nice one Niveaulimbo: Jugendwort des Jahres 2010

nice one Niveaulimbo: Jugendwort des Jahres 2010

Unter uns, das Nippelwetter verführt gerade dazu emotional flexibel zu flamen und die Jugendwörter des Jahres 2010 zu haten. Denn was sich die Hotties, Lollis, Hochleistungs-Chiller, Speckbarbies und Consoleros mit ihren Arschfaxen da ausgedacht haben, klingt doch ein wenig malle und zeugt von einem nice one Niveaulimbo. Da mache ich mich lieber auf den Weg in die Klappkaribik, warte auf die Abwrackprämie und lass mir danach in der Änderungsfleischerei meine Crossi-Schäden wieder resetten. Hadde! 😆

Abwrackprämie: Rente
Änderungsfleischerei: Klinik für Schönheitschirurgie
Arschfax: Unterhosenetikett, das aus der Hose hängt
Atze: – Kumpel, Freund – Anhänger des Atzenstyles
copypasten: abschreiben, Inhalte kopieren
Crossi: Person mit braungebrannter, ledriger Haut
Dulli, Dully: Idiot
egosurfen: sich im Internet über Suchmaschinen suchen
emotional flexibel: launisch
eskalieren: exzessiv feiern
flamen: nörgeln, nerven
flatratelabern: quasseln, ohne Punkt und Komma reden
Hadde!, Hade lan!: Hau rein!, Tschüs, Alter!
haten: alles schlechtmachen, nörgeln
Hochleistungs-Chiller: extrem faule Person
Hottie: attraktive Person
Klappkaribik: Sonnenbank
Konsolero: Person, die viel Zeit mit der Spielkonsole verbringt
lohas: öko, umweltbewusst
Loli: unreifes, naives Mädchen
Lowbob: schlechter Spieler, Anfänger
malle: bescheuert, abgefahren
n1, nice one: – Gut gemacht!, Geile Aktion! – hübsch, schön
Nippelwetter: kaltes, regnerisches Wetter
Niveaulimbo: ständiges Absinken des Niveaus
Phantomvibration: Einbildung, dass das eigene Handy vibriert
raumschiff: super, toll
resetten: rückgängig machen, zurücknehmen
Schnitzelhusten: Schweinegrippe
Speckbarbie: aufgetakeltes Mädchen in viel zu enger Kleidung

Mitvoten beim „Jugendwort des Jahres 2010“ kann jeder bis 31. Oktober 2010. Einfach unter den 30 Jugendwörtern, die  in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesammelt wurden, das Lieblingswort aussuchen, anklicken und abstimmen.

Quelle: Jugendwort.de

LovelyBooks Leserkompass 2010: Die Blogger-Jury im Überblick

In den vergangenen Jahren haben bekannte Autoren die Gewinner bei dem Wettbewerb Leserrezension †“ der Leserkompass der Buchcommunity LovelyBooks ermittelt. In diesem Jahr wird es erstmalig auch eine Jury aus gewählten bzw. vorgeschlagenen Buchbloggern und Literaturwebseitenbetreibern geben. Ab dem 16. August 2010 können Rezensionen eingereicht werden.  Welche Autorinnen und Autoren die Autoren-Jury besetzen und welche Preise es in diesem Jahr zu gewinnen gibt, wird noch bekanntgegeben.

Die Blogger/Webseiten-Jury 2010 für die Leserrezension †“ der Leserkompass steht schon fest. Folgende Blogs und Webseiten wurden nominiert:

Florian Körner von Autoren-Community.de

Florian Körner betreibt ein Portal für Leser und für Hobbyautoren. Wer sich aktiv beteiligen möchte, kann sich ein Profil anlegen und eigene Texte veröffentlichen, Fotos hochladen oder mit anderen Benutzern kommunizieren. Weiterhin findet man auf der Seite der Autoren-Community den Zugang zu „JunDesk“. JunDesk ist ein Schreibwettbewerb. Der Name leitet sich von den beiden Begriffen „Junior“ und „Desk“ ab, richtet sich an Jungautoren im Alter von 11 bis einschließlich 22 Jahren und wurde von der Autoren-Community bereits 2008 ins Leben gerufen. Auch in diesem Jahr sind alle Jungautoren eingeladen ihre Texte ab dem 23. August 2010 über das Internet einzusenden. Weitere Informationen findet man hier auf der Seite von JunDesk.

Susanne Kasper von Literaturschock.de

Literaturschock.de hat nach eigenen Angaben den Anspruch zu informieren und Literatur den Menschen wieder näher zu bringen. Aus der Idee heraus sich einen Überblick über die eigene Bibliothek zu verschaffen entstand Literaturschock.de während ihres Informatik-Studiums, berichtet Susanne Kasper auf ihrem Blog. Seit den Anfängen vor 8 Jahren hat sich die Seite längst aus einer Raupe in einen Schmetterling verwandelt. Mittlerweile hat das Literaturportal 504 Biografien, 1247 Bibliografien, 84 Interviews, 19 Lesungsberichte im Bereich der Autoren und 3503 Buchvorstellungen, 3598 Rezensionen, 607 Serienvorstellungen im Bereich der Belletristik veröffentlicht. Viele weitere Beiträge über Fach- und Sachliteratur, Hörbücher, sonstige Literatur und Literaturverfilmungen finden sich auf Literaturschock.de. Auch sonst gibt es allerlei Lesenswertes wie das Literaturschock-Magazin – erstellt durch die Foren-Community von Literaturschock.de, Sonderberichte, die Rubriken Nützlich & interessant, Lustige Bücherwelt und Literaturtermine. Hut ab, vor so viel Fleiß und Durchhaltevermögen! 😉

Thomas †˜Tam†™ Becker von Tams-blog.de

Thomas Becker bloggt seit Dezember 2009 auf Tam´s Blog.de über seine Gedanken, Ansichten und Interessen. Neben seinem Faible für Männer-Mode, hat Tam sein Hauptaugenmerk auf die Literatur gerichtet, weil das Lesen von Büchern zu einem seiner liebsten Hobbys geworden ist. Tam stellt seine gelesenen Bücher nicht nur in Wort und Schrift vor, sondern produziert auch die eine oder andere persönliche Video-Buchempfehlung für die Veröffentlichung auf seinem Blog – und das macht er wirklich auf originelle liebenswerte Weise.

Thorsten Kneuer von Ex Libris


Ex Libris ist ein Webblog für Buchbesprechungen, Rezensionen und News aus der Bücherwelt. Hier werden Bücher aller Art vorgestellt, von Belletristik bis hin zu Sach- und Fachbüchern. Außerdem gibt es Gewinnspiele und neue Infos rund um die Bücherwelt. Also für alle Leseratten genug zu entdecken.

Stefan Möller (Hedoniker) von smoel.wordpress.com

„Der Hedoniker ist das, was wir einen Genießer nennen. Begründet wurde diese Richtung durch Aristippos von Kyrene, der eine lust- und genussbetonte Philosophie vertrat. Und Stefan Möller scheint ein Hedoniker zu sein. Er bloggt laut seinem Archiv seit Oktober 2007. In ausführlichen Rezensionen bespricht er anspruchsvolle Bücher jeder Couleur aus der zeitgenössichen Belletristik oder den Klassikern, aber auch Krimis, Sachbücher und Comics sind vertreten.  „Mainstream-Literatur“ ist dort nicht zu finden – dafür ein paar Fußball-Tipps zur letzten WM und einige News aus der Literaturszene.

Stefan Baumgartner von Bücherplausch.de


Die „Bücherplauscher“ sind ein Duo – nämlich Andrea Koßmann und Stefan Baumgartner. Am 10.10.2009 ist die Seite online gegangen. Seitdem stellen die beiden ihr „Büchergeschnattere“ in erster Linie in Podcasts vor. Die jeweiligen im Podcast vorgestellten Bücher tauchen ebenfalls als Rezension auf. Stefan lebt und arbeitet im österreichischen Steyr. Er ist lesebegeistert, besitzt eine Schallplattensammlung (Schwerpunkt Led Zeppelin! 😎 ) und wandert oder kocht gerne in seiner Freizeit. Stefan hat das verwaiste †œBookfeature† Podcastprojekt übernommen. Die Voraussetzung war, dass Kossi mitmacht.
Andrea Koßmanns „Kossis Welt“ ist den meisten sicherlich bekannt. Jetzt hat die quirlige sympathische Büchernärrin ihren ersten Roman geschrieben. „Männertaxi: Eine turbulente Komödie“ erscheint am 10.09.2010 im Droemer Knaur Verlag. Die Kurzbeschreibung kling vielversprechend: Warum kann man Männer nicht bestellen wie Pizza: „Einmal die Nummer 12, bitte extrascharf!“? Isa will diese Marktlücke schließen und beginnt mit Vergnügen, die „Speisekarte“ zusammenzustellen. Sie ahnt nicht, dass das Männertaxi nicht nur das Liebesleben ihrer Kundinnen beflügeln, sondern auch ihr eigenes kräftig durcheinanderwirbeln wird. Der Lesekreis wünscht Kossi viel Erfolg mit ihrem Debütroman!

Katharina von Mein Bücherreich.de

Katharina bloggt seit Anfang 2008. Mein Bücherreich.de existiert in der jetzigen Form seit November 2009. Die Schülerin liebt es nachts zu lesen und hat überhaupt immer ein Buch dabei und nutzt jede Möglichkeit, um in fremde Welten abzutauchen. Momentan liest Katharina am liebsten Fantasy (All Age, Kinder, Jugend/YA,…), aber auch sehr gerne historische Romane, Krimis oder englische Klassiker. Thriller und die typischen „Frauenromane“ lässt sie lieber liegen. Auf „Mein-Bücherreich.de“ schreibt Katharina ihre eigene Meinung zu Büchern und gibt einen Einblick in ihre Bücherwelt.

Emily von Papiergeflüster.com

Emilys Papiergeflüster besticht durch Klarheit. Das gilt sowohl für den Inhalt ihrer veröffentlichen Rezensionen, als auch für das Layout auf ihrem Blog. Laut Archiv bloggt Emily seit November 2006. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Phantastik und Belletristik, aber es finden sich auch Rezensionen über Kinder- und Jugendliteratur, Krimis und Thriller und einige historische Romane und Sachbücher auf Papiergeflüster.de. Papiergeflüster ist ein Blog, den jede Leseratte unbedingt mal besuchen sollte!

Alex von Aufgelesen.org

Für die Gestaltung und den Inhalt auf aufgelesen.org ist Alexander Schau zuständig. In dem Willkommensgruß heißt es: „Hier gibt´s Rezensionen zu guten und belanglosen Büchern. Wir sind zwar keine Profis, aber schreiben immer ehrlich und mit Leidenschaft. Tummelt Euch, viel Spaß beim Stöbern.“ Und auch hier verleitet die übersichtliche Gestaltung richtig zum Stöbern und Tummeln. Die vierzehn Redakteure schreiben hauptsächlich Rezensionen über anspruchsvolle Literatur. Philip Roth, Rocko Schamoni, Jonathan S. Foer, Jakob Hein, Uwe Timm, Alexa Hennig von Lange, Christa Wolf – aber auch Hesse und Böll gehören zu den zuletzt besprochenen Autorinnen und Autoren.

Rici von Herzgedanke.de

Der Blogname verrät schon viel über Rici. Die Wahl-Rheinländerin ist von dem Thema Liebe in Büchern fasziniert. Auf Herzgedanke.de veröffentlicht Rici eigene, sehr poetische Gedichte und Rezensionen aus dem Genre der historischen Romane, Thriller oder Lovestorys mit Vampiren und vieles mehr. Zurzeit arbeitet sie an ihrem ersten Buch. Aber bis zur Vollendung wird es noch ein langer, harter Weg, berichtet Rici auf ihrem Blog. Da sie Bücher mittlerweile beinahe inhaliert, kann sie sich guten Gewissens als Leseratte, Büchereule und Bücherwurm bezeichnen.
Rici organisiert auch Leserunden mit Freiexemplaren für die Teilnehmer auf ihrem Blog. Derzeit wird der historische Roman „Die Hüterin des Evangeliums“ von Gabriela Galvani gelesen und besprochen.

Katrin von BuchSaiten.de

Auf BuchSaiten.de stellt Katrin ihre ganz persönliche Mischung aus Büchern und Musik vor. Katrin ist 24 Jahre jung, Studentin (Grundschullehramt; Fächerkombination Germanistik und Musik) und interessiert sich für Bücher, Hörbücher, Literaturverfilmungen, Musik, u.v.m.
Katrins Blog ist sehr vielseitig. Sie veranstaltet Gewinnspiele, Umfragen, beteiligt sich an Stöckchen und schreibt neben ihren Rezensionen über Krempel und Kurioses und darüber wie sich die Welt dreht.

Sarah von Serpensortia.de

Sarahs Motto auf ihrem Blog Serpensortia lautet: Weil man nie zu viele Bücher, sondern nur zu wenig Regale hat. Seit Anfang 2010 füllt die 22-jährige Biologie-Studentin mit dem Faible für Fotografie, Filme und Bücher nun ihr virtuelles Bücherregal mit allerlei  Rezensionen. Zumeist bespricht Sarah aktuelle Neuerscheinungen aus dem Genre  Fantasy und Krimi. Es findet sich sehr viel Jugendliteratur auf Sarahs Blog, aber auch der Anfang eines geplanten Klassiker-Projekts mit einem beeindruckenden Artikel über Schillers „Die Jungfrau von Orléans“.

Andrea Kammann von Büchereule.de für die Sonderkategorie Hörbuch



Die Verantwortung für die Programmierung, Gestaltung und Redaktionsleitung auf Büchereule.de liegt bei Andrea Kammann.
Buechereule.de ist eine gut eingeführte Plattform für Themen rund ums Buch. Hier findet man Rezensionen, Buchtipps und Leserunden, die zum Teil zusammen mit den Autoren stattfinden. Der Austausch zwischen Lesern und Autoren wird bei der Büchereule groß geschrieben. Auch Schreibwettbewerbe gibt es, an denen sich registrierte Mitglieder beteiligen können. Jeder ist herzlich eingeladen sich kostenlos zu registrieren und in der bunten Gemeinschaft mitzumischen.

Binea und Mr. Rail von Literatwo

Last but not least teilen sich Binea und Mr. Rail, die Gewinner vom Leserkompass im letzten Jahr, eine Stimme in der Blogger-Jury. Das passt ausgezeichnet, da sie auch gemeinsam den Literaturblog Literatwo betreiben. 😉

Wir vom Lesekreis haben uns über die Nominierung sehr gefreut und mussten leider feststellen, dass wir die meisten der ebenfalls nominierten Websites und Blogs noch nicht kannten. Das hat sich mittlerweile geändert! Wir haben bei unserer Erkundungstour durch die virtuelle Welt der Bücher viel Neues, Schönes, Kreatives und Innovatives auf den sehr unterschiedlichen Seiten entdeckt und in diesem Beitrag ein wenig zusammengefasst. Sollte jemand mit der Darstellung nicht einverstanden sein, bitte melden!

Longlist zum Man Booker Prize 2010

Am 27.07.2010 hat die Jury die Longlist mit den nominierten Romanen der Autorinnen und Autoren zum diesjährigen Man Booker Prize veröffentlicht. Insgesamt wurden 138 Bücher eingereicht – 13 schafften es auf die Longlist.

Der Man Booker Prize ist mit £50.000 dotiert und gehört zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen im englischsprachigen Raum.

Die Shortlist wird am 07.09.2010 veröffentlicht – der Gewinner wird am 12.10.2010 beim Dinner in Londons Guildhall bekanntgegeben.

Folgende Romane sind für die Longlist nominiert:

Peter Carey mit Parrot and Olivier in America

Kurzbeschreibung
Oliver ist ein französischer Aristokrat, traumatisiertes Kind der Überlebenden der Revolution, immer in Angst vor neuen Unruhen. Parrot ist der Sohn eines englischen Wanderarbeiters, der ein Künstler sein wollte aber als Diener endete. Auf ihrer Reise in die neue Welt, mal gemeinsam, mal getrennt, entdecken sie das Abenteuer der Amerikanischen Demokratie- erzählt wechselweise aus den Perspektiven von Herrn und Diener. Erfindungsreiche Erzählung einer unmöglichen Freundschaft.

Emma Donoghue mit Room

Kurzbeschreibung
Es ist sein Geburtstag und Jack findet es aufregend fünf zu werden. Er lebt mit seiner Mutter im „Zimmer“. Das „Zimmer“ hat eine abgeschlossene Tür, ein Oberlicht und misst vier mal vier Meter. Er liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine „Freunde“, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge im Zimmer. Bis der Tag kommt, an dem Ma zugibt, dass es eine Welt da draußen gibt…
Lustig, niederschmetternd und erhebend zugleich – „Room“ ist ein Roman wie kein anderer.

Helen Dunmore mit The Betrayal

Kurzbeschreibung
Leningrad in 1952: a city recovering from war, where Andrei, a young hospital doctor and Anna, a nursery school teacher, are forging a life together. Summers at the dacha, preparations for the hospital ball, work and the care of sixteen year old Kolya fill their minds. They try hard to avoid coming to the attention of the authorities, but even so their private happiness is precarious. Stalin is still in power, and the Ministry for State Security has new targets in its sights. When Andrei has to treat the seriously ill child of a senior secret police officer, Volkov, he finds himself and his family caught in an impossible game of life and death for in a land ruled by whispers and watchfulness, betrayal can come from those closest to you.

Damon Galgut mit In A Strange Room

Kurzbeschreibung
A young man takes three journeys, through Greece, India and Africa. He travels lightly, simply. To those who travel with him and those whom he meets on the way – including a handsome, enigmatic stranger, a group of careless backpackers and a woman on the edge – he is the Follower, the Lover and the Guardian. Yet, despite the man’s best intentions, each journey ends in disaster. Together, these three journeys will change his whole life. A novel of longing and thwarted desire, rage and compassion, „In a Strange Room“ is the hauntingly beautiful evocation of one man’s search for love, and a place to call home.

Howard Jacobson mit The Finkler Question

Kurzbeschreibung
‚He should have seen it coming. His life had been one mishap after another. So he should have been prepared for this one‘. Julian Treslove, a professionally unspectacular and disappointed BBC worker, and Sam Finkler, a popular Jewish philosopher, writer and television personality, are old school friends. Despite a prickly relationship and very different lives, they’ve never quite lost touch with each other – or with their former teacher, Libor Sevick, a Czechoslovakian always more concerned with the wider world than with exam results. Now, both Libor and Finkler are recently widowed, and with Treslove, his chequered and unsuccessful record with women rendering him an honorary third widower, they dine at Libor’s grand, central London apartment. It’s a sweetly painful evening of reminiscence in which all three remove themselves to a time before they had loved and lost; a time before they had fathered children, before the devastation of separations, before they had prized anything greatly enough to fear the loss of it. Better, perhaps, to go through life without knowing happiness at all because that way you had less to mourn? Treslove finds he has tears enough for the unbearable sadness of both his friends‘ losses. And it’s that very evening, at exactly 11:30pm, as Treslove hesitates a moment outside the window of the oldest violin dealer in the country as he walks home, that he is attacked. After this, his whole sense of who and what he is will slowly and ineluctably change. „The Finkler Question“ is a scorching story of exclusion and belonging, justice and love, ageing, wisdom and humanity. Funny, furious, unflinching, this extraordinary novel shows one of our finest writers at his brilliant best.

Andrea Levy mit The Long Song

Kurzbeschreibung
Im turbulenten Jamaika des 19.Jahrhunderts lebt July als Sklavin auf der Zuckerrohrplantage „Amity“. Sie erlebt die letzten Jahre der Sklaverei, den großen Sklavenaufstand und die ersten Jahre der Freiheit …
Mit diesem Roman wirft britische Autorin Andrea Levy einen unterhaltsamen und spannenden Blick auf das Land ihrer Eltern und seine Geschichte. In ihren teils preisgekrönten Romanen reflektiert sie die Erfahrungen der schwarzen Briten und untersucht die innigen Bande, die die britische Geschichte mit der Geschichte der Kariben verbindet.

Tom McCarthy mit C

Kurzbeschreibung
The acclaimed author of Remainder, which Zadie Smith hailed as †œone of the great English novels of the past ten years,†gives us his most spectacularly inventive novel yet.
Opening in England at the turn of the twentieth century, C is the story of a boy named Serge Carrefax, whose father spends his time experimenting with wireless communication while running a school for deaf children. Serge grows up amid the noise and silence with his brilliant but troubled older sister, Sophie: an intense sibling relationship that stays with him as he heads off into an equally troubled larger world.
After a fling with a nurse at a Bohemian spa, Serge serves in World War I as a radio operator for reconnaissance planes. When his plane is shot down, Serge is taken to a German prison camp, from which he escapes. Back in London, he†™s recruited for a mission to Cairo on behalf of the shadowy Empire Wireless Chain. All of which eventually carries Serge to a fitful†”and perhaps fateful†”climax at the bottom of an Egyptian tomb . . .
Only a writer like Tom McCarthy could pull off a story with this effortless historical breadth, psychological insight, and postmodern originality.

David Mitchell mit The Thousand Autumns of Jacob de Zoet

Kurzbeschreibung
1799: Jacob de Zoet landet auf dem winzigen Eiland Deshima, dem äußersten Handelsposten der Dutch East India Company in Japan. Der junge Angestellte soll Beweise dafür finden, dass der vorherige Vorgesetzte hier Korruption betrieben hat. Während ihm seine Landsleute die kalte Schulter zeigen, gewinnt Jakob das Vertrauen des Dolmetschers und – sehr viel gefährlicher – verfällt einer seltenen Frau, einer Hebamme, der es gestattet ist, beim Arzt der Gesellschaft zu studieren. Er kann nicht vorhersehen, wie verhängnisvoll sie alle von jemanden betrogen werden, dem sie vertrauen und wie weit die Konsequenzen reichen …

Lisa Moore mit February

Kurzbeschreibung
In 1982, the oil rig Ocean Ranger sank off the coast of Newfoundland during a Valentine’s night storm. In the early hours of the next morning, all 84 men aboard died. Helen O’Mara is one of those left behind when her husband, Cal, drowns. Her story starts years after the Ranger disaster, but she is compelled to travel back to the ‚February‘ that persists in her mind, and to that moment in 1982 when, expecting a fourth child, she received the call informing her that Cal was lost at sea. A quarter of a century on, late one winter’s night, Helen is woken by another phone call. It is her wayward son John, in another time zone, on his way home. He has made a girl pregnant and he needs his mother to decide what he should do. As John grapples with what it might mean to be a father, Helen realises that she must shake off her decades of mourning in order to help. With grace and precision, and a shocking ability to render the precise details of her characters‘ physical and emotional worlds, Lisa Moore reveals the whole story to us. And just as, finally, we watch the oil rig go down, we see Helen emerging from her grief to greet a new life.

Paul Murray mit Skippy Dies

Kurzbeschreibung
Ruprecht Van Doren is an overweight genius whose hobbies include very difficult maths and the Search for Extra-Terrestrial Intelligence. Daniel ‚Skippy‘ Juster is his roommate. In the grand old Dublin institution that is Seabrook College for Boys, nobody pays either of them much attention. But when Skippy falls for Lori, the frisbee-playing Siren from the girls‘ school next door, suddenly all kinds of people take an interest – including Carl, part-time drug-dealer and official school psychopath …A tragic comedy of epic sweep and dimension, „Skippy Dies“ scours the corners of the human heart and wrings every drop of pathos, humour and hopelessness out of life, love, Robert Graves, mermaids, M-theory, and everything in between.

Rose Tremain mit Trespass

Kurzbeschreibung
Trespass is about place, space, territory… and the iron grip of the past.
Rose Tremain won the 2008 Orange Prize. Her thrilling new novel, Trespass, is a gripping story of redemption and revenge, in the sinister setting of the river gorges of the Cevennes.
Pressestimmen
„Tremain is a magnificent story-teller.“ Independent on Sunday
„Luminous talent for the fusion of the extraordinary and the commonplace.“ Sunday Telegraph
„Vivid, original and always engaging.“ The Times

Christos Tsiolkas mit The Slap

Kurzbeschreibung
The sensational international bestseller by Australia’s „preeminent contemporary novelist“ (The Age), in his United States debut
Winner of the 2009 Commonwealth Writers‘ Prize, Christos Tsiolkas’s The Slap is a riveting page-turner and a powerful, haunting rumination on contemporary middle-class family life. When a man slaps a child who is not his own at a neighborhood barbecue, the act triggers a series of repercussions in the lives of the people who witness the event-causing them to reassess their values, expectations, and desires. For readers of Jonathan Franzen and Tom Perrotta, this is a compelling account of modern society and the way we live today.

Alan Warner mit The Stars in the Bright Sky

Kurzbeschreibung
The Sopranos are back: out of school and out in the world, gathered in Gatwick to plan a super-cheap last-minute holiday to celebrate their reunion. Kay, Kylah, Manda, Rachel and Finn are joined by Finn’s equally gorgeous friend Ava – a half-French philosophy student – and are ready to go on the rampage. Just into their twenties and as wild as ever, they’ve added acrylic nails, pedicures, mobile phones and credit cards to their arsenal, but are still the same thirsty girls: their holiday bags packed with skimpy clothes and condoms, their hormones rampant. Will it be Benidorm or Magaluf, Paris or Las Vegas? One thing is certain: a great deal of fast-food will be eaten and gallons of Guinness will be drunk by the alpha-female Manda, and she will be matched by the others‘ enthusiastic intake of Bacardi Breezers, vodkas and Red Bull. With Alan Warner’s pitch-perfect ear for dialogue, pinpoint characterisation and glorious set-pieces, this is a novel propelled by conversation through scenes of excess and debauchery, hilarity and sadness. Like the six young women at its centre, „The Stars in the Bright Sky“ is vivid and brimming with life – in all its squalor, rage, tears and laughter – and presents an unforgettable story of female friendship.

Quelle: Man Booker Prize

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Literatur + Sulzbach im Taunus: Schneewittchen muss sterben

Literatur + Sulzbach im Taunus: Schneewittchen muss sterben von Nele Neuhaus

Pressestimmen
„Nele Neuhaus versteht es perfekt, die Spannung auf konstant hohem Niveau zu halten.“  krimi-couch.de

Kurzbeschreibung
Sulzbach im Taunus: An einem regnerischen Novemberabend wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd.

Über die Autorin
Nele Neuhaus, geboren 1967 in Münster/Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Seit sie ihre ersten beiden Krimis mit den Ermittlern Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff im Selbstverlag veröffentlichte, wächst ihre Fangemeinde rasant.

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Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland

Seitensprung der Sisterhood

Kapitel 1
Ankunft in Schottland

Ich war immer noch etwas nervös. Immerhin war ich das erste Mal ohne meine Schwestern unterwegs. Alleine mit Duncan nach Schottland. Duncan… Es war schon merkwürdig – da kannte man jemanden erst einige Wochen, wusste genau, dass man in ihm den richtigen Partner oder Gefährten gefunden hatte, und schon krempelte man sein ganzes Leben um. Natürlich war ich neugierig auf sein Zuhause, ich wusste nur nicht genau, wo das war. Er hatte mir nur gesagt, dass es in der Nähe von Fort Williams lag, wo auch immer das sein mochte. Ich war ja noch nie in Schottland. Er hatte mir eigentlich auch nicht viel über seine Familie erzählt. Nur, dass seine Eltern nicht mehr lebten. In dem Punkt war er sehr ziemlich verschwiegen. Vielleicht war das ja die beste Zeit, um sich besser kennen zu lernen. Denn Zeit hatten wir ja nun endlich genug füreinander. Neugierig sah ich aus dem kleinen Fenster. Unter uns lag eine dünne Wolkenschicht mit einigen Lücken, die ab und zu die Sicht auf das Meer freigab. Es war ein angenehm ruhiger Flug. Duncan war wenige Minuten zuvor von unserem Piloten ins Cockpit gerufen worden, also ließ ich meinen Blick in aller Ruhe durch das Innere der Kabine schweifen. Es war ganz anders als ich es von den Charterflügen gewohnt war. Alles war schön geräumig und komfortabel eingerichtet. Die wenigen Sitzplätze bestanden aus gemütlichen Sesseln, und hatten nichts mit den engen Sitzreihen in der Touristenklasse gemeinsam. An meiner Konsole entdeckte ich einige Knöpfen, die direkt neben der breiten Armlehne angebracht waren. Neugierig drückte ich den ersten und wartete gespannt, was passierte. Oh, das Licht wurde gedimmt. Na ja, das war jetzt nicht so spektakulär, also probierte ich den nächsten aus. Leise Musik erklang. Mh… okay. Beim dritten Knopf entfuhr mir unwillkürlich ein „Huch!†œ, als sich plötzlich die Rückenlehne nach hinten neigte, der Sitz sich in eine bequeme Liegefläche verwandelte, und ich flach auf dem Rücken lag. An der Wand neben mir öffnete sich eine Klappe und ein Brett schob sich mir entgegen, auf dem ein Kissen und eine Decke lagen. Beides nahm ich an mich, und langsam schloss sich die Klappe wieder. Zwei Knöpfe waren jetzt noch übrig. Also probierte ich den vorletzten und konnte beobachten, wie ein Monitor langsam von der Decke herab schwebte, sich etwas nach vorne neigte und auf halber Höhe stehen blieb. Gleichzeitig öffnete sich eine weitere Klappe neben mir und gab einen Blue-Ray Player mit einer großen Auswahl an Discs frei.
„Wow! Also hier kann man es aber aushalten!†œ
Blieb nur noch der letzte Knopf. Tja, und der öffnete eine gut sortierte kleine Bar mit allerhand Leckereien, die ich erst mal ausgiebig begutachtete. Als Duncan wieder die Kabine betrat, war ich gerade dabei, es mir gemütlich zu machen. Er blieb kurz vor mir stehen und musterte mich grinsend. Oh, ich muss wohl ein Bild für die Götter abgegeben haben, denn in einer Hand hielt ich noch die Decke, das Kissen lag schon unter meinem Kopf, und in der anderen Hand hielt ich mindestens 5 von den Discs. Ein halb aufgegessener Schokoriegel steckt zwischen meinen Zähnen und ich lag mit angezogenen Knien, zwischen denen ich eine Dose Coke eingeklemmt hatte, auf dem Rücken. Die Fernbedienung lag auf meinem Bauch.
„Warte meine Süße, ich helfe dir.†œ
Er beugte sich langsam über mich und… biss in den Schokoriegel.
„Mh lecker, süß und cremig. Oh da ist ja noch mehr†œ, murmelte er und küsste mich. Als sein Kuss intensiver wurde, und seine Hand sich unter mein T-Shirt verirrte, ließ ich die Sachen einfach fallen und umarmte ihn.
„Duncan? Der Pilot?†œ, fragte ich leise und knabberte an seinem Ohrläppchen.
„Der ist beschäftigt für die nächsten Stunden†œ, versicherte er mir mit seinen glitzernden dunklen Augen und öffnete den Knopf meiner Jeans….

Seite 2

Später, sehr viel später, nachdem wir etwas geschlafen und eine kleine Mahlzeit zu uns genommen hatten, schenkte er mir einen Kaffee ein und setzte sich mir gegenüber. Er sah mich ernst an, räusperte sich und fuhr sich mit einer Hand durch seine Haare. Er wirkte seltsam angespannt und nervös.
„Duncan, was ist denn?†œ
Er atmete hörbar aus, nahm meine Hand.
„Tut mir leid, es gibt eine Planänderung.†œ
Ich sah ihn neugierig an.
„Was?†œ
„Ja, wir werden nicht nach Glasgow fliegen, sondern nach Inverness. Ich habe vorhin die Order… also, als der Pilot mich gerufen hat, da war Mythos am Funk. Wir müssen zuerst auf das Anwesen. Nur für ein paar Tage, höchstens zwei Wochen.†œ
Er sah aus dem Fenster und biss die Zähne zusammen.
„Na, so schlimm ist das doch nicht!†œ, dachte ich nur verwundert.
„Und wo ist das Anwesen? Ist es weit weg von Fort Williams, wo immer das auch ist?†œ, fragte ich ihn. Er sah mich immer noch nicht an.
„Das Anwesen liegt in der Nähe von Loch Ness†œ, sagte es dann leise.
Oha, jetzt musste ich doch kichern, hielt mir aber schnell die Hand vor den Mund. Endlich sah er mich wieder an. Gott sei Dank war er nicht mehr so ernst. Und als er meinen amüsierten Gesichtsausdruck sah, musste er sogar schmunzeln.
„Ja, ich weiß, was du denkst. Aber so nahe ist Loch Ness auch wieder nicht. Es tut mir leid Angie, aber es ist wichtig.†œ
Bevor er wieder ernster wurde, umfasste ich sein Kinn.
„Ach, und wenn schon, mir ist es egal. Dann fahren wir eben erst zum Anwesen. Solange wir nur zusammen sind. Duncan, du machst dir wie immer zu viele Gedanken.†œ
„Ja, weil es da noch etwas gibt, was…†œ
Da wurde er von der Stimme des Piloten unterbrochen, der uns über die Sprechanlage zum Anschnallen aufforderte und uns auf die nahende Landung in Iverness hinwies. Ich strahlte Duncan an, küsste ihn schnell, dann zog ich den Gurt fest, schnappte mir seine Hand und sagte feierlich: „Schottland, ich freue mich auf dich!†œ
Minuten später setzte die Maschine sanft auf schottischem Boden auf.
Nachdem wir alle Formalitäten erledigt hatten, und durch den Zoll waren, verschwand unser Gepäck auf geheimnisvolle Weise. Ich sah ihn nur fragend an.
„Oh, das hat alles seine Richtigkeit.†œ
Dann strahlte er mich an, fasste mich an der Hand und zog mich hinter sich her.
„Komm mein Herz, ich möchte dir etwas zeigen!†œ
Er hatte er furchtbar eilig und war kaum zu bremsen, bis ich plötzlich stolperte.
„Hey, langsam! Ich hab nun mal nicht so lange Beine!†œ
„Oh, tut mir leid.†œ
Da hob er mich einfach hoch und trug mich die letzten Meter zu einem kleinen Gebäude.
„Aber deine sind hübscher!†œ, flüsterte er mir ins Ohr und nutze die Gelegenheit, um mir kurz ins Ohrläppchen zu beißen. Wie immer reagierte mein Körper sofort und ein Kribbeln wie bei bei einem elektrischen Stromschlag durchfuhr augenblicklich meinen Körper.
In dem Gebäude blieb er abrupt stehen und ließ mich runter. Dann zeigte er mir, was ihn so in Aufregung versetzt hat.
„Das Angie, ist mein Baby!†œ

Seite 3

Ich starrte ihn ungläubig an.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Ein AUTO? Du nennst dein Auto Baby?†œ
„Meine liebe Angie, das ist kein Auto! Das ist eine Dodge Viper SRT-10! Das Baby hat einen 8,4 Liter Motor, 600 PS und beschleunigt von 0 auf 60 Meilen in 4 Sekunden.†œ
Zärtlich strich er über den glänzenden Kotflügel.
„Auto… tztztz.†œ
Ich verbiss mir mühsam ein Lachen und sagte ernsthaft.
„Natürlich, und so schön schwarz. Hübsche Augen hat Baby ja, muss ich zugeben aber, oh Duncan, dein Baby hat aber breite Füße, und bestimmt auch einen riesigen Durst, oder?†œ
Er runzelte die Stirn und sah mich argwöhnisch an.
„Machst du dich gerade über mich lustig, ja?†œ
Ich hakte mich bei ihm ein und sah ihn unschuldig an.
„Aber ich doch nicht. Ich habe ja nur ein kleines unwürdiges Auto, das mich von A nach B bringt. Aber ich muss zugeben, dein Baby ist wirklich schön. Tja, da kann ich leider nicht mithalten.†œ
Das Auto war wirklich ein Traum, aber bestimmt auch sehr teuer gewesen. Ich seufzte tief.
„Du hast ein Auto? Ich denke, auf der Insel braucht ihr keine†œ, fragte er erstaunt.
„Nicht auf der Insel, aber ich habe noch ein kleines Apartment auf dem Festland, und da steht mein…äh… Erdbeerkörbchen.†œ
„Dein was?†œ
Ja, mein heißgeliebtes Erdbeerkörbchen! Mein Golf 3 Cabrio, in Metallic-Lila!†œ Ich verschränkte die Arme und sah ihn dabei trotzig an.
„Sag jetzt bloß nichts Falsches! Er hat zwar nur 100 PS und auch schon über 200 000 km auf dem Buckel, ein paar klitzekleine Beulchen und hier und da eine kleine Schramme, ab und zu hustet er auch mal, aber er war mir immer treu und hat nie rumgezickt. Er hat ein gutes Herz und eine Seele. Naja, und einen Namen hat er auch†œ, gab ich zögernd zu, „er hört auf den Namen… Alf!†œ
Breit grinsend sah er auf mich herunter. Ich stieß ihn leicht vor die Brust.
„ Oh, schon gut! Wenn ich der Viper die Reifen küsse, darf ich dann auch mitfahren?†œ
„Küss lieber mich, du kleine Verrückte†œ, raunte Duncan kichernd in mein Ohr und setzte mich einfach kurzerhand auf den Beifahrersitz und schnallte mich an. Geschmeidig wie eine Raubkatze glitt er hinter das Lenkrad, startete das Auto und gab Vollgas. Sofort wurde ich in meinen Sitz gepresst und mein Magen und mein Herz trafen sich ruckartig irgendwo in der Mitte. Oh Himmel, wo kann ich mich hier bloß festkrallen? Aah, fragt sich nur, wer hier verrückt ist! Ohne den Fuß vom Gas zu nehmen, fädelte er sich geschickt in den fließenden Verkehr ein und überholte gleich mehrere Autos, und das alles auf der für mich falschen Seite! Eigentlich wollte ich mir die Gegend ansehen, doch die verschwamm vor meinen Augen und ich kniff sie schnell zu. Langsam rutschte ich auf meinem Sitz so tief wie möglich nach unten. Da spürte ich seine Hand auf meinem Oberschenkel.
„Entspann dich, Angie und genieße die Fahrt!†œ
Ich ahnte sein Lächeln mehr, als dass ich es sah. Genießen? Ja klar! Moment mal! Wenn eine Hand auf meinem Bein lag, dann …
„Duncan! Willst du, dass ich einen Herzinfarkt bekomme? Nimm deine Hand da weg und tu sie dahin, wo sie hingehört!†œ, schrie ich in Panik und riss erschrocken meine Augen auf.
„Wir können keinen Infarkt kriegen†œ, stellte er trocken fest. Dann seufzte er und drosselte die Geschwindigkeit auf ein erträgliches Maß.
„Also gut mein Herz, weil du es bist.†œ
Beruhigend tätschelte er mein Bein.
„Schade, ich fahre gerne schnell!†œ
„Danke. Tut mir leid, aber ich habe mit hohen Geschwindigkeiten so meine Probleme†œ, gestand ich kleinlaut. Ich lehnte meinen Kopf an seinen Arm.
„Sag mal, wie passt du überhaupt in dieses Auto?†œ
„Spezialanfertigung.†œ

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Ich musste lachen und sah dann interessiert aus dem Fenster. Der Himmel war leider bewölkt. Wir hatten Inverness schon weit hinter uns gelassen und befanden uns auf einer einsamen Straße, die sich durch die Landschaft schlängelte. Plötzlich sah ich etwas Ungewöhnliches.
„Halt mal schnell an!†œ, rief ich überrascht aus.

Duncan trat abrupt auf die Bremse. Der Gurt verhinderte zum Glück, dass ich mit der Nase auf das Handschuhfach schlug.
„Was ist?†œ, rief er und sah mich erschrocken an.
„Schnell!†œ Ungeduldig riss ich an dem Türgriff und sprang aus dem Auto ohne auf ihn zu warten. Ein, zwei Schritte neben der Straße blieb ich stehen, und als ich ihn hinter mir spürte, deutet ich nach vorne.
„Sieh` doch mal! Ist das nicht wunderschön?†œ
Er umschlang mich mit seinen Armen, drückte mich an sich und lehnte sein Kinn auf meinen Kopf.
„Habe ich tatsächlich gesagt, wir können keinen Infarkt kriegen? Angie, mach das nie wieder!†œ Er seufzte tief.
„Ob ich mich je an deine kleinen Verrücktheiten gewöhnen kann, bezweifele ich stark. Mit dir wird es jedenfalls nie langweilig.†œ
„ Na das hoffe ich doch! Aber das war es doch wehrt.†œ Wir standen auf einer kleinen Anhöhe, von der aus wir die vor uns liegende Landschaft weit überblicken konnten. Grüne Hügel wechselten sich ab mit kleinen verstreuten Wäldern. In der Ferne sahen wir einige schneebedeckte Bergspitzen. Hier und da erkannten man einige Gebäude und steinerne Ruinen, die vor vielen Jahren mal eine Burg gewesen sein mussten. Kleine graue Straßen schlängelten sich durch die Landschaft und unterbrachen das satte Grün. Die Sonne hatte die Wolkendecke teilweise durchbrochen und das Spiel von Licht und Schatten erzeugte den Eindruck, als ob die Landschaft unter uns in Bewegung war. Es sah so aus, als würden auf einem grünen Meer kleine Wellen tanzen und die Oberfläche dadurch bewegen. Dort, wo die Sonnenstrahlen auf einen der vielen kleinen Seen trafen, glitzerte die Oberfläche wie eine unregelmäßige polierte Silbermünze. Es wehte nur ein leichter Wind. Ich lehnte mich zurück an seine Brust, eingehüllt von seinem Duft, genoss ich seine Nähe, das Naturschauspiel und diesen für mich vollkommenen Augenblick. Ich wünschte mir nur, ihn irgendwie festhalten zu können, damit ich mich immer wieder daran erinnern konnte. Dann drehte ich mich zu ihm um, sah ihn begeistert an und flüsterte:
„Weißt du eigentlich, wie schön dein Land ist?†œ
Er sah mich liebevoll an, strich meine Haare behutsam aus dem Gesicht und küsste mich leicht auf den Mund.
„Eigentlich schon, nur habe ich es lange nicht so gesehen und Einiges viel zu schnell vergessen, da ich lange nicht hier war. Es ist schön, ab und zu daran erinnert zu werden. Besonders wenn die Sonne mal scheint. Es freut mich, dass es dir gefällt.†œ Doch dann sah ich etwas Ungewöhnliches in der Ferne aufblitzen. Bei näherer Betrachtung sah es aus wie ein Kreis, ein sehr großer Kreis, der aus Steinen bestand die von innen heraus zu leuchten schienen.
„Was ist das?†œ, fragte ich ihn.
„Mh, das müsste der Feenring in der Nähe des Anwesens sein. Es ist nämlich nicht mehr so weit bis dahin, höchstens noch ein paar Meilen. Komisch. Normalerweise zeigt er sich nicht so offensichtlich, besonders tagsüber nicht. Sterbliche können ihn nicht sehen. Nur in der Nacht zur Sommersonnenwende, dann, wenn er am intensivsten leuchtet, können Menschen, die sensibel genug für mystische Dinge sind, manchmal ein helles Schimmern erkennen. So ein leuchtender mystischer Ring ruft die Feen in der Umgebung zu einer Versammlung in der Morgendämmerung zusammen, wenn ihre Kräfte am stärksten sind.†œ
Oha, Feen! Unwillkürlich fröstelte ich.
„Stimmt was nicht?†œ, fragte Duncan sofort.
„Wir Hexen haben eigentlich immer ein natürliches Misstrauen Feen gegenüber. Diese Wesen sind uns zwar ziemlich ähnlich, sie leben auch im Einklang mit der Natur und beziehen einen Teil ihrer Energie für ihre Magie aus ihr, so wie wir, aber sie sind vollkommen undurchschaubar, rätselhaft und manchmal können sie auch sehr rücksichtslos und grausam sein. Wenn wir Hexen uns etwas von der Natur nehmen, geben wir immer etwas zurück. Sei es eine Dienstleistung, einen Gefallen oder einen Teil von uns selbst – wie bei einem Tauschgeschäft.†œ
„Was denn von euch?†œ, fragte er interessiert.
„Ach meistens sind es nur einige Haare. Feen geben nie etwas freiwillig von sich her. Sie sind… können sehr besitzergreifend und arrogant sein, nicht alle, aber eben ein großer Teil von ihnen. Und Feen haben Flügel†œ, fügte ich noch bedauernd und ein bisschen neidisch hinzu.
Duncan lachte leise.

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„Ich liebe dich auch ohne Flügel, mein Herz. Außerdem brauchst du doch keine, du kannst ohne sie fliegen.†œ Ich seufzte. „Stimmt schon, aber so ein paar Flügel sehen so hübsch aus.†œ Wieder lachte er leise und meinte dann ernster: „Aber diese Sache ist schon sehr merkwürdig. Wir haben doch erst späten Nachmittag. Na ja, was soll`s, das Rätsel werden wir jetzt sowieso nicht lösen. Die Sonne ist schon wieder hinter den Wolken verschwunden. Komm, steigen wir ein, wir müssen weiter.†œ
Nach wenigen Meilen durch die schöne schottische Landschaft verlangsamte er die Fahrt plötzlich und bog in einen kleinen unbefestigten Weg ein. Kurze Zeit später hielt er an, drehte sich zu mir und küsste mich auf die Wange.
„So, mein Herz, wir sind da.†œ
Ach ja? So aufmerksam ich mich auch umschaute, ich sah… nichts! Von dem Anwesen oder überhaupt irgendeinem Gebäude keine Spur. Nur einige niedrige Bäume standen sehr nahe an dem Weg. Fragend sah ich ihn an, doch er öffnete nur sein Fenster und streckte seinen Arm aus, um einen der Bäume mit der flachen Hand zu berühren. Was dann Sekunden später passierte, raubte mir schier den Atem! Genau vor uns erschien wie aus dem Nichts ein riesiges schmiedeeisernes schwarzes Tor, an dessen Streben viele Mystische Figuren und Zeichen angebracht waren, die so kunstvoll und filigran gearbeitet waren, das jeder Betrachter glaubten musste, dass sie lebendig waren und sich bewegen würden. Ein Drache zum Beispiel warf seinen spitzen Kopf in den Nacken und spie Feuer in den Himmel, während ein Werwolf, der auf seiner Schwanzspitze saß, den Mond, der über ihm schwebte, anheulte. Daneben lag ein Kobold unter den Klauen eines wunderschönen Phönix, der in seinem gebogenen Schnabel ein goldenes Ei trug. Auf einem seiner ausgebreiteten Schwingen saß ein lächelnder Gargoyle. Doch mir blieb wenig Zeit dieses Tor zu bewundern, denn schon schwang es auf. Als es zur Seite glitt, hatte ich das Gefühl, als wenn mich die Figuren neugierig mit ihren Augen verfolgen würden. Mir wurde es etwas unheimlich und ich rückte näher zu Duncan.
„Ist der Baum eine Art Schloss, und du bist der Schlüssel?†œ, fragte ich ihn. Er grinste ein bisschen überheblich.
„So etwas Ähnliches. Wir nennen es Molekular-Bioscanner.†œ Als ich die Augen verdrehte, lenkte er ein.
„Okay, ein Schlüssel.†œ Doch dann wurde meine Aufmerksamkeit abgelenkt – das offene Tor gab die Sicht auf etwas Gigantisches frei.

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„Wow!†œ, entfuhr es mir, denn genau vor uns ragte eine riesige Hausfront, die mindestens 25 Meter hoch und aus rotem Backstein gemauert war, empor. Oben auf den breiten Dachzinnen hockten Gargoyles. Sie grinsten mit ihren furchterregenden Fratzen auf das Anwesen. Unheimlich! Wir fuhren in Schrittgeschwindigkeit auf einem gepflasterten Weg durch einen steinernen Rundbogen auf einen kleinen Park zu. Es sah so aus, als hätte man die schönsten Elemente der Universitätsgebäude aus Oxford, Cambridge und Yale hierher geschafft, zwischen den ganzen Bäumen und Blumenrabatten neu angeordnet und so einen einmaligen Campus geschaffen. Ich war einfach überwältigt! Der Anblick war wunderschön, besonders, da alles durch die einsetzende Abenddämmerung in ein warmes Orange getaucht war. Mit offenem Mund starrte ich aus dem Fenster. Wir fuhren auf einen großen, schwarzen Gedenkstein in der Mitte des Parks zu, dann bog Duncan nach rechts ab und hielt vor einem zweistöckigen grauen Gebäude. Über dem Eingang war eine steinerne schwarze Orchidee angebracht.
„Das ist das Haus des Ordens. Darin sind unsere privaten Apartments. Die Verwaltung, das Trainings- und Schulungszentrum ist dort drüben. Alle Gebäude sind miteinander verbunden. Sei es nun ober oder unterirdisch. Und ganz weit hinten, das ist von hieraus nicht zu sehen, liegt die Stadt der Zwerge†œ, erklärte mir Duncan und deutete nach links auf die anderen Gebäude. Stolz schwang in seiner Stimme mit, und er war offensichtlich sehr glücklich darüber, endlich mal wieder zu Hause zu sein.
„Aber lass uns erst mal reingehen, morgen ist auch noch ein Tag, dann zeige ich dir alles†œ, sagte er zu mir und stieg aus dem Auto um mir die Wagentür zu öffnen. Beim Aussteigen hörte ich jemanden mit einer ganz aufgeregten Stimme rufen.
„Sir! Sir Duncan! Habe ich doch richtig gehört! Wie schön, Sie wieder hier zu haben, Sir.†œ Die Stimme gehörte zu einem kleinen rundlichen Mann mit Pausbacken und dichten grauen Haaren, vermutlich ein Zwerg, der einen mit Öl verschmierten Arbeitsanzug trug und mit einem Schraubenschlüssel winkte. Er strahlte über sein ganzes Gesicht und lief auf uns zu. Seine blauen Augen leuchteten regelrecht. Er ergriff Duncans Hand und schüttelte sie kräftig. Dann jedoch ließ er sie schnell los und streichelte der Viper behutsam über die Motorhaube.
„Ah, der Sir hat auch Baby mitgebracht. Wie schön! Na, meine Liebe, hat er dich auch gut behandelt?†œ Hä? Duncan lachte laut, als er meinen ungläubigen Gesichtsausdruck bemerkte und legte den Arm um mich.
„Darf ich dir Henry vorstellen? Er ist für unseren gesamten Fuhrpark zuständig. Henry? Das ist Angie, meine Gefährtin.†œ
„Oh! Verzeihung, Mylady. Freut mich wahnsinnig, Sie endlich kennen zu lernen†œ, beeilte er sich zu sagen, wischte seine Hände an seiner Hose ab und schüttelte mit der gleichen Begeisterung meine Hand. Er hatte ein offenes, freundliches Gesicht, und ich mochte ihn gleich. Entschuldigend fügte er noch ein bisschen verlegen hinzu:
„Ich habe Baby und den Sir doch so vermisst.†œDuncan schüttelte nur lachend seinen Kopf und warf ihm die Autoschlüssel zu.
„Dann bring Baby mal schön vorsichtig ins Bettchen. Und ich habe dir doch schon hunderte Mal gesagt, lass endlich den „Sir†œ weg!†œHenry ließ den Schraubenschlüssel einfach fallen und fing geschickt die Autoschlüssel auf.
„Natürlich, Sir, kommt nicht wieder vor, Sir. Versprochen, Sir.†œ Ohne uns noch eines Blickes zu würdigen, klemmte er sich hinter das Lenkrad und startete das Auto. Strahlend nickte er und gab Vollgas. Duncan zuckte merklich zusammen.
„Vor…!†œ Doch Henry war schon mit quietschenden Reifen um die Ecke verschwunden.
„… sicht†œ, flüsterte er und sah seiner geliebten Viper bekümmert hinterher. Ich verdrehte stöhnend die Augen und knuffte ihn leicht.
„Oh nein, noch ein Verrückter! Können wir jetzt bitte…?†œ Ich war total erschöpft von der langen Reise und wollte mich nur noch ausruhen.

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„Natürlich. Ach, ich weiß ja, dass Baby bei ihm in guten Händen ist. Aber er ist manchmal ein bisschen zu stürmisch. Du hast recht, gehen wir rein. Ich nehme an, Mary wartet schon auf uns†œ, unterbrach er mich und schob mich in Richtung Eingangstür.
„Moment mal, wer ist denn Mary?†œ, fragte ich ihn misstrauisch und blieb einfach stehen. Er drehte sich zu mir.
„Sie ist … sie sorgt für uns, also für uns Brüder. Keiner weiß genau wie alt sie ist. Sie war die Nanny von meinem Vater und dann von mir und…, jedenfalls ist sie mit mir auf das Anwesen gezogen.†œ In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und eine kleine hagere Frau mit kurzen, sorgfältig frisierten grauen Haaren stand mit strenger Miene vor uns.
„Unpünktlich und zu spät! Nun ist das Essen verdorben!†œ
Ihre dunklen Augen sahen Duncan tadelnd an. Mich beachtete sie gar nicht. Duncan ließ sich nicht im Geringsten davon beeindrucken, sondern umarmte die kleine Frau und wirbelte sie herum. Dann küsste er sie auf beide Wangen.
„Ich freue mich auch, dich zu sehen, Mary!†œ Er drehte sich mit ihr zu mir und zwinkerte mir zu.
„Das ist meine Angie.†œAls er sie wieder auf den Boden gestellt hatte, streckte ich ihr freundlich meine Hand entgegen, die sie nach einigem Zögern auch ergriff. Mit einem unterkühlten Blick musterte sie mich. Unbehaglich wurde mir plötzlich bewusst, dass ich nach der Reise bestimmt wie ein zerrupftes Huhn aussehen musste. Dann sah sie mir tief in die Augen ohne meine Hand loszulassen.
„Sie ist keine Vampirin! Sie ist eine…†œ, flüsterte sie leise.
„Ja, ich bin eine Hexe, gut, nur eine halbe. Die andere Hälfte ist menschlich, aber ich bin stolz darauf!†œ Trotzig sah ich sie an, obwohl ich ein bisschen von ihrem skeptischen Blick verunsichert war, und entzog ihr meine Hand. Langsam schüttelte sie den Kopf und murmelte leise vor sich hin.
„Menschlich … das kann doch nicht sein…†œ Dann wandte sie sich wieder an Duncan.
„Hübsch ist sie ja, und auf den Mund gefallen auch nicht. Aber da ist noch etwas anderes in ihr…†œ
„Mary! Das reicht jetzt!†œ, knurrte Duncan bedrohlich und legte seinen Arm um mich.
„Ja, ja, schon gut. Ich sag ja nichts mehr. Los, rein mit euch! Mal sehen, was ich von dem Essen noch retten kann.†œ Ich konnte plötzlich ein Gähnen nicht mehr unterdrücken und wankte ein bisschen vor Müdigkeit. Duncan nahm mich vorsorglich am Arm und ging mit mir durch die imposante Eingangshalle hinter Mary her, die uns den Vortritt in einen sehr schönen Raum ließ. Ein hübsch gedeckter Tisch lud uns ein und wir setzten uns gegenüber. Mary verschwand in einem Nebenraum und so konnte ich ihm endlich die vielen Fragen stellen, die mir auf der Zunge brannten.
„Duncan, sag mal, warum konnte ich das Anwesen nicht von Anfang an sehen? Das ist bestimmt eine Art Schutzzauber, den ich nicht kenne, richtig?†œ Er nickte zustimmend.
„Und warum braucht ihr hier sowas überhaupt? Damit nicht Unbefugte aus Versehen über das Anwesen stolpern – also Spaziergänger und Touristen?†œ Wieder nickte er nur.
„Und was hat Mary gegen Hexen? Oder hat sie nur was gegen mich persönlich? Oh, vielleicht mag Mary mich ja nicht, weil wir zusammen sind? Liege ich richtig?†œ Kopfschütteln seinerseits.
„Ach ja, und der Feenring, was hat der hier zu bedeuten? Weißt du, dass ich gleich umfalle vor Müdigkeit? Es könnte aber auch der Hunger sein! Oh, aber was ich bis jetzt von dem Anwesen gesehen habe, gefällt mir! Besonders die Rosenbeete… oder mag Mary mich nicht, weil sie was Besseres für dich gewollt hatte? Der Raum hier ist aber hübsch eingerichtet. Antik und modern, eine sehr gelungene Mischung. Ist das euer Esszimmer? Also, für euch Brüder jetzt? Muss wohl so sein, bei dem langen Tisch hier, an dem wir sitzen. Hier passen ja mindestens 20 Personen dran. Oh, dann sind eure Apartments oben? …Duncan, warum sagst du denn nichts?†œAmüsiert betrachtete er mich. Dann breitete er einladend seine Arme aus.
„Komm her, bevor mir noch schwindelig wird.†œ Schnell setzte ich mich auf seinen Schoß und kuschelte mich an ihn. Oh man, der Jetlag hatte mich voll im Griff! Ich rieb meine Nase an seinem Hals und die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Wie immer beruhigten mich sein Duft und seine Nähe.
„Ich weiß, ich plappere, aber ich bin so schrecklich müde. Tut mir leid.†œ
„Muss es nicht. Also zunächst einmal, Mary mag dich! Sie ist manchmal etwas ruppig, hat aber das Herz auf dem rechten Fleck. Das wirst du merken, wenn ihr euch erst besser kennengelernt habt.†œ

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Oh nein, dann möchte ich aber nicht in ihrer Nähe sein, wenn sie mal so richtig sauer ist! Doch gerade als er anfing mich zu küssen, kam Mary rein und stellte eine große Schüssel mit einem deftigen Eintopf auf den Tisch. Schnell sprang ich von seinem Schoß auf meinen Platz zurück. Ich kam mir wie ertappt vor. Und als mein Magen auch noch anfing laut zu knurren, wurde ich prompt rot! Sie verteilte das Essen und setzte sich mit ihrer unergründlichen Miene an das andere Ende des langen Tisches. Unauffällig schnupperte ich über meinem Teller. Das roch aber merkwürdig! Duncan jedoch strahlte.
„Danke Mary. Mein Lieblingsessen, Lammtopf! Weißt du, Angie, Mary macht den besten Lammtopf der ganzen Welt.†œEr zwinkerte mir verschwörerisch zu und fing an zu essen. Ja klar, das hat ja gerade noch gefehlt! Ich mochte kein Lamm, noch nie, und egal wie auch immer es zubereitet wurde, es schmeckte mir nicht. Aber wenn ich es mir mit ihr nicht ganz verderben wollte, musste ich da durch… irgendwie. Also nahm ich einen Löffel voll, kaute schnell und spülte alles mit einem großzügigen Schluck Wasser hinunter. Ich atmete tief durch und lächelte etwas mühsam. Stumm beobachtete sie uns. Ich nahm mir von dem Brot, das nun wirklich sehr lecker war und wandte mich wieder meinem Teller zu. Doch nach dem zweiten Löffel und zwei Gläsern Wasser konnte ich nicht mehr, der Geschmack war einfach schrecklich.
„Puh, jetzt bin ich aber satt. Ich schaffe keinen Bissen mehr. Schade, es ist köstlich Mary†œ, log ich und schob den Teller zu Duncan.
„Es hat Ihnen überhaupt nicht geschmeckt!†œMary sah mich durchdringend vom anderen Ende des Tisches an. Dann stand sie auf, kam langsam auf uns zu, nahm meinen noch vollen Teller in die Hand und… fing an zu lachen. Unsicher sah ich sie an. Ihr Blick hatte sich total verändert, selbst ihre Augen lächelten mich warm an. Was war das jetzt? Ein Trick? Schnell entschuldigte ich mich.
„Tut mir wirklich Leid, aber ich mag nun mal kein Lamm.†œ Sie schüttelte leicht den Kopf.
„Ich auch nicht. Das Zeug ist nur widerlich. Aber danke, dass Sie es versucht haben. Duncan liebt es. Er hat schon einen merkwürdigen Geschmack was das Essen angeht, nicht wahr?†œ
„Oh ja, wenn ich an das Haggis denke, was er mir mal aufgetischt hat!†œ Und ich erzählte ihr von dem Frühstück, das er mir auf der Seraphim serviert hatte. Die pikanten Details ließ ich natürlich weg. Sie sah ihn ungläubig an, doch er ließ sich nicht stören, sondern nahm sich sogar noch eine zweite Portion. Sie schüttelte nur den Kopf und schlug ihm leicht auf den Arm.
„Was denn? Mir schmeckt es super†œ, sagte er mit vollem Mund und schmunzelte vor sich hin.
„Wie konntest du nur! Haggis!†œ Dann tätschelte sie freundlich meine Hand.
„Keine Angst, meine Liebe, sowas gibt es hier nicht, oder nur ganz selten. Ich mache Ihnen schnell etwas anderes.†œ Als sie Anstalten machte aufzustehen, lehnte ich dankend ab und bat nur um einen Apfel. Ich war einfach zu müde, um noch etwas zu essen. Duncan schob seinen leeren Teller von sich und lehnte sich satt und zufrieden zurück.
„Das war wieder lecker, ach, wie habe ich das vermisst†œ, seufzte er und ergriff über den Tisch meine Hand. Oh nein, sein Handy klingelte.
„Wer… oh verdammt!†œ, fluchte er als er auf das Display sah. Plötzlich sprang er auf, lief ein paar Schritte und drehte uns den Rücken zu. Ich konnte nichts verstehen, doch ich spürte die merkwürdige Spannung, die ihn auf einmal ergriff. Mary und ich sahen uns verwundert an und zuckten gleichzeitig mit den Schultern. Sie stand auf und begann den Tisch abzuräumen. Nachdem er das Gespräch beendet hatte, ging ich zu ihm und legte meine Hand leicht auf seine Schulter.
„Was ist passiert?†œ, fragte ich ihn leise. Er drehte sich zögernd zu mir um.
„Nichts… ich muss nur noch mal weg. Mary wird sich um dich kümmern. Ich versuche, so schnell wie möglich wieder hier zu sein.†œ Sprach`s, küsste mich flüchtig auf die Stirn und war schon durch die Tür verschwunden.

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Ich starrte verwundert auf die Tür, durch die er so schnell verschwunden war. Was war das denn? Wo wollte er denn jetzt noch hin? Als ich Marys Hand auf meinem Arm spürte, drehte ich mich um und sah Verständnis in ihrem Blick.
„Kommen Sie, ich bringe Sie nach oben. Manchmal wird er ganz plötzlich zu einer Versammlung gerufen. Aber keine Sorge, er wird bestimmt nicht lange brauchen†œ, sagte sie leise und ging etwas schwerfällig die große Freitreppe hoch in den ersten Stock. Mir blieb nichts anderes übrig als ihr zu folgen, obwohl ich immer noch etwas erstaunt über Duncans plötzlichen Aufbruch war und gerne gewusst hätte, wer ihn angerufen hat. Gerade als ich meine Hand auf das schön geschwungene und sorgfältig polierte Geländer legte, bemerkte ich links neben der Treppe eine hölzerne Tür mit eisernen Beschlägen. Die Tür war mit einem großen antiken Schloss versehen und passte irgendwie gar nicht hierher. Sie sah uralt aus und war nicht besonders groß. Die Intarsien zeigten die gleichen Szenen, die mir auch schon an dem Tor bei der Einfahrt aufgefallen waren. Der Schlüssel fehlte. Ich nahm mir vor, Duncan zu fragen, was sich dahinter verbarg. Aber morgen war noch genügend Zeit dafür. Und so schleppte auch ich mich die Treppe hoch und freute mich auf mein Bett. Die Müdigkeit steckte in meinen Knochen. Oben zeigte Mary nach rechts einen langen Flur entlang.
„Auf der Seite wohnen Tim, Tiago, Eric und Cyrus, wenn sie auf dem Anwesen sind. Hier geht es zu Duncan, Fernando… Norbert und Bowen. Dragos Apartment ist ganz hinten. Ich habe schon gehört, dass er wieder dabei ist. Schön, er ist ein guter Junge!†œ Ich musste insgeheim grinsen. Junge! Für sie waren die Brüder wahrscheinlich wie ihre Söhne und sie litt bestimmt auch unter dem Verlust von Norbert und Bowen, die bei dem Kampf gegen die Red Dragons ums Leben gekommen waren. Unterdessen öffnete sie die Tür zu Duncans Apartment. Ich blickte noch schnell über meine Schulter zu den Türen von Norbert und Bowen. Da sah ich die Schwerter von den beiden und blieb abrupt stehen. Sie waren so an den Türen befestigt, dass ihre Spitzen nach unten zeigten. Ich schluckte schnell meine Tränen herunter, die mir unwillkürlich in die Augen traten, und räusperte mich.
„Was passiert mit den Apartments von Bowen und Norbert?†œ
„Sie wurden mit den Schwertern versiegelt. Und sie bleiben es auch, bis zwei neue Brüder vereidigt werden und dort einziehen. Ihre Namen werden morgen bei einer kleinen Zeremonie auf den Gedenkstein im Rosenpark geschrieben.†œ Für einen Moment sah sie uralt und sehr traurig aus, doch sie hatte sich schnell wieder gefangen und führte mich durch das Wohnzimmer ins Schlafzimmer und zeigte mir, dass sie schon all unsere Sachen in den Schränken verstaut hatte. Als ich an meine verboten scharfen Dessous dachte, die ich noch schnell in den Koffer geworfen hatte, wurde ich natürlich wieder rot und biss verlegen auf meine Unterlippe. Oh, wie peinlich! Doch sie verzog keine Miene, sondern zwinkerte mir auf dem Weg zurück ins Wohnzimmer im Vorbeigehen zu. Und als sie sah, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte, verabschiedete sie sich schnell.
„Ruhen Sie sich aus und schlafen Sie gut. Ich bin morgen Früh wieder da.†œ
„Danke, Mary. Und… es tut mir so leid, was mit Norbert und Bowen passiert ist†œ, fügte ich leise hinzu. Wahrscheinlich kannte sie nicht die ganze Geschichte, die zum tragischen Tod der beiden geführt hatte, aber das war auch gut so. Spontan drückte ich ihr einen Kuss auf die Wange.
„Und vielen Dank für die schönen Blumen.†œ Auf dem Tischchen in der Mitte des Raumes stand ein riesiger Strauß Rosen, die in allen möglichen Farben leuchteten. Der Duft war herrlich und erfüllte den ganzen Raum. Sie nickte kurz. Dann hob sie zögernd eine Hand und stich mir leicht über den Kopf, schloss die Tür hinter sich und schon war ich allein. Unbewusst zog ich meine Schuhe aus und krallte meine Zehen in den hellen flauschigen Teppich, der im Wohnzimmer und im Schlafzimmer den gesamten Boden bedeckte. Es fühlte sich so herrlich an, endlich wieder barfuß zu laufen. Nun konnte ich mich in aller Ruhe umschauen. In einem offenen Kamin brannte ein Feuer. Er war so groß, dass ich bestimmt problemlos aufrecht darin hätte stehen können. Auf dem Sims über dem Kamin, wo sonst oftmals ziemlich viel Nippes stand, war nichts – kein Bild, keine Erinnerungsstücke, einfach nichts! Auch die Wände in dem Raum waren leer. Nur ein riesiges in die Wand eingelassenes Regal voller Bücher, zeugte von einem Bewohner. Daneben war gerade noch Platz für eine Kommode, auf der ein Flatscreen stand. Alles wirkte sehr nüchtern und zweckmäßig, fast ein bisschen kalt und unpersönlich. Abgesehen von dem Bücherregal, ließ nichts auf Duncans regelmäßige Anwesenheit in dem Raum schließen. Aber das schwarze Ledersofa mit den vielen Kissen und dem Tisch davor, auf dem die Rosen standen, sahen gemütlich aus.

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Na wenigstens etwas! Ein großer Schreibtisch stand vor dem Fenster. Behutsam strich ich mit den Fingerspitzen über die Platte, auf der nur ein sehr teurer Füller, und ein kleines schmuckloses Kästchen lagen. Plötzlich kam ich mir ein bisschen verloren vor, so ganz alleine in seinem Apartment, denn Duncan ließ sich immer noch nicht blicken und ich vermisste ihn. Seufzend ließ ich mich in den Stuhl hinter dem Schreibtisch fallen und zog gedankenverloren an den Schubladen. Doch keine ließ sich öffnen. Vielleicht waren in dem Kästchen die Schlüssel? Doch auch das war verschlossen. Suchend sah ich mich um. Halt! Was machte ich denn da? Kopfschüttelnd rief ich mich zur Ordnung. Er hatte schon seine Gründe haben, warum er keinen an seinen Schreibtisch ließ. Dann musste ich an meine Schwestern denken. Was die jetzt wohl gerade machten, ob sie schon sicher gelandet waren? Und was machte Doc so alleine auf der Insel? Auch vermisste ich die anderen Brüder, die mir doch sehr ans Herz gewachsen waren. Selbst Ef-Ef fehlte mir. Bevor mich noch das heulende Elend so richtig packte, zog ich schnell mein Handy aus meiner Hosentasche und beschloss eine SMS an meine Schwestern zu schreiben.
„Bin heil in Schottland angekommen. Das Anwesen ist gigantisch! Vermisse euch sehr! LG Angie.†œ
Dann drückte ich auf senden und schaltete mein Handy diesmal nicht aus, obwohl ich es hasste, wenn es in den unpassendsten Momenten klingelte. Plötzlich fiel mir ein, dass sie ja gar nicht wissen konnten, dass ich hier auf dem Anwesen war. Mist! Ach egal, sie würden sich schon ihren Teil denken. Auf jeden Fall hatte mich das etwas aufgemuntert und ich ging ins Bad, um zu duschen. Das Bad grenzte direkt an das Schlafzimmer und war eine exakte Kopie von dem auf der Seraphim, nur dass die Wanne nicht im Boden eigelassen war, sondern auf einem Podest stand. Man musste sogar zwei Stufen hoch gehen, um in die Wanne steigen zu können. Aber mir genügte heute eine schnelle Dusche. Die Wanne würde ich in den nächsten Tagen mal mit Duncan ausprobieren!
Mit meinem zweitliebsten Nachthemd bekleidet, meinem rosa Hello Kitty-Hemdchen mit den Spagettiträgern, das mir bis weit über die Knie reichte und noch feuchten Haaren, beschloss ich, es mir vor dem Kamin gemütlich zu machen und dort meine Haare trocknen zu lassen. Nachdem ich noch ein paar Scheite auf das Feuer gelegt hatte, schnappte ich mir ein Buch über die Geschichte Schottlands und ein paar Kissen und legte mich so auf den Boden vor den Kamin, dass ich die Tür genau im Blick hatte. Duncan kam immer noch nicht. Seufzend schlug ich die erste Seite auf. Doch ich schaffte nicht mal die erste Seite, mir fielen die Augen einfach zu, und ich schlief ein.
Ein lautes Poltern und ein nicht ganz stubenreiner Fluch rissen mich aus dem Schlaf.
„Verdammter Mist! Welcher Trottel hat denn seine Schuhe mitten… oh, du? Was machst du denn hier auf dem Boden?†œ
„Warten†œ, murmelte ich schlaftrunken und rieb meine Augen. Duncan lag bäuchlings vor mir auf dem Teppich, hielt einen von meinen Schuhen in der Hand und sah mir ein bisschen ungehalten in die Augen. Ich krabbelte noch im Halbschlaf auf dem Teppich auf ihn zu. Da drehte er sich grinsend auf den Rücken und ich kuschelte mich in seine wartenden Arme und legte meinen Kopf auf seine Brust, nicht ohne ihn vorher gründlich und ausgiebig geküsst zu haben. Endlich war er wieder da!
„Ich, der Trottel…`tschuldigung. Wowastn?†œ, nuschelte ich und war schon fast wieder eingeschlafen. Er erzählte irgendetwas, aber ich hörte nicht richtig zu, sondern lauschte nur dem Klang seiner Stimme – bis das Wort Feenring viel. Sofort war ich hellwach und starrte ihn neugierig an.
„Was hast du gesagt? Was ist mit dem Feenring?†œ
„Wir wissen nun, warum er bei unserer Ankunft geleuchtet hat.†œ
„Und warum?†œ
„Sie wollten uns eine Warnung zukommen lassen.†œ
„Welche denn? Oh Duncan, nun lass dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!†œIch stieß ihn ungeduldig an. Sein düsterer Blick machte mich noch neugieriger, als ich ohnehin schon war.
„Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen. Also, es gibt da eine Splittergruppe bei den Feen. Die bösartigsten von ihnen haben sich mit einer anderen verfluchten Spezies vor Jahrhunderten zusammengetan, und zusammen sind sie verdammt gefährlich und sehr blutrünstig. Diejenigen, die hier in den Highlands ihr Unwesen getrieben haben, konnten wir ausrotten. Aber die anderen, es sind zum Glück nicht mehr viele, sind immer da zu finden, wo es gerade brennt! Uns wurde eben mitgeteilt, dass sie auf der Suche nach dem Mörder ihres Königs, oder Anführers, wie auch immer die ihn nennen, sind.†œ Plötzlich nahm sein Gesicht einen grausamen Zug an und ich konnte sehen, wie er die Zähne zusammen biss.

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„Also so eine Art Söldnertruppe?†œ Er nickte grimmig.
„Woher wisst ihr das alles? Ich meine, von wem habt ihr die ganzen Informationen?†œ, fragte ich ihn erstaunt. Erst zögerte er, doch dann sah er meinen auffordernden Blick und antwortete mir.
„Ein paar Feen gehören auch zum Orden. So konnten wir einige Spione bei ihnen einschleusen und immer ein wachsames Auge auf sie und ihre Aktivitäten haben. Bis vor ein paar Monaten haben sie sich ruhig verhalten. Aber dann ist ein Teil von ihnen plötzlich mit ihrem Anführer spurlos verschwunden.
„Und wer ist dieser Anführer?†œ Ich war wahnsinnig gespannt.
„Es war der Troll, den du in Peru getötet hast und nun suchen sie … dich!†œ
„Mich?†œ Das war ja unglaublich! Wütend sprang ich auf und lief aufgebracht vor Duncan, der immer noch auf dem Boden saß, hin und her.
„Dann haben sich diese abtrünnigen Feen mit den Trollen zusammen getan? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Und was will denn dieser Abschaum ausgerechnet jetzt von mir? Ich meine, woher wissen die eigentlich, dass ich es war, der ihren Anführer geköpft hat? Wir haben doch alle erledig, die da waren, oder konnten doch welche entkommen? Da macht man mal endlich Urlaub seit…, †œ blitzschnell überlegte ich, dann kam ich zu dem verblüffenden Ergebnis.
„Überhaupt?! Das auf der Seraphim zählt nicht! Das war ja im Grunde genommen gar kein Urlaub! Oh, ich könnte verrückt werden.†œ Ich redete mich so richtig schön in Rage und suchte nach einem Ventil für meine Wut – irgendetwas, was ich an die Wand werfen konnte. Aber hier gab es ja nichts! Mit verschränkten Armen blieb ich vor ihm stehen.
„Und weißt du, was mich am meisten aufregt? Da hat man die Welt von einem Übel befreit und schon taucht das nächste auf! Ich habe es satt… einfach satt!†œ Wütend kickte ich den Schuh, der vor mir auf dem Teppich lag, mit voller Wucht in den Kamin. Zu dumm, das das Feuer noch brannte. Oh nein! Ohne zu überlegen wollte ich hinterher, um ihn zu retten, doch Duncan war mal wieder schneller. Mit hochgezogenen Brauen stand er plötzlich vor mir und hielt mir den Schuh vor meine Nase. Schuldbewusst sah ich erst ihn und dann das leicht angesengte Stück an. Meine ganze Wut verpuffte augenblicklich. Der Schuh konnte ja nun wirklich nichts dafür und Duncan auch nicht.

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Ich hätte heulen können und schniefte laut.
„Ist doch wahr. Danke. Ich habe mich doch so auf unseren Urlaub gefreut! Aber was sollen wir denn jetzt machen?†œ Fragend sah ich ihn an. Er schüttelte nur mit dem Kopf und schloss mich tröstend in seine Arme.
„Gar nichts. Wir machen nichts. Die Feen hier in unmittelbarer Umgebung des Anwesens, die mit uns zusammen arbeiten, haben uns ja nur gewarnt. Sie wissen auch noch nichts Genaues. Morgen trifft der Spion ein, den wir bei den Söldnern eingeschleust haben, der wird uns dann einiges erzählen können. Außerdem bist du hier sicher. Komm mit, ich zeige dir mal was.†œ Er zog mich mit vor das Fenster und zeigte nach draußen.
„Sieh mal.†œ
Zuerst sah ich nur einige Schatten über den Wegen und zwischen den Häusern umher huschen, doch bei näherer Betrachtung erkannte ich die Gargoyles, die tagsüber zu Stein erstarrt auf den Dächern hockten und nur in der Nacht zum Leben erwachten.
„Eigentlich brauchen wir keine Wächter hier, aber sie bestehen darauf, uns zu beschützen. Irgendwie fühlen sie sich uns verpflichtet, keiner weiß genau warum.†œ
„Es sind schon merkwürdige Geschöpfe.†œ Eine plötzliche Veränderung in seinem Tonfall machte mich stutzig, und ich musterte forschend sein Gesicht.
„Duncan, da ist doch noch was. Irgendetwas beschäftigt dich doch noch.†œ Er seufzte tief. Dann strich er sich über die Augen und antwortete.
„Es ist nichts weiter, ich bin nur müde. Mach dir keine Sorgen, es war ja auch ein langer Tag.†œ Lächelnd sah er mich an und strich mir behutsam eine Strähne hinters Ohr. Er log. Ich wusste genau, dass er mich anlog. Oh nein, er sah schon richtig fertig aus, schließlich hatte ich ja schon ein paar Stunden Schlaf gehabt und er nicht. Seine tiefen Ringe unter den Augen zeigten mir, wie erschöpft und müde er sein musste, aber ihn bedrückte noch etwas, das konnte ihr fühlen. Ich wusste auch, dass er es mir nicht sagen würde, zumindest jetzt nicht. Nun gut, das war seine Entscheidung. Ungläubig sah ich auf meine Uhr.
„Na, dann komm, mein Schotte. Es ist mittlerweile nach zwei. Gehen wir schlafen.†œ
Kurze Zeit später lag ich hellwach im Bett und starrte an die Decke. Duncan schlief tief und fest. Er hatte mich wohlig brummend an sich gezogen, einen Kuss in mein Haar gedrückt und war dabei eingeschlafen. Und bevor ich noch anfing über den vergangenen Tag nach zu grübeln, beschloss ich, mir etwas zu trinken zu holen. Vielleicht konnte ich ja danach endlich einschlafen.
Vorsichtig und leise stand ich auf und schlich auf Zehenspitzen nach unten. Außer Duncan und mir war zum Glück niemand im Haus, und so konnte ich wie ich war, in meinem kurzen Hemdchen, rumlaufen. Die Küche lag direkt hinter dem großen Esszimmer. Sie war mit den modernsten Geräten ausgestattet, doch ich hatte nur Augen für den überdimensionalen Kühlschrank. Wow! Es stand zwar nicht viel drin, weil wir im Moment ja nur zu zweit waren, aber er bot genug Platz für Lebensmittel, die eine komplette Fußballmannschaft problemlos versorgen konnte. Mit einem Glas Milch bewaffnet wollte ich gerade die Treppe wieder nach oben gehen, als mein Blick auf die kleine Tür, die mir schon vorher aufgefallen war, fiel. Sie stand merkwürdigerweise einen kleinen Spalt offen. Neugierig ging ich näher und sah sie mir genauer an. Da waren der Drache und der Phönix, der Werwolf und der Gargoyle. Bei näherer Betrachtung entdeckte ich noch ein Einhorn, und über allen hatte Pegasus seine weiten Flügel gespannt. Diese feine Intarsienarbeit war wunderschön und einzigartig. Vorsichtig umfasste ich das Schloss der Tür mit zwei Fingern und zog sie ein weiter auf. Obwohl ich eigentlich im Dunkeln sehen konnte, war es hinter der Tür ungewöhnlich dunkel und ich konnte nichts erkennen. Als ich mit einer Hand nach einem Lichtschalter in dem Raum suchte, flammten plötzlich einige Fackeln auf. Sie waren an den Seitenwänden angebracht und beleuchteten einen langen Gang, der scheinbar in die Tiefe führte. Automatisch zog ich meine Hand zurück und die Lichter erloschen. Innen mussten Bewegungsmelder abgebracht sein. Doch wer hatte die Tür offen gelassen? Duncan, oder Mary? Gerade als ich noch einmal meine Hand in den Gang strecken wollte, hörte ich Duncan von ober nach mir rufen. Vor lauter Schreck schlug ich gegen die Tür, die mit einem leisen Klick einrastete und sich nicht wieder öffnen ließ. Beinahe hätte ich auch noch die Milch verschüttet, als Duncan wieder meinen Namen rief, und jetzt klang seine Stimme regelrecht verzweifelt. Oh nein, da stimmte etwas nicht! So schnell ich konnte, lief ich, zwei Stufen auf einmal nehmend, nach oben ins Schlafzimmer. Dort bot sich mir ein schreckliches Bild. Duncan wälzte sich stöhnend auf dem Bett hin und her, seine Hände fuhren suchend über das Lacken, Schweißperlen bedeckten seine Stirn. Seine Augen waren fest verschlossen und das Gesicht schmerzverzerrt. Laut rief er immer wieder verzweifelt nach mir.
„Angie? Wo bist du? Komm zurück… verlass mich nicht…bitte! Oh mein Gott, das habe ich doch nicht gewollt!†œ
Er war in einem Albtraum gefangen! Es tat mir in der Seele weh, ihn so zu sehen.
Schnell schlüpfte ich zu ihm unter die Decke, drängte mich an seinen Körper und umfasste mit beiden Händen sein Gesicht.
„Duncan! Schscht, ganz ruhig, ich bin ja da. Ich gehe nirgendwo hin.†œ Sein Atem ging ziemlich heftig, und ich konnte seinen schnellen Herzschlag spüren. Leise versicherte ich ihm immer wieder meine Anwesenheit, dabei küsste und streichelte ich sein Gesicht. Ganz allmählich beruhigte er sich, er schien mich endlich zu spüren und meine Stimme erreichte sein Unterbewusstsein. Aufatmend umschlang er mich und murmelte etwas Unverständliches an meinem Hals. Endlich konnte er friedlich weiterschlafen und auch mir fielen vor Erschöpfung die Augen zu. Mein letzter Gedanke war nur noch, dass ich am nächsten Morgen auf ein paar Antworten bestehen würde! Zu viele Fragen hatten sich aufgetan.

Fortsetzung Kapitel 2: „Seitensprung der Sisterhood – Das Anwesen der Bruderschaft“ findet sich hier.

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