Leipziger Buchmesse 2011: Leibhaftige Mangas [Impressionen]

Für wiederkehrende Besucher der Leipziger Buchmesse ist der Anblick der vielen originellen Comic- und Mangafiguren aus Büchern, Filmen oder auch Spielen nichts Neues, wir hingegen waren anfangs ziemlich irritiert. Schon am Freitag tummelten sich jede Menge meist jugendliche Maskierte auf dem Messegelände, am Samstag hatte man zeitweise das Gefühl auf einem japanischen Maskenball zu sein. Zwei weibliche Naruto-Figuren klärten uns auf dem Weg zur Messe darüber auf, dass diese Maskerade auf der Leipziger Buchmesse schon seit Jahren Tradition hat. Scheinbar reisen Hunderte Manga-Fans aus dem ganzen Land an, um ihren Heldinnen und Helden Leben einzuhauchen. Wer kostümiert auf der Leipziger Buchmesse erscheint, muss keinen Eintritt bezahlen. Doch das ist nicht ausschlaggebend, zumal der Eintrittspreis der Tageskarte für Schüler und Studenten mit 8 Euro wirklich erschwinglich ist. Sehen und gesehen werden und der Spaß am Rollentausch ist ganz offensichtlich die Motivation für den Einsatz.

Laut der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sollen am Samstag einige Manga-Fans mit Trauerflor und Papier-Kranichen ihre Anteilnahme an der Katastrophe in Japan gezeigt haben, aber auf meinen Fotos habe ich vergeblich danach gesucht.

Die Beschriftung der einzelnen Fotos musste leider entfallen, da ich, abgesehen von dem einen Pokémon in Lila, nicht eine Figur erkannt habe. 😉

Leipziger Buchmesse 2011: Matthias Politycki u. Jobst-Ulrich Brand

Auf der Lesebühne von FOCUS Ausgezeichnet! wurde über international preisgekrönte Bücher mit ganz unterschiedlichen Autoren diskutiert.

Am 18.03.2011 trafen sich dort der deutsche Germanist und Schriftsteller Matthias Politycki und der stellvertretende FOCUS-Ressortleiter Kultur & Leben Jobst-Ulrich Brand zum Gespräch. Matthias Politycki wurde 2010 mit dem Preis der LiteraTour Nord ausgezeichnet.

Die beiden Gesprächspartner haben die Namensschilder vertauscht. Jobst-Ulrich Brand (ohne t) ist links im Bild zu sehen, Matthias Politycki sitzt rechts.

Leipziger Buchmesse 2011: Thomas Glavinic und „Lisa“

Der 38-jährige österreichische Autor Thomas Glavinic schreibt seit 1991 Romane, Essays, Erzählungen, Hörspiele und Reportagen. Im Jahr 1998 veröffentlichte er seinen Debüt-Roman Carl Haffners Liebe zum Unentschieden. Der Roman beschreibt das Leben des Schachmeisters Carl Schlechter. Das Buch wurde mehrfach ausgezeichnet und in andere Sprachen übersetzt.

Im Jahr 2000 folgte der Roman Herr Susi, eine in deftiger Sprache geschriebene Abrechnung mit dem Fußball Vermarktungsgeschäft.  2001 erschien der Kriminalroman Der Kameramörder (mit dem Friedrich-Glauser-Preis auf der Criminale ausgezeichnet), der von den Feuilletons enthusiastisch für seine Medienkritik gefeiert wurde. 2004 gelang Glavinic  mit dem satirischen Entwicklungsroman ,Wie man leben soll der Sprung in die Bestsellerlisten. Im August 2006 erschien sein Roman Die Arbeit der Nacht.

Glavinic‘ im Sommer 2007 erschienener Roman Das bin doch ich wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert und schaffte es nach der Longlist auf auch die Shortlist. Der Roman Das Leben der Wünsche war 2009 ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Zuletzt erschien im Hanser Verlag im Februar 2011 sein Roman Lisa.

Kurzbeschreibung
Lisa, eine Schwerkriminelle, begeht auf der ganzen Welt rätselhafte Verbrechen. Die Zeichen mehren sich, dass ein Mann ihr nächstes Opfer wird: Sie ist bereits in seine Wohnung eingebrochen. Doch sie bleibt unsichtbar, außer ihrer DNA gibt es keine einzige Spur. Verschanzt in einem verlassenen Landhaus, mit reichlich Whiskey und Koks, spricht der Mann jeden Abend per Internet-Radio zu einem virtuellen Publikum. Komisch bis zum bitteren Ende erzählt Thomas Glavinic aus Österreich vom unsichtbaren Grauen der virtuellen Welt. „Lisa“ ist ein Meisterwerk zwischen Humor und Horror, ein Psychogramm des Grauens. Denn Lisa ist überall.

Am 18.03.2011 habe ich zwar die Signierstunde auf der Leipziger Buchmesse knapp verpasst, Thomas Glavinic mit meinem Fotoapparat aber gerade noch erwischt. 😉

Leipziger Buchmesse 2011: Margriet de Moor und Denis Scheck

Anmutig und gekleidet wie unmittelbar einem Gemälde von Rembrandt entsprungen, saß Margriet de Moor am 19.03.2011 um 13 Uhr auf der Bühne im ARD-TV-Forum auf der Leipziger Buchmesse neben Denis Scheck. Dass sich die niederländische Schriftstellerin bereits in ihrem 70. Lebensjahr befindet, ist kaum zu glauben.

Mit viel Elan und Begeisterung ging Margriet de Moor auf die Fragen von Denis Scheck über ihren neuen Roman „Der Maler und das Mädchen„, der im Februar 2011 im Hanser Verlag erschienen ist, ein. So berichtete sie ausführlich über ihre Recherchen im Metropolitan Museum of Art in New York, wo Rembrandts Originalskizze von Elsje Christiaens, die Hauptfigur in ihrem neuen Roman, aufbewahrt wird.

Das Buch war plötzlich da, als ich die Zeichnung sah,“ sagte Frau de Moor und schilderte ihre Eindrücke von dem Motiv, eine 18-jährigen Dänin, die 1664 in Amsterdam hingerichtet und deren Leiche am Schandpfahl zur Schau gestellt wurde. Nur wenige Stunden nach ihrem Tod, fertigte Rembrandt zwei kleine Skizzen an.
Margriet de Moor bringt diese beiden historischen Figuren in ihrem grandiosen, neuen Roman zusammen – ein Meisterwerk, so findet auch Denis Scheck.

Jennifer Lawrence spielt Katniss Everdeen in „Die Tribute von Panem“

Wie am 17.03.2011 bekannt wurde, hat sich Jennifer Lawrence für die Rolle der Katniss Everdeen in der Literaturverfilmung von „Die Tribute von Panem“ (orig. Titel The Hunger Games) verpflichtet.

2007 wurde ihre Bewerbung für die Rollen der Bella Swan und Rosalie Hale in den Verfilmungen der Twilight-Saga von Stephenie Meyer noch abgelehnt, den Durchbruch schaffte sie aber 2010 mit der Hauptrolle in dem Oscar-nominierten Film Winter†™s Bone. In der Verfilmung des gleichnamigen Romans (deutschsprachiger Titel: Winters Bone) von Daniel Woodrell ist Lawrence als 17-jährige Ree Dolly zu sehen, die sich in den Wäldern Südmissouris auf die Suche nach ihren Vater begibt. Ihre Darstellung des ungebildeten Mädchens brachte ihr unter anderem den Darstellerpreis des Seattle International Film Festivals und den National Board of Review Award als beste Nachwuchsdarstellerin ein und sie wurde für den Golden Globe und den Oscar 2011 nominiert.

Lawrence setzte sich bei ihrer Bewerbung für die Rolle der 16-järhigen Katniss Everdeen in „The Hunger Games„  gegen die Schauspielerinnen Hailee Steinfeld, Chloe Moretz, Emma Roberts und Abigail Breslin durch.

Ich könnte nicht glücklicher sein, ein Teil von „The Hunger Games“ zu werden und die Katniss zu spielen„, sagte sie gegenüber dem Online-Magazin Entertainment Weekly. „Ich habe eine große Verantwortung gegenüber den Fans von diesem unglaublichen Buch, und das nehme ich sehr ernst. Ich werde in dem Film in der Rolle alles geben, um mich Suzanne Collins Meisterwerk würdig zu erweisen,“ sagte sie weiterhin in dem Interview. Sie freue sich nicht auf eine bestimmte Szene, sondern auf die Rolle der Katniss in dem ganzen Buch. Abgesehen davon habe sie noch nie mit Pfeil und Bogen geschossen und findet die Aussicht darauf „cool“.

Jackie Evancho soll aktuell Katniss 12-jährige Schwester Primrose (Prim), die in der Romanvorlage eigentlich für die Teilnahme an den 74. Hungerspielen ausgelost wurde, spielen. Für die Rolle der Rue, Katniss 12-jährige Verbündete, ist Saoirse Scott im Gespräch. Wer die männliche Hauptfigur, den 16-jährigen Peeta Mellark, verkörpern wird, ist noch nicht bekannt. Zuletzt war Alex Pettyfer dafür im Gespräch.

Die Dreharbeiten finden vom 23. Mai bis 3. September 2011 statt. Die Kinopremiere ist für den 23. März 2012 angekündigt.

Quelle: Online-Magazin Entertainment Weekly