Der Literaturnobelpreis 2010 geht an Mario Vargas Llosa

Der Literaturnobelpreis 2010 geht an Mario Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa (gebürtig Jorge Mario Pedro Vargas Llosa)  ist peruanischer Schriftsteller und Politiker. Er ist einer der führenden lateinamerikanischen Romanciers und Essayisten und bezeichnete sich selbst als konservativen Liberalen und später im Jahr 2001 in einem Interview als Liberalen.

Zuletzt erschien von Mario Varga Llosa „Das böse Mädchen“ (orig. Title „Travesuras de la niña mala„) 2006 in der deutschen Übersetzung im Suhrkamp Verlag.

Kurzbeschreibung
Wie gelingt es ihr nur immer wieder, ihn um den Finger zu wickeln? Und warum tut sie das, wenn sie seine ehrlichen Gefühle doch zugleich schroff zurückweist? Schon als aufmüpfige Halbwüchsige verdreht sie dem jungen Ricardo im konservativen Lima der 50er Jahre den Kopf. Von da an wird sie regelmäßig seine Wege kreuzen, wird in Paris, London, Madrid oder Tokio mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschem Paß in sein Leben treten †“ und es immer wieder durcheinanderwirbeln. Auf rätselhafte Weise scheinen beide dennoch füreinander bestimmt; oder ist nur er es, der nicht lassen kann von diesem faszinierend »bösen Mädchen«?

Über den Autor
Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber. Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und Oxford (2004). Heute lebt Mario Vargas Llosa mit seiner Frau Patricia in London, Paris, Madrid und Lima.

Bayerische Staatsregierung will 5,7 Millionen bei städt. Gymnasien kürzen

Bayerische Staatsregierung will 5,7 Millionen bei städtischen Gymnasien kürzen

Laut einer Pressemitteilung der SPD-Landtagsfraktion vom 05.10.2010 plant die Bayerische Staatsregierung offenbar eine weitere Kürzung ihres Anteils an der Finanzierung der kommunalen Gymnasien in Bayern. Ein aktueller Gesetzentwurf, der sich gerade in der Verbandsanhörung befindet, sieht vor, dass wegen der Einführung des G8 insgesamt 5,7 Millionen Euro bei den städtischen Gymnasien eingespart werden sollen.

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, Hans-Ulrich Pfaffmann, hält dies für untragbar: „Abgesehen davon, dass sich der Freistaat beim Lehrpersonalkostenersatz seit Jahrzehnten zu Lasten der Kommunen abspatzt, indem er lediglich 61 Prozent der tatsächlichen anfallenden Lehrergehälter zurückerstattet, kommt es ab 2012 zu weiteren Verlusten für die Kommunen. Und das, obwohl die Fakten noch nicht feststehen: Es ist erstens überhaupt nicht abzusehen, ob die Gymnasien tatsächlich in gleichem Maße vom Schülerrückgang betroffen sein werden und zweitens wäre es besser, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und nicht Lehrer abzuziehen.“

In einer Forsa-Umfrage, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) in der letzten Woche in Berlin veröffentlicht hatte, sprachen sich 96 Prozent der Befragten dagegen aus, bei rückläufigen Schülerzahlen die Investitionen in den Bildungsbereich zu kürzen.

Bereits im Mai 2010 sorgte Kultusminister Ludwig Spaenle für Wirbel, als er im Bayerischen Rundfunk einen bildungspolitischen Sparkurs mit den Worten angekündigte: „Diese Zielsetzung von 1.000 zusätzlichen Lehrerplanstellen wird im Doppelhaushalt nicht mehr avisiert. Davon müssen wir im Moment ausgehen, dass es einen solchen Lehrerplanstellenzuwachs nicht mehr geben wird.“ Die Haushaltssituation sei aktuell „extremst schwierig“.

Im 2008 mit der FDP geschlossenen Koalitionsvertrag heißt es zu dem Thema: „Wir wollen bis zum Ende der Legislaturperiode Klassenhöchstzahlen von 25 an den Grund- und Hauptschulen bzw. 30 an den übrigen Schulen erreichen. (…) Dazu ist pro Schuljahr (SJ 08/09 bis SJ 13/14) die Schaffung von mindestens 1.000 zusätzlichen Lehrerstellen erforderlich.“

Angesichts der Äußerungen Spaenles schien somit ein zentrales Versprechen der Koalitionsregierung in Gefahr und es hagelte Proteste seitens der Opposition und des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes.

Daraufhin erklärte Spaenle: „Es gibt in Bayern keine Kürzungen im Bildungsbereich, Ziel der Staatsregierung bleibe, die im Koalitionsvertrag vereinbarten zusätzlichen Lehrerplanstellen auch umzusetzen. Ich bin missverstanden worden.“

Deutschboden: Moritz von Uslar (Autor) vs. Cornelius Tittel (Welt)

Deutschboden: Moritz von Uslar (Autor) vs. Cornelius Tittel (Welt)

Moritz von Uslar hat sich per SMS bei Cornelius Tittel, dem Kulturchef der WELT-Gruppe, beschwert. Es geht um einen Text von Kolja Reichert, der in der „Welt am Sonntag“ (03.10.2010) und auch im Internet bei „Welt Online“ (05.10.2010) unter dem Titel „Moritz von Uslar – wo die wilden Kerle wohnen“ erschienen ist. Anlass der Streitigkeit ist von Uslars neuer Roman „Deutschboden: Eine teilnehmende Beobachtung„.

Kolja Reichert war dafür in die brandenburgische Kleinstadt gefahren, in der Moritz von Uslar ein paar Monate gelebt und für seinen Roman recherchiert hatte.  Reicherts Idee war, die Hauptprotagonisten des Buchs zu fragen, wie sie den Besuch des westdeutschen Starreporters erlebt haben – und ob sie sich gut getroffen fühlen. Auch wenn Reichert von Uslar vorwirft, eher Poser als Reporter zu sein („Interesse: Pose. Selbstzweifel: Pose. Angst: Pose Pose Pose“), endet die Recherche versöhnlich. Selbst damit, als Arschgeige beschrieben zu werden, hat in dem Dorf niemand ein Problem: „Wir nennen ihn ja auch Arschgeige.“

Von Uslar teilte Cornelius Tittel nun mit, dass er „angewidert“ darüber sei. Er verschickte weitere SMS an den Feuilletonchef  Cornelius Tittel, in denen er drohte, „er werde noch in Jahren auf diesen Artikel hinweisen, damit möglichst viele von dieser Art Journalismus und dem, der ihn in Auftrag gegeben hat, erfahren„.

Laut Cornelius Tittel können weder gutes Zureden und auch die herzlichsten Grüße Moritz von Uslar nicht beschwichtigen. Er habe fröhlich nachlegt, einen „Skandalisierungsversuch“ anprangert und zwischen den Zeilen immer wieder durchscheinen lassen, dass man sich hier mit dem Falschen angelegt habe: „Ich sage dir, diese Geschichte geht für dich nach hinten los.“

Auf die Erwiderung, der drohende Ton sei peinlich, der Text blitzsauber, der Rest Paranoia, sei von Uslar, so Cornelius Tittel, zu rhetorischer Hochform aufgelaufen. Seine mit Abstand kürzeste SMS sei auch seine lustigste: „Cornelius, Du hässlicher Eierkopf.“ (dazu muss man wissen, dass Tittels Kopfhaut nicht ein einziges Härchen ziert 😉 – Anm. d. Red.)

Tittel resümiert: „Ein beispielhafter Dialog, weinerlich, sehr, sehr klein und doch so unterhaltsam, dass wir ihn unseren Lesern nicht vorenthalten wollten.

SMS an Uslar: „Lieber Moritz, das Niveau dieser Konversation ist erschreckend low . Ich hoffe, Du hast nichts dagegen, wenn wir sie in der WELT veröffentlichen.“ Uslar: „Glasklare Antwort: Wenn Du den SMS-Wechsel komplett veröffentlichst, dann bin ich einverstanden.

Eine halbe Stunde vor Redaktionsschluss kam Post vom Medienanwalt Christian Schertz: „Ich gehe davon aus, dass Sie von einer Veröffentlichung Abstand nehmen. Sollten Sie dies nicht respektieren, werden wir unverzüglich rechtliche Schritte einleiten.“

Quelle: Let it Rock (Welt Online vom 06.10.2010)

Lesung mit Ian McEwan am 13.10.2010 im Audimax der Münchner TU

Lesung mit Ian McEwan am 13.10.2010 im Audimax der Münchner TU

Am 13.10.2010 kommt der britische Schriftsteller Ian McEwan nach München. In einer Lesung im Audimax der TU stellt er seinen im Diogenes Verlag erschienenen neuen Roman „Solar“ vor. Felicitas von Lovenberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung) wird die Veranstaltung moderieren, die deutschen Texte liest der Schauspieler und Hörbuchsprecher Matthias Brandt.

Kurzbeschreibung
Michael Beard, 53, ist Nobelpreisträger der Physik. Doch seine besten Zeiten hat er hinter sich, er käut seine prämierte Idee in Vorträgen wieder und ergattert so Fördergelder für ein politisches Prestigeprojekt: das Institut für erneuerbare Energien. Wirklich neue Energien aber steckt er nur in sein Privatleben: während seiner fünften Ehe hat er es immerhin zu elf Affären gebracht. Doch als schließlich alles ins Wanken gerät, bietet sich ihm die Gelegenheit zu einem Coup, denn die geniale Idee eines Rivalen sorgt für neuen Zündstoff in seinem Leben. In Solar geht es nicht nur um Sonnen-, sondern auch um kriminelle Energie.

Mehr zum Inhalt
Er gehörte zu jener Sorte Männer †“ nicht wirklich attraktiv, meist kahl, klein, dick und klug †“, die auf gewisse schöne Frauen erstaunlich anziehend wirkt. Zugute kam ihm dabei auch, dass manche Frauen ihn für ein Genie hielten, das man retten musste. Im Moment allerdings war Michael Beard nicht in bester Verfassung, lustlos, verzweifelt, nur auf eins fixiert, denn gerade ging seine fünfte Ehe in die Brüche. Michael Beard, 53, ist Nobelpreisträger der Physik. Doch seine besten Zeiten hat er hinter sich. Er lebt von seiner Reputation, gibt seinen Namen für Briefköpfe her, käut seine prämierte Idee in Vorträgen wieder und ergattert Fördergelder für ein politisches Prestigeprojekt: das Institut für Erneuerbare Energien. Wirklich neue Energie aber steckt er nur in den privaten Bereich: Während seiner fünften Ehe hat er es zu elf Affären gebracht. Nun aber rächt sich seine Frau und nimmt sich einen Liebhaber. Genau in dem Moment, als alles ins Wanken gerät, bietet sich ihm die Gelegenheit zu einem Coup. †ºSolar†¹ führt den Leser von London in die Arktis und bis nach New Mexico. Ian McEwans Roman ist eine ebenso gnadenlose wie vielschichtige Abrechnung mit der Politik, dem Wissenschaftsbetrieb †“ und einer Sorte Mann. Ein Buch, das den Faktor Mensch auf literarisch neue Art und Weise in die Klimarechnung einführt.

Über den Autor
Ian McEwan, geboren 1948, lebt in London. Schon seine ersten Erzählungen wurden 1976 mit dem Somerset-Maugham-Award ausgezeichnet. 1998 erhielt er den Booker Preis für Amsterdam, im Jahr darauf den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Abbitte erhielt nicht nur amerikanische und britische Preise, sondern wurde außerdem 2004 in Santiago de Compostela als Bester Europäischer Roman ausgezeichnet. Ian McEwan ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences.

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Die Lesung findet in deutscher und englischer Sprache am Mittwoch, den 13.10.2010, um 20.00 Uhr, im Audimax der TU, Arcisstr. 2,  in München statt.
Kartenreservierung unter 089 – 29 19 34-27 – der Eintritt beträgt 12 Euro; ermäßigt 8 Euro.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Studentenwerk München statt.

Quelle: Literaturhaus München

Literaturnobelpreis für NgŠ©gÄ© wa Thiong†™o?

In zwei Tagen, am 07.10.2010 um 12 Uhr mittags, wird die Nobel-Stiftung den Literaturnobelpreis 2010 an „denjenigen vergeben, der in der Literatur das Herausragendste in idealistischer Richtung produziert hat†.

Beim US-amerikanischen Online-Wettbüro Ladbrokes.com wird momentan der kenianische Schriftsteller und Kulturwissenschaftler NgŠ©gÄ© wa Thiong†™o als Anwärter für den diesjährigen Literaturnobelpreis auf dem ersten Platz mit einer Quote von 3 zu 1 gehandelt.

Schon in den vergangenen Jahren schoss jeweils wenige Tage vor der Verkündung die Quote für den tatsächlichen Preisträger ganz nach oben. Sowohl Jean-Marie Gustave Le Clézio (2008) als auch Herta Müller (2009) wurden zwei Tage zuvor aus dem Mittelfeld an die Spitze katapultiert. Man vermutete, dass es eine undichte Stelle gab, was Ladbrokes dazu bewog, den Schalter schon 24 Stunden vorher zu schließen.

Von den ewigen Favoriten Amos Oz, Haruki Murakami und Philip Roth ist derzeit nur noch Haruki Murakami unter den ersten drei vertreten. Dafür rangiert Cormac McCarthy neu auf Platz 2. Richtig spannend würde es wohl, wenn Thomas Pynchon, der ebenfalls seit Jahren als Anwärter gehandelt wird, den Literaturpreis bekäme – aber verdient haben ihn sicherlich alle auf der Liste.

Also, wer noch etwas Geld übrig hat… 🙂

Ngugi wa Thiong’o 3/1
Cormac McCarthy 6/1
Haruki Murakami 7/1
Tomas Transtromer 9/1
Adonis 11/1
Gerald Murnane 11/1
Ko Un 12/1
Les Murray 15/1
Adam Zagajewski 16/1
Alice Munro 16/1
Thomas Pynchon 20/1
Joyce Carol Oates 18/1
Philip Roth 20/1
Claudio Magris 22/1
E.L Doctorow 22/1
Nestor Amarilla 25/1
Assia Djebar 25/1
Amos Oz 25/1
Mario Vargas Llosa 25/1
Antonio Tabucchi 30/1
Gitta Sereny 30/1
A.S. Byatt 33/1
Don DeLillo 33/1
Maya Angelou 33/1
Carlos Fuentes 33/1
Michel Tournier 35/1
Vaclav Havel 35/1
Yves Bonnefoy 40/1
Arnošt Lustig 40/1
Javier Marias 40/1
Ulrich Holbein 40/1
Margaret Atwood 45/1
Milan Kundera 45/1
Peter Handke 45/1
Cees Nooteboom 45/1
Ernesto Cardinal 45/1
Juan Marse 45/1
Bei Dao 45/1
Shlomo Kalo 45/1
Chinua Achebe 45/1
Anne Carson 50/1
A.B. Yehoshua 50/1
David Malouf 50/1
Antonio Lobo Antunes 55/1
Eeva Kilpi 55/1
William Trevor 55/1
Umberto Eco 55/1
Elias Khoury 55/1
Ian McEwan 55/1
Luis Goytisolo 66/1
Patrick Modiano 66/1
Bella Akhmadulina 66/1
Ismail Kadare 66/1
Jonathan Littell 66/1
Michael Ondaatje 66/1
Salman Rushdie 66/1
Eduardo Galeano 66/1
Per Petterson 75/1
Paul Auster 75/1
Jon Fosse 75/1
Harry Mulisch 75/1
Atiq Rahimi 75/1
Mahasweta Devi 100/1
Julian Barnes 100/1
F. Sionil Jose 100/1
Marge Piercy 100/1
Mary Gordon 100/1
John Banville 125/1
Kjell Askildsen 125/1
Peter Carey 125/1
William H. Gass 125/1
Vassilis Aleksaskis 125/1
Yevgeny Yevtushenko 150/1
Bob Dylan 150/1

Quelle: Ladbrokes.com