Dieses neue Geschöpf mit dem langen Haar fängt an, mir sehr im Wege zu sein. Es ist immer hinter mir her und treibt sich beständig um mich herum. Ich mag das nicht; ich bin nicht an Gesellschaft gewöhnt. Ich wünschte, es bliebe bei den übrigen Tieren„, lauten die ersten Sätze in Mark Twains „Tagebücher von Adam und Eva„,  erschienen in Auszügen erstmals 1893 und komplett und aufwändig illustriert im Jahr 1906.

Weltberühmt wurde Mark Twain mit seinen Romanen und heiteren Kurzgeschichten voller Ironie und Witz. Eines dieser meisterhaften Stücke sind die „Tagebücher von Adam und Eva„. In den Aufzeichnungen des ersten Liebespaares der Schöpfung werden kleine menschliche Schwächen und Eitelkeiten belächelt und die Temperamente von Mann und Frau aufs Korn genommen. Ein Meisterwerk des feinen, liebevollen Humors, wunderbar ins Bild gesetzt mit verschmitzten Illustrationen.

Passagen aus dieser ersten Liebesgeschichte rund um die Themen Religion, Liebe und die Bibel lesen Ursula Rehm und Harald Dietl am 5. Juli 2012 ab 22 Uhr in der Andechser Lounge auf dem Tollwood Sommerfestival in München. Der Eintritt zu dieser akustischen Reise in den Garten Eden ist frei.

Mittlerweile gibt es ein Vielzahl von Übersetzungen der „Tagebücher von Adam und Eva„. Die zitierten ersten Sätze wurden neu übertragen und herausgegeben von Robert Rothmann mit Illustrationen von Karsten Lackmann und Franz Gabriel Walther; erschienen im St. Benno Verlag im Februar 2011. Aus welcher Ausgabe Ursula Rehm und Harald Dietl lesen werden, ist leider nicht bekannt.

Jens Harzer liest André Gorz : Brief an D. Geschichte einer Liebe am 22.12.2008, um 19.30 Uhr, im Weltsalon auf dem Tollwood Winterfestival.

Man denkt an Philemon und Baucis. Der Philosoph André Gorz publizierte mit 83 Jahren einen Brief an seine 82 jährige Frau. Er enthält die Geschichte einer Liebe, seiner Liebe zu Dorine, und ist eine der schönsten Liebeserklärungen der Literatur. Sie sei es, schreibt er, durch die er gelebt habe. »Oft haben wir uns gesagt, dass wir, sollten wir wundersamerweise ein zweites Leben haben, es zusammen verbringen.« Ein zweites gemeinsames Leben hatten sie nicht, aber einen gemeinsamen Tod. 2007 brachte sich das Ehepaar um. Wer könnte diese tiefberührende Geschichte besser lesen als der hochsensible „Schauspieler des Jahres“ (Theater heute) Jens Harzer?

Kurzbeschreibung
Eine ewige Liebe – sie haben alles geteilt, bis in den Tod, in den sie gemeinsam gingen

„Bald wirst Du jetzt zweiundachtzig sein. Du bist um sechs Zentimeter kleiner geworden, Du wiegst nur noch fünfundvierzig Kilo, und immer noch bist Du schön, graziös und begehrenswert. Seit achtundfünfzig Jahren leben wir nun zusammen, und ich liebe Dich mehr denn je.“

„Jeder von uns möchte den anderen nicht überleben müssen. Oft haben wir uns gesagt, dass wir, sollten wir wundersamerweise ein zweites Leben haben, es zusammen verbringen möchten.“ So endet die „Geschichte einer Liebe“, verfasst vom dreiundachtzigjährigen Philosophen und Sozialtheoretiker André Gorz in Form eines langen Briefes, in dem er die achtundfünfzig Jahre seines Zusammenlebens mit seiner Frau Dorine rekapituliert. Entstanden ist ein Rückblick der ganz besonderen Art. Auf achtzig Seiten gibt Gorz Zeugnis von ihrer Liebe – in der „Du“-Form, der wohl anrührendsten und ehrlichsten Art der Anrede. Dieses Buch ist kurz; es handelt nur von den wichtigsten Dingen.

Quelle: Tollwood
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Am Freitag, den 19.12., um 19.30 Uhr geht die fieberhafte Jagd auf das Fabelwesen Moby Dick weiter. Nach zwei 48-stündigen Marathon-Lesungen des kompletten Werks im Admiralspalast Berlin und auf dem Stuttgart Pop.Up strandet der Weiße Wal heuer auf der Theresienwiese. »Zipf and Residents« heißt die Lesereihe, zu der der Münchner Regisseur Jonas Zipf in verschiedenen deutschen Städten lokale Schauspielgrößen einlädt, damit sie große Werke der Weltliteratur vorlesen, über die man sonst nur spricht, ohne sie eigentlich zu kennen. Der Münchner local off-hero Jörg Witte liest Passagen aus Hermann Melvilles Roman. Kapitän Ahab gibt sich auf dem Tollwood Festival einem weiteren Fiebertraum vom Weißen Wal hin – Seemannsgarn vom feinsten…

Quelle: Tollwood
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Lesung und Musik bietet der Weltsalon auf dem Tollwood Winterfestival am 16.12. um 19.30 Uhr mit Chansons von Wilfried N`Sondé und Gitarrenbegleitung von Serge N`Sondé.

Wilfried N`Sondé, geboren 1968 in Brazzaville (Kongo), kam mit fünf Jahren nach Frankreich. Er studierte Politologie an der Sorbonne und zog vor 16 Jahren nach Berlin, wo er Sozialprojekte mit türkischen Jugendlichen betreut und als Musiker, Autor und Komponist arbeitet. Sein Debütroman Das Herz der Leopardenkinder wurde mit dem „Prix des cinq continents de la Francophonie“ und dem „Senghor-Preis“ ausgezeichnet.

Kurzbeschreibung
„Wer bist du? Wo kommst du her? Warst du gut in der Schule? Wie ist dein Land?“ Ein Roman, der den Erfahrungen einer neuen Generation von Migranten eine literarische Stimme gibt.
„Fragen über Fragen, der hört gar nicht mehr auf! Er brüllt auf mich ein, der Kommissar, mein Kopf kriegt das alles nicht richtig mit. Und in dem Nebel plötzlich die Gestalt meines Ahnen, außer sich: Dafür bist du nicht nach Frankreich gekommen, mein Sohn!“
Zusammengeschlagen und eines Verbrechens angeklagt, an das er sich kaum erinnert, findet sich ein junger Schwarzer auf einer Polizeiwache. Aus der tiefsten Erniedrigung einer Gefängniszelle erhebt sich ein Chor von Stimmen. Da ist Mireille die ihn verlassen hat, um aus der Hoffnungslosigkeit der Vorstädte zu fliehen. Da ist Drissa, sein Blutsbruder, der die Gewalt gegen sich selbst kehrt, und Kamel, der zum Fanatiker geworden ist. Und immer wieder die Stimmen der Ahnen, die ein Afrika beschwören, das für die an der Bruchlinie zweier Kulturen aufgewachsenen „Leopardenkinder“ nur noch ein ferner Mythos ist. Der Roman erzählt von einer zärtlichen, verzweifelten Liebe und gibt zugleich den Problemen seiner afrikanischen Migrantengeneration eine neue Stimme.

Quelle: Tollwood
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Am 14.12. um 18 Uhr findet eine Lesung mit Iva Procházková auf dem Tollwood Winterfestival im Weltsalon statt. Wir treffen uns, wenn alle weg sind wird die Jugendliteraturpreisträgerin vorstellen.

Iva Procházková, geboren 1953 in Tschechien, lebte zehn Jahre lang mit ihrer Familie in Deutschland und kehrte danach wieder nach Prag zurück. Seit vielen Jahren schreibt sie für Kinder und Jugendliche. Sie wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und 1997 für die Hans-Christian-Andersen-Medaille nominiert.

Iva Procházková entwirft in ihrem wunderbaren Roman ein Schreckensszenario, in dem ein Virus die Menschheit auszulöschen droht. Da braucht der siebzehnjährige Roma-Junge Mojmir Freunde, um sich dieser Katastrophe entgegenzustemmen. Eine sehr bewegende Geschichte, einfach und klar geschrieben, spannend, mit Humor durchsetzt, mitreißend erzählt.

Kurzbeschreibung
Mojmir Demeter hat sich in eine Hütte in den Prager Bergen zurückgezogen. Dort kümmert er sich um eine alte Frau, kocht für sie und macht ihr den Haushalt. Mit seinen Freunden in der Stadt ist er per Handy in Verbindung und die Welt um ihn herum verändert sich. Schlimme Nachrichten dringen zu ihm durch: eine Virus-Epidemie grassiert, viele Bewohner Prags und auch anderer Städte sind schon angesteckt … Als nach und nach der Kontakt zu allen, die er kennt, abbricht, wird Mojmir die Sache unheimlich. Wird der Virus etwa die gesamte Zivilisation auslöschen? Da lernt er Jessica kennen, eine der wenigen Überlebenden. Mit ihr wagt er eine abenteuerliche Fahrt in die Stadt – und erfährt, wie wichtig Freundschaft sein kann. Lebenswichtig …

Quelle: Tollwood
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