November 2000: Nach dem Gesetz – Solvej Balle

Cover Nach dem Gesetz
Kurzbeschreibung
Nicholas S. hat eine Obsession. Er will die chemischen Prozesse ergründen, die den Menschen zum aufrechten Gang befähigen. Tanja L. will dem Phänomen Schmerz auf den Grund gehen, mehr noch: ihn am eigenen Leibe erfahren. Sie bricht auf nach Barcelona, der „Hauptstadt des Schmerzes“. René G., der junge Mathematiker, hat nur einen Wunsch: er möchte den „absoluten Nullpunkt menschlichen Lebens“ erreichen. Alette V. zieht Skulpturen den Menschen vor und sehnt sich danach, sich in einen Gegenstand zu verwandeln. Auf verborgene Weise stehen die Figuren in Beziehung zueinander. Wissenschaft und Fantasie greifen in diesem Roman raffiniert ineinander.

Über die Autorin
Solvej Balle wurde 1962 geboren. Sie hat in Dänemark, Frankreich und den USA Literatur und Philosophie studiert. Heute lebt sie mit ihrem Mann, einem Neuro-Pathologen in Kopenhagen. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit ist sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift „Den Bla port†œ. Ihr drittes Buch, „Nach dem Gesetz†œ, war in Dänemark ein großer Erfolg und wurde inzwischen in acht Sprachen übersetzt.

Septermber 2000: Am kürzeren Ende der Sonnenallee – Thomas Brussig

Cover Am kürzeren Ende der SonnenalleeKurzbeschreibung
Am kürzeren Ende der Sonnenallee, gleich neben der Berliner Mauer, wohnt Micha Kuppisch. Wenn er aus der Haustür tritt, hört er die Rufe westlicher Schulklassen vom Aussichtspodest: „Guck mal, ’n echter Zoni!“ Micha aber hat eine andere Sorge: Miriam. Sie ist das schönste Mädchen weit und breit, doch leider schon vergeben. Pointenreich erzählt Thomas Brussig, wie im Schatten der Mauer auch die Sonne schien. Miriam, Micha und seine Freunde lieben und lachen, tricksen und träumen. Sie hören Jimi Hendrix, angeln Liebesbriefe aus dem Todesstreifen und erschaffen sich erfindungsreich ihre eigene Welt. Und erst später wird ihnen klar, dass sie unheimlich komisch waren.

Über den Autor
Thomas Brussig, geboren am 19. Dezember 1965 in Berlin, ist ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor.

Er verbrachte seine Kindheit im Ostteil seiner Heimatstadt. Nach Besuch der Heinrich-Hertz-Schule begann er eine Berufsausbildung zum Baufacharbeiter, die er 1984 zusammen mit dem Abitur abschloss. Danach folgte der Grundwehrdienst bei der Nationalen Volksarmee. Während dieser Zeit machte er die Erfahrung, dass er sich mit seinem Dienst an der Waffe überhaupt nicht identifizieren konnte und verlebte eine unangenehme Zeit. Bis 1990 arbeitete er als Museumspförtner, Tellerwäscher, Reiseleiter, Hotelportier, Fabrikarbeiter und Fremdenführer. 1990 begann er ein Soziologie-Studium an der Freien Universität Berlin, wechselte allerdings 1993 an die Filmhochschule „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg, wo er im Jahr 2000 als Diplom Film- und Fernsehdramaturg seinen Abschluss machte. Während dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Kirstin Ziller kennen.

Thomas Brussig ist ein international angesehener deutscher Autor, seine Bücher wurden bisher in 28 Sprachen übersetzt und waren fast allesamt Bestseller. Er erhielt einige Auszeichnungen und Preise, ist Mitglied verschiedener Jurys, hält weltweit Vorträge und arbeitet als Dozent an in- und ausländischen Universitäten und Hochschulen, er ist auch Gründungsmitglied der Lübecker „Gruppe 05“. Thomas Brussig ist verheiratet und lebt als freiberuflicher Schriftsteller und Drehbuchautor in Berlin und Mecklenburg.

Für das Drehbuch zu Sonnenallee von Leander Haußmann erhielt er unter anderem den Drehbuchpreis der Bundesregierung. Unter dem Titel Am kürzeren Ende der Sonnenallee ist der Roman erschienen. Auch sein Roman Helden wie wir wurde verfilmt, als Hörspiel produziert und fürs Theater dramatisiert. Auch für den 2005 in die Kinos gekommenen Film NVA von Leander Haußmann schrieb Thomas Brussig das Drehbuch. Zusammen mit Edgar Reitz schrieb er das Buch zur ARD-Reihe Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende.

Juli 2000: Mein Herz so weiß – Javier Marías

Der erste Satz aus Mein Herz so weiß:

Ich wollte es nicht wissen, aber ich habe es erfahren, daß eines der Mädchen, als es kein Mädchen mehr war, kurz nach der Rückkehr von der Hochzeitsreise das Badezimmer betrat, sich vor den Spiegel stellte, die Bluse aufknöpfte, den Büstenhalter auszog und mit der Mündung der Pistole ihres eigenen Vaters, der sich mit einem Teil der Familie und drei Gästen im Eßzimmer befand, ihr Herz suchte.

Javier MaríasJavier Marías Franco, geboren am 20. September 1951 in Madrid, ist ein spanischer Schriftsteller.

Er wurde als viertes von fünf Kindern in Madrid geboren. Seine Mutter Dolores Franco Manera war Lehrerin, der Vater Julián Marías Aguilera Philosoph.

Da der Vater sich zu republikanischer Politik bekannte, wurde er vom Franco-Regime verfolgt, zeitweilig ins Gefängnis gesperrt und mit einem Berufsverbot belegt. Er reiste mehrfach in die USA und lehrte dort an Universitäten, so beispielsweise an der Universität Yale oder am Wellesley College. Die Familie begleitete ihn oft, so dass Javier Marías teilweise in den USA aufwuchs. Die Familie lebte zweitweilig im Haus des berühmten spanischen Schriftstellers Jorge Guillén, wo sie auch Bekanntschaft mit dem ebenfalls dort lebenden Vladimir Nabokov machte.

1959 kehrten die Eltern nach Madrid zurück, wo Javier Marías in der Folgezeit eine gute Erziehung erhielt, teils an der liberalen Schule Colegio Estudio, teils zu Hause von den Eltern, von deren intellektuellem Umgang er profitierte.

Schließlich ging er 1968 an die Universität Complutense Madrid, wo er sich für Literaturwissenschaft und Philosophie einschrieb. 1973 schloss er sein Studium mit der Licencia ab.

Während seiner Universitätszeit gehörte der Autor einer kommunistischen Gruppierung an, distanzierte sich aber später davon und betonte seine politische Unabhängigkeit. Andererseits setzte er sich im Parlamento International de Escritores für Schriftstellerkollegen ein, beispielsweise während der Balkankriege und bzgl. des Tschetschenienkriegs.

Sein erstes Geld verdiente er mit Übersetzungen und Kurzauftritten in Filmen seines Onkels Jesús Franco, der Regisseur war.

Von 1974 bis 1978 lebte er in Barcelona und arbeitete für das Verlagshaus Alfaguara. Später zog er wieder nach Madrid. Er schrieb an eigenen Werken (Romane und Erzählungen), übersetzte, vor allem aus dem Englischen und veröffentlichte Artikel in Zeitungen und Zeitschriften. Für die Übersetzung des Tristram Shandy von Laurence Sterne erhielt er 1979 den Preis Premio Nacional de Traducción.

1983 ging Marías nach Oxford, wo er Unterricht in spanischer Literatur und Übersetzung erteilte. Im Jahr darauf unterrichtete er wie sein Vater am Wellesley College in Boston. Ab 1986 lebte und arbeitete er in Venedig. Seit 1987 befindet er sich meist in Madrid und unterrichtet an der Universität Complutense Madrid.

Marías ist bekennender Anhänger des Fußballvereins Real Madrid.

Werke

Mit elf Jahren begann Marías Geschichten zu schreiben und mit fünfzehn hatte er seinen ersten Roman La vispera fertiggestellt, der nie veröffentlicht wurde.

1968 brachte die Zeitung El Noticiero Universal und seine erste Kurzgeschichte La vida y la muerte de Marcelino Iturriago heraus.

Im Sommer 1969 schrieb er in Paris seinen zweiten Roman Los dominios del Lobo, der 1971 veröffentlicht wurde. Im nächsten Jahr lernte er den Schriftsteller Juan Benet kennen und schloss sich dessen Autorenkreis an.

Mit dem Roman El hombre sentimental (1986) gewann er im Erscheinungsjahr des Werks den Preis Premio Herralde de Novela.

Der 1992 erschienene Roman Corazón tan blanco (Mein Herz so weiß) wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt (deutsch 1996) und zu einem Welterfolg. In Deutschland lobte Marcel Reich-Ranicki das Buch in der Fernsehsendung Das Literarische Quartett. Auch sein nächster Roman Mañana en la batalla piensa en mí (1994, Morgen in der Schlacht denk an mich) heimste Lorbeeren ein, z.B. in Le Monde. Für beide Bücher wurden ihm zahlreiche Preise zugesprochen. Außerdem erhielt er beispielsweise 1997 den Nelly-Sachs-Preis für sein Gesamtwerk verliehen.

Cover Mein Herz so weißKurzbeschreibung
Eine junge Frau erhebt sich vom Tisch, geht ins Bad, knöpft ihre Bluse auf und erschießt sich. Diese dunkle Szene, von der der Ich-Erzähler nur gehört hat, läßt ihm keine Ruhe mehr. Die junge Frau war seine Tante, die Schwester seiner Mutter, die Frau, die sein Vater vor seiner Mutter geheiratet hatte. Vierzig Jahre später ist der Erzähler selbst verheiratet. Dunkle Vorahnungen und nebensächliche Ereignisse beunruhigen ihn. Der Ich-Erzähler ist Dolmetscher und leidet an einer »déformation professionelle«, die ihn dazu zwingt, jedes Detail zu registrieren und zu interpretieren: die kleinen, scheinbar unbedeutenden Dinge im Leben zu zweit und auch jene Details, die ihm nach und nach mehr über die Ereignisse vor seiner Geburt verraten, als ihm lieb ist. Javier Marías, 1951 in Madrid geboren, gilt als einer der bedeutendsten Schrift-steller Spaniens. Sein umfangreiches Werk ist in acht Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Mai 2000: Rituale – Cees Nooteboom

Der erste Satz aus Rituale:
An dem Tag, als Inni Wintrop Selbstmord beging, standen die Philips-Aktien auf 149,60.

Der letzte Satz aus Rituale:
Es gab somit unverkennbar zwei Welten: eine, in der die beiden Taads sich aufhielten, und eine, in der sie abwesend waren, und zum Glück befand er sich noch in der letzteren.

Cees NoteboomCornelis Johannes Jacobus Maria Nooteboom, geboren am 31. Juli 1933 in Den Haag, ist einer der bedeutendsten niederländischen Schriftsteller der Gegenwart.

Sein Werk umfasst Romane, Novellen, Reiseberichte und Gedichte; er war auch als Journalist und Literaturkritiker tätig. Seine Bücher erhielten zahlreiche Preise und wurden in mehr als 15 Sprachen übersetzt.

Durch einen Bombenangriff auf Den Haag verlor Nooteboom 1945 den Vater. Seine Mutter heiratete 1948 erneut; auf Betreiben seines streng katholischen Stiefvaters besuchte Nooteboom daraufhin von Franziskanern und Augustinern geleitete Klosterschulen. Nach eigener Auskunft fühlte er sich dort von der Zeremonialität angezogen, nicht aber von der Dogmatik und er verließ die Schule vorzeitig.

Ab 1950 arbeitete Nooteboom bei einer Bank in Hilversum und nahm Gelegenheitsarbeiten an. 1953 begann er ausgedehnte Reisen durch Europa, häufig als Tramper. Diese Fahrten inspirierten seinen ersten Roman Philip en de anderen (1955; dt.: Das Paradies ist nebenan, 1958); er wurde mit dem Anne-Frank-Preis (1957) ausgezeichnet und in den Schulkanon aufgenommen und machte somit seinen Autor in den Niederlanden unmittelbar bekannt. In Deutschland erreichte er erst in der Neuübersetzung Philip und die anderen (2003) von Helga van Beuningen ein breites Publikum.

1957 heuerte Nooteboom auf einem Schiff in die Karibik als Leichtmatrose an, um in Suriname beim Vater seiner Braut Fanny Lichtveld um deren Hand anzuhalten. Die beiden heirateten entgegen dessen Willen, trennten sich jedoch 1964 wieder. Die Erlebnisse dieser Reise fanden in den Erzählungen des Bands De verliefde gevangene (1958; dt.: Der verliebte Gefangene. Tropische Erzählungen, 2006) Niederschlag.

Nootebooms zweiter Roman, De ridder is gestorven (1963; dt.: Der Ritter ist gestorben, 1996), blieb 17 Jahre lang sein letzter. Bekannt wurden während dieser Zeit hauptsächlich zahlreiche Reiseberichte. Diesen verdankt Nooteboom seinen Ruf als Reiseschriftsteller, obgleich er sich selbst in erster Linie als Poet begreift.

Der erste Gedichtband erschien bereits 1956 (De doden zoeken een huis. Gedichten), weitere im Abstand weniger Jahre. In Deutschland erschien eine erste Auswahl 1964 (Organon-Poesie, übersetzt von Heinrich G. Schneeweiß). Nooteboom übersetzte auch Gedichte ins Niederländische und schrieb Liedtexte, u. a. für Herman van Veen und Liesbeth List, mit der er eine Zeit lang zusammenlebte.

Versuche für das Theater zu schreiben blieben weitgehend erfolglos.

Nooteboom arbeitete u. a. für die niederländische Zeitschrift Elsevier (1957†“60) und die Tageszeitung De Volkskrant (1961†“68). 1967 wurde er Redakteur bei der Zeitschrift Avenue; er war zunächst für das Ressort Reise zuständig, ab 1977 auch für Lyrik.

Als Reporter berichtete er 1956 über den Ungarn-Aufstand, 1963 über den VI. Parteitag der SED und 1968 über die Studentenunruhen in Paris (gesammelt in dem Band Paris, Mai 1968). Ende der 1970er Jahre schrieb er über den Umsturz im Iran und ab November 1989 über den Zusammenbruch der DDR.

Für seine Essay-Sammlung Berlijnse notities (1990; dt.: Berliner Notizen, 1991), die Aufzeichnungen über Berlinbesuche 1961, 1963 und 1989/90 verbindet, erhielt er 1991 den ersten Literaturpreis zum 3. Oktober.

Der Roman Rituelen (1980; dt.: Rituale, 1985) verhalf Nooteboom zu internationaler Bekanntheit. Er erhielt 1982 den Pegasus-Literaturpreis der Mobil Oil Company, der eine englische Übersetzung finanzierte und Übersetzungen in weitere Sprachen nach sich zog. 1989 drehte Herbert Curiel einen Film nach dieser Vorlage. Nach seinem unbeschwerten Erstlingswerk hatte Nooteboom viel über den Prozess des Schreibens und das Verhältnis von Realität und Wirklichkeit in verschiedenen literarischen Gattungen reflektiert, was zu dem im Vergleich zu früheren Werken deutlich distanzierteren und ironischeren Stil von Rituelen beitrug. In der Erzählung Een lied van schijn en wezen (1981; dt.: Ein Lied von Schein und Sein, 1989) und dem kurzen Roman In Nederland (1984, dt.: In den niederländischen Bergen, 1987) machte Nooteboom diese Reflexionen ausdrücklich zum Thema. In beiden Fällen erzählt er sowohl eine Geschichte †“ im Fall von In Nederland eine abgewandelte Form des Kunstmärchens Die Schneekönigin †“ als auch die Geschichte ihres fiktiven Autors, wobei er Probleme des Schreibprozesses und die Stellung des Autors zum Werk thematisiert.

Nootebooms 70. Geburtstag am 31. Juli 2003 war in Deutschland Anlass zu einer näheren Beschäftigung mit Autor und Werk. So erscheint seither im Suhrkamp Verlag eine auf acht Bände angelegte Werksammlung, in der einige Texte zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vorliegen.

Der Dokumentarfilm Hotel Nooteboom †“ Eine Bilderreise ins Land der Worte (2003) von Heinz Peter Schwerfel verbindet Interviews mit Nooteboom und einigen seiner Freunde (u. a. Connie Palmen und Rüdiger Safranski) mit Landschaftsaufnahmen und Lesungen aus verschiedenen Büchern des Autors.

Cees Nooteboom lebt heute mit seiner Frau Simone Sassen in Amsterdam und auf Menorca.

Die Novelle Het volgende verhaal (1991; dt.: Die folgende Geschichte) brachte dem Autor nach einer begeisterten Besprechung Marcel Reich-Ranickis den kommerziellen Durchbruch in Deutschland. Auch der Roman Allerzielen (1998; dt.: Allerseelen, 1999) erlangte weltweite Verbreitung, fand jedoch in Deutschland besondere Beachtung, da die Stadt Berlin Schauplatz und ihre Geschichte als geteilte Stadt eins seiner zentralen Motive ist. Inzwischen wird der Autor in Deutschland intensiver rezipiert als in seiner Heimat; es ist bezeichnend, dass die deutsche Ausgabe der Sammlung Nootebooms Hotel (2000) noch vor der niederländischen erschien.

Cover RitualeKurzbeschreibung
Cees Nooteboom legt in seinem Erfolgsroman „Rituale“ heiter und melancholisch Zeugnis ab von der weltschaffenden Kraft seines souveränen, leichten wie philosophischen Erzählens, seiner Fähigkeit, das Sein zum Schein und den Schein zum Sein zu verwandeln: Inni Wintrop will sich selbst töten, weil er in seinem Horoskop prophezeit hatte, seine Frau werde mit einem anderen durchbrennen, und er, der ja Löwe war, würde dann Selbstmord begehen. Doch wie der Tod so spielt, der Strick reißt, und Inni Wintrop sieht mit neuer Aufmerksamkeit die Menschen in seiner Stadt Amsterdam.

März 2000: Wie Barney es sieht – Mordecai Richler

Cover Wie Barney es siehtÜber das Buch
Barney Panofsky ist ein alter Jude aus Montreal, der ein mittlere Vermögen gemacht hat mit Import/Export, später mit der Produktion von unaussprechlich schlechten Seifenopern. Die ‚wahre Geschichte seines vergeudeten Lebens‘ ist zugleich die seiner drei Ehefrauen. Da ist Clara Chambers, die er aus Versehen heiratet, die zweite Mrs.Panofsky ist eine jüdisch-kanadische Prinzessin, und Miriam, die dritte, ist die richtige. Aber nach 30 Ehejahren hat auch sie die Nase voll von ihrem saufenden, fremdgehenden, ordinären, dreckschleudernden Barney. Überdies wird er verdächtigt, seinen besten Freund umgebracht zu haben, hat zunehmend Probleme mit dem Herzen, der Prostata und vor allem mit dem Gedächnis. Dass dem Leser dieser verstockte alte Sünder dennoch ans Herz wächst, liegt nicht zuletzt an seiner unbändigen, mitreißenden Lebenslust.

Mehr Informationen zu Mordecai Richler und den ersten Satz aus dem Buch findet man hier.