Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 20/2011

Platz 1 : Zwei ein einem Tag von von David Nicholls

Platz 2 : Die Dienstagsfrauen von Monika Peetz

Platz 3 : Das Orchideenhaus von Lucinda Riley

Platz 4 : Limit von Frank Schätzing

Platz 5 : Das verlorene Symbol von Dan Brown

Platz 6 : Alte Liebe von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder

Platz 7 : Das Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger

Platz 8 : Der Sommerfänger von Monika Feth

Platz 9 : Im Koma: Roman von Joy Fielding

Platz 10 : Daisy Sisters: Roman von Henning Mankell

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

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Bob Dylan: Zehn Neuerscheinungen zum 70. Geburtstag

Am 24.04.2011 wird Robert Allen Zimmerman, besser bekannt als Bob Dylan, 70 Jahre alt. Seit den 60er Jahren gehört Bob Dylan zu den tonangebenden Musikern unserer Zeit. Zuletzt veröffentlichte der noch immer aktive US-amerikanische Folk- und Rockmusiker, Dichter und Maler in 2009 eine Sammlung von Weihnachtsklassikern unter dem Titel Christmas In The Heart. Viele Verlage und Autoren haben seinen 70. Geburtstag zum Anlass genommen, sehr unterschiedliche Bücher über Bob Dylan neu oder neu aufgelegt auf den Markt zu bringen. Nachfolgend eine Auswahl:

How does it feel: Das Bob-Dylan-Lesebuch von Klaus Theweleit

Kurzbeschreibung
Er ist eine Ikone des Rockzeitalters, ein Symbol des freien Amerika, und seine poetischen Songtexte sind nobelpreisverdächtig: Bob Dylan gilt als Musiker von einzigartigem Rang. Doch Schicksalsschläge und Ruhm gingen bei ihm Hand in Hand. Als Leitfigur der Bürgerrechtsbewegung wurde er bekannt, setzte sich aber bald ab in die Rockszene, bis ein Motorradunfall seine Laufbahn jäh unterbrach. Dylan zog sich zurück †“ und feierte 1974 ein spektakuläres Comeback. Er wandelte sich zum Christen und überstand dunkle Zeiten. Das Leben Bob Dylans †“ er wird im Mai 2011 siebzig Jahre alt †“ wurde immer rätselhafter, sein Werk immer vielschichtiger und erstaunlicher. Seit langem widmen sich Schriftsteller und Künstlerkollegen dem Phänomen Dylan. Dieses Buch lässt sie von Dylans Leben und seiner Musik erzählen, in oft erstmals auf Deutsch veröffentlichten Texten wie einem Romankapitel von Don DeLillo oder einer Reportage von Nat Hentoff, der Dylan in den 60ern begleitete. Zusammengestellt von Klaus Theweleit, einem der eigenständigsten deutschen Denker zwischen Pop und Philosophie, bildet diese Sammlung mit Texten von Sam Shepard, Greil Marcus, Willi Winkler, Diedrich Diederichsen, Dylans erster Lebensgefährtin Suze Rotolo und vielen anderen ein originelles Lesebuch über einen Großen der Popmusik.

Die gebundene Ausgabe umfasst 304 Seiten und ist am 11.03.2011 im Rowohlt Verlag erschienen.

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Bob Dylan – No Direction Home: Sein Leben, Seine Musik 1941-1978 von Robert Shelton

Kurzbeschreibung
Robert Shelton lernte Bob Dylan kennen, als dieser 1961 ins Greenwich Village nach New York kam. Im Laufe der Zeit wurde er sein Freund und Kritiker. Sheltons Biografie über Dylan, erstmals erschienen 1986, gilt heute als Klassiker des Genres. Und von den über 1.000 Büchern, die über das Genie geschrieben wurden, ist Sheltons Werk bis heute das einzige, das Dylan aktiv unterstützte. Die längst überfällige, vollständig überarbeitete Neuausgabe anlässlich Dylans 70sten Geburtstags enthält bisher unveröffentlichte Passagen des Originalmanuskripts, aktualisierte Fußnoten, zahlreiche Fotos der wichtigsten Lebensstationen und nicht zuletzt eine aktualisierte Diskografie.
Die gebundene Ausgabe umfasst 687 Seiten und ist am 07.04.2011 im Verlag Edel Germany erschienen.

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Bob Dylan von A bis Z von Michael Endepols

Kurzbeschreibung
Den „Picasso of song“ nannte Leonard Cohen Bob Dylan einmal. Naturgemäß ranken sich um diese vielleicht einflussreichste Persönlichkeit der Rock- und Popgeschichte jede Menge an Geschichten und Anekdoten. Alphabetisch geordnet erzählt Michael Endepols kurzweilig von dieser schillernden Figur, etwa unter der Überschrift „Boxen“ (Dylan war Zeit seines Lebens begeisterter Fan dieses Sports), „Johnny Cash“, die „John Birch Society“ (bzw. über Dylans Verhältnis zu Kommunistenjägern), den „Papst“, „Charlie Chaplin“ und das Trampwesen, die „DDR“ oder „Victoria’s Secret“ (Dylan spielte in einem Werbetrailer der renomierten Unterwäschefirma mit). Intelligent und mit Witz präsentiert, bekommt man auf diese Weise einen unerwarteten Einblick in Wesen und Werk des so schwer greifbaren Chamäleons Dylan.
Die Taschenbuchausgabe umfasst 164 Seiten und ist am 01.04.2011 im Reclam Verlag erschienen.

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Bob Dylan: Die Geschichte seiner Musik von Olaf Benzinger

Kurzbeschreibung
Seit nunmehr 50 Jahren prägt Bob Dylan die Musikszene und begeistert die Fans. Dabei ist der Musiker und Songwriter immer für eine Überraschung gut, gestaltet jeden Auftritt anders, variiert Melodien, Texte, Arrangements und wirbelt die Hörgewohnheiten durcheinander. Olaf Benzinger befasst sich ausführlich mit den Songs, Alben und Aufnahmesessions, erläutert die Schaffensperioden, beleuchtet die wesentlichen biografischen Stationen und eröffnet so einen fundierten Zugang zu dem wohl komplexesten Gesamtwerk, das die Popkultur zu bieten hat.
Die Taschenbuchausgabe umfasst 368 Seiten und ist am 01.04.2011 im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen.

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Bob Dylan: Bilder eines Lebens. Die frühen Jahre. Von Rainer Bratfisch und Madeleine Lampe

Kurzbeschreibung
Der prachtvolle Bildband zeigt in über 200 außer­gewöhnlichen Fotografien, wie sich Dylans Image in der Öffentlichkeit im Laufe seiner langen Karriere gewandelt hat. Von seinen ersten Reisen nach London Anfang der 1960er bis zum Katrina-Konzert 2006 und dem Medienrummel um die Veröffentlichung seines gefeierten Albums Modern Times gewährt dieses Buch einen Blick auf eine der größten kulturellen Ikonen der letzten 50 Jahre. Dylan hatte immer großen Einfluss auf andere Künstler, mit denen er auch häufig zusammengearbeitet hat. So gibt es Fotos von ihm mit Mick Jagger, Bruce Springsteen, Van Morrison und George Harrison. Entstanden ist dieser einmalige Bildband in enger Zusammenarbeit mit der legendären Londoner Fotoagentur Rex Features. Die Fotos, die von angesehenen Fotografen stammen, zeigen Bob Dylan bei unzähligen Liveauftritten auf der ganzen Welt, bei Pressekonferenzen, im Studio und bei verschiedenen Fotosessions.
Der Folk- und Rockmusiker Bob Dylan gilt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahr­­­hunderts. In den 1960er Jahren wurde er zum Sprachrohr seiner Generation und seine kritischen Folksongs waren fester Bestandteil der damaligen Protestveranstaltungen. Im Laufe seiner langen Karriere hat sich Bob Dylan immer wieder neu erfunden, was Fans und Kritiker nicht immer positiv aufnahmen. Als er 1965 auf dem Newport Folk Festival mit einer E-Gitarre auftrat, wurde er zum Beispiel gnadenlos ausgebuht. Seit 1962 hat Dylan mehr als 30 Studioalben veröffentlicht. Noch heute ist er sehr produktiv, so brachte er 2009 gleich zwei Alben heraus. Songs wie Blowin‘ In The Wind, Like A Rolling Stone oder Knockin‘ On Heaven’s Door wurden zu Klassikern der Rockgeschichte. Unzählige Musiker ließen sich von seiner Musik beeinflussen. 2007 wurde Bob Dylans Leben in I’m Not There verfilmt.
Die gebundene Ausgabe von „Bilder eines Lebens“ umfasst 160 Seiten und erscheint am 02.05.2011 bei im Verlag
Schwarzkopf & Schwarzkopf.

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HoboPilgrim: Bob Dylans Reise durch die Nacht von Knut Wenzel

Kurzbeschreibung
Bob Dylan wird 70: Der Rock’n’Roll erhält eine Geschichte. Aber auch Dylan selbst hat einen langen poetischen und musikalischen Weg zurückgelegt:
Vom jugendlichen Rock’n’Roller über den politischen Protestsänger, der sich zum Rock-Poeten wandelt, sich einem evangelikalen Christentum zuwendet, sein Judentum wiederentdeckt, die amerikanischen Volksmusikströmungen neu erschließt und seit 1986 ununterbrochen auf Tour ist. Wie als Kommentar zu dieser Lebensgeschichte ist sein Werk von der Figur des Reisenden durchzogen, der beides zugleich ist: Streuner und Pilger Hobo- Pilgrim. Dieser Figur nachgehend zeichnet Knut Wenzel ein faszinierendes theologisch-literarisches Bild des Werks und des Menschen Bob Dylan.
Die Taschenbuchausgabe umfasst 200 Seiten und ist am 06.05.2011 im Matthias-Grünewald-Verlag erschienen.

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BOB DYLAN – AMERICA – oder Der Tag an dem Bob Dylan durch Saarbrücken fuhr: Texte & Fotos zu Bob Dylans Deutschlandtournee 2009 von Christof Graf

Kurzbeschreibung
In den 60ern war er ein Idol, in den 70ern wurde er zum Star und in den 80ern war er eine Legende. In den 90ern stand Bob Dylans Name längst für ein Denkmal. Im fünften Jahrzehnt seines Schaffens ist die Singer/ Songwriter-Ikone mehr denn je ein unvergleichbares Gesamtkunstwerk der zeitgenössischen Künste. Kaum ein anderer Lebensweg eines Künstlers wird derart mit Aufmerksamkeit beobachtet, wie der von Rocklegende Bob Dylan. Über 500 Songs hat er geschrieben, fast 3000 Konzerte hat er gegeben. Kaum ein anderer Musiker wird mit derart viel Respekt und Verehrung bedacht. ,,Amerika ist für ihn Heimat und Geburtsstätte populärer Musik. Für einen Tag brachte Bob Dylan ,,sein derzeitiges Amerika nach Saarbrücken. Amerika oder ,,Der Tag, an dem Bob Dylan durch Saarbrücken fuhr ist eine Konzert- und Tourdokumentation zu Bob Dylans Neverending-Reise im Frühjahr 2009 durch Deutschland. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht das Konzert im Rahmen der mit ,“Amerika“ betitelten Musikfestspiele Saar am 5. April 2009 in Saarbrücken. Grafs neues Buch Amerika stellt in Anlehnung an die Musikfestspiele 2009, Konzertkritiken, Randgeschichten und Rahmenbedingungen, alle Zahlen, Daten und Fakten sowie unveröffentlichtes Fotomaterial zu Bob Dylans deutschen Auftritten 2009 und seiner Fahrt durch Saarbrücken in den Fokus. Amerika,das Buch in dt./engl. Sprache mit unveröffentlichtem Fotomaterial sowie Interviews mit Wolfgang Niedecken und Helen Schneider, die Dylan ebenso bei den Musikfestspielen Tribut zollten, wird damit zum unverzichtbaren Zeitdokument und Erinnerungsstück für all jene, die dabei waren oder sich für Bob Dylan interessieren und das Saarbrücker Konzert wie auch das Dylan`sche Jahr 2009 noch einmal Revue passieren lassen wollen.

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Bob Dylan – In eigenen Worten von Christian Williams

Kurzbeschreibung
In diesem Buch erzählt Dylan „In eigenen Worten“ über sein Leben und seine Musik. Als einzige Publikation von und über Bob Dylan enthält es seine wichtigsten Äußerungen aus Interviews, Pressekonferenzen und Talkshows. Das sich daraus ergebende beeindruckende Portrait umfaßt alle wichtigen Dylan-Themen: seine private Herkunft, die musikalischen Vorbilder und der Karrierebeginn in New York, Erläuterungen zu einzelnen Songs, Platten und Tourneen, Dylans Filmprojekte, das Musikbusiness, die Haltung zu Fans und Musikerkollegen, sein Wandel vom Folk zum Rock sowie seine politische Rolle und permanente religiöse Suche. Ausführlich geht Dylan, der bereits mehrfach für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde, auch auf sein Songwriting und die Schattenseiten seines Ruhms ein.
Die Taschenbuchausgabe umfasst 170 Seiten. Sie ist am 15.04.2011 im Verlag Palmyra erschienen.

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Bob Dylan: Ein Leben von Willi Winkler

Kurzbeschreibung
Bob Dylan hat die Folkmusik überstanden und die Pfiffe in Newport, als er die elektrische Gitarre einstöpselte, einen mysteriösen Motorradunfall und das triumphale Comeback. Er hat mit Elvis und mit Buddy Holly angefangen †“ und spielt mit 70 Jahren immer noch. Ein wahrlich außergewöhnliches Leben, Bob Dylan hat es überlebt. Willi Winkler zeigt, dass niemand so erfolgreich gescheitert ist wie Bob Dylan, ein gelungener Versuch der Entschlüsselung dieses rätselhaften und verschlossenen Charakters. „Youdontneedaweatherman toknowwhichwaythewindblows!“ Bob Dylan
Die Taschenbuchausgabe umfasst 224 Seiten. Sie ist am 01.04.2011 bei rororo erschienen.

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Rolling Thunder: Unterwegs mit Bob Dylan von Sam Shepard

Kurzbeschreibung
Ein Meilenstein der MusikgeschichteSam Shepard wollte gerade die Pferderanch, auf der er mit Jessica Lange lebt, neu einzäunen, als Bob Dylan anrief: er solle Drehbuchautor der Rolling Thunder Revue werden, seiner legendären Come-back-Tournee von 1975. Dylan zog in drei Bussen mit Freunden und Roadies durch die USA, bis er schließlich in New York den Madison Square Garden zum Sieden brachte. Im Duett mit Joan Baez sang er Blowin in the Wind und gemeinsam mit Mohammad Ali holte er den schwarzen Boxer Hurricane aus dem Gefängnis. Allen Ginsberg rezitierte Gedichte und gemeinsam besuchten sie das Grab Jack Kerouacs.
Die Taschenbuchausgabe umfasst 189 Seiten. Sie ist 05.04.2011 im Fischer Verlag erschienen.

Literaturverfilmung: Schilf von Juli Zeh kommt ins Kino

Ein Kommissar, der tödliches Kopfweh hat, eine physikalische Theorie liebt und nicht an den Zufall glaubt, löst seinen letzten Fall. Ein Kind wird entführt und weiß nichts davon. Ein Arzt tut, was er nicht soll. Ein Mann stirbt, zwei Physiker streiten, ein Polizeiobermeister ist verliebt.Juli Zeh: Schilf, Prolog

Schilf“ erschien 2007 im Schöffling Verlag und wurde bereits im Erscheinungsjahr von Bettina Bruinier und Katja Friedrich dramatisiert und am 13. Dezember 2007 am Münchner Volkstheater uraufgeführt. Für ihre Inszenierung wurde Bettina Bruinier mit dem Stern des Jahres der Münchner Abendzeitung ausgezeichnet.

In der letzten Woche hat nun die Berliner Filmproduktionsfirma X Filme Creative Pool mit der Produzentin Manuela Stehr und der Regisseurin Claudia Lehmann die Dreharbeiten zu Juli Zehs Kriminalgeschichte gestartet.

Hauptfiguren der Handlung sind die beiden elitären Physiker Sebastian (Mark Waschke) und Oskar (Stipe Erceg), die sich seit ihrem Studium in Freiburg im Breisgau kennen und lieben. Doch Sebastian fühlt sich am Ende des Studiums von der Dauerkonkurrenz mit dem genialeren Oskar überfordert und flüchtet in die Ehe mit der wunderschönen und erfolgreichen Galeristin Maike (Bernadette Heerwagen). Mit Maike und dem gemeinsamen Sohn Liam führt er ein glückliches Familienleben in Freiburg, wo ab und an Oskar als Gast auftaucht. Physikalisch hat sich Sebastian zum Ärger Oskars auf die exotische Viele-Welten-Theorie spezialisiert, die als wissenschaftliche Sackgasse gilt. Oskar haben seine bahnbrechenden Forschungen zum Wesen der Zeit an das berühmte Schweizer Forschungsinstitut CERN geführt, wo er daran arbeitet, „die Quantenmechanik mit der allgemeinen Relativitätstheorie zu vereinigen.

Aus dieser Figurenkonstellation entwickelt sich ein dramatischer Konflikt. Auf der Fahrt in ein Ferienlager wird Liam entführt und ein Erpresser fordert Sebastian scheinbar auf, einen Mediziner zu töten, wenn er seinen Sohn lebend wiedersehen will: „Dabbeling muss weg“ lautet die Aufforderung. Dieser Arzt Dabbeling ist nicht nur in einen Medizinskandal verwickelt, sondern als Freund der Frau Sebastians auch Gegenstand seiner Eifersucht. Nachdem Sebastian diesen Mord verübt hat, übernimmt der ebenfalls geniale Kommissar Schilf, der von einer tödlichen Erkrankung gezeichnet ist, die Ermittlungen.

Quelle: Börsenblatt

Shortlist zum Internationalen Literaturpreis 2011

Das Haus der Kulturen der Welt hat sechs Bücher für die Shortlist zum „Internationalen Literaturpreis †“ Haus der Kulturen der Welt 2011“ nominiert. Der Preis für internationale Erzählliteratur wird seit 2009 jährlich durch das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen vergeben. Er ist mit 35.000 Euro dotiert. 25.000 Euro erhält der Autor und 10.000 Euro der Übersetzer. Bis zum 25.02.2011 haben deutschsprachige Verlage insgesamt 111 Titel eingereicht. Die Jury, bestehend aus namhaften Literaturkritikern, Journalisten, Übersetzern und Autoren, werden den Preisträger am 15.06.2011 bekanntgeben. Die Preisverleihung findet in Anwesenheit der Preisträger am 29.06.2011 in Berlin statt. Moderiert wird der Abend von der ZDF-Kulturjournalistin Luzia Braun, die Festrede hält der Übersetzer und Schauspieler Hanns Zischler. Der Schauspieler Ulrich Matthes wird aus der deutschen Übersetzung lesen und der Preisträger Auszüge aus dem Originaltext vorstellen.

Die nominierten sechs Titel, ihre Autoren und Übersetzer (in alphabetischer Reihenfolge):

Barroco Tropical von Agualusa, José Eduardo -  aus dem Portugiesischen von Michael Kegler

Kurzbeschreibung
Dem Schriftsteller Bartolomeu Falcato fällt eine Frau buchstäblich vor die Füße. Allerdings nicht aus heiterem Himmel, sondern aus einem Unwetter heraus, und es ist klar, dass sie nicht freiwillig gestürzt ist.
Bei der Toten handelt es sich um Núbia de Matos, Model und angebliche Ex-Geliebte der Präsidentin. Nur fünf Tage zuvor hatte sie Falcato in der Abflughalle des Flughafens angesprochen, ihn bedrängt und pikante Details aus den Hinterzimmern der politischen Eliten erzählt. Doch statt sich um die Aufklärung des mysteriösen Todesfalls kümmern zu können, wird Falcato selbst zum Verfolgten. Ominöse Anrufer warnen ihn, in seineWohnung zurückzukehren. Und auch seine Frau darf nicht wissen, was er zur fraglichen Zeit am fraglichen Ort zu suchen hatte, und vor allem nicht, mit wem
Was folgt, ist eine rasante Odyssee durch den Untergrund und die Abgründe der angolanischen Hauptstadt Luanda. 24 Stunden, in denen Falcato selbst in einen Strudel aus skrupelloser Gewalt, Leidenschaft und Eifersucht gerät. Und dann sind da noch die schwarzen Engel, die auf den Dächern der Hochhausruinen tanzen, die seit dem Ölboom überall in Luanda in den Himmel ragen. Hirngespinste? Realität gewordene afrikanische Mythen?
José Eduardo Agualusa schafft in seinem im Jahr 2020 angesiedelten Roman ein filmisches und poetisches Panoptikum Angolas aus vermeintlichen Trugbildern und politischer Realität.

Der Sandberg von Joanna Bator – aus dem Polnischen von Esther Kinsky

Kurzbeschreibung
Die rebellische Dominika mit dem dunklen Teint und der »Zigeunermähne« ist eine Außenseiterin. In der Klasse fühlt sie sich zu den Mitschülern hingezogen, die anders sind: zu Dimitri, dem Sohn griechischer Exilanten, und zu Malgosia, ihrer lesbischen Freundin. Das Leben im »Sandberg«, der heruntergekommenen Plattenbausiedlung am Rande einer westpolnischen Kleinstadt, ödet sie an: der Dreck, der Suff; ihre Mutter, die von einem Schwiegersohn aus Castrop-Rauxel träumt; die von Kirche und Konsumwahn manipulierten Nachbarsfrauen. Was geht sie das an? Wie kommt sie überhaupt hierher? Geliebt fühlt sich Dominika nur von ihren Großmüttern †“ Halina, die im »Deutschenhaus« in der Altstadt wohnt, und Zofia, die sich 1943 das Leben nehmen wollte. Eines Tages, als sie bei Zofia im Garten unter dem Walnußbaum sitzt, taucht ein Historiker aus Kalifornien auf, der die Spur eines jüdischen Freundes verfolgt und wie beiläufig ins Gespinst der Lebenslügen hineinsticht, aus dem Dominika sich befreien will. Joanna Bator, die wohl stärkste neue Stimme der polnischen Literatur, erzählt in einer reichen, sinnlichen Sprache und mit giftiger Ironie von den Träumen, Ängsten und Hoffnungen einer von Krieg und Flucht traumatisierten Generation und von der Rebellion und Freiheitssehnsucht ihrer Kinder.

Der verlorene Vater von Edwidge Danticat – aus dem Englischen von Susann Urban

Kurzbeschreibung
Neun Geschichten über einen Mann, der von Haiti in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist †“ angeblich auf der Flucht vor dem Duvalier-Regime, von dem er verfolgt und gefoltert wurde. Äußeres Zeichen dieses Schicksals ist eine lange Narbe. Erst im Erwachsenenalter erfährt seine in New York geborene Tochter, dass ihr Vater keineswegs Opfer, sondern Täter war, ein Mann, der alle Finessen des Folterns beherrschte, der das Leben unzähliger Menschen zerstörte. Die einzelnen in sich abgeschlossenen Kapitel zeichnen das Bild der haitianischen Gesellschaft zwischen Armut, Willkürherrschaft, Flucht und Auswanderung. Es kommen Menschen zu Wort, denen das Leben unter der paradiesischen Sonne Haitis zur Hölle wurde.

Zone von Mathias Énard – aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller

Kurzbeschreibung
Francis Mirkovic, alias Yves Deroy, sitzt im Pendolino von Mailand nach Rom, inkognito und erster Klasse reisend, und über ihm, mit einer Handschelle an der Gepäckstange gesichert, ein Metallkoffer voller Dokumente und Fotos – der „Koffer voller Toten“. Er enthält die Listen von Kriegsverbrechern, Waffenhändlern und Terroristen, die Francis als Agent des französischen Geheimdienstes in den Konfliktzonen des Mittelmeerraums zusammengestellt hat und an den Vatikan verkaufen will, um ein neues Leben zu beginnen. Erschöpft von Alkohol und Amphetaminen lässt er seinen Erinnerungen freien Lauf – an die Entsetzlichkeiten des Balkankrieges, in die er zwei Jahre als Söldner verwickelt war, an die Freunde, die neben ihm starben, an die Menschen von Algier bis Jerusalem, die er ausspionierte, an die Frauen, die er liebte: Stéphanie, die kein Kind „mit einem Barbaren wie ihm“ wollte, oder Sashka, die vielleicht noch in Rom auf ihn wartet. In einem einzigen Satz des symphonisch gestalteten inneren Monologs, im Stakkato des Nachtzugs, mäandernd, sich wiederholend, springt der Erzähler von Ereignis zu Ereignis – vom Blutbad der christlichen Phalange in Beirut 1982 zu Mussolinis Nordafrikakrieg, vom Den Haager Kriegsverbrecherprozess zu seinem Vater, der auf französischer Seite im Algerienkrieg folterte -, benennt die Gräuel aus der Geschichte und Gegenwart des Mittelmeers, die sich zu einem homerischen Fresko der Gewalt formen. Mit seinem Roman Zone erweist der junge Autor Énard einem Epos über den Krieg Reverenz, das zur Gründungsakte der europäischen Literatur wurde: Homers Ilias.

Yalo von Elias Khoury – aus dem Arabischen von Leila Chammaa

Kurzbeschreibung
So wie für Lawrence Durrell das alte Alexandria die Hauptstadt der Erinnerung war, ist für Elias Khoury das wiederaufgebaute Beirut die Hauptstadt der Amnesie. Yalo, der aus einer christlich-syrianischen Familie stammt, wächst in Beirut auf. Jung gerät er in eine der Milizen des Krieges. Nach dessen Ende wird er Wächter eines Waffenhändlers. In den Hügeln außerhalb Beiruts überfällt er nächtens Liebespaare, raubt und vergewaltigt †“ und verliebt sich in eines seiner Opfer, Shirin. Sie zeigt ihn an. Er wird festgenommen und gefoltert. Man zwingt ihn, sein Leben aufzuschreiben, immer neu, denn nie sind die Folterer zufrieden †“ selbst wenn er zugibt und ausmalt, was er gar nicht getan hat. So gerät Yalo außer sich. Im Schmerz trennt er sich von seinem Körper und erfindet sich im Geist. Mit jeder neuen Fassung verändert sich die Beschreibung, sie reichert sich an, sie franst aus, verschmutzt, färbt sich, oszilliert, sie nimmt ein Sprach- und Eigenleben an: Yalo †“ ein libanesisches Leben in Zeiten des Kriegs und Nachkriegs. Elias Khourys sprachmächtiger Roman erzeugt †“ mitreißend und erkenntnisstiftend zugleich †“ einen Taumel.

Venushaar von Michail Schischkin – aus dem Russischen von Andreas Tretner

Kurzbeschreibung
Warum haben Sie Asyl beantragt? Diese Frage muss der namenlose Erzähler mehrfach täglich ins Russische übersetzen. Er arbeitet als Dolmetscher für die Schweizer Einwanderungsbehörde bei Vernehmungen von Flüchtlingen aus der ehemaligen Sowjetunion. Doch beim Übersetzen des fremden Leids legt sich seine eigene Lebensgeschichte wie eine zweite Schicht um die Worte. Auch er ist ein Emigrant, der sich nach denen sehnt, die er nicht mehr um sich hat: nach seiner Frau und seinem Kind. Und plötzlich treten dem Dolmetscher neben seinen eigenen Erinnerungen und Gefühlen auch Geschichten aus anderen Welten und Zeiten entgegen. Auf faszinierende Weise erzählt Schischkin ein Jahrhundert russischer Geschichte und bettet außerdem das Leben des Dolmetschers durch Verweise in einen Kosmos der gesamten Weltkultur ein. „Venushaar† ist eine vielstimmige Parabel auf das verlorene Paradies †“ kunstvoll komponiert, stilistisch virtuos.

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Die Themen der eingereichten Werke sind so politisch wie privat: Liebe, Flucht, Asyl, Vaterliebe und Bruderkriege kennzeichnen das Spektrum; dahinter die Frage nach Menschlichkeit in finsteren Zeiten. Die kulturelle und geographische Vielfalt der Shortlist, die auch eine Vielfalt von Stimmen und Schreibweisen ist, zeigt einmal mehr, wie verwoben unsere Welt längst ist: Ein Schriftsteller aus Angola, der in Portugal lebt, ein Russe, der in der Schweiz Asylsuchende betreut, eine Haitianerin, die, in den USA aufgewachsen ist, von der Vergangenheit nicht loskommt, und eine Polin, die in enormer Dichte die großen Verwerfungen im kleinen Plattenbauleben einfängt†œ, teilte Marie Luise Knott, Mitglied der diesjährigen Jury, mit.

Quelle: Haus der Kulturen der Welt

Onleihe: Münchner Stadtbibliothek verleiht Bücher online

Von Hamburg bis Freiburg haben sich mittlerweile über 200 Stadtbibliotheken und Büchereien dem Bibliotheksdienstleister DiViBib angeschlossen.

Auch über die Webseite der Münchner Stadtbiblothek können Hörbücher, E-Books, E-Paper, Musik oder E-Videos online heruntergeladen und innerhalb eines bestimmten Zeitraums genutzt werden. Vorausgesetzt natürlich, man verfügt über einen gültigen Bibliotheksausweis und über einen PC oder E-Book-Reader. Wer ein iPhone oder iPad besitzt, kann ab sofort sogar im iTunes Store von Apple kostenlos die notwenige App herunterladen und so quasi in der moblilen Stadtbibliothek vorbeischauen.

Die Handhabung in denkbar einfach: Wer z.B. ein Buch zuhause auf seinem Computer lesen möchte, kann sich die Datei ganz einfach herunterladen. Zu dem jeweiligen Buch finden sich ausführliche Informationen wie Kurzbeschreibungen, Leseproben oder Seitenzahl. Die Rückgabe erfolgt automatisch. Nach einem zuvor bekanntgebenen Zeitraum, bei den aktuellen Büchern sind es in der Regel 7 Tage, wird der Zugang automatisch gelöscht, der Inhalt steht dann für den nächsten Interssenten bereit. So riskiert man natürlich keine Mahngebühren, kann allerdings unter Umständen ein Buch auch nicht zu Ende lesen. Die Anzahl der zu Verfügung stehenden Bücher wird angezeigt, ist ein Buch gerade vergriffen, hat man die Möglichkeit sich vormerken zu lassen. Wann das erwählte Buch dann zum Verleih bereit steht, wird ebenfalls angegeben.

Mich hätte jetzt brennend interessiert wie viel so ein „Download“ kostet, zumal die „Onleihe“ auch aktuelle Bestseller von Stieg Larsson, Henning Mankell, Arno Geiger oder Nobelpreisträgerin Herta Müller im Programm hat, das konnte ich aber nicht in Erfahrung bringen, da mein Bibliotheksausweis leider abgelaufen ist. Nur mit einer gültigen Ausweisnummer und einem Passwort erhält man logischerweise Zugang zu den Objekten der Begierde. 😉

Quelle: Onleihe