Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2009

Die Jury für den Deutschen Buchpreis 2009 hat sechs Romane für die Shortlist nominiert.

Deutscher Buchpreis 2009Jury-Sprecher Hubert Winkels sagte: „Die Shortlist-Diskussion in diesem Jahr dauerte einen ganzen Tag. Alle Beteiligten waren beeindruckt von der Intensität der Gespräche, die oft ans Grundsätzliche rührten – der Literatur, der eigenen Arbeit -, die die ganze Verstrickung des Lesers mit einzelnen Büchern offenbarten und eben deshalb manchmal auch schmerzhaft waren. Dann nämlich, wenn ein Roman nicht unter die letzten sechs gelangte, den man für einen großen hält, oder umgekehrt.

Fast wie das richtige Leben, gesteigert in einer kommunikativen Ausnahmesituation und mit einem Ergebnis, das nur auf den ersten Blick verwundern mag, da der eine oder andere noch weniger bekannte Autor und Titel dabei ist. Bei der Lektüre wird vielleicht nicht jeder allen Entscheidungen zustimmen, aber immer wissen, warum das jeweilige Buch derart ausgezeichnet ist. Und er wird sehen, dass nicht nur thematisch, sondern auch formal die deutschsprachige Literatur über eine bestechende Bandbreite verfügt.“

Am 19. August hatten die sieben Jurymitglieder die 20 Titel der Longlist bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober in Anwesenheit der nominierten Autorinnen und Autoren der Shortlist zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Mit dem Deutschen Buchpreis 2009 zeichnet der Börsenverein den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus.

Die nominierten Romane der Shortlist (in alphabetischer Reihenfolge):

Lichtjahre entferntRainer Merkel: Lichtjahre entfernt (S. Fischer, März 2009)

Kurzbeschreibung
Der Familientherapeut Thomas Kaszinski wird vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe gestellt. Er muss sein Leben in Ordnung bringen. Auf einer Reise nach New York trifft er seine langjährige Freundin. Doch die Beziehung scheint am Ende zu sein. In immer neuen Anläufen und in dem ständigen Bemühen um noch intensivere Erlebnisse nähert er sich dem Zentrum der Katastrophe und erinnert sich an die dramatischen Ereignisse der letzten Monate, die, wie seine Liebe, Lichtjahre entfernt sind. Er verliert sich in der Vergangenheit. Eine gemeinsame Reise in die Wüste wird zu einer Grenz-Erfahrung. Kurz vor seinem Rückflug erkennt er plötzlich, dass es noch eine Möglichkeit auf Rettung gibt.

AtemschaukelHerta Müller: Atemschaukel (Hanser, August 2009)

Kurzbeschreibung
Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. „Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15° C.“ So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Überm RauschenNorbert Scheuer: Überm Rauschen (C. H. Beck, Juni 2009)

Kurzbeschreibung
Einst sind der Vater und die Brüder gemeinsam fischen gegangen, das Rauschen des Wehrs hinter der Gaststätte in der Eifel, in der sie gelebt haben, hat die Kindheit der Brüder mit Ahnungen und Phantasien belebt. Aber der Vater, der beim Angeln immer auf der Suche nach einem riesigen, mythischen Urfisch war, ist schon lange tot. Und der ältere Bruder Hermann ist abgeholt worden, musste in die Klinik, er hat den Verstand verloren, sein Schicksal ist ungewiss. Der jüngere Bruder, der Ich-Erzähler, ist zurückgekehrt an den Ort der Kindheit, um der Familie zu helfen, steht im Fluss, angelt und lässt das Leben des Bruders, sein eigenes, das der Familie Revue passieren. Die Kindheit am Fluss, die erste Liebe, die kauzigen Gäste der elterlichen Gastwirtschaft, die Ausbruchsversuche des Bruders, der Niedergang der Kneipe, der Fluss und die Fische, der Tod der holländischen Gelegenheitsgeliebten des Bruders und die ungeklärte Frage nach dem eigenen leiblichen Vater – erschöpft und doch überwach versucht der Erzähler, aus den Erinnerungen und Gesprächen, Ereignissen und Beobachtungen einen Zusammenhang herzustellen, eine Erklärung zu finden. Norbert Scheuers neuer Roman „Überm Rauschen“ entwickelt mit seiner genauen und poetischen Sprache einen enormen Sog. Trauer und Schönheit einer ganzen Welt entstehen durch diese suggestive Geschichte, deren Protagonisten mit ihrer Suche nach dem großen mythischen Fisch zugleich auf der Suche nach dem Glück sind. Und das Glück ist da, im Rauschen, in der wehmütigen Kraft des Erzählens.

Du stirbst nichtKathrin Schmidt: Du stirbst nicht (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2009)

Kurzbeschreibung
Vom Hirnschlag erwacht – die Geschichte einer Heilung Helene Wesendahl weiß nicht, wie ihr geschieht: Sie findet sich im Krankenhaus wieder, ohne Kontrolle über ihren Körper, sprachlos, mit Erinnerungslücken. Ihr Weg zurück ins Leben konfrontiert sie mit einer fremden Frau, die doch einmal sie selbst war. Kathrin Schmidt packt ihre Leser diesmal durch die Beschränkung, und zwar im wörtlichen Sinne. Mit den Augen ihrer erwachenden Heldin blicken wir in ein Krankenzimmer, auf andere Patienten, das Pflegepersonal und den eigenen Körper, der plötzlich ein Eigenleben zu führen scheint. Und wir erleben die mühsamen Reha-Maßnahmen mit, die Reaktionen der Familie, den aufopferungsvollen Einsatz ihres Mannes – und die bruchstückhafte Wiederkehr ihrer Erinnerung. Was da zutage tritt, konfrontiert Helene mit einem Leben, in dem sie sich kaum wiedererkennt, und das vieles in Frage stellt, was in der neuen Situation so selbstverständlich scheint. Sie entdeckt frühe Brüche in ihrer Biographie, verdrängte Leidenschaften und aus der Not geborene Verpflichtungen. Als ihr bewusst wird, dass ihr Herz sich bereits auf Abwege begeben hatte und sie den Mann, der sie jetzt so eifrig pflegt, eigentlich verlassen wollte, droht sie den Boden unter den Füßen zu verlieren. Kathrin Schmidt gelingt das Erstaunliche: Sie macht den Orientierungs- und Sprachverlust nach einer Hirnverletzung erfahrbar und zeigt einen Weg der Genesung, der in zwei Richtungen führt, zurück und nach vorn. Dabei entsteht ein Entwicklungsroman ganz eigener Art, der durch seine innere Dynamik fesselt und durch die Rückhaltlosigkeit, mit der seine Heldin sich mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart konfrontiert, fasziniert. Er überzeugt vor allem durch die bewegende Schilderung eines sprachlichen Neubeginns.

Die FrequenzenClemens J. Setz: Die Frequenzen (Residenz, Februar 2009)

Kurzbeschreibung
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf. Dies ist die Geschichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen Nach Söhne und Planeten, seinem Debüt, das ihm einhelliges Lob der Kritik einbrachte, legt Clemens J. Setz ein Werk vor, das alle Erwartungen sprengt: atemberaubend kraftvoll, bunt, sprachgewaltig und zart.

GrenzgangStephan Thome: Grenzgang (Suhrkamp, August 2009)

Kurzbeschreibung
Alle sieben Jahre steht Bergenstadt kopf: Man feiert Grenzgang, das traditionelle dreitägige Volksfest, und dabei werden nicht nur die Gemeindegrenzen abgeschritten. Auch abends im Festzelt wird ausprobiert, wie weit man gehen kann. Alle sind dabei, nur zwei stehen am Rand: Thomas Weidmann und Kerstin Werner. Er ist nach gescheiterter Uni-Karriere als Lehrer ans Gymnasium Bergenstadt zurückgekehrt. Sie versorgt nach gescheiterter Ehe ihre demenzkranke Mutter und hat Ärger mit ihrem pubertierenden Sohn. Vor sieben Jahren beim letzten Grenzgang sind sich die beiden schon einmal begegnet, und damals ist etwas passiert, woran sich die beiden auch noch bei diesem Fest nur mit gemischten Gefühlen erinnern.
Grenzgang ist das furiose Debüt eines jungen Autors, der von Anfang an aufs Ganze geht: Spannungsreich und voller überraschender Wendungen erzählt Stephan Thome von der Jagd nach dem Glück, die seine Figuren aus Berlin und Köln in die hessische Provinz und von dort in einen Swinger-Club an der Frankfurter Peripherie führt. Schnell wird klar, wie leicht vermeintliche Sicherheiten abhanden kommen können und wie dünn das Eis ist, auf dem Lebensentwürfe gründen – und daß es trotzdem keine Alternative zum Kampf um das eigene Glück gibt.

Quelle: Börsenblatt

Juli Zeh und Ilija Trojanow über den Angriff auf die Freiheit

Unter dem Motto „Angriff auf die Freiheit“ veranstaltet das Literaturhaus München am Dienstag, den 15.09.2009, um 20 Uhr, einen Abend mit Juli Zeh und Ilija Trojanow.

Moderation: Christoph Lindenmeyer (Bayerischen Rundfunk)

Angriff auf die FreiheitNiemals würden Sie es anderen Menschen erlauben, in Ihren privaten Sachen zu schnüffeln, Sie zu bespitzeln oder zu belauschen. Was aber, wenn diese anderen Menschen den Staat oder die Wirtschaft repräsentieren? Die Warnungen vor Terror und Kriminalität und die Annehmlichkeiten von Plastikkarten und Freundschaften im Internet lenken von einer Gefahr ab, die uns allen droht: dem transparenten Menschen. Doch bevor es so weit kommt, schlagen Juli Zeh und Ilija Trojanow mit einer engagierten Kampfschrift Alarm.

Christoph Lindenmeyer ist Koordinator für kulturelle Beziehungen und Projekte in der Hörfunkdirektion des Bayerischen Rundfunks, Honorarprofessor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Dozent an der Deutschen Journalistenschule. Mitglied des internationalen PEN-Clubs. Seit 1971 beim Bayerischen Rundfunk, u.a. Chef des Jugendprogramms im Hörfunk (Zündfunk, Club 16, Pop Sunday), der Hörspielabteilung und verschiedener Hauptabteilungen, bis 2005 der Hauptabteilung Kultur.

Veranstalter: Carl Hanser Verlag, Stiftung Literaturhaus. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Kartenreservierung: Tel. 089 / 291934-27
Die reservierten Karten werden ca. 1 Stunde vor Beginn der Veranstaltung an der Abendkasse hinterlegt.

Twilight: New Moon – der 3. offizielle Trailer zum Film

Die erweiterte, dritte  MTV VMA-Version des Trailers von New Moon (Bis(s) zur Mittagsstunde) ist da! New Moon ist der zweite Band der Twilight-Saga von Stephenie Meyer.

Jetzt heißt es abwarten und die Tage bis zum vorverlegten Start am 26.11.2009 zählen.  😉

Und wer nicht genug bekommen kann, findet hier den ersten deutschen Trailer von New Moon:

Twilight: Deutscher Trailer von New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde

Seit heute (17.09.09) gibt es es eine Zusammenfassung der bisherigen drei Trailer, sie dauert 6 Min. und 22 Sekunden:

Shortlist zum Internationalen Literaturpreis

Haus der KulturenDas Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen vergeben 2009 erstmals den „Internationalen Literaturpreis †“ Haus der Kulturen der Welt“ für zeitgenössische Erzählliteratur in deutscher Erstübersetzung.

Insgesamt haben sich 81 Verlage mit 131 Titeln beworben. Werke von Autoren aus 53 Ursprungsländern, übersetzt aus 33 Sprachen, wurden eingereicht.

Aus den eingesandten Titeln und einem vielsprachigen und vielgestaltigen Spektrum aktueller Erzählstimmen hat die Jury (Christian Döring -Lektor und Kritiker, Prof. Dr. Ottmar Ette – Literaturwissenschaftler, Universität Potsdam, Sigrid Löffler – Kritikerin, Moderatorin und Publizistin, Katharina Narbutovic – Leiterin Berliner Künstlerprogramm des DAAD, Peter Ripken – Programmleiter Internationales Zentrum Frankfurter Buchmesse, Dr. Susanne Stemmler – Programmleiterin Literatur am Haus der Kulturen der Welt, Jan Szlovak – Vorstandsvorsitzender Stiftung Elementarteilchen) nun die Shortlist für 2009 ermittelt.

Der Preis würdigt mit 25 000 Euro das Werk des Autors und mit 10 000 Euro das des Übersetzers.

Die Preisverleihung findet am 30. September 2009 um 19.30 Uhr in Anwesenheit der Preisträger im Haus der Kulturen der Welt mit Ilija Trojanow als Festredner, Anna Thalbach (Lesung) und Wilfried F. Schoeller (Moderation) statt.

Die Shortlist 2009 in alphabetischer Reihenfolge:

Alarcón, Daniel: Lost City Radio

Lost City Radio1Wagenbach 2008; aus dem Amerikanischen übersetzt von Friederike Meltendorf (Lost City Radio, HarperCollins 2007)

Kurzbeschreibung
Eine Frau, deren Stimme einem verwüsteten Land die Hoffnung zurückgibt, ein Kind ohne Eltern und die Geschichte einer entzweiten Liebe †“ „Lost City Radio“ ist das großartige, universelle Porträt eines Landes zwischen Repression und Bürgerkrieg.
In einem Land, Jahre nach dem Ende eines blutigen Bürgerkriegs, regiert das Vergessen. Die alten Sprachen sind verboten, die Ortsnamen durch Zahlen ersetzt und die Erinnerungen an die Besiegten ausradiert.
Eine Frau jedoch, Norma, leistet mit ihrer unverwechselbaren Stimme subtilen Widerstand: Sie moderiert die Radiosendung »Lost City Radio«, in der die Zuhörer nach ihren Vermissten suchen können.
Eines Tages taucht im Sender ein Junge aus einem Dschungeldorf auf, Victor, mit einer Liste von Verschollenen und Toten, auf der auch der Name von Normas verschwundenem Mann Rey steht. Norma beginnt, die Wahrheit zu suchen und die Bausteine ihrer Vergangenheit zusammenzusetzen. Was weiß sie von Rey? Wer war er? Ethnobotaniker oder Untergrundkämpfer oder beides?
Ein ergreifender Roman und eine große Parabel eines nachdenklichen jungen Autors.

Doulatabadi, Mahmud: Der Colonel

Der ColonelUnionsverlag 2009 , aus dem Persischen übersetzt von Bahman Nirumand (Sawal-e Colonel, weltweite Erstveröffentlichung)

Kurzbeschreibung
Eine pechschwarze Regennacht in einer iranischen Kleinstadt, ein altes Haus. Der Colonel hängt seinen Gedanken nach.
Erinnerungen stürmen auf ihn ein. An seine Jahre als hochdekorierter Offizier der Schah-Armee. An seine Kinder, die ihren eigenen Weg gingen, sich den Revolutionsgardisten Khomeinis angeschlossen haben und in den Krieg zogen, in die Leidenschaften der Revolution und des Todes. Durch die
Gassen werden die gefallenen »Märtyrer« getragen, in der Stadt werden ihnen Denkmäler gebaut. Es herrscht Krieg »diese giftige, fleischfressende Pflanze«. Und im Haus sind Geheimnisse verborgen: Ein Sohn versteckt sich im Keller, gepeinigt von den Albträumen seiner Erinnerungen. Da klopft es an die Tür. Der Colonel wird abgeführt, zur Staatsanwaltschaft.

Hage, Rawi: Als ob es kein Morgen gäbe

als ob es kein Morgen gäbeDuMont Verlag 2009 , aus dem Amerikanischen übersetzt von Gregor Hens (De Niro†™s Game, Anansi Press 2006)

Kurzbeschreibung
Eine bewegende Geschichte, ein singuläres Buch
Bassam und sein bester Freund George, den alle nur De Niro nennen, ziehen durch das Bürgerkriegs-Beirut der achtziger Jahre. In ihrer Kindheit sammelten sie gemeinsam Kugeln und Granathülsen in den Ruinen, um sie gegen Zigaretten einzutauschen. Seitdem sind zehntausend Bomben auf Beirut gefallen. Heute sind sie Teenager und haben Eltern und Geschwister, Nachbarn und Freunde verloren. Sie sind Überlebenskünstler, die ihren Anteil am Glück fordern. Sie ergaunern sich Geld, sie verlieben sich, sie fangen an zu leben. Aber während Bassam davon träumt, nach Rom zu gehen, wo »sogar die Tauben glücklich und gut genährt wirken«, schließt De Niro sich einer christlichen Miliz an, um zu kämpfen. Bassam weigert sich, und eins ist klar: Er muss fliehen. Aber auf dem Weg zum Schiff in die Freiheit fängt De Niro ihn ab.
„Dass dieser Roman sein sein erstes Buch sein soll, ist schwer zu glauben, so perfekt ist es gebaut, so reich an Stimmen, Themen, Tonlagen. Dass Hage damit den IMPAC-Award gewann, den höchstdotierten Literaturpreis für ein Einzelwerk, gegen Philip Roth und Thomas Pynchon, hat nichts mit Glück zu tun, sondern mit der Wucht seines Stils: Hage montiert seinen Roman in schnellen Szenen, fast als seis’s ein Filmdrehbuch. Gleichzeitig ist sein Stil hochpoetisch und es ist immer wieder merkwürdig, wie er das hinkriegt, die harte Lakonie und das Lyrische, als würde Clint Eastwood durch seine zusammengebissenen Kiefer das alttestamentarische Hohelied zitieren.“ (Süddeutsche Zeitung)

Hemon, Aleksandar: Lazarus

LazarusKnaus Verlag 2009 , aus dem Amerikanischen übersetzt von Rudolf Hermstein (The Lazarus Project, Riverhead Books 2008)

Kurzbeschreibung
In seinem neuen Roman folgt Aleksandar Hemon den Spuren eines ungelösten historischen Mordfalls. Dabei entdeckt sein Held Parallelen zwischen gestern und heute, begegnet einem verschollenen Freund und macht sich auf die Suche nach den eigenen Wurzeln in einem fernen Land. Eine lakonische, höchst unterhaltsame und rasant erzählte Geschichte über politische Hysterie, Heimatlosigkeit und geplatzte Träume. Und die Geschichte einer Männerfreundschaft, die ihresgleichen sucht.
Durch Zufall stößt der Schriftsteller Vladimir Brik in Chicago auf die Geschichte von Lazarus Averbuch, der 1908 während der Anarchistenunruhen erschossen wurde. Brik ist von Lazarus‘ Schicksal tief berührt und beschließt, nach Osteuropa in die Heimat des jungen Einwanderers zu reisen. Kurz vor seinem Aufbruch läuft ihm Rora über den Weg, ein Jugendfreund aus Sarajevo – und Brik weiß, dass er den idealen Reisegefährten gefunden hat. Schon damals in Sarajevo war Rora das, wovon Jungs wie Brik nur zu träumen wagten: cool, charmant, verwegen. Brik und Rora machen sich auf, die Spuren des fremden Toten zu suchen. Doch im Grunde ihres Herzens wissen sie, dass diese Reise von der Neuen in die Alte Welt eine Reise zu den eigenen Wurzeln ist.

Kohan, Martín: Zweimal Juni

Zweimal JuniSuhrkamp Verlag 2009 , aus dem Spanischen übersetzt von Peter Kultzen (Des veces junio, Editorial Sudamericana 2002)

Kurzbeschreibung
1978, 1982: Zweimal Juni, zweimal Fußballweltmeisterschaft, und beide Male verliert Argentinien knapp gegen Italien. Auf die erste Niederlage, in Buenos Aires, folgt dennoch der Titelgewinn und der propagandistische Triumph der Militärjunta. Die zweite Niederlage, in Spanien, führt nicht nur zum Ausscheiden der Nationalmannschaft – sie wird begleitet vom katastrophal gescheiterten Falklandkrieg, der das Ende der Schreckensherrschaft einleitet.
Und doch gibt es selbst in solchen Zeiten immer auch Leute, die es ganz gut getroffen haben. Etwa der junge Rekrut, der zunächst bei einem Militärarzt als Fahrer arbeitet und später als Medizinstudent den Krieg in der Zeitung verfolgt. Als er aber auf einer Gefallenenliste einen Namen bemerkt, der ihm bekannt vorkommt, entspinnen sich seine Erinnerungen, die an ein grauenhaftes Ereignis rühren. Mit dieser scheinbar unbeteiligten Stimme eines Mitläufers macht der Roman den Leser zum Komplizen und gewinnt eine Drastik und Intensität, die einem den Atem raubt. Martín Kohan schrieb mit Zweimal Juni den maßgeblichen Roman über die traumatischen Ereignisse der letzten Militärdiktatur.

Mengestu, Dinaw: Zum Wiedersehen der Sterne

Zum Wiedersehen der SterneClaassen Verlag 2009, aus dem Amerikanischen übersetzt von Volker Oldenburg (The Beautiful Things That Heaven Bears, Riverhead Books 2007)

Kurzbeschreibung
Was ist Glück? Ein Gefühl von Heimat, Freundschaft, Familie, Liebe? Mit feiner Komik, aber auch voller Melancholie lotet Dinaw Mengestu das Dasein eines äthiopischen Einwanderers aus, der auch nach Jahren in den USA nicht angekommen ist. Seine kraftvolle und farbenreiche Sprache zieht den Leser magisch in ihren Bann.
Pressestimmen
»Der junge äthiopisch-amerikanische Autor Dinaw Mengestu hat einen klugen, zartfühlenden, hingebungsvollen ersten Roman geschrieben.« (Die Welt, 11.04.09)
»Ich halte dieses Buch für eine große Entdeckung.« (Literaturclub im Schweizer Fernsehen, Iris Radisch, 21.04.09)
»Dinaw Mengestu macht einfach glücklich.« (Cosmopolitan, 2009/05)
Über den Autor
Dinaw Mengestu wurde 1978 in Äthiopien geboren, mit zwei Jahren kam er mit seiner Familie in die USA, wohin der Vater aus politischen Gründen geflohen war. Er studierte Literatur und erhielt 2006 ein Schreibstipendium von der New York Foundation for the Arts. Dinaw Mengestu hat Kurzgeschichten in Zeitschriften veröffentlicht, mit seinem ersten Roman Zum Wiedersehen der Sterne feierte er bereits Erfolge in den USA, Großbritannien und Frankreich. Dinaw Mengestu lebt in New York.

Quelle: Haus der Kulturen

RingCon – The Fantasy Convention in Bonn vom 02.10.-04.10.2009

Am Wochenende vom 02.10.2009 bis 04.10.2009 treffen sich zum achten Mal „Tolkien- und Fantasy-Fans“ aus aller Welt im Maritim Hotel in Bonn zur Ring*Con 2009.

RingCon

Die Ring*Con ist nicht nur die größte Fantasy-Convention Europas und allein deshalb schon einen Besuch wert, nein, es kommt noch besser: Dieses Jahr stehen die Bis(s)-Verfilmungen im Mittelpunkt!

Leider haben die Veranstalter gestern bekannt gegeben, dass die Darsteller von Alice und Emmet Cullen, Ashley Greene und Kellan Lutz, nicht zur Ring*Con kommen dürfen und am Set von New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde Überstunden machen müssen. Dafür kommen drei würdige Stellvertreter: Ein Werwolf, Paul (Alex Meraz), und ein Volturi, Felix (Daniel Cudmore) sowie Laurent (Edi Gathegi).  Die Stars beantworten die Fragen der Fans, halten Autogrammsessions und posieren für Fotos mit den Con-Besuchern.

Stargäste der Ring*Con 2009

Tom Felton – Draco Malfoy – HP
Daniel Cudmore – Felix, Volturi – Twilight „New Moon“
Alex Meraz – Werwolf Paul – Twilight „New Moon“
Edi Gathegi – Laurent – Twilight
Bruce Hopkins – Gamling – LotR
Kyle Schmid – Henry Fitzroy – Blood Ties
Dylan Neal – Mike Celluci – Blood Ties
Craig Parker – Haldir – LotR
Matthew Lewis – Neville Longbottom – HP
Mark Ferguson – Gil-Galad – LotR
Lori Dungey – Mrs Bracegirdle – LotR
Kate Madison – Elgarain, Producer – Born of Hope
Christopher Dane – Arathorn – Born of Hope
Beth Aynsley – Gilraen – Born of Hope
Danny George – Dirhaborn – Born of Hope
Richard Roberts – Shaknar – Born of Hope
Daniel Tyler-Smith – Ekash – Born of Hope
Annina Braunmiller – Synchronspieler
Max Felder – Synchronspieler
Johannes Raspe – Synchronspieler
Dr. Rainer Nagel – Autor, Übersetzer
Alexandra Velten – Autorin, Übersetzerin
Friedhelm Schneidewind – Tolkien, HP und Vampir – Experte
Betty Finke – Fantasy Expertin
Ulrike Wyche – Vampir Expertin
Dr. Oliver Bidlo – Tolkien Experte
Marcel Bülles – Tolkien Experte, Übersetzer
Martin Sternberg – Tolkien Experte
Dr. Frank Weinreich – Philosoph, Tolkien Experte
Anja Stürzer – Autorin, Harry Potter Expertin
Robert Vogel – Fantasy Experte, Autor
Marc B. Lee – Master of Ceremonies

Wer etwas über die Symbolik der Vampirwelt erfahren möchte, kann einen der zahlreichen Vorträge besuchen. Wer es lieber praktischer angehen will, kann in einem der Workshops lernen wie man filmechte Bisswunden schminkt.

Auch das Abendprogramm kann sich sehen lassen: Stars und Fans treffen sich am Freitag Abend auf dem Vampirball! Die Veranstalter versprechen eine vampireske Feier mit rotem Teppich, Kristallleuchtern und dunklem Holz.

3-Tage Gold-Ticket: 299 Euro, inclusive ALLE Autogramme und Fotovorlagen, Shirt, Lanyard und Sitzplatz in den ersten Reihen – STRENG LIMITIERT!

3-Tage Ticket Freitag – Sonntag: 90 Euro (keine Autogramme inclusive)

Tageskarte für Freitag, 2.10.2009 – EURO 35,00
Tageskarte für Samstag, 3.10.2009 – EURO 45,00
Tageskarte für Sonntag, 4.10.2009 – EURO 40,00

Der Carlsen Verlag verlost 15 Wochenend-Tickets. Bewerbungen für die Tickets können unter dem Stichwort Ring*Con per Mail an gewinnen@carlsen.de geschickt werden.