Deutscher Jugendliteraturpreis 2011: Nominierungen Kinderbuch

Ich, Gorilla und der Affenstern von Frida Nilsson (Text), Ulf K. (Illustration) und Friederike Buchinger (Übersetzung)

Kurzbeschreibung
Affensterne sind speziell! Sie sind größer als die anderen Sterne, und manchmal leuchten sie nur schwach und manchmal ganz hell. Aber auf jeden Fall bringen sie Glück, und das können Jonna und Gorilla brauchen. Denn der fi ese Bügermeister ihrer kleinen Stadt hat sich in den Kopf gesetzt, Gorillas Schrottplatz aufzukaufen, um an dessen Stelle das größte Schwimmbad Nordeuropas zu errichten. Und er erpresst Gorilla damit, ihr Jonna wegzunehmen und zurück ins Kinderheim zu schicken ein Affe als Adoptivmutter, hat man sowas je schon mal gehört? Aber Jonna und Gorilla sind mit allen Wassern gewaschen und Jonna weiß, dass sie und Gorilla zusammengehören und nichts sie trennen kann! Eine wunderbare Geschichte voller Situationskomik und mit herrlich schrägen Figuren, die man einfach lieben muss!
Ab 7 Jahre

Anton taucht ab von Milena Baisch (Text) und Elke Kusche (Illustration)

Kurzbeschreibung
Ein herrlich schräges Sommerbuch mit Tiefgang. Die Zutaten: Ein Protagonist mit Ecken und Kanten, ein wunderbar robuster Humor, skurrile Situationen und ein Erzählton frei nach Schnauze, der leise Zwischentöne nicht scheut.Ein herrlich schräges Sommerbuch mit Tiefgang. Die Zutaten: Ein Protagonist mit Ecken und Kanten, ein wunderbar robuster Humor, skurrile Situationen und ein Erzählton frei nach Schnauze, der leise Zwischentöne nicht scheut.
„Jetzt erzähle ich die Geschichte. Es beginnt in der Zeit, als ich noch Starflashman hieß, und hier sind Chips. Ihr sollt sitzen bleiben und zuhören, alles klar?“
Zugegeben, Campingurlaub mit Oma und Opa ist nicht gerade das Coolste. Doch erst als Anton entdeckt, dass es keinen Swimmingpool gibt, sondern nur einen SEE, werden diese Ferien zum GAU (größtmöglich anzunehmender Unfall). Arschbomben und Köpper vom Badesteg machen wie all die anderen Kinder? In diese Ekelbrühe? Niemals!
Zum Eigenbrödlerdasein verdammt und vor Langeweile vergehend, macht Anton schließlich eine Bekanntschaft der besonderen Art mit einem Fisch. Und damit beginnt ein Ferienabenteuer, wie es sich Anton in seinen kühnsten Heldenfantasien nicht ausgemalt hat
Ab 8 Jahre

Der letzte unsichtbare Junge von Evan Kuhlman (Text), J.P. Coovert (Illustration) und Uwe-Michael Gutzschhahn (Übersetzung)

Kurzbeschreibung
Der plötzliche Tod seines Vaters wirft den zwölfjährigen Finn zunächst völlig aus der Bahn. Seine Haare werden immer heller und auch seine Haut verliert jede Farbe. Finn ist davon überzeugt, sich allmählich aufzulösen. Kann es sein, dass er verschwinden muss, weil er seinen Vater nicht retten konnte? Oder wird Finn zu einer Art Geist, um ihn so wiedersehen zu können? All diese und andere Überlegungen schreibt Finn in sein Tagebuch. Aber auch die Erinnerungen an die vielen besonderen Erlebnisse mit seinem Vater sammelt er. Manches davon verewigt er in Cartoons. Witzig und nachdenklich, einfallsreich und ernst nähert er sich so immer mutiger dem »schrecklichen Tag, der alles veränderte«.
Ab 9 Jahre

Rosie und der Urgroßvater von Monika Helfer (Text), Michael Köhlmeier (Text) und Barbara Steinitz (Illustrator)

Kurzbeschreibung
Rosies Familie lebt in den USA, weit weg von dem kleinen Ort in Österreich, in dem über viele Generationen ihre jüdischen Vorfahren wohnten. Aber der Urgroßvater erinnert sich noch an die alten Geschichten vom Leben der Juden. Rosie hört gerne zu, wenn er von Mendel, dem Hausierer mit den wunden Füßen, erzählt, oder von der kleinen Sophie, die immer nur die Wahrheit sagte, was ihr gar nicht gut bekam. Irgendwann möchte Rosie Urgroßvaters eigene Geschichte hören. Und die ist dann nicht mehr lustig, sondern traurig, aber wenigstens ist sie für ihn gut ausgegangen.
Ab 10 Jahre

Onkel Montagues Schauergeschichten von Chris Priestley (Text), David Roberts (Illustration) und Beatrice Howeg (Übersetzung)

Kurzbeschreibung
Onkel Montague lebt allein mit seinem mysteriösen Diener Franz in einem düsteren alten Haus. Obwohl der Weg zu ihm durch einen unheimlichen Wald führt, besucht Edgar ihn sehr gerne, denn Onkel Montague scheint über einen unerschöpflichen Vorrat an Schauergeschichten zu verfügen. Doch je mehr von diesen Geschichten Edgar hört, desto unbehaglicher ist ihm zumute. Draußen wird der Nebel immer dichter, im Haus wird es immer kälter, und seltsame Geräusche sind zu hören. Was hat es mit diesen Geschichten auf sich? Woher kennt Onkel Montague sie und warum bewahrt er Gegenstände, die in den Geschichten vor kommen, in seinem Haus auf ?
Ab 10 Jahre

Hundewinter von K. A. Nuzum (Text) und Gerda Bean (Übersetzung)

Kurzbeschreibung
Der große Hund, der eines Tages auf Dessas Veranda im Schnee liegt, ist nicht nur scheu, sondern auch stur – genau wie Dessa. Ganz allmählich werden die beiden Freunde. Als eines Tages ein hungriger Bär in die Hütte eindringt, geraten die beiden in große Gefahr. Doch der treue Hund verteidigt Dessa mit aller Kraft und verfolgt den fliehenden Bären in den Wald. Als Dessa die Blutspur sieht, die er hinterlässt, weiß sie: Sie muss hinaus in den Schnee und ihrem Hund helfen …
Ab 11 Jahre

Die Kritikerjury zeichnet das beste Kinderbuch aus den Verlagsproduktionen des Vorjahres aus. Dotiert ist der Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 8000 Euro.
Am 14. Oktober wird Staatsminister Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, auf der Frankfurter Buchmesse alle Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2011 ehren. Die Auszeichnung ist der einzige Staatspreis für Literatur in Deutschland.

Quelle: Deutscher Jugendliteraturpreis

Deutscher Jugendliteraturpreis 2011: Nominierungen Bilderbuch

Meine große kleine Welt von Marianne Dubuc und Anna Taube (Übersetzung)

Kurzbeschreibung
Auf einem kleinen Hügel, hinter einem braunen Zaun, unter einer großen Eiche, da ist … ein Haus. Und was ist zu entdecken, wenn du vor das Haus gehst? Und immer weiter und weiter? Da sind ein Vogel, ein Bär, ein Knurren im Dunkeln? Eine Prinzessin, ein Pirat und ein Schiff? Wer kommt mit auf eine Reise durch die Welt – bis zu den Sternen und zurück? Ein erstes Bildwörterbuch der ganz besonderen Art: Alles, was Kinder wissen und ahnen, fühlen und denken, hören und sagen.
Ab 2 Jahre

Das Baumhaus von Marije Tolman

Kurzbeschreibung
Ein zauberhaftes Bilderbuch, dessen stillem Charme sich niemand entziehen wird können. Es gibt viele liebevolle Details zu entdecken, auf jeder Seite ein kleiner Kosmos. Und jeder Betrachter wird vielleicht eine andere Geschichte darin finden – je nachdem, auf welcher Reise er gerade selbst ist. Die niederländischen Künstlerin Marije Tolman und ihr Vater haben gemeinsam ein Kunstwerk geschaffen. Ein Buch für kleine und große Menschen, die ihren Sinn fürs Staunen und Entdecken noch nicht verloren haben.
Ab 3 Jahre

Oups! von Jean-Luc Fromental (Text), Joelle Jolivet (Illustration) und Leonie Jakobson (Übersetzung)

Kurzbeschreibung
Die Ferien fangen ja heiter an! Neunzig Minuten bis zum Abflug, kein freies Taxi in Sicht, ein Verkehrsstau, so weit das Auge reicht, und die Metro hat vorübergehend den Betrieb eingestellt. Die Zeit läuft! Dieses Bilderbuch im übergroßen Format (fast A3) erzählt von der zahllosen Verkettung unglücklicher Umstände, die ein heilloses Durcheinander in ganz Paris anrichten. Dummerweise hat es eine vierköpfige Familie samt Hund gerade jetzt eilig, um ihren Flug nach Djerba zu erwischen…
Ab 5 Jahre

Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor von Martin Baltscheit

Kurzbeschreibung
Wir sind nicht allein auf der Welt und müssen zusammenhalten. Niemand weiß das besser als der alte Fuchs, der schon etwas in die Jahre gekommen ist. Großherzig gibt er seine Weisheit und so manchen Überlebenstrick an die jungen Füchse weiter, z. B. wie man den Hunden des Jägers mithilfe eines Strohhalms garantiert entkommt oder den Geißen eine Falle stellt. Eines Tages jedoch beginnt der Fuchs manches Überlebensnotwendige zu vergessen. Der schlaue Rothaarige findet sich in der Welt nicht mehr zurecht, die einmal seine war. Aber das macht nichts, denn nun stehen ihm die jungen Füchse bei – wie gut, dass sie alles von ihm gelernt haben … Martin Baltscheits Geschichte steckt voller Humor und Wärme. Sein alter Fuchs wächst in seiner zunehmenden Verwirrung allen ans Herz – und zeigt uns, wie leicht auch die größten Hindernisse sein können, wenn man nicht alleine ist und bleibt. Ein kluges Bilderbuch über das Älterwerden und das Zusammenleben der Generationen.
Ab 5 Jahre

Papas Arme sind ein Boot von Stein Erik Lunde (Text), Øywind Torseter (Illustration) und Maike Dörries (Übersetzung)

Kurzbeschreibung
Es ist stiller, als es je zuvor gewesen ist … Denn eine fehlt die Mutter des Ich-Erzählers. Wie gut, dass es da noch Papa gibt! Seine Arme sind ein Boot, das den kleinen Jungen vor der Dunkelheit beschützt: »Wird schon werden«, sagt Papa, »ganz sicher!« In poetischen Worten und mit großer Wärme erzählt Stein Erik Lunde die Geschichte von dem kleinen Jungen, seinem Papa und einem großen Verlust. Der Künstler Øyvind Torseter hat die Geschichte in Bilder gefasst, die den Betrachter durch ihre ungewöhnliche Technik – er arbeitet mit fotografierten Papierbauten, die er zusätzlich am Computer bearbeitet – wie in ein Bühnenbild hineinziehen. Ein Trost- und Mutmachbuch der ganz besonderen Art.
Ab 5 Jahre

Tatu & Patu und ihre verrückten Maschinen von Sami Toivonen (Text), Aino Havukainen (Illustration) und Elina Kritzokat

Kurzbeschreibung
Die Brüder Tatu und Patu sind geniale Tüftler. Sie bauen vierzehn seltsame, aber unglaublich nützliche Maschinen, ohne die eine Familie mit Kindern nicht auskommen kann. Wer verzichtet schon gern auf die Guten-Morgen-Maschine, den Pfützenautomaten, den Ekelzutaten-Entferner, den Mini-Mach oder den Gespenstervertreiber? Tatu & Patu und ihre verrückten Maschinen ist erfindungsreich, phantasievoll und ein bisschen verrückt…
Ab 6 Jahre

Die Kritikerjury zeichnet das beste Bilderbuch aus den Verlagsproduktionen des Vorjahres aus. Dotiert ist der Preis mit einem Preisgeld in Höhe von 8000 Euro.
Am 14. Oktober wird Staatsminister Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, auf der Frankfurter Buchmesse alle Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2011 ehren. Die Auszeichnung ist der einzige Staatspreis für Literatur in Deutschland.

Quelle: Deutscher Jugendliteraturpreis

Schoßgebete: Softporno, Therapiesitzung und Eheratgeber?

Um es gleich vorwegzunehmen, ich habe beschlossen, Charlotte Roches Schoßgebete nicht zu lesen. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil ich mich nicht einreihen möchte in die Gruppe der vielen, vielen Voyeure, die das Buch anziehen wird und die es danach entweder als voll geil oder als banales Frauengefummel abwerten. Als Frau ist mir die selbstbewusste dreiunddreißigjährige Engländerin durchaus sympathisch, als Schriftstellerin finde ich ihre radikale Offenheit beschämend.

Nicht ihre schriftstellerischen Fähigkeiten haben ihr Romandebüt Feuchtgebiete zum meistverkauften Buch im Jahr 2008 in Deutschland gemacht, sondern Themen wie Analverkehr, Intimhygiene, Masturbationstechniken, Intimrasur und Prostitution. Ging es bei Feuchtgebiet um die Verarbeitung der Scheidung ihrer Eltern, konfrontiert sie in Schoßgebete den Leser mit dem Unfalltod ihrer drei Brüder auf dem Weg zu ihrer Hochzeit im Jahr 2001. Zum ersten Mal erzählt Charlotte Roche jetzt öffentlich von diesem Schicksalsschlag durch ihre Protagonistin Elizabeth Kiehl. Sie beschreibt, wie die Unglücksnachricht sie erreichte, wie sie im Krankenhaus am Bett der Mutter, die schwer verletzt überlebt, wachte, wie ihre Familie und ihre Beziehung an den traumatischen Folgen zerbrach.

Am liebsten tagsüber und Fenster zu wegen der Nachbarn. So mag es Elizabeth. Ihr Mann macht die Heizdecken auf dem Bett an, dann kann´s losgehen. Sie fährt sofort mit der Hand rein in Georgs XXL-Yogahose. Und ab hier betrügt sie ihre Männer hassende Mutter, die ihr beibringen wollte, dass Sex etwas Schlechtes sei. Hat aber nicht geklappt, Glück für Elizabeth, Glück für Georg. Aber Sex ist ja nicht alles, es gibt auch noch das Essenkochen für ihre Tochter Liza, und es gibt den Exmann, Lizas Vater. Keine geringe Rolle spielen auch ihre Ängste und ihre schrecklichen Eltern. Wobei diese Themen für Elizabeth seit dem Unfall immer zusammengehören.

„Schoßgebete“ erzählt von Ehe und Familie wie kein Roman zuvor. Radikal offen, selbstbewusst und voller grimmigem Humor ist es die Geschichte einer so unerschrockenen wie verletzlichen jungen Frau, heißt es in der Kurzbeschreibung.

Felicitas von Lovenberg schreibt in ihrer Rezension, die am 08.08.2011 in der FAZ veröffentlicht wurde, dass Charlotte Roche in Schoßgebete  quasi zu einer Therapiesitzung einlädt, in der der Leser in die Therapeutenrolle schlüpft.

Ich möchte auf gar keinen Fall die Therapeutin von Charlotte Roche sein. Dennoch bin ich sicher, dass die Startauflage von 500.000 Exemplaren nicht lange reichen wird. Schon 2 Tage vor Veröffentlichung hat es das Buch an die Spitze des Bestseller-Rankings bei Amazon geschafft.

Das blaue Sofa: ZDF startet neue Literatursendung mit Wolfgang Herles am 16.09.2011

Am Freitag, den 16. September 2011, startet um 23 Uhr im ZDF die neue Literatursendung „Das blaue Sofa„.  Wie das Börsenblatt mitteilt, will Wolfgang Herles mit dem Sofa auf Reisen gehen und Schriftsteller am Ort ihres Wirkens oder an einem Roman-Schauplatz treffen. Die halbstündige Sendung wird künftig sechs Mal im Jahr ausgestrahlt, immer freitags um 23.00 Uhr.

„Erstes Ziel ist es nicht, Kaufanregungen zu geben, sondern subjektiv und mit Leidenschaft Literatur zu vermitteln„, lässt sich der ZDF-Kulturchef Peter Arens vernehmen.

Wolfgang Herles präzisiert im Presseinterview:

„Ich will Literatur fördern, die gut erzählt, gut lesbar ist, die trotzdem relevante Themen hat, die etwas verrät über die Welt, die klüger macht. Das muss nicht das abgefahrenste avantgardistische Literaturexperiment sein. Dafür gibt es andere Medien, Feuilletons. Es muss aber auch nicht simple Unterhaltungsliteratur sein.„

Herles, der seit Juli die neu eingerichtete ZDF-Redaktion Kultur leitet, will sich auf Belletristik konzentrieren, Sachbücher spielen in seinem Konzept keine Rolle.

Zuletzt hatte sich das ZDF bis Dezember vergangenen Jahres mit der von Amelie Fried und Ijoma Mangold moderierten Sendung „Die Vorleser“ in den Dienst der Literatur gestellt. An die Einschaltquoten von Elke Heidenreichs „Lesen!“ konnten „Die Vorleser“ jedoch bei Weitem nicht anknüpfen.

Die nächsten Sendetermine sind am 4. November und am 2. Dezember 2011.

Quelle: Börsenblatt

Night Sky von Stephanie Madea [Rezension]

Night Sky – Sklave des Blutes – von Stephanie Madea

Die junge Pilotin Cira Anderson liebt ihren Beruf. Als sie bei einem Beinahe-Absturz in letzter Minute von dem überaus attraktiven Jonas Baker gerettet wird, ahnen beiden nicht, was das Schicksal für sie noch vorgesehen hat. Obwohl Cira vermutet, dass mit ihrem geheimnisvollen Retter etwas nicht stimmt, hat sie keine Ahnung, dass er ein Vampir ist.

Nach einhundert Jahren selbstauferlegter Einsamkeit in den russischen Wäldern kehrt Jonas unverhofft zur Beerdigung seines unter mysteriösen Umständen gestorbenen Vaters zurück. Doch er weigert sich, als Erstgeborener sein Erbe als Familienoberhaupt und Konzernerbe anzutreten. Auch die ihm zugedachte reinrassige Vampirin verschmäht er, da er diese reizende Menschenfrau nicht vergessen kann. Immer wieder rettet er Cira das Leben. Langsam, aber unaufhaltsam wächst die Liebe zwischen Jonas und ihr ebenso wie ihre emphatische Verbindung. Sie können bald nicht mehr voneinander lassen, obwohl ihre Liebe unter keinem guten Stern zu stehen scheint. Oder sind es gerade die Sterne, die ihr Schicksal bestimmen? Und wer trachtet Cira immer wieder nach dem Leben und versucht dabei gleichzeitig Jonas aus dem Weg zu räumen?

Flüssig und sehr einfühlsam schildert Stephanie Madea die außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Cira und Jonas. Mit ausdrucksstarken Worten zieht sie den Leser in einen Strudel aus Abenteuer, Romantik, hingebungsvoller Liebe und Leidenschaft zwischen Mensch und Vampir. Eine Legende, ein rätselhafter Ring, dunkle Geheimnisse und die Sucht der männlichen Vampire nach dem Blut der Menschenfrauen tragen zur Spannung bei. Die verbotene Verbindung zwischen diesen beiden verschiedenen Spezies ist bei weitem nicht neu, doch die Autorin versteht es wunderbar, den selbst in diesem Genre kundigen Leser immer noch in Erstaunen zu versetzen.

Unwillkürlich leidet man mit Jonas, der immer wieder vergeblich versucht, seiner großen Liebe fernzubleiben. Er sieht sich selbst als größte Gefahr für ihr Leben, weil die Gier nach ihrem Blut, die er selbst unter größten Anstrengungen nicht immer unterdrücken kann, übermächtig wird. Schließlich unternimmt er sogar einen Versuch, seiner Existenz ein Ende zu bereiten.

Cira Jane Anderson, die bisher noch nie einem Mann begegnet ist, der sie schon beim ersten Kennenlernen in seinen Bann gezogen hat, ist eine starke und sympathische junge Frau. Durch eine unglückliche Kindheit bringt sie einige Altlasten mit in die Beziehung. Wie tief sich Cira mit Jonas verbunden fühlt, machen die folgenden Sätze deutlich:

„Wir gehören zusammen, wir sind eins, deine Gefühle sind meine Gefühle. Ich weine, weil ich mit dir trauere. Sag mir warum ich trauere, sag mir warum ich wütend auf mich bin, warum mein Inneres mich zerreißen möchte. Sag mir, wer du bist, damit ich weiß, wer wir sind.†œ

Die Mitwirkenden in diesem Reigen der Legenden und Mysterien sind fein gezeichnet und von der Autorin beeindruckend in Szene gesetzt. Amy, Ciras toughe beste Freundin, ist eine unerschrockene Journalistin. Sie kommt dem Geheimnis um Jonas und den anderen Wesen, die auf der Welt mitten unter uns wandeln, gefährlich nahe. Amy scheint ein besonderes Gespür für diese unheimlichen Wesen zu haben. Mit Jonas´ Freund, dem berüchtigten Silver Angel Ny´lane Bavarro ist sie einem mächtigen Dämon auf der Spur.
Ny´lane Bavarro, dunkelhäutig und überwiegend schweigsam, ist ein ziemlich rätselhafter Charakter. Seinem Standardspruch ‚ich mag keine weißen Frauen†˜ schenkt niemand mehr Glauben, spätestens dann nicht mehr, als er und Amy sich näher gekommen sind.

Einfach nur köstlich ist es, wenn sich Lilith, ein gewaltiger und grausamer weiblicher Dämon, völlig unerwartet zu Wort meldet. In ihrer ganz eigenen, skurrilen Art schildert sie dem Leser persönlich ihre Beweggründe, warum sie mal wieder ihren Arbeitgeber, einen mächtigen Nephilim, versucht übers Ohr zu hauen. Sie ist ein mysteriöser Störfaktor, der sich immer wieder zwischen Cira und Jonas drängt, um ihre eigenen Ziele brutal durchzusetzen.

Alex, Jonas´ förmlicher und überaus steifer Bruder, vermittelt anfangs einen eher negativen Eindruck, da er sich in seinem Hass auf ihn ziemlich verbissen hat. Im Lauf der Geschichte erfährt der Leser jedoch mehr über die Beweggründe, und durch das Auflösen von schwerwiegenden Missverständnissen, gewinnt er am Ende immer mehr Sympathie.

Noch andere, verschiedenartige Wesen, deren Wege sich in diesem Roman unerwartet kreuzen, erkennen plötzlich, dass sie einen gemeinsamen Gegner haben. Und obwohl sie mit Vorurteilen untereinander behaftet sind, gilt es, diesen Feind gemeinsam zu bekämpfen, denn es scheint ein bedeutsamer Wandel in der Luft zu liegen.

Herrlich romantisch und prickelnd, spannend, hinreichend blutrünstig und mit einer Prise Humor gewürzt, bereitet dieser Roman ein wirklich wunderbares Lesevergnügen.

Nach dem Cliffhanger, den die Autorin in Night Sky Teil 1 hinterlassen hat, bin ich auf jeden Fall gespannt auf den 2. Band der Trilogie, der im Februar 2012 erscheinen soll.

Der Lesekreis bedankt sich bei Angie für diesen ausführlichen schönen Leseeindruck und beim Sieben Verlag für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares.

Kurzbeschreibung

Als der reinrassige Vampir Jonas Baker seine wohlhabende Familie nach hundert Jahren der Einsamkeit auf der Beerdigung seines Vaters wiedertrifft, verlangt der Clan Unmögliches von ihm: Nicht nur soll er den Baker-Konzern führen, man erwartet obendrein, dass er eine Reinblüterin ehelicht. Doch Jonas hat nicht vor, sich einer Legende oder seiner Familie zu beugen, so setzt er als Erstes alles daran, die mysteriöse Todesursache seines Vaters aufzuklären und den Mörder zu stellen. Dabei begegnet er der Pilotin Cira, die mit dem Tod seines Vaters verwoben zu sein scheint. Als ein mächtiger Nephilim nach ihrem Leben trachtet, vereitelt Jonas den Angriff und kommt ihr dabei gefährlich nah …

Taschenbuch: 248 Seiten – Sieben-Verlag (31. Juli 2011)

Über die Autorin

Stephanie Madea, geboren 1977, wuchs in Norddeutschland auf. In ihrer Jugend fand sie Erfüllung in der Leitung von Sportgruppen wie dem Kinderturnen oder in der DLRG. Sie voltigierte, schrieb nächtelang Prosa und Poesie, vertonte eigene Hörspiele und komponierte Stücke auf der Orgel.

Sie erhielt ihren staatlich geprüften Abschluss zur Wirtschaftsassistentin in Fremdsprachen und Korrespondenz, ließ sich zur Speditionskauffrau mit Handelskammerabschluss ausbilden und erlangte den Titel zur staatlich geprüften Immobilienmaklerin-IMI.

Nach mehrjähriger Berufstätigkeit im In- und Ausland startete sie im kreativen Bereich ihre Selbstständigkeit und tauchte in die Tiefen der Schreibkunst ab.

Seit 2007 arbeitet sie hauptsächlich als freie Schriftstellerin und lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihren drei Katzen in einem kleinen Dorf in den Bergen Zyperns.

Mehr Informationen über die Autorin finden sich auf ihrer Homepage unter www.stephanie-madea.com
Quelle Foto: Stephanie Madea