Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 33/2008

Platz 1 : Kalte Asche von Simon Beckett

Kalte AscheKurzbeschreibung
Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendenten mitteilen, doch die Leitung ist tot. Ein Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab. Da geschieht ein weiterer Mord

Platz 2 : Die letzte Spur von Charlotte Link

Die letzte SpurKurzbeschreibung
Elaine Dawson ist vom Pech verfolgt. Als sie nach Gibraltar zur Hochzeit einer Freundin reisen will, werden sämtliche Flüge in Heathrow wegen Nebels gestrichen. Anstatt in der Abflughalle zu warten, nimmt sie das Angebot eines Fremden an, in seiner Wohnung zu übernachten – und wird von diesem Moment an nie wieder gesehen. Fünf Jahre später rollt die Journalistin Rosanna Hamilton den Fall neu auf. Plötzlich gibt es Hinweise, dass Elaine noch lebt. Doch als Rosanna diesen Spuren folgt, ahnt sie nicht, dass sie selbst bald in Lebensgefahr schweben wird …

Platz 3 : Gottlos von Karin Slaughter

GottlosKurzbeschreibung
Das Mädchen ist lebendig begraben worden. Ihr Tod muss langsam und unvorstellbar qualvoll gewesen sein. Als ein Zufall Sara Linton und Jeffrey Tolliver zu der Leiche führt, kennen sie nur noch ein Ziel: den Mörder zu finden. Schon bald müssen sie erkennen, dass das nur der Anfang einer ganzen Serie erschütternder Verbrechen ist, die offenbar eng mit einer kleinen und überaus fromm lebenden Sekte zusammenhängen. Ihre Mitglieder wirken auf Sara und Jeffrey nicht wie fanatische Fundamentalisten. Aber als sie beginnen an der Oberfläche zu kratzen, finden sie einen Killer, der böser und gefährlicher ist als alles, was sie bis dahin kennen gelernt haben.

Platz 4 : Mieses Karma von David Safier

Mieses KarmaKurzbeschreibung
Die Moderatorin Kim Lange erlebt einen Tag des Triumphes: Sie gewinnt den Deutschen Fernsehpreis. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt sie, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat – und bekommt prompt die Rechnung präsentiert. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, hat zwei Fühler, sechs Beine und einen überproportional großen Hinterleib: Sie ist eine Ameise! Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Doch als Ameise ist sie machtlos. Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!

Platz 5 : Vermiss mein nicht von Cecelia Ahern

Vermiss mein nichtKurzbeschreibung
Als Sandy Shortt zehn Jahre alt ist, verschwindet ein Mädchen aus ihrer Klasse. Seit dieser Zeit sucht sie leidenschaftlich nach allem, was vermisst wird: nach Socken, Schlüsseln und später auch nach Menschen. In ihrer Suchagentur macht sie Angehörigen Mut, denn sie gibt niemals auf.
Doch als Sandy den Auftrag bekommt, den Bruder von Jack Ruttle wiederzufinden, verirrt sie sich im Wald und verschwindet selbst – an einen geheimnisvollen Ort, den alle nur †œHier† nennen. Dort begegnet sie Menschen, die sie schon lange gesucht hat, und auch jemandem, den sie fast vergessen hätte: sich selbst. Währenddessen macht sich Jack auf die Suche nach Sandy …

Platz 6 : Träume süß, mein Mädchen von Joy Fielding

Träume süß mein MächenKurzbeschreibung
Die dramatische Geschichte einer jungen Frau, die bedingungslos vertraut – und unversehens zum Spielzeug des Teufels wird.
Die 29-jährige Jamie Kellog lebt in Florida und hat mit Männern bisher kein Glück gehabt. Alles ändert sich jedoch, als sie Brad Fisher begegnet. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie das Gefühl, wirklich verstanden zu werden, und sie schenkt Brad ihr ganzes Vertrauen. Als die beiden wenig später zu einer Reise aufbrechen, ist Jamie überglücklich. Doch Brad ist in Wahrheit ein skrupelloser Killer – und ehe Jamie es sich versieht, wird sie zum wehrlosen Spielzeug eines Psychopathen, der es versteht, sie sich mit perfiden Methoden gefügig zu machen …

Platz 7: Die Chemie des Todes von Simon Beckett

Die Chemie des TodesKurzbeschreibung
David Hunter war Englands berühmtester Rechtsmediziner. Aber er hat seinen Beruf aufgegeben und sich inkognito nach Devonshire in ein kleines Dorf zurückgezogen. Dort arbeitet er seit ein paar Jahren als Assistent des Arztes, als sein friedliches Landleben ein jähes Ende findet. Spielende Kinder entdecken eine mit einem Paar Schwanenflügel ausstaffierte Frauenleiche. Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin im Dorf. Da sie mit David befreundet war, ist er, der schweigsame Fremde, einer der ersten Verdächtigen. Doch dann findet die Polizei heraus, was David früher war, und so muss die Ex-Koryphäe der überforderten Provinz-Gerichtsmedizin helfen. Gerade als sich anhand seiner Analysen herausstellt, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt, um sie noch lebend zu finden. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knochiger Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten CSI Devonshire. Exzellent recherchiert, auf dem allerletzten Forschungsstand der Gerichtsmedizin, brillant geschrieben, vor allem aber extrem spannend. †œDie Chemie des Todes† ist ein Forensik-Thriller, der den Leser keine Sekunde aus den Klauen lässt.

Platz 8 : Verblendung von Stieg Larsson

VerblendungKurzbeschreibung
Eine Familiengeschichte, die einen nicht mehr loslässt
Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt. An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Paket enthält eine gepresste Blüte hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, doch dann verschwand sie spurlos. Ihr Leichnam wurde nie gefunden. In einer letzten Anstrengung beschließt Vanger herauszufinden, was dem geliebten Mädchen tatsächlich zustieß. Er engagiert den Journalisten Mikael Blomkvist, der, getarnt als Biograf, bald auf erste Spuren stößt. Unterstützt wird er von der jungen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem virtuosen Computergenie mit messerscharfem Verstand. Je tiefer Blomkvist und Salander in der Vangerschen Familiengeschichte graben, desto grauenvoller sind ihre Enthüllungen. Ausgezeichnet mit dem skandinavischen Krimipreis. -> mehr Infos zu der Trilogie und zum Film

Platz 9 : Drachenläufer von Khaled Hosseini

DrachenläuferKurzbeschreibung
Im Jahr 1975 ist Amir zwölf Jahre alt. Um seinem Vater seine Stärke zu beweisen, will er unbedingt bei einem Wettbewerb im Drachensteigen gewinnen. Dazu braucht er Hassans Hilfe. Hassan ist sein bester Freund. Obwohl sein Vater der Diener von Amirs Vater ist, hat die innige Freundschaft der Jungen allen Herausforderungen standgehalten. Bis zum Ende dieses erfolgreichen Wettkampfes, als Amir sie auf schreckliche Weise verrät.
Die dramatische Geschichte einer Freundschaft, eine Geschichte von Liebe und Verrat, Trennung und Wiedergutmachung vor dem Hintergrund der jüngsten Vergangenheit Afghanistans. -> mehr Infos zu dem Buch und dem Film

Platz 10 : Die Tochter des Fotografen von Kim Ewards

Die Tochter des FotografenKurzbeschreibung
Wie kann eine Frau weiterleben, wenn ihr das Kind genommen wird? Wie kann ein Mann weiterleben, der seiner Frau so etwas angetan hat? Bewegend und fesselnd erzählt Kim Edwards die anrührende Geschichte einer Familie, deren Schicksal sich im Bruchteil einer Sekunde unumkehrbar wendet. Ein Roman über Trennungen, Neuanfänge und die Kraft der Liebe.

Quelle: Spiegel Online

Die Box von Günter Grass

Günter GrassMit seinem Waffen-SS-Geständnis Beim Häuten der Zwiebel erregte Günter Grass 2006 die Gemüter. Sein neues Buch Die Box erscheint voraussichtlich am 29. August im Steidl Verlag und ist eine heitere Geschichte. Auch darin finden sich Stücke aus seiner Vergangenheit wieder.

Der Roman wird 216 Seiten (Erstausgabe 260 Seiten) umfassen und den Zeitraum Ende der 50er Jahre bis zum Erscheinen des Romans Ein weites Feld (1995) behandeln.

Die mit 3000 Exemplaren limitierte Erstausgabe wird Günter Grass mit eigenen Lithographien und Zeichnungen gestalten, sie kostet 32 Euro.

In den ersten Kapiteln reihen sich Bilder der Vergangenheit aneinander, in denen unter anderem auch angeknüpft wird an die Novelle Katz und Maus (1961) und den Roman Hundejahre (1963). Beide Werke vollendeten die Danziger Trilogie, die Grass mit seinem Welterfolg Die Blechtrommel (1959) begonnen hatte.

Die Box beginnt wie ein klassisches Märchen: „Es war einmal ein Vater, der rief, weil alt geworden, seine Söhne und Töchter zusammen“.

Die BoxDie Box – Kurzbeschreibung
Eigentlich ist es eine altmodische Kastenkamera, wie man sie früher Jugendlichen zum Geburtstag schenkte. Aber mit der Agfa-Box der alten Marie hat es etwas Besonderes auf sich: Seit sie in Berlin Krieg und Feuerstürme überdauert hat, blickt sie vorwärts und rückwärts. Genauer gesagt: Die mit ihr geknipsten Aufnahmen zeigen Zukünftiges und Vergangenes, zeigen bei einem Stapellauf den tragischen Untergang des Schiffes oder am Wohnzimmertisch eine Männerrunde aus uralten Zeiten. Lara entdeckt auf einem Schnappschuss das Pferd, das sie sich wünscht, Nana sieht sich mit Mutter und Vater, die getrennt leben, vereint auf dem Kettenkarussell durch die Lüfte sausen. „Mariechens Wünsch-dir-was-Box“ sagen die Kinder.

Marie ist Fotografin. Sie besitzt eine Leica, auch eine Hasselblad. Aber wenn der Schriftstellerfreund auf Motivsuche für seine Bücher „Knips mal, Mariechen“ sagt, arbeitet sie nur mit der Box. So schreiben die Box und der Schriftsteller ihre wahren und ihre Dunkelkammergeschichten. Jahre später sitzen die acht Kinder, die nun erwachsen sind, zusammen und erinnern sich achtstimmig, jedoch widersprüchlich, freundlich, kritisch und manchmal anklagend an den „Alten“ und seine „starken“ Frauen, ihre Mütter, an ihre von Marie und ihrer „Zauberbox“ begleitete Kindheit.

Günter Grass schreibt in diesem Buch, das durch die Optik der Spezial-Kamera eine zweite Erzählebene und eine unerwartete Perspektive gewinnt, seine Autobiographie fort. Zugleich hat er damit der Fotografin und Freundin Maria Rama, die ihn und seine Familie ab Mitte der fünfziger Jahre bis zu ihrem Tod 1997 begleitete, ein heiteres Denkmal gesetzt.

Gebundene Ausgabe: 216 Seiten, Verlag: Steidl; Auflage: 1 (29. August 2008), 18 Euro

In der FAZ erschien in der Online-Ausgabe vom 24.08. eine Rezension von Volker Weidemann zu dem Buch unter dem Titel: Noch mehr Kinder, irgendwo. Sein Fazit lautet:

Es ist eine traurige Geschichte, mit einer Art Harmonie und vielen Lügen und Geheimnissen am Ende, Verletzungen, eine Geschichte, die nur wenig hilft. Aber es hilft ja alles nichts: „Jetzt hofft der unzulängliche Vater, daß die Kinder ein Einsehen haben. Denn weder können sie sein Leben, noch er ihres wegstreichen, wie ungelebt einfach wegstreichen . . .†œ

Niemand kann das. Auch kein Vater Grass. Er kann es nur zu einer Geschichte runden. So rund wie lange keine mehr.

Eckhard Fuhr verfasste für Welt-Online ebenfalls am 24.08. eine Rezension. Die Überschrift lautet: Was Günter Grass seinen Kindern zumutet und kommt zu dem Fazit:

Beim Lesen ist Gewöhnungszeit notwendig. Man muss mit dem Werk und der Familiengeschichte von Günter Grass halbwegs vertraut sein, wenn die Lektüre ertragreich werden soll. Es dauert eine Weile, bis man sich an das Durcheinanderplappern der Stimmen, die Satzfetzen, das Familienidiom gewöhnt hat. Um den Eindruck von Authentizität zu erzeugen, verordnet Grass den Kindern, die ja alle erwachsen und teils selbst schon Eltern sind, sprachliche Regression. Die Fragwürdigkeit dieses Verfahrens erkennend, gibt er es zu Beginn als von der Wirklichkeit vorgegeben aus: „Obgleich erwachsen und von Beruf und Familie gefordert, reden Töchter und Söhne so, als wollten sie wortwörtlich rückfällig werden… als höre Kindheit nie auf†œ.
Das glaubt der Rezensent nicht. Der Dichtervater hat die Dichterkinder noch einmal in die Kindheit zurück gestoßen. Er hat ihnen die eigene Vergangenheits-Obsession, die der Glutkern seiner Literatur ist, zugemutet. Er hat sie benutzt. Sie fügen sich und gehen in die Falle. Erst am Schluss, als der Vater sich verflüchtigen will, werfen sie die Kinder-Maskerade ab. Aber da ist das Buch zu Ende. Und es bleibt ein bitterer Nachgeschmack.

Quellen: Steidl Verlag, Wikipedia

Raumpatrouille Orion – Eva Pflug ist tot

Eva Pflug die 79-jährige Darstellerin der Tamara Jagellovsk aus Raumpatrouille Orion  ist tot in ihrer Münchner Wohnung gefunden worden. Ein Sprecher der Münchener Polizei sagte, die Leiche von Eva Pflug wurde entdeckt, nachdem Nachbarn die Beamten gerufen hatten. Hinweise auf ein Fremdverschulden hätten sich nicht ergeben.

In den sechziger Jahren wurde Eva Pflug als Sicherheitsoffizierin Tamara Jagellovsk in der beliebten Science-Fiction-Serie zum Jugendidol, als sie auf den Fernsehschirmen mit Major Cliff Allister McLane, gespielt von Dietmar Schönherr, durchs All düste. In ihrer Rolle bewahrte sie in heiklen Situationen immer einen kühlen Kopf, der blonde Pagenkopf wurde zu ihrem Markenzeichen.

Trotz ausgezeichneter Quoten brachte es die Serie, in der Duschköpfe oder Bügeleisen zu Bedienelementen eines Raumschiffes verfremdet wurden in den 6oer Jahren, nur auf sieben Folgen.

Mit dieser Rolle wurde sie berühmt, ihre TV-Karriere ging anschließend dennoch „den Bach runter“, wie die Darstellerin vor ihrem 75. Geburtstag im Juni 2004 selbst sagte. „Die Männer hatten Angst vor emanzipierten Frauen“, vermutete Eva Pflug. In den männlichen Besetzungsbüros sei das offenbar nicht gerne gesehen worden. „Dabei war ich nie so ’ne Emanze wie in der Serie“, bekannte sie 2003 anlässlich der Premiere einer Kinoversion von „Raumpatrouille Orion“. In dem mit Musik und neuem Schnitt aufgepeppten „Producers Cut“ ging die legendäre Orion-Crew in ihrem Raumkreuzer noch einmal auf Patrouille, doch die Schubkraft der sechziger Jahre zündete auf der Leinwand nur mäßig.

Sie verfolgte deswegen wieder ihre Bühnenlaufbahn, welche sie 1947 in ihrer Heimatstadt Leipzig begonnen hatte. Sie hatte Engagements in Basel, München, Köln, Frankfurt am Main und Berlin sowie bei Festspielen in Heppenheim, Jagsthausen und Ettlingen.

Während dieser Zeit spielte sie in mehreren „Klassikern†œ die weibliche Hauptrolle. Dazu gehörten unter anderem das Gretchen in Goethes Faust und die Martha in Kleists Der zerbrochne Krug. Für ihre Rolle in Brechts Mutter Courage bekam sie 1986 den Großen Preis von Bad Hersfeld (Bad Hersfelder Festspiele). Außerdem spielte sie in Shaws Die heilige Johanna, in Shakespeares Ein Sommernachtstraum und Was ihr wollt.

Zwischen 1980 und 1985 stand sie insgesamt rund 700 Mal mit Paul Hubschmid in Boulevard-Komödien auf der Bühne. Berühmt ist auch ihre Synchronstimme unter anderem für Julie Christie (Dr. Schiwago), Ursula Andress, Anne Bancroft (Die Reifeprüfung), Eva Marie Saint in Hitchcocks Der unsichtbare Dritte und Susan Flannery (Stephanie Forrester) in der Serie Reich und Schön.

Quellen: Spiegel Online, Wikipedia

Trugbild – Ein Gedicht von Cees Nooteboom

Trugbild

Nie gewesen, der du sein wolltest,
der du dachtest, daß du warst.
Das falsche Kostüm
in einer verqueren Welt.

Immer mit der Lüge gegangen,
der ältesten Verlobten, nie geglaubt,
daß nächstliegende Worte

die innigsten sind. Für dich ist
die Erscheinung verwandter
als der erste Gedanke,

du hast zuviel Welt, zuviel Moos
an deinem Standbild, du stehst da
mit dem Buch, das du selbst nicht gelesen,

ein Mann aus Fleisch, der zu Kalk wurde,
ein Engel aus Schatten, allein,
gehüllt in deinen Namen
als leeren Beruf.

Cees Nooteboom wurde am 31. Juli 75 Jahre alt.

Cees Nooteboom: Gesammelte Werke Band 1: Gedichte
Aus dem Niederländischen von Ard Posthuma und Helga van Beuningen; hg. von Susanne Schaber; © Cees Nooteboom 2003 ; Suhrkamp Verlag, 2008; 418 S., 34,90 €

Quellen: Zeit Foto: Flickr

Amazon Literatur iPod „Kindle“ auf dem Vormarsch

KindleDas Blog TechCrunch berichtet, dass Amazon seit letzten November 240 000 Kindle verkauft hat und beruft sich dabei auf eine direkte Quelle bei Amazon. Amazon selbst hat dies offiziell nicht betätigt.

Der (das?) Kindle wiegt knapp 300 Gramm und kostete im November 400 Dollar (rund 273 Euro), mittlerweile hat Amazon den Preis auf 360 Dollar gesenkt. Es fasst 200 Bücher, diese wiederum kosten knapp zehn Dollar das Stück und werden über eine kostenlose Mobilfunkverbindung („Amazon Whispernet“) auf den Apparat übertragen. Einen PC-Anschluss braucht man zum Bestücken nicht. Die Bildschirmdiagonale beträgt sechs Zoll (15,2 cm). Der Kindle hat keine Hintergrundbeleuchtung, wie sie etwa bei Laptop-Bildschirmen üblich ist. Zum Lesen also braucht man, wie beim herkömmlichen Buch, im manchen Lagen eine Lampe. Der Name „Kindle“ bedeutet übertragen „ein Licht entzünden“.

Bertelsmann scheiterte vor 10 Jahren mit seinem RocketBook in der Bundesrepublik; in den 90er Jahren waren E-Books nahezu unverkäuflich. Branchenkenner räumen dem neuen elektronischen Lesegeräte von Amazon mittlerweile gute Verkaufschancen ein. Genauso wie es Apple erfolgreich mit dem iPod handhabt, bietet Amazon Gerät und Inhalte aus einer Hand an.

Für den Kindle waren laut Amazon mehr als 90 000 Bücher zum Start elektronisch verfügbar, darunter auch aktuelle Bestseller. Auch Tageszeitungen wie die „New York Times“ oder das „Wall Street Journal“ können abonniert werden.

Wenn, wie es TechCrunch vorrechnet, die Einnahmen durch das Gerät bis jetzt zwischen 86 und 96 Millionen Dollar ausmachen und der Umsatz für die digitalen Bücher, Zeitungen und sonstiges Zubehör dazugezählt wird, liegt der Umsatz bei über 100 Millionen Dollar.

Scott Devitt, ein Analytiker von Stifel, Nicolaus & Co., sagt voraus, dass Amazon weitere 500.000 bis 750.000 Kindle im Laufe des Jahres verkaufen wird. Zusätzlich, vermutet Devitt, werden Besitzer des Kindle weitere 120 bis 150 Dollar für Bücher und andere Inhalte ausgeben und somit Einnahmen irgendwo zwischen 225 und 355 Millionen Dollar Amazon in diesem Zeitabschnitt bescheren. Zusammengenommen ein Umsatz von 1 Milliarde Dollar.

Noch im Mai diesen Jahres schätzte Citi Analytiker Mark Mahaney die Gesamtverkäufe von Kindle in diesem Jahr auf nur 189 000 Stück. Diese Zahl ist bereits jetzt (je nachdem wie viel der 240.000 Einheiten Amazon im letzen Jahr verkauft hat ) übertroffen worden. Seiner Schätzung zufolge werden 467 000 Einheiten im nächsten Jahr und 2,2 Millionen in 2010 verkauft werden, dies läuft auf Gesamteinnahmen von 60 Millionen Dollar in 2008 bis zu 741 Millionen Dollar in 2010 hinaus. Es könnte an der Zeit sein diese Zahlen nach oben zu revidieren.

Ob und wann es das neue Gerät auch in Deutschland geben soll, darüber teilt Amazon nichts mit.