Wigalf Droste bricht Lesung im Literaturhaus ab

Im Münchner Literaturhaus kam es am vergangenen Sonntagabend scheinbar zu einem Eklat. Der Schriftsteller Wigalf Droste soll sich „beleidigend und boshaft“ während seiner „kulinarischen Lesung“ geäußert haben, und deshalb brach Marion Bösker, die Pressesprecherin des Hauses, nach der Hälfte ab. Marion Bösker erklärte dazu: “ Mit der Qualität seiner Texte hat das überhaupt nichts zu tun, aber das wird wohl Drostes letzter Auftritt bei uns gewesen sein. Das tun wir unserem Publikum nicht mehr an.“

Zusammen mit dem Sternekoch Vincent Klink (Wielandshöhe, Stuttgart) sollte Droste aus dem gemeinsamen Buch „Weihnachten“ lesen, das Küchenteam der Brasserie war vorgesehen ein dreigängiges Menü zuzubereiten. Vincent Klink war erkrankt, was Droste allerdings erst beim Eintreffen 20 Minuten vor Veranstaltungsbeginn mitteilte. Er las eine Episode aus dem Buch und meinte dann, er könne dazu eine Geschichte über das Literaturhaus erzählen, „die ist ähnlich ekelig“. Dann ließ er sich aus über den bayerischen Dialekt von Literturhaus-Chef Reinhard Wittmann und beschwerte sich über die „miesen Bedingungen“ bei der Lesung und, dass man ihm gesagt habe, er, Droste, solle nicht vergessen, dass er Kochbücher schreibe und keine Buddenbrooks.

In der Pause erklärte Marion Bösker die Lesung für beendet.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Taslima Nasreen ändert umstrittene Passagen aus Dwikhandita

Taslima NasreenTaslima Nasreen gibt auf und ändert Passagen aus ihrem 2002 erschienenen Roman Diwikhandita. „Ich ziehe bestimmte kontroverse Zeilen zurück“, sagte sie der indischen Nachrichtenagentur PTI. „Ich hatte nicht die Absicht, Gefühle zu verletzen.“
Bei gewalttätigen Demonstrationen in der vergangenen Woche hatten Muslime in Nasreens Wahlheimat Kalkutta gefordert, Nasreens Indien-Visum für ungültig zu erklären.
Quelle: Der Tagesspiegel


„Women are oppressed in the east, in the west, in the south, in the north. Women are oppressed inside, outside home . Whether a woman is a believer or a non believer, she is oppressed. Beautiful or ugly, oppressed. Crippled or not, rich or poor, literate or illiterate, oppressed. Covered or naked, she is oppressed. Dumb or not, cowardly or courageous, she is always oppressed.“

Taslima Nasreen

Franz Kotteder zerreißt den verkauften Großvater – eine Premierenkritik

Der verkaufte GroßvaterFranz Kotteder, SZ-Redakteur und Autor von Die Billig-Lüge, hat offensichtlich einen schrecklichen Abend im Alpenzelt auf dem Münchner Tollwood-Gelände erlebt. Gestern fand die Premiere der mit Spannung erwarteten eigenen Tollwood-Produktion des bayerischen Kultstücks „Der verkauft Großvater“ statt. Unter der Überschrift

„Jämmerlicher Schmarrn“ und „Der verkaufte Großvater“ auf Tollwoood ist missglückt gipfelt die Kritik in der Aussage, die Inszenierung sei im Grunde eine Beleidigung für das Publikum.

Ja do varreck, wos war denn das? Scheinbar beschlich Franz Kotteder schon nach einer Viertelstunde das Gefühl, dass sich da jemand blamiert ohne es zu merken. Gabi Rothmüller und Alexander Liegl, beide mit viel Erfahrung in der Kleinkunstlandschaft, haben sich der musikalisch-kabarettistischen Neufassung des Stücks für das Winter-Tollwood angenommen. Doch scheinen die bemitleidenswerten Schauspieler nicht komisch, sondern laienhaft zu agieren und wie Laientheater-Deppen rüber zu kommen. Die Popsongs seien weitgehend unmotiviert und ohne neue Texte eingebaut, so dass man sich fast nach der Moderation von Dieter Bohlen sehne, der das ganze nach „Superstar“-Manier kommentiere.

Als guten Moment bezeichnet Franz Kotteder, wenn überhaupt, lediglich die Textpassagen von Winfried Hübner in seiner Rolle als Großvater, wenn er den Originaltext sprechen dürfe.

Alles andere aber sei fruchtbar peinliches Herumgehüpfe- und geträllere, irgendwie zusammengestopselt und notdürftig miteinander verbunden.

Tukan-Preis 2007 erhält Fridolin Schley – Preisverleihung am 04.12. im Literaturhaus

Die Stadt München verleiht jährlich den Tukan-Preis für die formal und inhaltlich am besten gelungene belletristische Neuerscheinung eines Münchner Autors/einer Münchner Autorin. Der Tukan-Preis ist mit 6000 Euro dotiert.

Den Tukan-Preis 2007 erhält Fridolin Schley für seinen Erzählband „Wildes schönes Tier“ (Berlin Verlag). In der Begründung der Jury heißt es: „Jede einzelne Erzählung entfaltet einen geradezu magischen Sog und überzeugt durch die erzählerische Souveränität“.

Fridolin SchleyFridolin Schley, geboren am 29. Oktober 1976 in München, ist ein deutscher Schriftsteller. Fridolin Schley studierte Germanistik, Philosophie und Politik in München und Berlin sowie an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Er lebt in München und ist als Verlagslektor tätig. Er promoviert über das essayistische Werk von W. G. Sebald.

Wildes schönes TierWildes schönes Tier
Ein Paar kehrt zurück an den Ort, den es in der ersten Zeit junger Liebe als magisch empfunden hat, doch die Beschwörung alten Glücks misslingt. Jule bleibt nach einem Bad im Meer verschwunden und Arnold glaubt an Selbstmord. Später steht Jule plötzlich neben ihm, bereit für den Wiederbelebungsversuch ihrer Liebe, der die beiden hierher geführt hatte. Doch Arnold wird sich nicht verzeihen können, dass er sich leichteren Herzens mit dem Tod seiner Frau abgefunden hätte, als dem Ende ihrer Beziehung. Es ist ein großes Thema, das Fridolin Schley in seinen neuen Erzählungen umkreist, vanitas vanitatum könnte über jeder der verblüffend reifen Geschichten dieses jungen Autors stehen: Ob in einer denkwürdigen Nacht im abriss-geweihten Palast der Republik oder der heimlichen Manipulation einer fremden Dreiecksbeziehung am Computer der Unibibliothek – stets ist der Autor der Vergänglichkeit auf der Spur und unseren sonderbaren Bemühungen, ihr zu entgehen.Nach der Preisverleihung liest der Autor aus seinem Buch.
Veranstalter: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Tukan Kreis e.V

Literaturhaus München, Dienstag, 4.12., 20 Uhr,
Begrüßung: Bürgermeisterin Christine Strobl
Grußworte: Hans-Dieter Beck
Laudatio: Tilman Spengler
Eintritt: frei

Münchner Weihnachtsmärkte – eine Auswahl

Christkindlmarkt MünchenChristkindlmarkt am Marienplatz
Der Weihnachtsmarkt auf dem Marienplatz soll seine Ursprünge bereits im 14. Jahrhundert haben, urkundlich erwähnt wird die Nikolaidult erstmalig 1642. Im Jahre 1806 wurde der Nikolaimarkt in Christmarkt umbenannt. Seit 1972 hat der Markt nach mehrmaligen Standortwechseln seinen Stammplatz am Marienplatz gefunden. Im Mittelpunkt steht der knapp 30 m hohe Christbaum, der mit 2.500 Kerzen geschmückt ist und den Marienplatz in einem besonderen Licht erstrahlen lässt. Rund 140 Marktstände laden zum Bummeln, Gustieren und Weihnachtsgeschenke einkaufen ein.
Vom 30.11. bis 24.12.2007 jeweils Mo-Fr von 10 bis 20.30 Uhr, Sa 9 bis 20.30 Uhr, So 10 bis 19.30 Uhr und am 24.12.2007 von 10 bis 14.00 Uhr

Weihnachtlicher Mittelaltermarkt mit Adventspektakel
am Wittelsbacher Platz (Nähe Odeonsplatz)
Öffnungszeiten täglich von 11 bis 20 Uhr. Kulturelles Rahmenprogramm an den Wochenenden, Gaukler, Märchenerzähler, Feuerspucker und mehr

Pasinger Christkindlmarkt
Der 25. Pasinger Christkindlmarkt ist an allen vier Adventwochenenden, also vom 1. bis 23. Dezember, jeweils Samstag und Sonntag von 13 bis 19.30 Uhr geöffnet. In diesem Jahr mit einer Benefizaktion für Kinder in einem Kinderheim in Villavelha in Brasilien.

Weihnachtsmarkt am Sendlinger Tor
Öffnungszeiten täglich von 10.30 bis 21 Uhr. Das Sendlinger Tor strahlt im Glanze vieler Lichter und lädt zum gemütlichen Bummeln über dem kleinen, aber feinen Christkindlmarkt ein. Ein täglich wechselndes Programm stimmt mit Weihnachtsmusik große und kleine Besucher auf die Adventszeit ein.

Haidhauser Weihnachtsmarkt
Weißenburger Platz, Öffnungszeiten täglich von 11 bis 20 Uhr. Abseits vom hektischen Trubel kann man hier in der Adventszeit mit allen Sinnen an über 60 festlich geschmückten und beleuchteten Ständen einkaufen und genießen.

Schwabinger Weihnachtsmarkt
Münchner Freiheit, Öffnungszeiten täglich von 12 bis 20.30 Uhr, am Wochenende von 11 bis 20.30 Uhr. Keine Fata Morgana, sondern die †œSchwabinger Kunstoase†!, lautet in diesem Jahr das Motto auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt. Abwechslungsreiche Musikveranstaltungen, Märchennachmittage und ein buntes Kinderprogramm erwarten die Besucherinnen und Besucher in der Kunstoase.

Blutenburger Weihnachtsmarkt
Kunsthandwerklicher Weihnachtsmarkt im Schlosshof vom 6. bis 9. Dezember mit abwechslungsreichem Programm