In diesem Jahr hat das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zum dritten Mal den mit 5.000 Euro dotierten Preis für einen bayerischen Kleinverlag vergeben. Den Preis erhält im Jahr 2011 die edition fünf aus Gräfelfing.

Die Edition Fünf hat bereits mit ihren ersten Publikationen ein vielversprechendes Debüt in der bayerischen Verlagsszene gewagt. Der Verlag überzeugt durch seinen markanten Schwerpunkt auf Frauenliteratur wie seinen hohen inhaltlichen und ästhetischen Anspruch“, so Kunstminister Wolfgang Heubisch in der Pressemitteilung.

Die Jury würdigte das klare und konsequente Verlagsprogramm der Edition Fünf, die durch die Verlegerin Silke Weniger gegründet wurde. Verlegt werden jährlich fünf nach hohen Qualitätskriterien ausgesuchte literarische Werke, die ausschließlich von Schriftstellerinnen stammen. Die Publikationen bestechen, so die Jury, durch äußerst gepflegte und klare, gleichzeitig ausgesprochen junge und frische Gestaltung. Der Preis soll die Edition Fünf dazu ermutigen, ihr markantes Programm weiter auszubauen.

Nachdem im Jahr 2010 die ersten fünf Geschichten vom „Aufbruch“ handelten, erschienen am 24.08.2011 die zweiten Fünf unter dem Motto „Wagnisse“. Alle fünf Bände erzählen Lebens- und Liebes­abenteuer, die vor allem eines zeigen: Der Mut, sich in die Welt zu wagen, bedeutet immer auch den Mut, zu sich selbst zu finden.

Die Auswahl sei in diesem Jahr aufgrund der hohen Qualität vieler Einreichungen besonders schwer gewesen, heißt es in der Mitteilung. In engster Auswahl standen danach der Verlag Dölling und Galitz (München und Hamburg), der Horncastle Verlag aus München und der Logo Verlag aus Obernburg in Franken.

Der Preis wurde 2009 im Rahmen des bayerischen Literaturförderprogramms geschaffen und wird jährlich vergeben. Neben dem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro ist die Auszeichnung mit weiteren Förderungen verbunden: Der bayerische Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels finanziert dem ausgezeichneten Verlag die Standgebühren für die im November stattfindende Münchner Bücherschau und ermöglicht außerdem zwei Fortbildungen.

Quelle: Börsenblatt
Quelle Foto: © edition fünf

Bayerische Staatsregierung will 5,7 Millionen bei städtischen Gymnasien kürzen

Laut einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion vom 05.10.2010 plant die Bayerische Staatsregierung offenbar eine weitere Kürzung ihres Anteils an der Finanzierung der kommunalen Gymnasien in Bayern. Ein aktueller Gesetzentwurf, der sich gerade in der Verbandsanhörung befindet, sieht vor, dass wegen der Einführung des G8 insgesamt 5,7 Millionen Euro bei den städtischen Gymnasien eingespart werden sollen.

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, Hans-Ulrich Pfaffmann, hält dies für untragbar: „Abgesehen davon, dass sich der Freistaat beim Lehrpersonalkostenersatz seit Jahrzehnten zu Lasten der Kommunen abspatzt, indem er lediglich 61 Prozent der tatsächlichen anfallenden Lehrergehälter zurückerstattet, kommt es ab 2012 zu weiteren Verlusten für die Kommunen. Und das, obwohl die Fakten noch nicht feststehen: Es ist erstens überhaupt nicht abzusehen, ob die Gymnasien tatsächlich in gleichem Maße vom Schülerrückgang betroffen sein werden und zweitens wäre es besser, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und nicht Lehrer abzuziehen.“

In einer Forsa-Umfrage, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in der letzten Woche in Berlin veröffentlicht hatte, sprachen sich 96 Prozent der Befragten dagegen aus, bei rückläufigen Schülerzahlen die Investitionen in den Bildungsbereich zu kürzen.

Bereits im Mai 2010 sorgte Kultusminister Ludwig Spaenle für Wirbel, als er im Bayerischen Rundfunk einen bildungspolitischen Sparkurs mit den Worten angekündigte: „Diese Zielsetzung von 1.000 zusätzlichen Lehrerplanstellen wird im Doppelhaushalt nicht mehr avisiert. Davon müssen wir im Moment ausgehen, dass es einen solchen Lehrerplanstellenzuwachs nicht mehr geben wird.“ Die Haushaltssituation sei aktuell „extremst schwierig“.

Im 2008 mit der FDP geschlossenen Koalitionsvertrag heißt es zu dem Thema: „Wir wollen bis zum Ende der Legislaturperiode Klassenhöchstzahlen von 25 an den Grund- und Hauptschulen bzw. 30 an den übrigen Schulen erreichen. (…) Dazu ist pro Schuljahr (SJ 08/09 bis SJ 13/14) die Schaffung von mindestens 1.000 zusätzlichen Lehrerstellen erforderlich.“

Angesichts der Äußerungen Spaenles schien somit ein zentrales Versprechen der Koalitionsregierung in Gefahr und es hagelte Proteste seitens der Opposition und des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes.

Daraufhin erklärte Spaenle: „Es gibt in Bayern keine Kürzungen im Bildungsbereich, Ziel der Staatsregierung bleibe, die im Koalitionsvertrag vereinbarten zusätzlichen Lehrerplanstellen auch umzusetzen. Ich bin missverstanden worden.“