Jugendliteratur: Cassia & Ky von Ally Condie erscheint am 28.01.2011

Ein Bestseller kündigt sich: Seit fünf Wochen ist Ally Condies Jugendroman „Matched“ bereits in den Bestellerlisten der New York Times vertreten. Derzeit rangiert das Buch dort auf Platz 3 und das, obwohl es erst im November 2010 auf den US-amerikanischen Markt kam. Mittlerweile in mehr als 20 Sprachen übersetzt, avanciert der Roman zum internationalen Bestseller.

In Deutschland erscheint „Matched“ nun am 28.01.2011 im Fischer Verlag unter dem Titel „Cassia & Ky – Die Auswahl„. Auf ihrem Blog berichtet Ally Condie, dass im November 2011 der zweite Teil und im November 2012 der dritte Teil der als Trilogie angelegten Reihe um Cassia & Ky erscheinen soll.

In ihrem früheren Leben unterrichtete die Autorin nach ihrem Studium Englische Literatur in New York. Heute lebt sie mit ihrem Mann und den drei Söhnen in Salt Lake City und schreibt, liest und läuft am liebsten. Für den Fall, dass sie nicht mehr schreiben möchte, hat sich offen gehalten eventuell wieder als Lehrerin zu arbeiten. Wer mehr über sie erfahren möchte, findet sie auch auf  Twitter oder Facebook.

„Cassia & Ky 01 – Die Auswahl“ umfasst 464 Seiten und wird Jugendlichen ab 14 Jahren empfohlen.

Als ich „Cassia & Ky“ gelesen habe, spürte ich dieselbe Begeisterung wie bei den „Bis(s)-Romanen“. Jodi Reamer, die Entdeckerin von Stephenie Meyer

Kurzbeschreibung
Das System sagt, wen du lieben sollst – aber was sagt dein Herz?

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich bestimmt wird. Was würdest du tun? Für die wahre Liebe dein Leben riskieren? Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Microchip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll?

Eine Liebesgeschichte: Non, je ne regrette rien – Edith Piaf

Mit „Non, je ne regrette rien“ schuf der Komponist und Sänger Charles Dumont ein Denkmal für Edith Piaf – und sie für ihn.

Sie sagte: „Junger Mann, machen Sie sich keine Sorgen mehr. Darauf habe ich mein ganzes Leben gewartet. Dieses Lied wird um die Welt gehen.“

Als Charles Dumont Edith Piaf im Oktober 1960 „Non, je ne regrette rien“ vorstellte, war sie schon todkrank und wollte nicht mehr auftreten. Im Dezember 1960 stand sie wieder auf der Bühne und feierte ein umjubeltes Comeback. Ganz Paris schien mit ihr zu beben, als diese so zerbrechlich wirkende Frau zum Höhepunkt „Non, je ne regrette rien“ anstimmte.

Edith Piaf starb am 10. Oktober 1963 in Plascassier.

Charles Dumont nennt die Komposition „seine beste Visitenkarte“. „Ich hatte das ungewöhnliche Glück, dass eine Künstlerin auf der Höhe ihres Könnens mein Lied zu einem Welterfolg machte. Ich durfte mithelfen, eine Legende zu schaffen„, berichtet er in einem Interview, das die Süddeutsche Zeitung unter dem Titel „Ein Lied für ein ganzes Leben“ am 11.01.2011 veröffentlichte.

6,3 Million Mal wurde das Video mit dem Chanson bei YouTube angeklickt. Erst klingt es dunkel, trotzig, bebend, drängend, dann jubelnd, triumphierend – man kann sich diesem Lied kaum entziehen.

Nein, absolut nichts, nein, ich bereue nichts.
Weder das Gute, das man mir angetan hat, noch das Böse. Das alles ist mir egal.
Alles ist bezahlt, weggekehrt, vergessen.
Ich pfeife auf die Vergangenheit.
Mit meinen Erinnerungen habe ich das Feuer entzündet.
Meinen Kummer, meine Freuden, ich brauche sie nicht mehr.
Weggekehrt sind all die Liebschaften und großen Gefühle, weggekehrt für immer.
Ich fange wieder von vorn an.
Denn mein Leben, meine Freuden,
beginnen heute mit dir.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Liebe und Magie: Phoenixfluch von Jennifer Benkau [Rezension]

Phoenixfluch von Jennifer Benkau

Ein Fluch, eine grenzenlose Liebe und Magie

Ohne eingreifen zu können, muss die junge Hexe Helena mit ansehen, wie ein junger, gutaussehender Mann direkt vor ihren Augen Selbstmord begeht. Immer noch schockiert von diesem Ereignis, trifft sie ihn nur einen Tag später quicklebendig an ihrer neuen Arbeitsstelle wieder.

Samuel, der tragische Held dieses Romans, trägt einen Fluch in sich. Er ist gezwungen, jeden Abend sein Leben zu beenden, um am darauf folgenden Morgen wie der Phönix aus der Asche zu neuem Leben zu erwachen. Damit er sich nicht gänzlich verliert, muss Sam immer wieder aufs Neue den Verlockungen der Hölle widerstehen. In seiner qualvollen Trauer um den frühen Tod seiner Frau, ließ er sich vom Teufel dazu verleiten, ihm seine Seele zu verkaufen. Doch das Schicksal, dargestellt in der Gestalt eines Kindes, hatte andere Pläne mit ihm. Helena, selbst durch ein trauriges Ereignis geprägt, wurde vom Schicksal dazu bestimmt an Samuals Seite den Fluch zu brechen, was ihr, allen Widrigkeiten zum Trotz, letztendlich auch gelingt.

Schon im Sommer 2010 habe ich mit Begeisterung Jennifer Benkaus Debütroman „Nybbas Träume“ gelesen – der „Phönixfluch„  ist aber noch um Längen besser. Der Roman handelt von grenzenloser Liebe, von Hoffnung und Vertrauen, Schuld und Sühne und von tiefer Verzweiflung. Mit Spannung und Action und einer Prise Humor hat Jennifer Benakau einen eindrucksvollen Erzählstrang geknüpft, der sich wie ein festes Band durch diese wunderbare Geschichte zieht. Auch das Sinnliche und Erotische kommt nicht zu kurz und wurde von der Autorin bemerkenswert feinfühlig mit eingeflochten. Der Leser leidet mit Samuel, erlebt seinen verzweifelten Kampf mit den Dämonen und beginnt mit Helena zu lieben, sich sorgen, hoffen und am Ende gewinnen.

Die sympathischen Randfiguren schließt man unwillkürlich auch gleich ins Herz. Wohltuend ist, dass die Autorin sich nicht in endlosen Schilderungen der männlichen und weiblichen Attribute verliert, wie es in diesem Genre oftmals üblich ist. Gegen Ende der Geschichte wird der Leser noch mit einer überraschenden Wendung konfrontiert. Ausgesuchte Zitate krönen zu Beginn jedes neue Kapitel.

Ich bin gleich auf den ersten Seiten in diese Geschichte eingetaucht, versunken, um am Ende nachdenklich und überrascht, dass sie schon zu Ende ist, wieder aufzutauchen… mit einem leichten Minzgeschmack auf der Zunge und nach einer grauen Katze Ausschau haltend. Neugierig geworden? Dann einfach den Roman lesen! 😉
Auch jedem Skeptiker von paranormalen Fantasygeschichten kann ich „Phoenixfluch„  nur empfehlen. Der Roman regt unter anderem dazu an, Parallelen zu ziehen im täglichen Kampf mit unseren eigenen Dämonen, die wir †“ mehr oder weniger- alle in uns tragen.

Der Lesekreis bedankt sich bei Angie für diese begeisterte Buchbesprechung und beim Sieben Verlag, hier findet sich auch eine Leseprobe, für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares.

Die broschierte Ausgabe von „Phoenixfluch“ umfasst 220 Seiten und ist am 01.12.2010 im Sieben Verlag erschienen.

Kurzbeschreibung
Seit Jahrzehnten erträgt Samuel seine verfluchte Existenz. Einst hatte er in seiner Verzweiflung dem Werben des Teufels nachgegeben, der ihn in den Selbstmord lockte. Doch der Schicksalsgöttin Moira, die andere Pläne mit Samuel hatte, gelang ein Handel mit Satan und sie schickte Samuel zurück ins Leben. Aber alles hat seinen Preis einen Preis, den Samuel jeden Tag bezahlen muss. Helena ahnt nicht, wie sehr das zufällige Zusammentreffen mit Samuel ihr Leben verändern wird. Als Nachfahrin einer alten Hexenzunft spürt sie, dass Samuel ihr etwas verheimlicht. Doch so sehr er sich auch sträubt, Helena gibt so schnell nicht auf. Für ihre Liebe zu Samuel ist sie bereit zu kämpfen, auch wenn der Gegner eine unbekannte Größe darstellt.

Über die Autorin Jennifer Benkau
Verspielt. Maßlos. Begeisterungsfähig †“ nein, frenetisch. Amoralisch. Erschreckend unsensibel. Blauäugig (in jedem Sinne) und ungeduldig. Ich bin Baujahr 1980, aber wenn ich Alkohol kaufen möchte, muss ich immer noch meinen Ausweis zeigen. Den Zwang, ein guter Mensch sein zu müssen, habe ich vor Jahren abgelegt, seitdem kann ich wirklich nett sein. Meine große Klappe und meinen Sarkasmus darf man mir sowohl positiv als auch negativ auslegen, und ich verberge meine Arroganz unter Schüchternheit und die Schüchternheit unter Arroganz. Vermutlich rede ich zu viel und sage zu wenig.

Ich schreibe mit ganzem Körpereinsatz. Paralysiert von meiner Muse, bewegungslos †“ bis auf meine Finger, die auf die Tasten einhacken. Nächtelang. Hemmungslos. Oder auch mal fluchend, herumrennend, lachend, jammernd, Türen zuschlagend, mich selbst hassend, oder vor Euphorie auf dem Sofa hüpfend. Das sieht leider sehr albern aus. Und wenn ich dann noch beginne, Dialoge nachzuspielen …

Außerdem habe ich einen Heidenspaß an Formulierungen. Verspielter Stil? Ja. Gradlinig verschnörkelt. Meine Figuren sind mehr als nur das. In ihrer penetranten Sturheit sind sie mir oft lieber als reale Gesellschaft und wichtiger als Schlaf oder Nahrungsaufnahme. Sie sind meine Engel und meine Dämonen, nicht selten in einer Person. Gerne nehmen sie mir die Arbeit ab und drängen den Plot in völlig neue Richtungen. Wie ich, tun sie grundsätzlich was sie wollen.

Wenn ich schreibe brauche ich dazu immer Musik und grundsätzlich Kaffee. Ich bete zur heiligen Senseo.

Die Phase, in der ich mich vor Drama, Action und Romantik fürchtete, habe ich schon lange überwunden.

Real romance is not for sissies!

Paulo Coelho: in Iran has banned all of your books

„Secondly, unfortunately I was informed today that the Ministry of Culture and †˜Islamic Guidance†™ in Iran has banned all of your books, even the unauthorized versions published by other publishers. My friends have been told that no book that has Paulo Coelho†™s name on it will be authorized to be published in Iran any more“, schreibt der Verleger Arash Hejazi (Caravan Books) am 09.01.2011 in einer Mail an den brasilianischen Schriftsteller Paulo Coelho.

Paulo Coelho veröffentlichte dieses Schreiben am Montag, den 10.01.2011, auf seinem englischsprachigen Blog.

Die Bücher seien ohne Erklärung verboten worden. Der 63-jährige Bestseller-Autor selbst betonte, es könne sich nur um ein „Missverständnis“ handeln, das hoffentlich diese Woche aufgelöst werden könne. Er zähle in dieser Frage sehr auf die Unterstützung der brasilianischen Regierung. Seine Bücher würden seit 1998 im Iran in verschiedenen Verlagshäusern veröffentlicht. Schätzungsweise seien bisher etwa sechs Millionen Bücher im Iran verkauft worden. „Eine willkürliche Entscheidung, nach zwölf Jahren Veröffentlichungen in dem Land, kann nur ein Missverständnis sein.“

Warum Coelho von einem Missverständnis ausgeht, leuchtet nicht ganz ein. Sein Roman „Zahir„, erschienen 2005, wurde schon im Mai 2005 auf der 18. Internationalen Buchmesse von Teheran im Iran ohne Angabe von Gründen konfisziert. Coelho gehört zu den zehn Autoren, die weltweit die meisten Bücher verkauften. Die Gesamtauflage seiner Publikationen soll inzwischen auf 65 Millionen Exemplare angewachsen sein (2005). Auch die Bücher anderer einflussreicher Autoren mit Millionenauflagen dürfen im Iran nicht verkauft werden; so zum Beispiel Gabriel Garcia Márquez` „Erinnerung an meine traurigen Huren“ oder Dan Browns „Sakrileg„.

Ana de Hollanda, die brasilianische Ministerin für Kultur, bedauerte das Publikationsverbot des Schriftstellers Paulo Coelho im Iran. Sie sagte, sie würde versuchen über eine Anfrage beim Außenminister Antonio Patriota mehr Informationen über den Vorfall zu bekommen.

Quelle: Paulo Coelho Blog

Robert Pattinson spielt Eric Packer in Don DeLillos „Cosmopolis“

Eric Packer ist unermesslich reich, ein gewissenloser Spekulant der New Economy, dessen Blick auf die Wirklichkeit durch Spy-Kameras und Börsennachrichten distanziert und zynisch geworden ist. Während das Leben im Inneren seiner rollenden Festung zum Fernsehbild gerinnt, träumt Packer von hartem Sex, philosophiert über digitale Medien, geilt sich an riskanten Termingeschäften mit dem japanischen Yen auf und lässt sich seine „asymmetrische“ Prostata untersuchen. Am Ende des Tages schließlich verliert Packer nicht nur das Geschäft seines Lebens, sondern kommt selbst zu Tode – ein finaler Akt der sinnlosen Gewalt, der in dieser Geschichte ebenso banal wie logisch erscheint. Peter Schneck – aus der Amazon Redaktion

Diesen nicht gerade sympathischen Eric Packer spielt der smarte Twilight-Star Robert Pattinson in David Cronenbergs Romanadaption von Don DeLillos „Cosmopolis„. Robert Pattinson könnte damit sein Image weiter aufpolieren und seine Karriere als Schauspieler vorantreiben. Zunächst war Colin Farrell für die Rolle vorgesehen. Dieser entschied sich allerdings für die Arbeit mit Len Wiseman und das Remake zu „Total Recall„.

Robert Pattinson sagt, dass er ein Fan der Romane des US-amerikanischen Autors Don DeLillo ist, der neben Thomas Pynchon als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Amerikas gilt. Eines seiner meistbeachteten Werke ist der Roman „Unterwelt“, der 1998 in der deutschsprachigen Übersetzung zunächst bei Kiepenheuer & Witsch erschien und später im Goldmann Verlag neu aufgelegt wurde. „Cosmopolis“ erschien 2003 und wurde im April 2010 vom Verlag der Süddeutschen Zeitung in die „Bibliothek der Metropolen“ aufgenommen.

Der Roman wirft einen schonungslosen Blick ins Innere der aufgeheizten Geldkultur und des hemmungslosen Spekulantentums der neuen Märkte am Beginn des 20. Jahrhundert. Mit virtuellen Valutaverschiebungen werden Milliarden gescheffelt und Finanzimperien für einen Tag aufgebaut, um im nächsten Moment zu kollabieren und dabei ganze Volkswirtschaften in den Abgrund zu reißen. Nach seinem epischen Großwerk Unterwelt und der eher lyrischen Skizze Körperzeit legt DeLillo mit Cosmopolis eine irritierend bösartige Vignette amerikanischer Gegenwartskultur vor, die radikal entlarvend und zugleich wider Willen faszinierend wirkt; ja trotz der Exzesse Packers bisweilen sogar komisch.

Kurzbeschreibung
New York an einem Tag im April 2000. Eric Packer, erfolgreicher Vermögensverwalter, fährt in seiner Limousine quer durch Manhattan, um sich bei seinem Lieblingsfriseur die Haare schneiden zu lassen. Weltweit wackeln die Börsenkurse und als Eric viele Stunden und etliche riskante Termingeschäfte später endlich seinen Haarschnitt bekommt, droht auch sein Leben aus den Fugen zu geraten. DeLillo schildert die Geschichte eines Tages im Leben eines besessenen Global Players grotesk, witzig, böse, klug.

Die Dreharbeiten sollen in diesem Jahr beginnen. Wann „Cosmopolis“ in die Kinos kommt, ist noch nicht bekannt. Dafür wird Robert Pattinson zunächst in dem Film „Wasser für die Elefanten“ voraussichtlich schon am 14.04.2011 zu sehen sein.