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Druckfrisch mit Denis Scheck am 01.03. um 23.30 Uhr

22. Februar 2009 | Von | Kategorie: Druckfrisch

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Am 01. März 2009, um 23.30 Uhr, sendet DasErste eine neue Folge von Druckfrisch mit Denis Scheck.

Diesmal trifft Denis Scheck den neuen Star der Schweizer Literatur-Szene, Daniel Zahno, der jetzt mit “Die Geliebte des Gelatiere” (weissbooks) seinen ersten Roman geschrieben hat.

die-geliebte-des-gelatiereKurzbeschreibung
Daniel Zahno erzählt die Geschichte eines jungen Venezianers, der auf der Suche ist. Auf der Suche nach der richtigen Arbeit, der richtigen Frau, dem richtigen Leben.
Seit frühester Kindheit fasziniert Alvise das Eis. Mit seiner ersten Liebe, Noemi, leckt er Vanille-Eis, als Schüler hilft er in einer Gelateria aus. Später wird er, nach einigem Hin und Her, selbst Gelatiere. Er hat Talent und gewinnt die Coppa dOro, eine Art Oscar für den besten seiner Zunft.
Und doch ist Alvise nicht glücklich. Nach einer schweren Krise entschließt er sich, nach seiner einstigen großen Liebe zu suchen: der schon seit langer Zeit verschwundenen Noemi. Und er findet sie – in Amerika. Aber lässt sich nach über zwanzig Jahren die alte Vertrautheit wiederherstellen? Läßt sich das Rad der Zeit zurückdrehen?
Die Geliebte des Gelatiere ist ein Roman über die Vergänglichkeit, aber auch über die ersten Versuche in der Kunst der Liebe, über die Sehnsucht und das Träumen. Und darüber, dass jedes Leben einen besonderen Zauber hat.

Über den Autor
Daniel Zahno, geboren 1963 in Basel. Für seinen Erstling, Doktor Turban (1996), erhielt er u.a. den Tübinger Poetik-Preis und den Clemens-Brentano-Preis. 2006 publizierte er den poetischen Reigen Im Hundumdrehen. Nach Aufenthalten am Ledig House in New York und am Instituto Svizzero in Venedig schrieb er seinen ersten Roman, Die Geliebte des Gelatiere. Daniel Zahno lebt und arbeitet in Basel.

In London begegnet Denis Scheck Doris Lessing, die in diesem Jahr 90 Jahre alt wird. In ihrem neuen Roman “Alfred und Emily” (Hoffmann und Campe) hat die “Epikerin weiblicher Erfahrung” (Nobelpreis-Jury) ihre Eltern mit einer neuen fiktiven Biographie ausgestattet.

alfred-und-emilyKurzbeschreibung
Was wäre gewesen, wenn …? Lessing spielt mit dieser Frage und streicht den Ersten Weltkrieg aus der Geschichte. Alfred und Emily, das sind Lessings Eltern: der Vater kriegsversehrt und traumatisiert, die Mutter zeit ihres Lebens verbittert, weil das Schicksal es nicht gerade gut mit ihr meinte. Lessing schreibt in diesem wunderbaren Buch die Geschichte einfach um und erschafft für ihre Eltern ein Leben jenseits von Krieg und Entbehrung. »Die Wut meines Vaters auf die Schützengräben hat sich schon in jungen Jahren auf mich übertragen und sich seither nicht verflüchtigt … Ein Vermächtnis, auf das ich gern verzichtet hätte.« Nicht nur aus diesem Grund hat Doris Lessing das Leben ihrer Eltern neu erfunden. In ihrer Fiktion erfüllt sie dem Vater seinen Herzenswunsch, eine Farm im ländlichen England zu bewirtschaften, und ihrer Mutter gibt sie die Möglichkeit, sich nach und nach zu einer unabhängigen Frau mit einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe zu entwickeln. So großartig und anrührend dieses Gedankenspiel auch ist, kommt Lessing nicht umhin, den -schönen Traum im zweiten Teil ihres Buches mit der Realität zu konfrontieren – und sie erzählt, wie es wirklich war.

Über die Autorin
Doris Lessing wurde 1919 in Persien geboren und wuchs auf einer Farm im damaligen Rhodesien auf. Mit dreißig Jahren kam sie nach London und veröffentlichte dort 1950 ihren ersten Roman. Ihr umfangreiches literarisches Werk macht sie zu einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen. Im Hoffmann und Campe Verlag erschienen seit 1988 zahlreiche Werke, zuletzt der hochgelobte Roman Ein süßer Traum (2003), die Erzählungen Ein Kind der Liebe (2004) und zuletzt ihr Roman Die Kluft (2007). Sie erhielt 2007 den Nobelpreis für Literatur.

Exklusiv in dieser Sendung: Eine ganz persönliche Empfehlung der großen Kirmi-Autorin Donna Leon, die sich gemeinsam mit dem Moderator für ein Buch von Orlando Figes über das “Leben in Stalins Russland” begeistern kann: “Die Flüsterer” ( Berlin Verlag).

die-flustererKurzbeschreibung
Viele Darstellungen behandeln die sichtbaren Aspekte der stalinistischen Diktatur: die Verhaftungen und Prozesse, die Versklavung und das Morden in den Gulags. Kein Buch hat jedoch bislang die Auswirkungen des Regimes auf das Privat- und Familienleben der Menschen untersucht, den Stalinismus, der uns alle ergriff , wie es ein russischer Historiker einmal formuliert hat. Auf der Basis von Hunderten Interviews mit Zeitzeugen und zahllosen bislang unbekannten Dokumenten liefert nun Orlando Figes in Die Flüsterer erstmals einen unmittelbaren Einblick in die Innenwelt gewöhnlicher Sowjetbürger und zeigt an zahlreichen eindringlichen Beispielen, wie Einzelne oder Familien in einem von Misstrauen, Angst, Kompromissen und Verrat beherrschten Alltag um ihr Überleben kämpften. Für die Zeit der Revolution von 1917 bis zu Stalins Tod und darüber hinaus rekonstruiert Figes das moralische Gespinst, in dem sich die allermeisten Russen gefangen sahen: Eine einzige falsche Bewegung konnte eine Familie zerstören oder am Ende womöglich deren Rettung bedeuten. Keiner konnte sich sicher fühlen, nicht einmal die überzeugtesten Anhänger des Regimes. Wahrheit und Wahn, Schuld und Unschuld waren in diesem Unterdrückungssystem immer wieder auf fatal miteinander verquickt. Orlando Figes neues Meisterwerk in seiner erzählerischen Wucht und Aufrichtigkeit vergleichbar mit Grossmans Jahrhundertroman Leben und Schicksal ist das breit angelegte Porträt einer Gesellschaft, in der jeder nur noch flüstert entweder um sich und andere zu schützen oder um zu verraten. Ein ebenso schonungsloser wie ergreifender Bericht davon, wie schwach und wie unvorstellbar stark Menschen in einer von Paranoia geprägten totalitären Gesellschaft werden können.

Über den Autor
Orlando Figes lehrt Geschichte am Birkbeck College in London. Über sein preisge – kröntes Standardwerk Die Tragödie eines Volkes (1998) schrieb der große Historiker Eric Hobsbawm, es werde mehr zum Verständnis der russischen Revolution bei – tragen als irgendein anderes Buch, das ich kenne . Auch sein Buch Nataschas Tanz. Eine Kulturgeschichte Russlands (2003) erhielt zahlreiche hervorragende Besprechungen. Beide Bücher sind im Berlin Verlag erschienen.

Und wie in jeder Ausgabe von Druckfrisch: Denis Schecks scharfzüngiger Kommentar zur Spiegel-Bestseller-Liste als Orientierungshilfe im Bücherdschungel der Buchhandlungen.

Quelle: DasErste

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