Lesung mit Ruth Maria Kubitschek aus Im Fluss des Lebens in der Pasinger Fabrik

Die Liebe stört das Alter nicht. Ein Roman voller Weisheit über das Leben, den Tod und die Chance, neu anzufangen.

Am Dienstag, den 30.09., um 20 Uhr, liest Ruth Maria Kubitschek in München in der Pasinger Fabrik aus ihrem neuen Buch Im Fluss des Lebens.

„Im Fluss es Lebens zu sein, heißt, sich nicht gegen das Leben zu stellen, sondern jeden Moment, wie auch immer er sich zeigt, anzunehmen.†œ

Agnes Berg ist Schriftstellerin und bekommt einen Preis für ihren letzten Roman, in dem sie einfühlsam über das Leben und das Sterben geschrieben hat. Dann geschieht das Unfassbare: Durch einen tragischen Unfall verliert sie selbst, die Menschen, die ihr am nächsten sind.
Ihre theoretischen Vorstellungen kommen ins Schleudern angesichts der Schwere des Schicksals, das sie trifft. Sie erfährt, dass das Wichtigste im Leben Freunde sind, die die Not mit ihr teilen und sie auffangen. Durch ihre tiefe Trauer öffnet sie sich wieder ihrer Weiblichkeit, die sie verleugnet hatte. „Wir Frauen glauben, dass wir es ohne euch Männer schaffen. Durch solche Gedanken, die ich mir selbst gebetsmühlenartig wiederholt habe, konnte ich natürlich keinen Mann begegnen. Ich weiß nicht, wenn ich nicht diesen tragischen Tod erlebt hätte, ob ich mich wirklich für Liebe hätte öffnen können, denn ich war nicht in Kontakt mit dieser tiefen Sehnsucht in mir.†œ Ein Roman über das Leben und Sterben und die Sehnsucht nach Vertrauen und Geborgenheit.

Über die Autorin
Ruth Maria Kubitschek wurde 1931 in Komotau im heutigen Tschechien geboren. Mit sechzehn Jahren besuchte sie die Hochschule für Theater und Musik in Halle und später das Stanislawsy-Institut, mit zwanzig drehte sie ihren ersten Film. 1958 verließ sie mit ihrem Sohn Alexander aus der Ehe mit Götz Friedrich die damalige DDR und ging ans Schlosstheater in Celle. Dann wurde sie von Fritz Kortner entdeckt. Später erlangte sie durch ihre Rollen in den TV-Serien „Monaco Franze“, „Kir Royal“ und „Das Erbe der Guldenburgs“ Berühmtheit. Ruth Maria Kubitschek veröffentlichte bereits mehrere Bücher.

Gebundene Ausgabe: 295 Seiten, Verlag: Langen/Müller; Auflage: 1 (August 2008), 19,95 Euro

Quelle: Pasinger Fabrik

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 40/2008

Platz 1 : Feuchtgebiete von Charlotte Roche

FeuchtgebieteKurzbeschreibung
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der irren Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. Nebenher pflegt sie ihre Sammlung von Avocadokernen, die ihr auch in sexueller Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Selbst wenn Helens Besessenheit eine Notoperation nötig werden lässt – ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen. »Feuchtgebiete« ist eine Exkursion zu den letzten Tabus der Gegenwart. Mutig, radikal und provokant rebelliert Charlotte Roches Roman gegen Hygienehysterie und die sterile Ästhetik der Frauenzeitschriften, gegen den standardisierten Umgang mit dem weiblichen Körper und seiner Sexualität – und erzählt dabei die wunderbar wilde Geschichte einer ebenso genusssüchtigen wie verletzlichen Heldin. -> hier steht was Denis Scheck von dem Buch hält

Platz 2 : Der kleine Bruder von Sven Regener

Kurzbeschreibung

Der lang erwartete Mittelteil der Lehmann-Trilogie von Sven Regener
„Neues Leben hin, neues Leben her, dachte Frank, es sollte nicht mit der Fahrt durch einen langen, dunklen Tunnel beginnen. Oder vielleicht doch, dachte er, als in der Ferne die hell strahlende Grenzkontrollstelle auftauchte wie ein frisch gelandetes Raumschiff. Oder vielleicht gerade doch.“
Berlin-Kreuzberg, November 1980: Im Schatten der Mauer gedeiht ein Paralleluniversum voller Künstler, Hausbesetzer, Kneipenbesitzer, Kneipenbesucher, Hunde und Punks. Bier, Standpunkte, Reden, Verräterschweine †” alles ist da. Nur eins fehlt: jemand, der alles mal richtig durchdenkt †” Frank Lehmann aus Bremen. Nachdem seine WG dort vom Gesundheitsamt geschlossen wurde, das Zimmer bei seinen Eltern zum Fernseherreparieren benötigt wird und er nach kühnem Ausbruch aus dem Wehrdienst noch keinen Plan hat, fährt er erst mal nach Berlin †” zu seinem großen Bruder Manni, der dort als Künstler lebt und eine große Nummer ist. Dachte er. Doch Manni ist weg. Weder sein Vermieter Erwin Kächele noch dessen Nichte Chrissie oder sein Mitbewohner Karl haben eine Ahnung, wo Manni steckt. Außerdem nennen sie ihn nicht Manni, sondern Freddie. Und haben sofort eine konkrete Idee davon, was Frank zu tun hat: Anstelle seines Bruders an einem kurzfristig anberaumten Krisenplenum teilnehmen.
Damit beginnt eine lange Nacht, in der Frank Lehmann lernt, dass in einer Welt, in der alle Künstler sein wollen, nichts notwendigerweise das ist, als das es erscheint, und in der er mehr über seinen Bruder erfährt, als er wissen will, aber nie das, wonach er fragt.
Und mit einer Nacht ist es nicht getan, denn wie sagt Karl, der Typ, den Frank auf Anhieb nicht mag und der sein bester Freund werden wird: „Das ist wie in der Geisterbahn. Jetzt sind alle eingestiegen, und der Bügel geht runter, und dann müssen das auch alle bis zu Ende mitmachen …“

Platz 3 : Die souveräne Leserin von Alan Bennett

Kurzbeschreibung
Wer hätte gedacht, dass eine Liebeserklärung an die Queen und die Literatur so gut zusammenpassen? Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma’am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus – und kommt auf den Geschmack.
Die Auswirkungen der majestätischen Leselust sind unvorhersehbar, die Grundfeste des Buckingham Palace werden jedenfalls gehörig durcheinander gewirbelt und für den Leser bleibt kein Auge trocken. -> Leseprobe beim Wagenbach Verlag

Platz 4 : Die Tore der Welt von Ken Follett

Die Tore der WeltKurzbeschreibung
England im Jahre 1327. Es ist der Tag nach Allerheiligen. In der Stadt Kingsbridge trifft sich im Schatten der Kathedrale das Volk. Vier Kinder flüchten vor dem Trubel in den nahe gelegenen Wald. Dort werden sie Zeugen eines Kampfes – und eines tödlichen Geheimnisses. Merthin, ein Nachfahre von Jack Builder, dem Erbauer der Kathedrale, hat dessen Genie und rebellische Natur geerbt. Sein starker Bruder Ralph strebt den Aufstieg in die Ritterschaft an. Caris, Tochter eines Wollhändlers, hat den Traum, Arzt zu werden. Gwenda, Kind eines Taglöhners, will nur ihrer Liebe folgen. Und da ist noch Godwyn, Caris†™ Vetter, ein junger Mönch, der entschlossen ist, Prior von Kingsbridge zu werden. Koste es, was es wolle. Ehrgeiz und Liebe, Stolz und Rache werden den Weg dieser Menschen bestimmen. Pest und Krieg werden ihnen das Liebste nehmen, was sie besitzen. Glück und Unglück werden sie begleiten Doch sie werden die Hoffnung niemals aufgeben. Und immer wird der Schwur sie verfolgen, den sie an jenem schicksalhaften Tage leisteten. -> mehr Infos zu dem Buch

Platz 5 : Schweigeminute von Siegfried Lenz

ScheigeminuteKurzbeschreibung
Stella Petersen war zweifellos eine der beliebtesten Lehrerinnen am Lessing-Gymnasium. Ihre Lebensfreude, ihre Intelligenz und Belesenheit verschafften ihr die Anerkennung und den natürlichen Respekt des Kollegiums wie den ihrer Schüler. Und gewiss führte die Liebe zu ihrem Schüler Christian, die über das ungleiche Paar am Ende der Sommerferien hereinbrach, zu jener Verwirrung der Gefühle deren Intensität und Kraft beide überwältigt. Siegfried Lenz hat eine großartige Novelle geschrieben über die Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, eine Geschichte, in der unbeschreibliches Glück neben tief empfundener Trauer steht. -> kurze Leseprobe

Platz 6 : Der Katalane von Noah Gordon

Kurzbeschreibung
Eine mitreißende Mischung aus Spannungsroman, Familiengeschichte, Liebesdrama und Historienepos Vier lange Jahre war Josep Àlvarez im fernen Languedoc, um die große Kunst des Weinmachens zu erlernen – und um sich vor den Schergen zu verstecken, die den Grafen von Reus des Nächtens in Madrid kaltblütig ermordet hatten. Nun, zurück in seinem Heimatdorf, hofft Josep, dass er sich seinen Lebenstraum erfüllen kann. Vollmundigen Wein möchte er auf dem Gut seiner Väter kultivieren. Doch die Reben sind vertrocknet, die Geldforderungen seines Bruders für den Erbhof horrend. Tapfer nimmt Josep zusammen mit seiner Geliebten den Kampf ums Überleben auf, bis ihn die Vergangenheit einholt … Katalonien 1870. Josep erstarrt, als die Schüsse fallen. Der Mann sollte eigentlich nur verhaftet werden. Aus Angst vor den Schergen, die das Leben des Grafen von Reus Juan Prim auf dem Gewissen haben, flieht Josep über die Grenze ins Languedoc. Im französischen Exil entdeckt er seine Leidenschaft für Wein – und träumt schon bald davon, die Kunst des Weinmachens in seine Heimat zu bringen. Als ihn eines Tages die Nachricht vom Tod seines Vaters ereilt, kehrt Josep zurück. Doch ob es ihm gelingen wird, in einer Region, in der Winzer wie sein Vater bisher nur Essig erzeugen konnten, süffigen Wein zu keltern? Außerdem ist das Familiengut heruntergekommen, die Rebstöcke tragen kaum Frucht. Und sein Bruder, der rechtmäßige Erbe des Hofs, presst aus Josep auch noch den letzten cèntim. Josep beginnt gerade, alle Schwierigkeiten zu meistern, er hat eine Frau gefunden, die seinen Traum teilt, da taucht jener Mann im Dorf auf, der weiß, dass Josep als Einziger den Mord an Juan Prim bezeugen kann. Bleibt Josep wieder nur die Flucht?

Platz 7 : Bis(s) zur Mittagsstunde von Stephenie Meyer

Kurzbeschreibung
Für immer mit Edward zusammen zu sein †“ Bellas Traum scheint wahr geworden! Kurz nach ihrem 18. Geburtstag findet er jedoch ein jähes Ende, als ein kleiner, aber blutiger Zwischenfall ihr fast zum Verhängnis wird. Edward hat keine andere Wahl: Er muss sie verlassen. Für immer. Bella zerbricht beinahe daran, einzig die Freundschaft zu Jacob gibt ihr die Kraft weiterzuleben. Da erfährt Bella, dass Edward in höchster Gefahr schwebt. Und sein Schicksal liegt in ihren Händen. Sie muss zu ihm, rechtzeitig, bis zur Mittagsstunde ….

Platz 8 : Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery

Die Eleganz des IgelsKurzbeschreibung
Der große Bestseller aus Frankreich: Muriel Barberys Roman über eine kleine, hässliche, aber ungemein gebildete Concierge in Paris und eine altkluge Tochter reicher Eltern. Hinreißend komisch und zuweilen bitterböse erzählen die beiden sehr sympathischen Figuren von ihrem Leben, ihren Nachbarn im Stadtpalais, von Musik und Mangas, von Gott und der Welt. Eine großartige Gesellschaftssatire, ein sehr intelligenter Führer durch Kunst und Philosophie, die höchst unterhaltsame und anrührende Geschichte zweier Außenseiter. -> mehr Infos zu dem Buch

Platz 9 : Ich hab dich im Gefühl von Cecelia Ahern

Ich hab dich im GefühlKurzbeschreibung
Joyce überlebt nur knapp einen Unfall – und weiß, dass sie ab jetzt ganz anders leben will. Doch irgendetwas ist seltsam: Sie kann auf einmal fremde Sprachen und erinnert sich an Dinge, die sie gar nicht erlebt hat. Justin ist als Gastdozent in Dublin. Er ist verdammt einsam, würde das aber nie zugeben. Als er eine junge Frau trifft, die ihm ungewöhnlich bekannt vorkommt, ist er verwirrt – er kommt einfach nicht drauf, woher er sie kennen könnte …

Platz 10 : Urlaub mit Papa von Dora Heldt

Urlaub mit PapaKurzbeschreibung
†œEs sind doch nur 2 Wochen†: Die Mutter muss in die Klinik, weshalb der 45-jährigen Christine nichts anderes übrigbleibt als ihren Vater mit nach Norderney zu nehmen. Herrlich komische Vater-Tochter-Geschichte!
Es sind doch nur zwei Wochen.† Die Stimme meiner Mutter klang sehr entschlossen. Und er ist dein Vater. Andere Kinder würden sich freuen.† Mama, was heißt hier andere Kinder? Ich bin 45.†Es sollte ein entspannter Arbeitsurlaub werden: Christine (45) und Dorothea (40) wollen für ein paar Tage nach Norderney, um ihrer Freundin Marleen bei der Renovierung ihrer Kneipe zu helfen. Doch dann wird Christine von ihrer Mutter dazu verdonnert, ihren Vater mit in den Urlaub zu nehmen. Schon die Hinreise bringt die beiden Frauen an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Denn Heinz (73) hat seine ganz eigene Sicht der Dinge. Kaum auf der Insel angekommen, übernimmt er auch sofort das Zepter auf der Baustelle. Es kommt für Christine jedoch noch schlimmer, als Papa Gisbert von Meyer kennenlernt. Der frettchengleiche Inselreporter ist ihm sofort sympathisch, bekommt er doch billige HSV-Karten und ist wie Papa ein großer Kenner des deutschen Schlagers. Folglich findet Heinz es auch ganz in Ordnung,
dass der Schreiberling Christine aufs Heftigste umwirbt. Zumal ihm Meyer nicht so gefährlich erscheint wie Johann Thiess, der mysteriöse Gast in Marleens Pension, der Christine mit seinen sanften Augen völlig aus der Fassung bringt. Gisbert hat nämlich erfahren, dass die Polizei auf den Nordseeinseln nach einem Heiratsschwindler fahndet. Mithilfe von Papas neuen Freunden Carsten (72), Kali (75) und Onu (63) soll Johann zur Strecke gebracht werden.

Quelle: Spiegel Online

Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 40/2008

Platz 1 : Mond über der Eifel von Jacques Berndorf

Kurzbeschreibung
Dieser neue Fall zwingt ihn, seinen ganzen gesunden Menschenverstand aufzubringen, denn einen solchen Mord hat die Eifel noch nicht gesehen: Jakob Stern, 43 Jahre alt – Heiler, Hellseher, Feingeist und ansonsten ohne Beruf, wird in der Nähe seines abgelegenen Gehöfts aufgefunden. Mausetot, auf den dicken Ästen einer sogenannten heiligen Eiche. Kein Mensch kann sich erklären, wieso er ausgerechnet dort oben festgebunden wurde. Die Suche nach dem Täter im riesigen Grenzland zu Belgien und Luxemburg gestaltet sich außerordentlich schwierig. Baumeister lebt gewissermaßen im Auto. Rodenstock findet, die ewige Herumgurkerei sei eher etwas für einen Lehrling, und seine Frau Emma sagt: „Bei diesem Stoff beteilige ich mich nicht, weil in der Esoterikbranche jedermann einen Hirnschaden hat.“ Kischkewitz, der Leiter der Mordkommission, fürchtet bereits, dass er diesen Fall unerledigt mit in Rente nehmen wird, denn „diese Branche ist fürchterlich! Einfach niemand sagt die Wahrheit!“ Dabei bieten sich den Ermittlern pausenlos Zeugen an, die glauben, durch ihren Kontakt zu allerlei Engeln, Geistwesen, Sehern, Channeling-Spezialisten und sonstiger Spiritisten herausfinden zu können, wie denn der allseits beliebte Jakob zu Tode gekommen ist. Stern war eine Persönlichkeit von starker Anziehungskraft – vor allem für die Frauen, deren Schicksal er auspendelte und denen er aus Tarotkarten las, bevor er mit ihnen ins Bett ging. Und er besaß Geld. Ungewöhnlich viel Geld. Außerdem stand er in Verbindung mit einem dubiosen Astro-Fernsehsender, dessen Redaktionsassistentin ebenfalls zu seinen Liebschaften gehörte, und der eine große Sendereihe mit dem „Heiler“ plante. Zum Glück hält Siggi Baumeister in diesem wirren esoterischen Wust seine fünf Sinne beisammen. Und so schält er zusammen mit Rodenstock und Emma langsam die ersten greifbaren Motive heraus: Habgier, Neid und Hass.

Platz 2 : Kalte Asche von Simon Beckett

Kalte AscheKurzbeschreibung
Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendenten mitteilen, doch die Leitung ist tot. Ein Sturm schneidet die Insel von der Außenwelt ab. Da geschieht ein weiterer Mord

Platz 3 : Die Entscheidung der Hebamme von Sabine Ebert

Kurzbeschreibung
Magdeburg im Jahre 1179: Auf dem Hoftag wirft Kaiser Barbarossa Heinrich dem Löwen den Fehdehandschuh hin. Das bedeutet Krieg, und Christian und Marthe müssen jeden Tag damit rechnen, dass er auch ihr Dorf erreicht. Markgraf Otto von Meißen nimmt Christian als einen seiner Heerführer mit in den Kampf, während seine Frau Marthe eine andere Herausforderung zu bestehen hat: Otto hat nämlich für die Zeit des Kriegszuges seinem machtbesessenen ältesten Sohn das Kommando über die Christiansdorfer Burg übertragen. Diesem sind Marthe und ihre besonderen Kräfte schon lange ein Dorn im Auge …

Platz 4 : Der Seelenbrecher von Sebastinan Fitzek

Kurzbeschreibung
Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den Seelenbrecher nennt, genügt: Als man die Frauen wieder aufgreift, sind sie verwahrlost, psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem eigenen Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Verzweifelt versuchen die Eingeschlossenen einander zu schützen – doch in der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …

Knapp 100.000 Exemplare wurden vom „Seelenbrecher“ bereits verkauft; der Titel steht in der 39. KW erstmals auf der Spiegel-Taschenbuch-Bestsellerliste. Mehr über den Autor Sebastian Fitzek ist bei Spiegel-Online am 22.09.08 zu lesen.

Platz 5 : Kennen wir uns nicht? von Sophie Kinsella

Kurzbeschreibung
Als Lexi Smart im Krankenhaus aufwacht, erleidet sie einen Schock: Nach einem Unfall sind die letzten drei Jahre komplett aus ihrer Erinnerung gelöscht, und sie erkennt sich selbst nicht wieder. Die junge Frau mit dem Mercedes-Cabrio, dem Chefposten und dem millionenschweren Ehemann soll sie sein? Offenbar hatte sie ein tolles Leben. Seltsam nur, dass sie mit ihren alten Kollegen im Streit liegt und ihre neue beste Freundin ein Hohlkopf ist. Und dann taucht auch noch ein höchst attraktiver Mann auf, der behauptet, ihr Liebhaber zu sein. Wie kann sie dieses Chaos in Ordnung bringen? Und vor allem: Wird sie je wieder herausfinden, wer sie wirklich ist?

Platz 6 : Verdammnis von Stieg Larsson

Kurzbeschreibung
Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel, die Hintermänner bekleiden höchste Regierungsämter. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt. Der neue große Roman des preisgekrönten Bestsellerautors Stieg Larsson. Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin „Millennium“ eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein. Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.
Mehr Infos über die Trilogie und die Verfilmung von Verblendung.

Platz 7 : Die Chemie des Todes von Simon Beckett

Die Chemie des TodesKurzbeschreibung
David Hunter war Englands berühmtester Rechtsmediziner. Aber er hat seinen Beruf aufgegeben und sich inkognito nach Devonshire in ein kleines Dorf zurückgezogen. Dort arbeitet er seit ein paar Jahren als Assistent des Arztes, als sein friedliches Landleben ein jähes Ende findet. Spielende Kinder entdecken eine mit einem Paar Schwanenflügel ausstaffierte Frauenleiche. Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin im Dorf. Da sie mit David befreundet war, ist er, der schweigsame Fremde, einer der ersten Verdächtigen. Doch dann findet die Polizei heraus, was David früher war, und so muss die Ex-Koryphäe der überforderten Provinz-Gerichtsmedizin helfen. Gerade als sich anhand seiner Analysen herausstellt, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt, um sie noch lebend zu finden. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knochiger Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten CSI Devonshire. Exzellent recherchiert, auf dem allerletzten Forschungsstand der Gerichtsmedizin, brillant geschrieben, vor allem aber extrem spannend. †œDie Chemie des Todes† ist ein Forensik-Thriller, der den Leser keine Sekunde aus den Klauen lässt.

Platz 8 : Mieses Karma von David Safier

Mieses KarmaKurzbeschreibung
Die Moderatorin Kim Lange erlebt einen Tag des Triumphes: Sie gewinnt den Deutschen Fernsehpreis. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt sie, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat – und bekommt prompt die Rechnung präsentiert. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, hat zwei Fühler, sechs Beine und einen überproportional großen Hinterleib: Sie ist eine Ameise! Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Doch als Ameise ist sie machtlos. Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!

Platz 9 : Verblendung von Stieg Larsson

VerblendungKurzbeschreibung
Eine Familiengeschichte, die einen nicht mehr loslässt
Was geschah mit Harriet Vanger? Während eines Familientreffens spurlos verschwunden, bleibt ihr Schicksal jahrzehntelang ungeklärt. Bis der Journalist Mikael Blomkvist und die Ermittlerin Lisbeth Salander recherchieren. Was sie zutage fördern, lässt alle Beteiligten wünschen, sie hätten sich nie mit diesem Fall beschäftigt. An seinem 82. Geburtstag erhält der einflussreiche Industrielle Henrik Vanger per Post anonym ein Geschenk. Das Paket enthält eine gepresste Blüte hinter Glas, genau wie in den 43 Jahren zuvor. Vangers Lieblingsnichte Harriet hatte ihm 1958 zum ersten Mal dieses Geschenk gemacht, doch dann verschwand sie spurlos. Ihr Leichnam wurde nie gefunden. In einer letzten Anstrengung beschließt Vanger herauszufinden, was dem geliebten Mädchen tatsächlich zustieß. Er engagiert den Journalisten Mikael Blomkvist, der, getarnt als Biograf, bald auf erste Spuren stößt. Unterstützt wird er von der jungen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem virtuosen Computergenie mit messerscharfem Verstand. Je tiefer Blomkvist und Salander in der Vangerschen Familiengeschichte graben, desto grauenvoller sind ihre Enthüllungen. Ausgezeichnet mit dem skandinavischen Krimipreis. -> mehr Infos zu der Trilogie und zum Film

Platz 10 : Die letzte Spur von Charlotte Link

Die letzte SpurKurzbeschreibung
Elaine Dawson ist vom Pech verfolgt. Als sie nach Gibraltar zur Hochzeit einer Freundin reisen will, werden sämtliche Flüge in Heathrow wegen Nebels gestrichen. Anstatt in der Abflughalle zu warten, nimmt sie das Angebot eines Fremden an, in seiner Wohnung zu übernachten – und wird von diesem Moment an nie wieder gesehen. Fünf Jahre später rollt die Journalistin Rosanna Hamilton den Fall neu auf. Plötzlich gibt es Hinweise, dass Elaine noch lebt. Doch als Rosanna diesen Spuren folgt, ahnt sie nicht, dass sie selbst bald in Lebensgefahr schweben wird …

Quelle: Spiegel Online

Löwenbräu Festhalle und Hackerzelt kassieren Eintrittsgeld – Abzocke auf dem Oktoberfest

Gerade für Jugendliche ist es oftmals besonders schlimm, wenn sie sich auf dem Oktoberfest in einem bestimmten Zelt verabredet haben und sich ein Teil der Clique bereits im Zelt aufhält, während der Rest sich vor den verschlossenen Zelteingängen drängelt.

„Wegen Überfüllung geschlossen“ steht auf den Schildern, die dann an die Türen gehängt und von Ordnern streng bewacht werden. Und das zu Recht, denn, wenn die Zelte geschlossen werden, geht nix mehr!  Menschentrauben bilden sich vor den Eingängen und alle haben nur das Ziel, trotzdem eingelassen zu werden. Dramatische Szenen spielen sich ab, wenn sich speziell an den Nebeneingängen eine Tür öffnet, stürzen sich alle auf diese Öffnung. Wer das nicht erlebt hat, kann sich das kaum vorstellen.

Gestern stand nun in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel unter der Überschrift:

„Eintrittsgeld“ fürs Hackerzelt – Studentin erhebt schwere Vorwürfe gegen Ordner

Die Studentin hatte am Sonntagabend vor dem Hackerzelt in der üblichen Menschentraube gewartet, als sie plötzlich mitbekommen habe, wie jemand in der Menge zu einem Einlass Begehrenden gesagt habe: „Für 50 Euro kommst du rein.“ Sie habe die Geldübergabe dann auch beobachtet. Es sei nicht der Ordner gewesen, der dieses entgegen genommen habe. Dennoch muss dieser ein Zeichen bekommen haben, denn das „Eintrittsgeld“ hatte wirklich Erfolg.

Die junge Frau wandte sich daraufhin ebenfalls an diejenige Person, die das Geld in Empfang genommen hatte. Sie erklärte, sie sei Studentin und habe nicht so viel Geld. „Na gut, dann gib mir 15 Euro.“ Für diesen Preis sei sie dann eingelassen worden.

Scheinbar hat sich dieses Modell der Abzocke inzwischen unter den Ordner herumgesprochen. Vier 17-jährigen Münchner Schülerinnen erging es am vergangenen Samstag genauso. Gegen 18 Uhr standen sie in einer Menschentraube vor einem Nebeneingang der Löwenbräu Festhalle. Ein ca. 25-jähriger Mann sprach sie an und versprach ihnen für 5 Euro den Einlass. Nachdem sie eingewilligt hatten zu zahlen, wurden die vier Mädchen auf ein Zeichen der Ordner hereingewunken. Die Geldübergabe lief dann im Zelt ab. Ein kurzer Fluchtversuch ins Getümmel des Zeltes misslang, sie zahlten wiederwillig die 5 Euro, nachdem ihnen der ansonsten sofortige Rausschmiss angedroht wurde.

Toni Roiderer, Wirt des Hackerzeltes und Sprecher der Wiesnwirte, ist empört von solchen Machenschaften. „Am Sonntag vor der Wiesn haben wir eine Besprechung mit unserer Security-Firma gehabt und darauf hingewiesen, dass so etwas ein Entlassungsgrund ist. Es ist eine klare Dienstanweisung, dass verboten ist, genauso, wie Stehmaßen verboten sind. Das ist Bestechung.“ Natürlich komme es bei 450 Mitarbeitern immer mal wieder vor, dass irgendeiner sich nicht an die Vorschriften halte. Etwas Konkretes dagegen tun könne er jedoch nur, wenn man ihm die Nummer des betreffenden Ordners nenne. „Dann wird der sofort entlassen, noch aus dem Dienst heraus.“ Ansonsten habe er keine Handhabe. „Dafür haben die Ordner ja ihre Nummern, dass man Vorwürfe konkretisieren kann.“

An eine „Stehmaß“ zu kommen ist heutzutage tatsächlich schwieriger geworden – nur, was bedeutet der Verstoß gegen den Verkauf einer Stehmaß im Verhältnis zum Kassieren von „Eintrittsgeldern“ der Security? Eines ist gewiss, kaum jemand wird den Ordner verpetzen, der ihm den „Einlass“ ins Paradies gewährt hat. Da werden die Wiesnwirte wohl eigene Schritte unternehmen müssen, um diesen Machenschaften ein Ende zu bereiten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, Fotos: Flickr

Geschwister-Scholl-Preis auf neuer Plattform online

Nach Überarbeitung und Ergänzung steht die neue Plattform zum Geschwister-Scholl-Preis jetzt wieder online zur Verfügung. Nicht nur alle PreisträgerInnen, die ausgezeichneten Titel und die Begründungen der Jury sind nachzulesen, sondern auch die zahlreichen Reden, die anlässlich der Verleihungen gehalten wurden.

Die Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises 2008 findet am 24. November in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München statt.

Die Preisträgerin bzw. der Preisträger 2008 wird am 2. Oktober bekannt gegeben.

Sinn und Ziel des Geschwister-Scholl-Preises ist es, jährlich ein Buch jüngeren Datums auszuzeichnen, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem gegenwärtigen Verantwortungsbewusstsein wichtige Impulse zu geben.

Der Preis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. gemeinsam mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München seit 1980 vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wird ein Buch jüngeren Datums (frühestens im 2. Halbjahr vor dem Jahr der Preisverleihung erschienen). Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich. Der Kulturausschuss der Stadt und der Vorstand des Verbands entscheiden über die Vergabe des Preises auf Vorschlag einer Fachjury.

Die Geschwister Scholl

Die „Weiße Rose†œ

Die Münchner Studentengruppe „Weiße Rose†œ versuchte in den Jahren 1942 und 1943 mit aufrüttelnden Flugschriften und ungeheurem Mut gegen die nationalsozialistische Diktatur vorzugehen. Die Geschwister Sophie und Hans Scholl gehörten zum inneren Kern dieser Widerstandsgruppe. Sie stehen heute beinahe synonym für die „Weiße Rose†œ. Insgesamt war deren Kreis wesentlich größer als die Münchner Hauptgruppe und erstreckte sich über mehrere kleinere Gruppen auch in anderen Städten. Der einprägsame Name wurde den ersten vier Flugschriften entnommen, die mit „Flugblätter der Weißen Rose†œ betitelt waren. Die „Weiße Rose†œ gehört zu den bekanntesten Widerstandsgruppen im Dritten Reich.
Sophie und Hans Scholl stammten aus dem Württembergischen und interessierten sich beide für theologische, philosophische und literarische Fragen. Ihr humanistisches Denken und ihr Freiheitsstreben verband sie ebenso wie ihre kritische Urteilsfähigkeit. Im Umkreis der Münchner Universität entstand um sie herum ein Freundeskreis von Gleichgesinnten, die ausländische Schriften lasen, Kontakt zu verbotenen Autoren suchten und schließlich dazu übergingen, mit dem Mittel der Sprache, aktiv etwas gegen das verbrecherische Hitler-Regime zu unternehmen.

Hans Scholl

Hans Scholl, geboren 1918, stand zunächst nicht in Opposition zum Regime Hitlers. Er übernahm sogar eine leitende Funktion in der Hitlerjugend. Dort kam er aber auch in Kontakt mit ehemaligen Mitgliedern des Bundes Deutsche Jungenschaft. Da Jugendgruppen außerhalb der Hitlerjugend verboten waren, da sie dem Gleichschaltungs- und Zwangprinzip des Nationalsozialismus widersprachen, wurde ein Verfahren gegen Hans Scholl einberufen und er wurde kurzzeitig inhaftiert. Ab 1939 studierte er in München Medizin und schloss dort Freundschaft mit Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf. Diese Freundschaft wurde richtungweisend für seine immer stärkere Ablehnung gegen das nationalsozialistische Regime. Mit Alexander Schmorell verfasste er 1942 die ersten Flugblätter. Freunde und Mitwisser halfen diese zu verbreiten und zu versenden.
Das Bewusstsein zum Handeln verpflichtet zu sein, um nicht selbst schuldig zu werden, war dabei das zentrale Motiv, das sich auch in den Flugblättern immer wieder findet: „Beweist durch die Tat, daß Ihr anders denkt!†œ. Im Laufe der Jahre 1942 und 1943 entstanden weit greifende Kontakte zu Kritikern des Regimes. Beispielsweise zu dem Münchner Philosophie-Professor Kurt Huber, der später sogar zum aktiven Kern der „Weißen Rose†œ gehörte und das sechste Flugblatt verfasste. Die „Weiße Rose†œ schrieb Ihre Aufrufe zum Widerstand in dieser Zeit sogar auch an Münchner Häuserwände.

Sophie Scholl

Hans drei Jahre jüngere Schwester Sophie gehörte schon bald nach Beginn ihres Philosophie- und Biologiestudiums 1942 in München auch zur „Weißen Rose†œ. Sie wusste sicher schon früh von deren Aktionen, ihre aktive Mitarbeit gilt aber erst ab dem fünften Flugblatt als gewiss. Analog zum Werdegang ihres Bruders war auch sie Anfang der 30er Jahre in die Jugendorganisation der Nationalsozialisten eingebunden. Schon ab 1937, dem Jahr der kurzen Inhaftierung ihres Bruders, zeigten sich allerdings Konflikte zwischen ihrem persönlichen Denken und den totalitären Ansprüchen der Jugendorganisation, was zu einer inneren Abkehr von den Nationalsozialisten führte. Sophie Scholl begründete die Ablehnung gegen das Regime in ihrer ersten Vernehmung 1943 damit, dass es die geistige Freiheit des Menschen in einer Weise einschränke, die ihrem inneren Wesen widerspreche. Dieser Eindruck wurde auch vom militärisch organisierten Arbeitsdienst geprägt, dem sie zunächst durch eine Ausbildung zur Kindergärtnerin entgehen wollte.
Der Mut zum Aufbegehren speiste sich bei den Geschwistern Scholl aus ihrem ausgeprägten Werteempfinden, dass sie aus ihrem liberalen Elternhaus mitbekommen hatten. Dazu kam gerade bei Sophie Scholl eine starke Orientierung an christlichen Werten. Ihren Bruder bestärkten die Erlebnisse als Soldat an der Ostfront zusätzlich in seiner Widerstandshaltung.

Als Hans und Sophie Scholl die sechste Flugschrift in der Münchner Universität auslegten und einige der Blätter in den dortigen Lichthof warfen, wurden sie verhaftet und bald darauf durch den Volksgerichtshof verurteilt. Beide wurden zusammen mit Christoph Probst am 22. Februar 1943 in München hingerichtet. Es folgten weitere Prozesse gegen aktive Mitglieder der „Weißen Rose†œ, sogar gegen passive Unterstützer. Die anderen Hauptakteure der „Weißen Rose†œ Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber wurden schließlich ebenfalls zum Tode verurteilt.

Das Vermächtnis

Das Vermächtnis der Geschwister Scholl und ihrer Freunde sah die Münchner Zeitgenossin Hildegard Hamm-Brücher in einem Interview für die Bundeszentrale für politische Bildung darin, dass es immer Menschen geben müsse, die sich dafür mitverantwortlich fühlten, dass unsere Freiheit nie wieder gefährdet werde. Dafür steht auch der Geschwister-Scholl-Preis, in dessen Statuten verankert ist, dass mit dem Geschwister-Scholl-Preis jährlich ein Buch ausgezeichnet wird, das im weitesten Sinn an das Vermächtnis der Geschwister Scholl erinnert, von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben.

Quellen: Börsenblatt, Geschwister-Scholl-Preis