Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 19/2011

Platz 1 : Limit von Frank Schätzing

Platz 2 : Zwei ein einem Tag von von David Nicholls

Platz 3 : Die Dienstagsfrauen von Monika Peetz

Platz 4 : Das verlorene Symbol von Dan Brown

Platz 5 : Der Sommerfänger von Monika Feth

Platz 6 : Tiere von Simon Beckett

Platz 7 : Alte Liebe von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder

Platz 8 : Der Leopard von Jo Nesbø

Platz 9 : Im Labyrinth der Wörter von Marie-Sabine Roger

Platz 10 : Im Koma: Roman von Joy Fielding

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

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KrimiZEIT-Bestenliste Mai 2011

Platz 1 : Süden von Friedrich Ani

Kurzbeschreibung
Zurück in München erhält Tabor Süden als Detektiv den Auftrag, nach dem Wirt Raimund Zacherl zu suchen. Der Fall ist genau das Richtige für den ehemals so erfolgreichen Ermittler: Ein Mann verlässt sein Durchschnittsleben, und jeder fragt sich, warum. Mit seinen besonderen Methoden findet Süden die Spur des Wirts und verfolgt sie bis nach Sylt †“ und schon längst hat er begriffen, dass niemand den Mann wirklich kannte. Friedrich Ani verknüpft in seinem neuen Krimi gleich mehrere Geschichten, in denen Menschen verschwinden. Zacherl bleibt zwar stets das erste Ziel, das Süden versucht aufzuspüren, aber Friedrich Ani macht zugleich deutlich, warum Menschen ihre gewohnten Lebensbahnen verlassen.

Platz 2 : Wahrheit von Peter Temple

Kurzbeschreibung
Ein großer Spannungsroman über die trostlose Moral einer Gesellschaft, in der Mord zum Tagesgeschäft gehört
Es ist die Zeit der großen Waldbrände, die alles zu vernichten scheinen und auch die Stadt Melbourne bedrohen. In einem neu erbauten Luxuskomplex wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Stephen Villani, der die Ermittlungen leitet, wird von der Politik an der Aufklärung gehindert. Aber es beschäftigt ihn nicht nur die Frage, warum der Mord vertuscht werden soll. Die Ermordete sieht aus wie seine jüngste Tochter, die spurlos verschwunden ist. Und diese familiäre Situation zermürbt ihn mehr als der frustrierende Polizeialltag. »Wahrheit« ist ein überaus eindringlicher Roman über einen Mann, eine Familie, eine Stadt und einen fernen Kontinent. Es geht um Gewalt, Mord, Liebe, Korruption, Ehre und Betrug. Und es geht um Wahrheit. Peter Temples neuer Roman wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Victorian Premier†™s Award und dem Miles Franklin Award †“ als bester australischer Roman.

Platz 3 : Winters Knochen von Daniel Woodrel

Kurzbeschreibung
Zwischen dem, was die anderen sagen, und dem, was man glauben will, gibt es eine Wahrheit, die nie ans Tageslicht kommen darf! Kraftvoll und poetisch erzählt Daniel Woodrell von einer Welt, in der eigene Gesetze herrschen, und einer jungen Frau, die sich auflehnt gegen jahrhundertealte Lügen und Gewalt.Jessup Dolly taucht unter, als der Winter kommt. Seiner Familie, die in bitterarmen Verhältnissen im Hinterland von Missouri lebt, fehlt es an allem. Sie haben kaum etwas zu essen und nicht einmal genug Feuerholz, um das Haus warm zu halten. Aufopferungsvoll kümmert sich Jessups sechzehnjährige Tochter Ree um ihre pflegebedürftige Mutter und die beiden jüngeren Brüder. Doch dann passiert das Unvermeidliche. Die Polizei steht vor der Tür und teilt Ree mit, dass ihr Vater, der schon einmal wegen Drogengeschäften im Gefängnis war und nun erneut unter Anklage steht, das Haus für seine Kaution verpfändet hat. Wenn Jessup nicht bei Gericht erscheint, verliert seine Familie alles, was sie hat. Ree bleibt eine Woche Zeit, um ihren Vater zu finden tot oder lebendig. Mehr Informationen zum Buch zum Oscar-nominierten Film nebst Trailer findet sich hier.

Platz 4 : Opferzahl von Arne Dahl

Kurzbeschreibung
Um 0.45 Uhr explodiert ein Waggon der grünen U-Bahn-Linie in der Station Fridhemsplan. Zehn Menschen sterben, der Terror kommt nach Schweden. Rasch glaubt man, die Täter gefunden zu haben †“ »Siffins heilige Ritter«, eine geheime islamistische Vereinigung. Doch dann werden die »heiligen Ritter« einer nach dem anderen ermordet. Kommissarin Kerstin Holm greift auf die Erfahrung des pensionierten Kollegen Jan-Olof Hultin zurück. Denn ihr A-Team gerät in eine fatale Hetzjagd nach den wahren Tätern, deren Verbindungen bis ins Herz der Stockholmer Polizei reichen.»Opferzahl« lässt den Atem stocken vor so viel Raffinesse und menschlichem Abgrund. Arne Dahl gehört seit Langem zu den besten Kriminalautoren Schwedens.

Platz 5 : Belleville – Barcelona von Patrick Pécherot

Kurzbeschreibung
Der scheinbar leichte Auftrag, eine Fabrikantentochter, die mit einem Arbeiter durchgebrannt ist, wieder zur Familie zurückzuführen, erweist sich als Pulverfass. In Pécherots zweitem Band der Krimi-Trilogie aus dem Paris der Zwischenkriegszeit tritt wieder ein bemerkenswertes Personal auf: Neben Nestor Burma sind das ein Zauberkünstler, im Zivilstand Bestatter, ein glatzköpfiger, Rinderblut trinkender Schmuggler, eine Leiche ohne Kopf, die sich als Trotzkis ehemaliger Sekretär entpuppt und kein Geringerer als André Breton höchstpersönlich, der Waffen nach Spanien schmuggeln hilft. In Frankreich sind die Tage der Volksfront gezählt. Das Land wird erschüttert durch Attentate der rechtsextremen Cagoule, deren versuchter Staatsstreich nur wenige Monate zuvor vereitelt wurde. Die Lage in Europa wird immer angespannter. Hitler hat Österreich annektiert. Die Völkergemeinschaft schweigt, als Mussolini in Äthiopien einmarschiert. Auf der anderen Seite der Pyrenäen tobt der Spanische Bürgerkrieg. Patrick Pécherot beherrscht die Kunst, Zeit und Figuren auferstehen zu lassen wie ein Panoptikum und sie in eine spannende Krimihandlung einzubetten.

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Platz 6 : Roter Glamour von Dominique Manotti

Kurzbeschreibung
David gegen Goliath: Die junge Polizistin Noria Ghozali ermittelt gegen den mächtigen Präsidentenberater François Bornand. Ein Politthriller der Extraklasse über eine authentische Staatsaffäre: Manotti ist eine kaltblütige Chronistin des Verbrechens, literarisch brillant, gnadenlos realistisch und unbeirrbar parteilich.Staatsaffäre
Sie heißt Noria Ghozali und ist der Arsch der Truppe. Wenn Kinder auf Montmartre Hundehaufen mit Böllern zum Explodieren bringen, darf sie „ermitteln“. Und auf dem Revier ist die Jungpolizistin Zielscheibe rassistischer Mobbingattacken. Doch dann wird eine unbekannte Tote auf einem verlassenen Parkplatz zum Katalysator für ihre Karriere. Noria verbeißt sich sofort in ihren ersten echten Fall, und bald wird eine konkurrierende Polizeibehörde auf sie aufmerksam, der Zentrale Nachrichtendienst. Noria lässt sich anwerben für eine streng geheime Ermittlung, der die politische Elite zum Straucheln bringen könnte
Indessen arbeitet François Bornand, Sonderberater des sozialistischen Präsidenten Mitterand, an der Befreiung französischer Geiseln im Libanon. Der Gründer der berüchtigten Antiterrorzelle des Élysée steht unter Druck, denn kurz vor den Parlamentswahlen sind die Umfragewerte der Sozialisten denkbar schlecht. Ein geheimes Waffengeschäft mit dem Iran verheißt eine schnelle Lösung und fette Beute für die Parteikasse wie für Bornands Privatschatulle. Doch das mit Raketen beladene Flugzeug stürzt ab, und die Presse bekommt Wind von der Affäre. Machtgier und Überheblichkeit treiben Bornand in eine Spirale der Gewalt bis Noria Ghozali seinen Weg kreuzt.

Platz 7 : Zeugin der Toten von Elisabeth Herrmann

Kurzbeschreibung
Spuren eines quälend langsamen Todes, Blutlachen wie Seen, Hände, die verzweifelt Halt suchen. Judith Kepler hat viel gesehen. Sie wird gerufen, wenn die Spurensicherung geht. Sie macht aus Tatorten wieder bewohnbare Räume. Sie ist ein Cleaner. In der Wohnung einer grausam ermordeten Frau begegnet sie ihrer eigenen Vergangenheit. Die Tote kannte Judiths Geheimnis. Unter mysteriösen Umständen war Judith als Kind in ein Heim gebracht worden. Herkunft unbekannt. Immer im Schatten dabei, die Staatssicherheit. Als Judith Fragen zu stellen beginnt, gerät sie in das Visier mächtiger Gegner.

Platz 8 : Der schnelle Tod von Adrian McKinty

Kurzbeschreibung
Ein unfreiwilliger Einsatz für den britischen Geheimdienst wird zum Himmelfahrtskommando für Michael Forsythe. Die Terrorzelle, in die er eingedrungen ist, entpuppt sich als ein Haufen sadistischer Killer. Die beste Lösung, aus der Sache wieder rauszukommen, ist zurückzuschlagen. Die zweitbeste ein schneller Tod … Fünf Jahre im Zeugenschutzprogramm sind eine verdammt lange Zeit. Fünf Jahre Einöde, eine falsche Identität und Dauerüberwachung. Michael Forsythe braucht dringend Abwechslung. Doch was ein entspannter Strandurlaub werden sollte, endet zwischen den Fronten rivalisierender Fußballfans und schließlich im Gefängnis. Eine britische Agentin stellt Michael vor die Wahl: zehn Jahre mexikanische Gefängnishölle oder Undercover-Agent in einer Splittergruppe der IRA. Die Entscheidung fällt Michael nicht schwer. Er schafft es, zum inneren Kreis der Bande vorzudringen. Doch der Einsatz entwickelt sich zu einem Alptraum. Schon bald hat er keine Verbündeten mehr, und ihm wird klar, daß er wieder vor einer Wahl steht: töten oder getötet werden?

Platz 9 : Der Tod der Kitty Genovese von Didier Decoins

Kurzbeschreibung
„Die meisterhafte Rekonstruktion eines Verbrechens Truman Capotes Kaltblütig ebenbürtig“ Le Point
„Didier Decoins herausragendes Buch erzählt eine wahre Begebenheit. Trotzdem handelt es sich um einen Roman, dessen besondere Stärke nicht auf die dramatischen Vorgänge, von denen er berichtet, zurückzuführen ist, sondern auf die außerordentliche literarische Qualität, die ihn von der ersten bis zur letzten Seite auszeichnet.“ Le Magazine Littéraire
Queens, 13. März 1964: Um 3.15 Uhr stellt die 28-jährige Kitty Genovese, die von ihrer Schicht als Kellnerin nach Hause kommt, ihren Wagen in der Nähe ihres Apartments ab. Als sie aus dem Auto steigt, nähert sich ihr ein Mann. Dieser Mann ist Winston Moseley, der mit seiner Frau und zwei Kindern ebenfalls in Queens lebt. Winston Moseley arbeitet als Bürokraft, hat -keine Schulden, ist nicht vorbestraft und bisher nie auffällig geworden. Trotzdem erregt etwas an der Art, wie er sich Kitty Genovese nähert, deren Misstrauen. Sie versucht, eine Notrufsäule zu erreichen, wird jedoch von Moseley eingeholt und auf offener Straße niedergestochen. Über einen Zeitraum von einer halben Stunde wird Kitty Genovese von Winston Moseley vergewaltigt, schwer verletzt und am Ende ermordet während mindestens 38 Zeugen ihre Schreie hören und aus erleuchteten Fenstern heraus das Geschehen beobachten.
Die anhaltende Untätigkeit von Zeugen nennt man seit Kitty Genoveses Ermordung „Bystander-Effekt“ oder auch „Genovese-Syndrom“.

Platz 10 : Der Tod und der Dicke von Reginald Hill

Kurzbeschreibung
Weil er wieder mal auf seine große Klappe und die Überzeugungskraft seiner gut zwei Zentner Lebendgewicht vertraut, fliegt Superintendent Andy Dalziel eine Bombe um die Ohren. Schwer verletzt liegt der Dicke nun im Koma und schlägt sich mit dem Sensenmann herum. Chief Inspector Peter Pascoe will die Schuldigen dingfest machen und stößt dabei auf vermeintliche Islamisten, einen merkwürdigen Tempelritter- Orden und eine Anti-Terror-Einheit, die ihn kaltstellen will. Wäre doch bloß der Dicke mit von der Partie …

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Quelle: Die KrimiZEIT-Bestenliste wird in der Kooperation Die ZEIT, ARTE, und NordwestRadio von Tobias Gohlis als verantwortlichen Sprecher monatlich erstellt. Der Jury kommt es auf Qualität an. Monatlich wählen 17 auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie besonders viele Leser wünschen. Begründungen zum Ranking und Inhalt mit den jeweiligen Rezensionen der „Besten“ finden sich auf der Homepage der Krimi-Spezialisten unter www.arte.tv/krimiwelt
Die hier zu den einzelnen Büchern eingefügten Kurzbeschreibungen stammen von den Verlagen und geben nicht die Meinung der Jury wieder.

Neuübersetzung: Robert Louis Stevensons Abenteuerroman „St. Ives†œ

Robert Louis Stevensons Abenteuerroman „St. Ives†œ ist sensationell – zu Wasser, auf der Erde und in der Luft.

Der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson, vor allem durch den Jugendbuchklassiker „Die Schatzinsel“ (1883) und die Schauernovelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ (1886) bekannt, begann 1893 mit dem Roman „St. Ives„. Da er mit dem Werk nicht zufrieden war, brach er die Arbeit im Oktober 1894 zugunsten des Romans Weir of Hermiston (Die Herren von Hermiston) ab. Am 03. Dezember 1894 starb Stevenson im Alter von 44 Jahren auf der Samoa-Insel Upolu im Alter von 44 Jahren. Als Todesursache wurde eine Intracerebrale Blutung vermerkt.

„St. Ives“ blieb unvollendet. Der britische Schriftsteller und Kritiker Sir Arthur Thomas Quiller-Couch schrieb „St. Ives“ vom 31. Kapitel an in 6 weiteren Kapiteln auf Basis des schon ausgearbeiteten Konzepts zu Ende.

Wenn einmal der inflationär gebrauchte Begriff „kongenial†œ zutrifft, dann hier: Weder ein stilistischer noch ein erzähltechnischer Bruch ist in diesen letzten Kapiteln zu spüren„, schreibt Jochen Schimmang am 28.04.2011 auf FAZ.net.

St. Ives: Being The Adventures of a French Prisoner in England“ wurde 1898 veröffentlicht und erschien in der deutschsprachigen Übersetzung erstmalig 1975 unter dem Titel „Flucht ins Abenteuer“ in der Wiener Verlagsbuchhandlung Julius Breitschopf.

Im März 2011 hat der Hanser Verlag eine Neuübersetzung von Andreas Nohl auf den Markt gebracht.

Nohl hat Stevensons spätes Werk in ein geschmeidiges, frisches Deutsch übersetzt. Er hat zudem ein lesenswertes Nachwort geschrieben und den Roman mit ausführlichen Anmerkungen versehen. Der ist, wie man beim Lesen schnell begreift, nicht nur ein Spät-, sondern auch ein Hauptwerk und macht schmerzlich deutlich, dass Robert Louis Stevenson mindestens zwanzig Jahre zu früh gestorben ist. So sind gewiss einige Werke der Weltliteratur ungeschrieben geblieben. Dieses hier aber gehört ihr an und sollte nun gelesen werden„, heißt es abschließend in der ausführlichen und begeisterten Rezension von Jochen Schimmang.

Kurzbeschreibung
Ein Kriegsgefangener in Edinburgh verliebt sich in ein schottisches Mädchen, flieht und durchquert mit der Polizei im Nacken ganz England. In gottverlassenen Landschaften und zwielichtigen Kaschemmen spielen die Szenen und drohen die Gefahren, denen der Held immer wieder entkommt. Voller Eloquenz, Witz und entwaffnendem Charme zieht der Erzähler St. Ives unsere Sympathie auf seine Seite. In England gilt „St. Ives“ heute als Hauptwerk Stevensons. Andreas Nohl hat das großartige Porträt von Schottland neu entdeckt und vollständig ins Deutsche übersetzt. Ein rasanter Abenteuer- und Liebesroman zwischen Romantik und Moderne, spannend wie ein Hitchcock-Thriller!

Prolog (© Hanser Verlag)
Das Mauerstück, auf dem ich (zur Strafe für meine Sünden) saß, war auf der Innenseite mindestens zwölf Fuß hoch. Die Blätter der Buche, die mich notdürftig verbargen, waren teilweise schon abgefallen, und so war ich nicht nur selbst auf das gefahrvollste den Blicken preisgegeben, sondern hatte freie Sicht auf die Gartenwege und (unter einem immergrünen Bogen) den Rasen und ein paar Fenster des Hauses. Lange Zeit rührte sich nichts außer meinem Freund mit dem Spaten, dann hörte ich, wie ein Schiebefenster geöffnet wurde. Gleich darauf erschien Miss Flora im Morgengewand, schlenderte zwischen den Beeten näher, blieb hin und wieder stehen und betrachtete ihre Blumen – denen sie an Schönheit in nichts nachstand. Dort hatte ich eine Freundin, hier, unmittelbar unter mir, eine unbekannte Größe – den Gärtner. Wie sollte ich mich der einen mitteilen, ohne die Aufmerksamkeit des anderen auf mich zu ziehen? Ein Geräusch zu machen verbot sich. Ich wagte kaum zu atmen. Ich wollte, sobald sie hersah, ein Zeichen geben, doch sie schaute überallhin, nur nicht zu mir. Sie beugte sich über jedes noch so uninteressante Kräutlein, sie betrachtete die Kuppe des Berges, sie stellte sich sogar direkt unter mich und redete mit dem Gärtner über die langweiligsten Themen, doch hoch zur Mauer warf sie partout keinen Blick! Schließlich ging sie den Weg zum Haus zurück. In meiner Verzweiflung brach ich ein Stück Mörtel aus der Mauer, zielte auf gut Glück und – traf sie im Nacken. Sie fasste mit ihrer Hand an die Stelle, drehte sich um und schaute nach allen Seiten. Als sie mich erspähte (ich drückte die Äste auseinander, um es einfacher zu machen), stieß sie halb einen Schrei der Überraschung aus, halb schluckte sie ihn herunter.
Der vermaledeite Gärtner stand sofort stramm.
„Was möchten Sie, Miss?“ fragte er. Ihre Geistesgegenwart verblüffte mich. Sie hatte sich bereits umgedreht und sah in die entgegengesetzte Richtung.
„Da ist ein Kind in den Artischocken“, sagte sie.
„Die ägyptischen Plagen! Den knöpf‘ ich mir vor!“ rief er, und eilig watschelnd verschwand er zwischen den immergrünen Büschen. Schon hatte sie sich wieder umgedreht und kam zu mir gelaufen, die Arme ausgestreckt, ihr Gesicht in einem Augenblick von himmlischer Röte belebt, im anderen totenbleich.
„Monsieur de Saint-Yves!“ sagte sie.
„Meine verehrte junge Dame“, sagte ich, „Dies ist die unverzeihlichste Dreistigkeit -ich weiß! Aber was konnte ich anderes tun?“
„Sie sind geflohen?“ fragte sie.
„Wenn Sie das Flucht nennen wollen“, erwiderte ich.

Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 18/2011

Platz 1 : Verwesung von Simon Beckett

Platz 2 : Marina von Carlos Ruiz Zafón

Platz 3 : Für Eile fehlt mir die Zeit von Horst Evers

Platz 4 : Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada

Platz 5 : Schutzengel von Paulo Coelho

Platz 6 : Der alte König in seinem Exil von Arno Geiger

Platz 7 : Nero Corleone kehrt zurück: Es ist immer genug Liebe da von Elke Heidenreich

Platz 8 : Schändung von Jussi Adler-Olsen

Platz 9 : Im Schatten des Kauribaums von Sarah Lark

Platz 10 : Wie ein Licht in der Nacht von Nicholas Sparks

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

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Spiegel-Bestenliste Taschenbücher Woche 18/2011

Platz 1 : Zwei ein einem Tag von von David Nicholls

Platz 2 : Limit von Frank Schätzing

Platz 3 : Das verlorene Symbol von Dan Brown

Platz 4 : Die Dienstagsfrauen von Monika Peetz

Platz 5 : Der Leopard von Jo Nesbø

Platz 6 : Der Sommerfänger von Monika Feth

Platz 7 : Tiere von Simon Beckett

Platz 8 : Im Koma: Roman von Joy Fielding

Platz 9 : Alte Liebe von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder

Platz 10 : Tagebuch eines Vampirs – Schwarze Mitternacht: Band 7 von Lisa J. Smith

Quelle: Buchreport – Spiegel Online

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