In einer amerikanischen Studie, aus der der britische Fernsehsender BBC zitiert, wird vor einer dramatischen Verlangsamung des Internets gewarnt. Die Beraterfirma Nemertes Research prognostiziert demnach, dass der Mangel an Bandbreite sich ab 2010 bemerkbar machen werde. Einziges Gegenmittel seien riesige Investitionen in die Infrastruktur des Webs.

Weltweit müssten 137 Milliarden Dollar für zusätzliche Leitungen und Server ausgegeben werden, so die Studie, die teilweise von den Netzwerkausstattern bezahlt worden war. Sollte nichts unternommen werden, zeichnen die Berater ein düsteres Bild. Einkäufe im Internet könnten wieder vermehrt Fehlermeldungen produzieren, die User an die Zeit des Telefonmodems erinnert. Die gravierendsten Folgen hätte das neue langsame Web aber laut der Studie für Online-Anwendungen, die derzeit noch nicht in Benutzung sind:

„Das nächste Amazon, Google oder YouTube wird sich vielleicht nie durchsetzen – nicht weil der Service nicht gefragt ist, sondern weil zu wenig Bandbreite vorhanden ist.“ Allein in den USA werden monatlich mehr als acht Milliarden Videos gestreamt, Portale wie YouTube liefern täglich mehr als 120 Millionen Clips an ihre User.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 

5 Gedanken zu „Internet droht Kollaps im Jahr 2010

  1. Naja! Ich denke das an den Ergebnissen dieser Statistiken eventuell auch der Wunsch eines Industriezweiges hängt, dass Internet bzw die Technik radikal zu modernisieren, um damit natürlich auch Geld zu verdienen. Das die Kapazitäten irgendwann ausgeschöpft sind, ist keine Frage, aber dann werden die entsprechenden Stellen schon reagieren. Was wäre denn die Welt ohne 100% Internet?

    Gruß Guido

  2. Das sehe ich ähnich. Im Jahr 2000 haben sie auch alle geschrien und Banbreite ohne Ende produziert. Gebraucht haben wir sie erstmals mit dem Video-Boom ab 2006. Die Vernetzung über Land macht eh kein sonderliches Problem, eher die Über-den-Teich-durchs-Wasser Leitungen. Aber auch da ist man noch nicht am Limit. Wer sich durchsetzt wird an einer anderen Stelle entschieden.

    Grüße dolce

  3. Willkommen Guido, hi dolce, hi Doc 🙂
    Es steht heute nochmals ein ganz interessanter Artikel hierzu in der Süddeutschen, da geht es unter anderem auch darum, dass vielleicht zukünftig die großen Inhalteanbieter wie etwa Amazon, YouTube aber auch Aggregatoren wie Google, die selbst keine Inhalte herstellen zur Kasse gebeten werden sollen.
    Der Netzwerkanbieter Cisco sieht ein Problem aber scheinbar eher darin, dass die Nummern ausgehen. In Asien muss jetzt schon mit allerlei Ticks gearbeitet werden, um die Knappheit an Ziffernkombinationen zu umgehen. Es soll ein neuer Standard namens IPv6 eingeführt werden. Dann gibt es fast unendlich viele Adressen, nämlich zwei hoch 52…
    Na ja, wir werden sehen,
    so long, herzliche Grüße…

  4. Das mit unendlich viel ist so ne Sache, das haben die Amis in den 60ern bei IPv4 auch gesagt und das waren nur 2^32 mögliche Adressen(Nummern) und deswegen stehen wir heute vor dem Abgrund.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.