Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 48/2009

Platz 1 : Das verlorene Symbol von Dan Brown

Das verlorene SymbolKurzbeschreibung
Das verlorene Symbol ist die lange erwartete Fortsetzung von Dan Browns The Da Vinci Code (Deutsch: Das Sakrileg). The Da Vinci Code war ein internationales Phänomen mit weltweit 81 Millionen gedruckten Exemplaren. In Großbritannien war es sogar das meistverkaufte Taschenbuch aller Zeiten. Die Verfilmung war ebenso ein Riesenerfolg. Seit Mai 2009 läuft Angels and Demons (Deutsch: Illuminati) weltweit in den Kinos.
In seinem neuen Buch The Lost Symbol ist erneut Robert Langdon der Held. Die Leser werden wieder ab der ersten Seite mit Robert Langdon mitfiebern, wenn sie mit ihm auf eine spannende Entdeckungsreise voller Überraschungen gehen †“ und das Ganze in nur 12 Stunden Handlungszeit. Dan Browns Talent für das Geschichtenerzählen mit eingewebten historischen Elementen, Codes und Intrigen machen den neuen Thriller wieder zu einem echten „Pageturner“.
„Dieser Roman war eine seltsame und wundervolle Reise“, sagt Dan Brown selbst. „Das Ergebnis von 5 Jahren Recherche in eine 12-stündige Handlung einzuweben, war anregende Herausforderung. Robert Langdons Leben schreitet definitiv schneller voran als mein eigenes.“

Platz 2 : Limit von Frank Schätzing

LimitKurzbeschreibung
Mai 2025: Die Energieversorgung der Erde scheint gesichert, seit die USA auf dem Mond das Element Helium-3 fördern. Bahnbrechende Technologien des Konzerngiganten Orley Enterprises haben die Raumfahrt revolutioniert, in einem erbitter-ten Kopf-an-Kopf-Rennen versuchen Amerikaner und Chinesen, auf dem Trabanten ihre Claims abzustecken.
Während der exzentrische Konzernchef Julian Orley mit einer Schar prominenter Gäste zu einer Vergnügungstour ins All aufbricht, soll Detektiv Owen Jericho, den eine unglückliche Liebe nach Shanghai verschlagen hat, die untergetauchte Dissidentin Yoyo ausfindig machen. Was nach Routine klingt, ist tatsächlich der Auftakt zu einer alptraumhaften Jagd von China über Äquatorialguinea und Berlin bis nach London und Venedig. Denn auch andere interessieren sich für Yoyo, die offenbar im Besitz streng gehüteter Geheimnisse und ihres Lebens nicht mehr sicher ist.
Jericho muss sich mit der bildschönen, aber ziemlich anstrengenden Chinesin zusammentun, um den phantomgleichen Gegnern auf die Spur zu kommen. In einer Zeit, in der multinationale Konzerne der Politik zunehmend das Zepter aus der Hand nehmen, führen beide einen verzweifelten Kampf ums Überleben, gehetzt von einer Übermacht hochgerüsteter Killer. Die Suche nach den Drahtziehern führt mitten hinein in die Wirren afrikanischer Söldnerkriege, Machtkämpfe um Öl und alternative Energien, Vorherrschaftsträume im Weltraum †“ und zum Mond, auf dem sich Orleys Reisegruppe unvermittelt einer tödlichen Bedrohung gegenüber sieht.

Platz 3 : Atemschaukel von Herta Müller

AtemschaukelKurzbeschreibung
Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. „Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15° C.“ So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.

Platz 4 : Bis(s) zum Abendrot von Stephenie Meyer

Bis(s) zum AbendrotKurzbeschreibung
Bellas Leben ist in Gefahr. Seattle wird von einer Reihe rätselhafter Mordfälle erschüttert, ein offensichtlich blutrünstiger Vampir sinnt auf Rache. Und seine Spuren führen zu Bella. Aber damit nicht genug: Nachdem sie wieder mit Edward zusammen ist, muss sie sich zwischen ihrer Liebe zu ihm und ihrer Freundschaft mit Jacob entscheiden – wohl wissend, dass sie damit den uralten Kampf zwischen Vampiren und Werwölfen neu entfachen könnte … „Bella?“ Das war Edwards Stimme hinter mir. Als ich mich umdrehte, sprang er leichtfüßig die Verandatreppe hinauf, die Haare vom Rennen zerzaust. Sofort nahm er mich in die Arme und küsste mich, genau wie vorhin auf dem Parkplatz. Der Kuss erschreckte mich. Edward wirkte so nervös, so angespannt, als er seine Lippen auf meine presste – als hätte er Angst, dass uns nicht mehr genug Zeit bliebe. Der Tag der Entscheidung rückt immer näher – was wird Bella wählen: Leben oder Tod?

Platz 5 : Bis(s) zum Ende der Nacht von Stephenie Meyer

biss-zum-ende-der-nachtKurzbeschreibung
Wenn man vom dem getötet wird, den man liebt, hat man keine Wahl. Wie kann man fliehen, wie kämpfen, wenn man damit dem Geliebten wehtun würde? Wenn das eigene Leben das Einzige ist, was man dem Geliebten geben kann, wie kann man es ihm dann verweigern? Wenn es jemand ist, den man wirklich liebt? Ein Jahr voller Glück, aber auch voller Schmerz liegt hinter Bella. Ein Jahr, in dem sie fast zerbrochen wäre, weil ihre Leidenschaft für Edward und ihre innige Freundschaft zu Jakob einfach unvereinbar sind. Aber nun ist ihre Entscheidung gefallen. Unwiderruflich, auch wenn es so aussieht, als setze sie eine Entwicklung in Gang, die möglicherweise verheerend für sie alle ist.Noch hofft Bella, die verschieden Fäden ihres Leben wieder zusammenführen zu können, da droht alles für immer zerstört zu werden …

Platz 6 : Die Hütte: Ein Wochenende mit Gott von William P. Young

die-hutteKurzbeschreibung
Macks jüngste Tochter ist vor Jahren entführt und wahrscheinlich umgebracht worden. Ihre letzten Spuren hat man in einer Schutzhütte im Wald gefunden, in deren Nähe die Familie auf einem Ausflug campierte. Jetzt erhält Mack rätselhafte Einladungen, die ihn aus seiner tiefen Depression reißen, in der er mit Gott über den Verlust hadert. Diese Einladungen locken ihn in die Hütte, wo er an einem bemerkenswerten Wochenende Gott, Jesus und den Heiligen Geist persönlich trifft. In furiosen Dialogen mit Gott über das Böse und den Schmerz der Welt kommt Mack zu einem neuen Verständnis von Schöpfung und Christentum. Die Botschaft des Buches? Mack hatte Gottes Rolle in seinem Leben nicht nur unterschätzt, sondern falsch eingeschätzt. Der Verlust seiner Tochter ist eminent, aber das Leben geht nicht nur weiter, sondern es wird durch die Begegnung mit Gott um eine große Erfahrung bereichert. Mack beschreitet einen neuen Weg und hört auf, Gott immer nur zu beurteilen und ihn nur bei Tragödien in seinem Leben nach Gottes Rolle zu fragen. Es ist diese Botschaft, die Mack von Gott mitnimmt: Dass ich in der Lage bin, sogar aus entsetzlichen Tragödien noch unglaublich viel Gutes entstehen zu lassen, bedeutet nicht, dass ich die Tragödien orchestriere. Wenn ich sie für meine Zwecke nutze, heißt das auf keinen Fall, dass ich die Tragödien erschaffe oder sie benötige, um meine Absichten zu verfolgen…. Fur die Gnade ist es nicht erforderlich, dass Leid existiert,aber dort, wo Leiden ist, wirst du immer auch die Gnade finden,in vielen Facetten und Farben.

Platz 7 : Rauhnacht: Kluftingers neuer Fall von Volker Klüpfel und Michael Kobr

RauhnachtKurzbeschreibung
Ein zugeschneites Berghotel, ein mysteriöser Mord und ein aufgekratzter Doktor Langhammer – Kluftinger ermittelt wieder!Eigentlich sollte es für die Kluftingers ein erholsamer Kurzurlaub werden, auch wenn das Ehepaar Langhammer mit von der Partie ist: ein Winterwochenende in einem schönen Allgäuer Berghotel samt einem Live-Kriminalspiel. Doch aus dem Spiel wird blutiger Ernst, als ein Hotelgast unfreiwillig das Zeitliche segnet. Kluftinger steht vor einem Rätsel: Die Leiche befindet sich in einem von innen verschlossenen Raum. Und über Nacht löst ein Schneesturm höchste Lawinenwarnstufe aus und schneidet das Hotel von der Außenwelt ab. Kommissar Kluftinger ist ganz auf sich allein gestellt. Das heißt: fast. Denn Doktor Langhammer mischt bei den Ermittlungen kräftig mit. Und das alles während der berüchtigten Rauhnächte, über die man sich hier in den Bergen grausige Geschichten von bösen Mächten erzählt.

Platz 8 : Du stirbst nicht von Kathrin Schmidt

Du stirbst nichtKurzbeschreibung
Vom Hirnschlag erwacht – die Geschichte einer Heilung
Helene Wesendahl weiß nicht, wie ihr geschieht: Sie findet sich im Krankenhaus wieder, ohne Kontrolle über ihren Körper, sprachlos, mit Erinnerungslücken. Ihr Weg zurück ins Leben konfrontiert sie mit einer fremden Frau, die doch einmal sie selbst war. Kathrin Schmidt packt ihre Leser diesmal durch die Beschränkung, und zwar im wörtlichen Sinne. Mit den Augen ihrer erwachenden Heldin blicken wir in ein Krankenzimmer, auf andere Patienten, das Pflegepersonal und den eigenen Körper, der plötzlich ein Eigenleben zu führen scheint. Und wir erleben die mühsamen Reha-Maßnahmen mit, die Reaktionen der Familie, den aufopferungsvollen Einsatz ihres Mannes – und die bruchstückhafte Wiederkehr ihrer Erinnerung. Was da zutage tritt, konfrontiert Helene mit einem Leben, in dem sie sich kaum wiedererkennt, und das vieles in Frage stellt, was in der neuen Situation so selbstverständlich scheint. Sie entdeckt frühe Brüche in ihrer Biographie, verdrängte Leidenschaften und aus der Not geborene Verpflichtungen. Als ihr bewusst wird, dass ihr Herz sich bereits auf Abwege begeben hatte und sie den Mann, der sie jetzt so eifrig pflegt, eigentlich verlassen wollte, droht sie den Boden unter den Füßen zu verlieren. Kathrin Schmidt gelingt das Erstaunliche: Sie macht den Orientierungs- und Sprachverlust nach einer Hirnverletzung erfahrbar und zeigt einen Weg der Genesung, der in zwei Richtungen führt, zurück und nach vorn. Dabei entsteht ein Entwicklungsroman ganz eigener Art, der durch seine innere Dynamik fesselt und durch die Rückhaltlosigkeit, mit der seine Heldin sich mit ihrer Vergangenheit und Gegenwart konfrontiert, fasziniert. Er überzeugt vor allem durch die bewegende Schilderung eines sprachlichen Neubeginns.

Platz 9 : Blut und Silber von Sabine Ebert

Blut und SilberKurzbeschreibung
Deutschland 1296: König Adolf von Nassau setzt eine gewaltige Streitmacht gegen das sächsische Freiberg in Bewegung, um die reiche Silberstadt in die Knie zu zwingen. Unter den Bürgern entbrennt ein heftiger Streit: Dürfen sie sich ihrem König widersetzen? In den Reihen der Freiberger, die die belagerte Stadt heldenhaft verteidigen, kämpfen auch Änne, eine Nachfahrin der Hebamme Marthe, und die Gauklerin Sibylla. Entsetzt müssen sie miterleben, wie Freiberg blutig erobert wird – durch Verrat!
Geschickt hat Ebert ihre Handlung und Figuren in die historischen Gegebenheiten integriert, die gut recherchiert und präzise dargestellt werden. Es wird viel gekämpft und es fließt viel Blut in diesem Buch. Dabei gilt das besondere Augenmerk der Autorin dem Schicksal des einfachen Volkes, das unter dem grausamen Krieg am meisten zu leiden hat. Ihr Überlebenskampf, ihre Machtlosigkeit, ihr Hunger und Schmerz werden dem Leser eindringlich vor Augen geführt. Wer sich nicht daran stört, dass die Rollen der Guten und Bösen klar verteilt sind, wird mit den Hauptfiguren bis zum Schluss mitfiebern. Ein flüssig und lebendig geschriebener historischer Roman, der nicht nur Fans von Sabine Ebert zu empfehlen ist. — Alexandra Plath

Platz 10 : Zeit deines Lebens von Cecelia Ahern

Zeit deines LebensKurzbeschreibung
Was ist das größte Geschenk, das man einem Menschen machen kann?
Zauberhaft, geheimnisvoll und mit einer berührenden Botschaft – das ist der neue Roman von Cecelia Ahern. Denn manchmal muss man jemand ganz Besonderem begegnen, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben.
Lou Suffern ist ein »BWM«, ein Beschäftigter Wichtiger Mann. So wichtig und beschäftigt, dass er den 70. Geburtstag seines Vaters vergisst, seine Frau leichthin betrügt und seinem kleinen Sohn noch nicht ein einziges Mal die Windeln gewechselt hat. Eines Tages verwickelt ihn ein Obdachloser namens Gabriel in ein Gespräch. Lou fühlt sich dem Unbekannten seltsam verbunden und verschafft ihm kurzerhand einen Job – was nun wirklich nicht seine Art ist. Doch auch Gabriel hat ein Geschenk für Lou: ein rätselhaftes Mittel, durch das Lou ein anderer wird.

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 48/2009

Platz 1 : Verblendung von Stieg Larsson

verblendungKurzbeschreibung
Eine Familiengeschichte, die einen nicht mehr loslässt. Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt. An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Paket enthält eine gepresste Blüte hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, doch dann verschwand sie spurlos. Ihr Leichnam wurde nie gefunden. In einer letzten Anstrengung beschließt Vanger herauszufinden, was dem geliebten Mädchen tatsächlich zustieß. Er engagiert den Journalisten Mikael Blomkvist, der, getarnt als Biograf, bald auf erste Spuren stößt. Unterstützt wird er von der jungen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem virtuosen Computergenie mit messerscharfem Verstand. Je tiefer Blomkvist und Salander in der Vangerschen Familiengeschichte graben, desto grauenvoller sind ihre Enthüllungen. Ausgezeichnet mit dem skandinavischen Krimipreis. -> mehr Infos zu der Trilogie und zum Film

Platz 2 : Verdammnis von Stieg Larsson

VerdammnisKurzbeschreibung
Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt. Der neue große Roman des preisgekrönten Bestsellerautors Stieg Larsson. Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin „Millennium“ eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein. Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.

Platz 3 : Vergebung von Stieg Larsson

vergebungKurzbeschreibung
Wer suchet, der tötet
Die Ermittlerin Lisbeth Salander steht unter Mordverdacht. Ihr Partner Mikael Blomkvist schwört, ihre Unschuld zu beweisen. Er weiß, dass es um Salanders Leben geht. Als seine Ermittlungen die schwedische Regierung in ihren Grundfesten zu erschüttern drohen, setzt er alles auf eine Karte.
Klappentext
†œLarssons Gespür für Timing und Spannung ist überragend.† taz
†œSo packend, dass man dafür Urlaub nehmen sollte!† TV Spielfilm
†œStieg Larssons erzählerische Virtuosität (…) lässt seine Trilogie weit über das Genre des Polit-Thrillers hinauswachsen: Sie ist ein großer Gesellschaftsroman.† Der Spiegel

Platz 4 : Jesus liebt mich von David Safier

Jesus liebt michKurzbeschreibung
Marie hat das beeindruckende Talent, sich ständig in die falschen Männer zu verlieben. Kurz nachdem auch noch ihre Hochzeit platzt, lernt sie einen Zimmermann kennen. Und der ist so ganz anders als alle Kerle zuvor: einfühlsam, selbstlos, aufmerksam. Dummerweise erklärt er beim ersten Date, er sei Jesus. Zuerst denkt Marie, der Zimmermann hat nicht alle Zähne an der Laubsäge. Doch dann entpuppt er sich als der wahre Messias. Er ist wegen des Jüngsten Gerichts wieder auf die Welt zurückgekehrt. Und Marie fragt sich nun nicht nur, ob die Welt nächsten Dienstag untergehen wird, sondern auch, ob sie sich diesmal nicht in den falschesten aller Männer verliebt hat.

Platz 5 : Am Ende war die Tat von Elizabeth George

Am Ende war die TatKurzbeschreibung
Chief Inspector Lynleys Frau Helen und sein ungeborenes Kind sind einem willkürlichen Akt sinnloser Gewalt zum Opfer gefallen. Doch was hat einen erst Zwölfjährigen zu dieser schrecklichen Bluttat getrieben? Die Anatomie eines Mordes: Meisterhaft erzählt Elizabeth George die Geschichte des Jungen Joel, der sich im verzweifelten Versuch, sein Leben am Rande der Gesellschaft zu meistern, auf einen Pakt mit dem Teufel einlässt …
Klappentext
„Elizabeth George übertrifft alle – ihr Stil ist überwältigend!“ Wall Street Journal
„Spannend und beklemmend realistisch.“ Brigitte
„Ein dunkler, aufwühlender Roman über Verzweiflung und Rache.“ Booklist

Platz 6 : Gesandte des Zwielichts von Lara Adrian

Gesandte des ZwielichtsKurzbeschreibung
Ein Rächer geht um, der schon zahllose Vampire getötet hat. Auch Claire gerät in einen Hinterhalt, ein feuriges Inferno tötet ihre Beschützer. Aus der Asche tritt ein Vampirkrieger hervor, den Claire nur zu gut kennt: Andreas Reichen, ihr einstiger Geliebter. Sein unstillbarer Hass gilt Claires neuem Gefährten Wilhelm Roth. Claire gerät zwischen die Fronten eines erbarmungslosen Kampfes und spürt schon bald, dass ihre alte Leidenschaft für Andreas aufs Neue erwacht …

Platz 7 : Lasset die Kinder zu mir kommen von Donna Leon

Lasset die Kinder zu mir kommenKurzbeschreibung
„Lasset die Kinder zu mir kommen, und wehret ihnen nicht“ – so steht es in der Bibel. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Bambini sind knapp, auch im kinderlieben Italien. Was ist geschehen, wenn schwerbewaffnete Carabinieri die Wohnung eines Kinderarztes stürmen und ihm sein 18 Monate altes Baby entreißen? Brunetti gibt keine Ruhe, bis er die Hintergründe kennt.
Vielleicht ist Lasset die Kinder zu mit kommen Leons bisher routiniertester Roman. Zweifellos hat das Buch einige Längen, die den Leser in Versuchung setzen, die ein oder andere Seite in Erwartung der Lösung des Falls zu überblättern. Und trotzdem ragt Brunettis sechzehnter Fall aus der großen Zahl der Krimineuerscheinungen psychologisch klar heraus. Routiniert erzählt zwar, aber über weite Strecken brillant und spannend. – Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de

Platz 8 : Der Geschmack von Apfelkernen von Katharina Hagena

Der Geschmack von ApfelkernenKurzbeschreibung
Auf Anhieb ein sensationeller Erfolg – mehr als 250.000 verkaufte Exemplare. Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen – bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.

Platz 9 : Schweigeminute von Siegfried Lenz

SchweigeminuteKurzbeschreibung
Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee irgendwann in den sechziger Jahren: Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar †“ bis Stella bei einem Bootsunfall tödlich verunglückt. Während einer Gedenkfeier in der Aula blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, ihn aber für sein ganzes Leben verändert.

„Wir haben … Siegfried Lenz für ein poetisches Buch zu danken. Vielleicht ist es sein schönstes.“ Marcel Reich-Ranicki

Platz 10 : Der Katalane von Noah Gordon

Der KatalaneKurzbeschreibung
Mit der Kraft des spanischen Weins
Nachdem er Zeuge eines kaltblütigen Mordes wurde, versteckt sich Josep vier lange Jahre in Frankreich. Nun, zurück in seinem Heimatdorf in Katalonien, will er sich seinen Lebenstraum erfüllen: vollmundigen Wein auf dem Gut seiner Väter zu keltern. Doch die Reben sind vertrocknet, die Geldforderungen seines Bruders für den Erbhof horrend. Zusammen mit seiner Geliebten Maria nimmt Josep den Kampf ums Überleben auf, bis ihn die Vergangenheit einholt.
Abenteuerlicher Spannungsroman und historisches Liebesdrama – wie es nur Noah Gordon gelingt!

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

Twilight: New Moon bricht alle Rekorde – Fans sind begeistert

New MoonAm Freitag startete die zweite Folge der Twilight-Saga nach der Romanvorlage von Stephenie Meyer in den amerikanischen Kinos. New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde brach alle Rekorde und spielte am ersten Tag bereits 72,7 Millionen Dollar ein.

Insgesamt wurden an diesem Wochenende in den amerikanischen Kinos nach Studioschätzungen 140,7 Millionen Dollar eingenommen.

Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen, der erste Teil der erfolgreichen vierteiligen Saga, erzielte im letzten Jahr am Premierenwochenende vergleichsweise nur 70 Millionen Dollar Umsatz.

Heute lief in vielen deutschen Städten ein Double-Feature der beiden Teile. Die Fans hatten somit die Gelegenheit New Moon auch hierzulande zu sehen. Der offizielle Filmstart ist am 26.11., also nächsten Donnerstag. Alle, die heute schon den Film gesehen haben, sind total begeistert. Nachfolgend einige Kommentare zu New Moon:

Ich liebe NEW MOON
Der Film ist wirklich super. Obwohl mir das Ende etwas zu abrupt ist. Ich bin ganz erschrocken, als ich merkte, dass der Film vorbei war. Ich bin richtig in meine Biss-Welt versunken. Meine Freundin hat sich köstlich über meinen überraschten Gesichtsausdruck amüsiert.
Manches hätte vielleicht ausführlicher sein können, aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem Film. Ich werde ihn mir auf jeden Fall in den nächsten Tagen nochmal anschauen.
🙂

Der Film ist so gut! Ich bin auch recht sprachlos – er ist witzig, ergreifend, traurig, actionreich und am Ende einfach nur unfassbar. Wie kann man nur so aufhören! Das ist ja echt fies! Jetzt bleibt nur noch eines, am Donnerstag gleich nochmal rein.

Ich habe heute New Moon gesehen und ich finde keine Worte! Wie kann man so einen Film machen? Wie kann man mich zum absoluten Heulen bringen?

Das Doubble-Feature hat sich definitiv gelohnt. Jetzt warte ich ganz gespannt auf Teil 3.

Der Film ist super witzig und auch voll traurig, ich habe sogar geweint. Naja, aber ich sag nur eines, lasst euch das nicht entgehen! Beim Kampf der Werwölfe habe ich voll erschreckt.

Der Film ist näher am Buch dran als beim 1. Teil Twilight.

Das Ende des Films hätten sie ein bisschen länger machen können. Der Heiratsantrag hätte etwas gefühlvoller sein können, aber alles andere ist einfach perfekt!

Ich komme gerade direkt aus dem Kino und bin begeistert!
Die ganzen Handlungen sind sehr nahe am Buch, außer ein paar Kleinigkeiten, die einem Biss-Fan natürlich sofort auffallen. Aber es lohnt sich wirklich!
Meiner Meinung nach ist das Abstimmen und der Heiratsantrag zu kurz gekommen, aber naja, vielleicht sieht man auf der DVD später mehr.

Black Dagger Ladies Online – Schwarze Orchideen [Kapitel 1]

Black Dagger Ladies Online

Schwarze Orchideen
Kapitel 1

Angie saß am Strand und beobachtete den Sonnenuntergang.

„Menno, ist das langweilig hier geworden – immer das Gleiche. Die Agentur ist ein Reinfall, die Jungs haben es nicht mehr so drauf, und die Schwestern wollen endlich was von der Welt sehen. Tja,wat nu? Okay, Mädels – die Beautycases geschnappt, den Jungs schnell „tschüss“ gesagt und ab zum Hafen. Das Kreuzfahrtschiff, das da vor Anker liegt, sieht traumhaft aus und bringt uns bestimmt auf andere Gedanken“, dachte sich Angie und machte sich gleich daran ihren Plan in die Tat umzusetzen.

Als alle Schwestern vollzählig an Bord der MS Seraphim versammelt waren und wir schon einige Begrüßungscocktails gekippt hatten, wurde die Stimmung  immer lockerer. Abenteuerlust und Neugierde machten sich breit. Wohin ging die Reise? Was werden wir wohl alles sehen und erleben und wer wird seekrank oder geht über Bord ?
Da betrat Käpitän Bones das Deck. Im Schlepptau hatte er sechs hünenhafte,  unheimlich aussehende Kerle im Matrosenlook. Aufmerksam musterten sie uns mit unseren übergroßen Gepäckstücken. Kapitän Bones begrüßte uns galant mit einem angedeuteten Handkuss und wünschte uns eine angenehme Reise durch die Karibik und eine vergnügliche Zeit an Bord. „Jungs, helft den Ladies mal mit ihrem Gepäck!“ sagte er in Richtung seiner hinter ihm wartenden Männer.
„Meine Damen, ich möchte Sie bitten, heute Abend mit mir an an meinem Tisch zu dinieren“, sagte Bones lächelnd zu uns und entblößte dabei ein Reihe strahlend weißer Zähne. Ein leichtes Beben ging durch meinen Körper, selten war mir ein Mann mit einer derartigen Ausstrahlung begegnet. Ein Blick auf Kerstin und Lucy bestätigte meine eigenen Gefühle, auch sie konnten sich seinem Reiz kaum entziehen. Gebannt starrten sie ihn an. „Vielen Dank für die Einladung“, stotterte Kate, die jüngste aus unserer Truppe. Kate trug ein schulterfreies gelbes Sommerkleid, das ihre sonnengebräunte  Haut vorteilhaft zur Geltung brachte. Auch die anderen hatten sich in Schale geworfen.
„Angie“, hörte ich Doc sagen, „träumst du jetzt weiter, oder kommst du mit, unsere Kabine ansehen?“ „Natürlich träume ich, das muss einfach ein Traum sein – und weckt mich bloß nicht auf!“, flüsterte ich und betrachtete misstrauisch den Inhalt meines fast leeren Cocktailglases.

Seite 2

Rosa? Okay, ein bisschen zu süß, aber es schmeckt nach mehr. Ich will auch nicht wirklich wissen, was da alles zusammengemixt wurde. „Mmh, guckt euch doch mal die Mannschaft genauer an, aber unauffällig.
Alle sind fast 2 Meter groß, sehr gut aussehend und mit einem Körperbau, der an Michelangelos David erinnert. Der Kapitän hat Ähnlichkeit mit diesem Schauspieler, ihr wisst schon, dieser Jackman! Und der erste Offizier, der sich als Jean de Castelle vorgestellt hat, muss wohl einer der Älteren in der Mannschaft sein. Ein Franzose. Aber die grauen Haare und seine braunen Augen erinnern mich stark an George Clooney“,  raunte ich meinen Schwestern zu, als wir uns langsam und vorsichtig, auf unseren High-Heels balancierend, über das  Deck zu unserer Kabine aufmachten.
Die Offiziere und Kapitän Bones ließen es sich nicht nehmen, uns zu begleiten.
Da ich ja nun mal solche Schuhe sonst nie trage, kam es wie es kommen musste - ich strauchelte. Bevor ich lang auf`s Gesicht schlagen konnte, griff ich nach dem Nächstbesten, was in meiner Nähe war und da war glücklicherweise Offizier de Castelle, der mich mit ausgezeichneten Reflexen sanft auffing und mir ganz gentlemanlike seinen Arm anbot.
Hinter mir ging Doc in Begleitung eines Offiziers, der ein Zwilling von unserem „Wodkagott“ hätte sein können. Sein Namensschild wies ihn als Bowen McRieve aus. „Oh mein Gott, Angie, ich glaube ich habe ein Déjà-vu!“, flüsterte Doc mir ins Ohr. Gefolgt von den Schwestern Kerstin, Lilli, Lucy und Kate, ebenfalls flankiert von einem Crew-Mitglied, betraten wir das Schiff durch den wundervollen Eingangsbereich, dessen Decke eine herrliche Glaskuppel zierte. Hinter der holzgetäfelten Rezeption lächelte uns ein gut aussehender brasilianischer Angestellter im Anzug freundlich entgegen: „Hola Señoritas, mein Name ist Tiago! Falls ihr etwas braucht, scheut euch nicht mich anzusprechen. Ansonsten liegen die Kabinen der Mannschaft rein zufällig direkt den euren gegenüber.“
Damit händigte er uns allen eine Schlüsselkarte für unsere Kabinen aus.
„Dr. Whitcomb, Ihre Kabine wird Ihnen sicherlich gefallen. Sie ist mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet und verfügt über einen Balkon und einen Whirlpool. Falls Sie Orientierungsprobleme haben, fragen Sie den Concierge einfach nach Bowen, er gibt mir dann Bescheid und ich stehe jederzeit zu Ihrer Verfügung“, sagte Bowen augenzwinkernd mit schmeichlerische Stimme zu Doc. Ich konnte sehen, dass Doc sichtlich beeindruckt von ihrem Begleiter war. Das fängt ja gut an, dachte ich mir und hörte wie sie ihm antwortete: „Ach, nennen sie mich ruhig Doc und vielen Dank für das Angebot. Ich werde darauf zurückkommen.“ Insgeheim wusste ich, dass sie sich wünschte, er würde sie mal in ihrer Kabine besuchen. Auch die anderen Schwestern unterhielten sich angeregt und flirteten bereits heftig mit den Crew-Mitgliedern.

Seite 3

Mir fiel auf, dass Kapitän Bones sich auffällig viel Zeit für Kate nahm. Sie zog dieses „Mädchen-braucht-Hilfe-Ding“ ab und tat so, als wenn sie die Tür nicht aufbekommen würde. Also nahm er ihr die Schlüsselkarte aus der Hand und schob sie sanft zur Seite. Ich hörte noch, wie sie sich bei ihm entschuldigte und sagte: „Ich bin immer so ungeschickt mit elektronischen Dingen. Das ist wirklich sehr liebenswürdig von Ihnen. Vielen Dank!“ Kate und ungeschickt mit technischen Sachen? Das war natürlich glatt gelogen, denn wenn sich jemand von uns damit auskennt, dann Kate. Also hatte sie es auf den schönen Kapitän Bones abgesehen. Später erzählte sie mir dann, was sich weiter in der Kabine ereignet hatte. Scheinbar hatte sie schon bei der ersten zufälligen Berührung eine elektronische Ladung abbekommen: „Aua, na Sie sind ja geladen. Das habe ich eigentlich nur bei meinem Auto.“ Er sah sie an, erwiderte aber nichts. Kate betrat die Kabine und schaute sich bewundernd um. Es war alles sehr geschmackvoll und teuer eingerichtet. Das große Doppelbett mit feinster Seide bezogen, die Einrichtung in Kates Lieblingsfarben in hellem Türkis und Creme gehalten, das Badezimmer komplett aus Marmor. Auf dem kleinen Tisch vor dem sonnendurchfluteten Balkon stand eine Flasche Champagner und ein Glas.
Während sie das Zimmer weiter inspizierte, brachte der Kapitän persönlich die Koffer herein. „Na, Miss Kate, wie gefällt Ihnen ihr Zimmer mit Ausblick?“ Sie sah in seine funkelnden Augen und erwiderte, ihren ganzen Mut zusammennehmend: „Wunderbar, es ist wirklich sehr schön hier. Aber wo ist eigentlich das zweite Glas?“ Er runzelte die Stirn und sagte nur: „Ich pflege mit den Gästen nicht in ihren Kabinen zu trinken und im Dienst schon gar nicht!“ Autsch, das hatte gesessen, aber na schön, die Reise fing ja erst an, und er kannte unsere liebe Kate noch nicht.
Sie setzte ihren Schmollmund auf und meinte: „Entschuldigen Sie bitte, ich wollte nicht aufdringlich sein, sondern mich einfach nur nett bei Ihnen bedanken und mich erkenntlich zeigen!“ Und nicht nur mit einem Glas Schampus, dachte sie so bei sich, doch er drehte sich einfach auf dem Absatz um und ließ sie stehen. Wortlos verließ er die Kabine. Dämliches Trampeltier, dachte sie noch, als sie unsere kichernden und schnatternden Stimmen auf dem Flur hörte. „Was war denn los?“, fragte ich sie, als sie sich uns anschloss. Ich bemerkte gleich, dass etwas nicht stimmte. „Komm mit, wir gehen zu Kerstin, Kurzbesprechung wegen der Abendgestaltung!“ riefen Lilli und Lucy wie aus einem Mund.
Kerstin hatte schon ausgepackt und so sah sie schon jetzt frisch und erholt aus und war völlig aus dem Häuschen. Ein Leuchten lag auf ihrem Gesicht. Nachdem sie uns erzählte, was sie kurz zuvor erlebt hatte, kannten wir auch den Grund für ihre schöne Ausstrahlung. Sie hatte gerade ihren Traummann gesehen und schwärmte in den höchsten Tönen von ihm: „Stellt euch vor, ich war gerade dabei auszupacken, als es an der Tür klopfte und ein umwerfend athletischer Steward mit Handtüchern und zwei weiteren Kissen vor der Tür stand. Ich stand da und bekam nicht einen Ton heraus. Er schaute mich an und merkte natürlich sofort meine Verlegenheit, denn meine Gesichtsfarbe wechselte gefühlt bestimmt ins Dunkelrot. Na prima, dachte ich mir, wie blöd bin ich eigentlich? Da steht ein Bild von einem Kerl vor deiner Tür und du Doofi kriegst den Mund nicht auf! Ich sage euch, er hat Augen, so was habe ich noch nie gesehen! In einen Blau, in dem man sich total verlieren kann. Alles an ihm ist perfekt. Seine Steward-Uniform passt sich genau seiner Statur an und durch den leichten Stoff seiner Hose kann man jeden Abdruck seiner Muskeln sehen. Und ich meine „jeden Muskel“! Und er hat große Muskeln.“

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Daraufhin brachen wir alle in schallendes Gelächter aus, denn das war wieder mal typisch Kerstin. Wir wussten schon, dass sie den gewissen Blick für spezielle Details besitzt. Aber sie war noch gar nicht fertig mit ihrer Lobeshymne auf diese besondere Ausgabe seiner männlichen Artgenossen, denn durch sein weißes Oberhemd zeichnete sich zu Kerstins Glück auch noch ein Tattoo ab und scheinbar hat er sich auch noch den Schädel glatt rasiert. Igitt, dass ich ja nichts für mich, aber ich weiß natürlich inzwischen längst, wie sehr Kerstin auf diese Glatzen steht.
„Und, hat sich der kleine Bruder von Supermann auch vorgestellt?“, fragte ich Kerstin, die immer noch sehr verträumt mit den Fingern an ihrem Collier spielte. „Ja“, sagte sie und blickte kurz in die Runde, „er sagte sein Name sei Wiesel, Tim Wiesel.“ Ja klar! Wenn ich mir die Kerstin so ansehe, wäre wohl Schnitte, Sahneschnitte passender gewesen. Oder einfach Vin Diesel, ihr großer Schwarm. Fairerhalber muss ich zugeben, dass der erste Offizier Jean Irgendwas auch einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Gut, dass ich seit kurzem Kontaktlinsen trage und die Klimaanlage auf diesem Schiff hervorragend funktioniert, sonst wären meine Brillengläser garantiert sofort beschlagen gewesen. Doch genug von der Schwärmerei, jetzt gilt es ernstere Sachen zu besprechen. „Hallo Mädels“, rief ich und klatschte kurz in die Hände um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, „ist euch eigentlich aufgefallen, dass wir die einzigen Frauen an Bord sind? Und die komplette Besatzung wie auf Wunsch gebacken aussieht?“ Nachdenklich sahen wir uns an. „Eigentlich haben wir doch unsere Insel erstmal verlassen, um etwas von der Welt zu sehen und ein paar Abenteuer zu erleben. Und von den Männern hatten wir doch vorläufig genug, oder nicht?“ Als ich in ihre Gesichter sah, sagte ich schnell: „Okay, streicht das letzte. Aber trotz der geballten Ladung männlicher Adonisse finde ich es hier etwas unheimlich, so, als ob irgendwas nicht stimmt. Oder sehe ich das nur?“
„Also ich bin eigentlich ganz froh, dass die nicht wie Mickey Rourke aussehen. Aber du hast Recht irgendwas ist hier faul.“ meinte Doc und runzelte die Stirn „Haben Offiziere nicht eher kurze Haare? Und keiner hat etwas darüber gesagt, welches unser erstes Reiseziel ist. Und dass wir direkt so belagert werden, finde ich auch sehr merkwürdig. Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich glaube, ich habe eine Pistole im Hosenbund von Bowen stecken sehen, allerdings hat mich zugegebenermaßen sein Hintern abgelenkt. Wir sollten auf jeden Fall die Augen offen halten und uns vielleicht erstmal hier umsehen.“ Etwas verunsichert beschlossen wir eine kleine Erkundungstour zu unternehmen, und nach einigen gefühlten Kilometern durch die Flure landeten wir auf dem Achterdeck. Dort war ein riesiger Pool und eine Außenbar, der Barkeeper wieder mal ein Traum von einem Mann, er sah aus wie Theo Theodoridis. „Oh, wow, wir kommen wirklich von einem Schnitten-Schlaraffenland in das nächste“, sagte Doc grinsend und schlenderte direkt zur Bar. Als sie mit einem Caipirinha bewaffnet zu uns zurück kam, strahlte sie über das ganze Gesicht. „Schwestern, der Junge heißt Cyrus und trägt nur einen Badeschlüppi, ich glaube, hier werde ich mich oft aufhalten.“
Das Schiff hatte mittlerweile auch schon abgelegt, und Land war nicht mehr in Sicht.

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Wir genossen alle die kühlen Drinks, als uns plötzlich auffiel, dass keiner der Jungs mehr zu sehen war. Hatten sie sich nur diskret zurückgezogen um uns ein wenig Zeit, für was auch immer, zu lassen? Oder was steckte dahinter? Dann fiel Kerstin, die in ein Gespräch mit Lucy und Kate vertieft war, auf, dass Doc, Lilli und ich verschwunden waren. Seltsam, dachte Kerstin, wo konnten sie sein, und wieso habe ich gar nicht bemerkt, dass sie gegangen waren? Also machte sich Kerstin mit Lucy und Kate auf die Suche nach uns. Im geschmackvoll eingerichteten Speisesaal, mit seinen riesigen Kronleuchtern und Marmorsäulen, den kunstvoll dekorierten Tischen und elegant bezogenen Stühlen, suchten sie vergeblich. Langsam waren sie beunruhigt, und als sie noch überlegen, wo sie am besten suchen könnten, sah Kerstin etwas Rotes auf dem Boden liegen. Es war der der Seidenschal, den Doc vorhin noch getragen hatte.
Lilli, Doc und ich drehten uns wie auf Kommando um, als wir die anderen hinter uns unsere Namen rufen hörten. Kerstin hatte den Schal von Doc in der Hand, und sah uns empört an.“Hey, warum habt ihr nicht Bescheid gesagt. Wir haben uns Sorgen um euch gemacht“, rief Kerstin ganz aufgebracht, als sie uns eingeholt hatten. „Wieso denn?“, fragte Doc erstaunt, „wir haben doch dem Man-in-Black-Badeschlüppi, dem Cyrus gesagt, dass wir schon mal in unsere Kabinen gehen, um uns für das Dinner mit dem Kapitän aufzubrezeln, ihr seid ja noch im Pool gewesen. Hat er euch nichts gesagt?“ „Ne, alle Kerle sind verschwunden“, sagte Lucy. Also, so langsam wird die Sache hier aber immer merkwürdiger. Na, vielleicht erfahren wir nachher mehr.
Nachdem wir uns alle in Schale geworfen hatten, ich hatte meine goldfarbenen Riemchensandalen mit den flachen Absätzen an und meine High-Heels ganz hinten in den Schrank verbannt, trafen wir uns pünktlich zur vereinbarten Zeit vor dem Eingang zum Speisesaal. Galant führten uns die Offiziere an den Kapitänstisch. Der Tisch war mit dem feinsten Porzellan für zwölf Personen gedeckt. Der Kapitän bot Kate den Platz an seiner Seite an. Nur neben mir, Kerstin und Lilli war noch ein freier Stuhl. Unaufgefordert wurden uns unsere Lieblingsgetränke eingeschenkt. Rotwein für mich? Verwundert hob ich meine Augenbrauen, woher zum Teufel…? Da stieß mich Doc an. „Guck mal wer da kommt!“, flüsterte sie mir zu. WOW! Ein Bild von einem Mann kam mit geschmeidigem Gang an unseren Tisch und blieb vor Lilli stehen. „Gestatten, mein Name ist Fernando Zoom, ich bin der Schiffsarzt“, stellte sich das Zuckerchen vor und setzte sich neben sie. Lilli konnte kaum ruhig sitzen. Schiffsarzt, dachte ich nur? Der sieht doch aus wie ein Elbe mit den Ohren, wie der Legolas aus Herr… Weiter kam ich nicht, denn in dem Moment setzte sich mein Traum neben mich. Mein Unterkiefer klappte sehr wenig damenhaft nach unten, und ich konnte ihn nur noch anstarren.

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„Weiter atmen“, forderte mich Doc grinsend auf, „das ist doch nur der Zahlmeister“. Nur der Zahlmeister? Das ist mein Robert! Zumindest sah er genauso aus.
Jetzt war nur noch ein Stuhl leer und wie aus dem Nichts tauchte hinter Lucy eine Gestalt auf „Guten Abend die Damen! Mein Name ist Gavin Dandy, und ich bin hier der Fitness-Trainer an Bord.“ Man, man ist das alles abgefahren hier. Er setzte sich auf den letzten freien Platz und Lucy bekam ganz schön große Augen. Kein Wunder der Kerl sah auch aus wie ihr Lieblingsschnittchen. Er bestellte beim Kellner einen Likör 42 und wollte uns zu einem Aerobic-Kurs überreden. Na ja, das Feedback darauf war etwas verhalten, aber Lucy nutzte die Chance und vereinbarte einen Termin zu einem Personal-Training am nächsten Morgen. Dann wurde von Cyrus, der offenkundig nicht nur hinter der Bar, sondern auch als Kellner arbeitete, der erste Gang serviert. Vielleicht war das auch der Grund für sein plötzliches Verschwinden auf dem Deck.
Wir amüsierten uns alle prächtig. Das Essen war ganz vorzüglich, und die Drinks entfalteten langsam ihre Wirkung.Kate rutschte Kapitän Bones bald auf den Schoß, Kerstin himmelte Tim Wiesel an und Lucy lehnte sich gegen Gavin Dandy an der Bar. Doc flirtete heftig mit Offizier Bowen McRieve, der neben ihr saß und  sie sogar an seinem Wodka nippen ließ, und Lilli konnte ihre Augen kaum von unserem Schiffsarzt Dr. Zoom lassen.  Ich sehnte mich innerlich danach von den schönen schlanken Händen meines Tischnachbarn berührt zu werden. Wie gerne hätte ich meine Hände wiederum in seinem vollen Haar vergraben und von seinen sinnlichen Lippen gekostet, als plötzlich ein durchdringender Ton meine Gedanken durchbrach. Was war das? Schiffsalarm? Dann folgte ein lauter Knall. Plötzlich war da nur noch Dunkelheit. Der Kapitän sprach beruhigend auf uns ein: „Meine Damen, bleiben Sie bitte wo sie sind. Ich werde mich sofort darum kümmern. Gleich werden wir wieder Licht haben.“ Er rief seine Männer zusammen. Es war ihnen anzumerken, dass sie diese Situation gar nicht so schrecklich fanden. Ein Feuerzeug glühte auf, und der Steward zündete eine Kerze an. Ein schummriges Licht legte sich auf uns Schwestern und das Inventar. Alles war sehr geisterhaft und unheimlich, selbst die Männer wirkten äußerst bedrohlich. Diese machten sich auf den Weg, um das Problem zu beheben. Als wir wieder alleine waren, bemerkte ich trocken: „Na, das passt ja voll zur Geisterstunde!“
Lilli, die neben mir saß, erschauerte, und als ich sie am Arm berührte, merkte ich, dass ihr die Gänsehaut über den ganzen Körper lief. „Lilli, tut mir Leid, ich wollte dir keine Angst machen.“ „Nein, Angie keine Sorge, du hast mir keine Angst gemacht, du hast mir vielmehr die Augen geöffnet!“ Wir schauten alle ganz verwirrt zu Lilli, was meinte sie nur.
Lilli sah uns alle der Reihe nach an und teilte uns sofort ihre Erkenntnisse mit: „Ich bin eigentlich schon die ganze Zeit am Grübeln. Mädels, irgendetwas ist hier ganz komisch. Erstens, wir sind ganz alleine auf dem Schiff, es sind sonst keine Passagiere an Bord. Zweitens, das Schiff sieht genau so aus, wie wir es uns immer erträumt haben. Alles was wir auf unserem Traumschiff haben wollten, ist vorhanden. Und zwar genauso wie wir es uns, „erträumt“ haben. Drittens, die Kabinen der Mannschaft liegen genau gegenüber von unseren Kabinen, das ist doch nicht normal. Die Mannschaftquartiere liegen immer ganz entfernt von den Kabinen der Gäste. Und das absolut Wichtigste, ist euch nicht aufgefallen, dass die Crew-Mitglieder genau wie unsere absoluten Traummänner aussehen?

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Für Angie ist der Rob und der George da. Für Kerstin der Vin, für Lucy der Gandy, für Kate der Hugh, für Doc der Jason u. der Tiago, und für mich der Orlando. Ich denke, mein Viggo wird mir auch noch über den Weg laufen. Also, ich meine natürlich sind das nicht die Echten, aber sie sehen genauso aus! Mir kommt es so vor, als würde irgendjemand genau unsere Träume kennen! Als ob uns jemand in die Köpfe geschaut hätte!“
Wir sahen alle ganz entgeistert zu Lilli, ja, sie hatte Recht. Es war schon sehr seltsam. Man konnte jeder von uns ansehen, wie es in ihrem Kopf arbeitete. Lucy ergriff nun das Wort: „Ich weiß ja nicht wie es Euch geht, aber mir ist aufgefallen, dass ich, wenn mein Dandy in der Nähe ist, nur an ihn denken kann und an nichts anderes. Es breitet sich in meinem Inneren so eine angenehme Wärme aus, mir wird ganz kribbelig und ich kann die Augen fast nicht von ihm lassen. Alles andere ist mir dann irgendwie vollkommen egal.“
Jede nickte zustimmend mit dem Kopf. Ja, genau so ging es uns allen. In der Gegenwart unserer Traummänner liefen uns angenehme Schauer über den Rücken und wir waren ganz gefangen von ihnen. Kerstin sagte gerade: „Wisst ihr, was mir aufgefallen ist…“ Doch weiter kam sie nicht, denn plötzlich tauchte aus dem Nichts unser Concierge Tiago auf und stand an unserem Tisch. Er sah uns mit einem finsteren Blick an und sagte in einem  barschen Ton: „Darf ich die Ladies zu ihren Kabinen begleiten? Das Problem mit dem Strom wird sich noch etwas in die Länge ziehen. Unser Kapitän wünscht, dass Sie sich in Ihre Kabinen begeben!“
Wir schauten uns alle, etwas geschockt über den Tonfall, an und erhoben uns mit einem mulmigen Gefühl im Magen. Was ist hier nur los? Wo sind wir da nur hingeraten? Widerstrebend folgten wir Tiago zu unseren Kabinen. Auf dem Weg dorthin, konnten wir uns noch Zeichen geben, dass wir uns später in meiner Kabine treffen würden. Hier musste ganz dringend ein „Kriegsrat“ abgehalten werden. Wir mussten uns unbedingt überlegen, was wir als nächstes tun würden, um dem Treiben auf dem Schiff auf den Grund zu gehen.
In meiner Kabine schlüpfte ich ein wenig erschöpft aus meinen Sandalen und genoss barfuß das warme, angenehme Gefühl des edlen Holzfußbodens aus Snakewood. Wie passend, hier an Bord war aber auch gar nichts „normal“. Sogar der Fußboden war aus einem der edelsten und teuersten Holze, die es zu kaufen gibt. Beim Betrachten des wie Schlangenhaut aussehenden Bodens begannen sich auf einmal die Linien zu bewegen, wie tausende von Schlangen. Dann veränderte sich das Bild in eine Sommerwiese, die sanft vom Wind gestreichelt wird. Ich fiel in eine Art Trance, eine sich seltsam friedlich anfühlende Starre. Der Wind streichelte mich, die Sonne wärmte meine Haut und die Luft roch nach Salz, Kokosnuss und ein ganz klein wenig nach Ananas, wie ein Cocktail für die Seele.
Ganz entfernt nahm ich ein zartes Klopfen war, auch leise Rufe drangen an mein Ohr. Mein Geist hatte die Pausetaste gedrückt, fort waren alle Sorgen und Ängste. Aber das Klopfen hörte nicht auf, wurde lauter und lauter, drängender. Das Geräusch schwoll an bis zu einem brüllenden Hämmern. Auf einmal hörte ich auch meinen Namen, immer wieder: „Angie, was ist los? Mach auf?“ Es war, glaube ich, Lucy, die mich wieder an die Oberfläche zurückholte.

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Die Panik und Angst in ihrer Stimme durchbrach die Barriere und löste meine Starre. Mit zittrigen Fingern schob ich den Riegel zurück und öffnete die Tür. Da standen sie, meine lieben Schwestern. Große sorgenvolle Augen schauten mir entgegen und, wie bei uns üblich, fingen alle gleichzeitig zu reden: „Angie, was war denn los? Wir hatten große Angst um Dich, wir dachten, Du hättest Dir den Kopf gestoßen und liegst im Koma oder sonst was.“ Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass sie mich bewusstlos auf dem Boden gefunden hätten. „Ne, Mädels, nun macht mal halblang, mir geht es gut. Hab nur ein wenig vor mich hin geträumt.“ Ob sie mir das wohl abkaufen würden? Doc, die sehr aufmerksam zuhörte und ruhiger als gewöhnlich war, sah man ihre Zweifel an. Ok, an meiner Überzeugungskraft musste ich noch arbeiten. Um meinen peinlichen Aussetzer zu überspielen, forderte ich alle auf sich einen Platz zu suchen, wir musste endlich mit unserem „Kriegsrat“ beginnen. Das Licht ging immer noch nicht, also tapsten wir und im Dunkeln durch die Kabine, erhellt nur von dem Mondlicht, das inzwischen durch die geöffnete Balkontür fiel. Die Stimmung war gedrückt, keine meiner Schwestern traute sich etwas zu sagen. Na dann, dachte ich mir, machst du halt den Anfang. Leider kam ich nicht mehr dazu, denn ein Schuss, ganz unzweifelhaft ein Schuss, zerriss die Stille. Und auf einmal war die Hölle los.
Tumultartiger Lärm erfüllte den Gang vor der Kabine, unverständliche Kommandos wurden hin und her gebrüllt. Kerstin und Doc standen sofort rechts und links neben der Tür mit dem Rücken an die Wand gepresst, bereit jeden platt zu machen, der es auch nur versuchen würde, seinen großen Zeh über die Schwelle zu heben. Lilli, Kate und Lucy sicherten die Fenster und ich blieb mitten im Raum mit gespreizten Beinen stehen, in jeder Hand eines meiner Wurfmesser, die ich immer am Körper trage. Ich fixierte die Tür mit meinem Blick. Alle waren hochkonzentriert. Wir „Sixpack“ waren ein eingespieltes Team, geschult und trainiert von der Besten, unserer Chefin „Sweetlife“, die nicht mitkommen konnte,weil sie in München bei unserem Waffenschmied „Wishes“ die neuen Wurfsterne testen sollte. Schweren Herzens ist sie einsam zurückgeblieben. Draußen wurde es ruhiger und plötzlich war es totenstill.
Da ging das Licht wieder an und im gleichen Moment klopfte es an der Tür. „Meine Damen, es ist alles wieder in Ordnung. Wir hatten nur eine kleine Verpuffung im Maschinenraum. Alles ist wieder unter Kontrolle, und ich hoffe, dass sie nach dieser Aufregung ruhig schlafen können. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Nacht“, sagte der Kapitän und entfernte sich wieder.

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„Ja sicher, alles in Butter“, meinte Kerstin spöttisch, nachdem die Anspannung von uns gewichen war. Wir sahen uns mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Tja“, meinte Kate, „vielleicht sollten wir wirklich schlafen gehen, dieser Tag war aufregend genug. Aber morgen wird das Schiff auf links gedreht!“ Als die anderen in ihren Kabinen verschwunden waren, verstaute ich meine Messer samt Spezialgürtel im Schrank. Doc blieb noch auf eine Zigarette. Ich verzog mich schnell ins Bad, um mich bettfertig zu machen.
Mist, der Verschluss meiner Kette hatte sich mal wieder in meinen Haaren verheddert. Schnell schlüpfte ich in der flauschigen Bademantel und lief mit gesenktem Kopf in den Wohnbereich, wo ich Doc noch vermutete. „Kannste mal bitte…“ weiter kam ich nicht. Eine männliche muskulöse Brust bremste mich aus. Zwei starke Hände hielten mich an den Schultern, sonst wäre ich auf den Boden geknallt. Mein Blick fiel auf das Namensschild an der Brusttasche. „Norbert Petersen, Zahlmeister“. „Oh“, konnte ich nur hauchen. „Darf ich?“ fragte er mit tiefer Stimme, öffnete den Verschluss und ließ die Kette einfach auf den Boden fallen. Ein schwacher Geruch von After Shave umwehte ihn. Mit geschlossenen Augen atmete ich tief ein. Da war noch ein anderer Duft, nach Rosmarin und Thymian und…Moment, dieses Aroma hatte ich doch vorhin schon mal in der Nase. Verwirrt sah ich ihm in die Augen. Das war ein Fehler, denn diese tiefblauen Augen, in denen es so seltsam funkelte, zogen mich augenblicklich in ihren Bann. Meine Hände hoben sich wie von selbst und meine Fingerspitzen strichen vorsichtig über seine Wangen. Er lächelte mich seltsam und unwiderstehlich an. Mit seinem Daumen hob er leicht mein Kinn und presste seine überraschend weichen Lippen auf meinen Mund. Mein Verstand schaltete einen Gang runter.
Stunden später wurde ich vom Sonnenlicht geweckt. Schlaftrunken griff ich neben mich. Doch da war niemand. Ich fuhr senkrecht hoch, ein leichter Schwindel ließ mich wanken. Erinnerungsfetzen schossen durch meinen Kopf…da waren glühende Augen, kräftige Hände, sinnliche Lippen, Haut auf Haut, ein Tattoo auf seiner linken Brust…Ein Tattoo? Moment mal! Vor meinem geistigen Auge sah ich eine schwarze Orchidee genau unter seinem Herzen. Ich sprang aus dem Bett, zog mir im Laufen den Bademantel an und stürmte ins Wohnzimmer. Da saßen schon meine Schwestern, auch im Bademantel und mit demselben verwirrten Gesichtsausdruck wie ich. „Ups“, sagte Lilli, „was war das denn für eine Nacht?“ Nur Doc fehlte noch.
„Setz dich Angie und trink erstmal was, wir waren so frei und haben schon mal Frühstück für alle hierher bestellt“, forderte mich Lucy auf. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Ich setzte mich auf einen gemütlichen Sessel gegenüber von den anderen und goss mir erstmal einen köstlich duftenden Kaffee ein. Dann schnappte ich mir ein noch warmes Croissant, biss hinein und kaute gedankenverloren. Was für eine Nacht! In dem Moment ging die Tür auf, und Doc schlurfte mit total abwesendem Gesichtsausdruck und offenem Kimono ins Zimmer.

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Darunter trug sie nur ein Top und einen Schlüppi, ihre weiß-blonden  Haare standen weit ab und hätten mit einem Heuhaufen Konkurrenz machen können. Sie setzte sich zu mir auf die Sessellehne und gähnte herzhaft. Lilli drückte ihr einen Kaffee in die Hand und musterte sie eingehend. Doc beugte sich nach vorne um sich einen Schokomuffin zu nehmen, da fiel etwas aus ihrem Ausschnitt mitten in ihre Kaffeetasse. „Ups“, meinte sie lapidar und fischte etwas Rundes und Flaches aus ihrer Tasse. Ich schnappte dieses Etwas aus ihrer Hand, um es mir genauer anzusehen. Bei Merlins Bart, das war ein 500 $ Roulette-Jeton. „Doc, mein Hase, sag mal hast du so was immer nachts zwischen den Hündchen?“ Doc lächelte verträumt. „Hm, tja, gestern Abend habe ich ja noch eine Zigarette hier im Salon geraucht, aber irgendwie war ich noch so aufgedreht. Und da Angie sich ja schon ins Bad verkrümelt hatte, habe ich mir überlegt Kerstin zu besuchen. In Kerstins Kabine hatte ich noch Musik gehört und deshalb an ihre Tür geklopft. Sie war auch noch total fit und so dachten wir uns, wir könnten ja mal checken, ob noch was los ist irgendwo auf dem Schiff. Eigentlich wollten wir zur Poolbar, aber die war schon geschlossen. Also sind wir dem Wegweiser zum Casino gefolgt, und das hatte noch offen. Wir also da rein. Wow, Schwestern, was für ein Casino, gerade so wie in Las Veags. Überall hängen Kronleuchter, es funkelt und glitzert überall, dort gibt es alles was ein Spielerherz begehrt. Blackjack- und Pokertische, einarmige Banditen und natürlich mein geliebtes Roulette. Viel los war dort aber nicht, alle Tische hatten schon geschlossen. Naja, wir sind dann natürlich erstmal zur Bar, da hatte auch wieder Cyrus Dienst. An der Theke saßen doch tatsächlich Bowen und Tim.“
Doc nippte an ihrem Kaffee und blickte vielsagend in die Runde. „Was für ein Zufall, ausgerechnet die beiden“, warf Kate ironisch ein. „Na ja, irgendwie waren die beiden schon überrascht, als wir zwei dort aufgetaucht sind. Anfangs schienen sie auch nicht gerade erfreut zu sein uns zu sehen. Bowen meinte, wir wären doch angewiesen worden in den Kabinen zu bleiben. Allerdings hat er eher besorgt gewirkt, aber dann hat er lächelnd gefragt, ob wir nicht noch Lust auf eine Runde Roulette hätten. Er hat Kerstin und mir ein paar Jetons in die Hand gedrückt und Cyrus hat den Croupier gemimt. Nach dem vierten Caipirinha war dann alles irgendwie verschwommen. Ich glaube, Tim und Bowen haben uns gnadenlos abgezockt. Als wir alles verspielt hatten, haben die beiden ausdrücklich darauf bestanden uns zurückzubringen. Allerdings haben wir Kerstin und Tim unterwegs irgendwie abgehängt. Bowen ist noch auf einen Absacker mit in mein Schlafzimmer, er hat uns zwei Wodka eingeschenkt, und wir haben Brüderschaft getrunken. Dann hat er mich geküsst. Es war einfach Wahnsinn – seine Lippen haben irgendwie leicht nach Zimt geschmeckt. Stellt euch vor, er hat auch ein wunderschönes Tattoo auf seiner Brust. Als ich eben wach wurde, war ich mir zuerst gar nicht sicher, ob ich das ALLES nur geträumt habe.“ Ist das zu fassen, da wurde unsere Doc doch tatsächlich rot. „Kerstin, wo seid ihr eigentlich abgeblieben? Ihr seid doch mit uns aus dem Casino raus“, meinte Doc in Kerstins Richtung gewandt.

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Kerstin fuhr sich nervös durch ihre Haare und versuchte ein Lächeln. Dies ging gründlich daneben, da ihr Kopf noch immer Roulette mit ihr spielte. Sie versuchte, sich die letzte Nacht ins Gedächtnis zurückzurufen.
„Tja, naja,“ stotterte sie, „wir waren auf dem Oberdeck im Swimmingpool und sind ein bisschen geschwommen. Es war so heiß und da mussten wir uns halt abkühlen!“
Ich dachte noch, ja ja von wegen „es“ war so heiß. „Und was noch? Ihr seid doch nicht nur baden gegangen, oder?“
Kerstin wurde rot wie eine Tomate und sah Angie verlegen an. „Wir haben über alles Mögliche geredet. Eigentlich wollte ich ihn ein bisschen aushorchen, aber er hat es immer wieder geschafft abzulenken. Allerdings war ich auch nicht mehr ganz nüchtern, schließlich hatte ich schon ein paar Drinks“, verteidigte sich Kerstin.
Sie schwärmte noch weiter in den höchsten Tönen von ihrer aufregenden Nacht. „Das Wasser war so angenehm prickelnd auf der Haut, Blubberblasen, warm und sanft umspülten meinen Körper. Tim und ich zogen ein paar Runden und tauchten bis auf den Grund. Auf dem Grund des Pools  habe ich ein wunderbares Mosaik gesehen, eine schwarze Orchidee. Danach habe ich mich auf eine der Pool-Liegen gelegt, und Tim hat mir ein Badehandtuch und etwas zu trinken gebracht. Er war so liebenswürdig und aufmerksam“, schwärmte Kerstin uns vor. Völlig abwesend in ihren Gedanken versunken schwieg Kerstin plötzlich. „Und“, riefen alle fast gleichzeitig erwartungsvoll, „was geschah dann?“ „Dann hat er sich neben mich gelegt und mir ins Ohr geflüstert, ob ich etwas dagegen hätte, wenn er mich massieren würde, meine Schultern würden so verspannt aussehen“, erzählte Kerstin weiter und genoss dabei unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit.
Sie schwärmte von Tim Wiesels schönen Händen und wie er diese auf ihren Schultern effizient einsetzte, von seinem braungebrannten, durchtrainierten Körper, der auf sie unwiderstehlich wirkte.  Mit einem verklärten Gesichtsausdruck legte sie sich die Finger auf den Mund. „Aha, sie hat sich verliebt!“ stellten die anwesenden Schwestern einstimmig fest.
„Moment mal!“, in meinem Kopf begann es zu arbeiten. Kate hatte wohl genau den gleichen Gedanken und platzte heraus: „Hat Tim auch so ein Tattoo über seinem Herzen?“
„Ja, warum?“ entgegnete Kerstin. Jetzt wurden die anderen auch munter. Alle brabbelten aufgeregt durcheinander. Ich erhob die Stimme: „R U H E, das ist ja schlimmer, als im Hühnerstall hier!“

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Entrüstet schüttelte ich den Kopf und sah sie vorwurfsvoll an.  Lucy sprach aus, was alle sich schon insgeheim fragten: „Leute, das ist irgendwie unheimlich. Sind wir hier unter die Mädchenhändler geraten, oder haben wir es hier mit Waffenschmugglern zu tun? Warum tragen sie alle ein Tattoo über dem Herzen?“ Wir mussten dieser Sache endlich auf den Grund gehen. Es sprach niemand aus, aber alle dachten das Gleiche: „Was geht hier vor?“
Mädchenhändler, Waffenschmuggler oder waren wir hier vielleicht bei einem Geheimbund gelandet? Alle Mädels schauten sich fragend an. Nun gut, befand ich, da unsere Kate sich ja so ausgezeichnet mit Kaptain Bones versteht, oder zumindest auf dem besten Weg dahin ist, wäre es gut, wenn sie vorsichtig versucht an Informationen zu kommen. Lucy hatte zwar leichte Bedenken, ob Kate dem Stress gewachsen sein würde, aber da sie ja genauso wie wir anderen „Sixpacks“ ein hartes und intensives Training durchlaufen hatte, waren sich dann doch alle sicher, dass sie es schaffen würde. Schließlich konnte sie ihr weiblichen Reize einsetzen, davon hatte unsere Kate mehr als genug. Zwei sehr überzeugende Reize! Nachdem wir uns alle in unseren luxuriösen Badezimmern frisch gemacht hatten, überlegten wir uns, wie wir am unauffälligsten auf Erkundungstour gehen konnten. Lilli meinte, wir sollten in Zweiergruppen gehen. Das sei nicht so auffällig und schließlich würden vier Augen mehr sehen als zwei. Kerstin schnappte sich sofort unsere Doc. Sie wollten nochmal zum Casino zurück. Irgendwie hatten beide das Gefühl, dort etwas übersehen zu haben. Ich wollte gucken, wie nah ich an Norbert heran käme, und Kate sollte ihr Glück beim Kapitän versuchen. Lucy und Lilli hatten den Auftrag mit Sweetlife Kontakt aufzunehmen, um sie über die wichtigen Vorfälle zu informieren. Vielleicht konnte Sweetlife ja an Informationen über das Schiff und den Eigentümer kommen. Nach einiger Zeit trudelten alle wieder in meiner Suite ein. Lucy und Lilli warteten dort schon auf uns. „Was ist geschehen?“ wollten sie wissen.
Leider konnten wir Lilli und Lucy nicht viel Neues berichten. Kerstin u. Doc fanden das Casino leer vor. Ich konnte Norbert auch nirgends ausfindig machen, obwohl ich das halbe Schiff nach ihm abgesucht hatte.
Außer Tiago war von unserer Besatzung keiner zu sehen. Man hatte den Eindruck, dass wir auf einem Geisterschiff gelandet sind, das mit Autopilot irgendwohin schipperte.
Als wir dann Kate fragten, ob sie denn wenigstens bei Kapitän Bones Glück hatte, lief sie knallrot an und bekam Schweißausbrüche. Sie stotterte erst etwas Unverständliches vor sich hin und dann sagte sie mit einem sehr schuldbewussten Blick: „So wie es einigen von Euch gestern Nacht ergangen ist, so ging es mir vorhin mit Kapitän Bones. Ich suchte Ihn in seiner Kabine auf und bevor ich noch irgendetwas sagen konnte, meinte er, endlich sei ich zu ihm gekommen. Er zog mich an sich und gab mir einen leidenschaftlichen Kuss und dann war mein Gehirn wie leergeblasen.  Ich habe auf ganzer Linie versagt! Aber seid mir bitte nicht böse, eigentlich tut es mir gar nicht leid, denn ich habe gerade die atemberaubendsten Stunden meines Lebens verbracht. †œ Kate lächelte selig vor sich hin und verzog sich auf eines der Diwans, die zahlreich in dem großen Salon herum standen.
Ich schaute etwas niedergeschlagen zu Lilli und Lucy: „Hattet wenigsten ihr Glück mit Sweetlife?†œ
Lilli und Lucy grinsten zufrieden und Lucy meinte: „Jap. Wir konnten was erreichen! Also Sweetlife konnte, über verschiedene Scheinfirmen, den Eigentümer des Schiffes ausfindig machen. Es gehört einem Milliardär Namens „ Duncan Thorbe†œ. Der Mann hat in unzähligen Geschäften seine Finger und sein Geld drin. Aber anscheinend ist er sauber und über jeden Zweifel erhaben. Er stammt aus einer uralten Aristokratenfamilie. Und dabei ist Sweetlife auf den absoluten Hammer gestoßen!

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Im ursprünglichen Familienwappen der Familie Thorbe befindet sich etwas versteckt, haltet Euch fest, eine „Schwarze Orchidee†œ! Außerdem wird die Familie Thorbe mit einem alten Geheimbund, der sich der Verfolgung von Straftaten verschrieben hat, in Verbindung gebracht. Dieser Geheimbund hat sich anscheinend im Mittelalter gegründet um schwere Verbrechen, die von der damaligen Justiz nicht verfolgt wurden, aufzuklären und zu sühnen. Mehrere Vorfahren von Duncan waren in diesem Geheimbund involviert und es ist nicht ganz klar, ob sich dieser Bund aufgelöst hat oder immer noch besteht. Sweetlife will weiter am Ball bleiben und uns sofort informieren, wenn sie was Neues erfährt.†œ
Wir starrten alle mit offenem Mund zu Lucy und Lilli rüber. Geheimbund, Milliardär, Schwarze Orchidee, was war hier nur los? „Anscheinend sind wir ja bei den Guten gelandet, aber warum wird dann so einen Affentheater mit uns veranstaltet?†œ fragte ich in die Runde, nachdem ich das Alles etwas verarbeitet hatte. „ Ja, die Tatoos über dem Herzen, lassen darauf schließen, dass unsere Jungs zu dem Geheimbund gehören. Aber gehören sie deshalb auch zu den Guten?†œ merkte Doc an. „Anscheinend wissen die über unseren „Sixpack†œ Bescheid. Aber was wollen Die eigentlich von uns? Wollen Sie, dass wir ihnen helfen? Dann hätten sie doch normal Kontakt zu uns aufnehmen können. „
Die Diskussion war im vollen Gang, als Lilli plötzlich aufstand, ganz grün im Gesicht und mit kaltem Schweiß bedeckt. Sie rief noch ein: „Ich muss mal raus!†œ und war schon aus der Tür, Richtung Oberdeck verschwunden.
Wir schauten uns an und Lucy zerstreute unsere Sorge: „ Sicher wieder ein kleiner Anfall von Seekrankheit, hatte sie jetzt schon ein paar Mal. Sie braucht nur ein bisschen frische Seeluft, dann kommt sie schon wieder zurück.†œ Wir nickten uns zu und waren sofort wieder in unserem Gespräch vertieft, was diese neuen Erkenntnisse zu bedeuten hatten.
Nachdem wir längere Zeit hitzig miteinander debattiert hatten und eigentlich nicht viel schlauer als vorher waren, fiel mir auf, dass Lilli immer noch nicht zurück war. In mir keimte Sorge auf und ich sagte zu den Mädels, dass ich mal kurz nach Lilli sehen wollte. Ich verließ unseren Kriegsrat und machte mich auf den Weg zum Oberdeck. Wie schon vorher, schien das Schiff total ausgestorben zu sein. Keine Menschenseele war zu sehen, bis ich das Oberdeck erreichte.

Lilli löste sich abrupt von Fernando, stieß ihn, nicht gerade sanft, ein Stück zurück und zischte, zwischen ihren zusammengebissenen Zähnen, ein: „Nicht mit mir!“, hervor. Fernando erstarrte, schaute sichtlich verwirrt Lilli an. Diese atmete schwer und kämpfte darum wieder ihre Selbstbeherrschung zu erlangen. Ich konnte ihr ansehen, dass sie am liebsten wieder in seine Arme geflogen wäre um da weiterzumachen, wo sie ihn unterbrochen hatte. Da fiel ihr Blick auf mich und ich nickte ihr nur aufmunternd zu. Das hatte Lilli anscheinend gebraucht. Sie schaute wieder zu Fernando und ließ ihren Blick keck, von seinem Gesicht über die nackte, wohlgeformte Brust weiter nach unten gleiten. Sie setzte ein laszives Lächeln auf und sagte mit zuckersüßem Tonfall: „Ich muss Dich und deinen großen Bruder leider enttäuschen. Diese Masche zieht nicht bei mir. Ich möchte, dass du jetzt sofort zu Kapitän Bones gehst und ihm sagst, dass wir wissen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

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Wir möchten auf der Stelle erfahren, was hier gespielt wird, und welche Rolle Ihr uns in diesem Spiel zugedacht habt. Anscheinend wisst Ihr ja über uns und unsere Qualitäten Bescheid. Also, bitte teile dem Kapitän mit, dass wir einen sofortige Unterredung mit ihm und der Crew verlangen.!“
Fernando schaute Lilli sehr lange in die tiefblauen Augen, dann nickte er knapp mit dem Kopf, drehte sich auf dem Absatz herum und verschwand eilig in Richtung Brücke.
Lilli kam auf mich zu gerannt, fiel mir in die Arme und flüsterte erleichtert an meinem Ohr: “ Danke Angie, du warst meine Rettung!“
Schnell machten wir uns auf den Weg zurück zu unserer Kabine, in der Hoffnung, dass unsere Schwestern dort noch auf uns warteten und sich nicht auf die Suche nach uns gemacht hatten. Als wir in den Salon traten, waren sie aber noch total in ihre Debatte über die möglichen Absichten unserer Schiffscrew vertieft. Lucy schaute als Erste auf und meinte ganz erstaunt: „Ihr wart aber lange weg!“
„Anscheinend haben wir Euch aber gar nicht gefehlt“,  antwortete Lilli ihr umgehend. Wir erzählten ihnen natürlich sofort, was sich gerade auf dem Oberdeck abgespielt hatte. Das ein oder andere Detail von Lillis amourösen Zwischenspiel ließen wir natürlich unter den Tisch fallen. Die Hauptsache war ja auch, dass Lilli es anscheinend geschafft hatte, dass wir endlich einmal Antworten bekamen. Wir waren mit unserer Schilderung gerade zu Ende, als Tiago an die Tür klopfte und ohne groß zu warten, eintrat. „Señoritas , würdet ihr mir bitte folgen, der Kapitän möchte mit euch sprechen!“

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Fortsetzung Black Dagger Ladies Online – Red Dragon – Kapitel 2 hier!!!

München: Neues Literaturfestival kommt 2010 mit Ilja Trojanow

Obwohl alle CSU-Stadträte einstimmig gegen das geplante Literaturfestival in München gestimmt haben, hat der Kulturausschuss in der gestrigen Sitzung aufgrund der Mehrheitsverhältnisse zugestimmt.

München bekommt also im nächsten Jahr ein Literaturfestival!

Der vielfach ausgezeichnete 44-jährige Schriftsteller Ilja Trojanow übernimmt als Kurator die Konzeption. Trojanow studierte von 1985 bis 1989 an der Maximilians-Universität München Rechtswissenschaften und Ethnologie. Er sammelte erste Erfahrungen mit der Organisation eine Literaturfestivals in Berlin. Dort kuratierte er im April 2008 das Literaturfestival „RE ASIA – Avatar. Asiens Erzähler“ im Berliner Haus der Kulturen der Welt.

CSU-Stadträtin Ursula Sabathil kritisierte, dass weder die Personalie Ilja Trojanow noch das genaue Procedere mit ihnen abgesprochen worden sei. Außerdem sei das Literaturfestival ohne Etatausweitung kaum zu realisieren.

Laut der Süddeutschen Zeitung reagierte Kulturreferent Hans-Georg Küppers gestern verärgert über die Ablehnung der CSU, die behauptet hatte, dass man sie finanziell über „den Tisch ziehen“ wolle. Erklärte sich dann aber doch bereit, dem Ausschuss in einiger Zeit über die weitere Arbeit an dem neuen Festival zu berichten. Er sei „glücklich und froh“, dass man in Trojanow einen „Top-Mann“ gewonnen habe.

Nachtrag vom 26.10.2010

Mittlerweile liegt das komplette Programm für das Literaturfest München vor. Leider gibt es keinen gemeinsamen Veranstaltungskalender. Die einzelnen Veranstaltungen können auf den jeweiligen Internetseiten gebucht werden.

Münchner Bücherschau

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Literaturhaus München

Quelle: Süddeutsche Zeitung