Bad Sex Award posthum für Norman Mailer

Das britische Literary Review vergibt alljährlich den „Bad Sex Award“ für die peinlichste Sexszene in der englischsprachigen Literatur. Ziel des Preises ist es, „in ansonsten achtbaren zeitgenössischen Romanen die Aufmerksamkeit auf die kruden, geschmacklosen, oft nachlässig geschriebenen und redundanten sexuellen Passagen in modernen Romanen zu lenken, um solche künftig zu verhindern„.
Der Preisträger erhält eine „hübsche, moderne, semiabstrakte Skulptur, die Sex vage andeutet.

Dieses Jahr wurde Norman Mailer posthum für die Darstellung der Zeugung Hitlers in „Das Schloss im Wald“ ausgezeichnet. Der zweifache Pulitzer-Preisträger starb am 10. November 2007.

In „Das Schloss im Wald“ erhält 1938 ein hochrangiger SS-Offizier einen Geheimauftrag, der das Schicksal des Dritten Reiches entscheiden kann. Er soll einen alten Brief widerlegen, in dem scheinbar nachgewiesen wird, dass Adolf Hitler jüdischer Abstammung ist. Ausgehend von Hitlers Kindheit im Waldviertel entdeckt der Agent ein teuflisches Geflecht aus inzestuösen Verhältnissen, Obsessionen, dumpfer Gewalt und Angst. In seinem viel diskutierten Roman entwickelt Mailer ein furioses Szenario mit dem Ziel, das Wesen Adolf Hitlers zu entschlüsseln.

In einem Interview mit der Welt am 24. September diesen Jahres, also kurz vor seinem Tod, sagte Mailer über Hitler: „Ich glaube, der Teufel war im Herzen Adolf Hitlers. Hitler war kein besonders beeindruckender Mensch. Er war hysterisch, eine Heulsuse, hat regelmäßig Tobsuchtsanfälle bekommen. Und doch war er als Politiker in gewisser Weise genial. Ich tendiere dazu anzunehmen, dass eine fremde Macht dahintersteckte. Jemanden wie Stalin können wir begreifen †“ er war menschlich in seiner Monstrosität, er war brutal, stark, entschlossen. Aber Hitler war als Mensch zu klein, zu schwach. Es gibt keine Erklärung für seine Grausamkeit, es sei denn, man nimmt an, dass er nicht allein war.“

Die Jury meint: „Er hätte sich bestimmt amüsiert.“

Ich bin mir da nicht so sicher, verbirgt sich hinter dieser Auszeichnung doch zweifelsfrei Hohn und Spott. Wie kann Mailer bei Nichtgefallen diese „semiabstrakte Skulptur“ aus seinem Grab befördern?

Quelle: Times

Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing fährt nicht zur Preisverleihung nach Stockholm

Die Enttäuschung in Stockholm ist groß. Die 88-jährige Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing kann wegen Rückenproblemen nicht fliegen.

„Lessing war längere Zeit krank, hatte aber bis zuletzt selbst stark darauf gehofft, dass sie kommen kann“, hieß es in der Erklärung der Stiftung.

Es ist – nach Elfriede Jelinek und Harold Pinter – das dritte Mal in vier Jahren, dass der Nobelpreisträger für Literatur nicht an der Preisverleihung in Stockholm persönlich teilnimmt. Doris Lessings Rede wird per Video zu sehen sein.

Die Ästhetik des Widerstands als bestes Hörbuch ausgezeichnet

Die Jury der seit 1997 geführten Hörbuch-Bestenliste hat das Hörspiel „Die Ästhetik des Widerstandes“ nach dem Roman von Peter Weiss als Hörbuch des Jahres ausgezeichnet.

Die Ästhetik des WiderstandesDie Ästhetik des Widerstands ist der Titel eines Romanes von Peter Weiss, sein schriftstellerisches Hauptwerk. Es entstand zwischen 1971 und 1981 und stellt den Versuch dar, die historischen und gesellschaftlichen Erfahrungen und die ästhetischen und politischen Erkenntnisse der Zeit von 1917 bis 1945 zu vermitteln. Der Roman besteht aus drei Teilen, die in den Jahren 1975, 1978 und 1981 im Suhrkamp Verlag erschienen sind.

Der Regisseur Karl Bruckmaier habe mit diesem „Kraftakt der Hörspielarbeit öffentlich rechtlicher Sender“ Maßstäbe gesetzt. Es handelt sich um eine Koproduktion von Bayerischem und Westdeutschem Rundfunk.

Zum besten Kinder-/Jugendhörbuch wurde Guus KuijersDas Buch von allen Dingen“ gewählt.

Das Buch von allen DingenThomas kann Dinge sehen, die andere nicht sehen können. Er sieht tropische Fische, die in den Grachten schwimmen und erfasst die Magie von Frau Amersfoort, der Nachbarin, die ihren Mann im Widerstand verloren hat. Er sieht die Schönheit von Elisa mit ihrem Bein aus Leder, das beim Gehen knirscht, und sogar Herrn Jesus, der Thomas anbietet, ihn einfach nur Jesus zu nennen. Vor manchen Dingen würde Thomas allerdings am liebsten die Augen verschließen. Aber er nimmt sich vor, dass er keine Angst mehr haben will. Und so wird er jeden Tag etwas mutiger und geht in kleinen Schritten seinen Weg.

Die hr2-Hörbuch-Bestenliste wird seit Mai 1997 von hr2-kultur und dem BÖRSENBLATT herausgegeben. Kooperationspartner sind die Zeitschriften „Chrismon†œ und „Hits für Kids†œ.

Verliehen werden die Auszeichnungen am 20. Januar 2008 im Foyer des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Quelle: Süddeutsche.de

My Living Will


My Living Will

Last night, my friend and I were

sitting in the living room and I said

to her, „I never want to live in a

vegetative state, dependent on

some machine and fluids from a

bottle. If that ever happens, just

pull the plug.“

So she got up, unplugged the TV,

and threw out my wine.


She’s such a bitch…..

Münchner Bücherschau – Kriminacht mit Jan Costin Wagner und Oliver Bottini

Ein Highlight der Münchner Bücherschau wird sicherlich die Kriminacht mit Jan Costin Wagner und Oliver Bottini. Obwohl die Veranstaltung erst gegen Ende der Bücherschau, nämlich am 30. November um 19 Uhr stattfindet, ist es ratsam sich die Eintrittskarten für 12 Euro schnellstens zu besorgen.

Mit Oliver Bottini und Jan Costin Wagner kommen zwei der besten deutschen Krimiautoren zur Bücherschau, sie stellen ihre hochgelobten Thriller vor. Oliver Bottini landete im November mit „Im Auftrag der Väter“ auf Platz 8 der Krimi Welt-Bestenliste. „Das Schweigen“ von Jan Costin Wagner war im September ebenfalls in der Bestenliste auf Platz 8 angesiedelt.

Im Auftrag der VäterKurzbeschreibung – Im Auftrag der Väter
An einem regnerischen, nebligen Wochenende im Oktober steht plötzlich ein Mann im Garten der Freiburger Familie Niemann. Er versucht ins Haus einzudringen, doch als die Polizei eintrifft, ist er schon wieder verschwunden. In derselben Nacht kehrt er zurück und stellt der Familie ein unerklärliches Ultimatum.
Die Freiburger Hauptkommissarin Louise Bonì und ihre Kollegen ermitteln unter Hochdruck. Es geht das Gerücht, dass der Täter vom Balkan stammt. Louises Ermittlungen führen sie in ein gefährliches Niemandsland…

Autor
Oliver Bottini
, 1965 in Nürnberg geboren, studierte in München Neuere Deutsche Literatur, Italianistik sowie Markt- und Werbepsychologie. Er erhielt für seine beiden Kriminalromane „Mord im Zeichen der Zen“ und „Im Auftrag der Väter“ jeweils den Deutschen Krimipreis. Seine Romane wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Das SchweigenKurzbeschreibung – Das Schweigen
Ein Mädchen verschwindet – genau an der Stelle, an der vor dreiunddreißig Jahren ein anderes Mädchen vergewaltigt und ermordet wurde. Das Verbrechen verstört nicht nur Polizei und Öffentlichkeit, sondern auch einen der beiden damaligen Täter … Niemand weiß besser als Kimmo Joentaa, wie es sich anfühlt, einen geliebten Menschen zu verlieren. Wenn die Angst der Gewissheit weicht, dass der andere fort ist. Für immer. Deshalb hütet sich der Kriminalkommissar aus Turku davor, den Eltern von Sinikka Vehkasalo zu widersprechen. Ihnen die Hoffnung zu nehmen, dass ihre Tochter noch leben könnte. Auch wenn er es besser weiß. Wissen muss. Denn die Parallelen sind zu offensichtlich. Wenn dreiunddreißig Jahre nach dem ungeklärten Mord an einem jungen Mädchen an genau der gleichen Stelle ein anderes Mädchen unter ähnlichen Umständen verschwindet, muss es einen Zusammenhang geben. Denkt nicht nur Kimmo, sondern auch sein in den Ruhestand verabschiedeter Kollege Ketola. Getrieben von der Hoffnung auf späte Antworten, nimmt er die Fährte seines ungelösten Falles wieder auf. Die beiden damaligen Täter beginnen, sich gegenseitig zu belauern. Und für einen von ihnen wird die Reise in die eigene Vergangenheit eine gnadenlose Auseinandersetzung mit der lange verdrängten Verantwortung…

Autor
Jan Costin Wagner, geboren am 13. Oktober 1972 in Langen/Hessen, absolvierte ein Studium der Germanistik und Geschichte an der Universität Frankfurt am Main, das er mit einer Magisterarbeit über Adalbert Stifter abschloss. Danach volontierte und arbeitete er als Journalist bei der Offenbach-Post. Er lebt heute bei Frankfurt und in Finnland, der Heimat seiner Frau. Er ist Verfasser von bisher vier Kriminalromanen, die bei Literaturkritik und Leserschaft großen Zuspruch fanden und in alle Weltsprachen übersetzt wurden. 2002 erhielt er den Marlowe-Preis, 2003 ein Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats im Literarischen Colloquium Berlin sowie 2004 den Förderpreis zum Hans-Erich-Nossack-Preis.