Facebook Seite Feed abonnieren

Seitensprung der Sisterhood – Das Anwesen der Bruderschaft

23. September 2010 | Von | Kategorie: Seitensprung der Sisterhood - Angie

Seitensprung der Sisterhood

Kapitel 2
Das Anwesen der Bruderschaft

In der Dämmerung wachte ich auf. Duncan schlief neben mir, sein Gesicht war mir zugewandt. Eine seiner großen kräftigen Hände lag zwischen uns auf dem Kissen. Um ihn nicht zu wecken, legte ich meine Hand ganz vorsichtig in seine und musste über den Größenunterschied schmunzeln – Katzenpfötchen auf Bärentatze. Sein würziger Duft hüllte mich ein. Ich konnte nicht widerstehen und strich einige Haarsträhnen, die sein schönes Gesicht bedeckten, zurück. Federleicht fuhr ich mit meinen Fingerspitzen über seine Wangen, die verboten langen Wimpern. Die Sorgenfalten auf seiner Stirn waren verschwunden und er sah total entspannt aus. Wärme durchflutete mich, als ich ihn so betrachtete. Sein Mund war leicht geöffnet und er atmete tief und gleichmäßig … eindeutig zu gleichmäßig ein und aus! Misstrauisch flüsterte ich:
„Duncan? Bist du wach?“
„Mh … mh“, brummte er und grinste mit geschlossenen Augen.
„Wer kann schon schlafen, mit so einem aufregenden Wecker neben sich“, flüsterte er heiser an meinen Lippen.
Plötzlich fielen mir die Ereignisse in der letzten Nacht wieder ein.
„Duncan, du hattest einen Albtraum letzte Nacht. Du hast immer wieder nach mir gerufen und mich gesucht, du … du warst richtig verzweifelt und hast mir angst gemacht.“ Ich schmiegte mich an ihn und vergrub mein Gesicht an seinem Hals. Er legte eine Hand tröstend auf meinen Kopf.
„Wirklich? Tut mir leid, ich kann mich an gar nichts erinnern.“ Einige rosa Stofffetzen auf seinem Arm lenkten mich von den Fragen ab, die ich ihm noch stellen wollte, und ich hielt sie ihm entrüstet unter die Nase.
„Duncan, du hast Kitty gekillt!“ Lüstern sah er mich an und streifte mit seinen Zähnen über die empfindliche Stelle hinter meinem Ohr.
„Also, … daran kann ich mich gut erinnern …“ Ein leises Klopfen an der Tür unterbrach ihn. Seufzend stand er auf, zog sich schnell seine Shorts an, öffnete die Tür und verschwand im Wohnzimmer. Kurze Zeit später kam er mit zwei dampfenden Tassen Kaffee wieder, lächelnd zwinkerte er mir zu und reichte mir eine.
„Mit einem schönen Gruß von Mary. Sie bereitet gerade unser Frühstück zu und trifft uns dann im Park. Du hast sie ja im Sturm erobert, was?“
„Tja, uns verbindet eine gewisse Abscheu gegen merkwürdiges Essen!“ Kichernd wich ich dem Kissen aus, das er nach mir warf, und verschwand im Bad.
Für die Zeremonie, die nach dem Frühstück im Park an dem Gedenkstein stattfinden sollte, zog ich meine schwarze Jeans und eine schlichte grüne Seidenbluse an. Die Farbe der Seide passte perfekt zu meinen Augen. Ich legte nur wenig Make-up auf und ließ Duncan zuliebe meine Haare offen.
Dann nahm ich das Tablett mit dem Kaffeegeschirr, um es selbst in die Küche zu bringen, da ich Mary am Vortag angesehen habe wie schwer ihr das Treppensteigen fiel. Duncan hatte sich hinter seinen Schreibtisch gesetzt, um einige Schriftstücke durchzusehen. Gerade als ich mit dem Tablett unten angekommen war, flog die Außentür mit einem großen Knall auf und ein großer Wikinger stand mitten im Rahmen. Natürlich war es kein echter Wikinger, aber er sah genauso aus – groß, muskulös, mit eisblauen Augen und einer blonden Mähne. Er hatte ein schönes Gesicht, eine gerade Nase – nur die Augen standen eine Spur zu dicht zusammen für meinen Geschmack. Seine Jeans und sein Shirt sahen fleckig aus und seine schwarze Lederjacke, die er darüber trug, war ziemlich abgewetzt. Und er hatte einen großen Fehler! Er war eine Fee! Stumm belauerten wir uns gegenseitig. Keiner rührte sich. Dann erschien ein spöttischer Zug um seinen Mund und er sah mich verächtlich an.
„Eine Hexe!“ Aha, ein Blitzmerker!

Seite 13

„Eine Fee!“, erwiderte ich trocken, nur wusste ich noch nicht genau ob Freund oder Feind. Lässig kam er näher, blieb vor mir stehen, deutete auf das Tablett.
„Es wurde auch Zeit, dass die Hexen für niedere Dienste angestellt werden, damit ihr endlich wisst, wo euer Platz ist!“ Okay, Feind! Na warte, du arroganter Bursche, das kann ich auch.
„Seit wann dürfen Feen eigentlich den Vordereingang benutzen? Gerade eben aus dem Erdloch gekrochen, was?“ In seinen Augen glomm urplötzlich Hass auf, und er umklammerte blitzschnell meine Oberarme. Wütend schüttelte er mich derart, dass meine Zähne aufeinander schlugen. Vor Überraschung und Schmerz schrie ich laut auf und ließ das Tablett fallen. Mit so einer heftigen Reaktion hatte ich nicht gerechnet! Was sollte das, wir kannten uns doch gar nicht? Mit zusammengekniffenen Augen zischte er:
„Du verdammtes Biest! Dir werde ich´s …“ Weiter kam er nicht, denn plötzlich erfüllte ein derartig lautes Knurren den Raum, dass es von den Wänden nur so widerhallte. Schlagartig wurde ich aus seinem Griff befreit und er klebte an der gegenüberliegenden Wand. Duncan hielt mit einer Hand seinen Hals umklammert, die andere hatte er zur Faust geballt und hielt sie ihm unter die Nase. Langsam schob er ihn die Wand hoch.
„Wage es noch einmal sie anzufassen, und ich breche dir sämtliche Knochen!“ Duncan war außer sich vor Zorn und bebte am ganzen Körper. Er war nicht wesentlich größer als der Wikinger und hielt seinen Hals eisern umklammert.
„Solltest du meiner Gefährtin noch einmal weh tun, reiße ich dir den Kopf ab! Hast du das verstanden?“, warnte er ihn mit gefährlich ruhiger und eiskalter Stimme. Ihre Gesichter berührten sich fast und Duncan zeigte ihm seine ausgefahrenen Fänge. Mir lief ein Schauer über den Rücken. Der Wikinger sah ihn erschrocken an, dann nickte er. Duncan lockerte den Griff etwas und verlangte auf der Stelle eine Entschuldigung von ihm. Dieser sah kurz zu mir rüber und krächzte dann ungläubig:
„Sie ist deine Gefährtin? Das konnte ich doch nicht wissen. Okay, tut mir leid.“ Ja klar, wer`s glaubt!
„Ihr Name ist Angie und sie gehört zu mir! Vergiss das ja nie!“ Er stieß in noch einmal zur Bekräftigung gegen die Wand, dann ließ er ihn los und trat einen Schritt zurück, behielt ihn jedoch im Auge. Er beruhigte sich langsam und ich stieß den Atem aus, den ich vor Schreck unwillkürlich angehalten hatte. Die Situation entspannte sich allmählich.
„Momentmal, ist sie die Angie, die den Troll einen Kopf kürzer gemacht hat?“ So etwas wie Respekt blitze kurz in seinen Augen auf, als er mich von oben bis unten musterte, doch sofort wurde seine Miene wieder gleichgültig. Duncan nickte nur.
„Angie, dieser Vollidiot ist Leif, unser Spion bei den Söldnern.“ Was sollte ich dazu sagen? Dieser Widerling war der Spion, der für die Brüder arbeitete? Gut, das musste ich akzeptiren, ob es mir nun gefiel oder nicht. Aber diese halbherzige Entschuldigung reichte mir längst nicht! Also hob ich das Tablett mit einem kräftigen Schwung auf, so dass es zufällig genau mit der Kante gegen Leifs Ellbogen stieß und einen empfindlichen Nerv traf. Er fluchte unterdrückt und rieb sich den Ellbogen. Böse funkelte er mich an, hütete sich jedoch irgendetwas zu sagen. Unschuldig erwiderte ich seinen Blick.
„Oh Verzeihung, das tut mir jetzt aber schrecklich leid, wir Hexen sind ja so ungeschickt!“ In aller Seelenruhe sammelte ich das Geschirr auf, das wie durch ein Wunder nicht zerbrochen war und küsste den verdutzten Duncan auf die Wange. Den Wikinger würdigte ich mit keinem Blick. Dann drehte ich mich auf dem Absatz um und stolzierte in die Küche.

Im Esszimmer fanden wir den Tisch liebevoll von Mary mit allerlei Köstlichkeiten gedeckt vor. Mit einer Handbewegung lud Duncan diesen Leif ein mit uns zu frühstücken. Als er meinen entsetzten Gesichtsausdruck sah, nahm er meine Hand und versicherte mir leise:
„Er ist sonst nicht so. Eigentlich ist er ein ganz umgänglicher Kerl, ich weiß auch nicht, was eben in ihn gefahren ist. Bitte!“ Widerwillig gab ich nickend meine Zustimmung und er drückte meine Hand.
„Später haben wir noch eine kleine Konferenz, in der er uns Bericht erstatten will und ich möchte dich auch dabei haben“, sagte er dann etwas lauter.
„Vielleicht könnt ihr beiden ja eine Art Waffenstillstand schließen?“ Duncan sah uns auffordernd an. Okay, an mir sollte es nicht liegen. Ich musste ihn ja nicht mögen, wenn ich mit ihm zusammen arbeiten sollte.

Seite 14

Den gleichen Gedanken musste Leif auch gehabt haben, denn wir nickten uns gleichzeitig zu, gaben uns aber nicht die Hand darauf. Leif ließ demonstrativ zwei Stühle Platz zwischen uns frei und füllte sich schweigend seinen Teller.
„Na, jetzt bin ich aber gespannt, ob Wicki auch mit Messer und Gabel umgehen kann“, murmelte ich leise. Das konnte ich mir nicht verkneifen! Kurz darauf gesellte sich Mythos noch zu uns und begrüßte mich überschwänglich mit einer herzlichen Umarmung. Er versicherte mir mehrmals, wie schön er es fand, mich endlich wiederzusehen. Seine Begeisterung darüber mich wieder zu sehen machte mich zwar etwas misstrauisch aber vielleicht entsprach das einfach nur seinem Naturell. Ich hatte ihn das letzte Mal auf der Insel bei der Trauerfeier gesehen und fand ihn sympathisch. Er hatte ein offenes freundliches Gesicht und kluge Augen. Leif gab er einen freundlichen Klaps auf die Schulter, und Duncan nickte er nur kurz zu. Mir kam der Gedanke, dass er der Anrufer vom Vorabend gewesen sein könnte und Duncan somit schon gesehen und gesprochen haben konnte. Mit einer Tasse Kaffee setzte er sich zu uns und lächelte in die Runde. Dann zeigte er fragend auf die leeren Stühle zwischen Leif und mir. Wicki goss sich gerade in aller Ruhe ein Glas Milch ein und stellte dabei mit vollem Mund fest:
„Hier ist die Luft einfach besser!“
Grimmig umklammerte ich mein Messer und biss die Zähne zusammen, legte es dann aber wieder langsam neben meinen Teller. Ich wollte mich nicht von ihm provozieren lassen, aber er hatte es ja nicht anders gewollt!
„Nein, es wäre zu schade um das schöne Messer. Darf ich ihn stattdessen mit etwas Marmelade bewerfen? Die ist auch schön rot! … oh bitte!“Beschwörend sah ich Duncan an, doch der verdrehte nur seine Augen und nahm sich ein Croissant. Wicki schnaubte verächtlich und zerknüllte seine Servierte.
„Vermutlich trifft sie nicht mal!“
Ganz ruhig bleiben! Ich pickte schnell mit meiner Gabel etwas von dem Rührei auf, um sie nicht gezielt in seine Richtung zu werfen und seine Rippen zu durchbohren. Mythos blickt irritiert von einem zum andern.
„Hab´ ich was verpasst?“
Duncan lehnte sich seufzend mit verschränkten Armen zurück und sagte ironisch:
„Nein, nicht wirklich. Wir haben gerade die zweite Runde eingeläutet!“ Wicki ließ sich überhaupt nicht stören und trank einen Schluck Milch. Sofort verzog er betont angewidert sein Gesicht.
„Hier hat jemand die Milch sauer werden lassen, und ich weiß auch schon wer!“
„Pass bloß auf, dass ich dir nicht eine fette Warze dahin hexe, wo du gerade drauf sitzt, du Blödmann“,  murmelte ich ohne aufzusehen vor mich hin und stocherte verbissen in meinem Rührei herum. Duncan gab resigniert auf und schlug mit der flachen Hand ungehalten auf den Tisch.
„Ich geb auf! Oh Mann, der Waffenstillstand hat ja lange gehalten!“ Ich bearbeitete weiter mein Rührei und zeigte mit dem Finger auf Leif.
„Er hat angefangen!“ Duncan beugte sich nach vorne und sah ziemlich genervt aus, aber das war ich mittlerweile auch.
„Es ist mir egal, wer angefangen hat, ich werde es beenden. Mythos?“ Der Angesprochene grinste nur und wusste genau, was er zu tun hatte. Er stand auf, packte Wicki am Arm und zog ihn hinter sich her. Diese Kräfte hätte ich dem kleinen Mann jetzt nicht zugetraut. Leif warf noch schnell seine Servierte auf den Tisch und rief empört:
„Hey, langsam…ich bin doch noch nicht fertig!“ Mythos nickte entschlossen.
„Jetzt schon!“
Kichernd blickte ich hinter den beiden her, das Bild war einfach zu köstlich. Der Große ließ sich von dem kleinen Mythos ans Händchen nehmen und widerstandslos abführen. Ich konnte mich gerade noch zurückhalten, sonst hätte ich Beifall geklatscht. Doch als ich Duncans Blick sah, verging mir das Lachen. Unbehaglich zerbröselte ich meinen Toast. Ich gab ja zu, dass ein friedliches, harmonisches Frühstück etwas anderes war, und vielleicht hatte ich ein bisschen übertrieben, aber dieser dämliche Leif trieb mich bis zur Weißglut. Duncan seufzte und sah mich eindringlich an.
„Was ist bloß los mit dir? Angie, so kenne ich dich gar nicht.“Also, so richtig sauer klang das jetzt zum Glück nicht, und er hatte ja recht.
„Ich mich ja auch nicht. Ach ich weiß auch nicht, aber dieser Kerl fördert eine fiese dunkle Seite in mir zu Tage, von der ich noch nicht mal wusste, dass ich sie besitze.

Seite 15

Er ist wie ein rotes Tuch für mich. Dabei ist er ja noch nicht mal eine Fee von der gemeinen Sorte. Er hat nur irgendetwas an sich, das mich dermaßen reizt, dass ich kurz davor stehe, ihm an die Kehle zu gehen.“
Ob Duncan jetzt doch wütend auf mich war? Vorsichtig  beobachtete ich ihn über den Rand meiner Kaffeetasse. Ruhig erwiderte er meinen Blick und ich sah erleichtert, dass sich seine Mundwinkel zu einem Lächeln verzogen. Plötzlich hörte ich ein amüsiertes Glucksen von ihm.
„Eine Warze? Du hättest ihm tatsächlich eine Warze an seinen Hintern gezaubert? So was kannst du?“
„Oh ja, das ist eine meiner leichtesten Übungen. Sogar eine Warze mit Haaren drauf, oder eine schöne schmerzhafte Furunkel!“ Ich stimmte in Duncans Lachen ein, und meinte noch, dass sich für Wicki dann das Sitzen eine Weile erledigt hätte. Kopfschüttelnd legte er seine Hand auf meine und sagte:
„Wir haben hier ein Gesetz, das uns jede Art von Magie und Zauberei verbietet, damit jeder auf dem Anwesen bei den Auswahlkriterien und bei der Ausbildung die gleiche Chance hat. Und jeder hält sich daran, ohne Ausnahme.“
„Eigentlich schade! Na ja, in meinem Fall jetzt. Aber hier für euch ist es nur gerecht. Sag mal, warum hat Mythos Wicki eigentlich nach oben gebracht, und ihn nicht einfach vor die Tür gesetzt?“
„Solange er hier ist, wohnt er immer in Tims Apartment. Er wird erst mal duschen wollen und sich umziehen. Er war die ganze Nacht unterwegs, um hierher zu kommen. Aber zu deiner Beruhigung, er wird morgen, spätestens übermorgen wieder verschwunden sein.“ Okay, diese zwei Tage werde ich schon überstehen ohne auszurasten, ich musste mich bloß von ihm fernhalten.
Ich stand auf, stellte mich hinter Duncan, schlang beide Arme um ihn und drückte einen Kuss auf seinen Kopf.
„Tut mir leid um das schöne Frühstück“, flüsterte ich und rieb meine Wange an seiner. Auf seiner Armbanduhr sah ich, dass wir noch genug Zeit hatten, bis wir uns im Park mit den anderen treffen wollten. Also machte ich ihm den Vorschlag, dass wir einen kleinen Spaziergang machen und er mir schon mal etwas von dem Anwesen zeigen konnte. Die ausführliche Besichtigung war für den Nachmittag geplant.
Die Sonne schien vom wolkenlosen blauen Himmel, und es war noch schön warm, obwohl schon ein Hauch von Herbst in der Luft lag. Die Blätter an den Bäumen fingen an sich zu verfärben und die Rosen, die hier überall in allen nur erdenklichen Farben blühten, verströmten einen so intensiven Duft, als wüssten sie, dass ihre Zeit bald vorbei sein würde und sie in wenigen Wochen von Mutter Natur in den Winterschlaf geschickt würden. Wir schlenderten an dem Trainingszentrum vorbei und an der angrenzenden Schwimmhalle, von der Duncan mir versicherte, dass sie Olympiamaße hatte. Das Verwaltungsgebäude sah sehr beeindruckend  aus, fast wie eine alte Villa im Jugendstil. Die wenigen Leute, die uns unterwegs begegneten, grüßten freundlich im Vorbeigehen und warfen mir einen kurzen neugierigen Blick zu. Aber das störte mich nicht weiter, denn die üppigen Rosenbeete hatten es mir angetan, und ich konnte kaum widerstehen jede einzelne Blüte zu berühren oder an ihr  zu schnuppern. Ich war total begeistert und strahlte Duncan an.
„Duncan, hier gefällt es mir, es ist einfach wunderschön.“
Er umarmte mich und küsste mich auf die Stirn.
„Das freut mich, mein Herz. Das Anwesen ist zu meiner zweiten Heimat geworden, und ich komme immer wieder gerne nach einem Einsatz hierher zurück. Schade, um dir das Dorf der Zwerge zu zeigen, reicht leider die Zeit nicht mehr. Lass uns umkehren, der Rosenpark wartet.“
Der Park, in dessen Mitte der schwarze Marmorstein stand, war nicht besonders groß, aber sehr eindrucksvoll gestaltet. Überall standen auf der sorgsam gestutzten Rasenfläche viele kleine Rosenbüsche und bildeten ein wunderschönes, aber auch irgendwie geheimnisvolles Muster. Umrahmt wurde der Park von hohen Eichenbäumen, die im Sommer kühlen Schatten spendeten. Zwischen den Bäumen wuchsen hochstämmige Rosenbäumchen, die auch den schmalen Kiesweg säumten, der vom Eingang direkt bis zu dem Stein führte. Hier hatten die Rosen sinnigerweise nur eine Farbe, ein samtiges Blutrot. Der rechteckige Stein war sehr schlicht und hatte eigentlich nichts Besonderes an sich, außer den Namen, die darauf in einer fremdartigen Schrift standen. Die Buchstaben schienen aus purem Gold zu sein, und oben auf dem Stein saß ein steinerner Pegasus. Er ließ seinen Kopf traurig hängen, seine Flügel hatte er zu beiden Seiten aufgestützt. Anders als bei der Trauerfeier und der Beisetzung,  ging es diesmal ziemlich formlos zu, und es waren auch nur wenige Personen anwesend. Mythos, Duncan, Leif, Henry, Mary und ich betrachteten abwartend den Stein.

Seite 16

Ich wusste nicht, was nun passieren würde, und gerade, als ich Duncan danach fragen wollte, erschien wie auf ein geheimes Zeichen aus dem Nichts eine kleine helle Flamme und fing an, die Namen von Norbert und Bowen unter die Namen der anderen, die auch ihr Leben im Kampf gelassen hatten, zu brennen. Oh Gott, es waren so viele, bestimmt an die 100 Namen waren schon eingraviert. Traurig beobachtete ich, wie der Norberts Name zuerst auf dem Stein erschien. Immer noch erschütterte mich die Art seines Todes. Ich konnte nur mühsam meine Tränen zurückhalten und biss mir auf die Unterlippe. Oh Norbert, es tut mir so leid.
Plötzlich spürte ich ein leichtes Prickeln in meinem Nacken. Jemand musste hinter mir stehen und mich beobachten. Verstohlen musterte ich die Anwesenden, doch alle starrten mit ernster Miene auf den Stein. Mary wischte sich verstohlen mit einem Tuch über die Augen und klammerte sich an Henry. Mythos sah sehr ergriffen aus und sogar Wicki, der sich mittlerweile umgezogen und seine Mähne zu einem Zopf gebändigt hatte, sah mit tiefem Ernst und sichtlich bewegt auf den Stein. Also blickte ich vorsichtig über meine Schulter und suchte die Umgebung ab, aber ich konnte zunächst niemanden entdecken. Doch, da bewegte sich etwas zwischen einem Rosenbäumchen und einer Eiche! Ein Schatten, der die Umrisse eines mittelgroßen Mannes hatte. Ich blickte kurz zu Duncan, ob er auch etwas bemerkt hatte, doch er war ganz vertieft und beobachtete die Flamme. Als ich erneut über meine Schulter sah, war der Umriss von dem Mann verschwunden. Hatte ich mich getäuscht? Nein, da war jemand gewesen, da war ich mir ganz sicher, denn das unheimlich Gefühl heimlich beobachtet zu werden, dieses spezielle Prickeln in meinem Nacken, hatte ich mir nicht eingebildet! Doch niemand außer mir schien etwas bemerkt zu haben. Um die Zeremonie nicht zu stören, beschloss ich den Vorfall zunächst für mich zu behalten.
Kurze Zeit später zerstreute sich die kleine Gruppe, und nachdem Duncan noch einen letzten traurigen Blick auf den Gedenkstein geworfen hatte, legte er einen Arm um mich und sagte auffordernd:
„Komm, der Konferenzraum wartet.” Duncan führte mich zurück zum Haus. Direkt rechts neben dem Eingang in der großen Halle befand sich die Tür zu dem Konferenzraum. Aber viel interessanter fand ich die Tür daneben. Auf ihr klebte in Augenhöhe das Label einer bekannten Whiskeymarke, Jack Daniels!
„Und, wo geht es da hin?“ Ich hatte schon die Hand auf der Klinke, als Duncan mich zurückzog und meinen neugierigen Blick verdächtig unschuldig erwiderte.
„Och, das ist nichts Besonderes, nur unser … äh, Freizeitraum.“ Ach ja? Was für eine altmodische Bezeichnung. Mit hochgezogenen Brauen sah ich ihn abwartend an, doch er küsste erst meine Hand, dann meinen Mund und flüsterte grinsend:
„Später. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Ganz toll, jetzt war meine Neugierde erst recht geweckt! Was sich wohl hinter der Tür zu dem komischen „Freizeitraum“ verbarg? Aber er hatte recht, zuerst musste die Sache mit den Söldnern geklärt werden, und auf den Bericht von Wicki war ich schon mächtig gespannt.
Der Konferenzraum selbst war im Verhältnis zu den anderen Räumen hier im Haus eher klein. In der Mitte stand nur ein ovaler Tisch mit 20 Stühlen und eine Flipchart, mehr nicht. Ein großes Fenster spendete genügend Licht. Die schweren Vorhänge blieben hier aufgezogen, anders als bei anderen geheimen Zusammenkünften. Mythos und noch jemand saßen schon auf ihren Plätzen, als Duncan und ich eintraten. Mythos stellte mir den unbekannten Mann als Demetri vor. Dieser Demetri war ein hochgewachsener Mann mit kurzgeschnitteneren honigbraunen Haaren und Augen in der gleichen Farbe. Ich fand das ziemlich ungewöhnlich, aber es sah interessant aus. Er reichte mir die Hand und schüttelte meine mit festem Händedruck.

Seite 17

Sein Allerweltsgesicht und auch seine Kleidung waren eher durchschnittlich, und er wirkte ziemlich unscheinbar auf mich. Bis ich seine Stimme hörte.
„Freut mich, Sie kennenzulernen, Miss Angie. Meinen Namen wissen Sie schon, aber bestimmt nicht, welche Rolle ich hier spiele.“ Völlig baff konnte ich ihn nur mit offenem Mund anstarren. Dieser Mann hatte einen leichten russischen Akzent und die melodischste Stimme, die ich je gehört hatte. Sie zog mich sofort in seinen Bann, sodass ich meine Augen nicht von ihm abwenden konnte. Mit dem Klang seiner Stimme brachte er bestimmt Eisberge zum Schmelzen und jede andere Frau dazu, ihm vor die Füße zu fallen, oder sich hemmungslos in seine Arme zu werfen. Zum Glück war ich schon meinem Schotten verfallen und Duncans leises gereiztes Knurren löste mich endgültig aus der Starre, in die ich trotzdem gefallen war.
„Genug! Demetri, sie ist eine von uns! Also lass es!“ Ich blinzelte verwirrt und der Bann war augenblicklich gebrochen. Demetri sah mich entschuldigend an und sagte:
„Oh, tut mir leid, die Macht der Gewohnheit. Ich bin ein Dämon der Sinne.“ Vielsagend tippte er sich an die dunklen kleinen Höcker auf seinem Haaransatz, die mir zuerst gar nicht aufgefallen waren. Wow, kleine niedliche Hörner. Gleich musste ich an Ef-Ef, unseren kleinen Hamster-Dämon denken. Ob er ihn wohl kannte? Ich musste ihn später mal danach fragen.
„Mit meiner Stimme kann ich jeden Verdächtigen zum Reden bringen und erkenne gleichzeitig, ob er die Wahrheit sagt. Tja, und ich bin hier auf dem Anwesen der Administrator“, setzte er noch mit einem sympathischen Lächeln hinzu. Seine Stimme hatte sich etwas verändert, sie war nicht mehr so betörend, aber immer noch sehr klangvoll. Wie setzten uns und warteten auf die Fee. Endlich erschien auch Leif und ging gleich zum Kopf des Tisches ohne nach rechts und links zu blicken. Er stellte sich mit verschränkten Armen in Position und fing sofort an zu berichten.
„Vor ein paar Monaten sind 16 Söldner mit ihrem Anführer verschwunden, ohne dass die anderen davon wussten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Teil der Truppe sich absetzt und woanders kämpft, ohne den Rest zu informieren. Im Grunde sind alle Einzelkämpfer sind, die sich nicht im Geringsten um ihre Kampfgefährten scheren. Nur bei einem gemeinsamen Auftrag kämpfen zusammen. Diesmal konnte ich nicht rechtzeitig in Erfahrung bringen, wohin sie aufgebrochen sind. Niemand hatte geahnt, dass sie sich Dungeon angeschlossen hatten und wusste wo sie zuschlagen würden. Sie haben sich so in sein Gefolge integriert, dass sie nicht weiter aufgefallen waren. Den Rest der Truppe hatte ich soweit unter Kontrolle, dass ich sie überzeugen konnte, sich ruhig zu verhalten. Bis die Nachricht von dem großen Kampf in Peru und dem Tod des Anführers eintraf. Einer von den Söldnern konnte verletzt entkommen und hat mit mir Kontakt aufgenommen, bevor er starb.“ Verwundert sahen Duncan und ich uns an. Einer konnte entkommen? Neugierig fragte ich Leif:
„Wie denn? Ich dachte wir hätten da gründlich aufgeräumt? Meines Wissens ist nur Dungeon entkommen, weil er…“, plötzlich hatte ich eine Eingebung!
„Oh, es war eine Fee? Und er ist auch geflogen, so wie der Drache, richtig?“ Leif sah mich lauernd an, und wartete auf eine ironische Bemerkung von mir. Doch das hier hatte nichts mit unserem Kleinkrieg zu tun, dies war bitterer Ernst. Also erwiderte ich seinen Blick ruhig und professionell. Er wirkte kurz verunsichert und räusperte sich. Als er mir zustimmte, klang seine Stimme wieder genau so fest wie zu Beginn seines Berichtes.
„Ja, genau. In dem ganzen Tumult, konnte er unbemerkt fliehen und sich bis Veracruz in Mexico durchgeschlagen. Dort hat er sich mit mir getroffen und mir alles berichtet. Leider war ich nicht alleine mit ihm, und so konnte sich die Nachricht, dass du den Troll auf dem Gewissen hast, sehr schnell verbreiten und erreichte den Rest der Truppe. Irgendwie haben die Feen, die hier ansässig sind, davon erfahren, dass eine Handvoll Söldner jetzt hierher unterwegs ist, um ihren Anführer zu rächen. Ich konnte sie erst mal auf eine falsche Spur lenken, aber ich weiß nicht, wie lange das anhält. Also müssen wir warten und auf der Hut sein.“ Nachdenklich sah ich ihn an.
„Woher wissen die Kerle, dass ich hier bin? Und was ist aus dem Typ geworden, der entkommen ist, lebt er noch?“

Seite 18

Er schüttelte den Kopf und sagte kaltlächelnd:
„Sie wissen nicht, dass du hier bist, sie vermuten es nur. Und was den Söldner betrifft, der musste etwas gemerkt haben und wollte meine Tarnung auffliegen lassen, also habe ich seinen Tod etwas beschleunigt.“Beruhigt nickte ich. Das war zumindest eine gute Nachricht. Duncan erhob sich und sagte mit seiner tiefen Stimme:
„Danke, Leif, jetzt wissen wir Bescheid und können uns darauf einstellen. Du behältst die Söldner weiter im Auge und meldest dich sofort, wenn sich etwas tut. Gute Arbeit, mein Freund. Das war`s dann für heute.“ Er nickte noch einmal in die Runde, und die kleine Versammlung löste sich auf. Mythos ging mit uns zur Tür und Demetri gesellte sich zu Leif, der immer noch am Kopf des Tisches stand. Ich konnte hören, was Leif zu ihm sagte. Er bemühte sich noch nicht mal seine Stimme zu senken. Bestimmt wollte er sicher sein, dass ich es auch ja mitkriegte.
„Na gut, dann spiele ich eben den Wachhund für die Hexe. Die haben doch außer ein paar dämlichen Zaubersprüchen eh nicht viel drauf. Ohne die sind sie so hilflos wie ein Baby.“ Abrupt blieb ich stehen und drehte mich langsam um. Das war`s du Mistkerl, es reichte mir endgültig! Zu meinem Glück und seinem Pech trug ich immer eines meiner kleinen Wurfmesser gut versteckt in meinem Gürtel bei mir. Unauffällig zog ich es hervor, visierte kurz sein Profil an, dann warf ich es locker aus dem Handgelenk … und schon steckte das Messer neben seinem Kopf in der Wand. Dabei hatte es im Vorbeiflug sein Haarband zerschnitten. Erschrocken fasste sich Wicki an seinen gelösten Zopf, dann sah er das Messer, das zitternd in der Wand steckte. Ich stellte mich vor ihn hin, ignorierte sein wütendes Gesicht und sagte, obwohl ich innerlich vor Wut kochte, völlig ruhig:
„DAS mein Lieber, war keine Hexerei, DAS war Können! Und du… kannst mich mal!“ Ich blickte im fest in die Augen, und holte schon aus, um ihn noch kräftig gegen das Schienbein zu treten, da zog mich Duncan im letzten Moment zurück.
„Komm, Angie, er hat`s verstanden!“
Grimmig umklammerte er meinen Oberarm, reichte mir auf dem Weg zur Tür mein Messer, das er unbemerkt aus der Wand gezogen hatte und beförderte die Tür von außen mit einem kräftigen Tritt ins Schloss. Unerbittlich in seinem Zorn riss er mich mit sich in den Freizeitraum und trat auch diese Tür hinter uns zu. Dann drückte er mich mit meinem Rücken an die Tür. Beängstigend groß und drohend stand er vor mir, sah mich wütend an und brüllte gleich los.
„Verdammt noch mal! Wie konntest du nur so die Beherrschung verlieren! Mit dem Messer? Und wenn ich nicht gewesen wäre, hättest du ihn auch noch getreten! Wie professionell ist das denn?“ Oh oh. Ich zog meinen Kopf ein und traute mich nicht ihn anzusehen. Innerlich schrumpfte ich auf die Größe einer Maus. Ich wollte nicht, dass er wütend auf mich war, ich wollte doch nur… Oh Himmel, wie konnte das eben in dem Verhandlungsraum nur passieren? Ich biss mir auf die Lippe und versuchte erfolglos meine Tränen runterzuschlucken. Doch er war noch nicht fertig.
„Willst du etwa jetzt immer mit dem Messer auf ihn losgehen, wenn er eine schwachsinnige Bemerkung von sich gibt?“Natürlich wollte ich das nicht. Stumm schüttelte ich den Kopf. Dabei fixierte ich seine muskulöse Brust, die sich durch sein heftiges Atmen hektisch hob und senkte. Diesmal war er zu Recht wütend auf mich, und das konnte ich nicht ertragen. Leif war mir egal, aber er doch nicht. Mein schlechtes Gewissen regte sich, und ich schämte mich, weil ich mich so hatte gehenlassen. Schniefend wischte ich mir die Tränen ab.
„Sieh mich an“, forderte er leise. Unsicher hob ich den Blick und sah ihm direkt in seine dunklen Augen. Er umfasste mein Kinn und seufzte.
„Ach, Angie, manchmal könnte ich dich übers Knie legen, aber wenn du mich dann so ansiehst… und sag jetzt bloß nicht wieder, dass es dir leid tut.“ Unglücklich seufzte ich tief und wollte nur noch, dass er mir Verzeiht, und alles wieder zwischen uns in Ordnung war.
„Tut es aber. Nicht das mit dem Messer, na ja, ein bisschen schon, aber das du so wütend auf mich bist. Duncan, ich wollte doch wirklich nicht…“ Weiter kam ich nicht, denn er streifte mit seinen Lippen meinen Mund und murmelte:
„Sei still, kleine Hexe.“ Duncan hob mich hoch und ich schlang meine Arme um seinen Hals und die Beine um seine Taille. Eine Hand legte er auf meinen Hinterkopf, die andere landete auf meinem Po. Dann küsst er mich, dass mir Hören und Sehen verging, alles um mich herum verschwand und sich in nichts auflöste. Es gab nur ihn und mich. Nach einer Ewigkeit löste er schweratmend seine Lippen von meinen und flüsterte:
„Wenn wir jetzt nicht die Notbremse ziehen, kann ich für nichts mehr garantieren.“Glücklich schmiegte mich an ihn und öffnete langsam meine Augen. Verwirrt sah ich mich um und wusste im ersten Moment nicht wo ich war. Oh, das musste der so genannte „Freizeitraum“ sein!

Seite 19

Ich löste meine Umklammerung und Duncan stellte mich sanft zurück auf den Boden, hielt mich aber immer noch fest und verdeckte mir so die Sicht auf das Zimmer mit seinem Körper. Ungeduldig wollte ich ihn zur Seite schieben, aber er bewegte sich keinen Millimeter. Als ich ein bisschen nachhalf und ihn nicht ganz so liebevoll in die Seite zwickte, gab er seufzend nach und trat zur Seite. Ohne ein Wort zu sagen, sah ich mich aufmerksam um. Durch eine riesige Fensterfront an einer Seite fiel Licht hinein und machte den Raum groß und hell. Ich erkannte sofort, dass ich mich in einer Männerdomäne befand. Duncan verfolgte jeden meiner Schritte genau, blieb aber an der Tür stehen. Ich schlenderte zu der kleinen Bar, die in einer Ecke untergebracht war und betrachtete ausführlich die gut bestückten Regale mit allen Whiskey-Sorten, die man sich nur vorstellen konnte. Ich schob einen der 4 Barhocker zur Seite und beugte mich über den Tresen.
„Oh, ihr habt sogar eine Zapfanlage hier? Doch wohl nicht für das Bier hier auf der Insel, oder?“ Ich warf ihm einen entsetzten Blick zu, doch zu meiner Beruhigung schüttelte er lächelnd den Kopf.
„Nein, wir lassen uns das Bier immer aus Deutschland kommen. Die haben nun mal das Beste!“ Bravo!
„Aber wir benutzen die Anlage selten, uns reicht Flaschenbier.“
Ein leichter Tabakduft lag in der Luft. Und schon entdeckte ich an der Wand neben der Bar einen Humidor aus Mahagoniholz, in dem Zigarren verschiedener Größen aufbewahrt wurden. Neugierig ließ ich meinen Blick weiterschweifen und konnte nur staunen. Hier hatte man wirklich an alles gedacht, was das Männerherz begehrte. Ein runder Pokertisch, auf dem noch Jetons gestapelt waren, ein Billardtisch, einige Sessel mit Beistelltischchen, auf denen eine Leselampe angebracht war und Aschenbecher standen befanden sich in dem Raum. Sogar ein alter Flipperautomat stand neben einer Musikanlage, von der ich nur träumen konnte. Die dazugehörigen Boxen waren so geschickt und unauffällig im Raum verteilt, das man bestimmt einen fantastischen Klang hatte. Der CD-Turm neben der Anlage war sehr gut bestückt und die Namen der verschiedenen Bands ließen auf einen breitgefächerten Musikgeschmack der Jungs schließen. Von Klassik über Hard Rock, von Metall bis Swing – es war alles dabei. Eine CD mit alten Schlagern fischte ich heraus und hielt sie ihm fragend unter die Nase. Er grinste nur.
„Die sind von Jean und Eric.“
Oha, das hätte ich jetzt nicht gedacht und legte sie feixend wieder zu den anderen.
Als nächstes interessierte ich mich für die Glasfront und blickte durch die große Flügeltür, die nach draußen auf die Terrasse führte. Die Nachmittagsonne schien auf einige Liegestühle, die zum Relaxen einluden. Einige Gartenstühle standen um einen ovalen Holztisch. Jetzt fehlte nur noch… ja, wahrhaftig! Da stand er direkt neben einigen Blumenkübeln. Ein gemauerter Grill! Genau das richtige für die Jungs. Ich sah sie direkt vor meinen Augen um den Grill stehen, die Steaks auf dem Feuer, die Bierflasche in der Hand – fachsimpelnd über Dieses und Jenes und natürlich über Frauen. Grinsend drehte ich mich wieder zu ihm um und setzte meine Erkundungstour fort.
Ich entdeckte einen mobilen Flatscreen, der mitten im Raum stand, und bestimmt mit allen Sportkanälen der Welt programmiert war. Überall lagen Baseballcaps und Fußballwimpel herum. Weiter führte mich mein stummer Rundgang zu einer kleinen Sitzgruppe aus schwarzen Leder… was sonst, schmunzelte ich und strich mit den Fingerspitzen über die Lehnen. Die sah allerdings schon etwas älter und ziemlich abgewetzt aus. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich Duncan, der sichtlich nervös wurde, als ich näher zu der Wand mit den Kalendern aus verschiedenen Jahrgängen kam und sie eingehen betrachtete. Aha, deshalb war er die ganze Zeit so angespannt. Er hatte sich mittlerweile zu mir gesellt und legte einen Arm um mich. Dabei versuchte er mich in die andere Richtung zu dirigieren. Doch ich blieb einfach stehen und deutete auf einen der Kalender.
„Oh. Das müssen aber ganz arme Frauen sein, die haben bestimmt kein Geld um sich Kleidung zu kaufen.“
„Äh..ja. Komm meine Süße, ich zeige dir mal unser Kino“, versuchte er mich abzulenken und schob dabei ganz beiläufig eine Zeitschrift, die von einem der kleinen Tischen gefallen war, mit dem Fuß unter einen der Sessel. Blitzschnell tauchte ich unter seinem Arm hinweg, bückte mich und zog eine ältere Ausgabe des Playboys hervor. Mit hochgezogenen Brauen legte ich sie auf das Tischchen zurück, auf dem schon einige Magazine über Sportwagen und Luxuslimousinen lagen.
„Ich weiß schon, wegen der interessanten Reportagen, ja?“

Seite 20

Duncan grummelte nur etwas von „Bones, du Blödmann!“, und strich sich dabei verlegen mit einer Hand durch die Haare.
Das kleine Teufelchen in mir weidete sich ein bisschen an seinen Unbehagen, denn er wusste ja nicht, dass wir auf der Insel auch so einen Raum hatten, ähnlich ausgestattet wie dieser hier, nur viel kleiner und ohne Kino. Bei seinem kurzen Besuch war nicht genug Zeit für einen ausführlichen Rundgang gewesen. So behauptete ich so ernsthaft wie möglich:
„Natürlich haben wir Schwestern auf unserer Insel auch so einen Raum. Aber bei uns hängen nur Bilder von Landschaften und Blumen an den Wänden, oder Motive mit niedlichen Kätzchen und Hundewelpen.“ Okay, das war jetzt gelogen, und ich kreuzte schnell zwei Finger hinter meinem Rücken. Wir hatten sogar eine Fototapete, die fast eine ganze Wand einnahm. Auf der waren sehr nette Exemplare seiner Gattung abgebildet, auch mehr oder weniger bekleidet. Das männliche Gegenstück zu den Pirellikalendern, die hier hingen, hing auch bei uns auf der Insel. Er war aus dem Fangthasia, unserer Lieblingsbar auf dem Festland, und wir bekamen jedes Jahr die neuste Ausgabe zugeschickt.
„Eine so schöne Bar haben wir natürlich nicht, nur einen alten Kühlschrank … na ja, wir sind ja auch nicht so viele wie ihr hier.“ Duncan sah mich mit leicht zusammengekniffenen Augen skeptisch an und stellte dann erschüttert fest:
„Angie, du schwindelst ja ohne rot zu werden!“
„Ich? Ich schwindel doch gar nicht! Wir habe wirklich nur einen alten Kühlschrank da stehen.“ Erst sahen wir uns einen Moment stumm an, dann kicherten wir wie auf ein Kommando los. Er drückte mich an sich und sagte wieder ernst:
„Angie, ich kann das hier auch alles verändern, wenn du das möchtest. Das wäre wirklich kein Problem für mich.“ Aber natürlich wäre es das, ich glaubte nämlich nicht, dass seine Brüder damit einverstanden wären. Als er nachdenklich mit gerunzelter Stirn an seiner Unterlippe nagte, überlegte er wahrscheinlich gerade, wie er das seinen Brüdern beibringen sollte. Es war so lieb von ihm, dass er das für mich tun wollte. Spontan legte ich meine Hand auf seine Wange und schüttelte meinen Kopf.
„Nein, Duncan, ich finde es super hier. Bitte lass ruhig alles so wie es ist, es stört mich nicht, wirklich nicht! Schließlich ist es für eure Zerstreuung gedacht, es ist eure Domäne, eure Zuflucht um abzuschalten, und es ist richtig so, wie es ist. Ich bin schließlich nur ein Gast hier. Aber ich danke dir für dein Angebot.“ Ich legte meinen Kopf an seine Brust und lauschte seinem Herzschlag.
„Nur…, Angie, du wirst niemals nur ein Gast hier sein. Ich möchte, dass du dich hier wohlfühlst.“ Er legte eine Hand auf meinen Kopf und sagte eindringlich und leise, immer noch zu ernst für meinen Geschmack:
„Ich würde alles für dich tun.“ Zärtlich strich er mir mit einer Hand über meine Haare. Ich fing die Hand ein und hielt sie fest, dann strich ich ihm über seine gerunzelte Stirn.
„Aber das weiß ich doch, mein Lieblingsschotte. Und keine Sorge, solange ich mit dir zusammen bin, fühle ich mich überall wohl.“ Beruhigt lächelte er endlich wieder.
„Na, dann komm mal mit.“ Er ging mit mir zum Ende des Raumes auf einen weinroten Vorhang zu, der eine ganze Wand verdeckte. Duncan nahm eine Fernbedienung von einem der Tischchen, drückte eine Taste und schon schwang der Vorhang zur Seite. Zusammen gingen wir drei Stufen runter und befanden uns tatsächlich in einem Kino. Ich löste mich von ihm und drehte mich begeistert um meine eigene Achse. Wow, das war ja fantastisch! Mit großen Augen sah ich mich um. Vor einer riesigen Leinwand standen sogar einige Kinosessel. Die Sammlung der Filme, die ich sofort auf einem gigantischen Regal an der Wand entdeckte, begeisterte mich auf Anhieb. Unwillkürlich klatschte ich in die Hände. Natürlich waren alle Western und Clint Eastwood-Filme, jede Menge Aktion, Horror und Science-Fiktion, ein paar Komödien und etwas Comedy vertreten. Liebesfilme dagegen entdeckte ich nicht. Doch dann stieß ich etwas versteckt hinter den Bond Filmen ganz unten im Regal auf die komplette Sammlung der Disney Zeichentrickfilme. Ich versuchte ernst zu bleiben, wirklich, aber dann konnte ich nicht mehr und prustete los. Lachend setzte ich mich auf den Boden und zog wahllos eine der DVDs heraus. Oh, die Schöne und das Biest. Duncan setzte sich zu mir und zeigte grinsend auf das Cover.

Seite 21

„Das geht auf Cyrus Konto. Nando und Tim lieben Arielle, Norbert und Bowen das Dschungelbuch, Eric, Jean und Bones sind ganz vernarrt in Cinderella und Schneewittchen. Ach, eigentlich mögen wir alle die Filme von Disney.“ Oh nein, mein Lieber, so kommst du mir nicht davon!
„Und was ist dein Favorit?“Gespannt wartete ich auf seine Antwort, obwohl ich schon so eine leise Ahnung hatte, und ließ ihn dabei keine Sekunde aus den Augen. Erst tat er so, als müsste er lange überlegen und klopfte sich dabei mit dem Zeigefinger nachdenklich an seine Nase, doch dann gab er bereitwillig zu:
„Ich gestehe ja schon, meine Lieblinge sind Susie und Strolch… ja und Bambi, das wolltest du doch von mir hören, oder?“ Er beugte sich vor und tippte mir auf meine Nase. Diabolisch grinsend setzte er noch hinzu:
„Ich kann es dir an der Nasenspitze ansehen, dass du darauf gewartet hast, du kleines Biest!“
Bingo! Ich grinste ihn frech an, er kannte mich zu gut! Er grinste kopfschüttelnd zurück, stand auf und zog mich sanft mit sich hoch.
„Aber wir mögen alle den kleinen Burschen, stimmt´s? Doch genug davon, sonst entlockst du mir womöglich noch alle meine Geheimnisse. Also weiter geht`s. Sieh mal, das ist doch was für dich, oder?“
Wow, und wie das was für mich war! Schnell hatte ich die Sache mit den Geheimnissen vergessen und nur noch Augen für den Popcornautomat und den Automaten mit Schokolade, Weingummi und sonstigem Süßkram. Eigentlich waren es ja keine Automaten, weil der Schlitz für den Münzeinwurf fehlte, aber sie sahen genau so aus, wie eben jeder sie kannte. Und meine Lieblingssorte gab es auch, Jelly Beans in allen Farben, wunderbar! Schnell öffnete ich das kleine dafür vorgesehene Kläppchen, zog eine Tüte heraus und öffnete sie.
„Probier mal, ich liebe besonders die in Orange….“Lächelnd neigte ich meinen Kopf zur Seite und schob ihm einen von den Beans einfach in seinen Mund. Er schloss kurz seine Augen und nickte dann.
„Schmeckt mir!“
Plötzlich sah er mich so eigentümlich an und sein Blick blieb an meinem Mund haften. Er nahm mein Gesicht in seine Hände und beugte sich langsam zu mir runter. Fasziniert betrachtete ich seine Lippen, die sich langsam teilten und seine Zungenspitze freigaben, auf der die kleine Bohne lag. Sanft drückte er sie gegen meine Lippen und als ich meinen Mund etwas öffnete, drängte er sie langsam auf meine Zunge, die ihn schon sehnsüchtig erwartete. Virtuos und sinnlich rollte er die Bohne in meinem Mund hin und her und als ich sie in seinen Mund zurückgleiten ließ, begann das Spiel von neuem. Längst hatte ich meine Arme um ihn geschlungen und gab mich diesem sinnlichen Spiel hin. Sein köstlicher Geschmack, gepaart mit dem Aroma der immer kleiner werdenden Bohne, überreizte fast meine Sinne, und ich drückte mich hilflos an ihn. Da klingelte sein Handy überlaut in dieser aufgeheizten und vor Elektrizität knisternden Atmosphäre. Ich riss meine Augen auf und verschluckte vor Schreck den Rest der Bohne. Schweren Herzens löste er sich von mir und nahm mit leicht zitternden Händen und belegter Stimme den Anruf entgegen.
„Oh… hallo, Polly. Natürlich… ja, wir sind schon fast auf dem Weg. Bis gleich….“

Seite 22

Er verstaute sein Handy wieder in seiner Hosentasche und fluchte leise vor sich hin.
„Mist, das habe ich ja total vergessen.“ Entschuldigend sah er mich an, als ob er dafür verantwortlich war, dass wir so plötzlich unterbrochen wurden. Bevor ich noch fragen konnte, was denn los sei, sprach er schon weiter.
„Polly hat uns zum Essen eingeladen, und wir sollten eigentlich schon längst da sein. Ich bin schon sehr lange mit ihr befreundet. Ihr Mann Aaron arbeitet auf der Seraphim als Koch. Ich kenne die beiden schon, lass mich überlegen…“, dabei tippte er nachdenklich gegen seine ausgefahrenen Fänge, „mh, so ungefähr 70-80 Jahre? Ach ja, und ich bin der Pate ihrer Kinder.“ Ach ja? Und das erzählte er mir so ganz beiläufig nebenbei? Er fasste mich am Arm, um mich in Richtung Tür zu schieben. Doch ich blieb stur stehen und sah ihn nur finster an.
„Du glaubst doch wohl nicht allen Ernstes, dass ich so mit dir gehe? Mein Make-up ist bestimmt verschmiert, meine Bluse zerknittert, und meine Haare sind, dank deiner hübschen Finger, total zerzaust! Oh nein, mein Lieber, so gehe ich nirgendwo mit dir hin! Was ist es denn für ein Essen, offiziell oder mehr zwanglos? Was soll ich da anziehen? Und was soll ich mitbringen, Blumen oder etwas anderes? Was ist mit den Kindern? Hah, ich habe ja nichts zum Mitbringen, woher auch! Herr Thorpe hat ja nichts vorher gesagt, er hat so etwas Wichtiges einfach vergessen. Er will mich so ganz nebenbei seinen Freunden vorstellen. Ich fasse es nicht!“ Ich lief mittlerweile vollkommen nervös vor ihm auf und ab und rang mit meinen Händen. Was hatte er sich nur dabei gedacht?
„Was ist, wenn ich … wenn sie mich nicht mögen, oder nicht als deine Gefährtin akzeptieren? Was…“ Als ich aufgebracht vor ihm stehen blieb und ihn vorwurfsvoll ansah, legte er einfach seinen Zeigefinger auf meinen Mund und stoppte so meine kleine Panikattacke.
„Ruhig, ganz ruhig, Liebes. Sie werden dich mögen, wieso auch nicht? Sie sind bisher immer mit allem einverstanden gewesen und wirklich schwer in Ordnung und sehr liebenswürdig. Also beruhige dich wieder, es ist doch nichts Besonderes, nur ein Essen, also ganz zwanglos, und du siehst doch gut aus so, wie du bist, wirklich!“
Amüsiert betrachtete er meinen fassungslosen Blick. Das sollte mich beruhigen? Männer! Wusste er denn nicht, wie entscheidend der erste Eindruck war, besonders bei guten Freunden? Kopfschüttelnd versuchte ich mich selbst zu beruhigen, indem ich ein paar Mal tief durchatmete und tippte ihm dann nachdrücklich gegen seine Brust.
„Ich bin in fünfzehn Minuten wieder da, und du überlegst dir inzwischen, was wir ihnen mitbringen können. Und unterwegs zu ihnen, möchte ich alles über sie erfahren, damit ich mich nicht gleich in das erste beste Fettnäpfen stürze.“ Ich nickte nochmal ernsthaft, wartete seine Antwort gar nicht erst ab, sondern küsste ihn flüchtig auf sein Kinn. Dann ließ ich ihn stehen und flitzte nach oben um mich schnell ein bisschen zurechtzumachen und umzuziehen.
Ich stand sogar noch vor der verabredeten Zeit an der Haustür und wartete ein wenig atemlos auf Duncan. Ich hatte mich auf die Schnelle für ein luftiges ärmelloses Sommerkleid in schlichtem Weiß entschieden. Falls es kühl werden sollte, was für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich war, hatte ich mir noch schnell eine warme Strickjacke geschnappt. Als Schmuck trug ich nur die Kette mit dem Herz, die mir Duncan geschenkt hatte. Meine Haare hatte ich schnell gebürstet und trug sie offen. Auf Make-up hatte ich weitestgehend verzichtet und nur etwas Lipgloss aufgetragen. Da kam er auch schon mit einer großen Tragetüte um die Ecke und betrachtet mich stumm von oben bis unten. Nervös zupfte ich an dem Kleid herum und wartete auf eine Reaktion von ihm.
„Und? Kann ich so gehen?“Er schluckte hörbar.
„Nicht ohne einen Aufstand zu verursachen! Aber im Ernst, du bist wunderschön, und ich möchte eigentlich gar nicht mehr los. Aber sie warten schon auf uns. Okay, etwas fehlt aber noch.“ Er zeigte grinsend auf meine Füße. Mist, ich hatte in der ganzen Hektik meine Schuhe vergessen! Nachdem auch das erledigt war, und ich in meine flachen Riemchensandalen geschlüpft war, machten wir uns Arm in Arm auf den Weg. Unterwegs erzählte er mir ein bisschen über die Familie, und dass ich mich auf eine Überraschung gefasst machen sollte. Was das für eine war, damit rückte er nicht raus, sondern lenkte mich immer wieder ab, indem er von seinen Patenkindern erzählte. Der Junge hieß Albus und war sechs Jahre alt, seine ältere Schwester Caitleen war acht.

Seite 23

Die Jüngste, Bonnie, war gerade drei geworden. Als er mir den Inhalt der großen Tüte beschreib und erwähnte, dass er von seinen Reisen immer etwas für sie mitbringen würde, knuffte ich ihn empört in die Seite. Mich so in Aufregung zu versetzen für nichts! Er grinste nur verschmitzt und flüsterte mir ins Ohr, dass er so gerne meine Augen aufblitzen sähe, wenn ich aufgebracht sei, und ich ihn ja auch nicht habe zu Wort kommen lassen.
Nach einem 15-minütigen Spaziergang durch den angrenzenden Wald des Anwesens, erreichten wir die Stadt der Zwerge. Sie sah aus wie ein kleines Dorf und es kam mir so vor, als würde ich eine Zeitreise in das Mittelalter unternehmen. Es gab nur die Hauptstraße, an der einige wenige kleine Gassen rechts und links abzweigten. Wir schlenderten auf Kopfsteinpflaster an den schmucken kleinen Fachwerkhäusern mit reichverzierten Giebeln und Erkern vorbei. An vielen Fenstern waren Blumenkästen angebracht. Scheinbar verzichteten die Bewohner auf Autos, denn ich konnte nirgends eines entdecken. Duncan zeigte mir die wenigen kleinen Geschäfte, in denen man bestimmt nach Herzenslust nach ausgefallenen Dingen stöbern konnte. Ich nahm mir vor, demnächst zurückzukehren. Meine Zeitreise wurde jäh durch einige Bewohner der kleinen Stadt unterbrochen. Modern gekleidete Zwerge schlenderten an uns vorbei und grüßten freundlich. Über einen Marktplatz mit einem steinernen Brunnen in der Mitte waren wir auch schon am Ende der Straße und gleichzeitig am Ende des Dorfes angelangt. Duncan blieb vor einem hübschen kleinen Häuschen mit einem großen Garten stehen, der von einem weißen Zaun eingefasst war. Er öffnete ein kleines Törchen und ließ mir den Vortritt. Der Garten selbst sah auf dem ersten Blick ein bisschen chaotisch aus, alles wuchs scheinbar wild durcheinander, aber bei näherer Betrachtung hatte auch dieses Chaos eine gewisse Ordnung. Es war einfach nur ein natürlicher Garten, in dem die Blumen und Pflanzen noch wachsen durften wie sie wollten, liebevoll gepflegt von seinem Besitzer. Und wo nichts wuchs, standen bunte Kübel mit Herbstastern bepflanzt. Hier und da lag Spielzeug herum. Nur ein Beet mit allerlei Kräutern war sorgsam gepflegt. Der angenehm würzige Duft, gepaart mit dem Duft der Herbstblumen, stieg mir in die Nase. Plötzlich ertönte hinter uns Kindergeschrei.
„Onkel Duncan, Onkel Duncan, endlich bist du da!“ Ein Junge von ca. sechs Jahren, gefolgt von zwei Mädchen, die wohl seine Schwestern sein mussten, stürmte auf uns zu. Duncan hockte sich lächelnd hin und breitete einladend seine Arme aus. Die Kinder fielen ihm jauchzend um den Hals, und er ließ sich mit ihnen lachend auf den Rücken fallen. Als ich ihn dann mit den Kindern beobachtete, wie er sich von ihnen widerspruchslos mitziehen ließ und mit ihnen lachend durch den Garten tobte, sich bereitwillig von ihnen fangen ließ und sie vorsichtig und liebevoll an sich drückte, breitete sich ein wohliges Gefühl der Wärme in meinem Körper aus. Genauso hatte ich mir den Vater meiner Kinder vorgestellt, die ich irgendwann einmal haben wollte. Genauso.
Eine etwas rundliche Frau mit schulterlangen, leuchtend roten Haaren und strahlend blauen Augen trat aus dem Haus. Als sie mich sah, kam sie ohne zu zögern mit ausgebreiteten Armen auf mich zu. Ihr hübsches Gesicht war übersät mit Sommersprossen, und sie hatte ein sehr gewinnendes Lächeln. Als sie mich herzlich umarmte und auf beide Wangen küsste, wusste ich sofort, was Duncan mit der Überraschung meinte. Polly musste sich zu mir herunterbeugen, denn sie überragte mich um mindestens einen Kopf! Sie war also definitiv keine Zwergin! Sie war eine Dämonin, das konnte ich sofort spüren.
„Angie, oh wie schön! Herzlich willkommen! Ich heiße Polly, naja, eigentlich Philomena, keine Ahnung was meine Eltern sich dabei gedacht haben, aber nenn mich bloß Polly, bitte. Es wurde auch Zeit, dass Duncan endlich seine Gefährtin gefunden hat. Lass mich dich anschauen.“ Sie schob mich etwas von sich weg und musterte mich ungeniert.
„Und dazu noch eine hübsche Hexe. Ach ich freue mich ja so für euch!“ Mit dieser Begrüßung hatte sie auf Anhieb mein Herz gewonnen und ich erwiderte ihre Umarmung. Über meinen Kopf hinweg rief sie:
„Böser Duncan, warum hast du mir verschwiegen, wie nett und hübsch sie ist?“ Doch er war zu beschäftigt um zu antworten, da die Kleinen energisch forderten den Inhalt der Tüte zu sehen. Lachend zog sie mich zu einem grob gezimmerter Holztisch mit einer Bank und einigen Stühlen. Eine hochgewachsene Weide gab der Sitzecke ein natürliches Dach und spendete Schatten. Sie setzte sich neben mich ohne meine Hand loszulassen. Zusammen beobachtet wir die Vier.

Seite 24

„Er ist total vernarrt in die drei, und verwöhnt sie nach Strich und Faden. Die kleinen Monster wickeln ihn dafür hemmungslos um den kleinen Finger.“ Laut rief sie:
„Kinder, lasst Onkel Duncan leben!“ Das war also Polly. Diese quirlige freundliche Frau sorgte dafür, dass meine gesamte Nervosität mit einem Schlag verschwunden war. Lächelnd sah sie mich an.
„Er wird ein guter Vater sein, glaub mir.“
„Polly, ich danke dir für die nette Begrüßung und… ja, ich weiß, er wird ein sehr guter Vater sein. Er wird immer für seine Kinder da sein, sie beschützen und niemals im Stich lassen.“ Ich konnte nicht verhindern, dass der letzte Satz ziemlich bitter klang, weil ich in dem Moment an meinen Vater denken musste, von dem ich nicht einmal den Namen wusste.
„Ich habe meinen Vater nie kennengelernt. Weder kenne ich seinen Namen, noch weiß ich, wie er aussieht. Ich weiß rein gar nichts über ihn.“ Warum erzählte ich ihr, einer mir völlig fremden Person, das alles? Normalerweise war ich sehr misstrauisch Fremden gegenüber, was bei meiner Arbeit auch sehr wichtig war. Doch bei ihr spürte ich instinktiv, dass ich ihr vertrauen konnte. Ob uns auch eine Seelenverwandtschaft wie die zu meinen Schwestern verband? Ich sah ihr tief in die Augen und sah dort etwas sehr Vertrautes. Als sie mir lächelnd zuzwinkerte, waren alle Zweifel beseitigt. Sie war nicht nur eine Dämonin, durch ihre Adern floss auch Hexenblut! Erleichtert drückte ich ihre Hand. Oh war das schön, endlich eine von meiner Art hier auf dem Anwesen zu finden.
Plötzlich durchfuhr mich ein anderer schrecklicher Gedanke. Duncan ist ein Vampir und ich bin eine Hexe. Zwei ganz unterschiedliche Spezies. Ob es überhaupt möglich war, das wir beiden Kinder zusammen haben konnten? Polly schien meine Gedanken zu lesen, denn sie legte mir beruhigend eine Hand auf den Arm und sagte leise:
„Vielleicht klappt es ja auch bei euch. Mein Mann ist ein Zwerg und ich bin eine Halbdämonin. Und nun sieh dir meine drei Kinder an, oder besser gesagt, meine vier!“ Ohne auf seine Kleidung zu achten saß Duncan mit den Kindern auf dem Rasen und spielte mit ihnen mit den Geschenken, die er mitgebracht hatte. Seine Haare waren zerzaust und er lachte glücklich. Gehorsam ließ er sich von der kleinen Bonnie, die ein Ebenbild ihrer Mutter war, eine Schleife in sein dunkles Haar binden. Ich presste meine Lippen zusammen, um nicht laut zu lachen, es sah einfach zu komisch aus! Polly kicherte leise neben mir, doch plötzlich sah sie sehr nachdenklich aus.

Fortsetzung folgt…

Kapitel 1: “Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland” findet sich hier.

Copyright © Seitensprung der Sisterhood



35 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. [...] Kapitel 2: “Seitensprung der Sisterhood – Das Anwesen der Bruderschaft” findet sich [...]

  2. Aaaaaaah Woooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooow.
    Angie der Hammer. Kitty gekillt hahahahahahahahahahahahahahaha und Leif die Fee, die den Vordereingang benutzen darf. Ich kann nicht mehr hahaha. Angie absoluter Knaller. Ich hoffe der ist ab jetzt nett. Wow und wie gehts weiter? ;)

  3. Oh wieder mal exclusiv für mich. Wow ich fühle mich geehrt :D.

  4. Nett? Der Leif? Mh, mal sehen… der spielt auf alle Fälle noch eine wichtige Rolle… später. ;)

  5. …hahahahahaa…jaaa,das ist genau das,was ich nach so einem Tag brauche.
    Geil Angie, ich seh die kleinen “Giftpfeile” die ihr euch gegenseitig um
    die Ohren schiest. Köstlich Köstlich……sehr schön !

  6. Wow, wie Klasse ist denn dass! Klasse Angie, wie immer köstlich! Da hat sich die Warterei echt gelohnt. Ich denke, mit dir und Leif werden wir wohl noch viel Spaß haben. Klasse!

  7. huhu Ladies, Angie ist online. Sorry, dass ich euch so lange habe warten lassen, aber ich hatte die Hütte voller Wiesn-Besucher. Jetzt ist endlich wieder Ruhe eingekehrt, aber ich kämpfe noch mit einem ziemlich hartnäckigen Kater. ;-) Puuh, den habe ich mir gestern eingefangen. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich vielleicht eine Mass weniger getrunken :lol: Aber schön war´s! Nur den Top Spin zum Schluss hätte ich vielleicht auch auslassen sollen.. ;-) Ach, ihr müsst mal kommen, die Wiesn ist einfach super lustig!
    So, und nun zu Angies Teil: ich bin wirklich schwer beeindruckt! Ich finde, der neue Teil ist wunderbar ausformuliert und dir sehr gut gelungen! Chapeau ;-)
    LG @ all!!!

  8. Angie, wow hahahaha einfach super toll hahaha eine Warze :lol: uiuiuiuiuii und der Rosengarten….. aaaaaaaaah ich möchte mal in die Schwimmhalle :) und jetzt sind Norbert und Bowen endgültig geschichte :(

    Superschöner Teil Angie mal wieder der Hammer, liest sich klasse alles drin was man braucht.

  9. Danke! :-D Hach, ich hätte mich gerne noch weiter mit dem Wicki gefetzt, aber Duncan, die alte Spaßbremse…
    Hahaha, arme Dolce. Ich musste gestern auch ein bisschen kämpfen und bücken war auch nicht… Kreislauf und so… kann aber auch am Wetter gelegen haben. Öhm, was ist ein Top Spin? Ein Schnappes oder …. aaah, eins von den Dingern wo man freiwillig reingeht und sich ordentlich durchschütteln lässt und zusätzlich fast ein Schleudertrauma kassiert? Omg! Sowas haben wie hier auch. Aber egal. Mädels? Nächstes Jahr auf die Wiesn?!

  10. Wow, Angie, dass ist ja mal wieder ein toller Teil. Echt Klasse, ich kann mir dich und den Wicki direkt vorstellen, Köstlich. Einfach Hammer, weiter so.
    @Dolce
    Armer Hase, jetzt hast du es ja wieder geschafft. Die Wiesn-Zeit ziemlich schadlos überstanden ist doch prima, ein bisschen Kopf gehört doch einfach dazu. Und man weiß ja von was es kommt, wenn es ne geile Zeit war, nimmt es ja auch mal gerne in Kauf.

  11. Super Angie,echt klasse.
    Freue mich auf die nächste eindrucksvolle Konversation zwischen dir und Wicki.
    Oder anders gesagt….mach ihn fertig und gib ihm Zunder…. :-D

  12. Moin Ladies!
    Angielein ist online und ich finde, dass es immer besser wird. Das trifft übrigens auf euch alle zu. Ihr macht großartige Fortschritte, wirklich. Es gibt eine neue Seite im Netz namens neobooks, betrieben von Droemer Knaur. Jeder kann dort sein eigenes Buch kreieren und seine Texte einreichen. Die werden dann von allen, die sich da beteiligen, beurteilt und können in einem gewissen Ranking steigen. Die besten Texte werden dann als Buch gedruckt oder als E-Book angeboten. Ihr könnt euch da ja mal umschauen. Ich bin nicht restlos von der Idee überzeugt, die Sache hat auch einige Haken, aber grundsätzlich ist das interessant – auch für euch! Allerdings müsst ihr zunächst einen in sich geschlossen Roman schreiben, und wir sind ja noch nicht ganz fertig, gell ;-)
    Liebe Grüße und schönen Tag
    P.S.: da fällt mir ein, Angie, was mich im letzten Teil ein wenig stört, ist der Dialog am Schluss der Sitzung. Es ist nicht ganz nachvollziehbar, warum die beiden so über dich sprechen, schließlich hast du ja den Troll erledigt und das wissen sie ja……

  13. Boah Angie! Ich kann nicht mehr eine Hammerfortsetzung ist das… wow. Ein Dämon der Sinne… ein Freizeitraum?! Haha wie es da wohl drin aussieht. Das war KÖNNen und du kannst mich mal :lol: ebenso der Schlussdialog zwischen Duncan und Angie echt grossen Kino. Da kriegt man echt komplexe du haust immer Knaller Sachen raus Angie. Ich bin dein grösster Fan.

  14. Dolce, das ist ja auch kein Dialog zwischen Demetri und Wicki. Dazu ist es ja erst gar nicht nicht gekommen. Wicki wollte mir doch nur eins auswischen…hehe, und dann flog ja auch schon das Messer, bevor Demetri irgendwas erwidern konnte. ;)

  15. Danke Doci! Ey, du schreibst doch auch immer Hammerteile! Alle übrigens!!!!! :-D
    Wenn ich nur an den Gunther denke, oder die doofe Zippe Joana… und natürlich an deinen Engel Sam, hach..

  16. BOMBE! Bin begeistert, wieder toll geschrieben! Auf den Freizeitraum bin ich aber mal gespannt!

  17. ….so so..freizeitraum nennt man das…ahhaaa.
    sorry,aber meine tastatur spinnt und ich kann keine großbuchstaben drücken.
    angie, genial. ich hätte genauso reagiert. klasse.

  18. Danke meine Lieben. Ja der “Freizeitraum”, lasst euch überraschen.. hehe.
    Dolce danke, dass du an uns gedacht hast, mit dem Droemer Knauer Verlag, aber ich glaube, das ist nichts für mich… hahahaah, da hätte ich doch Bammel etwas einzureichen. Aber wenn die Anderen möchten, nur zu!!! :-D

  19. huhu Ladies – neuer Lesestoff von Angie ist online! ;-) Ich habe übrigens fast alles verstanden, nur, was ist ein Humidor, liebe Angie? :lol: Ansonsten super!!!
    LG

  20. Is ja cool. Die Jungs stehn auf Disney ?? :-D :-D
    Oh ich liebe Disney. Hab noch die ganzen Filme von den Kindern.
    Also fast 20 Jahre alt.
    Super schön Angie und das nächste mal…..Handy aus !
    Und die Sache mit dem Humidor……?
    Das ist doch dieser Kasten wo die Themperatur gehalten wird,
    damit der Taback nicht austrocknet, Oder ???

  21. woooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooow hammer Angie.
    Ey und unser Raum auf der Insel hahahaha ;). Bambi :D ach ja das sind schon n paar Marken die Jungs.
    Superschön. Haha tja und die Zeitung verschwindne lassen sowas aber auch.

  22. Klasse! Bin total begeistert!
    Ein echter Männerraum, toll, da würde sogar der “Heimwerker-King” Augen machen. Jetzt weiß ich auch, warum ich die Jungs so gut leiden kann. Ich liebe Disney auch abgöttisch. Haben auch noch alle Filme von unserem Kurzen und auch der ist immer noch Disney-Fan.
    Also Mädels, ich würde sagen, wir müssen uns unbedingt alle mal auf dem Anwesen treffen und eine Film-Nacht veranstalten.
    Toll!!!!!!

  23. Danke meine Lieben. Ich wusste doch, das Disney nicht nur den Jungs gefällt, hehe!!
    Ich bin auch ein großer Disney Fan, und nicht nur von den Zeichentrickfilmen. :-D
    Und da sich die Jungs ja nach jedem gelungenen Einsatz eine “Fat-Lady” anzünden, musste auch ein Humidor her. Dolce, das ist so eine Art Zigarrentresor, in dem die Stinker aufbewahrt werden, mit Klimaanlage, damit die nicht austrocknen.
    Nur die ganzen Spielekonsolen habe ich vergessen, aber egal…

  24. Macht doch nichts, die bringen wir mit.

  25. Brauchen WIR die da wirklich?

  26. Jaaaaaaaa, da gibt es doch auch tolle Disney-Spiele und Potter-Spiele! Für die Zeiten zwischendurch, man muss ja auch mal entspannen.

  27. Okay, da haste auch wieder recht!

  28. So, so ein Zigarrentresor also, wieder was gelernt – vielen Dank! ;-.) Angielein, wow, dein 2. Kapitel ist voll und wir müssen uns eine Headline für das 3. überlegen! Du führst viele Figuren in die Geschichte ein, machst du dir Notizen und hast du dir Gedanken gemacht, wie die die alle wieder zusammenführst? Das ist keine Kritik, sondern echte Neugier! ;-)
    Liebe Grüße!

  29. Oh man, habe ich echt schon wieder ein Kapitel voll? :-( Ach und das mit der Headline, das überlasse ich dir gerne. ;)
    Ich habe meine Geschichte ja schon in groben Zügen im Kopf, also praktisch halbgar. Nur tauchen dann während ich schreibe plötzlich Figuren auf, die unbedingt mitspielen wollen… hahaha. Aber soooo viele sind es doch gar nicht, oder? Und auf dem Anwesen leben nun mal viele verschiedene Personen, und eine ganz wichtige kommt sogar noch… ;) Aber keine Angst, es passen alle. :-D
    Und vielen Dank noch für die “hübschen Finger”…hahahahah. Mmmh.. nur einen Wald gibt es da eigentlich nicht auf dem Anwesen. Das Dörfchen ist ja auf dem Gelände, also direkt hinter den Gebäuden. Weil soo riesig ist es nun auch nicht. ;)

  30. Huhu,
    wooooooooooow Klasse Angie, liest sich supergut. Eine Zwergenstadt wie wundervoll hehe und dann kam Polly…. wie die wohl mit ihrem Zwergenmann aussieht bestimmt ein lustiges Paar. Hmmm nachdenklich sah sie aus wieso denn? Duncan mit Schleifchen im Haar ich sehe es bildlich vor mir wie er da mit der Rasselbande rumturnt. Wann gehts weiter? Ich möchte mehr davon lesen

  31. ja, dass du schon das 2. Kapitel (endlich ;-) ) voll hast, ist doch super!!! Die Headline kann ich dir natürlich nicht abnehmen, weil ich ja nicht weiß wie es weiter geht, aber das wird sich bestimmt in der Fortsetzung ergeben, gell. Und nein, soooo viele Figuren sind es noch nicht und wenn du sie im Griff hast, sind sie natürlich auch herzlich willkommen. Mir ist aufgefallen, dass Polly und Mary, auch wenn sie unterschiedliche Gaben und Fähigkeiten haben, sich doch ein wenig ähnlich sind. Wenn es keinen Wald gibt, den habe ich mir einfach so vorgestellt, weil ich einen Übergang vom Anwesen zum Kopfsteinpflaster gesucht habe, freue ich mich, wenn du vielleicht in ein zwei Sätzen schreibst wie du zum Kopfsteinpflaster gekommen bist. Wenn du allerdings meinst, dass das nicht nötig ist – auch gut. :lol: Dann ist mir deine wahnsinnige Nervosität vor deinem Besuch bei Polly aufgefallen. Die war ja fast stärker als bei deiner Ankunft auf dem Anwesen. Wie spät ist es ungefähr, seid ihr zur Kaffeezeit bei Polly eingeladen. Ich habe ein bisschen den Überblick über den Tag verloren… Aber Duncan mit Schleife ist wirklich köstlich! :lol: … ach und überhaupt ist die Geschichte köstlich… und meine Worte sind nur ein paar eigene Überlegungen…. ;-)
    Ganz liebe Grüße

  32. Tolle Fortsetzung! Ich hatte es richtig bildlich vor mir. Duncan mit Schleifchen, der Brüller. Freue mich schon auf den nächsten Teil.

  33. Danke meine Lieben, und hatte ich schon erwähnt, dass das Schleifchen rosa ist? ;)
    Dolcimaus, klar ist Angie nervös, es ist ja auch an dem Tag einiges passiert, gell. ;) Oder war das ein bisschen übertrieben? Oh, und es ist Nachmittag. Habe ich doch geschrieben, als Angie und Duncan in dem… hehe, Freizeitraum sind. ” Die Nachmittagssonne schien auf einige…”. :-D

  34. …hahahahaaa, ihr wart ja wohl nicht in meinem Garten?
    ” Geordnetes Chaos” , wo Blumen noch so wachsen dürfen?
    Ich seh das alles direkt vor mir,
    Duncan mir der Rasselbande auf der Wiese und ihr zwei
    auf der Bank. Einfach schön. Ich hör sogar die Hummeln brummen. :-D
    Ich freu mich auf die Fortsetzung.

  35. [...] Kapitel 2: Seitensprung der Sisterhood – Das Anwesen der Bruderschaft [...]

Schreibe einen Kommentar