Lesung im Literaturhaus München: Die Frau in mir: Ein Mann wagt ein Experiment von Christian Seidel

Die Frau in mir. Ein Mann wagt ein ExperimentHeute Abend stellt Christian Seidel sein Buch „Die Frau in mir: Ein Mann wagt ein Experiment“ um 19 Uhr im Literaturhaus München vor. Christian Seidel, geboren 1959, ist nicht nur Autor, sondern ebenfalls Filmproduzent, Medienunternehmer und Berater von Persönlichkeiten. In seinen Essays und Büchern setzt er sich im Kern mit dem Widerspruch zwischen Image und Wirklichkeit auseinander.

In der Kurzbeschreibung zu seinem im Januar 2014 im Heyne Verlag erschienenen Buch heißt es, dass er seine klassische Männerrolle satt hatte. Innerhalb eines ungewöhnlichen Experimentes brach er ein Tabu und schlüpfte für ein Jahr in die Rolle einer Frau. Erst spät wurde ihm klar, dass der Perspektivwechsel seine komplette Existenz gefährdete. Seine Ehe, seine Freundschaften, seine gesamte Identität.

Mit schonungsloser Offenheit erzähle Seidel von tiefgreifenden und schockierenden Erlebnissen während seines Balanceaktes auf den Grenzen zwischen den Geschlechtern. Dabei sah der einstige Macho nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer in einem völlig neuen Licht.

Das Buch sei ein provokanter Aufruf, die gängigen Klischees endlich über Bord zu werfen, und ein wohltuend authentischer Beitrag in der oft theoretisch ausufernden Geschlechterdebatte.

Ich bin wirklich sehr, sehr gespannt auf den Abend. Meine „klassische Frauenrolle“ hatte ich schon im Alter von sechs Jahren ziemlich satt. Mein nur um elf Monate älterer Bruder hatte so viele Vorteile: Er musste nicht im Haushalt helfen, konnte im Stehen pinkeln, durfte auf dem Acker beim Nachbarn mit dem Traktor fahren und musste vor allem keine Röcke und Strumpfhosen tragen! Christian Seidel hat in diveresen Interviews gerade das Tragen von Strumpfhosen während seines Balanceaktes  als „besonders angenehm“ hervorgehoben, ein Umstand, den ich bis heute so gar nicht nachvollziehen kann. Vielleicht erzählt er heute Abend mehr darüber….

Lebensgeschichte der Familie von Anne Frank wird neu fürs ZDF als Zweiteiler verfilmt

Das Tagebuch der Anne FrankWie die Constantin Film AG am 13. Januar 2014 mitteilte, wird die Lebensgeschichte der Familie von Anne Frank neu verfilmt. „Das Tagebuch der Anne Frank“ ist eines der weltweit bekanntesten Dokumente einer Familie über die Zeit des Zweiten Weltkrieges und verdeutlicht die Schrecken der Judenverfolgung wie kaum ein anderes. Die tragische Geschichte von Anne Frank und ihrer Familie wird von Oliver Berben als Zweiteiler für das ZDF produziert. Die Ausstrahlung ist für 2015 im Zweiten Deutschen Fernsehen geplant.

Inhalt
Wie wohl kein anderes Schicksal personifiziert Anne Franks Geschichte die Schrecken des Holocaust. Die CF/MOOVIE-Produktion widmet sich der Frage, wer die einzelnen Personen um Anne Frank wirklich waren und wie deren Leben auch vor der Zeit im Versteck aussah.

Drehbuchautorin Andrea Stoll gibt der weltberühmten Lebensgeschichte einen neuen Blickwinkel und versucht, die Ereignisse während des Krieges und der Besetzung Hollands durch die Nazis aus Sicht Anne Franks, ihrer Familie und Freunde zu erzählen. Die Geschichte beginnt drei Jahre bevor sich Anne und ihre Familie vor den Nazis in dem Amsterdamer Hinterhaus verstecken müssen, das später zu solch trauriger Berühmtheit gelangen sollte. Aus dem anfangs extrovertierten, lebensfrohen Mädchen wird im Laufe dieser Entwicklung ein zunehmend introvertierter Teenager, der die Bedrängnisse und Zuspitzungen der Ereignisse in Tagebuchnotizen und selbst erdachten Geschichten zu fassen versucht.

Anne Frank wurde 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten flüchtete die Familie 1933 nach Amsterdam. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Niederlande versteckten sich Anne Frank und ihre Familie von 1942 bis 1944 in einem Amsterdamer Hinterhaus. Dort schrieb Anne Frank ihr weltberühmtes Tagebuch. Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren.

Quelle: Constantin Film

In eigener Sache: „Die Alte Häsin“ im Münchner Klappentext

Die alte Häsin_1Auch auf lesekreis.org gibt es freilich eine „Über uns†œ-Seite †“ und die Geschichte, die dort erzählt wird, darf hier natürlich nicht fehlen. Weil schon der erste Satz ein ganz großartiger ist: „Lesekreis.org entstand im Grunde genommen eher zufällig….

Diese Zeilen sind aktuell im KLAPPENTEXT zu lesen. Das Literaturprogrammheft des Münchner Kulturreferats ist bereits seit 2008 auf Mission Literatur unter die Münchner zu bringen. Am 1. April 2008 erschien die Nullnummer digital, seit dem 1. März 2009 gibt es den Klappentext auch auf echtem Papier zum Anfassen.

Katrin Schuster ist inhaltlich für das ansprechende Magazin verantwortlich, in dem verlässlich Literaturtermine für Lesungen, Buchpräsentationen, Preisverleihungen oder Feste veröffentlicht werden. Zusätzlich erscheinen Buchbesprechungen, Hörspieltipps und Empfehlungen für Kinder oder aktuelle Informationen zur Literaturszene. In diesem Januar 2014, es ist bereits die 66. Ausgabe (!), beschäftigt sich das Magazin ausführlicher mit der Digitalisierung der Literatur. Zusätzlich werden einige Münchner Blogs vorgestellt:

  • Als „Die Alte Häsin„, deren Blog lesekreis.org als virtuelle Ergänzung zum realen Lesekreis bereits seit 1999 existiert, werde ich bezeichnet. Weiter heißt es dort:

„Beide, den analogen und den digitalen Lesekreis gibt es noch heute; Letzterer wird von Heike alleine betrieben †“ das allerdings mit einer unglaublichen und einer unglaublich heiteren wie andauernden Energie. Sie selbst schreibt: „Lesekreis.org ist für mich ein wichtiger Bestandteil meines Lebens und quasi zu meinem 5. Kind geworden.†œ Und genau diese Mutterliebe im besten Sinne liest man auf lesekreis.org eben auch.“

Kinder werden ja bekanntermaßen größer, nabeln sich ab und gehen irgendwann ihrer Wege. Bis dahin verändern sich ständig die Prioritäten und die Aufmerksamkeit schwankt. Gerade bei meinem „5. Kind“ habe ich im Moment das Gefühl, dass es mich am wenigsten braucht. Vielleicht kommen diese reizenden Zeilen im Klappentext gerade zur richtigen Zeit. Keine noch so „alte Häsin“ kann sich diesem Appell an die Mutterliebe entziehen. 😉 Vielen Dank dafür!

Ausklang: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014

Frohe WeihnachtenAusklang

Wenn die weißen Riesenhasen abends
übern Rasen rasen
und die goldnen Flügelkröten
still in ihren Beeten beten,
wenn die schwarzen Buddelraben
tief in ihrem Graben graben
und die feisten Felsenquallen
kichernd in die Fallen fallen -:
dann schreibt man, wie jedes Jahr,
den hundertzwölften Januar.
Was? Ihr kennt ihn nicht, den Tag?
Schaut mal im Kalender nach!

Robert Gernhardt

Januar 2014: Kein Ort. Nirgends von Christa Wolf

Kein OrtIm Angedenken an die am 1. Dezember 2011 verstorbene deutsche Schriftstellerin Christa Wolf besprechen wir im Lesekreis am 18. Januar 2014 den Roman „Kein Ort. Nirgends“. Wir treffen uns um 21 Uhr bei Gina.

Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebte in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Sie zählt zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellerpersönlichkeiten ihrer Zeit. Ihr Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas Mann Preis und dem Uwe-Johnson-Preis, ausgezeichnet.

„Kein Ort. Nirgends„, erschienen 1979 im Aufbau Verlag, erzählt die fiktive Begegnung der deutschen Dichter Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode im Jahr 1804. Bei einem Kaufmann in Winkel am Rhein treffen die beiden in einer Teegesellschaft mit bedeutenden Persönlichkeiten jener Zeit aufeinander. Christa Wolf zeigt ihre Charaktere in dieser Runde, indem sie die gegensätzlichen Standpunkte und oppositionellen Anschauungen dieser „Andersdenkenden“ in der Gesellschaft hervorhebt. Auf der Basis von Rationalismus, Toleranz und Großmütigkeit treten die Hauptfiguren in ihrer Außenseiterrolle hervor. Doch gerade die Übereinstimmung, die sie in ihrer Ausgeschlossenheit erfahren, lässt Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode in ihrem finalen Dialog für einen kurzen Moment die geistige Nähe zueinander verspüren. Unfähig die gesellschaftlichen Barrieren zu überschreiten, bleibt von ihrer zufälligen Begegnung jedoch nicht mehr als nur ein Hauch flüchtiger Geborgenheit.

Die Perspektive wechselt dabei zwischen den beiden Protagonisten, die beide im wirklichen Leben kurz nach der ins Jahr 1804 gelegten Begegnung, unabhängig voneinander, durch Selbstmord aus dem Leben schieden.

Kurzbeschreibung
Erscheinungstermin: 1. Oktober 2007 | Reihe: suhrkamp taschenbuch (110 Seiten)
1804 sind sich Karoline von Günderrode und Heinrich von Kleist bei einer Teegesellschaft in Winkel am Rhein begegnet †“ oder hätten sich zumindest dort begegnen können. Christa Wolf lässt die beiden Außenseiter aufeinandertreffen, lässt sie nachdenken über den fehlenden Freiraum, das nicht lebbare Leben und zeigt die Parallelen zu ihrer eigenen Gegenwart.

Mehr Informationen zu „Kein Ort. Nirgends“ findet ihr z. B.  hier:

Unerfülltes Leben und Sehnsucht nach Eigentlichkeit in Christa Wolfs Erzählung „Kein Ort. Nirgends“
Zwiegespräch zweier verwandter Seelen