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Literatur: Ismail Kadare erhält den Prinz-von-Asturien-Preis 2009

25. Juni 2009 | Von | Kategorie: Lesekreis, Literaturpreise u. Auszeichnungen

Die mit 50 000 Euro dotierten Prinz-von-Asturien-Preise sind die “spanische Version des Nobelpreises”.

Die Preisträger können Einzelpersonen, Institutionen oder Gruppen aus der ganzen Welt sein, die sich durch ihren Lebenslauf in einer der folgenden acht Kategorien auszeichnen: Kunst (2009: Norman Foster), Literatur (2009: Ismail Kadare), Sozialwissenschaften (2009: David Attenborough), Kommunikation und Geisteswissenschaften (2009: Universidad Nacional Autónoma de México – in 2008 übrigens Google), Eintracht, Internationale Zusammenarbeit (2009: Weltgesundheitsorganisation), Wissenschaftliche und technische Forschung (2009: Martin Cooper und Ray Tomlinson) und Sport.

In der Kategorie Literatur erhält in diesem Jahr der 73-jährige albanische Schriftsteller Ismail Kadare den angesehenen Prinz-von-Asturien-Preis. Schon in der letzten Jahren hatte Kadare zu den Nominierten gezählt, jetzt setzte er sich in der Endausscheidung gegen den Niederländer Cees Noteboom, den Italiener Antonio Tabucci, den Briten Ian McEwan und den Tschechen Milan Kundera durch. Insgesamt hatten sich 31 Autoren aus 25 Ländern um den Preis beworben.

Die Jury begründete ihre Entscheidung für Kadare damit, dass der Autor sich in seinem Werk gegen jede Form des Totalitarismus ausspreche.

Ismail Kadare lebt heute in Tirana und Paris. 2005 wurde er als erster Autor mit dem neu geschaffenen Man Booker International Prize geehrt.

Seinen literarischen Durchbruch hatte Kadare 1964 mit dem berühmt gewordenen und mehrfach (unter anderem mit Michel Piccoli und Marcello Mastroianni) verfilmten Roman Der General der toten Armee. Zahlreiche weitere Romane folgten, die schnell auch im Ausland Beachtung fanden.

der-general-der-toten-armeeKurzbeschreibung
Mit Karten, Listen und eisernem Gerät rückt ein italienischer General der albanischen Erde auf den Leib. Sie soll die toten Soldaten wieder freigeben, die im ehemaligen Feindesland gefallen sind. Zwanzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs glaubt der General noch immer an die Soldatenehre. Die unwegsame Reise führt ihn und seinen Begleiter, den Priester, durch Berglandschaften, Städte und Träume. Es ist “die große und lakonische Komik seiner beiden Figuren” , die diesem Buch “die Leichtigkeit und Poesie eines Films von Fellini” gibt. Stephan Wackwitz, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Zuletzt sind von Ismail Kadare im September 2008 “Der Raub des königlichen Schlafs: Kleine Romane und Erzählungen” im Ammann Verlag erschienen.

Die Preisverleihungen werden im Herbst vom Prinzen von Asturien, dem spanischen Thronfolger Felipe, in Oviedo stattfinden.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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