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Blanvalet, Limes und Penhaligon: Die Rezensionsrichtlinien für Blogger von Sebastian Rothfuss

11. April 2013 | Von | Kategorie: Dies und Das, Lesekreis, Verlagsszene

LiteraturquizFür die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Blanvalet, Limes und Penhaligon, alle der Verlagsgruppe Random House zugehörend, ist unter anderen Sebastian Rothfuss zuständig. Er hält den Kontakt zu uns Bloggern und versorgt uns mit Rezensionsexemplaren.

Neuerdings werden nicht nur Bücher verschickt, sondern gleichzeitig ausführliche Anweisungen für die Gestaltung der Rezensionen mitgeliefert. “Ein bisschen einschüchternd ist das schon“, schrieb mir eine Rezensentin, für die ich kürzlich ein Rezensionsexemplar bei Blanvalet geordert hatte. Auch wenn wir hier alle diese “Bitten bzw. Regeln”, die sich bei genauerer Betrachtung als Verpflichtung entpuppen, längst einhalten, empfinde ich genauso.

Mag es als positiv angesehen werden, dass ein Verlag seine Vorstellung der Veröffentlichung einer Rezension formuliert, verlangt dieses Schreiben doch einige Vorgaben, die vielleicht nicht jeder Blog einhalten kann oder will. Schließlich nutzen nicht alle Blogs Facebook oder pflegen Beziehungen zu Onlinebuchhandlungen. Auch kommt es doch von Zeit zu Zeit vor, dass ein Buch so gar nicht den Erwartungen entspricht und man einfach nichts darüber berichten mag.

Leider habe ich keine Vorstellung davon, wie viele Rezensionsexemplare verschickt werden über die die Verlage niemals Feedback erhalten. Vielleicht ist die Anzahl so hoch, dass derartige Beipackzettel nötig sind. Ob allerdings bekannt ist wie zeitaufwendig die Gestaltung einer Rezension nach diesen Vorgaben ist, wage ich zu bezweifeln. Als einzige Belohnung winkt bei eventueller Verlinkung der Rezension bei Buchautor/Buchautorin etwas zusätzliche Werbung für den Rezensionsblog. Wäre es nicht fair, wenn Verlage ebenfalls verpflichtet wären die Rezensionen grundsätzlich zu verlinken?

Lest selbst:

Liebe Blogger,

wir freuen uns über Blogger-Rezensionen und schätzen ihre Wirkung und Überzeugungskraft bei den Lesern! Um unsere Zusammenarbeit fair und nachvollziehbar zu gestalten, haben wir ein paar Bitten bzw. Regeln aufgestellt. Deren Einhaltung ist die beste Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf. Vielen Dank!

Regeln:

  • Wir freuen uns über das Interesse an unseren Büchern, können aber nicht immer jeden Wunsch erfüllen. Gegebenenfalls schlagen wir Alternativen vor. Teils sind unsere Kontingente an Rezensionsexemplaren beschränkt, gerade bei Bestsellern. Deshalb bitten wir auch die Blogger mit denen wir regelmäßig zusammen arbeiten um Verständnis, dass nicht jedes Buch versendet werden kann. Das gilt übrigens genauso für unsere traditionellen Pressepartner wir Zeitungen, TV, etc.
  • Die Rezensionsexemplare müssen auf einem eigenen Blog oder als Clip auf youtube.de rezensiert werden, d.h. nur eine Besprechung auf bspw. amazon.de reicht nicht aus.
  • Nach erfolgter und veröffentlichter Rezension ist der Versand eines Beleglinks an sebastian.rothfuss@randomhouse.de Pflicht, ansonsten erfolgt keine weitere Bestückung mit Rezensionsexemplaren.
  • Mit dem Einreichen der Rezension geht die Einverständniserklärung einher, das wir mit Verweis auf die Quelle darauf zitieren und sie den Buchautor/die Buchautorin weiterreichen dürfen. Das kann auch zusätzliche Werbung für den Rezensionsblog bedeuten!
  • Wir versenden auch unkorrigierte Leseexemplare, die in Ausstattung/Aufmachung von den verkäuflichen Version abweichen. Diese dürfen wie alle Rezensionsexemplare nicht verkauft werden.
  • Wir können (außer bei von uns gezielt angekündigten Aktionen) keine Bücher vor dem Erscheinungstermin herausgeben.
  • Anstelle von Büchern versenden wir gerne auch E-Tickets (nicht kompatibel mit dem Kindle). Einen technischen Support dazu können wir aber nicht leisten.
  • Wir unterstützen keine Gewinnspiele oder Verlosungen.

Aufbau einer Rezension:

  • Eine Rezension sollte mehr als ein kurzer Tipp oder die Wiedergabe des Klappentextes sein. Eine Inhaltsangabe (ggf. mit Warnhinweisen bei Spoilern), eigene Meinung/Fazit, Autoreninfos, bibliografische Angaben, Bilder, etc. runden eine schöne und interessante Rezension ab.
  • Eine Verlinkung der Rezension mit der Buchseite auf unserer Homepage und/oder zu einem Onlinebuchhändler ist eingebaut.
  • Die herunterladbaren Cover und Widgets von unserer Homepage dürfen gerne rechtefrei im Rahmen einer Rezension verwendet werden. Auch das eigenständige Fotografieren und Onlinestellen dieser Bilder ist in Ordnung. Bei Autorenfotos muss das angegebene Copyright übernommen werden. Sofern Textstellen eindeutig gekennzeichnet werden, dürfen dürfen auch diese verwendet werden – ersetzen aber eine eigenständige Rezension nicht.
  • Idealerweise wird eine Rezension vielfältig eingesetzt, nicht nur im Blog, sondern bspw. auch auf amazon.de, lovelybooks.de, buchgesichter.de, usw.
  • Wir freuen uns über gepostete Rezensionen auf unserer jeweiligen Facebook.de-Seite:

www.facebook.de/blanvalet
www.facebook.de/penhaligonverlag
www.facebook.de/limesverlag

E-Mail-Verkehr (Ansprechpartner für Blanvalet, Limes und Penhaligon: Sebastian Rothfuss)

  • Eingehende E-Mails werden von uns bearbeitet, auch wenn keine unmittelbare Antwort erfolgt. Je nach Arbeitsaufkommen kann eine Antwort/Reaktion auch länger dauern, da bitten wir um Verständnis.
  • Bitte den Verlauf in jeder E-Mail belassen. So können wir immer rasch nachvollziehen, welche Informationen wir bereits ausgetauscht haben.
  • Bitte stets die vollständige Anschrift in jede E-Mail schreiben, damit wir wissen, wohin Rezensionsexemplare verschickt werden sollen.

Quelle: Beipackzettel Rezensionsexemplar vom Blanvalet Verlag

Nachtrag vom 11. April 2013, abends:
Nachdem dieser Beitrag für einigen Wirbel gesorgt hat und ziemlich ausführlich auf den Facebook-Seiten von Karla Paul, Zoë Beck oder Jutta Maria Herrmann diskutiert wurde, halte ich es für sinnvoll einige Details zu dem konkreten Vorfall nachzutragen.

Am 23. November 2011 habe ich die Rezension zu “Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness” hier veröffentlicht. Wir haben uns darüber gefreut, dass sogar das Blanvalet-Team sich per Kommentar dafür bedankt hat. Im März 2013 ist die Fortsetzung erschienen. Nachdem die Rezensentin des ersten Teils gerne den zweiten lesen und rezensieren wollte, habe ich die Anfrage an Sebastian Rothfuss weitergeleitet und nochmals den Link zur ersten Rezension angehängt. Das Buch wurde prompt geliefert.  Doch statt ein paar netter Zeilen wie “wir freuen uns auf Ihre Rezension” oder “schön, dass Sie die Fortsetzung ebenfalls rezensieren“, erhält meine Rezensentin eine Arbeitsanweisung. Wahrscheinlich lesen und besprechen die meisten Blogbetreiber/innen die Bücher selbst, hier ist es oftmals so, dass einige treue Blogbesucher ebenfalls Rezensionen schreiben. Für die Gestaltung und Veröffentlichung bin jedoch nur ich als Blogbetreiberin zuständig und verantwortlich. Insofern hätte ich mir gewünscht, zunächst über dieses Schreiben Kenntnis zu erhalten. Den Diskussionen auf Facebook und zum Teil auch hier in der Kommentarleiste konnte ich entnehmen, dass viele diese “Verhaltensregeln” gutheißen. Mir geht das eindeutig zu weit, ich empfinde sowohl die Form der Mitteilung als auch den Inhalt als anmaßend. Wer sich die Zeit nimmt und unsere Rezensionen anschaut, wird erkennen, dass wir grundsätzlich unsere Bücher sehr ausführlich besprechen und schon immer die Anforderungen erfüllt haben. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Verlag wünsche ich mir, dass das auch erkannt wird.

42 Kommentare
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  1. Ich weiß schon, warum ich seit so langer Zeit keine Rezensionsexemplare anfordere. Man bekommt die Bücher auch anderweitig, z.B. durch Kauf oder Tausch (Leihgabe, Geschenk usw.). Und wenn ich noch einmal so etwas lese wie “Das unabhängige Rezensionsportal” dann schreie ich.
    Aus Sicht des Verlages kann ich verstehen, dass eine klare Linie her musste, das nimmt sonst Überhand.
    Wer mit Spaß und Herz dabei ist, braucht diese Bücher nicht; es muss nicht immer das allerneueste sein.
    PS: Stimmt der Name im Titel dieses Beitrags?

  2. @Lesekreis Stark! Zwischen Bitten und Regeln existiert ja sonst ein weites Feld.

  3. oh, Soleil, vielen, vielen Dank für den Hinweis auf den Titel des Beitrags – irgendwie war ich wohl mit meinen Gedanken bei der Königsmörder-Chronik – habe korrigiert!
    Du siehst diesen “Beipackzettel” also auch kritisch – Gott sei Dank! ;-) Ja, von “Unabhängigkeit” der Blogs kann bei diesen Vorgaben wohl nicht mehr gesprochen werden. Aber was meinst du mit “das nimmt sonst Überhand”? Wer ein Rezi-Exemplar bekommt, wurde verständlicherweise doch schon immer von den Verlagen bestimmt. Aber bei dieser Anforderungsliste vergeht einem wirklich die Freude an der Veröffentlichung.
    LG

  4. ;-) Ich war auch gleich bei einem gewissen Fantasyautor und seinen Werken.
    Aus Verlagssicht: “es nimmt Überhand” wenn man dann angeschrieben und um Bücher angebettelt wird z.B. für Gewinnspiele. Da finde ich die klare Linie: Gibt’s nicht! ziemlich gut. Es ist jetzt schon schlimm genug, weil ohnehin jeder der fragt auch was bekommt und ich mich frage, ob die Bücher auch jemand liest. Bisher werden sie ja meist nur als Neuankömmlinge im eigenen Haushalt vorgestellt.
    Und der Rest: Logo, dass ich das auch kritisch sehe. Schon allein, weil ich meine Rezis gerne selbst gestalte und nichts davon halte, diese dann auch auf sämtliche Plattformen zu stellen. Hier wäre ich ja praktisch dazu gewzungen.

  5. Diese Verlagsvorgaben finde ich richtig, klar kommuniziert werden die Spielregeln der Zusammenarbeit zwischen Verlag und Blogger. Sie entsprechen dem usus der allgemeinen Pressearbeit und sind keineswegs einschuechternd oder als solche gemeint. Positiv gesehen: Blogger erhalten die gleiche Stellung wie traditionelle Presse x etwas, was Blogger wollen und schon lange Einfordern. Leider kommen schlechte handwerklich gemachte Rezensionen seitens einiger Blogger nicht selten vor, ebenso entsprechend unprofessionelles Gebahren. dass solche Blogger, die oft auch eine Abstaubmentaliaet an Novitaeten zeigen, den Ruf guter Bloggerrezensenten negativ beeintraechtigen und keine Rezensionsexemplare erhalten sollten, liegt klar auf der Hand.

  6. Ich habe in den ganzen sechs Jahren hier eine einzige Gewinnaktion durchgeführt und dazu hat mich der Verlag überredet und mir fünf Bücher zur Verfügung gestellt. Das war vermutlich ein großer Erfolg, zumindest war die Reaktion immens groß. Aber letztendlich würde ich das nicht wieder machen, weil es einfach sehr, sehr viel Arbeit bereitet. Die Bücher müssen dann ja auch verschickt werden. Ob sie dann allerdings auch gelesen wurden, weiß ich natürlich nicht. Aber ich gehe eher von einem positiven Effekt aus. Wenn Random House sagt, dass sie keine Freiexemplare für Gewinnaktionen zur Verfügung stellen, finde ich das auch okay – das soll jeder Verlag für sich entscheiden. Aber die ganz Verlagsszene ist schwer zu durchschauen. Einmal wird die Nähe zu den Blogs gesucht, ich bekomme eine Flut von Anfragen online und auch per Post, und dann so was… ;-)

  7. Willkommen Wenke und vielen Dank für deinen Kommentar.
    Dass die Verlage die Blogger in die Pflicht nehmen und auf eine Veröffentlichung bestehen, ist ja in Ordnung, nur kann es doch nicht sein, dass die Form vorgegeben wird. Oder lässt sich jemand von der “traditionellen Presse x” das vorschreiben?

  8. Hallo zusammen,
    um eins vorweg zu nehmen, ich bin nicht mit Patrick verwandt, zumindest weiß ich von nix ^^
    @dolcevita: Welche verpflichtenden Vorgaben stören Dich und worin schränkt Dich unser Infoblatt in Deiner Unabhängigkeit ein? Ich gehe eigentlich davon aus, dass eine Rezension aufwendig gestaltet wird, schließlich will man sie auf dem eigen Blog ja auch möglichst schön gestaltet haben – und nimmt sich dafür gerne die Zeit. Wer als Blogger möchte, dass seine Rezension von uns verlinkt wird, darf mir das jederzeit mitteilen.
    Bitte beachte auch, dass ich NICHT für Random House spreche, sondern für die Random House Verlage Blanvalet, Limes und Penhaligon. Grundsätzlich kann jede Presseabteilung in unserer Gruppe das anders handhaben.

    Eine Anmerkung möchte ich noch in aller Deutlichkeit machen: Wer ein Rezensionsexemplar erhält, und es beim Lesen so grauenhaft findet, dass er weder weiterlesen noch es rezensieren möchte, den verpflichte ich nur zu einem: Sag mir einfach kurz Bescheid. Dann geht selbstverständlich die Zusammenarbeit ohne auch nur den kleinsten Knacks weiter.

    Vielen Dank, dass Ihr Euch so rege austauscht. Aber beherzigt bitte: Ihr könnt mich bei Problemen und Bedenken auch direkt ansprechen: sebastian.rothfuss@randomhouse.de

    Viele Grüße,
    Sebastian Rothfuss

  9. Ganz einfach: Das Buch kaufen, wenn es am Markt erschienen ist und dann rezensieren oder auch nicht.

  10. Völlig nachvollziehbare Regeln, finde ich alles vollkommen richtig. Einzig und allein die Bezugsmöglichkeit in Richtung Händler etc. habe ich bislang nicht eingebaut, aber das ist doch ehrlich gesagt für die Zukunft absolut kein Problem..

    Und gut, was Verrisse angeht: Damit muss jeder Verlag mal leben – passiert aber doch eher selten.

  11. Aber… (sorry für das Doppelposting)…

    Ich betreibe ja mit booknerds.de eine eigene Seite und möchte Double Content vermeiden, weil das die eigene Seite bei den Suchergebnissen beeinträchtigt – ich möchte stattdessen Leser auf meine Seite ziehen können. Von daher halte ich es für unsinnig, bei der “Konkurrenz” meine Rezensionen bzw. die meiner Mitschreiber zu posten. Alles, was ich da tun kann, ist, eine verkürzte und modifizierte Version der Rezension posten (wenn ich zusätzlich überhaupt die Zeit dazu habe!), denn sonst könnte ich mein eigenes Magazin/Blog ja eigentlich einstampfen und gleich bei der Konkurrenz anheuern.

    Sehr freue ich mich aber, wenn mein Magazin zitiert und so der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird. Sowieso fände ich es schön, wenn die Verlage ihrerseits so viele Pressestimmen wie möglich verlinken würden – und sich da nicht nur auf die “Großen” berufen. Denn gerade die “Kleinen” und auch “Neuen” werden oftmals leider übergangen, obwohl sie qualitativ nicht schwächer sind.

  12. Ich habs mir jetzt drei Mal durchgelesen und kann nichts beanstandenswertes darin finden.
    Es gibt ja für Buchbblogger durchaus auch die Möglichkeit, Bücher käuflich zu erstehen und sie dann frank und frei zu rezensieren.

    Wie im Fall eines Buches, das man gar nicht mag und darum nicht rezensieren will, verfahren wird, müsste sicherlich geklärt werden. ich denke, es ist dann schon eher im Sinne eines Verlages, keine anstelle einer vernichtenden Kritik zu erhalten. Insofern genügt ja vielleicht auch ein entsprechender Verweis per Mail?

    Ich persönlich bespreche auf meinem Blog und für regionale Tageszeitungen Bücher ganz ohne jede Belohnung. Ich lese gerne und wenn darunter etwas Gutes ist, habe ich das Bedürfnis, andere Leser darauf aufmerksam zu machen.

    Warum vergeht euch die Lust, Bücher zu rezensieren? Was ist dann genau die Motivation, es überhaupt getan zu haben? :-)

    Herzliche Grüße
    Heike

  13. Beim Lesen des Artikels hat mich gestört, dass du unter der Verknüpfung mit einem Verkaufsportal Schwierigkeiten siehst. Ich verlinke mit dem Buchpreis zur Zeit entweder zum großen A oder zum jeweiligen Verlagsshop. Das sind wenige Klicke, Verlinken ist leicht, Sache getan :)

    Generell finde ich die Rezensionsrichtlinien absolut in Ordnung. Es gibt auch Verlage, die möchten NUR deren eigenen Shop verlinkt, das Buchcover muss angefragt werden, etc.
    Die Regelungen von Blanvalet, etc. empfinde ich als nette Tipps.

    Wenn ich von einem Verlag ein Buch erhalte, möchte ich mich auch in einer Form dafür bedanken. Weil einige Verlage nicht mehr möchten, dass man auf Rezensionexemplare hinweist, mache ich das eben mit einer schönen Rezension. Also ordentlich, nicht zu kurz und subjektiv mit Empfehlung. Aber eigentlich behandle ich so alle Rezensionen, weswegen so eine Art “Vorschrift”, die ja nun keine zwingende Pflicht ist, sehr einfach zu erfüllen ist.

    Und glaubt mir: Es sind schon Blogs schnell wieder untergegangen, weil kostenlose Bücher abgegriffen werden wollten aber die Mühe für bestimmte “Richtlinine” (wie alleine schon Titel, Verlag, Seitenzahl, Preis beim Buch) zu schwer waren…
    Und sehen wir es mal so. Viele wollen auch möglichst schnell Rezensionsexemplare. Bei Blanvalet habe ich immer freundliche Antworten bekommen, wenn ich mehr Zeit brauchte…

  14. Was “dann kauft euch doch einfach ein Buch und rezensiert drauf los!” betrifft: Gerade auch finanziell schwache Leute (dazu würde ich mich als Betreiber von booknerds.de zählen) möchten trotzdem literarisch durchaus auf dem Laufenden sein und können sich nicht alle paar Tage ein Buch kaufen. Mir kommt es natürlich ganz recht, Rezensionsexemplare zu erhalten – nein, diese werden selbstverständlich nicht verkauft. So habe ich immer wieder interessante aktuelle Bücher auf dem Tisch – doch entgegen der Abgreifmentalität, denen die Verlage nun wohl entgegenwirken wollen, möchte ich meinen Job als Rezensent ernst nehmen. Das ist das Mindeste, was ich tun kann für ein kostenfrei erhaltenes Buch/Hörbuch. Und das tue ich unheimlich gern.

    Mein Dank für ein Buch in Form eines Rezensionsexemplar ist definitiv eine Rezension, die zeigt, dass ich mich zu 100% dem Buch widme – und die Rezension dann natürlich auch so bald wie möglich online stelle und Werbung dafür betreibe. Rezensionen zu schreiben, also ein Buch zu lesen, mit dem man sich dann hinterher auch intensiv auseinander setzen muss, das bedeutet je nach Buchdicke und Schwere des Stoffs manchmal wochenlange Arbeit. Ich saß an (okay, verlagsfremd, aber trotzdem..) David Foster Wallace’ “Unendlicher Spaß” zwei ganze Monate lang und saß einige Tage an einer Rezension dafür. Es ist sozusagen ein “Okay, wir bekommen ein kostenloses Buch und ihr kostenlose Werbung in Form einer Empfehlung”. Im Regelfall. Doch man sollte als Verlag/Autor auch darüber stehen, wenn es mal (also nicht aus der Intention heraus, etwas verreißen zu wollen, sondern weil’s wirklich aufrichtig enttäuscht) eine nicht so gute Rezension oder gar eine richtig schlechte gibt. Was ich damit sagen möchte: Wenn man manchmal wochenlang über einem Buch brütet und wirklich auch mal eine negative Meinung dazu hat, war es trotzdem eine gewisse Form von Arbeit – eine Negativkritik sollte meiner Meinung nach also nicht ausschlaggebend dafür sein, wie die Kooperation zwischen dem betreffenden Blog/der betreffenden Seite und dem Verlag danach ausfallen wird bzw. ob es dann überhaupt noch eine gibt. Da würde ich mich als Rezensent nicht ernst genommen fühlen – und es wäre auch ein Eingriff in die Pressefreiheit.

    Nun, beim Verkaufsportal bin ich da schon ein wenig empfindlicher. Durch eigene Erfahrungen mit Amazon (nicht nur als Kunde) möchte ich eigentlich Abstand davon nehmen dürfen, einen Amazon-Link zu platzieren. Im Grunde würde ich in diesem Fall entweder lieber den Verlag direkt unterstützen (sofern der auf seiner Seite eine Vertriebsmöglichkeit anbietet) oder aber auf einen nicht ganz so semimonopolistischen Onlinebuchhandel verweisen.

    Wenn ich mit einem Buch nur langsam voran komme bzw. von verschiedenen Verlagen einiges da liegen habe, haben die Verlage bislang eigentlich immer Verständnis gehabt. Ich bemühe mich da schlichtweg um den Austausch, versuche, den Verlagen den Stand der Dinge mitzuteilen und ihnen auch klar zu machen, dass ich hinsichtlich der ausstehenden Rezensionsexemplare durchaus “Verlags-Hopping” betreiben muss, um auch alle gleichberechtigt zu behandeln. War mir bislang noch nie zum Verhängnis geworden.

    Die Verlage merken, ob man sich die Mühe gibt oder nicht.

    Und als Rezensent sollte einem eigentlich klar sein, was man da tut.

  15. Nachtrag vom 11. April 2013, abends:
    Nachdem dieser Beitrag für einigen Wirbel gesorgt hat und ziemlich ausführlich auf den Facebook-Seiten von Karla Paul, Zoë Beck oder Jutta Maria Herrmann diskutiert wurde, halte ich es für sinnvoll einige Details zu dem konkreten Vorfall nachzutragen.

    Am 23. November 2011 habe ich die Rezension zu “Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness” hier veröffentlicht. Wir haben uns darüber gefreut, dass sogar das Blanvalet-Team sich per Kommentar dafür bedankt hat. Im März 2013 ist die Fortsetzung erschienen. Nachdem die Rezensentin des ersten Teils gerne den zweiten lesen und rezensieren wollte, habe ich die Anfrage an Sebastian Rothfuss weitergeleitet und nochmals den Link zur ersten Rezension angehängt. Das Buch wurde prompt geliefert. Doch statt ein paar netter Zeilen wie “wir freuen uns auf Ihre Rezension” oder “schön, dass Sie die Fortsetzung ebenfalls rezensieren“, erhält meine Rezensentin eine Arbeitsanweisung. Wahrscheinlich lesen und besprechen die meisten Blogbetreiber/innen die Bücher selbst, hier ist es oftmals so, dass einige treue Blogbesucher ebenfalls Rezensionen schreiben. Für die Gestaltung und Veröffentlichung bin jedoch nur ich als Blogbetreiberin zuständig und verantwortlich. Insofern hätte ich mir gewünscht, zunächst über dieses Schreiben Kenntnis zu erhalten. Den Diskussionen auf Facebook und zum Teil auch hier in der Kommentarleiste konnte ich entnehmen, dass viele diese “Verhaltensregeln” gutheißen. Mir geht das eindeutig zu weit, ich empfinde sowohl die Form der Mitteilung als auch den Inhalt als anmaßend. Wer sich die Zeit nimmt und unsere Rezensionen anschaut, wird erkennen, dass wir grundsätzlich unsere Bücher sehr ausführlich besprechen und schon immer die Anforderungen erfüllt haben. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem Verlag wünsche ich mir, dass das auch erkannt wird.

  16. @Dolcevita:
    Ich halte diese “Regeln” bzw. “Verhaltensrichtlinien” für völlig absurd, komplett daneben und mit Verlaub: Ins Klo gegriffen.
    Diskussion dazu hier bei uns:
    http://forumos.net/index.php?page=Thread&threadID=2670

  17. Wenn ich mal so schaue, wie viele Leute meine amazon-seitigen Rezis lesen (geschweige denn als hilfreich/nicht hilfreich markieren), ist es ernüchternd festzustellen, dass es letztendlich nicht viel bringt. Schon mal gar nicht bei Bestsellern. Höchstens bei unbekannten Büchern lohnt sich das wirklich… Ich merke es ja selbst auf Amazon, wenn ich mal andere Meinungen dort einholen möchte: Was da stellenweise an Stuss steht, ist unglaublich – und für mich als Leser eine Qual. Da meide ich Amazon doch lieber, lese in anderen Blogs/Mags und verweise in meinen Rezis auf die Erwerbsmöglichkeiten via Verlag, falls vorhanden.

  18. [...] Interessant für Verlage: Die Rezensionsrichtlinien für Blogger von Sebastian Rothfuss. Zum Beitrag: Rezensionsrichtlinien für Blogger [...]

  19. Ehrlich gesagt kann ich nicht verstehen, was dich an dem “Beipackzettel” stört. Ich habe ihn letztes Jahr auch bei einem Buch dabei gehabt und fand ihn überhaupt nicht schlimm.
    Allein die Tatsache, das sich ein Verlag die Mühe macht, so ein Schreiben anzufertigen und den Büchern bei zu legen, ist für mich ein Zeichen, das leider zu viele “schwarze” Schafe unterwegs sind.
    Es ist ja nicht so, das die Verlage unbedingt auf uns Blogger angewiesen sind. Sicher wirken wir auch unterstützen, aber sie könnten sich auf auf die reine “Fachpresse” verlassen und immer noch würden die Bücher besprochen werden. Ich finde es gut, das sie uns aber dennoch auch Rezensionsexemplare zugestehen und uns damit unterstützen. Sich dabei an Regeln zu halten finde ich richtig, immerhin geht es um eine Partnerschaft dabei.
    Zum 2. hilft das Schreiben auch bei den ständigen rechtlichen Unsicherheiten. Ich habe anfange bei jedem Verlag für jede Besprechung angefragt. Das war sehr mühsam und nervig. Und garantiert nicht nur auf meiner Seite!
    Falls es dich in Zukunft auch noch stört dieses Schreiben zu bekommen, empfehle ich dir e-Books zum rezensieren anzufordern. Bei den E-tickets die man als Mail bekommt, ist keines dieser Schreiben beigefügt.
    Ich werde auch in Zukunft gerne mal ein Buch bei Herrn Rothfuss anfragen, den bisher war der Kontakt immer höflich und zuvorkommend. Meine Rezensionsanfragen halten sich zwar in Grenzen, da ich festgestellt habe das es für viele von meinen Favoriten keinen Etat für solche gibt. Aber wenn doch mal was klappt, freue ich mich um so mehr.

  20. Guten Morgen und einen schönen Sonntag allerseits ;-)

    Nachfolgend einige Antworten zu noch offenen Fragen in dieser Kommentarleiste:

    @Heike Pohl – Wir lesen hier alle gerne und tauschen uns über die Bücher aus – von Zeit zu Zeit schreiben wir eine Rezension und veröffentlichen sie nach unseren Vorstellungen. Wir sprechen auch oft über Bücher, die wir nicht als Rezensionsexemplare erhalten haben – das ist sogar eher die Regel.

    @Sandra – Wir verlinken ja auch zu Amazon, ich weiß aber, dass viele Blogs damit Probleme haben und eine Partnerschaft zu dem Onlineriesen oder anderen Onlineshops grundsätzlich ablehnen. Wenn Verlage NICHT möchten, dass in den Rezensionen auf ein “Freiexemplar” hingewiesen wird und du dich daran hältst, betreibst du verdeckte Werbung: “Getarnte Werbung liegt vor, wenn der – mit dem Ziel der Förderung fremden Wettbewerbs – verfasste Beitrag ein Unternehmen oder seine Erzeugnisse über das für eine sachliche Information bedingte Maß hinaus darstellt.” (Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 28.11.2011)

    @Chris Popp – durchhalten – du bloggst ja erst seit ein paar Monaten. ;-) Wir haben alle so angefangen. Deine Leser kommen über die Inhalte auf deinem Blog und je mehr du bieten kannst, umso größer die Anziehung. Das wirkt sich dann irgendwann auch auf die Suchmaschinen aus. Ich nehme dich auf jeden Fall in unsere Liste der Literaturblogs von A bis Z auf.

    @TeichDragon – wellcome back, schön, dass du mal wieder hier bist und merci für den Link zu eurem Forum. Ich habe gesehen, dass dort auch sehr kontrovers darüber diskutiert wird. Ich muss mich bei euch unbedingt mal anmelden… ;-)

    @Sebastian Rothfuss – sorry, wegen der Namensverwechslung im ersten Post und schön, dass du dich hier geäußert hast. Einiges dazu habe ich ja schon in meinem Nachtrag geschrieben. Letztendlich stört mich aber noch viel mehr an eurem “Infoblatt”. Zunächst ist diese Bezeichnung alles andere als zutreffend. Es handelt sich dabei eindeutig um REGELN (so steht´s ja auch in der Überschrift) zur Erstellung einer Rezension nach EUREN Vorstellungen. Wenn ihr die Regeln definiert, instrumentalisiert ihr die Blogs für euer Marketing. Im Pressekodex unter Ziffer 7 ist die Trennung von Werbung und Redaktion geregelt. Hier heißt es u.a., “dass
    redaktionelle Veröffentlichungen, die auf Unternehmen oder ihre Erzeugnisse hinweisen, nicht die Grenze zur Schleichwerbung überschreiten dürfen. Eine Überschreitung liegt insbesondere nahe, wenn die Veröffentlichung über ein begründetes öffentliches Interesse oder das Informationsinteresse der Leser hinausgeht oder von dritter Seite bezahlt bzw. durch geldwerte Vorteile belohnt wird. Die Glaubwürdigkeit der Presse als Informationsquelle gebietet besondere Sorgfalt beim Umgang mit PR-Material.

    In euren Regeln definiert ihr das “Informationsinteresse der Leser“, in dem ihr sowohl die Form des Inhalts als auch Links zu Onlinebuchhandlungen und eigener Webseite, Facebook, YouTube oder anderen Onlineportalen vorgebt. Wenn ich diese “Regeln” vorab gelesen hätte, hätte ich kein Rezensionsexemplar bestellt. Vielleicht geht es anderen auch so, insofern ist es wünschenswert, dass sie einsehbar sind, bevor ein Rezensionsexemplar geordert wird.

    So long, liebe Grüße!

  21. @docevita: Vielen Dank für die Aufnahme. :) Aber lediglich booknerds.de ist neu, denn ich schreibe und schrieb seit mehr als 10 Jahren für diverse Online- und Printmagazine, überwiegend Musik, und seit 2008/2009 häufte sich das mit den Büchern immer mehr. booknerds ist im Grunde eine Weiterführung meiner Arbeit. Und die Suchergebnisse sind bereits erstaunlich gut. Bei “Autor Titel Rezension” findet sich ein Link fast immer auf der ersten Seite, gespenstisch… Mit Rezensionsexemplaren (und auch Forderungen seitens Labels und Verlagen) bin ich demnach schon ein gutes Jahrzehnt vertraut. Ich habe schon die unmöglichsten “Bitten” und “Auflagen” erleben dürfen. “Reziexemplar/Promotion nur bei Interview”, Löschung kritischer Rezensionen, Ablehnung von Interviews bei kritischen Fragen, keine Bemusterung mehr, wenn man seine Rezi nicht mit Li nks zu Videos, Downloads vollballert.

    Was die Verlage angeht, mit denen ich seit 2009 eigenständig kooperiere: Da gab es noch nie Beanstandungen.

    Wichtig ist mir nur, dass ich nicht als Werbezahnrad instrumentalisiert werde, sondern man mir und meinen Mitschreibern die Reziexemplare deswegen zusendet, weil man weiß, dass diese gewissenhaft, kompetent und ehrlich unter die Lupe genommen werden – man sich also nicht des Abgreifens wegen Reziexemplare bestellt.

    Ein Mitarbeiter eines Kinder/Jugendbuchverlags reagierte einst sogar enorm positiv auf einen Verriss eines Buches aus deren Programm. Die Rezi war vernichtend, es gab zig Gründe dafür, und der Pressemensch des Verlags meinte nur: “Chris, mach dir mal keinen Kopf – bei dir merkt man, dass du dich mit den Büchern ernsthaft beschäftigst und sie auch bis zum Ende durchliest.” – und das hat mich nicht unwesentlich in meiner Einstellung bekräftigt. Doch gerade das Satzende hat einen Unterton à la “…was leider einige nicht tun.”. Es scheint aso tatsächlich viele schwarze Schafe zu geben. Da würde ich als Verlag auch konsequent sein und selbigen nichts mehr zusenden.

    Also zusammengefasst: Ich nehme meine Arbeit als Redakteur sehr ernst und möchte mir stets die Mühe geben, gute Artikel zu schreiben. Sobald man mir allerdings vorschreiben möchte, doch bitte einen Amazon-Link zu setzen (anstatt meine Leser zu kleineren Anbietern zu schicken, oder noch schlimmer, direkt in den Buchhandel) oder mit kritischen Artikeln nicht leben kann, so muss ich von meiner Seite aus bei demjenigen Verlag den Stecker ziehen. Aber das kommt doch bestimmt nicht vor… ;)

  22. Sorry, Doppelpost: Backlink folgt natürlich. ;)

  23. Ich äußere mich mal als Chefredakteur eines Blogs, welcher sich langsam zum Webzine mausert. Ich habe ein Team von 22 Mann um mich herum, von denen ca die Hälfte rezensiert. 50% unseres Contents sind Rezensionen.
    Ich finde nun nicht viel Verwerfliches in dem Anschreiben. Wir nutzen für Rezensionen Mastervorlagen, nach denen die Teammitglieder arbeiten, wir verschicken Beleg-pdfs an die Verlage auf Wunsch und informieren auch immer über die URL. Natürlich publizieren wir auf unserer eigenen Plattform und nicht nur auf Amazon. Wir spiegeln aber nach Amazon und gute 90% der Texte werden auch von dem Team dort akzeptiert.
    Es erscheint mir ganz selbstverständlich, die Verlage über unsere Arbeit zu informieren. Als Chefredakteur sind mir sowohl gute Artikel wie auch ein guter Draht zu den Verlagen wichtig.
    Was gar nicht geht und dazu führt,. dass wir die Zusammenarbeit mit einem Verlag sofort aufkündigen, ist das Einfordern einer guten Wertung. Dafür ist mir die Ehrlichkeit gegenüber unseren Lesern zu wichtig. Was auch nicht drin ist, ist ein Editieren der Rezensionen durch die Verlage. Wenn es etwas anzumerken gibt, höre ich mir das an und denke darüber nach, ob Aktion nötig ist. Das geschah aber so selten, dass zumindest den Verlagen im Rollenspiel- und Phantastiksektor eine ehrliche Meinung wichtiger ist als eine geschönte und verkaufsfördernde.
    Artikel sollten auch immer einen gewissen Umfang haben. Alles unter 1200 Worte lasse ich direkt zurückgehen an den Bearbeiter. Kladdentexte mit zwei Sätzen persönlicher Note als Rezension zu publizieren ist lächerlich.
    Ich kann schon verstehen, dass manche Verlage härtere Bandagen anlegen. Man hört immer wieder von Rezi-Stuff-Leechern und wenn man die Produkte schon kostenlos kriegt, sollte man auch was dafür tun.
    Backlinks zu Amazon und anderen Onlinehändlern setzen wir auf jeden Fall, das hängt aber auch mit unseren Refinanzierungsmodellen und Partnerverträgen zusammen.

  24. Zusatz: Wir gehen auch soweit, den Rezensenten Fristen zu setzen. Wenn binnen 6 Wochen nichts da ist und das wiederholt geschieht, bekommt das Teammitglied kein Material mehr.

    Liegen irgendwelche Missstände privater Natur vor (Krank, zu viel Arbeit, whatever), möchte ich darüber informiert werden. Ich informiere dann die Verlage, dass Produkt X mehr Zeit braucht und es gab noch nie deswegen Ärger/Schelte.

  25. Hallo Roger,
    vielen Dank für dein Statement! Vielleicht kannst du mir kurz erklären, was ein “Webzine” ist, wie und warum man Texte nach Amazon spiegelt und was es bedeutet, dass rund 90% der Texte von dem Team dort akzeptiert werden? Das Wort “Rezi-Stuff-Leecher” habe ich auch noch nicht gehört, vermutlich meinst du damit diese ominösen Blogbetreiber, die sich Freiexemplare bestellen, weiterverkaufen und sich nie wieder bei den Verlagen melden? Gibt es die denn wirklich? Ich kenne niemanden, der das macht. Wie ist das überhaupt möglich? Ich meine, wenn ein Verlag kein Feedback bekommt, schickt er doch nicht endlos Bücher hinterher. Insofern kann ich mir gar nicht erklären, wieso das immer wieder zur Sprache kommt und die ganze Blogospähre dadurch in Verruf gebracht wird. Bei einem Team von 22 Rezensenten hast du bestimmt eine ganze Menge zu tun! ;-) Stehen die alle bei dir im Angestelltenverhältnis? Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und gute Kommunikation finde ich auch wichtig.
    LG

  26. @ Schnuffelchen – vielen Dank für deine vielen Tipps! Vielleicht sollte ich einige davon wirklich beherzigen ;-) nur mit den E-Books habe ich so meine Probleme. Ich besitze zwar einen halben Reader, die andere Hälfte gehört meiner 16-jährigen Tochter, aber irgendwie fehlt mir das Papier, wenn ich so ein Ding in der Hand halte…
    @ Chris – hast du eigentlich von einem Verlag jemals ein derartiges Schreiben erhalten?
    nochmals liebe Grüße @ all

  27. Leecher sind im Grunde “Abgreifer, die nehmen und nix geben”, um’s mal ganz doof zu formulieren. Und ich kenne es gerade durch den Musikjournalismus, dass es da einige Mitschreiber gab, die sich für Promos (so nennen sich die Rezensionsexemplare im Musikbereich, ist das selbe) gemeldet haben, die sie zugeschickt bekommen haben – und nie wieder etwas kam… ist ärgerlich und hat den Magazinen schon den ein oder anderen Promokontakt gekostet.

    Das mit dem “Spiegeln” würde mich auch mal interessieren. Ich meine… wenn man die Texte wirklich 1:1 auf amazon übernimmt, schadet man doch seiner eigenen Seite hinsichtlich der Suchergebnisse, weil die dank “double content” letztendlich geschwächt werden. Also, wenn ich auf amazon eine Rezi veröffentliche, dann ist die meist stark gekürzt und modifiziert, damit genau Letzteres nicht geschieht.

    Nu ja, ich mags eigentlich auch nicht, dass mein Blog, äh, Blog genannt wird, denn das hat immer so ein wenig etwas von “Kuschelbärchen´s Bücherrappelkiste” (ja, mit falschem Apostroph, wenn schon), ich seh booknerds eigentlich auch eher als Online-Magazin, also mit Rezensionen und Interviews – und ich denke auch trotz weiterer Nutzung von WordPress meine Seite etwas weniger “bloggy” zu gestalten.

    Und wo wir gerade so schön abgeschwiffen (hihi) sind: Danke für die Verlinkung, ich werd den Lesekreis auch verlinken.

    Aber um wieder aufs Thema zurückzukommen: Ich habe ein solches Schreiben noch nie erhalten – die Verlage sind ohnehin recht unkommunikativ (nicht negativ gemeint), d.h. ich wünsche, bin lieb und brav und bemühe mich um Zuverlässigkeit – und bekomme geschickt. Scheint also ganz in Ordnung zu sein, was ich da treibe. ;) Aber für mich wäre ein solches Schreiben auch kein Unding, ich würde es zur Kenntnis nehmen und mir denken: Mach ich doch sowieso. :)

  28. Hallo!

    Auf deine Fragen möchte ich gerne eingehen. Webmagazine unterscheiden sich von Blogs in meinen Augen dadurch, dass Blogs eher meinungsgetriebene Inhalte haben, Webmagazine hingegen sich mehr um einen quasijournalistischen Ansatz bemühen. So genau ist die Trennlinie aber nicht mehr zu ziehen, denn auch einige Zeitungen haben mittlerweile Blogs auf ihren Websites, die sie dann meist für Editorials, Kolumnen und Glossen benutzen – also wiederum meinungsgetriebene Inhalten.

    Der andere Grund für die Nomenklatur ist der leider schlechte Ruf von Blogs im deutschsprachigen Raum. Blogs klingen für die meisten hier nach “Ponies sammeln und von dem täglichen Schiss unter der Dusche” schreiben. In den USA ist das ganz anders, da gibt es sehr führende Techblogs zB. Bis das Wort aber hier als mehr als ein Onlinetagebuch akzeptiert wird, wird es dauern,

    “Spiegeln” – letztendlich sind es manuell kopierte Rezensionen, die wir dort hinpacken, die bereinigt sind um Links, Download-Contenthinweise etc. Die Texte sind sehr ähnlich. Klar ist das duplicate content, aber die Positionierung durch Klicks auf unserer Amazon-Website ist uns zur Zeit noch wichtiger als die nächste Pagerank-Grenze.

    Amazon hat ganz komische eigene Richtlinien, was in einer Rezi drin sein darf. Leider sagen sie einem nicht einmal, gegen welche man unabsichtlich verstossen hat, wenn sie eine Rezi ablehnen. Sie erscheint einfach nicht. Das meinte ich mit 90%. Ich nehme an, da hocken Keyword-Checker vor dem menschlichen Test.

    Leecher: Richtig, es sind Einmal-Effekte. Kein Verlag ist so dumm, das mehrfach zu machen. Aber dennoch sind sie vorhanden und nicht von der Hand zu weisen. Die wenigsten wissen leider auch, dass Rezensionsexemplare Eigentum des Verlages sind. Egal wo sie grad stehen.

    Team: Ich habe 22 Leute im Team, aber nur die Hälfte davon rezensiert. Die anderen beschäftigen sich mit anderen Themengebieten. Ich habe auch ein Lektorat und andere Positionen. Ich selbst mache mittlerweile gar nicht mehr so viel, sondern kümmere mich um Kontakte, Außenrepräsentanz etc. Ab und an schreibe ich noch, das gedenke ich aber bis auf wenige Editorials zurück zustellen. Angestellt ist keiner bei uns. Wir mögen zwar der Rechtsprechung nach bereits eine GbR sein, aber zur Zeit läuft alles auf freiwilliger Basis und Belohnungsprinzip

  29. Hm, spiegel werde ich die Rezensionen wohl nie, denn dafür ist mir der monopolistische Charakter Amazons schlichtweg zu sehr ein rotes Tuch. Das ist auch der Grund, weswegen ich nicht auf die Idee käme, ein Partnerprogramm einzugehen, auch nicht mit dem Amazon-Unternehmen Audible oder dergleichen. Da lobe ich mir dann doch etwas mehr Independent-Geist. Gerne mache ich durch kurze Rezensionen auf mich bei Amazon aufmerksam, aber dann doch eher mit dem Zweck, dass die Leute, wenn sie es ausführlicher wollen, direkt bei mir nachlesen können. Man mag das zwar als trotziges Gegen-den-Strom-Schwimmen interpretieren, aber damit kann ich leben.

    Was die Sache Blog/Webzine betrifft, so ist booknerds.de da wohl tatsächlich eine Zwittergeschichte. Wobei ich sagen muss, dass Objektivität im Journalismus, gerade was Rezensionen betrifft, nicht existiert – denn bereits ein wertendes Adjektiv oder gar eine Punktewertung sorgen schon dafür, das der kleinste objektive Ansatz ad absurdum geführt wird. Eine Rezension ist IMMER meinungsbasiert – lediglich in unterschiedlichem Maße.

    @dolcevita: Danke für die Verlinkung, hab mich bereits revanchiert (linke Seitenleiste) ;)

    Aber ich glaube, wir schweifen nun endgültig ab… *erröt*

  30. OK, ich habe kein Problem mit Amazon und bin selbst da Kunde.

    Klar hat eine Rezension immer eine subjektive Komponente, sonst wäre es eine langweilige Zusammenfassung. Mit “meinungsgetrieben” meine ich Artikel wie “Mir gefällt das und das, weil” oder “Und im übrigen sage ich dass…., weil”

    Ja, Back2topic ;)

  31. Haha, ach so, ja, diese “Ich”-Rezis sind mir auch ein Graus. Es gibt so viele andere Möglichkeiten, sich auszudrücken.

    Ok, gut, für den Kunden ist amazon wirklich ein Paradies, zum Rest sag ich mal lieber nix (das Bashing ist nicht unbegründet, nur so viel)…

    Aber zum Thema: Ich wurde heute von einem Filmlabel darum gebeten, bestimmte Dinge in meiner Rezi zu erwähnen und zu verlinken. Da mir das ohnehin logisch erscheint, hab ich damit überhaupt kein Problem (es ging um eine “unverfilmbare” Literaturvorlage, und der Film selbst ist nun in aller Munde als richtig guter Film – wovon ich mir natürlich selbst ein Bild machen werde)… da ein Kontext zu Literatur besteht hinsichtlich dieser Bitte und booknerds eben literaturlastig ist, bietet sich das eh an.

  32. Hallo,

    ich habe nun die Unterhaltung eine ganze Weile verfolgt und wollte mich nun auch einmal zu dem Thema äußern sowie dem Unmut, den insbesondere die “Verhaltensregeln” des Herrn Rothfuss mit sich gebracht haben.

    Auf meinem Blog – wir können es aber auch gerne Online-Magazin nennen – habe ich mittlerweile rund 100 Buch-Kritiken beisammen und mittlerweile kooperiere ich immer öfter mit diversen Verlagen und frage frank und frei alles an, das mein Interesse weckt. So zum Beispiel auch “Das Spiel der Götter: Die Gärten des Mondes” bei Herrn Rothfuss. Mich erreichte eine Zusage und natürlich auch besagte strittige pdf, bei der ich zunächst auch schlucken musste. Dann allerdings habe ich mit den Schultern gezuckt, das Buch gelesen, meinen Text verfasst und veröffentlicht und mir wurde klar, dass ich vollkommen freiwillig rund 80% der Vorgaben sowieso erfülle, weil es mir als Blogger oder Rezensent natürlich auch wichtig ist, einen gelungenen Text mit Mehrwert zu veröffentlichen.

    Fernab dieser Regeln, die vielen sicherlich harsch erscheinen, erscheint es mir in der Rückschau kaum verwerflich, da ein paar grundsätzliche Dinge zusammenzufassen und schriftlich darzulegen. Tatsächlich scheint es Herrn Rothfuss auch nicht gestört zu haben, dass ich mich nicht in allen Punkten an sein Manifest gehalten habe, denn auch weitere Anfragen verliefen vollkommen problemlos, unkompliziert und in höflichem Umgangston.

    Gleiches kann ich im Grunde auch von jedem anderen Verlag behaupten, denn bis auf ganz wenige Anfragen, auf die ich schlichtweg nie eine Antwort erhalten habe, war man stets freundlich und zuvorkommend. Auch hat sich noch nie jemand beschwert, wenn die Rezension ob der Bücherflut mal ein wenig länger auf sich hat warten lassen; ebenso ist es mir noch nicht untergekommen, dass ich meine Texte hätte ändern sollen und auch Vorgaben zur Bewertung sind mir noch nie begegnet.

    Ob man nun also Verhaltensregeln aufstellt oder stillschweigend übereinkommt, eine gewisse Qualität der Beiträge erwarten zu dürfen ist mir persönlich tatsächlich ziemlich egal, denn ich baue da ganz auf die netten Kontakte in den unterschiedlichen Verlagen und darauf, dass man doch miteinander reden kann, wenn mal etwas nicht passt oder unklar ist – wie man auch an der Einmischung von Sebastian Rothfuss hier in den Kommentaren sehen kann. Da nehme ich es ihm dann auch nicht übel, dass er mir diese fragwürdige pdf hat zukommen lassen.

  33. Auch ich habe letzte Woche ein Rezensionsexemplar mit solche Anleitung bekommen. Ich freue mich riesig über das Buch und verschlinge es gerade.

    Dass man ein paar Vorgaben macht, wie die Rezension auszusehen hat oder was sie enthalten muss, finde ich okay. Allerdings habe ich das Buch über BloggdeinBuch erhalten und schon dort gibt es genaue Vorgaben, die sich teilweise überschneiden, teilweise hier aber noch mal von dem Verlags-Schreiben “überboten” werden.

    Ich habe gar kein Problem Links an bestimmter Stelle zu setzen, eine Wortzahl einzuhalten oder irgendetwas zu unterlassen, denn eine Hand wäscht die andere. Die Form des Schreibens finde ich aber irgendwie unglücklich. Erst mal ist es ein ganz schön langer Text, den man sich erst mal anschauen muss und dann ist auch die Sprachwahl irgendwie nicht optimal.

    Von anderen Verlagen gibt es eine handgeschrieben Karte mit vielen Grüßen und 2-3 kurzen Bitten an den Blogger. Das finde ich eine nette Geste. Hätte man eine hübsche Postkarte genommen, die Vorgaben in wenigen Stichpunkten vielleicht als Aufzählung aufgedruckt und dann ein paar liebe Grüße (vielleicht wirklich von Hand) daneben gesetzt, hätte das Schreiben sicher niemand so in den falschen Rachen bekommen. Auch nur meine Meinung, aber scheinbar bin ich da nicht alleine.

    Ich hege da jetzt keinen Groll gegen den Verlag. Ihre Vorgaben sind fair und nachvollziehbar, alleine die Form und Darstellung finde ich unglücklich. Im ersten Moment dachte ich auch nur “Na sowas ist mir auch noch nie unter gekommen.” Der zweite Gedanke war dann allerdings “Naja, sind eben auch nur Menschen.”

    Ich würde mich freuen, wenn die Kritik angenommen werden würde und schreibe meine Kommentar daher gleich per Mail noch mal direkt an den Verlag.

    Viele Grüße,
    Stefanie

  34. Hm, ich finde es sogar ganz gut, dass die Worte recht bestimmt sind, denn letztendlich richtet sich das Schreiben nicht an die, die sich an Selbstverständlichkeiten halten, sondern an die, die das offensichtlich nicht tun und das Ordern von RE missbräuchlich betreiben. Und da ist eine liebe Knuffelpupsi-Postkarte offensichtlich viel zu, nun ja, lieb. Sowas werfen die “Leecher” doch lachend in den Mülleimer.

    Sagen wir’s mal so: Ich rezensiere mit meinem Team ja auch Filme auf booknerds… da sind Schreiben dabei, die in einen EXTREM scharfen Ton verfasst sind – und viele dieser Filmlabels bestehen auch auf eine Rücksendung nach Rezension. Da können wir uns bei den Büchern doch glücklich schätzen, etwas in den Händen zu halten und auch ins Regal stellen zu dürfen, wenn man es fertig gelesen hat…

  35. Willkommen Roger, Wulf und Dassi! Vielen Dank für eure Kommentare. Ich bin im Moment ein wenig in Eile, deshalb werde ich morgen noch ausführlicher antworten. Nur kurz @ Chris: Von Zeit zu Zeit wünschen wir Frauen uns einfach ein wenig “Knuffelpupsi” mehr als ein sachliches Schreiben, das sich wie ein Dienstleistungsvertrag liest. ;-)
    Schönen Abend @ all

  36. [...] gab es ein wenig Ratlosigkeit, weil Sebastian Rothfuss, der bei Random House u. a. für Blanvalet die Pressevertreter betreut und [...]

  37. [...] zum Verfassen von Rezensionen gemacht. Die Details und eine breite Diskussion dazu könnt ihr beim Lesekreis nachlesen. Engagierte und erfahrene Blogger werden über diese Angaben nur Lachen können, da sie diese [...]

  38. [...] Rezensionsrichtlinien, die künftig bei Blanvalet, Limes und Penhaligon erfüllt werden müssen (hier nachzulesen bei Lesekreis.org), entspinnen sich innerhalb der Bloggerszene hitzige Diskussionen. [...]

  39. Nun habe ich die Diskussion nur am Rande mitbekommen, finde es aber verwunderlich, dass die Empfehlungen oder Richtlinien überhaupt eine Diskussion auslösen konnten. Die dort formulierten Erwartungen sind meines Erachtens völlig legitim, ja selbstverständlich, zumindest dann, wenn man kostenlose Rezensionsexemplare möchte. Wer sich da – wie auch immer – eingeschränkt fühlt oder seine Posts gern anders aufbauen möchte, kann doch völlig problemlos die von ihm gewünschten Bücher anderweitig erwerben. Aber vielleicht müssten sich auch die Verlage die Mühe machen, aktiv nach den Bloggern und Bloggerinnen zu suchen, die ungefähr zu ihren Vorstellungen passen. LG Anna

  40. Willkommen Anna, und ja, du hast völlig recht, wir werden unsere Bücher zukünftig bei Blanvalet kaufen, ob wir sie dann hier vorstellen, werden wir sehen. Aber ich denke, eher nicht. ;-)
    Ich finde es durchaus legitim, dass du/ihr keine Einwände gegen die Richtlinie habt – mir geht das zu weit, aber das habe ich weiter oben ja schon begründet.
    Wahrscheinlich haben die Verlage keine Zeit sich mit den Blogs auseinanderzusetzten, wenn man 500 Blogs betreut, fällt der eine oder andere mal eben hinten runter – ist ja auch kein Problem, oder?
    LG

  41. Ich habe keine Einwände gegen die o.g. Richtlinien, allerdings finde ich, dass die Form dieser (wie du erläuterst) unpersönlichen und eher allgemein gehaltenen Mitteilung, bei einem Weblog wie diesem nicht angebracht ist. Das zeigt, dass große Verlagshäuser offensichtlich mit der Überprüfung keine Zeit schinden wollen, oder schlichtweg überfordert sind. Ob sich das Marketing-Politisch rentiert ist sehr wahrscheinlich. Würde ich ein Verlagshaus führen, wäre mir eine vertrauensvolle Partnerschaft mit zuverlässigen Rezensenten lieber, wobei das wiederum ein zusätzlicher Mehraufwand bedeuten würde, der sich in den Augen der Geschäftsleitung nicht lohnt. Weil: Zu kostspielig! Da werden dann statt 20 Rezensionsexemplare lieber 200 versendet, als dass man zusätzliches Personal einstellt. Alle mit diesem hübschen Beipackzettel. Ich kann die Verlagshäuser verstehen und mag gar nicht wissen, wie viele Anfragen täglich in der Mailbox eines großen oder mittelständischen Verlagshauses eintrudeln. Allerdings halte ich es für maßlos übertrieben, dass wenn man schon seine erstellte Rezension per Mail versendet, der Rezensierende den Verlag im Beitrag der Buchbesprechung nochmals verlinken soll. Auch obliegt es mir, wie ich meine Besprechung gliedere und wie ich meinem Leseerlebnis mehr Ausdruck verleihe. Ich halte es für ebenfalls sehr wichtig, dass die Rezensierenden ihren eigenen Stil entwickeln, schließlich schreiben wir keine Doktorarbeit. Das wäre doch viel zu langweilig, wenn sich eine Besprechung wie die Andere lesen ließe und für mich ein Grund, meinen Blog endgültig zu löschen.

    Viele liebe Grüße,
    Tanja

  42. Liebe Tanja,
    vielen herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!
    Ich finde, dass Verlage grundsätzlich mit Blogs so nicht umgehen sollten, aber das habe ich weiter oben ja schon mehrfach gesagt. ;-)
    Links sind sehr wertvoll. Es geht darum, dass man im Google-Ranking ganz weit vorne gelistet ist und dadurch gefunden wird. Wenn Blogs Partnerschaften mit Online-Händlern pflegen, ist der Link zum Buch sicherlich sowohl für den Verlag als auch für den Blog sinnvoll, weil eben beide davon profitieren. Ansonsten ist der Vorteil sehr einseitig – das gilt natürlich auch für Links zu Twitter oder Facebook.
    Viele liebe Grüße zurück! ;-)

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