Zwei junge Deutsche machen sich Ende des 18. Jahrhundert an die Vermessung der Welt.

Während Alexander von Humboldt (gespielt von Albrecht Abraham Schuch) sich durch Urwald und Steppe kämpft, den Orinoko befährt, Gifte kostet, Kopfläuse zählt, in Erdlöcher kriecht, Vulkane besteigt und Seeungeheuern und Menschenfressern begegnet, beweist auch der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß (gespielt von Florian David Fitz) im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt.

Alt, berühmt und ein wenig sonderbar geworden, treffen sich die beiden 1828 in Berlin.

Der Regisseur Detlev Buck hat Daniel Kehlmanns 2005 auf Deutsch erschienenen Roman „Die Vermessung der Welt“ für mehr als 10 Millionen Euro in 3D verfilmt. Gedreht wurde in Berlin und Görlitz sowie in Österreich und Ecuador.

Es ist eine ganz große Sache, wie meine Einfälle umgesetzt werden”, sagte Daniel Kehlmann gegenüber der Presse. „Es ist eine eigenständige Fassung, die im Geist sehr nah am Buch ist. Dennoch habe ich noch Details erfinden oder Szenen verändern können. Detlev Bucks Devise lautete von Anfang an: Je schräger, desto besser!“ Auch Produzent Claus Boje kündigte an: “Man wird viel zu lachen haben.

Humorvoll ist auch der Roman zweifellos, aber die Präsenz von so viel nackter Haut ist mir völlig entfallen. Ehrlich gesagt, hat mich der Trailer ein wenig irritiert. Kommt hier wieder die Marketingstrategie „Sex sells“ zum Ausdruck oder spielen Nacktszenen auch im Roman eine dermaßen gewichtige Rolle, dass fast die Hälfte eines 1-minütigen Trailers erklärbar sind?

Der Kinostart ist für den 25. Oktober 2012 angekündigt.

Quelle: Filmkritiker.de

Daniel Kehlmann erhält den Prix Cévennes für den besten europäischen Roman

Daniel Kehlmann erhält mit der französischen Übersetzung seines Romans Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten den Literaturpreis „Prix Cévennes“ für den besten europäischen Roman.
In der Jury-Begründung heißt es, nicht nur die Komposition und die Form des Romans seien brillant, auch die Art und Weise, in der der Autor wahre Lebensfragen stelle – nach dem Wesen des Ruhms, der Identität und danach, was es heißt, den Anderen zu kennen oder eben nicht, ihn zu verkennen.

Der Jury-Vorsitzende Alberto Manguel überreichte Daniel Kehlmann und der Übersetzerin Juliette Auberd den Preis in Alès, Südfrankreich. Der Preis wird seit 2007 jährlich vergeben und ist mit 20.000 Euro für den Autor und 5.000 Euro für den Übersetzer dotiert.

2008 wurde Juli Zeh mit dem Prix Cévennes für ihren Roman Spieltrieb ausgezeichnet.

Quelle: Börsenblatt

logo_rowohlt1 spiegel2

Am 05. Januar veröffentlichte der Spiegel eine Rezension über Daniel Kehlmanns neuen Roman „Ruhm“, obwohl das Buch erst am 16. Januar in den Handel gekommen war.

Die Rezension erschien unter dem Titel „Ich habe sehr gelitten„, und vielleicht haben Sätze wie: „Offensichtlich wollte Kehlmann das Spiel mit Illusion und Wirklichkeit auf die Spitze treiben und endet in der Belanglosigkeit“, Rowohlts Marketing- und Vertriebschef Lutz Kettmann auch dazu bewogen Verletzungen der Veröffentlichungsfrist nicht weiter hinzunehmen.

Heute hat der Rowohlt Verlag laut dem Börsenblatt Klage gegen das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ eingereicht, weil die Rezension über Daniel Kehlmanns neuen Roman „Ruhm“ zwei Wochen vor dem Erstverkaufstag veröffentlicht wurde.

„Für uns stand fest: Wir tun das, was wir auch angekündigt haben. Es geht letztlich auch darum, ein Zeichen zu setzen.“

In der Buchbranche haben viele Buchhandlungen und Verlage darauf gewartet, wie Rowohlt die Verletzung der Veröffentlichungsfrist wohl handhaben würde – schließlich steht auch die Glaubwürdigkeit der Institution Erstverkaufstag auf dem Spiel. „Das sind wir auch unseren Kunden, den Buchhändlern, schuldig“, meint Kettmann, „die in einer unangenehmen Situation stecken, wenn der Kunde mit der Besprechung in der Hand in den Laden kommt, aber das Buch noch gar nicht zu haben ist.“

Für Rowohlt sei es wichtig, dass die Situation um den Erstverkaufstag ein für allemal geklärt werde.

Quelle: Börsenblatt

Am Dienstag, den 17. Februar 2009, um 20 Uhr, stellt Daniel Kehlmann seinen neuen Roman „Ruhm“ im Audimax der Münchner LMU vor.

Moderation: Knut Cordsen (BR)

ruhm11Ruhm: Ein Roman in neun Geschichten

Ein Mann kauft ein Mobiltelefon und bekommt Anrufe, die einem anderen gelten. Er beginnt ein Spiel mit einer fremden Identität. Ein anderer wird von einem zum nächsten Tag nicht mehr angerufen. Eine Frau will nicht in den Geschichten ihres Liebhabers vorkommen, der Schriftsteller ist. Ein Internetblogger wäre so gern einmal im Leben eine Romanfigur.
Daniel Kehlmanns lang erwarteter neuer Roman verwebt neun einzelne Episoden zu einem raffinierten Spiel mit Realität und Fiktion, mit Identität und Doppelleben. „Ruhm“ ist ein brillantes Buch über das Wesen der Literatur.

Mehr Infos sowie eine Leseprobe zu Ruhm findet man hier.

Eintritt: 10,00 Euro, ermäßigt 8,00 Euro – Kartenreservierung: Tel. 089 / 291934-27
Veranstalter: Rowohlt Verlag, Stiftung Literaturhaus

Am 16. Januar erscheint Daniel Kehlmanns neuer Roman Ruhm im Rowohlt Verlag.

Sein Erfolgsroman Die Vermessung der Welt ist im 19. Jahrhundert angesiedelt, er dreht sich um die Genies Humboldt und Gauß.

In Ruhm geht es in neun Episoden aus dem 21. Jahrhundert, um Handys, Blogger, Schriftsteller, die sich in Realität und Fiktion verlieren. In der Kurzbeschreibung steht es sei brillanter und komischer Roman. Die Leseprobe, die der Rowohlt Verlag online gestellt hat, verspricht genau dieses:

Leseprobe Ruhm

Stimmen

Noch bevor Ebling zu Hause war, läutete sein Mobiltelefon. Jahrelang hatte er sich geweigert, eines zu kaufen, denn er war Techniker und vertraute der Sache nicht. Wieso fand niemand etwas dabei, sich eine Quelle aggressiver Strahlung an den Kopf zu halten?
Aber Ebling hatte eine Frau, zwei Kinder und eine Handvoll Arbeitskollegen, und ständig hatte sich jemand über seine Unerreichbarkeit beschwert. So hatte er endlich nachgegeben, ein Gerät erworben und gleich vom Verkäufer aktivieren lassen. Wider Willen war er beeindruckt: Schlechthin perfekt war es, wohlgeformt, glatt und elegant. Und jetzt, unversehens, läutete es.
Zögernd hob er ab.
Eine Frau verlangte einen gewissen Raff, Ralf oder Rauff, er verstand den Namen nicht.

Ein Irrtum, sagte er, verwählt. Sie entschuldigte sich und legte auf.
Am Abend dann der nächste Anruf. „Ralf!“ rief ein heiserer Mann. „Was ist, wie läuft es, du blöde Sau?“
„Verwählt !“ Ebling saß aufrecht im Bett. Es war schon zehn Uhr vorbei, und seine Frau betrachtete ihn vorwurfsvoll. Der Mann entschuldigte sich, und Ebling schaltete das Gerät aus.
Am nächsten Morgen warteten drei Nachrichten. Er hörte sie in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Eine Frau bat kichernd um Rückruf. Ein Mann brüllte, daß er sofort herüberkommen solle, man werde nicht mehr lange auf ihn warten; im Hintergrund hörte man Gläserklirren und Musik. Und dann wieder die Frau: „Ralf, wo bist du denn ?“
Ebling seufzte und rief den Kundendienst an. Seltsam, sagte eine Frau mit gelangweilter Stimme. So
et was könne über haupt nicht passieren. Niemand kriege eine Nummer, die schon ein anderer habe. Da gebe es jede Menge Sicherungen.
„Es ist aber passiert!“
Nein, sagte die Frau. Das sei gar nicht möglich.
„Und was tun Sie jetzt?“
Wisse sie auch nicht, sagte sie. So etwas sei nämlich gar nicht möglich.
Ebling öffnete den Mund und schloß ihn wieder. Er wußte, daß jemand anderer sich nun sehr erregt hätte […]

Fortsetzung hier bei Rowohlt © 2009 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek

Kurzbeschreibung
Ein Mann kauft ein Mobiltelefon und bekommt Anrufe, die einem anderen gelten nach kurzem Zögern beginnt er ein Spiel mit der fremden Identität. Ein Schauspieler wird von einem Tag auf den nächsten nicht mehr angerufen, als hätte jemand sein Leben an sich gerissen. Ein Schriftsteller macht zwei Reisen in Begleitung einer Frau, deren größter Alptraum es ist, in einer seiner Geschichten vorzukommen. Ein verwirrter Internetblogger wiederum wünscht sich nichts sehnlicher, als einmal Romanfigur zu sein. Eine Krimiautorin geht auf einer abenteuerlichen Reise in Zentralasien verloren, eine alte Dame auf dem Weg in den Tod hadert mit dem Schriftsteller, der sie erfunden hat, und ein Abteilungsleiter in einem Mobiltelefonkonzern verliert über seinem Doppelleben zwischen zwei Frauen den Verstand. Neun Episoden, die sich nach und nach zu einem romanhaften Gesamtbild ordnen, ein raffiniertes Spiel mit Realität und Fiktionen: ein Spiegelkabinett. Ein Buch über Ruhm und Verschwinden, Wahrheit und Täuschungen – voll unvorhersehbarer Wendungen, komisch und brillant.

Über den Autor
Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, lebt in Wien und Berlin. Sein Werk wurde unter anderem mit dem Candide-Preis, dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem WELT-Literaturpreis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis und dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Sein Roman ‚Die Vermessung der Welt‘, übersetzt in über vierzig Sprachen, ist einer der größten Erfolge der deutschen Nachkriegsliteratur.

Daniel Kehlmann geht auf Lese-Reise mit seinem neuen Roman. Am 17.02. stellt er Ruhm im Literaturhaus München vor. Weitere Termine finden sich hier.

Quellen: Rowohlt Verlag