Anthony Doerr erhält den Pulitzer-Preis für Belletristik

Alles Licht, das wir nicht sehenDer 42-jährige US-amerikanische Schriftsteller Anthony Doerr erhält in diesem Jahr den mit 10.000 US-Dollar dotierten Pulitzer-Preis in der Kategorie Belletristik für seinen Roman „All the Light We Cannot See„.

Mit „All the Light We Cannot See„, die deutschsprachige Übersetzung erschien 2014 im C.H. Beck Verlag unter dem Titel „Alles Licht, das wir nicht sehen„, hat Anthony Doerr in den USA einen überragenden Erfolg gefeiert. Das Buch wurde unter die Finalisten des National Book Award 2014 gewählt und von der New York Times Book Review als eines von 10 Büchern als Bestes Buch 2014 ausgezeichnet. Es stand auf Platz eins der New York Times Bestsellerliste und war Buch des Jahres bei den Hudson Booksellers – insgesamt wurden über eine Million Exemplare verkauft. Darüber hinaus wurde „All the Light We Cannot See“ von den Buchhandelsriesen Powell†™s Books und Barnes & Noble sowie den Redaktionen des San Francisco Chronicle, der Washington Post, der Seattle Times, des Oregonian, des Guardian und von Kirkus zum „Besten Buch des Jahres 2014“ gekürt. Die Übersetzungsrechte wurden bisher in 38 Länder verkauft, die Filmrechte gingen an 20th Century Fox, als Produzent konnte Scott Rudin (No Country for Old Men) gewonnen werden. (Quelle: C.H. Beck Verlag)

Kurzbeschreibung
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten, Verlag: C.H.Beck (2014)
Saint-Malo 1944: Die erblindete Marie-Laure flieht mit ihrem Vater, einem Angestellten des „Muséum National d†™Histoire Naturelle†œ, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer. Verborgen in ihrem Gepäck führen sie den wahrscheinlich kostbarsten Schatz des Museums mit sich.

Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert und landet auf Umwegen in einer Spezialeinheit der Wehrmacht, die die Feindsender der Widerstandskämpfer aufzuspüren versucht. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, der die Résistance mit Daten versorgt … Hochspannend und mit einer außergewöhnlichen Sprachkunst erzählt Anthony Doerr die berührende Geschichte von Marie-Laure und Werner, deren Lebenswege sich für einen schicksalsträchtigen Augenblick kreuzen.

 

Ein Streiflicht über die Leipziger Buchmesse 2015

In diesem Jahr begann für mich die Leipziger Buchmesse schon am Mittwochabend mit dem Festakt zur Eröffnung im Leipziger Gewandhaus. Zwischen Kompositionen von Wagner und Beethoven, den Reden der Abgesandten aus Stadt und Land, der Leipziger Buchmesse sowie des Börsenvereins d. Dt. Buchhandels zur aktuellen Situation am deutschen Buchmarkt im Allgemeinen und zum 50-jährigen Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen (Messeschwerpunkt Israel) im Besonderen, wurde dem rumänischen Schriftsteller Mircea Cărtărescu der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2015 verliehen. Cărtărescu erhielt den mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreis für seine Romantrilogie „Orbitor (Die Wissenden (2009), Der Körper (2011), Die Flügel (2014)„. Die sehr persönliche und eindrucksvolle Laudatio trug der Schriftsteller Uwe Tellkamp vor; beide sind nach eigenen Angaben seit Jahren befreundet.

Erstmals waren in diesem Jahr Blogger dazu aufgerufen, den Preis der Leipziger Buchmesse als „Bloggerpaten“ zu begleiten. Fünfzehn ausgewählte Literatur- und Buchblogger, darunter ich, erhielten die Gelegenheit, ein nominiertes Werk vor Preisvergabe zu rezensieren. Damit verbunden war u.a. die persönliche Einladung zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse in das Gewandhaus. Organisatorin und Ansprechpartnerin Vera Lejsek hatte zunächst alle Hände voll zu tun, ihre „Schäfchen“ zu versammeln. Letztendlich trafen sich dreizehn der fünfzehn Bloggerpaten auf ein erstes Stelldichein nach dem feierlichen Festakt. Abgesehen von Arndt Stroscher, den ich vor einigen Jahren zufällig im Gartenhaus bei LovelyBooks getroffen hatte, kannte ich niemanden. Das änderte sich schnell. Als Generationenbrücke diente die Gemeinsamkeit des Bloggens.  Die Atmosphäre war ungezwungen und herzlich. Die für Donnerstagnachmittag anstehende Preisverleihung unserer „Paten-Bücher“ sorgte für erwartungsvolle Spannung. Während einige Blogger für die nächsten Tage bereits Termine bei verschiedenen Verlagen oder mit Autorinnen und Autoren vereinbart hatten, freute ich mich auf unzählige Interviews, Lesungen und Diskussionen, die ich mir aus dem Veranstaltungsprogramm herausgesucht hatte und besuchen wollte.

Bloggerpaten der Leipziger Buchmesse 2015
(v.l.n.r) Arndt Stroscher (AstroLibrium), Vera Lejsek (Organisatorin und Ansprechpartnerin), Thomas Brasch (Brasch & Buch), Tilmann Winterling (54books), Sophie Weigand (Literaturen), Mara Giese (Buzzaldrins Bücher), Charlotte Lacroix (Besonderes Buch), Christian Köhne (Der Literaturpirat), Tobias Nazemi (Buchrevier), Jacqueline Böttger (Lesevergnügen), Antonia Ganzer (Meinungskonsum), Nicole Ackermann (Urwort) und Constanze Matthes (Zeichen und Zeiten) Foto: © Mara Giese

Am Donnerstagmorgen ging es dann zum Messegelände. Obwohl die Messe mit 186.000 Besucher (2014: 175.000) einen neuen Rekord verzeichnet hat, kam es mir an diesem Morgen verhältnismäßig ruhig vor. Die Vorbereitungen für die Buchpreisverleihung am Nachmittag hatten schon begonnen.

Der erste Weg führte mich in Halle 4 zum Literaturforum. Hier stellten die nominierten Autorinnen und Autoren für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ihre Bücher vor.
Ursula Ackrill: „Zeiden, im Januar„, Teresa Präauer: „Johnny und Jean„, Norbert Scheuer: „Die Sprache der Vögel„, Jan Wagner: „Regentonnenvariationen“ und Michael Wildenhain: „Das Lächeln der Alligatoren„.

Gleich im Anschluss präsentierten sich die Nominierten der Kategorie Sachbuch/Essayistik.
Philipp Felsch: „Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte 1960-1990„, Karl-Heinz Göttert: „Mythos Redemacht. Eine andere Geschichte der Rhetorik„, Reiner Stach: „Kafka: Die frühen Jahre„, Philipp Ther: „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“ und Joseph Vogl: „Der Souveränitätseffekt„.

Um 15.30 Uhr stand dann ein nächstes Treffen mit den Bloggerpaten auf dem Programm. Gemeinsam nahmen wir an der feierlichen Preisverleihung und Bekanntgabe der Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse in den drei Kategorien teil. Um Punkt 16 Uhr eröffnete der Jury-Vorsitzende Hubert Winkels, zum vorerst letzten Mal, wie er im Anschluss verkündete, die Preisverleihung.

  • Mirjam Presssler wurde für ihre Übersetzung des Romans „Judas“ von Amos Oz ausgezeichnet. Sichtlich gerührt und glücklich nahm die Schriftstellerin Arm in Arm mit Amos Oz die Auszeichnung entgegen. Kurze Zeit später hatten die Mitarbeiter des Suhrkamp-Verlags erneut Grund zum Jubeln.
  • In der Kategorie Sachbuch wurde mit Philipp Ther „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“ ein zweiter Titel des Verlags prämiert. Mein „Paten-Buch“ hatte also gewonnen und obwohl ich keinerlei Einfluss auf die Entscheidung hatte, wünschte ich mir natürlich, dass es so kommen würde. Der sympathische Autor verkündete bei der Preisverleihung, einen Teil seines Preisgeldes den ehemaligen Kollegen an der Akademie der Wissenschaften in Lemberg zukommen zu lassen.
  • Jan Wagner erhielt schließlich den Belletristik-Preis für seinen Gedichtband „Regentonnenvariationen“ (Hanser Verlag). Damit wurde zum ersten Mal ein lyrisches Werk mit diesem Preis ausgezeichnet. „Jan Wagners Gedichte schenken dem Kleinen, dem Nebensächlichen Beachtung. Sie haken sich im Gedächtnis fest, sind anschaulich, spezifisch, von zurückhaltender Intelligenz„, heißt es in der Jurybegründung.

Nachfolgend einige Highlights von der Buchmesse, vereint in einer kleinen Fotostrecke:

  • Unter dem Motto „Mörderisch gut!“ diskutierte die Journalistin Lore Kleinert mit den Krimiautoren Zoë Beck („Schwarzblende„) und Volker Kutscher („Märzgefallene„) bei ARTE.
  • „Nicht sterben“ lautet der Titel, unter dem die mit dem Deutschen Buchpreis 2013 ausgezeichnete Schriftstellerin Terézia Mora ihre in Frankfurt gehaltenen Poetik-Vorlesungen veröffentlicht hat. Terézia Mora sprach darüber mit Joachim Scholl beim Deutschlandradio.
  • Sichtlich Vergnügen bereitete es Sibylle Berg und Susan Christely bei 3Sat einen leicht schlüpfrigen Dialog aus Bergs neuen Roman „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ vorzulesen.
  • „Vor einigen Tagen brachte Judith einen Uhu in die Notfallambulanz.“ …so beginnt der neue Roman von Arno Geiger „Selbstporträt mit Flusspferd„. Wolfgang Tischer diskutierte mit dem Autor in seinem Literaturcafé darüber.
  • Das Interesse war groß, als Martin Suter beim Diogenes Verlag eine Kostprobe aus seinem im Februar 2015 erschienenen Krimi „Montecristo“ zum Besten gab. Der Schweizer Autor beschwört ein düsteres und spannendes Szenario aus der Welt der Banker, Börsenhändler, Journalisten und Politiker.
  • Viel mediale Aufmerksamkeit erhielt Kristof Magnussons „Arztroman„, in dem der Autor die beruflichen und privaten Konflikte der Notärztin Dr. Anita Cornelius schildert und beiläufig Themen wie das Gesundheitswesen oder das Phänomen der Gentrifizierung behandelt.
  • Der Journalist Jörg Plath sprach bei ARTE mit der Autorin Marica Bodroоić über ihren Roman „Mein weißer Frieden, erschienen im Luchterhand Literaturverlag.
  • Sven Marquardt, Fotograf und bekannter Türsteher des Technoclubs Berghain, stellte in der LVZ Arena seine Autobiografie „Die Nacht ist Leben“ vor.
  • Über „Doppelte Identitäten in der Literatur“ diskutierten Andreas Görgen, Nino Haratischwili und Ayman Sikseck mit Alexander Kissler im Europacafé. Nino Haratischwili, die mit ihrem Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ u.a. für den Bayerischen Buchpreis 2014 nominiert war, hatte leider keine weiteren Termine auf dem Messegelände.

„Mein“ ganz persönliches Buch der Messe stammt aus der Feder des israelischen Schriftstellers Meir Shalev. „Zwei Bärinnen“ erschien in der deutschsprachigen Übersetzung im September 2014 bei Diogenes.
Kurzbeschreibung
Auge um Auge, Zahn um Zahn †“ ein Roman über Leidenschaft und Untreue, über Verlust, Rache und deren Sühne. Die Familie Tavori betreibt im Norden Israels in der dritten Generation eine Gärtnerei. Es sind Menschen, die ihren Instinkten und Emotionen folgen: ihrer Liebe ebenso wie ihrem Hass. Eine erschütternde Familiensaga und ein unkonventioneller literarischer Thriller von archaischer Wucht.

Meir Shalev_Leipziger Buchmesse 2015
Meir Shalev

Zum fünften Mal in Folge habe ich in diesem Jahr die Leipziger Buchmesse besucht. Die Zeremonie der Preisverleihung am Donnerstagnachmittag ist mir vertraut, die meisten Veranstaltungsorte in den riesigen Hallen finde ich mittlerweile auf Anhieb. Dennoch war der Besuch in Leipzig dieses Mal etwas ganz Besonderes. Ich war nicht nur als Bloggerin unterwegs, sondern auch als „Buch-Patin“. Ich hoffe sehr, dass dieses innovative Projekt, „buchmesse:blogger“ explizit mit einzubeziehen, auch in Zukunft ein Teil der Leipziger Buchmesse sein wird und sich vielleicht sogar bis nach Frankfurt herum spricht. Ebenso wünsche ich mir, in den nächsten Jahren die neu geschaffene Bloggerlounge wieder vorzufinden. Auch wenn ich sie erst am Freitag, hier fand um 13 Uhr ein Treffen der Buchpaten mit nominierten Autorinnen und Autoren des PdLBM statt, entdeckt habe, war die Lounge ein schöner Ort für Bloggertreffs – egal, ob man nun einen Blogartikel schreiben, ein Interview führen oder einfach nur eine Tasse Kaffee in netter Runde trinken wollte.

Abschließend möchte ich mich bei den wunderbar aufgeschlossen „Bloggerpaten“ für die freundliche Aufnahme in ihrer Mitte und bei Vera Lejsek für die liebenswerte  Begleitung bedanken. Mein Dank richtet sich auch an die Leipziger Buchmesse, die mir diesen nicht ganz einfachen, aber äußerst spannenden Titel zugedacht hat. Ich habe mich sehr darüber gefreut, Stefanie Leo von Bücherkinder.de und Jungverlegerin Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag endlich persönlich kennengelernt zu haben. Interessant und gleichermaßen erstaunlich war die Begegnung mit Kerstin Hämke. Auf Mein-Literaturkreis.de veröffentlicht sie Buchtipps und gibt Anleitungen für Gruppen, die „gemeinsam die schönsten Seiten entdecken“ möchten.

Bis zum nächsten Jahr in Leipzig.

Die Bloggerpaten der Leipziger Buchmesse 2015… und ihre Bücher

Post von der Leipziger Buchmesse„Herzlichen Glückwunsch! Du bist dieses Jahr Bloggerpatin des Preises der Leipziger Buchmesse. Unter zahlreichen Bewerbungen haben wir Dich ausgewählt und freuen uns Dir mitzuteilen, dass Du Pate von Philipp Ther mit Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa bist„,  lautet die Einleitung der freundlichen Mail, die am Freitagabend in meinem Postfach landete. Vermutlich haben zeitgleich 14 weitere deutschsprachige Literaturblogs ein derartiges Schreiben erhalten…. und bereits am Samstagvormittag die entsprechenden Rezensionsexemplare nebst einigen Lesezeichen, Stickern und einer Tageskarte zur Leipziger Buchmesse.

Erste Reaktionen der „erwählten“ Blogs ließen nicht lange auf sich warten. „Freude und Bürde zugleich“ twitterte Thomas Brasch als er erfuhr, dass er als Bloggerpate ausgewählt wurde. In seinem Blogartikel, veröffentlicht am Samstag unter dem Titel Mission Leipzig auf brasch & buch, spricht er mir aus der Seele. So sehr ich mich über die Teilnahme an diesem neuen Projekt freue, umso mehr Zweifel habe ich mittlerweile, dass ich dem mir zugedachten Buch auch nur annähernd gerecht werden kann. Hier wäre wohl ein Experte für Osteuropafragen, der sich mit der Hegemonie des Neoliberalismus,  mit Monetarismus, Austeritätspolitik oder der Tirade Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung auskennt besser geeignet. Fühlt sich vielleicht jemand angesprochen und möchte mein Sachbuch gegen einen Roman tauschen? (Liebe Mara, dein „Lebensleseprojekt“ mit seinen 1457 Seiten ist leider keine Option. Das würde ich bis zum 6. März niemals schaffen 😉 ). Oder findet sich jemand, der mich eventuell bei dieser schweren Aufgabe unterstützen möchte? Wie auch immer – natürlich kneife ich nicht und gebe mein Bestes. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung, auf die Leipziger Buchmesse mit vielen neuen Eindrücken und auf die Bloggerin Vera Lejsek, die die Bloggerpaten vorort betreut und deren Blog glasperlenspiel mich seit vielen Jahren begleitet.

Nachfolgend die nominierten Blogs und ihre Bücher:

Kategorie Belletristik:

  • Literaturen:  Zeiden, im Januar von Ursula Ackrill
  • urwort: Die Sprache der Vögel von Norbert Scheuer
  • Buchrevier: Regentonnenvariationen von Jan Wagner

Kategorie Sachbuch/Essayistik:

  • CON=LIBRI: Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte. 1960 †“ 1990 von Philipp Felsch
  • brasch & buch: Mythos Redemacht. Eine andere Geschichte der Rhetorik von Karl-Heinz Göttert
  • Lesekreis: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa von Philipp Ther

Kategorie Übersetzung

  • 54books: Lukrez. Über die Natur der Dinge von Klaus Binder (aus dem Lateinischen)
  • Lesevergnügen: Patrick Modiano. Gräser der Nacht von Elisabth Edl (aus dem Französischen)
  • Buzzaldrins Bücher: Stefano d†™Arrigo. Horcynus Orca von Moshe Kahn (aus dem Italienischen)
  • AstroLibrium:  Amos Oz. Judas von Mirjam Pressler (aus dem Hebräischen)
  • besonders buch: Selma Lagerlöf. Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden von Thomas Steinfeld (aus dem Schwedischen)

März 2015: Diese Dinge geschehen nicht einfach so von Taiye Selasi

Diese Dinge geschehen nicht einfach soAm 21. März 2015 besprechen wir in unserem Lesekreis den Roman „Diese Dinge geschehen nicht einfach so“ (Originaltitel: Ghana Must Go) von Taiye Selasi. Wir treffen uns zur üblichen Zeit bei Elisabeth und Ibrahim.

Taiye Selasi, geboren 1979 in London, ist eine Schriftstellerin und Fotografin. Sie wuchs in Massachusetts auf. Ihre Eltern, beide Ärzte und Bürgerrechtler, stammen aus Ghana und Nigeria. Selasi erfand den Begriff „Afropolitan“, der eine neue Generation von Weltbürgern mit afrikanischen Wurzeln bezeichnet. Toni Morrison, die Selasi während ihres Studiums in Oxford kennenlernte, inspirierte sie zum Schreiben. Zusammen mit den Schriftstellerinnen Priya Basil und Chika Unigwe sowie dem Schriftsteller Nii Ayikwei Parkes bestritt sie die Tübinger Poetik-Dozentur 2014. Die vier repräsentieren das, was Taiye Selasi „Afropolitan Literature†œ nennt.
Diese Dinge geschehen nicht einfach so ist ihr erster Roman. Er erschien 2013 im Fischer Verlag. Taiye Selasi lebt heute in New York und Rom.

Kurzbeschreibung
Die literarische Sensation aus Amerika †“ ein kosmopolitischer Familienroman: In Boston, London und Ghana sind sie zu Hause, Olu, Sadie und Taiwo. Sechs Menschen, eine Familie, über Weltstädte und Kontinente zerstreut. In Afrika haben sie ihre Wurzeln und überall auf der Welt ihr Leben. Bis plötzlich der Vater in Afrika stirbt. Nach vielen Jahren sehen sie sich wieder und machen eine überraschende Entdeckung. Und sie finden das verloren geglaubte Glück †“ den Zusammenhalt der Familie. Endlich verstehen sie, dass die Dinge nicht einfach ohne Grund geschehen. So wurde noch kein Familienroman erzählt. Taiye Selasi ist die neue internationale Stimme – jenseits von Afrika.

Großer Tag der jungen Münchner Literatur am 24. Januar 2015 im Einstein Kultur

grossertag_entwc3bcrfe-02-page-0021Am Samstag, 24. Januar 2015, findet in der Münchner Einsteinstr. 42 ein „Großer Tag der jungen Münchner Literatur“ statt. Hierzu werden 50 Autorinnen und Autoren erwartet. In den 4 Gewölbehallen des Einsteins zeigen sie, wie viel sich in den letzten Jahren in Münchens Literaturszene getan hat.

„Neue Lesereihen und private Texttreffen sind entstanden, die Vernetzung mit anderen Städten hat zugenommen. Die Autorinnen und Autoren lesen aus ihren neuen Werken, die jungen Münchner Lesereihen, Zeitschriften und weitere Initiativen zur Förderung junger Literatur stellen sich vor,“ heißt es in der Programmankündigung.

Jonas von Ostrowski und Johannes Tassilo Walter zeigen Installationen, die direkt in die Lesesituationen eingreifen und die speziell für die Hallen entstanden sind. In Halle 3 werden Werke von Catalina Schenk ausgestellt. Dort befindet sich die Bar, an der auch etwas zu Essen angeboten wird.

Die Lesungen dauern von 18 Uhr bis 1 Uhr, danach steigt eine Party mit den DJs Tambien (Public Possession, E.S.P. Institute) und Simian Keiser. Der Eintritt beträgt 10 Euro bzw. 7 Euro ermäßigt.

Programm

17 Uhr
Einlass

17 Uhr 30
HALLE 1
Eröffnung

18 Uhr
HALLE 1
Mara-Daria Cojocaru | Lena Gorelik | Pierre Jarawan
Moderation: Karolina Kühn

HALLE 4
Elena Anais | Jonas Bokelmann | Katharina Kohm
Moderation: Ayna Steigerwald

19 Uhr
HALLE 1
Katharina Adler | Verena Fiebiger | Lara Theobalt
Moderation: Tristan Marquardt

HALLE 4
Parsimonie. Zeitschrift für Literatur & Essayistik
Felix Bonke | Fabian Bross | Heiner Hendrix | Juno Meinecke
Moderation: Ayna Steigerwald

20 Uhr
HALLE 1
Meike Harms | Lilian Loke | Max Scharnigg
Moderation: Ko Bylanzky

HALLE 4
meine drei lyrischen ichs. Lesereihe für neue Lyrik
Daniel Bayerstorfer | Tristan Marquardt | Tillmann Severin
Moderation: Pia-Elisabeth Leuschner

21 Uhr
HALLE 1
Bayerische Akademie des Schreibens
Christian Bohner | Benedikt Feiten | Sophia Klink | Markus Ostermair
Moderation: Katrin Lange

HALLE 4
Heike Fröhlich | Carola Gruber | Tessa Müller
Moderation: Holger Pils

22 Uhr
HALLE 1
Dominik Erhard | Jessica Riccò | Elias Wagner
Moderation: Ko Bylanzky

HALLE 4
Nina Sahm | Theresa Seraphin | Nora Zapf
Moderation: Federico Italiano

23 Uhr
HALLE 1
Alex Burkhard | Mercedes Lauenstein | Nadja Schlüter
Moderation: Tristan Marquardt

HALLE 4
Schreibwerkstatt der Komparatistik
Andrej Bagoutdinov | Matthias Dietrich | Désirée Opela | Ayna Steigerwald | Fabian Widerna
Moderation: Tillmann Severin

24 Uhr
HALLE 1
Ricarda Kiel | Martin Sieper | Krister Schuchardt
Moderation: Nora Zapf

HALLE 4
July in der Stadt
Florian Beier | Elena Kaufmann | Roman Schmid | Jan Struckmeier | Sophie Zmijanek
Moderation: Daniel Bayerstorfer

1 Uhr
HALLE 4
Party

Der „Große Tag der jungen Münchner Literatur“ findet statt in Kooperation mit dem Lyrik Kabinett, dem Literaturhaus München und mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

Organisation: Daniel Bayerstorfer, Tristan Marquardt und Nora Zapf
Grafik: Claudia Schramke

Quelle: Großer Tag der Münchner Literatur