sich hin vegetierte, wenn ich mich recht erinnere.

    Und “Tiefer Süden” aus ihrer Louisiana-Trilogie war stets dabei… ;-)

  51. nein, nein, Don hat in kräftiger Sprache und Wikipedia von kräftiger Sparche (Don hats ja noch krasser ausgedrückt) gesprochen. Ich glaube so schlimm ist es nicht, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern ;-)

    Ja, “Tiefer Süden” z.B. ist von Gwen Bristow, es gibt da ein Trilogie und dazu gehört es.

    Es kommt mir so vor, als müsstest du Literatur studiert haben, du kennst dich so wahnsinnig gut mit den Klassikern aus, hmm
    Ich habe als Kind auch viel gelesen, obwohl eher die typischen Mädchenbücher z.B. von Berte Bratt oder Enid Blyton (Hanni und Nanni) usw.

    Jep, meine Bücher sind farblich sortiert und ich finde jedes auf Anhieb, ausgenommen einige Reihen (Lexika, SZ Bibliothek, Anne Golon, Lesekreis-Bücher, usw. :-) )

  52. ja, ja Don, so wird es gewesen sein, ich habe einige Bücher von meiner Mutter ;-)

  53. “Die noble Straße”. Wußt ichs doch, Straße kam auch vor.

    dolcevita, ich hab alles gelesen, was Du auch gelesen hast, zumindest auf dem Jugendsektor, und auch sonst alles, inklusive der Bücher, die ich nicht lesen sollte. Nur “Das preisgekrönte Jugendbuch” hab ich gegen Donald-Duck-Bücher eingetauscht, die ich sonst nicht bekam.
    ;-) Ach ja, wenn ich das hier so lese, hatte ich überhaupt eine schwere Kindheit. Und Literatur kenne ich aus dem Deutsch-Leistungskurs.

    Ich bin die ganze Zeit furchtbar Off-Topic, fürchte ich, aber jetzt werde ich auch noch die Gernhardt-Frage klären.

  54. Jetzt find ich das nicht mehr mit der Gernhardt-Geschichte, aber jedenfalls hab ich drei Internet Foren mit diesem (bzw. einem sehr ähnlichen) Anfang gefunden – Portugal-Forum, Forum des 1. FC Nürnberg und Schulhausmeisterforum. Was es alles gibt.

    Ich schätze, da hat einer mal die Geschichte reingestellt und die anderen habens abkopiert – vermutlich alle rechtlich anfechtbar, aber wahrscheinlich ahnungslos.

  55. armes Tuck Tuck – kein Fernseher und wieso hattest du sonst eine schwere Kindheit, wenn das hier so liest?

  56. Gleich kommt der Don mit der Lösung um die Ecke und ich verplaudere mich hier …

    Kein Fernseher ist schwer genug, und dann noch Leseverbote, keine Comics, keine Bravo und das preisgekrönte Jugendbuch. Hatte ich den Geigenunterricht schon erwähnt?

  57. und, schützt uns das vor Strafe, ich meine Ahnungslosigkeit?
    Du würdest staunen, wenn du sehen könntest, wer so alles hier auf dieser Seite landet, heute z.B. buendnis90/gruenen nrw und landeshochschulnetz baden-wuerttemberg und oesterreichisches patentamt und rechen-und kommunikationszentrum aachen und elektrizitaetswerk obwalden :-)

  58. oh je, aber dafür bist du ja doch ganz gut locker drauf..

  59. @ Dolcevita:
    Ach so, der Oscar: Das war Walther Matthau (aka Oscar Madison aus der Fernsehserie “Ein seltsames Paar”, in der er sich mit Jack Lemmon köstliche Wort- und sonstige Gefechte lieferte).

    Und was die eingestellten Infos zu H.R. betrifft: nichts zu bemängeln, absolut ok, vielleicht könntest du aber hinter dem Satz mit der Gesamtauflage eine kleine optische Grenzmarkierung einbauen, etwa so
    ——- / ——-
    oder so ähnlich, um den reinen Infoteil vom “Rezensionsteil” zu trennen.

  60. Was das Elektrizitätswerk Obwalden hier sucht, würde mich mal besonders interessieren. Ansonsten gilt immer noch der eherne Rechtsgrundsatz, daß Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, schätze ich. Wenn Du andererseits eine der Seiten verlinkst, bist Du eventuell geschützt, weil Dich Dein Disclaimer, den Du ja hoffentlich hast, davor schützen sollte. Aber sicher bin ich da nicht. Ich vermute auch, daß dolce oder auch der Don hinsichtlich der internetrechtlichen Belange sehr viel versierter sind als ich.

  61. Ja, den Oscar hatte ich immerhin richtig verstanden. Den Film finde ich hinreißend.

  62. ah, ist das schön, ich kann hier mal endlich wieder ganz entspannt quatschen und muss nicht nebenbei googlen :lol:
    @Don, stimmt, der Gesamtauflagensatz gefällt mir da eigentlich überhaupt nicht gut, mal sehen, vielleicht packe ich ihn noch woanders hin (so eine Grenzmarkierung kenne ich gar nicht, oder doch?)

    An den Film kann ich mich nur ganz schwach erinnern, muss am Altersunterschied liegen *fg – aber danke für die Info

    @Anjelka, ich denke das sind die Mitarbeiter und nicht die Institute oder Firmen, die da suchen und zufällig hier landen, die Liste der Keywords ist noch dubioser..
    bei Gelegenheit stelle ich die mal hier rein, ist echt lustig.
    Mit der rechtlichen Seite muss ich mich echt mal beschäftigen, ich bin ja zum Bloggen gekommen wie wie wie sagt man denn, die Kuh aufs Eis? hm nö…

  63. “Kuh zum Eierlegen”.

    Pustekuchen, Du hast schon einen Ordnungsruf von mamalinde bekommen. Mein protestantisches Pflichtethos ist aber auch recht brüchig geworden.

  64. na immerhin bin ich auch protestantisch ;-)

  65. Ja, ich bin ja immerhin nicht protestantisch. Und das Pflichtethos ist leider nur unvollkommen auf mich abgefärbt.

  66. Bist du dir da sicher?

  67. :-) Ja.

  68. @ Dolcevita:

    Was hat denn Elvis mit dem Alter zu tun?
    *malganzdummfrag*

    Unabhängig davon konnte man anlässlich seines 30. Todestags im August den Film dreimal im TV sehen!

  69. @Don, irgendwie kann ich mit Elvis nicht viel anfangen, aber ansonsten hast du natürlich Recht und es ist keine Frage des Alters.
    Gute Nacht und schlaf schön :-)

  70. ich war begeistert von seinen Büchern, er ist spannend, unterhaltend und besser als viele andere Schriftsteller, er hat einen versteckten Humor, so dass man einfach alles um sich herum vergisst, was nicht allen gelingt. Ich denke, dass das seine Gabe war.

  71. Mehr als 30 Jahre habe ich Robbins links liegen gelassen, irritiert durch die Titel (Playboys,Wilden, ect.pp), die mich an das grauenhafte, langweilige, uninteressante “Tal der Puppen” erinnerte.

    Heute, 30 bis 35 Jahre spaeter, griff ich aus langeweile zu Robbins “Playboys”.
    Ein Roman wie ein Donnerschlag.
    Dramatik, Spannungsboegen, Kenntnissen der Verhaeltnisse. Und qualifizierte Zeichnungen der Menschen.
    Ich habs verschlungen. Ich werde es nochmal lesen.
    Haette ich das nur schon frueher gewusst!

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