Der Literaturtheoretiker Frederic R. Jameson erhält den mit 4,5 Millionen Kronen (555 000 Euro) dotieren Holberg-Preis 2008. Der 74-Jährige habe „herausragende Beiträge zum Verständnis der Beziehung zwischen sozialen Formationen und kulturellen Ausdrucksformen geleistet“, hieß es zur Begründung.

Der Internationale Holberg-Gedenkpreis (norwegisch Holbergprisen) wird von der norwegischen Universität Bergen für herausragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Theologie, Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften verliehen, und ist nach dem norwegisch-dänischen Schriftsteller Ludvig Holberg (1684–1754) benannt. Er wurde 2004 erstmals vergeben.

Finanziert wird der Preis von einer 2003 gegründeten Stiftung. Zweck ist es, das soziale Bewusstsein für die Bedeutung der Geistes- und Sozialwissenschaften zu steigern und insbesondere das Interesse der jüngeren Menschen an diesem Fachgebiet anzuregen.

Fredric Jameson, geboren 1934 in Cleveland, Ohio, ist ein US-amerikanischer politischer Marxist, Literaturkritiker und -theoretiker. Er ist der William A. Lane Professor an der Duke University.
Jameson studierte in München, Berlin und an der Yale University. Er promovierte über Jean-Paul Sartre bei Erich Auerbach.

Jamesons Neo-Marxismus, mit der Betonung auf soziale und historische Totalität, ist stark beeinflusst von der Immanenten Kritik Hegels, sowie der Arbeit von Georg Lukács, Ernst Bloch, Theodor Adorno, Walter Benjamin, Herbert Marcuse und Sartre in den marxistischen politischen und literarischen Gedanken. Er ist sehr bekannt als ein Theoretiker der Postmoderne, als eine Beschreibung der Bedingungen am Ende des 20. Jahrhunderts, obwohl er keineswegs ein „Post-Moderner“ ist.

In den 50er-Jahren machte er in den USA den dort bislang unbekannten westlichen undogmatischen Marxismus bekannt und hatte somit Anteil an der Entwicklung der neuen Linken in den Vereinigten Staaten.

Jamesons bekannteste Arbeiten sind „The Political Unconscious“, „Postmodernism: The Cultural Logic of Late Capitalism“, und „Marxism and Form“. Er hat Bücher über Politik, Kultur und Literatur veröffentlicht. Auf Deutsch erschien 2004 von ihm „Mythen der Moderne“ (engl. A singular modernity).

In deutsche Übersetzung erschienen folgende Werke von Jameson:

Das politische Unbewußte. Literatur als Symbol sozialen Handelns; Reinbek b. Hamb.: Rowohlt 1988
Spätmarxismus. Adorno oder Die Beharrlichkeit der Dialektik; Hamburg: Argument 1991
Lust und Schrecken der unaufhörlichen Verwandlung aller Dinge: Brecht und die Zukunft; Hamburg: Argument 1998
Mythen der Moderne; Berlin: Kadmos 2004 [keine Übersetzung, sondern eine dt. Originalpublikation auf Basis von Vorlesungen an der Universität Essen]

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Wikipedia, Foto: Flickr

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