Schon im letzten Jahr fing es an. Immer wieder fehlte am Morgen unsere Süddeutsche. So manches Mal brachte die Zustellerin, wenn überhaupt, die Zeitung erst mittags. Mit eingezogenen Schultern und gesenktem Blick kam sie dann in unsere Einfahrt, steckte sie in den Briefkasten und verschwand schnell wieder. „Wir haben Probleme mit den Zustellern“, lautete die knappe Antwort als ich sie eines Tages abfing und nach dem Grund für die Verspätung fragte.

Eine nicht gelieferte, aber bestellte und bezahlte Tageszeitung ist ärgerlich, eine, die erst mittags kommt genauso, denn sie passt nicht mehr in den Tagesablauf und bleibt ungelesen liegen. Seit über 20 Jahren haben wir die Süddeutsche Zeitung abonniert und ich kann mich kaum an Probleme bei der Zustellung erinnern. Seit dem letzten Jahr ist anders und gestern ist es schon wieder passiert. Keine Zeitung in der Früh und ich weiß immer noch nicht, wie das Getreideunkraut mit acht Buchstaben und das Küchengerät mit sieben Buchstaben im Kreuzworträtsel vom 2. Januar heißt. Ärgerlich! 😉 – vor allem auch die Diskussionen mit meinem Mann, der eh alles online liest und schon längst die Zeitung abbestellen will.

Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtet, ist die außerordentlich harte Tarifauseinandersetzung beigelegt. Seit Herbst 2010 hatten die Tarifparteien um neue Konditionen für die Redakteure gestritten. Nach zehn Verhandlungsrunden haben sich am 17.08.2011 der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sowie die Gewerkschaften Deutscher Journalistenverband (DJV) und Verdi geeinigt.

Die Ergebnisse im Überblick:

Die Gehälter der 14.000 Tageszeitungsredakteure steigen zum 01.05.2012 um 1,5 Prozent.
Im Oktober 2011 und Februar 2012 werden jeweils Einmalzahlungen in Höhe von 200 Euro geleistet.
Der neue Tarifvertrag gilt bis Ende Juli 2013.
Ein gefordertes spezielles Tarifwerk für Volontäre und Berufseinsteiger mit 15 Prozent weniger Gehalt wurde ausgeklammert.
In wirtschaftlichen Krisensituationen können in den Jahren 2012 und 2013 per Betriebsvereinbarung Urlaubs- und Jahresleistung um ein halbes Monatsgehalt gekürzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind dann ausgeschlossen.
Der Manteltarifvertrag gilt unverändert bis Ende 2013.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Die Süddeutsche Zeitung wird wieder bestreikt. Ein Großteil der SZ-Redaktion legte die Arbeit nieder, heißt auf der Titelseite der heutigen, sehr dünnen Ausgabe. Landkreisausgaben erscheinen gar nicht, der München- und Bayern-Teil wurde reduziert. Der Streik soll voraussichtlich noch andauern.

Wer die SZ täglich kauft, kann an solchen Tagen darauf verzichten. Für Abonnenten ist das nur nervig, weil man 2 Euro für etwas bezahlt, was man so nicht bestellt hat. Wenn die Fluglotsen streiken wollen, erfährt man davon über die Zeitung. Wenn Redakteure der SZ streiken, erhält man keine Hintergrundinformationen, zumal die Süddeutsche seit 2008 keine eigene Pressestelle mehr hat.

Es ist anzunehmen, dass es mal wieder ums Geld geht. Bereits im Mai 2011 wurde die SZ von ungefähr 150 der 300 beschäftigten Journalisten bestreikt. Es ging um Tarifkürzungen. Das Urlaubsgeld sollte für alle gestrichen werden, die Gehälter für Neueinsteiger auf nur 35.000 Euro festgelegt werden. Im Mai trennten sich die Gewerkschaft Ver.di und der Arbeitgeber ohne Ergebnisse.

Wahrscheinlich geht es nun in eine neue Runde, aber Genaues weiß man eben nicht.

Fehlerteufel bei der SZ: Wer schreibt denn da über Melinda Nadj Abonji?

Die Süddeutsche Zeitung hat in ihrer heutigen SZ Extra-Beilage unter der Rubrik Ausstellungen & Literatur eine Lesung mit Melinda Nadj Abonji unter dem Titel „Zwischenwelten“ angekündigt. Darin heißt es:

Sie war genauso überrascht wie viele Kritiker: Als Melinda Nadj Abonji nach dem Schweizer Buchpreis auch noch den Deutschen Buchpreis auf der Frankfurter Buchmesse verliehen bekam, verschlug es ihr die Sprache. Doch das Lob der Jury war einhellig. Die 1968 in Serbien geborene Schriftstellerin, Musikerin und Performerin hat in „Tauben fliegen“ (Verlag Jung und Jung) einen ganz eigenen Ton gefunden, um von Migration und dem zusammenwachsenden Europa zu erzählen.[…] MSE

Nun verhält es sich natürlich so, dass Melinda Nadj Abonji zunächst am 05.10.2010 auf der Frankfurter Buchmesse den „Deutschen Buchpreis“ und am 14.11.2010 auf der BuchBasel den „Schweizer Buchpreis“ verliehen bekommen hat. Der Titel ihres ausgezeichneten Romans lautet „Tauben fliegen auf„.

Richtig ist, dass Frau Abonji am 30.11.2010, um 20 Uhr, im Literaturhaus München zu Gast sein wird. Und es gibt heute tatsächlich noch Karten für die Lesung. Der Eintritt beträgt 8 Euro.

Die Nacht der Autoren der Süddeutschen Zeitung am 11.09.2010

Bereits zum vierten Mal verlassen die Autoren und Redakteure der Süddeutschen Zeitung ihre Schreibtische, um sich bei der Nacht der Autoren ihren Lesern zu zeigen.

Am 11. September 2010 werden erneut sechs Veranstaltungsorte in der Münchner Innenstadt Schauplatz für 21 spannende und nachdenkliche, humorvolle und kritische Lesungen und Diskussionen. Hier zeigen sich die sonst hinter ihren Zeilen verborgenen Ressortleiter, Redakteure und Autoren wieder ganz persönlich ihrem Publikum.

Die Süddeutsche Zeitung Nacht der Autoren im Überblick:

Literaturhaus München, Salvatorplatz 1

  • 19.00 Uhr: Beim Griechen – Wie mein Vater in unserer Taverne Geschichte schrieb. Mit Alexandros Stefanidis
  • 20.00 Uhr: 20.00 Die besten Geschichten aus 20 Jahren SZ-Magazin – Gelesen von Katharina Marie Schubert und Nico Holonics(Münchner Kammerspiele)
  • 21.00 Uhr: Gewissensfragen – Rainer Erlinger erläutert gemeinsam mit Johannes Waechter Streitfälle der Alltagsmoral.

HVB Forum München – Maximiliansaal, Kardinal-Faulhaber-Straße 1

  • 18.30 Uhr – Ferne Welten – so nah Auslandskorrespondenten der SZ erzählen von ihrer Arbeit. Mit Arne Perras, Christiane Schlötzer und Kai Strittmatter
  • 19.30 Uhr: Hier leben heißt hier lesen. Eine Publikumsdiskussion zum neuen Lokal- und Regionalteil mit dem stellvertretenden Chefredakteur Wolfgang Krach.
  • 20.30 Uhr: Reden wir über Geld. Von depressiven Millionären, verhängnisvollen Spenden und dem Konsum von Hummer. Mit Alexander Hagelüken, Silvia Liebrich, Alexander Mühlauer und Hannah Wilhelm
  • 21.30 Uhr: Hartz, aber fair. Was deutsche Sozialpolitik leistet – und was nicht. Von schwierigen Kindern, ängstlichen Sozialarbeitern und unwürdigen Altersheimen. Mit Felix Berth und Nina von Hardenberg

Residenz München, Max-Joseph-Saal, Residenzstraße 1

  • 19.00 Uhr: Die großen Reportagen – Die Seite Drei. Mit Alexander Gorkow und Holger Gertz
  • 20.00 Uhr: Streiflichtautoren lesen Streiflichter. Mit Harald Eggebrecht, Wolfgang Görl, Benjamin Henrichs und Hilmar Klute
  • 21.30 Uhr: Eine Frage – Eine Antwort – Eine Minute. Chefredakteur Hans Werner Kilz erklärt Ihnen alles, was Sie über dieSZ wissen wollen.

Rathaus München, Großer Sitzungssaal, Marienplatz 8

  • 18.30 Uhr: Endlich Wochenende. Rebecca Casati, Harald Hordych, Hilmar Klute und Petra Steinberger lesen Reportagen und Porträts.
  • 20.00 Uhr: Die Bayern-Beichte. Von geschlagenen Heimkindern, missbrauchten Ministranten und einem gestürzten Bischof. Ein Werkstattbericht von Heiner Effern, Stefan Mayr, Annette Ramelsberger und Andreas Ross.
  • 21.00 Uhr: Nullachtneun – Die besten München-Kolumnen aus dem neuen Regionalteil. Zum Schmunzeln und Nachdenken. Mit Wolfgang Görl, Stephan Handel, Ulrike Heidenreich, Franz Kotteder und Christian Mayer
  • 22.00 Uhr: Über Musik schreiben. Mit Harald Eggebrecht

Ampere München, Zellstr. 4

  • 19.00 Uhr: Ohne Netz. Ein nicht ganz ernst gemeintes Streitgespräch über den Sinn und Unsinn des Internets mit Alex Rühle und Dirk von Gehlen.
  • 20.00 Uhr: Urlaub in Digitalien. Eine Multimedia-Lesung mit Redakteuren von sueddeutsche.de
  • 21.00 Uhr: Neulich in … Die besten Geschichten am Rande der Reise. Mit Stefan Fischer, Hans Gasser, Margit Kohl und Dominik Prantl

Muffathalle München, Zellstr. 4

  • 18.30 Uhr: Das tägliche Brot der Demokratie – Von der Zukunft der Zeitung. Mit Heribert Prantl
  • 19.30 Uhr: Das Spiel lesen. Christian Zaschke über die erste Fußball-WM in Südafrika
  • 20.30 Uhr: Pop und Politik – Das andere Feuilleton. Mit Andrian Kreye und Alex Rühle
  • 21.30 Uhr: „Das habe ich jetzt akustisch nicht verstanden“ … und 99 andere Sätze, mit denen man durchs Leben kommt. Max Scharnigg liest aus seiner Hauptsatz-Kolumne.

Die Karten für die gesamte Nacht der Autoren der Süddeutsche Zeitung kosten 5 Euro und sind im SZ-Servicezentrum (Fürstenfelder Straße 7), bei Ludwig Beck (Marienplatz 11), bei München Ticket und allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen und an den Abendkassen (solange der Vorrat reicht) erhältlich.
Das Ticket gilt als Eintrittskarte zu allen sechs Veranstaltungsorten.

Quelle: SZ Veranstaltungen