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Wolf Haas erhält Bremer Literaturpreis 2013

4. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Lesekreis

Wolf Haas erhält den mit 20.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2013. Die Jury zeichnete den 52-jährigen österreichischen Schriftsteller für seinen 2012 im Hoffmann & Campe Verlag erschienenen Roman “Verteidigung der Missionarsstellung” aus.

Der Roman ‘Verteidigung der Missionarsstellung’ von Wolf Haas verkuppelt mit Lust und Witz das Erzählen mit der sprachphilosophischen Reflexion. Er versetzt alle Abenteuer des Reisens und der Liebe, alle großen und kleinen Katastrophen in ein Spiegelkabinett, aus dem es kein Entkommen gibt: ein virtuoses Sprachspiel, dessen Abgründigkeit seinem Humor die Waage hält“, heißt es in der Begründung der Jury.

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 30. August 2012 bei Hoffmann & Campe
Als ich mich das erste Mal verliebte, war ich in England, und da ist die Rinderseuche ausgebrochen. Als ich mich das zweite Mal verliebte, war ich in China, und da ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Und drei Jahre später war ich das erste registrierte Opfer der Schweinegrippe. Sollte ich je wieder Symptome von Verliebtheit zeigen, musst du sofort die Gesundheitspolizei verständigen, versprich mir das.
Gegen das Verlieben kämpft Benjamin Lee Baumgartner einen aussichtslosen Kampf. Diese Seuche bringt ihn um den Verstand. Mit Kopfverdrehen fängt es an. Mit Gehirnerweichung geht es weiter. Und das Schlimmste daran: Der Patient infiziert auch noch seinen Autor. Vorsicht, höchste Ansteckungsgefahr!

Der mit 6.000 Euro dotierte Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2013 geht an Andreas Stichmann für seinen 2012 erschienenen Debütroman “Das große Leuchten“.

Andreas Stichmann erhält den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis für seinen Roman ‘Das große Leuchten’, der in nüchtern knappen Episoden den Ausbruch von Jugendlichen aus ihrer Herkunftswelt und aus ihren Gefühlsverwirrungen nachzeichnet. Ihre Suchbewegung wird gleichermaßen angetrieben von der Lust nach Chaos wie der Sehnsucht nach neuer Ordnung und mündet in eine Ernüchterung, die mit erzählerischer Emphase und sanfter Komik ins Offene weist“, begründet die Jury die Vergabe.

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 7. September 2012 im Rowohlt Verlag
Sie führt aus der deutschen Provinz in den Iran und weiter ans Kaspische Meer: die Suche nach Ana – Ana, der Tankstellenräuberin, Ana, deren persischer Vater nie so recht hat Fuß fassen können im deutschen Exil. Es ist ein weiter Weg, kreuz und quer durch die Wüste, voller komischer und rätselhafter Prüfungen, die Rupert zu bestehen hat – und mit ihm sein schizophrener Freund Robert, der am liebsten Vögel beobachtet, der die Welt nicht versteht und stattdessen das Schachspiel neu erfindet. So war das zumindest, bis Ana kam. Bis Rupert und Ana abgehauen sind, um das große Leben zu beginnen. Und bevor Ana plötzlich verschwand. “Das große Leuchten” ist der Roman einer ausgedehnten Reise, abgründig, empfindungsstark und voller abenteuerlicher Echos. Einhörner und Jäger, Derwische und Ex-Generäle, russische Kleinkriminelle, opiumrauchende Kunstfilmerinnen und uralte Orangenfarmer finden darin Platz – Figuren, die niemals blinzeln, sondern “brennen, brennen, brennen wie phantastische gelbe Wunderkerzen” (Jack Kerouac).

Zur diesjährigen Jury zum Bremer Literaturpreis gehören:
Dr. Wiebke Porombka, Dr. Roman Bucheli (Zürich), Richard Kämmerlings, Barbara Lison, Dr. Lothar Müller , Michael Sieber und Dr. Daniela Strigl (Wien).

Die Preise werden am 28. Januar 2013 im Bremer Rathaus verliehen. Am Vorabend der Preisverleihung findet eine moderierte Lesung der beiden Preisträger in der Glocke statt.

Quelle: Rudolf Alexander Schröder Stiftung

 

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Ein Kommentar
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  1. “Als ich mich das erste Mal verliebte, war ich in England, und da ist die Rinderseuche ausgebrochen. Als ich mich das zweite Mal verliebte, war ich in China, und da ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Und drei Jahre später war ich das erste registrierte Opfer der Schweinegrippe. Sollte ich je wieder Symptome von Verliebtheit zeigen, musst du sofort die Gesundheitspolizei verständigen, versprich mir das.”

    so ist Sprache heute, die prämiert wird. Ich hätte dafür von meiner Deutschlehrerin im Aufsatz ein mangelhaft bekommen, hinter jedem Satz ein A mit Ausrufungszeichen.

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