Honigbiene…..hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ – Albert Einstein

Heute werden sich über 11.000 Blogger überall im Internet zusammentun, um die Öffentlichkeit auf ein ausgewähltes Thema aufmerksam zu machen. Das Thema für den Blog Action Day 2007 ist die Umwelt. Jeder teilnehmende Blogger wird sich auf seine ganz persönliche Weise eines von ihm selbst ausgewählten Umweltthemas annehmen. Hier geht es um:

Bienen-Patenschaften

Die Friedel-Eder-Schule, eine Schule für Seelenpflege-bedürftige Kinder in München, sammelt ausrangierte Handys um Bienen-Patenschaften zu übernehmen. Dank der bis jetzt gesammelten Handys konnte bereits eine Bienen-Patenschaft übernommen werden. Es ist ein Projekt der Deutschen Umwelthilfe in Zusammenarbeit mit T-Mobile, wo ausrangierte Handys recycelt werden. Die Schule bekommt für jedes Handy 2,50 Euro. Also, wer ein altes oder defektes Handy, möglichst mit Akku und Ladekabel sinnvoll entsorgen möchte, sollte es an die Schule schicken oder dort abgeben. Die Kontaktdaten stehen auf der Internetseite, weitere Informationen zu diesem Projekt sind nachzulesen unter www.beegood.de , hier werden auch weitere Projekte aufgezeigt.
Dank der bis jetzt gesammelten Handys konnte bereits eine Bienen-Patenschaft übernommen werden. Damit wird die Ausbildungs- und Forschungsarbeit für wesengemäße Bienenhaltung unterstützt. Die Bienen sind durch die Industrialisierung der Landwirtschaft mit vielen Belastungen konfrontiert. Die traditionelle Bienenhaltung wird immer mehr verdrängt. Man gab sich der Illusion hin, die ständige Rationalisierung der imkerlichen Betriebsweise habe keine Nebenwirkungen und führe nur zu mehr Honigertrag. Darüber hinaus werden durch die Globalisierung auch neue Krankheiten nach Europa eingeschleppt.
Nur noch wenige Handys fehlen, dann kann die Schule eine zweite Patenschaft übernehmen.

Wir können zwar Honig importieren, nicht aber die Bestäubung unserer Blüten.

Die Bestäubung der Blüten durch die Bienen ist unersetzbar für heimisches Obst, für Beeren und viele andere Früchte und Samen. Das gilt für Nutzpflanzen ebenso wie für Wildpflanzen. Die Wildpflanzen sind Teil der Nahrungskette und der ausbleibenden Bestäubung ist unsere gesamte Kulturlandschaft und der Fortbestand vieler Tierarten bedroht. Durch die zurückgehende Bienenhaltung und dem Verschwinden anderer Blüten besuchender Insekten ist die Bestäubung an vielen Orten gefährdet oder nicht mehr gewährleistet.

Die Honigbiene ist gemeinsam mit allen anderen Blüten besuchenden Insekten eine tragende Säule unseres Ökosystems. Mehr als 80% der einheimischen Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Ohne diese Fremdbestäubung könnten viele Pflanzen keine Früchte ausbilden, bei anderen Pflanzen wäre die Fortpflanzung zwar möglich, aber die Früchte würden nur schlecht ausgebildet und die Samenbildung wäre gering. Vor allem dort, wo Obst für die menschliche Ernährung angebaut wird, hat die Honigbiene eine überragende Bedeutung. Sie übernimmt dort ca. 80% der Bestäubung, für den Rest sind Wildbienen, Schwebfliegen, Käfer, Wespen und andere Tiere zuständig. Aus diesem Grund ist die Bestäubungsleistung der Honigbiene rein volkswirtschaftlich betrachtet ein Vielfaches höher als der Wert des Honigs, den der Imker erntet. Die Honigbiene sorgt für hohe Erträge bei Obst, Raps, Sonnenblumen und anderen Kulturpflanzen und garantiert gleichzeitig eine gute Qualität.

Aber nicht nur für die Pflanzen, die wir Menschen für unsere Ernährung brauchen, sondern auch für die zahllosen Wildblumen ist die Fremdbestäubung durch Insekten unerlässlich. Und diese Pflanzen sind für die Stabilität unseres Ökosystems von grundsätzlicher Bedeutung. Nur die Vielfalt in der Natur kann Stabilität gewährleisten. Dies kann man sehr leicht überall dort erkennen, wo Monokulturen angebaut werden.

Dem enormen Krankheits- und Schädlingsdruck ist selbst die moderne Chemie nicht mehr gewachsen. So ist es in der Landwirtschaft, wo immer effektivere Pflanzenschutzmittel mehr Probleme schaffen als sie lösen, so ist es aber auch im Wald, wo die Nadelwälder vom Borkenkäfer aufgefressen werden, ohne dass der Mensch das wirklich verhindern kann.

Nur eine Vielfalt wie im Mischwald, wie in der Mischkultur oder in der freien Natur kann dauerhaft stabil sein. Und dazu benötigt die Natur die unzähligen Wildblumen, die fast ausnahmslos auf die Blütenbesucher angewiesen sind. Gleichzeitig sind diese Wildpflanzen wiederum Nahrung für zahllose Tiere. So ist alles in der Natur ein Kreislauf von Geben und Nehmen und der Kreislauf kann nur funktionieren, wenn alle Glieder in der Kette in Ordnung sind.

Vor allem in intensiv genutzter Kulturlandschaft sind viele Bestäuber, nämlich die Wildbienen mangels Nahrung und Nistmöglichkeiten bereits zu einem großen Teil verschwunden. Von den ursprünglich ca. 550 verschiedenen Arten solitär lebenden Wildbienen in Deutschland sind mehr als die Hälfte akut bedroht oder bereits ausgestorben. Hier kann und muss die Honigbiene die Lücke füllen und soweit möglich auch die Wildblumen bestäuben. Dies kann sie nur noch, wenn der Imker sie pflegt und unterstützt. Ohne diese Hilfe hätte auch die Honigbiene in solchen Landschaften keine Überlebenschance. Darum ist es so wichtig, dass es überall Freizeitimker gibt, die mit kleinen Völkerbeständen die Bestäubung flächendeckend sicherstellen. Aber die Imker werden immer weniger. Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Bienenvölker hat sich in den letzten 50 Jahren etwa halbiert. Immer weniger Menschen sind bereit sind, ihre Zeit für die Bienen einzusetzen, obwohl es eines der schönsten Dinge ist die man in der Freizeit tun kann. Wenn wir unserem Ökosystem und damit uns selbst eine Chance geben wollen und wenn wir auch in Zukunft heimisches Obst essen wollen, dann müssen wir uns heute in neuer Weise um die Bienen kümmern. Lange haben die Bienenvölker alle Belastungen hingenommen und ausgeglichen. Jetzt aber fordert uns ihre Bedrohung heraus.
Darum ist es die Aufgabe von uns allen, die Honigbiene zu schützen, zu fördern und langfristig zu erhalten.

5 Gedanken zu „BLOG ACTION DAY – Wenn die Biene von der Erde verschwindet…..

  1. na ja, schätze die Mörderbienen wurden am Ende auch vernichtet und besiegt, oder?
    Stimmt, Claudias Beitrag ist sehr „klassisch“ und natürlich wunderschön gemacht. Ich brauche immer etwas, na sagen wir mal Konkretes, wir stehen ja so irrsinnig machtlos dem Ganzen gegenüber. Alles ist längst bekannt und trotzdem passiert kaum etwas.
    Ich habe mich ein wenig gewundert, dass sich letztendlich doch nicht mehr Blogs beteiligt haben, woran liegt das? Hast du eine Ahnung?

  2. Also, die nächste Biene, die ich treffe lade ich auf einen Bestäubungsdrink mit Gelée Royale ein, dann wird alles wieder gut! Toller Artikel!

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