KrimiWelt-Bestenliste November 2010

Platz 1 : Tage der Toten von Don Winslow

Kurzbeschreibung
Mit großem Tatendrang hat sich der US-Drogenfahnder Art Keller daran gemacht, in die Strukturen der mexikanischen Drogenmafia einzudringen †“ mit Erfolg. So viel Erfolg, dass die Drogendepots reihenweise auffliegen und die Narcotraficantes die Jagd auf ihn eröffnen. Nachdem sein Mitarbeiter von den Gangstern zu Tode gefoltert wurde, schwört Art Keller Rache und startet einen gnadenlosen, blutigen Feldzug gegen die Drogenbarone. Zu spät bemerkt er, dass er sich damit neue Feinde macht †“ und die sitzen in Washington. Was als „Iran-Contra-Affäre†œ in die Geschichte einging, erlebt Keller als gigantisches Drogen-, Geldwäsche- und Waffengeschäft. Vor die Wahl gestellt, seiner Regierung zu dienen oder seinem Gewissen zu folgen, trifft er eine einsame Entscheidung †“ und stößt dabei auf unverhoffte Verbündete. »Das Buch des Jahrzents.« Lee Child »Ein Epos wie Der Pate.« Andrew Vachss »Vom ersten, herzzerreißenden Satz an war ich süchtig nach diesem Buch.« Ken Bruen »Winslow ist einfach der Hammer.« James Ellroy

Platz 2 : Du von Zoran Drvenkar

Kurzbeschreibung
Du kannst dir nicht trauen!
Nimm einen Mann, der durch ganz Deutschland reist und keine Gnade kennt. Wo er hinkommt, bleibt niemand am Leben. Nenn ihn Der Reisende, mach ihn zum Mythos und fürchte ihn.
Nimm fünf Freundinnen, die erst dem Chaos die Tür öffnen und dann die Flucht ergreifen. Nenn sie Die süßen Schlampen und meide sie.
Nimm einen Vater, der verfolgt wird von seiner Vergangenheit und über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen. Und jetzt stell dir vor, er will die fünf Freundinnen aufhalten. Um jeden Preis. Nenn ihn Der Logist und meide ihn.
Sie alle bewegen sich aufeinander zu, sie sind voller Rache und haben keine Ahnung, dass du sie beobachtest.

Platz 3 : Tokio, besetzte Stadt von David Peace

Kurzbeschreibung
David Peace legt nach. Im zweiten Band seiner preisgekrönten Tokio-Trilogie lässt er zwölf Personen von einem rätselhaften Giftmord erzählen. Jede aus ihrer Sicht, jede mit ihrem eigenen Verhältnis zur Wahrheit. Denn niemand kann den dunklen Schatten der Vergangenheit entkommen.Tokio, 1948: In den Ruinen der kriegsversehrten Stadt beginnt der Wiederaufbau, doch es herrschen immer noch Korruption und Gewalt. Die Menschen kämpfen ums Überleben, schuldbeladen und gedemütigt von der amerikanischen Besatzungsmacht. An einem kalten Tag im Januar betritt ein Mann die Zweigstelle der Teikoku Bank im Viertel Shiinamachi. Er weist sich als Amtsarzt aus und erklärt dem stellvertretenden Filialleiter, dass es in der Nachbarschaft einen Fall von Ruhr gegeben habe und er vom Gesundheitsministerium beauftragt worden sei, alle Mitarbeiter zu impfen. Die sechzehn anwesenden Bankangestellten folgen seinen Anweisungen und trinken die verabreichte Flüssigkeit. Zwölf von ihnen sterben sofort, die anderen vier werden bewusstlos. Der Mann raubt nur einen Teil der Geldvorräte und verschwindet spurlos. Es beginnt die größte Verbrecherjagd in der Geschichte Japans.

Platz 4 : Die Spur des Bienenfressers von Nii Parkes

Kurzbeschreibung
Sonokrom, ein Dorf im Hinterland Ghanas, hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Hier spricht man noch die Sprache des Waldes, trinkt aphrodisierenden Palmwein und wandelt mit den Geistern der Vorfahren. Doch eine verstörende Entdeckung und das gleichzeitige Verschwinden eines Dorfbewohners stören die ländliche Ruhe. Wäre nicht die Geliebte des Ministers in den Fall verwickelt, wäre er schon längst ad acta gelegt worden. Der Städter Kayo, Gerichtsmediziner und Anhänger wissenschaftlicher Vernunft, wird mit der Aufklärung beauftragt schwierig für jemanden, der nicht unbedingt an Übersinnliches glaubt und zugleich von seinem Vorgesetzten an der kurzen Leine gehalten wird. Als die Situation immer unfassbarer wird, müssen Kayo und seine Ermittler einsehen, dass westliche Logik und politische Bürokratie ihre Grenzen haben.

Platz 5 : Batmans Schönheit: Chengs letzter Fall von Heinrich Steinfest

Kurzbeschreibung
Der Privatdetektiv Markus Cheng hat glücklich privatisiert. Er lebt jetzt zufrieden mit Frau und Stieftochter. Doch als er dem Wunsch der kleinen Lena nach einem Haustier nachgibt – man einigt sich auf Krebse -, fangen die Probleme an. Denn mit dem Zucht-Set Urzeitkrebse ist es nicht getan. Bald zucken zwar Larven durchs Wasser, und irgendwann gibt es auch kleine Krebstiere. Doch nach ein paar Wochen sind alle tot – bis auf einen, den Cheng Batman tauft. Die faszinierende Langlebigkeit Batmans basiert auf einem Verbrechen. Als Cheng das erkennt, ist es schon fast zu spät.

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Platz 6 : Das finstere Tal von Thomas Willmann

Kurzbeschreibung
Eine mitreißende Geschichte über Liebe und Tod, Schuld und Vergeltung. Als Kulisse ein abgeschiedenes Hochtal in den Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts. Thomas Willmann hat einen Roman geschrieben, der aus unserer Zeit zu fallen scheint aber mit seiner mythischen Wucht den Leser packt und nicht mehr loslässt.In einem abgelegenen Tal, eingekesselt von mächtigen Bergen, lebt eine verschworene Dorfgemeinde. Eines Tages kommt ein Fremder namens Greider in die Ebene. Er gibt sich als Maler aus und bittet um Quartier für den Winter. Nach langem Zögern weisen ihm die Dorfbewohner eine Unterkunft im Haus der Witwe Gader zu. Bald schon nach Greiders Erkundungszügen durchs Tal kommt der erste große Schnee und schneidet ihm den Rückweg ab. Das Leben im Dorf kommt langsam zur Ruhe bis eine mysteriöse Todesserie die Leute aufschreckt. Erst verunglückt der jüngste Sohn vom Brenner Bauern, dem heimlichen Herrscher des Tals, beim Holzmachen. Dann wird einer seiner Brüder tot im Mühlbach gefunden … In „Das finstere Tal“ nimmt Thomas Willmann die Erzählmuster der klassischen Heimatliteratur auf und kleidet diese in eine kunstvolle, bildmächtige Sprache. So entsteht ein atmosphärisch dichter, spannender Roman, in dem die Vergangenheit zur Gegenwart wird und eine einfache Rachegeschichte zu außergewöhnlicher Literatur.

Platz 7 : Gotteszahl von Anne Holt

Kurzbeschreibung
Im norwegischen Küstenort Bergen nimmt eine grausige Mordserie ihren Anfang: Eva Karin Lysgaard war eine unbequeme Person. Jetzt ist die engagierte Bischöfin tot, erstochen, jegliches Motiv aber scheint zu fehlen. Kommissar Yngvar Stubø kommt ins tief verschneite Bergen, um nach Antworten zu suchen. Doch Lysgaards Ehemann schweigt, ihr Sohn ist mit der Situation überfordert. Die Ermittlungen laufen noch, als in Oslo weitere Morde geschehen, scheinbar ohne Verbindung und in sehr rascher Folge: eine Leiche im Hafenbecken, ein toter Junkie und ein herztoter Künstler. Dann stößt Stubø bei seinen Nachforschungen auf eine christlich-fundamentalis­tische Bewegung: „Gruppe 25″Zahlenmystiker, die, von archaischem Hass getrieben, jeden töten, der ihren religiösen Vorstellungen nicht entspricht. Das nächste Opfer könnte Marcus Koll sein – doch der reiche Reeder passt so gar nicht ins Muster und war in seinem Leben alles andere als ein harmloses Opfer …

Platz 8 : Verschärftes Verhör von Jenny Siler

Kurzbeschreibung
Afghanistan, Militärgefängnis Bagram: Jenny Silers Politthriller kommt der Wahrheit gefährlich nahe.
Kat Caldwell hat als Arabisch-Expertin Gefangene im afghanischen Bagram verhört. Sie erhält den Befehl, einen ehemaligen Häftling zu finden. Der Junge soll Kontakt zu Terroristen haben. Doch als ein britischer Soldat ermordet wird, der zu einem Todesfall im Militärgefängnis Bagram aussagen wollte, schöpft Kat Verdacht: Geht es bei ihrem Auftrag in Wahrheit um die Vertuschung von Folter und die Beseitigung eines Zeugen?
»Überleben im Weltbürgerkrieg: davon erzählt Siler. Einsame Klasse.« Jahresbestenliste 2008 der KrimiWelt

Platz 9 : Das verborgene Netz von Oliver Bottini

Kurzbeschreibung
Berlin: Ein Mann wird zusammengeschlagen, der Täter entkommt unerkannt. Kripo-Hauptkommissarin Louise Bonì ermittelt, denn eine Spur führt nach Freiburg. Ein beunruhigender Fall: Der Täter scheint ein Profi zu sein, das Opfer ein Geheimdienstspitzel, die einzige Zeugin weiß mehr, als sie sagt, und im Hintergrund agiert der Verfassungsschutz, verweigert aber die Kooperation. Ein ums andere Mal wird Louise Bonì ausgebremst doch wann hätte sie sich davon je beeindrucken lassen? Sie spürt, dass sich das Netz immer enger zusammenzieht. Doch bis sie die Wahrheit entdeckt, ist es für einen der Beteiligten bereits zu spät
Oliver Bottini, Träger des Deutschen Krimi Preises, erzeugt in seinem fünften Roman mit Kommissarin Louise Bonì eine faszinierend-bedrohliche Atmosphäre der Spannung, der sich keiner entziehen kann.

Platz 10 : The American von Martin Booth

Kurzbeschreibung
DER TOD IST EINE KUNST. Man nennt ihn Signor Farfalla, den Schmetterlingsmaler. Jeder in dem kleinen italienischen Städtchen kennt den älteren ausländischen Herrn mit den tadellosen Manieren. Er trinkt mit dem Priester Wein im Pfarrhausgarten, geht in den Bergen wandern, verliebt sich im Bordell und baut im Geheimen Waffen. Waffen für Berufskiller. Er ist der Beste seines Faches, weltweit. Nun will Signor Farfalla einen letzten Auftrag erledigen und sich danach zur Ruhe setzen. Doch wer von einem unsichtbaren Gegner beschattet wird, dem ist Ruhe nicht vergönnt. «EIN PSYCHOLOGISCHER SPANNUNGSROMAN, RANDVOLL MIT LEBEN UND TOD.» THE SEATTLE TIMES

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Quelle: Die KrimiWelt-Bestenliste wird in der Kooperation ARTE, WELT und NordwestRadio von Tobias Gohlis als verantwortlichen Sprecher monatlich erstellt. Der Jury kommt es auf Qualität an. Monatlich wählen 17 auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie besonders viele Leser wünschen. Begründungen zum Ranking und Inhalt mit den jeweiligen Rezensionen der „Besten“ finden sich auf der Homepage der Krimi-Spezialisten unter www.arte.tv/krimiwelt
Die hier zu den einzelnen Büchern eingefügten Kurzbeschreibungen stammen von den Verlagen und geben nicht die Meinung der Jury wieder.

LovelyBooks Autoren- und Bücherlisten

Dass Ordnung schaffen süchtig machen kann, wird deutlich, wenn man sich das kuriose Ergebnis der Aufräumaktion in Sachen Autoren- und Bücherlisten bei LovelyBooks anschaut.

Schubladen eignen zur Aufbewahrung von Büchern nicht besonders gut, aber virtuelle Bücherregale bzw. Bücherlisten lassen sich beliebig erweitern und pflegen. Wenn dann auch noch eine Heerschar von Buchliebhabern in Form einer Online-Community beim Sortieren hilft, bekommt man Ordnung in den literarischen Dschungel. Oder verliert man eventuell doch den Überblick?

Seit dem 28.10.2010 sind die ersten dreiundneunzig (!) Bücherlisten online – weitere sollen folgen. Jedes Buch, das in eine Liste aufgenommen wird, kann bewertet werden. Durch das Voting bekommen die Bücher innerhalb der Listen eine eigene Gewichtung. Das Ergebnis ist erstaunlich.

Auf Platz 1 bei den „Besten Büchern“ rangiert der erste Band von Harry Potter. Harry Potter ist überhaupt sehr beliebt. Man findet ihn auch bei den:

Besten Büchern, wenn man krank im Bett liegt„,
Büchern, die mehr als ein 1kg wiegen„,
Büchern, die verfilmt wurden„,
„Besten Kinderbüchern aller Zeiten„,
Jugendbüchern, die auch Erwachsene lesen können“ oder den
Büchern, deren Verfilmung genauso gut ist wie das Buch„.

Damit nicht genug, Harry Potter taucht berechtigterweise noch in:

Fantastische Fantasy- Die besten Fantasybücher ohne Vampire„,
Suchtgefahr„,
All Age Romane„,
Einmal ist keinmal: Bücher, die immer wieder gut sind“ und
Interessante Debüts international“ auf.

Zum Glück findet man auch eine Liste mit dem Titel „Was soll ich nach Harry Potter lesen?“ Na, wer ahnt es? Genau – Cornelia Funkes „Tintenherz“ ist die logische Empfehlung nach Harry Potter. 😉

Die oberste Empfehlung in der Liste der „Einsteigerliteratur, also Bücher für Leute die eigentlich nicht lesen“ mit Patrick Süskinds „Das Parfüm“ hat mich überrascht, Remarques „Im Westen nichts Neues“ an vorderster Front in  „Generationsübergreifende Bücher (dat sind die die Omi schon gut fand)“ dafür weniger. Allerdings finde ich die Listenbezeichnung für die Klassiker der Weltliteratur ein wenig ungenau, schließlich haben „Opis“ und andere Spezies diese Bücher auch schon gerne gelesen.

Aber weiter geht´s in den „Empfohlenen Bücherlisten“ z.B. mit „Krimis und Thriller, die richtig brutal und blutig sind„, „Die besten Fantasy Reihen und Serien aller Zeiten„, „Die ewige Bestsellerliste (Die beliebtesten Bücher aller Zeiten)“, „Familiengeschichten zum Eintauchen„, „Thriller-Klassiker„, „Bücher, die nicht Band X einer Serie sind„, „Küsse ohne Kitsch! Empfehlenswerte Liebesromane„, „Bücher rund um die Musik„, „Reise-Erlebnisse aller Kontinente“ oder „Katzenbücher„.

In der „Meist gevoteten Bücherliste diese Woche“ findet man u.a. „Die besten Kinderbücher aller Zeiten„, „Die besten Vampirserien„, „Geflügelte Fantasy (Engelromane, Feen, Elfen)“, „Historische Bücher, mit denen man die Geschichte neu erlebt„, „Krimis aus dem Norden„, „Was soll ich nach der Biss-Reihe lesen?“,  „Weiteratmen!!! – Thriller, bei denen dem Leser der Atem stockt„, „Welches ist der beliebteste Jane Austen Roman?“ oder „Die besten Bücher um damit anzugeben, sie gelesen zu haben„.

Die „Neuen Bücherlisten“ enthalten momentan „Die Hommage ans Lesen„, „Agentenromane“ oder „Protagonisten in der Midlife Crisis„.

Auf der Autorenliste haben sich mittlerweile fast 150 Autorinnen und Autoren versammelt – Tendenz steigend. Auch hier werden durch die Buch-Community weitere Namen genannt und hinzugefügt. In den untergeordneten Listen „Bester Autor/in 2010“ und „Autoren, die wir nicht von der Bettkante stoßen würden“ rangiert der web-affine, everybody´s Darling Sebastian Fitzek ganz oben. Stephenie Meyer, Shakespeare oder Oscar Wilde haben übrigens auch gute Chancen nicht von der Bettkante gestoßen zu werden.

Tage und Nächte war das LovelyBooks-Team nach eigenen Angaben damit beschäftigt, an den Bücherlisten zu feilen. Das Ergebnis kann in der Tat ein wenig süchtig machen, denn auch ich habe mich, wie unschwer zu erkennen ist, dabei ertappt, mit Interesse die einzelnen Listen zu studieren. Die Auswahl der Bücher und Autoren ist sicherlich ein Indiz für die junge Buch-Community. Einziges Manko ist vielleicht eine fehlende Übersicht, denn eine spezielle Liste wiederzufinden, ist nicht ganz einfach. Innerhalb der Bücherlisten findet man dann aber auf jeden Fall passende Buch-Tipps. Meine eindeutige Empfehlung: anschauen und stöbern! 😉

„Wie war ich?“ – Veronika Raila gewinnt on3-Lesereihe

Bereits zum fünften Mal fördert der Bayerische Rundfunk mit der on3-Lesereihe junge Literatur in Bayern. „Wie war ich?“ fragten eine Woche lang junge Autoren auf den Bühnen in bayerischen Clubs und Szenekneipen.

Vom 18. bis zum 22. Oktober tourte die on3-Lesereihe durch Bayern und wurde in allen Städten von vielversprechenden heimischen Autoren und einem begeisterten Publikum empfangen. Am Freitag, den 22. Oktober, fand im Münchner Cord-Club das große Final-Lesen mit den vier Städtesiegern aus Regensburg, Würzburg, Nürnberg und Augsburg statt.

Die 18-jährige Augsburgerin Veronika Raila ist die glückliche Gewinnerin eines Schreibwochenendes, das on3 zusammen mit dem Autorendock, zu dem unter anderem bekannte deutsche Literaten wie Juli Zeh, Kristof Magnusson oder Tilman Rammstedt gehören, organisiert.

Veronika Raila war schon immer anders, weil sie aufgrund ihrer Behinderung ihre Texte unterstützt von ihrer Mutter am Computer schreibt. Das Schreiben hat der Autstin aus dem inneren Verlies geholfen. Ihr Beitrag „Das Sandmädchen„, gelesen von Christin Zenker, war der Publikumsfavorit der on3-Lesereihe 2010.

Bereits im Vorfeld hatte das Team von on3 in Regensburg, Nürnberg, Würzburg und Augsburg nach aufstrebenden jungen Literaturtalenten gesucht, sich mit lokalen Autorengruppen und regionalen Schreibwerkstätten vernetzt, Texte gelesen, redigiert und ausgewählt, und die Nachwuchsschriftsteller bis zu ihrem Auftritt begleitet. Alle Teilnehmer der on3-Lesereihe wurden zudem ausführlich in den Programmen von on3 vorgestellt. Die Lesungen wurden an den einzelnen Veranstaltungsabenden mitgeschnitten, um diese auf on3.de einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Traditionell begleitete die on3-Lesereihe auch ein musikalischer Gast. In diesem Jahr tauschte das Hamburger Elektro-Duo Bratze seine Techno-Beats gegen Schreibmaschine und akustische Klänge und überraschte an den einzelnen Abenden mit ungeahnten Schreib- und Lesequalitäten.

Quelle: on3-Lesereihe

Literaturfest München: Eröffnungsfeier am 17.11.2010 im Gasteig

Literaturfest München: Eröffnungsfeier am 17.11.2010 im Gasteig

Am Mittwoch, den 17.11.2010, wird um 19 Uhr das Literaturfest München im Carl-Orff-Saal des Gasteigs mit der Begrüßung der Veranstalter Dr. Hans-Georg Küppers, dem Kulturreferenten der Landeshauptstadt München, Wolf Dieter Eggert, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels †“ Landesverband Bayern e.V. und Dr. Wolfgang Heubisch, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst eröffnet.

Im Anschluss begrüßt Kurator Ilja Trojanow mit Nuruddin Farah einen der bedeutendsten Schriftsteller Afrikas als ersten Gast.

An Nuruddin Farahs Lebenslauf zeigt sich, was Literatur alles vermag. Als Somalier stammt er aus einem Land, das wegen seines Bürgerkriegs kaum noch existiert. Trotz der denkbar schwierigen Umstände für einen Schriftsteller ist es Farah gelungen, sich im Exil zu einem Künstler zu entwickeln, der in vielen Sprachen gelesen wird.

Er richtet einen kosmopolitischen Blick auf sein Herkunftsland und setzt sich für die Schwachen und die Freiheit des Einzelnen ein. Brücken baut auch die Musik des Ensembles Sarband, das islamische, jüdische, christliche Traditionen verschmilzt und uns mit auf eine klangvolle Reise nimmt: beginnend in Al-Andalus, hinein in den Maghreb und schließlich auf den Balkan.

Sprache: Englisch und Deutsch

Im Anschluss:  Branchenempfang auf der Münchner Bücherschau

Gasteig, Carl-Orff-Saal
Rosenheimer Straße 5
Eintritt: 10 Euro; ermäßigt 6 Euro
Karten unter: 089 – 54 81 81 81 / muenchenticket.de

Podiumsdiskussion mit Sabine Czerny: Was wir unseren Kindern in der Schule antun

Was wir unseren Kindern in der Schule antun… und wie wir das ändern können

Am 26.10.2010 findet um 20 Uhr im Literaturhaus München eine Podiumsdiskussion zum Thema „Was wir unseren Kindern in der Schule antun – und wie wir das ändern können“ statt. An der Diskussion nimmt die Autorin und Grundschullehrerin Sabine Czerny, die das Buch mit dem gleichnamigen Titel geschrieben hat, Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes e.V., Hans-Ulrich Pfaffmann, MdL und SPD-Landtagsabgeordneter und der taz-Redakteur Christian Füller teil.

Catrin Boldebuck, stern-Redakteurin mit Schwerpunkt Bildungsthemen und verantwortliche Redakteurin des neuen stern Ratgebers moderiert die Veranstaltung.

Kurzbeschreibung
Muss es wirklich auch Fünfer und Sechser geben?

Etwas ist faul an unseren Schulen, etwas läuft ganz und gar nicht rund in unzähligen Klassen. Wie kann es sonst sein, dass schon kleine Kinder die Lust am Lernen verlieren, dass sich Eltern und Lehrer vollkommen ohnmächtig fühlen, dass eine Sortierung in Haupt-, Real- oder Gymnasialschüler wichtiger ist als die individuelle Förderung eines jeden Kindes?

Doch wer ist schuld an der aktuellen Schulmisere? Die Lehrerin Sabine Czerny ist überzeugt: Es sind nicht die ehrgeizigen Eltern, die eigentlich nur das Beste für ihre Kinder wollen. Und auch nicht die Lehrer, die sich zwischen Bildungs- und Sortierauftrag komplett aufreiben. Und schon gar nicht die Schüler. Die Schuld liegt eindeutig bei unserem Schulsystem. Einem System, das sich unerbittlich und bürokratisch über das Wohl der Kinder stellt.

Sabine Czerny schildert schonungslos den schwierigen und zermürbenden Alltag einer Grundschullehrerin und erklärt, wie und warum unsere Schulen Bildungsversager produzieren. Doch das Beispiel von Sabine Czerny zeigt auch, dass es anders geht: Dass man mithilfe eines engagierten und spannenden Unterrichts Schüler motivieren und fördern kann. Das Buch endet mit dem dringenden Appell, das Schulsystem grundlegend zu verändern, um damit endlich eine Debatte auszulösen und Veränderungen herbeizuführen, die längst fällig sind.

Sabine Czerny, Jahrgang 1972, arbeitet seit über zehn Jahren als Grundschullehrerin in Bayern. Für sie ist ihr Beruf eine Berufung – für ihren Einsatz erhielt sie 2009 das Karl-Steinbauer-Zeichen für Zivilcourage. Es sind weder die Eltern noch die Lehrer, die sich an ihrem Bildungsauftrag komplett aufreiben, und schon gar nicht die Schüler. Die Schuld liegt bei unserem Schulsystem, das sich unerbittlich und bürokratisch über das Wohl der Kinder stellt. Schonungslos schildert die Autorin den Alltag einer Grundschullehrerin. Sie erklärt, warum in unseren Schulen Versager heranwachsen. Und sie erklärt, wie das Gegenteil – lernwillige Kinder, die gerne zur Schule gehen und gute Noten schreiben – erreicht werden kann.

Veranstalter: Stiftung Literaturhaus, Südwest Verlag
Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.