Jörn hat heute ein nettes kleines Video entdeckt, in dem die Bücher in der Buchhandlung Type Books in Toronto ein Eigenleben entwickeln.

Der Marketing-Profi Sean Ohlenkamp verbrachte für die Aufnahmen vier Nächte in dem Geschäft. Seine Frau und 15 Aushilfen haben ihm beim Umräumen geholfen. Jeden Morgen mussten die Regale für die Kunden wieder zum Verkauf bereit stehen. Sean Ohlenkamps nächstes Projekt soll in der Library of Congress realisiert werden.

Er sucht noch Helfer dafür. 😉

Quelle: Eliterator

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2010 geht an David Grossman

Zum Auftakt der Buchtage Berlin 2010 gab der Vorsteher des Börsenvereins, Gottfried Honnefelder, am 10.06.2010 bekannt, dass der Stiftungsrat den israelischen Schriftsteller David Grossman zum diesjährigen Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gewählt hat. Der Friedenspreis wird seit 1950 jährlich vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2010 David Grossman und ehrt damit den israelischen Schriftsteller, der sich aktiv für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt. In seinen Romanen, Essays und Erzählungen versucht er, nicht nur die eigene, sondern immer auch die Haltung der jeweils Andersdenkenden zu verstehen und zu beschreiben. David Grossman gibt dem schwierigen Zusammenleben eine literarische Stimme, die in der Welt gehört wird. Seine Bücher zeigen, dass die Spirale von Gewalt, Hass und Vertreibung im Nahen Osten nur durch Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes beendet werden kann. In seinem Hauptwerk ,Eine Frau flieht vor einer Nachricht‘ zeigt David Grossman die Bedeutung der Sprache für die Suche nach Identität und warnt vor ihrer zunehmenden Militarisierung. So bietet er inmitten einer Realität von Willkür, Zwang und Entfremdung Auswege aus dem jetzigen Zustand der Gesellschaft, die sich zwischen Krieg und Frieden befindet.“

David Grossman, geboren 1954 in Jerusalem, zählt zu den einflussreichsten Schriftstellern und Journalisten Israels. In seinen Romanen und Erzählungen, Essays und Kinderbüchern, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, setzt er sich vor allem mit der Identität seines Landes und dem israelisch-palästinensischen Konflikt auseinander. Er beteiligt sich zudem aktiv an der politischen Debatte um eine friedliche Lösung im Nahen Osten.

Bereits während seines Studiums der Philosophie und Theaterwissenschaften arbeitet David Grossman als Nachrichtenredakteur, Hörspielautor und -sprecher beim israelischen Rundfunk. 1983 veröffentlicht er mit „Das Lächeln des Lammes“ (dt. 1988) seinen ersten Roman. Mit dem 1986 erscheinenden Roman „Stichwort: Liebe“ (dt. 1991) über die zweite nachfolgende Generation der Opfer der Shoah und der Reportagensammlung „Der gelbe Wind“ (1987, dt. 1988) über das Verhältnis zwischen Israelis und Arabern wird er weltweit bekannt. Als er sich 1988 weigert, seine Berichterstattung über die Unabhängigkeitserklärung der Palästinenser zensieren zu lassen, bei der Jassir Arafat erstmals indirekt von einem Existenzrecht Israels spricht, wird Grossman fristlos entlassen. Fortan konzentriert er sich auf die Schriftstellerei und veröffentlicht in den folgenden Jahren zahlreiche Kinder- und Jugendbücher sowie Romane, in denen er die Komplexität des Lebens in der heutigen Welt beschreibt. Zunehmend setzt er sich als Unterstützer der Genfer Initiative auch in seinen politischen Kommentaren für eine Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern ein und dokumentiert in der Essaysammlung „Diesen Krieg kann keiner gewinnen“ (2003) seine wachsende Enttäuschung darüber, dass der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern nicht gelöst wird.

Bei Ausbruch des Zweiten Libanonkriegs 2006 fordert David Grossman mit anderen Schriftstellern eine Waffenruhe zwischen Israel und Libanon. Einige Tage später wird sein Sohn Uri von einer Rakete der Hisbollah getötet. Diese leidvolle Erfahrung versucht er in seinem Roman „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ (2008, dt. 2009) zu verarbeiten. In dem als sein epochales Hauptwerk bezeichneten Roman erzählt er von einer Frau und ihrem verzweifelten Versuch, sich und ihr Familienleben vor der harten und gewalttätigen Realität zu schützen, und verwebt ihre Erlebnisse auf der Reise durch Israel mit ihren Erinnerungen und den politischen Ereignissen. Auf eindrückliche Weise zeigt er dabei, wie das Schicksal der Menschen in Israel unauflöslich mit Politik und Krieg verbunden ist.

David Grossman hat für seine schriftstellerisches Werk und sein politisches Engagement zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Nelly-Sachs-Preis (1991), Premio Mondello (Italien, 1996), Manès Sperber-Preis (2002), Bialik Prize (Israel, 2004), Emet-Prize (Israel, 2007), Geschwister-Scholl-Preis (2008) und den Albatros-Preis (2010).

David Grossman ist verheiratet und hat drei Kinder, er lebt in Mevaseret Zion, einem Vorort von Jerusalem.

Die Verleihung findet während der Frankfurter Buchmesse am Sonntag, 10. Oktober, in der Paulskirche statt und wird live in der ARD übertragen.

Quelle: Börsenblatt

Schweizer Buchhandel kürt Kein & Aber zum Verlag des Jahres

In der Nacht des Schweizer Buchhandels vom 26. April 2010 wurden die Preise des Schweizer Buchhandels vergeben. Den Preis in der Kategorie Verlag des Jahres erhielt Kein & Aber. Die Leser des Schweizer Buchhandels konnten Anfang des Jahres Firmen für die Preise vorschlagen. Aus den über 50 nominierten Buchhandlungen und Verlagen hat eine Fachjury eine Shortlist mit je drei Kandidaten erstellt, aus der die Leser des Schweizer Buchhandels ihren Favoriten auswählten.

Der Preis ist mit 5000 Franken dotiert, gesponsert vom SBVV, Zürich.

Der Schweizer Buchhandel zur Nomination von Kein & Aber:

„Der gerade erst ins Teenageralter gerutschte Verlag Kein & Aber hat sich einen festen Platz im Buchhandel erobert. Dabei hat Verleger Peter Haag von Beginn weg auf zwei Standbeine gesetzt: Records und Bücher. Kein & Aber ist immer für eine Überraschung gut, man erinnert sich an den durchschlagenden Erfolg von Kunst aufräumen oder an die Reihe, die mit den Erfolgsmodellen ihren Anfang genommen hat und mit dem Fragebuch ebenso erfolgreich weitergeführt wird. Kein & Aber ist ein Schweizer Verlag, der auch in Deutschland eine Rolle spielt und auch der Herstellung, sowohl bei Büchern als auch bei Tonträgern, viel Aufmerksamkeit widmet. Mit dem Stand an der letztjährigen Buchmesse in Frankfurt hat der Verlag sein außerordentliches Gefühl für Ästhetik einmal mehr und erst noch augenzwinkernd unter Beweis gestellt. Der Wachstumsschub bezüglich Qualität und Quantität, der in den letzten Jahren eingetreten ist, wurde souverän absorbiert. Die Jury freut sich, dass ein Schweizer Verlag selbstbewusst – und gerne auch mal mit ganzseitigen Inseraten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – auftritt, die Konkurrenz nicht fürchtet und weit über die Grenzen hinaus seine Wirkung entfaltet.“

Herzlichen Glückwunsch!