Kurzbeschreibung
Die Familie Bigtree ist weit über Floridas Sümpfe hinaus für ihren Vergügungspark Swamplandia berühmt. Ava träumte zwar schon immer davon, der große Star der Alligatoren-Show zu werden, doch seit dem Tod ihrer Mutter bleiben die Zuschauer weg.

Nachdem erst ihr Bruder, dann ihr Vater aufs Festland verschwunden sind, ist das Mädchen alleine für die Insel und die siebzig Alligatoren verantwortlich und für ihre ältere Schwester Osceola, die ihr Herz an einen Geist verloren hat.

Als auch noch Osceola abhaut, bricht Ava zu einer gefährlichen Odyssee durch den Sumpf auf. Statt gegen Alligatoren kämpft sie nun um ihre Familie und entpuppt sich dabei als wahre Heldin.

Karen Russell wird in den USA als herausragende, neue Stimme der zeitgenössischen Literatur gefeiert. Mit sprudelnder Fantasie und bestechender Leichtigkeit führt sie uns in mysteriöse Landschaften und trifft dabei in unser Innerstes.

Die gebundene Ausgabe von „Swamplandia“ umfasst 512 Seiten und ist am 30.03.2011 im Verlag Kein & Aber erschienen.

Über die Autorin
Karen Russell, geboren 1981 in Miami, studierte an der Northwestern University in Evanston/Illinois Englisch und Spanisch. Ihre Erzählungen erscheinen u. a. im New Yorker und in Granta. Sie hat den „Transatlantic Review/Henfield Foundation Award“ erhalten und wurde 2009 von der National Book Foundation zu den fünf besten Schrifstellern unter 35 gewählt.

David Abbott, 1938 in London geboren, erzählt in ungemein präzisen, lange nachklingenden Bildern und Sequenzen die Geschichte einer Selbstvergewisserung wider Willen, einer inneren leidvollen Revision. Dabei enthüllt er unerbittlich die verborgenen Leidenschaften und Ängste seines Helden, seine inneren Kämpfe und seine Abgründe. Doch „Die späte Ernte des Henry Cage“ ist auch dies: ein Buch über den langsamen Verlust der Erinnerung und den Versuch, sie zu bewahren. Darin vor allem liegt seine unerhörte Wucht.“ Die vollständige Rezension von Peter Hennig „Der erleuchtete Spätstarter“ auf Spiegel Online Kultur.

Kurzbeschreibung
Es ist, als habe sich ein Fluch über das Leben von Henry Cage gelegt. Hatte er sich den Ruhestand nach langem, erfolgreichem Berufsleben als Manager einer florierenden Werbeagentur nicht redlich verdient? Doch Cage fühlt sich wie am Ende einer langen Liebe und realisiert, dass auch seine Lieben verheerend endeten. Getrennt von seiner Frau Nessa führt er ein zurückgezogenes Leben im Londoner Familienhaus, spielt abends Jazz und sammelt Romane des frühen 20. Jahrhunderts in Erstausgaben. Komfortabel? Nein. Ein kalter, einsamer Albtraum, der im Licht der nachfolgenden Ereignisse wie ein Idyll erscheint …

„Henry Cage ist ein Mann, der etwas aus dem Takt der Zeit gekommen ist, und er erlebt eine elende Reihe von unglücklichen Vorkommnissen – aber ist das schlicht Pech? Oder erntet er, was er gesät hat?“ David Abbott über Die späte Ernte des Henry Cage.

Über den Autor
David Abbott wurde 1938 in London geboren und galt jahrelang als einer der bedeutendsten Experten der Werbebranche. Nach diversen Firmengründungen und einigen Jahren in New York gründete er ›Abbott Mead Vickers‹, eine der einflussreichsten englischen Werbeagenturen, die unter anderem Volvo und Chivas Regal betreute. In Anerkennung für sein Lebenswerk als Kreativer wurde David Abbott 2001 in die Creative Hall of Fame des ›The One Club‹ aufgenommen. Die späte Ernte des Henry Cage ist sein erster Roman und fand auf Anhieb internationale Anerkennung.

Die späte Ernte des Henry Cage umfasst 360 Seiten und ist am 01.04.2011 im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen.

Der Maler und das Mädchen von Margriet der Moor

Elsje Christiaens war ein 18-jähriges Mädchen aus Jütland (Dänemark), das Anfang Mai 1664 in Amsterdam zum Tode verurteilt und öffentlich auf dem Dam-Platz vor dem Rathaus mit einem Strick erwürgt wurde. Zur Abschreckung wurde ihre Leiche an einen Galgen gehängt und auf die Halbinsel Volewijk, auf die andere Seite des IJ, gebracht, wo sie „van de Locht und ‚t Geflügel verzehrt“ wurde. Einige Tage zuvor hatte Elsje ihre Vermieterin, eine Schlaffrau, mit der Axt erschlagen.

Rembrandt ruderte noch an Elsjes Todestag nach Volewijk und fertigte zwei Skizzen von dem toten Mädchen am Galgen an. Bemerkenswert ist der unschuldige, kindliche Gesichtsausdruck.

[…]“Er und Elsje. Von oben, mit den Augen der Vögel betrachtet, die sie beide, während sie in der Luft kreisen, bereits eindeutig im Blick haben, wirken sie wahrscheinlich klein und eng mit einander verbunden. Aus großer Entfernung aufeinander zugereist. Und jetzt diese Szene. Die Begegnung eines sehr dummen Mädchens und eines Mannes, der absolut nicht weiß, wohin mit seinem Kummer, aber viel vom Malen versteht. Was sie verbindet, verdichtet sich in diesem Moment. Wie wenig es doch braucht, damit er fortdauert, nicht nur für kurze Zeit, sondern für immer.„[…]

Margriet de Moor hat diesen Roman dem Maler gewidmet. Elsje war die Wegweiserin zu ihm, Rembrandt, dessen Name nicht ein einziges Mal erwähnt wird. Die Handlung ist im 17. Jahrhundert angesiedelt, dennoch ist es kein rein historischer Roman, da die Autorin aus der Sicht des 21. Jahrhundert erzählt.

Im Dezember 1663 verschwindet Elsjes Schwester Sarah-Dina wortlos aus dem gemeinsamen Elternhaus. Elsje weiß, dass sie sich auf den Weg in die verlockende Stadt Amsterdam gemacht hat, um ihrer großen Liebe zu folgen. Sie hinterlässt Elsje 5 Taler, ein kleines Vermögen, und die stumme Botschaft, die immer mehr zu einem Befehl wird : „Komm du auch!“ Am 06. März 1664, noch mitten im dänischen Winter, verlässt sie glücklich und unbesorgt ihren Heimatort, Ragnar, der in sie verliebt ist und ihren Stiefvater. „Wie sollte sie ahnen, dass sie in Wirklichkeit nicht auf dem Weg in eine Erzählung ist, sondern in eine Zeichnung, Tusche auf Papier?“ Bei Treibeis landet ihr Schiff auf einer kleinen Insel, mit dem Schlitten erreicht sie die nächste Küstenstadt, um dann wiederum mit einem Schiff, das 50 Rinder geladen hat, endlich Mitte April in Amsterdam anzukommen. Schon am Ende der Rampe wird sie von einer Frau angesprochen, die ihr einen Schlafplatz anbietet. Elsje besitzt noch 2 Taler und einige Stuiver. Die Schlaffrau verlangt pro Woche einen Taler. Elsje macht sich ohne Erfolg auf die Suche nach ihrer Schwester in der großen Stadt Amsterdam. Das Geld ist bald verbraucht, und sie kann die Miete nicht bezahlen.  Sie schuldet der Wirtin nach zwei Wochen einen Taler. Sich zu prostituieren lehnt sie ab, und nachdem die Wirtin mit einem Besen auf sie losgeht, nimmt Elsje die Axt, die zufällig in einem Handwerkskasten in greifbarer Nähe liegt, und schlägt zu. „Eine Sache, die nur die beiden Frauen etwas angeht.“

Am 03. Mai 1664, dem Tag der Hinrichtung, strömen die Menschen zum Dam, um das Spektakel zu sehen. Rembrandt ist auf dem Weg zur Apotheke, er braucht Farben für sein neues Gemälde „Die jüdische Braut„. Die Hinrichtung interessiert ihn nicht, er macht einen Bogen um das Rathaus, in dem er anderthalb Jahre zuvor gedemütigt wurde. Eine Kommission hatte ein in Auftrag gegebenes Gemälde von ihm abgelehnt. Rembrandts 22-jähriger Sohn Titus steht in der Menge und sieht wie sie „das Ding“ ruckweise Stufe um Stufe höher hieven. Titus nimmt Elsjes Ende wie einen Sargträger auf die Schulter.

Der Maler und das Mädchen“ ist in 29 Kapitel gegliedert, die Handlung spielt letztendlich an diesem einen Tag im Mai 1664, den Tag der Hinrichtung. Dennoch steht die Geschichte um Elsje nicht im Vordergrund. In erster Linie geht es um Rembrandt. Der Erzähler greift in nicht chronologischen Rückblenden das Leben des Malers auf und schweift von Zeit zu Zeit in die Gegenwart ab.  Es geht um Rembrandts Gemälde „Die jüdische Braut„, um seine Insolvenz im Jahr 1656 und den dadurch bedingten Verlust seines Hauses in der Breestraat, seiner kostbaren Besitztümer und Gemälde und um den Tod seiner Kinder und seiner beiden Frauen. Seine zweite Frau Ricky (Hendrickje Stoffels) starb 1663 an der Beulenpest. Der Krankheitsverlauf wird bis zum schrecklichen Ende genau beschrieben. Überhaupt räumt Margriet de Moor Rembrandt und seine Zeit mit Ricky viel Platz in dem Roman ein.

Nicht Schuld und Sühne ist das große Thema in diesem Roman, sondern Leben und Tod oder Licht und Schatten, ein Stilmittel, das Rembrandt immer wieder zur Betonung von Personen und Handlungen einsetze. Auch Margriet de Moor beleuchtet ihre Figuren und Kulissen in dem für sie typischen sachlichen Schreibstil immer wieder von zwei Seiten: Rembrandt als begabter Schüler und erfolgreicher Maler zum Ende hin sprachlos und vom Kummer gezeichnet. Die lebensbejahende Ricky, die nach sechs Tagen der Pest zum Opfer fällt. Elsje, die hoffnungsvoll aufbricht und unvermittelt am Galgen endet. Die Wirtin, die in ihrer neuen Mieterin eine zusätzliche Einnahmequelle sieht und jäh erschlagen im Keller liegt. Und nicht zuletzt die Stadt Amsterdam – ein lebendiger Ort mit prachtvollen Bauten einerseits und andererseits  ein Ort voll modrigem Gestank. Die Stadt weckt Hoffnungen und zugleich geht sie gnadenlos mit den Menschen um, foltert sie oder vollstreckt Todesurteile.

Die Autorin urteilt nicht und wirkt nie moralisierend. Das Ergebnis ist ein faszinierender, spannender Roman mit vielen historischen Details in einer wunderbar funkelnden Sprache – ein Meisterwerk.

Kurzbeschreibung
Warum erschlug die achtzehnjährige Elsje, gerade erst nach Amsterdam gekommen, ihr Zimmermädchen mit einem Beil? Und was veranlasste den Maler Rembrandt, dessen Name nicht genannt wird, sich zu dem Leichnam zu begeben und ihn mit wenigen Strichen für immer festzuhalten? Margriet de Moor schreibt einen großen Roman über die Malerei, die Liebe und den Tod im Amsterdam des 17. Jahrhunderts. Wie eine Malerin wechselt sie in diesem Krimi zwischen Hell und Dunkel und verschränkt die gegensätzlichen Geschichten zu einer spannenden, ergreifenden Erzählung.

Die gebundene Ausgabe „Der Maler und das Mädchen“ umfasst 299 Seiten und ist im Februar 2011 im Hanser Verlag erschienen.

Über die Autorin
Margriet de Moor, geb. 1941, studierte in Den Haag Gesang und Klavier. Nach einer Karriere als Sängerin, vor allem mit Liedern des 20. Jahrhunderts, studierte sie in Amsterdam Kunstgeschichte und Architektur.

Vom 10.03. bis zum 12.03.2011 findet in München das elfte „Internationale Festival für junge Literatur – Wortspiele 2011“ im Ampere (Muffatwerk) statt. In Wien sind die „Wortspiele 2011“ vom 31.03 bis zum 01.04.2011 im Porgy & Bess geplant.

Insgesamt werden über 30 junge Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland ihre neuen Bücher vorstellen.

Auch in diesem Jahr stehen die Dauerbrenner Liebe, Freundschaft, Verrat und Tod, Glück, das neu erfunden und wieder verworfen wird, die geheime Faszination des Bösen, die Lebensgier in Zeiten der New Economy, entfesselte Stadtbewohner, die auf eine Skulptur einschlagen sowie lustige und herbe Kritik an Konventionen und Gesellschaft im Mittelpunkt der Wortspiele.

Spannende Debüts und Neuvorstellungen erwarten die Besucher der beiden Festivals.

Nachfolgend das Programm der Münchner „Wortspiele 2011“:

Donnerstag, 10. März 2011 – Moderation: Cornelia Zetzsche
20.10 – 20.30 Uhr: Susanne Heinrich – Amerikanische Gefühle, Dumont Buchverlag
20.30 – 20.50 Uhr: Daniela Dröscher – Gloria, Berlin Verlag
20.50 – 21.10 Uhr: Xaver Bayer – Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen, Jung und Jung Verlag
PAUSE (20 Minuten)
21.30 – 21.50 Uhr: Michael Stavaric – Brenntage, Verlag C.H. Beck
21.50 – 22.10 Uhr: Max Scharnigg – Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter einer Treppe, Hoffmann und Campe
22.10 – 22.30 Uhr: Thomas Glatz – Parken nur Café Frühtau, Black Ink

Freitag, 11. März 2011 – Moderation: Martina Boette-Sonner
20.10 – 20.30 Uhr: Rabea Edel – Ein dunkler Moment, Luchterhand Literaturverlag
20.30 – 20.50 Uhr: Astrid Rosenfeld – Adams Erbe, Diogenes Verlag
20.50 – 21.10 Uhr: Katharina Eyssen – Alles Verbrecher , btb
PAUSE (20 Minuten)
21.30 – 21.50 Uhr: Clemens J. Setz – Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes, Suhrkamp Verlag
21.50 – 22.10 Uhr: Sascha Lobo – Strohfeuer, Rowohlt Berlin
22.10 – 22.30 Uhr: Julya Rabinowich – Herznovelle, Deuticke Verlag

Samstag, 12. März 2011 – Moderation: Judith Heitkamp
19.40 – 20.20 Uhr: Vier Studenten lesen ihre Texte, Manuskriptum/LMU – Einführung durch Clemens Pornschlegel.
20.20 – 20.40 Uhr: Inger-Maria Mahlke – Silberfischchen, Aufbau Verlag
20.40 – 21.00 Uhr: Dominik Schütte – Was würde der Boss tun?, Piper Verlag
PAUSE (20 Minuten)
21.20 – 21.40 Uhr: Peggy Mädler – Legende vom Glück des Menschen, Galiani Berlin
21.40 – 22.00 Uhr: Markus Feldenkirchen -Was zusammengehört, Kein & Aber
22.00 – 22.20 Uhr: Anna-Elisabeth Mayer – Fliegengewicht, Schöffling & Co

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Veranstaltungsort: Ampere im Muffatwerk, Zellstraße 4, 81667 München
Einlass: 19.30 Uhr, Samstag 19 Uhr – Beginn: 20.00 Uhr
Der Eintritt beträgt im Vorverkauf 10 Euro, an der Abendkasse 12 Euro. Das Festivalticket kostet 22 Euro im Vorverkauf, bzw. 24 Euro an der Abendkasse.

Präsentiert werden die Wortspiele 2011 von Bayern2, jetzt.de, Literaturzeitschrift Volltext

Veranstalter: Johan de Blank in Zusammenarbeit mit dem Muffatwerk und dem Kulturreferat der LH München. Mit freundlicher Unterstützung der Verlage der Autoren, der Villa Aurora, zehnseiten und Manuskriptum/LMU

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Quelle: Wortspiele

Ausschreibungen der Stipendien für Literatur 2011

Herausragende literarische Projekte haben alle zwei Jahre die Chance, von der Stadt eine finanzielle Unterstützung zu bekommen. Insgesamt sechs Literaturstipendien zu je 6.000 Euro werden an (Nachwuchs-)Schriftstellerinnen und Schriftsteller aller Sparten (Prosa, Lyrik, Drama, Hörspiel, Kinder- und Jugendbuch, experimentelle Formen) sowie an Übersetzerinnen und Übersetzer für besonders anspruchsvolle Übertragungen ins Deutsche vergeben.

Zusätzlich wird der Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis für Literatur vergeben (ca. 3.000 Euro). Der Jury für die Auswahl der auszuzeichnenden Texte stehen eigene Gremien zur Begutachtung der eingereichten Kinder- und Jugendbuchprojekte sowie der Übersetzungsprojekte zur Seite.

Ausschreibungsbedingungen

Voraussetzungen für die Bewerbung sind, dass die Autorerinnen und Autoren bzw. Übersetzerinnen und Übersetzer in München (S-Bahn-Bereich) leben und dass die eingereichten Texte noch unveröffentlicht sind. Es können nur deutschsprachige Texte eingereicht werden.

Mit den Literaturstipendien sollen vielversprechende Projekte vorwiegend jüngerer Münchner Autoren/innen gefördert werden; es besteht jedoch keine Altersbeschränkung. Das Stipendium für Übersetzer/innen fördert eine herausragende Leistung in der Übertragung eines besonders anspruchsvollen Textes ins Deutsche. Voraussetzung ist auch hier, dass die Übersetzung noch unveröffentlicht ist. Von der Bewerbung ist ausgeschlossen, wer im Rahmen der letzten drei Ausschreibungen ein Literaturstipendium der Stadt München erhalten hat. Details zu den Anforderungen finden sich hinter dem Link in der Quellenangabe weiter unten.

Einsendungen der Bewerbungen an:
Landeshauptstadt München
Kulturreferat
Abteilung 1 – Literaturstipendien
Burgstr. 4
80331 München

Einsendeschluss: 24. März 2011 (Datum des Poststempels)

Quelle: München.de