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Lesungen der besonderen Art: Buch-Events mit RTL, Bastei-Lübbe und Thalia

16. Juli 2010 | Von | Kategorie: Lesekreis, Lesungen, Verlagsszene

Unverhofft wurde ich gestern Abend zu einem Weibsbild und kam in den Genuss einer ungewöhnlichen Lesung. Eine liebe Bekannte hatte Karten für die Veranstaltung bei einer Verlosung bei LovelyBooks gewonnen und mich spontan dazu eingeladen. Abgesehen davon, dass bei der Lesung der neue historische Roman “Der Eid der Kreuzritterin” von Ricarda Jordan vorgestellt werden sollte, war ich im Hinblick auf den Ablauf der Lesung ziemlich ahnungslos. Als Adresse wurde mir die Welser-Kuche zu München in der Residenzstraße 27, direkt im Rückgebäude der berühmten Feldherrnhalle am Münchner Odeonsplatz, genannt.

Auf den Eingang ins Kellergewölbe der Welser-Kuche verwies eine Werbetafel von Thalia. Unter dem Motto: “Gemeinsam mit RTL Bücher erleben” veranstaltet der Privatsender neuerdings gemeinsam mit dem Bastei-Lübbe Verlag und Thalia Buch-Events. In Hürth bei Köln sorgte der Stoff von Cody Mcfadyens Thriller “Das Böse in uns” in der Auftaktveranstaltung für filmreife Action beim Buch-Event. Gestern ging es nun ins Mittelalter.

Die ca. 70 interessierten Gäste wurden nach dem Hände waschen mit einer überdimensionalen Serviette versehen und dann größtenteils zu einem kräftigen Schluck Met aus dem Kuhhorn überredet.  Vielen ist das mittelalterliche Tafeln in der feinen Art des 15. und 16. Jahrhunderts wahrscheinlich schon bekannt, für mich war es das erste Mal. Nachdem wir alle zu Mannsbildern und Weibsbildern erklärt worden waren und unsere Knechte und Mägde uns mit einem Krug kühlen dunklen Bieres versorgt hatten, beförderte uns RTL-Moderator Wolfram Kons im historischen Gewand vom 16. Jahrhundert ins 12. Jahrhundert zurück.

Schließlich ging es in erster Linie um den “Eid der Kreuzritterin” von Ricarda Jordan, und der beginnt in Mainz und Köln im Jahr 1212 und handelt von Konstanze, die nicht ins Kloster will und Gisela, die nicht mit einem Ritter verheiratet werden will. Hinter dem Pseudonym Ricarda Jordan verbirgt sich die 1958 in Bochum geborene Dr. Christiane Gohl, die derzeit unter dem weiteren Pseudonym Sarah Lark mit “Das Gold der Maori” unter den ersten fünf der Spiegel-Bestseller-Liste zu finden ist.

Bei der Lesung haben wir die Autorin allerdings vermisst. Wolfram Kons entschuldigte ihr Fehlen wegen eines geplanten Urlaubs und stellte uns die Schauspielerin Dana Geissler, die im Laufe des Abends, jeweils zwischen den Menügängen, einzelne Passagen aus dem historischen Roman lesen sollte, vor.

Es dauerte immer eine gewisse Zeit, bis wir uns voll und ganz auf den vorgelesenen Text über Konstanze und Gisela und die Kinderkreuzzüge im 12. Jahrhundert konzentrieren konnten. Dank Dana Geisslers Professionalität, die sie sich als Schauspielerin und Sprecherin vieler Hörbücher angeeignet hat, gelang es schließlich doch.

Dazwischen gab es Walthers Minnesang, den die Künstler auch schon mal virtuos mit Deep Purples “Smoke on the water” vermischten, …

… einen Thalia-Mitarbeiter, der doch glatt die Regeln vergaß und sich, statt von einem Weibsbild bedienen zu lassen, eigenhändig von den dargebotenen Speisen nahm, …

… die alle mit den Fingern gegessen bzw. geschlürft werden mussten.

nim gueten muets dis essen ein, so wird fol lobs dein reden sehn 😉

Und in der Tat – es war ein gelungener, äußerst lustiger Abend! Laut RTL sollen weitere Buch-Events in Berlin und Hamburg folgen. Ich bin gespannt, welche Bücher dabei eine Rolle spielen werden. Ken Follet könnte mit seinem neuen Roman “Sturz der Titanen“, der Ende September im Bastei-Lübbe Verlag erscheint, gute Chancen haben.

Karten für die Veranstaltungen können online bei Jollydays.de für 29,90 Euro bestellt werden.

17 Kommentare
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  1. So ein Mittelalterliches “Getafel” habe ich schon einmal mitgemacht, auch schön mit Gesang. 😉 Aber leider ohne Lesung. Das wäre bestimmt der Knüller gewesen!
    Also der Inhalt der Schüssel im Vordergrund sieht ein bisschen aus wie “Gewürm von zweifelhafter Herkunft”. 😀

  2. Das “Gewürm von zweifelhafter Herkunft” waren “schupfnudla von ahr”, die wurden mit rindfleusch von rippen, rosenkranz kepfla, gelbem ruben und epfl in schmalz gesotten serviert. Die Schupfnudeln mit den Fingern zu essen, war schon eine Herausforderung. Das sind übrigens schwäbisch angehauchte Gerichte, weil die Familie Welser aus Augsburg kam und die Münchner Welser-Kuche quasi ein schwäbischer Ableger ist. Die ganze Gaudi mit einer Lesung zu verbinden, ist schon eine Herausforderung, da die Texte einfach nicht unbedingt so lustig waren wie die Stimmung. 😉 Das Ding, das der Thalia-Mitarbeiter verpasst bekommen hat, heißt übrigens “Schindergeige”. 😉

  3. Das ist ja cool. Habe mir das Buch vor 4 Tagen gekauft.
    Es ist ja bekannt das ich auf Historische Romane stehe und ganz
    besonders alles was mit Tempelritter oder den Kreuzzügen
    zu tun hat.
    Werde heute Abend noch mit dem Buch angangen und euch dann
    davon berichten.
    ..tztztz…Sachen gibts….

  4. 😆 irgendwie kommt man an dem Buch im Moment nicht vorbei – es wird ja sehr stark beworben, gell 😉 Ich kenne mich gar nicht so gut im Mittelalter aus. Die historischen Romane, die ich gelesen habe, spielten meist im 17. Jahrhundert. Welchen würdest du mir denn aus der “Tempel-Ritter-Zeit” empfehlen, liebe Kerstin?
    LG

  5. Oh Dolce, das macht soviel Spass.
    Es ist nicht ganz einfach zu Lesen,weil man da Teilweise etwas mitdenken muß.
    Aber wie gesagt, es macht Spaß.

    Meine absoluten Lieblinge sind:

    von Wolfgang Hohlbein…..

    “Das Blut der Templer”

    “Die Templerin”
    “Die Rückkehr der Templerin”

    ..dazu gehört noch “der Ring der Sarazenen” (leider noch nicht gelesen)

    Dann wäre da noch von Thomas Cifford
    ” ASSASSINI ” der Vatikan-Thriller

    Tilman Röhrig ” Die Burgunderin”
    James Patterson “Die Rache des Kreuzfahrers”
    Guido Dickmann “Die Magistra”
    Marco Buticchi “Die dritte Prophezeiung”

    Das ist eine kleine Auswahl, viel Spaß damit. 😀

  6. Du bist ja ein echter Hohlbein-Fan! 😉 Vielen Dank für die Auswahl.
    “Assassini” habe ich gelesen – ganz schön gruselig…

  7. Na ja, Hohlbein-Fan nicht gerad.
    Aber er schreibt tolle Bücher,ist nicht langweilig und
    teilweise sehr plastisch. Du hast das Gefühl du bist dabei.
    Du spürst die Sonne, du riechst die Blumen,
    Du fühlst die Freude oder auch den Schmerz.
    Na gut, hast recht. Bin vielleicht doch ein kleiner Fan…. 😀

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