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März 2007: Nachtzug nach Lissabon – Pascal Mercier

17. März 2007 | Von | Kategorie: Bücher, Bücher aus dem Lesekreis

Cover Nachtzug nach LissabonKurzbeschreibung
Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise – die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt – aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten …

Über den Autor
Peter Bieri, geboren am 23. Juni 1944 in Bern, Pseudonym: Pascal Mercier, ist ein in der Schweiz aufgewachsener Schriftsteller und Philosoph.

Bieri studiert Philosophie, Anglistik und Indologie in London und Heidelberg. Dort promoviert er 1971 bei Dieter Henrich und Ernst Tugendhat mit einer Arbeit zur Zeit. Seine Dissertation beschäftigt sich umfassend mit der Zeiterfahrung des englischen Philosophen John McTaggart Ellis McTaggart. Nach der Promotion arbeitet Bieri als wissenschaftlicher Assistent am Philosophischen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Bieri war Mitbegründer des Forschungsschwerpunktes Kognition und Gehirn der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Schwerpunkte seiner Forschung sind Philosophische Psychologie, Erkenntnistheorie und Moralphilosophie. Von 1990 bis 1993 ist er C4-Professor für Geschichte der Philosophie an der Philipps-Universität Marburg; seit 1993 lehrt Peter Bieri Philosophie an der Freien Universität Berlin am Lehrstuhl für Sprachphilosophie als Nachfolger von Ernst Tugendhat. Im Jahr 2007 zieht sich Bieri vorzeitig in den akademischen Ruhestand zurück, um mehr Zeit für seine schriftstellerische Arbeit zu finden.

Unter dem Pseudonym Pascal Mercier hat Peter Bieri bisher vier Romane veröffentlicht: Perlmanns Schweigen (1995), Der Klavierstimmer (1998), Nachtzug nach Lissabon (2004) und Lea (2007). 2006 erhielt er hierfür den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis.

Nachtzug nach Lissabon
Der Roman Nachtzug nach Lissabon beschreibt, was geschehen kann, wenn ein Mensch plötzlich und konsequent sein gewohntes Leben aufgibt und sich auf die Suche nach dem bisher ungelebten Leben begibt. Ein literarisches Vorbild ist dabei der Roman „Der Mann, der den Zügen nachsah“ von Georges Simenon und die gleichnamige Verfilmung. Simenons Held wird aus der Realität gerissen und scheitert auf der Zugreise in eine kriminelle Gegenwelt. Bieri legt die Zugmetapher anders aus.

„ICH WOHNE IN MIR WIE IN EINEM FAHRENDEN ZUG“
„Ich bin nicht freiwillig eingestiegen, hatte nicht die Wahl und kenne den Zielort nicht. Eines Tages in der fernen Vergangenheit wachte ich in meinem Abteil auf und spürte das Rollen. Es war aufregend, ich lauschte dem Klopfen der Räder, hielt den Kopf in den Fahrtwind und genoß die Geschwindigkeit, mit der die Dinge an mir vorbeizogen. Ich wünschte, der Zug würde seine Fahrt niemals unterbrechen. Auf keinen Fall wollte ich, daß er irgendwo für immer hielte.“

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8 Kommentare
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  1. Ich muss gestehen, ich fand’ das Buch recht langatmig und insgesamt überschätzt. Schade, denn die Stimmung Lissabon kommt recht gut rüber. Legt man das Buch weg, würde man eigentlich erwarten, dass ein Drang nachbleibt, dort einmal hin zu fahren. Fehlanzeige. Positiv für mich war, mich etwas näher mit der portugiesischen Geschichte zu beschäftigen.

  2. Das ging mir genauso. Hast Du “Den Schatten des Windes” gelesen und bist dann nach Barcelona gefahren?

    P.S.: Herzlich Willkommen! :-)

  3. Den Schatten des Windes habe ich gelesen, bin aber auch nicht nach Barcelona gefahren. Vielleicht kam mir das Reisen auch impliziert durch den Buchtitel in den Kopf.

    Vergleiche ich den Schatten des Windes und den Nachtzug, würde ich den Schatten zum weiterlesen eher als den Nachtzug empfehlen….

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