Wallanders finaler Abstieg: Der Feind im Schatten von Henning Mankell

Am 30. April 2010 erschien im ZSOLNAY-VERLAG Henning Mankells letzter „Wallander-Krimi“ und landete spontan auf Platz 2 der Spiegel-Bestsellerlisten – und das zu Recht:

Dieser neue Wallander-Thriller führt direkt in den Kalten Krieg und in die schwedische Nachkriegsgeschichte. Hakan von Enke, ehemaliger U-Boot-Kommandant und zukünftiger Schwiegervater von Wallanders Tochter Linda, gewährt dem Kommissar brisante Einblicke in eine politische Affäre: Fremde U-Boote drangen in den achtziger Jahren mehrfach in schwedische Hoheitsgewässer ein, wurden aber nie identifiziert. Von Enke hat dazu jahrelang recherchiert und glaubt sich einer Lösung nahe. Doch dann verschwindet er spurlos, und als kurz darauf auch noch Enkes Ehefrau als vermisst gilt, steckt Wallander bereits mitten in den Ermittlungen.

Parallel dazu inszeniert Mankell den finalen Abstieg seiner populärsten Gestalt. Noch einmal passieren Wallanders wichtigste Lebensmomente Revue: der Konflikt mit dem Vater, das Scheitern seiner Ehe und seiner Beziehung zur Lettin Baiba, Probleme mit Linda und mit sich selbst, dem Trinken, dem Essen, der Rastlosigkeit. Fälle, die sein Privatleben zerstört haben.

„Die Erzählung geht unwiderruflich zu Ende“, heißt es am Schluss des zehnten Bandes. „Und langsam sollte Kurt Wallander in einem Dunkel verschwinden, das ihn einige Jahre später in das leere Universum entließ, das Alzheimer hieß.“

„Nicht jeder Wallander-Fall überzeugte, doch um ihn zu vergessen, müsste man selbst im Alzheimer-Universum versinken,“ sagt Ulrich Baron in seiner Rezension vom 05.05.2010 auf Spiegel Online

Über den Autor
Henning Mankell, 1948 als Sohn eines Richters in Stockholm geboren, wuchs in Härjedalen auf. Als 17-jähriger begann er am renommierten Riks-Theater in Stockholm, das Regiehandwerk zu lernen. 1972 unternahm er seine erste Afrikareise. Sieben Jahre später erschien sein erster Roman „Das Gefangenenlager, das verschwand“. In den kommenden Jahren arbeitete er als Autor, Regisseur und Intendant an verschiedenen schwedischen Theatern. 1985 wurde Henning Mankell eingeladen, beim Aufbau eines Theaters in Maputo, Mosambik, zu helfen. Er begann zwischen den Kontinenten zu pendeln und entschied sich schließlich, überwiegend in Afrika zu leben. Dort ist auch der größte Teil der Wallander-Serie entstanden. Außerdem schrieb Henning Mankell Jugendbücher, von denen mehrere auch in Deutschland ausgezeichnet wurden. 2009 erhielt er den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis.

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