Juli 2001: Traumnovelle – Arthur Schnitzler

Cover TraumnovelleKurzbeschreibung
Faszinierend schildert Arthur Schnitzler das parallele, stark erotisch bestimmte Erleben des Paares Fridolin und Albertine. Er ließ sich auf mysteriöse Weise in eine orgiastische Gesellschaft führen – sie ist in die Erregung eines unvergleichbaren Traumes geglitten. Die Fremde, die Fridolin in dieser leidenschaftlichen Nacht kennenlernt, opfert sich für ihn, weil in dieser bacchantischen Runde jeder Uneingeweihte zum Tode verurteilt ist. Albertine gibt sich im Traum einem eher zufälligen Bekannten hin und sieht ruhig zu, wie ihr Mann für seine Treue zu ihr sich kreuzigen lässt. Fridolin erkennt, als sie ihm dies erzählt, in der Fremden seine eigene Frau.
Das Buch diente als Vorlage für den Film „Eyes Wide Shut“ von Stanley Kubrick mit Tom Cruise und Nicole Kidman in den Hauptrollen.

Arthur SchnitzlerÜber den Autor
Arthur Schnitzler wurde am 15.5.1862 in Wien geboren. Bereits als Neunzehnjähriger versuchte er, seine erste Dramen zu schreiben. Nach dem Studium der Medizin war er Assistenzarzt an der Allgemeinen Poliklinik und dann praktischer Arzt in Wien, bis er sich mehr und mehr seinen literarischen Arbeiten widmete. Das dramatische und das erzählerische Werk entstanden parallel. Er starb am 21.10.1931 als einer der bedeutendsten österreichischen Erzähler und Dramatiker der Gegenwart in Wien.

Juni 2001: Glatteis – Hans Werner Kettenbach

Cover GlatteisKurzbeschreibung
Ausgerechnet beim idyllischen Ferienhäuschen am See stürzt Erika, die attraktive Ehefrau von Tiefbauunternehmer Wallmann, zu Tode. Ein tragischer Unfall, meint die Polizei. Ein fast perfekter Mord – vermutet dagegen der Angestellte Scholten, der einige unschöne Details aus dem Eheleben der Wallmanns kennt. Er stellt auf eigene Faust Nachforschungen an, nicht ahnend, daß er sich dabei auf gefährliches Glatteis begibt.

Über den Autor
Hans Werner Kettenbach, geboren am 20. April 1928 in Bendorf; Pseudonym: Christian Ohlig, ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.
Hans Werner Kettenbach besuchte die Schule in Köln. Nach dem Abitur begann er ein Studium der Zeitungs- und Theaterwissenschaften, das er jedoch 1953 nach dem Tod seines Vaters abbrechen musste, um dessen Geschäft, eine Anzeigenagentur, weiterzuführen. Von 1954 bis 1956 und von 1958 bis 1964 war er Lektor für Hör- und Fernsehspiele beim Westdeutschen Rundfunk. Von 1956 bis 1958 absolvierte er ein Volontariat bei der Nachrichtenredaktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“. 1958 begann er erneut ein Studium, diesmal mit den Schwerpunkten osteuropäische Geschichte und Philosophie; 1965 promovierte er an der Universität Köln über Lenins Imperialismustheorie.

Ab 1964 arbeitete Kettenbach als Redakteur für den „Kölner Stadt-Anzeiger“: 1966 bis 1968 als Chefreporter und ab 1968 als Korrespondent und Leiter des Bonner Büros dieser Zeitung. Von 1974 bis 1975 war er Vorsitzender der Bundespressekonferenz in Bonn. 1978 ging er als Korrespondent nach New York; nach seiner Rückkehr war er von 1988 bis zu seinem Ausscheiden 1992 stellvertretender Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Hans Werner Kettenbach begann seine schriftstellerische Arbeit in den Siebzigerjahren als Freizeitautor mit psychologischen Kriminalromanen; inzwischen zählt er zu den bekanntesten deutschsprachigen Krimi-Autoren. Daneben hat er eine Reihe von Hörspielen und Drehbüchern, vor allem für die von Willy Millowitsch verkörperte Figur des Fernsehkommissars Klefisch, verfasst. Kettenbach, der Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland ist, erhielt 1977 für das Manuskript seines ersten Romans den Jerry-Cotton-Preis und 1988 den Deutschen Krimi Preis.

Mai 2001: Die Geschichte eines Deutschen – Sebastian Haffner

Cover Die Geschichte eines Deutschen Kurzbeschreibung
Als Kind und junger Mann erlebte Sebastian Haffner den Ersten Weltkrieg, die galoppierende Inflation 1923, die Radikalisierung der politischen Parteien, den unaufhaltsamen Aufstieg der Nationalsozialisten. Ohne politisch oder rassisch verfolgt zu sein, emigrierte er 1938. Aus dem Nachlaß sind nun die Erinnerungen seiner ersten drei Lebensjahrzehnte veröffentlicht, 1939 in England zu Papier gebracht.

Aus der Distanz des Exils und zugleich unter dem Eindruck des unmittelbar Erlebten blickt der junge Haffner enorm hellsichtig und zugleich nüchtern auf die sich anbahnende Katastrophe. Ohne Eitelkeit, doch mit feiner Ironie und einem gelegentlichen Aufflackern von Zorn beschreibt er die Jahre zwischen 1914 und 1933, spiegelt das Politische im Individuellen, benennt Gründe für seine persönliche Entwicklung und die seines Volkes. Wer das Verhängnis sehen wollte, erkannte es schon vor 1933!

Der Verlag über das Buch
»Mit seiner Geschichte eines Deutschen war Sebastian Haffner, ohne dass ihm das bewusst war, ein fulminantes Debüt geglückt. Gerade jugendliche Leser können hier erfahren, wie die Sozialpathologie einer Gesellschaft beschaffen war, die sich der Versuchung des Nationalsozialismus widerstandslos ergab und sich seiner kriminellen Dynamik willig andiente.« Die Zeit»Dieser autobiografische Text…ist nicht nur Haffners persönlichstes, sondern auch sein bestes Buch †“ unübertroffen in der seismografischen Wahrnehmung individueller und kollektiver Befindlichkeiten im Deuschland der Weimarer Republik und des ersten Jahrs der Hitler-Diktatur.« Volker Ullrich, Die Zeit

»…. für Haffner ein Feld unaufhörlichen Nachdenkens. Es ist diese Kontinuität, die Selbstreflexion hinter der historischen Rerflexion, die seinen Büchern Intensität und Kraft verleihen. Kein anderer hat sie in diesem Ausmaß besessen. Nun wissen wir, warum.« Jacques Schuster, Die Welt

»In diesen Erinnerungen, und das ist nicht der geringste Reiz, den man bei ihrer Lektüre empfindet, steckt bereits der †ºganze Haffner†¹….die Prägnanz und Sicherheit des Urteils, die schnörkellose, eingängige Sprache, die Fähigkeit, ein Detail so zu würdigen, daß es einem ein weitschweifiges Panorama mühelos ersetzt, ist hier schon anzutreffen.« Johannes Willms, Süddeutsche Zeitung

»Dieses Buch wird ein Ereignis werden. Man denkt unwillkürlich an das Jugendwerk von James Joyce †ºA Portrait of the Artist as a Young Man†¹.« Wolf Jobst Siedler, Berliner Zeitung

»Der faszinierende Schlußteil ermöglicht ein ganz neues Verständnis der Komposition des Buches.«Frankfurter Allgemeine Zeitung

» „Ich reise nach Indien und habe die Taschenbuchausgabe von Sebastian Haffners „Geschichte eines Deutschen†œ eingepackt. Ein großartiges Buch eines großartigen Mannes, der seine Erinnerung an die Zeit v on 1914 bis 1933 unheimlich verständlich und spannend vermittelt.†œ« Lara Joy Körner für Bunte

Über den Autor
Sebastian Haffner, 1907 †“1999, emigrierte 1938 nach England und arbeitete als Journalist für den †ºObserver†¹. 1954 kehrte er nach Deutschland zurück, schrieb zunächst für die †ºWelt†¹, später für den †ºStern†¹. Haffner ist Autor einer Reihe historischer Bestseller: †ºWinston Churchill†¹ (1967), †ºAnmerkungen zu Hitler†¹ (1979), †ºVon Bismarck zu Hitler†¹ (1987).

März 2001: Das Vermächtnis der Eszter – Sándor Márai

Cover Das Vermächtnis der Eszter

Vor zwanzig Jahren hat der Hochstapler Lajos, Eszters große und einzige Liebe, nicht nur sie, sondern auch ihre übrige Familie mit Charme und List bezaubert. Eszter hat es ihm nicht verziehen, daß er ihre Schwester Vilma geheiratet hat. Nun kehrt er zurück, um die tragischen Ereignisse von damals zu klären und die offenen Rechnungen zu begleichen. Bei dieser Gelegenheit kommen drei Briefe zum Vorschein, die für Eszter gedacht waren, die sie aber nie erhalten hatte … Nach dem Welterfolg von Sandor Márais Roman „Die Glut“ ein weiteres Meisterwerk des großen ungarischen Autors.

Sándor MáraiÜber den Autor
Sándor Márai [ˈʃaːndor ˈmaːrÉ’i], geboren am 11. April 1900 in Kaschau, Österreich-Ungarn, gestorben am 22. Februar 1989 in San Diego, USA, war einer der bedeutendsten ungarischen Lyriker, Schriftsteller und Dramatiker der Zwischenkriegszeit. Mit der Neuausgabe seines Romans Die Glut erfuhr er 1998 eine vielbeachtete Renaissance in Deutschland. Márai hatte deutsche Wurzeln und schrieb zunächst auch in deutsch, um ab 1928 nur mehr in ungarischer Sprache zu publizieren. Márai führte nach seiner Emigration aus Ungarn ein Wanderleben, das in Einsamkeit und Depressionen endete.

Eine sehr umfangreiche Biografie gibt es hier bei Wikipedia.

Das Buch eignet sich vorzüglich für Buchbesprechungen bzw. Lesekreise. Auch wenn wir uns fast die „Köpfe eingeschlagen“ hätten, haben wir uns sehr lange damit beschäftigt!

Januar 2001: Liebesleben – Zeruya Shalev

Cover Liebesleben

„Das ist vermutlich die Wurzel der Liebe, allen möglichen Blödsinn zu erzählen, der einem passiert ist, in der Hoffnung, daß auf dem gewundenen Weg vom Mund des einen zum Ohr des anderen die Geschichte ihre Bedeutung bekommen wird, ihre Berechtigung.“ So zumindest die Hoffnung von Ja’ara, der Erzählerin dieses erotischen Romans. Ja’ara ist Dozentin an der Universität von Jerusalem. Ihr scheinbar geregeltes Leben kommt nach der Begegnung mit Arie, einem nach langen Jahren im Ausland nach Israel zurückgekehrten Freund ihres Vaters, vollkommen durcheinander. Vom ersten Moment an verfällt sie der erotischen Anziehungskraft des ebenso rätselhaften wie tyrannischen Egozentrikers. Die bedingungslose Liebe zu Arie bringt sie dazu, auf alles zu verzichten, was ihr Leben bisher ausgemacht hat: die Zukunft mit einem liebevollen, doch harmlos-langweiligen Ehemann, ihre wissenschaftliche Karriere, selbst ihre Vorstellung von Treue und Anstand. Auf der Suche nach dem Sinn ihrer Geschichte, ihres „Liebeslebens“, nimmt Ja’ara eine lange Kette von Demütigungen auf sich, erträgt standhaft Situationen von zum Teil grotesker Komik. Erst ganz zum Schluß eröffnet sich ihr ein überraschender, doch folgerichtiger Ausweg.

Über die Autorin
Zeruya Shalev, hebr. †×¦×¨×•×™×” שלו†Ž, geboren am 13. April 1959 im Kibbuz Kinneret am See Genezareth in Galiläa, Israel, ist eine israelische Schriftstellerin.

Sie ist die Tochter einer Malerin und Kunstdozentin und eines renommierten Literaturkritikers und Bibelgelehrten, sowie eine Cousine des Schriftstellers Meir Shalev. Nach ihrer Militärzeit studierte sie Bibelwissenschaften und arbeitet heute als Schriftstellerin und Verlagslektorin. Sie lebt mit ihrem dritten Mann und zwei Kindern aus verschiedenen Ehen in Jerusalem, wo sie am 29. Januar 2004 bei einem Bombenanschlag erheblich verletzt wurde.

In Deutschland bekannt wurde Zeruya Shalev mit dem ersten Band ihrer Romantrilogie über die moderne Liebe Liebesleben. Hier beschreibt sie die inneren Spannungen einer jungen Frau, die sich in einen älteren Mann, einen Bekannten ihres Vaters, verliebt und in Abhängigkeit zu ihm verfällt. Nach dem Roman haben Maria Schrader und Leila Stieler das Drehbuch für den gleichnamigen Film geschrieben, der am 8. November 2007 Kinostart hatte.

In Mann und Frau wird das Scheitern einer Ehe beschrieben. Die Protagonistin wird nach vielen Jahren gemeinsamen Zusammenlebens überraschend von ihrem Mann verlassen, begreift diese Neuerung als Chance und bleibt mit ihrem Kind vorerst allein zurück.

Der letzte Band ihrer Trilogie, Späte Familie, thematisiert das Scheitern einer Ehe und den Prozess dramatischer Krisen, die letzten Endes die Möglichkeit einer „späten Familie†œ eröffnen.