„Lieber Vater. Erinnerungen eines Heimkinds†œ – Lesung mit Hanne Wickop und Asta Scheib

Lieber Vater Die Schriftstellerin Hanne Wickop stellt ihr neues Buch vor. In „Lieber Vater. Erinnerungen eines Heimkinds“, erschienen im A1 Verlag,  beschreibt sie ihre Kindheit der Vernachlässigung, Einsamkeit und des sexuellen Missbrauchs. Von den Nazis als „unwertes Leben“ eingestuft – Wickops Mutter wurde nach ihrer Geburt zwangssterilisiert – wuchs sie in Heimen der Kriegs- und Nachkriegszeit auf. Eindringlich, ohne Larmoyanz oder Verbitterung beschreibt sie ihr Schicksal und erzählt von der Stärke eines Kindes, das sich eigene innere Räume und Glücksmomente für ein lebenswertes Leben schafft. 53 kurze Briefe an den Vater bilden den Ausgangspunkt für Hanne Wickops Schilderungen, Rückblicke und Momentaufnahmen, in denen ohne Anklage von dem ergreifenden Schicksal eines Kindes erzählt wird, das trotz aller Verletzungen seinen Weg in ein positives Leben macht.

Einführung und Moderation: Asta Scheib

Am 02.10.2007 um 20 Uhr in der Seidlvilla München, Nikolaiplatz 1b, Telefon 089 / 33 31 39
Eintritt frei

Asta Scheib und Jochen Striebeck lesen im Literaturhaus aus Frost und Sonne

Frost und SonneDer Zarenhof in Sankt Petersburg um 1900: Höfische Pracht und Vergnügungssucht wuchern hier ebenso üppig wie Liebe und Verrat. Der kluge und gut aussehende junge Fürst Jussupow wächst in der Nähe des Hofes als Liebling der Gesellschaft auf. Doch seine Liebe zu Männern wird nicht geduldet. Der Zar verlangt von Jussupow, sich von dem Wunderheiler Rasputin behandeln zu lassen, doch aus der Beziehung zwischen diesen beiden Männern entwickelt sich eine tödliche Tragödie.
Asta Scheib erzählt nicht nur von außergewöhnlichen Menschen jener Zeit, sondern fängt die Atmosphäre der Petersburger Gesellschaft ein, die nicht begreift, dass ihr Untergang unmittelbar bevorsteht. Ihr historischer Roman (»Ein Zierde in ihrem Hause. Die Geschichte der Ottilie von Faber-Castell« u.a.) ist ein spannendes Sittenporträt aus den letzten Jahren der Romanow-Dynastie.

Am 01.10.2007 um 20 Uhr im Saal des Literaturhauses München – Kartenreservierung unter 089 / 29 19 34 27
Veranstalter: Hoffmann und Campe, Stiftung Literaturhaus
Eintritt: Euro 8.- / 6.-

Rezept: Gebackenes Kamel (mit Füllung) von T.C. Boyle aus Wassermusik

KamelFür ca. 400 Personen:

4 Trappen, gereinigt und gerupft
500 Datteln
200 Regenpfeifeneier
20 Karpfen (Zweipfünder)
2 Schafe
1 großes Kamel
div. Gewürze

Man grabe ein Feuerloch. Flammenmeer auf eine ca. 1 m tiefe Lage glühender Kohlen hinunterbrennen lassen. Die Eier separat hartkochen. Die geschuppten Karpfen sodann mit geschälten Eiern und den Datteln füllen. Die fein gewürzten Trappen mit den gefüllten Karpfen füllen. Schafe mit den gefüllten Trappen füllen, sodann Kamel mit den gefüllten Schafen füllen. Das Kamel kurz ansengen, dann mit Doumpalmenblättern umwickeln und in der Glut vergraben. Zwei Tage lang backen.

Als Beilage Reis servieren 😉

Der schönste erste Satz von Oscar Wilde

Oscar WildeStarker Rosenduft durchströmte das Atelier, und als ein leichter Sommerwind die Bäume im Garten hin und her wiegte, kam durch die offene Tür der schwere Geruch des Flieders oder der feinere Duft des Rotdorns.

Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde

Oscar Fingal O’Flahertie Wills Wilde
wurde am 16. Oktober 1854 in Dublin als zweites Kind des Arztes Sir William Wilde und Lady Francesca Wildes geboren. Seine Mutter schrieb als junge Frau unter dem Pseudonym Speranza antibritische Gedichte und führte später als stets unangepaßtes Mitglied der höheren Gesellschaft einen literarischen Salon. Nach Studien in Dublin und Oxford lebte er ab 1879 in London, wo er durch seine extravagante Lebensweise als Prototyp des Dandies bekannt wurde. Nach seinen ersten literarischen Erfolgen unternahm er Vortragsreisen in Amerika und England. 1895 wurde Oscar Wilde wegen eines homoerotischen Verhältnisses zu Lord Alfred Douglas nach einem spektakulären Prozeß zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, ein Schicksal, das ihn als Menschen brach. Am 30. November 1900 starb er in Paris, wo er die letzten Lebensjahre unter dem Pseudonym Sebastian Melmoth von Freunden unterstützt und dem Alkohol verfallen verbracht hatte.

Das Bildnis des Dorian GrayDas Bildnis des Dorian Gray

Für den Maler Basil Hallward verkörpert Dorian Gray die unvergleichliche Muse, die ihm als Künstler zu voller Blüte verhilft und ihm Genialität einflößt. Lord Henry erscheint dieser anmutige Jüngling wie ein hohles Gefäß von vollendeter Form, das darauf wartet, geöffnet und von Leben erfüllt zu werden. Basil betet Dorian als den Inbegriff von Aufrichtigkeit, Tugend und vollendeter Schönheit an. Für Lord Henry ist er hauptsächlich ein sehr interessantes Experiment. Von der Ausstrahlung seines jungen Freundes geblendet und ihm völlig ergeben, überschüttet Basil ihn mit einer Flut an Komplimenten. Scharfzüngig, mit herrlich extremen Aussagen und provozierenden Thesen, versetzt Lord Henry den noch schlummernden Geist Dorians mit seinen paradoxen Philosophien in Aufruhr. Basil, von Dorians scharlachroten Lippen, den goldenen Haarwellen und den weiten blauen Augen betört, versucht, seine einzigartige Schönheit in einem großen Kunstwerk zu verewigen. Lord Henry, von seiner Unwissenheit und Formbarkeit angetan, verhilft ihm mit messerscharfem Geist und hypnotischer Redegewandtheit zu einer zweifelhaften Bewußtheit.

Dorian Gray erschauert, als er sich auf dem fertiggestellten Gemälde erblickt, und in seinem Entzücken über sich selbst richtet er einen wahnwitzigen und folgenschweren Wunsch an das Universum: Möge er in Wirklichkeit immer so jung und schön bleiben wie auf diesem Porträt. Stattdessen solle das Bild für ihn altern. Sein Gebet wird auf mystische Weise erhört. Dorian, vergiftet durch den schlechten Einfluß von Lord Henry und eines Romans, den dieser ihm zu lesen gibt, gerät immer mehr zum Opfer seiner innersten Abgründe. Nach außen hin bleibt er makellos, doch sein Porträt, das er voller Furcht vor Entdeckung in einem verstaubten Zimmer auf dem Dachboden versteckt, offenbart ihm die Verfehlungen seiner Seele erbarmungslos und auf gräßlichste Weise.

Verschleiert, wie es zu Oscar Wildes Zeiten nur möglich war, schwingt das Thema der Homosexualität mit. Viel dreht sich um männliche Schönheit und Jugend, um die zweifelhafte Moral der Gesellschaft, um verborgene Sünden und geheimnisvolle Anziehungskräfte und um schwerwiegende Gefühle von Schuld.

Wildes einziger Roman ist ein Werk von großer Eigenart, geschrieben in der für Wilde typischen blumigen und äußerst kunstvollen Sprache, voller gewagter und tiefgründiger Spekulationen um die Doppelnatur der menschlichen Seele und um das mysteriöse Wechselspiel zwischen Kunst und Leben. In ihm spielt das Reale mit dem Irrealen. Es beschreibt die Tragödie um den Identitätsverlust einer dekadenten Seele.

Das System von Karl Olsberg – Es lernt. Es wächst. Es tötet.

Das System Kurzbeschreibung
Bislang ging es Mark Helius blendend. Seine Softwarefirma in Hamburg steht kurz vor der Präsentation einer Weltneuheit: DINA, das erste intelligente Kommunikationssystem, soll den Investoren vorgestellt werden. Doch DINA macht unerklärliche Fehler, und die Präsentation gerät zum Fiasko. Auf einmal steht Mark vor den Trümmern seiner Existenz. Die Investoren wollen ihn feuern, er ist überschuldet, seine Frau wirft ihm Versagen vor. Da wird auch noch sein Freund und Mitgründer Ludger Hamacher ermordet. Alle Indizien belasten Mark. Während er verzweifelt versucht, seine Unschuld zu beweisen, spielen überall auf der Welt die Computer verrückt. Hat jemand die DINA-Software in einen hoch gefährlichen Virus verwandelt? Stecken Cyber-Terroristen hinter dem Mord? Oder hat gar das Internet selbst einen eigenen Willen entwickelt? Zusammen mit der Hackerin Lisa Hogert stellt Mark sich einem gnadenlosen Kampf auf Leben und Tod.

Beängstigend realistisch schildert Karl Olsberg ein Alptraum-Szenario: Was wäre, wenn wir eines Tages die Kontrolle verlieren über eine Technik, von der wir uns selbst immer abhängiger gemacht haben? – ‚Das System‘ wird Ihren Blick auf unsere Welt verändern.

Über den Autor
Karl Olsberg, geb. 1960, studierte Betriebswirtschaft in Münster und promovierte über Künstliche Intelligenz. Er war Unternehmensberater bei McKinsey, Marketingleiter eines TV-Senders, erfolgreicher Gründer von zwei Unternehmen der New Economy, u.a. Preisträger „Start up des Jahres 2000“ der „Wirtschaftswoche“. Heute ist er Unternehmensberater in Hamburg und schreibt seit einigen Jahren. 2005 wurde er Sieger des Kurzgeschichtenwettbewerbs des „Buchjournals“ mit der Erzählung „Taubers Sammlung“. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Auf der Internetseite www.system-dasbuch.de rinnt das Blut über den Monitor und verheißt gruselige Spannung. In einer außergewöhnlichen Flash Animation wird der Leser auf beeindruckende Weise mit Textauszügen, einem Gewinnspiel und anderen Infos in die Neuerscheinung eingeführt. Der Countdown läuft – eben waren es noch 1 Tag 8 Stunden 48 Min 13 Sek bis zum Start. Das Taschenbuch erscheint für 9,95 Euro im Aufbau Verlag und umfasst 403 Seiten. Ein Bestseller à la Frank Schätzings „Der Schwarm“ kündigt sich an.