Militärisch erzogen und gedrillt von dem schwarzen Kollektiv, zieht der erst knapp 16-jährige Soldat Ariko in den Krieg gegen die Hameshi, ein Volk, das im Einklang mit der Natur tief in den Wäldern lebt.

Nach einiger Zeit kristallisieren sich die wahren Motive des Kollektivs heraus. Zweifel an den Entscheidungen seiner Vorgesetzten und ein seltsamer Ruf, der Ariko in seinen Träumen heimsucht, lassen ihn die Seiten wechseln und sich zu den Hameshi durchschlagen, um an deren Seite zu kämpfen. Hier trifft er Lamis´jala, die schon vor langer Zeit sein Herz berührt hat, endlich wieder.

Doch auch bei den Hameshi ist sein Leben von Regeln bestimmt, die er nicht immer akzeptieren kann und auch hier greift der Krieg mit seinen grausamen Klauen nach ihm. Selbst als der Krieg nach Jahren endlich vorbei ist, steht der Frieden auf sehr wackeligen Füßen und seine Liebe zu Lamis´jala wird auf eine harte Probe gestellt.

Der Krieg entmenschlichte alle. Die einen mehr, die anderen weniger, doch jeder, der von ihm berührt wurde, musste ihm einen Teil seiner Seele überlassen.

Diese Erkenntnis macht Ariko schmerzlich bewusst, dass ihm jahrelang ein falsches Weltbild vermittelt worden ist. Seine Zweifel an der Okkupation des Lebensraumes der Hameshi und einige einschneidende Vorfälle machen ihm immer mehr bewusst, dass er trotz seiner harten Ausbildung nicht zum Soldaten geboren ist.

Der Autor Michael Zandt lässt Ariko freie Hand, seine Geschichte zu erzählen. Und wie schon in Hapu (sh.: Hapu: Teufel im Leib von Michael Zandt), dem ersten Roman des Autors, versteht er es wieder sehr gut, den Leser am Ende eines Kapitels vor Betroffenheit nach Luft schnappen zu lassen. Er vermittelt einen interessanten Einblick in das Leben und Wirken der verschiedenen Clans der Hameshi, führt an magische Orte und schildert in sehr plastischen Worten die Schrecken des Krieges, in den nicht nur Menschen, sondern auch Götter und Dämonen verwickelt sind.

Blutrünstig und spannend mit verblüffenden Wendungen in einem ansprechend fantasievollen Erzählstil hinterlässt die Geschichte eine düstere Erinnerung an die Kreuzzüge und Zwangsmissionierungen aus längst vergangenen Zeiten. Tiefer Glaube, Fanatismus und Magie gehen in diesem Roman Hand in Hand.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, auch wenn man sich zu Beginn durch viele Informationen, ungewöhnliche Begriffe und Namen kämpfen muss. Aber es hat sich gelohnt. Leider ist Hapu ein bisschen zu kurz gekommen. Vielleicht hat sie ja demnächst wieder einen etwas größeren Auftritt, denn wie es aussieht, wird es einen 3. Teil geben. Ariko hat noch etwas sehr Wichtiges zu erledigen…
Allein das Cover ist leider nichts für meine Augen – es ist mir einfach zu dunkel geraten.

Der Lesekreis bedankt sich bei Angie ganz herzlich für diese anschauliche Buchbesprechung und bei Grit Richter, Leiterin des in diesem Jahr gegründeten Art Skript Phantastik Verlags, für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares.

Die Taschenbuchausgabe Das schwarze Kollektiv umfasst 264 Seiten und ist für 11,80 Euro im Juli 2012 erschienen.

Kurzbeschreibung
Ariko ist ein Sohn der Straße. Von den Eltern verlassen, von den Behörden ins Waisenhaus gesteckt, gerät er früh in die Fänge des Militärs. Er wird zum Soldaten erzogen und in den Krieg gegen das geheimnisvolle Volk der Hameshi geschickt. In deren riesigen Wäldern lernt er verlorene Seelen und grausame Götter, aber auch die magische Schönheit der Schöpfung kennen. Ariko begegnet einem Mädchen. Sie ist jung, sie ist schön und sie ist eine feindliche Kriegerin. Der Waise wechselt die Fronten, doch findet er auch bei den Hameshi keinen Frieden. Er muss gegen Widersacher kämpfen und heimtückischen Dämonen widerstehen. Ariko lernt viel im Reich der ewigen Wälder, aber wird er am Ende auch begreifen, dass der Keim alles Bösen in der Liebe liegt?

Über den Autor
Michael Zandt, geboren 1967, lebt im Herzen des Stauferlandes. Im Jahr 2011 war eine seiner Kurzgeschichten für den Deutschen Phantastik Preis nominiert, im selben Jahr erschien auch sein Debüt-Roman Hapu: Teufel im Leib.

5 Gedanken zu „Blutrünstig und spannend: Das schwarze Kollektiv von Michael Zandt [Rezension]

  1. Wow, danke für diese tolle Rezi!
    Ich arbeite an dem Cover, also bitte fleißig kaufen, dass die zweite Auflage etwas „augenfreundlicher“ gestaltet wird.

  2. ah, du machst dich eh so rar im Moment 😉
    Ja, die Rezi ist wirklich gut und wenn ich auch nur ein kleines Faible für blutrünstige Spannung entwickeln könnte, würde ich es sofort kaufen. Hat Angie richtig vermutet, dass die Story weitergeht und wenn ja, wann wird´s voraussichtlich so weit sein? Wie geht´s dir eigentlich als Verlegerin?
    LG

  3. Ja, ich habe mir letztens auch gedacht „OMG – den Lesekreis gibt es auch noch, schreib etwas!“ aber tatsächlich hätte ich mich zu keinem Thema wirklich einbringen können. Schreibt doch mal wieder etwas über Twilight, damit ich mich aufregen kann ^^

    „Das schwarze Kollektiv“ kauft man allein schon aus Solidarität weil man die Verlegerin kennt! Sofort kaufen!!! ^^
    Nein, ernsthaft, es ist wirklich kein Buch, das leicht zu verdauen ist, ähnlich wie bei „Hapu – Teufel im Leib“ muss man ab und an schon ziemlich schlucken. Aber es ist ja auch Krieg und es wäre falsch alles nur im heiteren Sonnenschein zu sehen! Mich hat das Buch übrigens ab und an mal an „Im Westen nichts Neues“ erinnert.

    Ja, Angie hat natürlich richtig vermutet, dass es einen dritten Teil geben wird in dem Hapu und Ariko ein gemeinsames Abenteuer erleben werden. Aber ich weiß selbst noch nicht viel mehr und auch nicht, wann es so weit sein wird. Michael und ich hatten letztens ein Interview mit der Lokalpresse in meinem Esszimmer ^^ da meinte er, dass er wieder an etwas schreibt. Ich denke er braucht das, ohne schreiben geht es bei ihm nicht. Aber wir haben keine Deadline bis wann etwas fertig sein muss. So ist es auch bei den anderen Autoren. Christina M. Fischer und Fay Winterberg schreiben zur Zeit auch an den Fortsetzungen zu „Dämonenbraut“ und „Wien, Stadt der Vampire“ aber wann diese Fortsetzungen rauskommen kann ich noch nicht sagen. Ich hangel mich von Jahr zu Jahr. Das Programm 2013 steht aber schon und es sieht toll aus ^^

    Als Verlegerin geht es mir zur Zeit ganz gut, aber ich bin auch froh, dass ich noch einen Job nebenher habe, mit dem ich meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Sonst würde es wirklich mehr als knapp werden. ^^

  4. hah, du schreibst ja selbst über Twilight genug, du hast doch heute den neuen Trailer auf Facebook angekündigt, oder?
    Echt, ein Vergleich mit „Im Westen nichts Neues“ ist bei dem Kollektiv gestattet? Nun, in dem Buch finde ich die Grausamkeiten des Krieges eher auf psychischer und nicht auf physischer Ebene.
    Unter einer Deadline zu schreiben, ist sicherlich sehr, sehr stressig – ich lese das oft bei Autorinnen und Autoren. Insofern soll sich Michael ruhig Zeit.
    Ach Grit, halte durch! Ich finde es wirklich toll, dass du dein Projekt überhaupt in die Tat umgesetzt hast und wünsche dir auf jeden Fall ganz, ganz viel Erfolg.
    LG

  5. Na, beim „Vampire Support“ ist es ja auch meine Pflicht die Leute über so gut wie alle Vampir–Filme zu informieren. Ich möchte ja so vollständig wie möglich arbeiten, da darf man nichts wissentlich unterschlagen ^^

    Nun, ich würde „Im Westen nichts Neues“ nicht mit „Das schwarze Kollektiv“ vergelichen, aber wenn dort passagenweise das Leben und der Alltag im Krieg beschrieben wird erinnert mich ein bisschen daran. Aber ansonsten sind das natürlich vollkommen unterschiedliche Bücher und Genres.

    Die meisten meiner Autoren betreiben das Schreiben als Hobby oder Nebenerwerb, da wäre es sinnlos eine Deadline einzurichten. Der „Brotjob“ geht vor. Es nützt mir nichts, wenn ein Autor seine Arbeit vernachlässigt und am Ende sein Notebook nicht mehr bezahlen kann. Das geht auf jeden Fall vor. Ich weiß, dass meine Autoren fiebereifrig an ihren Fortsetzungen arbeiten und das ist die Hauptsache, sobald etwas in Aussicht ist werde ich natürlich darüber berichten.

    Danke für die lieben Wünsche ^^
    Zur Zeit bereite ich das Programm 2013 vor und das macht mir riesig Spaß, ich bin schon sehr auf die Geschichten zu den zwei neuen Anthologien gespannt. Die Cover sind bald fertig, vielleicht mache ich einen Adventskalender ^____________^ – Die Ideen gehen mir nicht aus.

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