Autorinnen der Südhalbkugel: LiBeraturpreis 2011 geht an Nathalie Abi-Ezzi

Nathalie Abi-Ezzi erhält LiBeraturpreis 2011

Seit 1987 vergibt das Ökumenische Zentrum Christuskirche in Frankfurt am Main den LiBeraturpreis an Autorinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Der LiBeraturpreis wird ausschließlich an Frauen verliehen, da es Autorinnen vielen Ländern der Südhalbkugel unserer Erde noch schwerer als ihre männlichen Kollegen haben. Verbunden mit einem symbolischen Preisgeld in Höhe von 500 Euro ist die Einladung zur Frankfurter Buchmesse.

In diesem Jahr erhält die 1972 in Libanon geborene Autorin Nathalie Abi-Ezzi für ihren im Januar 2010 im Rowohlt Verlag erschienenen Roman „Rubas Geheimnis“ die Literaturauszeichnung. Die Jury wählte den Siegertitel aus einer von Lesern getroffenen Auswahlliste. Neben Nathalie Abi-Ezzi sind die Autorinnen Carla Guelfenbein (Chile) „Der Rest ist Schweigen„, Norma Huidobro (Argentinien) „Der verlorene Ort„, Betina González (Argentinien) „Nach allen Regeln der Kunst“ und Luisa Valenzuela (Argentinien) „Morgen“ auf der Shortlist nominiert.

Die Jury lobte Abi-Ezzis Darstellung des Libanonkriegs im Jahr 1982 aus der Sicht eines achtjährigen Mädchens. Ohne in religiöses Lagerdenken zu verfallen, zeichne das Buch ein Bild des „normalen“ Lebens inmitten einer vom Krieg gezeichneten Umgebung. Dabei behalte Abi-Ezzi stets die Sicht des Kindes bei, das im Alltag Glück und Zuwendung erfährt, die komplexen politischen Zusammenhänge allerdings nicht verstehen kann.

Die Handlung gipfelt in einer hoch dramatischen, aber dennoch glaubwürdig aus Kindesperspektive geschilderten Beschreibung des verheerenden und zerstörerischen Granathagels am Ende des Krieges. Und gerade in diesem Moment ist Glück und Zukunft im Mikrokosmos der Protagonisten möglich.

Nathalie Abi-Ezzi gelinge es in beeindruckender Weise, eine in der Berichterstattung oft übersehene Seite von kriegerischen Konflikten tief ins Bewusstsein ihrer Leserschaft zu rücken †“ dass und wie der Krieg Alltag für viele Menschen ist.

Über die Autorin
Nathalie Abi-Ezzi, 1972 im Libanon geboren, kam als 11-jährige nach Großbritannien. Sie hat zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht. „Rubas Geheimnis„, ihr erster Roman, erschien 2008 auf Englisch und wurde für den Author†™s Club First Novel Award nominiert. Die deutsche Übersetzung von Annette Meyer-Prien kam 2010 im Rowohlt Verlag heraus.

Kurzbeschreibung
Das Mädchen und der Krieg †“ ein so berührender wie lebendiger Familienroman zum Dauerkonflikt im Nahen Osten „Nichts würde Vater jetzt aufwecken: kein Ruf, kein Schrei und ganz bestimmt nicht die Berührung eines Fingers. Er schlief inmitten dieser träge dahindösenden Luft, ein König auf seinem Thron, umgeben von Sprenkeln aus Sonnengold. Selbst der Raum schlief, abgeschlossen und zum Schweigen gebracht. Meine Finger bewegten sich in der Stille auf ihn zu. Und plötzlich war es ganz klar, dass ich das Mal auf seiner Stirn fortwischen und ihn befreien würde; ihn wieder zu dem Menschen erwecken würde, der er früher gewesen war. Er würde sich rühren und seine Augen reiben, ein paarmal zwinkern, und dann würde er aufstehen und lächeln.“
„Ein berührender Roman.“ The Financial Times

Der LiBeraturpreis wird am 9. Oktober 2011 um 16 Uhr in der Christuskirche in Frankfurt am Main verliehen. Die Autorin liest am 11. Oktober im Literaturhaus Frankfurt aus ihrem Roman.

Quelle: Börsenblatt

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 29/2011

Platz 1 : Erlösung: Der dritte Fall für Carl Mørck von Jussi Adler-Olsen

Platz 2 : Schändung von Jussi Adler-Olsen

Platz 3 : Schutzpatron von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Platz 4 : Der schönste Fehler meines Lebens von Susan Elizabeth Phillips

Platz 5 : Der Regler von Max Landdorff

Platz 6 : Auf Treu und Glauben von Donna Leon

Platz 7 : Todestoß von Karen Rose

Platz 8 : Allmen und der rosa Diamant von Martin Suter

Platz 9 : Vampire Academy 6: Schicksalsbande von Richelle Mead

Platz 10 : Marina von Carlos Ruiz Zafón

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 29/2011

Platz 1 : Das Orchideenhaus von Lucinda Riley

Platz 2 : Zwei ein einem Tag von von David Nicholls

Platz 3 : Erbarmen von Jussi Adler-Olsen

Platz 4 : Wer Wind sät von Nele Neuhaus

Platz 5 : Gejagte der Dämmerung von Lara Adrian

Platz 6 : Die Eifel-Connection von Jacques Berndorf

Platz 7 : Schneewittchen muss sterben von Nele Neuhaus

Platz 8 : Die Dienstagsfrauen von Monika Peetz

Platz 9 : Juliregen von Iny Lorentz

Platz 10 : Der Augensammler von Sebastian Fitzek

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Martin Walser on Tour: Muttersohn-Lesung am 28.07.2011 im Literaturhaus München

Wir glauben mehr, als wir wissen.

In „Muttersohn“ erzählt Martin Walser von der Liebe, dem Glauben und der Macht der Sprache und von der Kunst, Motorrad zu fahren. Er habe nicht gewusst, wie seine Leser reagieren würden, wenn ausgerechnet er mit einem Glaubensroman um die Ecke komme, sagt Walser. Wo man ihn doch von jeher mit anderen Themen verbinde. Doch es sei sehr gut gegangen, was sein Schreiben beflügelt habe.

Sagt man dem Altersstil von Schriftstellern oftmals eine formale Strenge nach, hat sich Walser für einen verrückt gewordenen, einen menschenfreundlichen Erzählergott entschieden„, schreibt Adam Soboczynski (Großer Gott, Walser ZEIT Online, 14.07.2011) in seiner Rezension zu Martin Walsers im Juli 2011 im Rowohlt Verlag erschienenen neuen Roman „Muttersohn“.

Martin Walser geht auf Lesereise. Am 28.07.2011 stellt der deutsche Schriftsteller zusammen mit Literaturhauschef Reinhard G. Wittmann seinen neuen Roman im Literaturhaus München vor.

Kurzbeschreibung
WOVON HANDELT DIESER ROMAN? Es ist leichter zu sagen, wovon er nicht handelt. Er handelt von 1937 bis 2008, kommt nicht aus ohne Augustin, Seuse, Jakob Böhme und Swedenborg, handelt aber vor allem von Anton Percy Schlugen.

Seine Mutter Josefine, Fini genannt, ist Schneiderin; sie lebt, auch als sie mit einem Mann zusammenlebt, allein. Jahrelang schreibt sie Briefe an Ewald Kainz, der auf den Stufen des Neuen Schlosses in Stuttgart eine politische Rede hielt. Die Briefe schickt sie nicht ab; sie liest sie ihrem Sohn vor und vermittelt ihm so, dass zu seiner Zeugung kein Mann nötig gewesen sei.

Mit diesem Glauben lebt Percy. Er wird Krankenpfleger im psychiatrischen Landeskrankenhaus Scherblingen, wird gefördert von Professor Augustin Feinlein und eines Tages mit einem Fall betraut, an dem die Ärzteschaft fast verzweifelt. Es geht um einen Suizidpatienten, einen Motorradlehrer, der sich allen Therapieversuchen stumm widersetzt. Dieser Patient heißt: Ewald Kainz.

Percy ist inzwischen berühmt, weil er keiner Weltvernunft zuliebe verzichtet auf die von der Mutter in ihn eingegangene Botschaft vom Kind ohne leiblichen Vater. Berühmt auch durch seine prinzipiell unvorbereiteten Reden. Das ist sein Thema: Ich sage nicht, was ich weiß. Ich sage, was ich bin.

Veranstalter: Rowohlt Verlag, Stiftung Literaturhaus
Beginn: 20 Uhr – Eintritt: 12 Euro; ermäßigt 9 Euro

Weitere Termine:
18.07.2011
Gesellschaft Oberschwaben, 88427 Bad Schussenried

26.07.2011
Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5, 14109 Berlin

26.08.2011
Literaturhaus Hamburg
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg

27.08.2011
Literatur im Foyer, Mainz

22.09.2011
Konzil
Hafenstr. 2, 78462 Konstanz

Quelle: Rowohlt Verlag

Neues von Julia Franck: Rücken an Rücken erscheint am 26.10.2011

Rücken an Rücken von Julia Franck

Am 26.10.2011 erscheint im S. Fischer Verlag ein neuer Roman von Julia Franck unter dem Titel „Rücken an Rücken„.

Die Handlung spielt in Ostberlin, Ende der 50er Jahre. Die Geschwister Thomas und Ella wachsen verloren im Haus der Bildhauerin Käthe auf. Nur Dank glücklicher Umstände hatte die jüdische Kommunistin die Nazizeit überlebt. Danach entschied sich die ebenso leidenschaftliche wie schroffe Frau voller Hoffnung für das sozialistische Deutschland. Doch ihr glühendes Engagement für die Gesellschaft fordert Opfer: die Abkehr vom Einzelnen, die Kälte gegen die Nächsten. Sie erkennt Ellas schutzlose Einsamkeit so wenig wie Thomas‘ melancholische Sehnsucht. Als 1961 die Mauer errichtet wird und Thomas in die unglückliche Liebe zu Marie flieht, kann niemand die Tragödie aufhalten.
Julia Franck erzählt von einer großen Liebe ohne Rückhalt und einer Utopie mit tragischem Ausgang, eine Geschichte, die zum Gesellschaftsroman wird.

Über die Autorin
Julia Franck wurde 1970 in Berlin (Ost) geboren. 1978 reiste die Familie aus. Sie studierte Altamerikanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin. 1997 erschien ihr Debütroman „Der neue Koch„, danach „Liebediener“ (1999), „Bauchlandung. Geschichten zum Anfassen“ (2000) und „Lagerfeuer“ (2003).

Julia Franck verbrachte das Jahr 2005 in der Villa Massimo in Rom. Sie wurde u. a. mit dem 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs 2000 ausgezeichnet und mit dem Marie-Luise Kaschnitz-Preis 2004. Für ihren Roman „Die Mittagsfrau“ (2007) erhielt die Autorin den Deutschen Buchpreis 2007. Julia Franck lebt mit ihren zwei Kindern in Berlin.

Quelle Foto: Lesekreis