Die katholische Kirche kritisiert Philip Pullmans „Der Goldene Kompass“

Die katholische Kirche hat sich kritisch zu dem Fantasyfilm „Der Goldene Kompass“ geäußert. Die Adaption des gleichnamigen Romans von Philip Pullman sei „weihnachtsfeindlich„, Pullman Verfechter „einer zutiefst atheistischen Ideologie„, kommentierte der Osservatore Romano (die amtliche Zeitung des Apostolischen Stuhls). Der Film erzählt die Geschichte eines Waisenkindes im Kampf gegen eine machtbesessene religiöse Institution.

Der goldene KompassKurzbeschreibung
Der englische Autor Philip Pullman legt den ersten Band einer spannenden Fantasy-Trilogie vor. Die Geschichte beginnt in Oxford, wo das kluge und wißbegierige Mädchen Lyra ein Internat besucht. Lyra sieht sich mit vielen Fragen konfrontiert: Was treibt eigentlich ihr Onkel, der Forscher Lord Asriel, im hohen Norden? Ist die ehrgeizige Wissenschaftlerin Mrs. Coulter seine Konkurrentin und deshalb an Lyras Bekanntschaft interessiert? Weshalb verschwinden aus der Gegend um Oxford immer wieder Kinder armer Leute? Werden sie von Gobblers geholt? Und wenn ja, wer sind Gobblers? Antwort findet nur derjenige, so erkennt Lyra, der sich, den Spuren Lord Asriels folgend, in den Norden aufmacht und hinter dem Polarlicht eine Welt entdeckt, die den Menschen bisher verschlossen blieb

Für Buchtrinker und Seitenfresser mit dem Faible für Liebesgeschichten

Die Kartause von Parma von Stendhal

StendhalStendhal, geboren am 23. Januar 1783 in Grenoble, gestorben am 23. März 1842 in Paris, hieß eigentlich Marie-Henri Beyle. Er war ein französischer Schriftsteller.
1827 publizierte Stendhal seinen ersten Roman, Armance, die zarte, um 1820 in Paris spielende Liebesgeschichte der armen jungen Adeligen Armance und des reicheren, aber offenbar impotenten Octave, der sich nach ihrer Heirat auf einem Schiff in Richtung Griechenland das Leben nimmt. Hiernach ließ Stendhal ein neues Reisebuch folgen (Promenades dans Rome, 1829) und versuchte sich, wie sein jüngerer Freund Prosper Mérimée und andere Autoren, in der neuen Mode-Gattung Novelle, mit Vanina Vanini (1829), Le Coffre et le revenant und Le Philtre (beide 1830). Im Oktober 29 hatte er, während einer Reise, in Marseille die Idee zu dem Roman, der sein Meisterwerk werden sollte: Le Rouge et le Noir, das er sofort begann.

Ende 1830, einige Monate nach der Juli-Revolution und durch sie eigentlich obsolet geworden, kam Le Rouge et Le Noir heraus. Es ist die tragische Geschichte des tüchtigen und ehrgeizigen jungen Kleinbürgers und Provinzlers Julien Sorel, der im (wie der Erzähler es sieht) von reaktionären Adeligen, intriganten Geistlichen und opportunistischen Bourgeois beherrschten Restaurationsregime trotz seiner Talente und Meriten und trotz beachtlicher Zwischenerfolge letztlich weder General (=rot) noch Bischof (=schwarz) zu werden schafft, sondern es nur zum Geliebten einer älteren und danach zum Verlobten einer jüngeren adeligen Frau bringt und schließlich einen heroisch akzeptierten Tod auf dem Schafott erleidet.

Die Kartause von ParmaIm November/Dezember 1838 diktierte er in nur 53 Tagen in Civitavecchia den Roman La Chartreuse de Parme, die spannende Geschichte des jungen lombardischen Adeligen Fabrice del Dongo, der dem Napoleon der Hundert Tage zu Hilfe zu eilen versucht und es nach diesem kapitalen Fehler im reaktionären Oberitalien der Restauration lediglich †“ und auch das nur dank der Intrigen seiner schönen und energischen jungen Tante †“ bis zum Bischof bringt und zugleich allerdings zum Geliebten seines Jugendschwarms, der schönen Generalstochter Clélia Conti. Der Roman wurde von Balzac begeistert in der Revue Parisienne besprochen (1840) und war der einzige Bucherfolg Stendhals zu seinen Lebzeiten.

„Wer Italien liebt, wer es studiert oder verstanden hat, wird die Kartause von Parma mit Genuss lesen.“ Balzac

Der Roman über die zwei Dinge, die für Stendhal die wichtigsten seines Lebens waren: Italien und die Liebe. Fern seiner Wahlheimat, im Paris von 1839, schrieb er jenes Werk, das heute zu den größten der Weltliteratur zählt: die Geschichte des jungen Fabrizio del Dongo zwischen der herrischen Herzogin Sanseverina und der weltabgewandten Clelia Conti. Die Einzigartigkeit des leidenschaftlichen, spielerischen Stils ist immer bewundert worden und nun in einer Neuübersetzung von Elisabeth Edl im Hanser Verlag erschienen ist. Der reiche Anhang vermittelt dem Leser alle historischen, biographischen und literarischen Hintergründe dieses unvergleichlichen Romans.

Leseprobe

»Ich muß dich verlassen, Kleiner,« sagte die Marketenderin zu unserem Helden, »aber wahrhaftig, du tust mir leid. Ich bin dir gut. Sapperlot, du weißt weder gicks noch gacks! Du wirst dich erwischen lassen. Bei Gott, ja! Komm mit mir zum sechsten Leichten!« Weiterlesen →

Der schönste erste Satz von André Salu

Es war keine leichte Aufgabe, die ich mir da gestellt hatte, selbst für jemanden wie mich.

Ein Engel für zwei von André Salu

ein Engel für zweiAmander ist nicht von dieser Welt, denn er ist ein Engel – ein gewitzter Diener von IHM, der besser mal ein Auge auf seine Himmelsverwaltung haben sollte, denn dort herrscht ein bürokratischer Wahnsinn, der jedes durchschnittliche Finanzamt auf Erden in den Schatten stellt. Doch Amander schert sich wenig um Formulare und Regularien, er interessiert sich für die Menschen und vor allem für das, was die Welt nach seiner Meinung im Innersten zusammenhält – die Liebe. Er will beweisen, dass es sie gibt, die perfekte Liebe. Mit Hilfe statistischer Erhebungen hat er das ideale Paar bereits ermittelt. Leider aber wissen die Auserwählten nichts davon, sie kennen sich nicht einmal. Als das Experiment zu scheitern droht, hilft der himmlische Heiratsvermittler nach – und bringt nicht nur das Leben der beiden Auserwählten gehörig durcheinander.
Eine romantische Komödie für Leser von Marc Levy und Helen Fielding.

Mamalinde am 15. Dezember, 2007

Der schönste erste Satz von Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Der Novembermorgen, an dem der Eilzug gegen neun Uhr von Warschau nach Petersburg fuhr, war trüb und feucht.

Ende November, bei spätherbstlichem Schneematschwetter, näherte sich gegen neun Uhr früh der Zug der Petersburg-Warschauer Eisenbahnlinie unter vollem Dampf seinem Zielbahnhof Petersburg.

Es war gegen Ende des November, bei Tauwetter, als sich um neun Uhr morgens ein Zug der Petersburg-Warschauer Bahn mit vollem Dampf Petersburg näherte.

Der Novembermorgen, an dem der Eilzug gegen neun Uhr von Warschau nach Petersburg fuhr, war trüb und feucht.

Der Idiot von Fjodor Michailowitsch Dostojewski (der erste Satz aus unterschiedlichen Übersetzungen)

DostojewskiFjodor Michailowitsch Dostojewski, geboren am 11.11.1821 in Moskau, gestorben am 09.02.1881 in Petersburg, war einer der bedeutendsten Schriftsteller Russlands. Dostojewski war der Sohn eines Armenarztes, er besuchte 1838-1843 die Ingenieurschule der Petersburger Militärakademie. Anschließend war er im Ingenieur-Departement für Festungsbau beschäftigt. Ab 1845 widmete er sich ganz der schriftstellerischen Tätigkeit. Wegen seiner Teilnahme an einem revolutionären Zirkel wurde er 1849 verhaftet und zum Tode verurteilt. Unmittelbar vor der Erschießung wurde er zu Zwangsarbeit und anschließendem Militärdienst in Sibirien verurteilt. 1859 kehrte er nach Petersburg zurück.

1866 erschien der erste der großen Romane, durch die Dostojewskis Werk Teil der Weltliteratur wurde: Schuld und Sühne. Die Geschichte des abgerissenen und bitterarmen Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow, der aus Hochmut zum Mörder wird und sich in der Folge zu einem Menschen entwickelt, der die Welt entdeckt als das, was sie ist, überzeugt durch psychologisch realistische Charaktere und präzises, anschauliches Erzählen. Zugleich ist der Roman auch Abbild der Wandlung Dostojewskis selbst vom Revolutionär zum konservativen Christen. Im selben Jahr erschien auch der innerhalb von nur 26 Tagen verfasste Kurzroman Der Spieler, eine Beschreibung der Spielsucht.

Er unternahm 1862-63 und 1867-71 ausgedehnte Reisen nach Deutschland, Frankreich, England und Italien.Bereits mit seinen ersten Romanen „Arme Leute“ und „Der Doppelgänger“ fand Dostojewski 1846 große Beachtung.

Fjodor Michailowitsch Dostojewski starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg an den Folgen eines Blutsturzes.

Der IdiotDer Idiot
Nach einem Sanatoriumsaufenthalt kehrt der kindlich-naive und an Epilepsie leidende Fürst Myschkin nach Russland zurück. Sein demütiges und mitleidendes Wesen wirkt anziehend auf seine von Schmerz, Schuld und Bosheit geprägte Umgebung. Immer weiter verstrickt er sich in die Ränkespiele um die schöne Nastasja und seinen Rivalen Rogoschin. Neben Cervantes‘ Don Quijote und Dickens‘ Mr Pickwick gehört der tragisch-komische Held aus Dostojewskis drittem Roman als Verkörperung des Sittlich-Schönen zu den großen idealistischen Figuren der Weltliteratur.

Don Farrago am 9. Dezember, 2007 17:53