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Aminatta Forna erhält LiBeraturpreis für ihr Debüt “Abies Steine”

20. August 2008 | Von | Kategorie: Dies und Das, Frauen, Literaturpreise u. Auszeichnungen

Der diesjährige LiBeraturpreis geht an die Schriftstellerin Aminatta Forna aus Sierra Leone/Großbritannien für ihren Debütroman “Abies Steine“ (Berlin Verlag).

Die Jury hob besonders die außergewöhnliche Erzählweise in Aminatta Fornas Roman hervor: Vier Frauen des Dorfgründers erzählen ihre Geschichte und damit die ihrer Familie aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln. Es entsteht ein beeindruckendes Mosaik voll poetischer, bildsprachlicher Kraft, die wunderbare Bilder zeichnet und eine Chronik der verschiedenen Epochen darstellt, ihres Wandels von der Kolonialzeit über die ersten Jahre der Unabhängigkeit, den Zusammenbruch des Gemeinwesens im Bürgerkrieg Sierra Leones bis zur Hoffnung eines Neuanfangs nach dessen Ende.

Kurzbeschreibung
Abies Steine beginnt mit einem Brief. “Die Kaffeeplantage in Rofathane gehört dir. O yi di. Sie ist da”, schreibt ihr Cousin. Er bittet sie nicht zurückzukommen – er verfügt es. Abie folgt dem Ruf, sie kehrt zurück in das Land ihrer Ahnen, in einen entlegenen Winkel der Erde, der ihr aus der Kindheit vertraut ist und der nun ihr gehört – wenn sie ihn will. In Rofathane erwarten sie nicht nur die Landschaft, die Gärten ihrer Kindheit, es erwarten sie vor allem die Geschichten ihrer Tanten. Vier Frauen, deren Mütter alle mit dem Patriarch Gibril Umaru Kholifa, dem Gründer der Plantage, verheiratet waren: Abies Großvater. 1926 war er in unwegsamstes Gelände aufgebrochen, hatte es urbar gemacht, war zu Reichtum gelangt und hatte im Laufe seines langen Lebens elf Frauen geehelicht. In den Geschichten von Asana, Mariama, Hawa und Serah wird das Bild dieser längst vergangenen Zeit lebendig. Kraftvoll, farbig und voller Poesie erzählt Aminatta Forna von den Leben der Frauen, von ihrem Bestreben, sich aus erdrückenden Strukturen zu befreien, und vom Verschwinden einer spirituellen Welt.

Der LiBeraturpreis, der zum 21.Mal verliehen wird, wird von Lesern vergeben und will auf Schriftstellerinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika aufmerksam machen. Er ist mit einem symbolischen Preisgeld von 500 Euro dotiert, mit der Auszeichnung ist eine Einladung zur Frankfurter Buchmesse verbunden. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober um 16 Uhr in der Christuskirche in Frankfurt statt.

Die Initiative LiBeraturpreis ist 1987 aus der Arbeit des Ökumenischen Zentrums Christuskirche in Frankfurt am Main erwachsen.

Quelle: Börsenblatt

7 Kommentare
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  1. Nun ja, Debüt ist leicht übertrieben, gab es davor doch schon zwei Bücher von ihr – “Mother of all Myths”, ein eher wissenschaftliches Werk, und “The Devil that Danced on the Water”, das eher autobiographisch angelegt und mithin auch als “Literatur” zu verbuchen wäre, letzteres wurde auch ins Deutsche übertragen (“Tanz mit dem teufel. Meine afrikanische Kindheit”), allerdings nur im Bertelsmann Club veröffentlicht. LG tinius

  2. hi tinius,
    dachte schon du würdest dir irgendwo in südlichen Gefilden die Sonne auf den Bauch scheinen lassen 🙂
    Stimmt, deine Kritik ist völlig berechtigt, woher habe ich nur, dass es ihr Debütroman ist, wahrscheinlich falsch beim Börsenblatt abgeguckt.
    Wofür steht das große B eigentlich, weißt du das?
    Geht´s dir gut?
    Liebe Grüße

  3. Als Roman ist es ein Debüt, als Buch und Literatur im weiteren Sinne nicht. Für jede von mir verfasste Meldung habe ich immer ! mehrere Quellen, schon um eine urheberrechtlich bedenkliche 1 zu 1 – Übernahme vermeiden zu können. Bei Forna waren es u.a. das Börsenblatt, ein Lebenslauf auf marabout.de, Der Standard, die eigene Homepage von Aminatta Forna, die Seite des LiBeratur – Preises und natürlich amazon, in diesem Falle zusätzlich noch eine Antiquariatsseite, da die deutsche Ausgabe ihres Kindheitsbuches nicht bei amazon erfasst war. Einfache Übernahmen von externen Meldungen halte ich “blog – journalistisch” zudem für grundsätzlich problematisch. “Liberatur” leitet sich aus dem Lateinischen ab und hat etwas mit Freiheit, Befreiung zu tun, in welchem Sinne vermutlich die mit dem Preis bedachte Literatur,der Preis und die Vergabe an Frauen der “Dritten Welt” verstanden werden soll. Süden ? Sonne ? Wie soll ich das denn bezahlen ? Ich habe gerade vierzehn Tage und einige Telefonate aufgewandt, um eine meiner Einkommensquellen dazu zu motivieren, meine mir zum ersten August zustehende Rentenzahlung, die wegen eines Computerfehlers nicht erfolgte, schnellstens nachzuüberweisen. Am 18. war sie dann erst da…. *grrr*. LG tinius

  4. hi tinius,
    ah, vielen Dank für die Erläuterungen 😉
    Aber das mache ich doch auch, na ja, nicht immer, aber meistens. Und meistens stelle ich fest, dass überall die gleichen Infos zu bekommen sind. Auf der Seite von Frau Forna war ich übrigens auch, gefällt mir gut, strahlt viel Ruhe aus 🙂
    Endlich hast du deine Kohle, dann kannst du mich ja jetzt mal nach Berlin und zum Essen in deine Pizzeria einladen!
    LG

  5. Wenn Du Anreise und Unterkunft bezahlst. 😉 Für ein gemeinsames Essen dürfte mein Einkommen auf jeden Fall reichen. Also, gerne. 🙂 LG tinius

  6. oh, sehr schön, vielen Dank!
    Kann allerdings noch etwas dauern, im Moment liegen meine Einnahmen hier immerhin schon bei 2,34 Dollar. 😉 Mal sehen wir sich das entwickelt und wann ich mir die Reise leisten kann.
    Bis dahin, schönen Tag!

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