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Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland

22. Juli 2010 | Von | Kategorie: Seitensprung der Sisterhood - Angie

Seitensprung der Sisterhood

Kapitel 1
Ankunft in Schottland

Ich war immer noch etwas nervös. Immerhin war ich das erste Mal ohne meine Schwestern unterwegs. Alleine mit Duncan nach Schottland. Duncan… Es war schon merkwürdig – da kannte man jemanden erst einige Wochen, wusste genau, dass man in ihm den richtigen Partner oder Gefährten gefunden hatte, und schon krempelte man sein ganzes Leben um. Natürlich war ich neugierig auf sein Zuhause, ich wusste nur nicht genau, wo das war. Er hatte mir nur gesagt, dass es in der Nähe von Fort Williams lag, wo auch immer das sein mochte. Ich war ja noch nie in Schottland. Er hatte mir eigentlich auch nicht viel über seine Familie erzählt. Nur, dass seine Eltern nicht mehr lebten. In dem Punkt war er sehr ziemlich verschwiegen. Vielleicht war das ja die beste Zeit, um sich besser kennen zu lernen. Denn Zeit hatten wir ja nun endlich genug füreinander. Neugierig sah ich aus dem kleinen Fenster. Unter uns lag eine dünne Wolkenschicht mit einigen Lücken, die ab und zu die Sicht auf das Meer freigab. Es war ein angenehm ruhiger Flug. Duncan war wenige Minuten zuvor von unserem Piloten ins Cockpit gerufen worden, also ließ ich meinen Blick in aller Ruhe durch das Innere der Kabine schweifen. Es war ganz anders als ich es von den Charterflügen gewohnt war. Alles war schön geräumig und komfortabel eingerichtet. Die wenigen Sitzplätze bestanden aus gemütlichen Sesseln, und hatten nichts mit den engen Sitzreihen in der Touristenklasse gemeinsam. An meiner Konsole entdeckte ich einige Knöpfen, die direkt neben der breiten Armlehne angebracht waren. Neugierig drückte ich den ersten und wartete gespannt, was passierte. Oh, das Licht wurde gedimmt. Na ja, das war jetzt nicht so spektakulär, also probierte ich den nächsten aus. Leise Musik erklang. Mh… okay. Beim dritten Knopf entfuhr mir unwillkürlich ein „Huch!“, als sich plötzlich die Rückenlehne nach hinten neigte, der Sitz sich in eine bequeme Liegefläche verwandelte, und ich flach auf dem Rücken lag. An der Wand neben mir öffnete sich eine Klappe und ein Brett schob sich mir entgegen, auf dem ein Kissen und eine Decke lagen. Beides nahm ich an mich, und langsam schloss sich die Klappe wieder. Zwei Knöpfe waren jetzt noch übrig. Also probierte ich den vorletzten und konnte beobachten, wie ein Monitor langsam von der Decke herab schwebte, sich etwas nach vorne neigte und auf halber Höhe stehen blieb. Gleichzeitig öffnete sich eine weitere Klappe neben mir und gab einen Blue-Ray Player mit einer großen Auswahl an Discs frei.
„Wow! Also hier kann man es aber aushalten!“
Blieb nur noch der letzte Knopf. Tja, und der öffnete eine gut sortierte kleine Bar mit allerhand Leckereien, die ich erst mal ausgiebig begutachtete. Als Duncan wieder die Kabine betrat, war ich gerade dabei, es mir gemütlich zu machen. Er blieb kurz vor mir stehen und musterte mich grinsend. Oh, ich muss wohl ein Bild für die Götter abgegeben haben, denn in einer Hand hielt ich noch die Decke, das Kissen lag schon unter meinem Kopf, und in der anderen Hand hielt ich mindestens 5 von den Discs. Ein halb aufgegessener Schokoriegel steckt zwischen meinen Zähnen und ich lag mit angezogenen Knien, zwischen denen ich eine Dose Coke eingeklemmt hatte, auf dem Rücken. Die Fernbedienung lag auf meinem Bauch.
„Warte meine Süße, ich helfe dir.“
Er beugte sich langsam über mich und… biss in den Schokoriegel.
„Mh lecker, süß und cremig. Oh da ist ja noch mehr“, murmelte er und küsste mich. Als sein Kuss intensiver wurde, und seine Hand sich unter mein T-Shirt verirrte, ließ ich die Sachen einfach fallen und umarmte ihn.
„Duncan? Der Pilot?“, fragte ich leise und knabberte an seinem Ohrläppchen.
„Der ist beschäftigt für die nächsten Stunden“, versicherte er mir mit seinen glitzernden dunklen Augen und öffnete den Knopf meiner Jeans….

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Später, sehr viel später, nachdem wir etwas geschlafen und eine kleine Mahlzeit zu uns genommen hatten, schenkte er mir einen Kaffee ein und setzte sich mir gegenüber. Er sah mich ernst an, räusperte sich und fuhr sich mit einer Hand durch seine Haare. Er wirkte seltsam angespannt und nervös.
„Duncan, was ist denn?“
Er atmete hörbar aus, nahm meine Hand.
„Tut mir leid, es gibt eine Planänderung.“
Ich sah ihn neugierig an.
„Was?“
„Ja, wir werden nicht nach Glasgow fliegen, sondern nach Inverness. Ich habe vorhin die Order… also, als der Pilot mich gerufen hat, da war Mythos am Funk. Wir müssen zuerst auf das Anwesen. Nur für ein paar Tage, höchstens zwei Wochen.“
Er sah aus dem Fenster und biss die Zähne zusammen.
„Na, so schlimm ist das doch nicht!“, dachte ich nur verwundert.
„Und wo ist das Anwesen? Ist es weit weg von Fort Williams, wo immer das auch ist?“, fragte ich ihn. Er sah mich immer noch nicht an.
„Das Anwesen liegt in der Nähe von Loch Ness“, sagte es dann leise.
Oha, jetzt musste ich doch kichern, hielt mir aber schnell die Hand vor den Mund. Endlich sah er mich wieder an. Gott sei Dank war er nicht mehr so ernst. Und als er meinen amüsierten Gesichtsausdruck sah, musste er sogar schmunzeln.
„Ja, ich weiß, was du denkst. Aber so nahe ist Loch Ness auch wieder nicht. Es tut mir leid Angie, aber es ist wichtig.“
Bevor er wieder ernster wurde, umfasste ich sein Kinn.
„Ach, und wenn schon, mir ist es egal. Dann fahren wir eben erst zum Anwesen. Solange wir nur zusammen sind. Duncan, du machst dir wie immer zu viele Gedanken.“
„Ja, weil es da noch etwas gibt, was…“
Da wurde er von der Stimme des Piloten unterbrochen, der uns über die Sprechanlage zum Anschnallen aufforderte und uns auf die nahende Landung in Iverness hinwies. Ich strahlte Duncan an, küsste ihn schnell, dann zog ich den Gurt fest, schnappte mir seine Hand und sagte feierlich: „Schottland, ich freue mich auf dich!“
Minuten später setzte die Maschine sanft auf schottischem Boden auf.
Nachdem wir alle Formalitäten erledigt hatten, und durch den Zoll waren, verschwand unser Gepäck auf geheimnisvolle Weise. Ich sah ihn nur fragend an.
„Oh, das hat alles seine Richtigkeit.“
Dann strahlte er mich an, fasste mich an der Hand und zog mich hinter sich her.
„Komm mein Herz, ich möchte dir etwas zeigen!“
Er hatte er furchtbar eilig und war kaum zu bremsen, bis ich plötzlich stolperte.
„Hey, langsam! Ich hab nun mal nicht so lange Beine!“
„Oh, tut mir leid.“
Da hob er mich einfach hoch und trug mich die letzten Meter zu einem kleinen Gebäude.
„Aber deine sind hübscher!“, flüsterte er mir ins Ohr und nutze die Gelegenheit, um mir kurz ins Ohrläppchen zu beißen. Wie immer reagierte mein Körper sofort und ein Kribbeln wie bei bei einem elektrischen Stromschlag durchfuhr augenblicklich meinen Körper.
In dem Gebäude blieb er abrupt stehen und ließ mich runter. Dann zeigte er mir, was ihn so in Aufregung versetzt hat.
„Das Angie, ist mein Baby!“

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Ich starrte ihn ungläubig an.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Ein AUTO? Du nennst dein Auto Baby?“
„Meine liebe Angie, das ist kein Auto! Das ist eine Dodge Viper SRT-10! Das Baby hat einen 8,4 Liter Motor, 600 PS und beschleunigt von 0 auf 60 Meilen in 4 Sekunden.“
Zärtlich strich er über den glänzenden Kotflügel.
„Auto… tztztz.“
Ich verbiss mir mühsam ein Lachen und sagte ernsthaft.
„Natürlich, und so schön schwarz. Hübsche Augen hat Baby ja, muss ich zugeben aber, oh Duncan, dein Baby hat aber breite Füße, und bestimmt auch einen riesigen Durst, oder?“
Er runzelte die Stirn und sah mich argwöhnisch an.
„Machst du dich gerade über mich lustig, ja?“
Ich hakte mich bei ihm ein und sah ihn unschuldig an.
„Aber ich doch nicht. Ich habe ja nur ein kleines unwürdiges Auto, das mich von A nach B bringt. Aber ich muss zugeben, dein Baby ist wirklich schön. Tja, da kann ich leider nicht mithalten.“
Das Auto war wirklich ein Traum, aber bestimmt auch sehr teuer gewesen. Ich seufzte tief.
„Du hast ein Auto? Ich denke, auf der Insel braucht ihr keine“, fragte er erstaunt.
„Nicht auf der Insel, aber ich habe noch ein kleines Apartment auf dem Festland, und da steht mein…äh… Erdbeerkörbchen.“
„Dein was?“
Ja, mein heißgeliebtes Erdbeerkörbchen! Mein Golf 3 Cabrio, in Metallic-Lila!“ Ich verschränkte die Arme und sah ihn dabei trotzig an.
„Sag jetzt bloß nichts Falsches! Er hat zwar nur 100 PS und auch schon über 200 000 km auf dem Buckel, ein paar klitzekleine Beulchen und hier und da eine kleine Schramme, ab und zu hustet er auch mal, aber er war mir immer treu und hat nie rumgezickt. Er hat ein gutes Herz und eine Seele. Naja, und einen Namen hat er auch“, gab ich zögernd zu, „er hört auf den Namen… Alf!“
Breit grinsend sah er auf mich herunter. Ich stieß ihn leicht vor die Brust.
„ Oh, schon gut! Wenn ich der Viper die Reifen küsse, darf ich dann auch mitfahren?“
„Küss lieber mich, du kleine Verrückte“, raunte Duncan kichernd in mein Ohr und setzte mich einfach kurzerhand auf den Beifahrersitz und schnallte mich an. Geschmeidig wie eine Raubkatze glitt er hinter das Lenkrad, startete das Auto und gab Vollgas. Sofort wurde ich in meinen Sitz gepresst und mein Magen und mein Herz trafen sich ruckartig irgendwo in der Mitte. Oh Himmel, wo kann ich mich hier bloß festkrallen? Aah, fragt sich nur, wer hier verrückt ist! Ohne den Fuß vom Gas zu nehmen, fädelte er sich geschickt in den fließenden Verkehr ein und überholte gleich mehrere Autos, und das alles auf der für mich falschen Seite! Eigentlich wollte ich mir die Gegend ansehen, doch die verschwamm vor meinen Augen und ich kniff sie schnell zu. Langsam rutschte ich auf meinem Sitz so tief wie möglich nach unten. Da spürte ich seine Hand auf meinem Oberschenkel.
„Entspann dich, Angie und genieße die Fahrt!“
Ich ahnte sein Lächeln mehr, als dass ich es sah. Genießen? Ja klar! Moment mal! Wenn eine Hand auf meinem Bein lag, dann …
„Duncan! Willst du, dass ich einen Herzinfarkt bekomme? Nimm deine Hand da weg und tu sie dahin, wo sie hingehört!“, schrie ich in Panik und riss erschrocken meine Augen auf.
„Wir können keinen Infarkt kriegen“, stellte er trocken fest. Dann seufzte er und drosselte die Geschwindigkeit auf ein erträgliches Maß.
„Also gut mein Herz, weil du es bist.“
Beruhigend tätschelte er mein Bein.
„Schade, ich fahre gerne schnell!“
„Danke. Tut mir leid, aber ich habe mit hohen Geschwindigkeiten so meine Probleme“, gestand ich kleinlaut. Ich lehnte meinen Kopf an seinen Arm.
„Sag mal, wie passt du überhaupt in dieses Auto?“
„Spezialanfertigung.“

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Ich musste lachen und sah dann interessiert aus dem Fenster. Der Himmel war leider bewölkt. Wir hatten Inverness schon weit hinter uns gelassen und befanden uns auf einer einsamen Straße, die sich durch die Landschaft schlängelte. Plötzlich sah ich etwas Ungewöhnliches.
„Halt mal schnell an!“, rief ich überrascht aus.

Duncan trat abrupt auf die Bremse. Der Gurt verhinderte zum Glück, dass ich mit der Nase auf das Handschuhfach schlug.
„Was ist?“, rief er und sah mich erschrocken an.
„Schnell!“ Ungeduldig riss ich an dem Türgriff und sprang aus dem Auto ohne auf ihn zu warten. Ein, zwei Schritte neben der Straße blieb ich stehen, und als ich ihn hinter mir spürte, deutet ich nach vorne.
„Sieh` doch mal! Ist das nicht wunderschön?“
Er umschlang mich mit seinen Armen, drückte mich an sich und lehnte sein Kinn auf meinen Kopf.
„Habe ich tatsächlich gesagt, wir können keinen Infarkt kriegen? Angie, mach das nie wieder!“ Er seufzte tief.
„Ob ich mich je an deine kleinen Verrücktheiten gewöhnen kann, bezweifele ich stark. Mit dir wird es jedenfalls nie langweilig.“
„ Na das hoffe ich doch! Aber das war es doch wehrt.“ Wir standen auf einer kleinen Anhöhe, von der aus wir die vor uns liegende Landschaft weit überblicken konnten. Grüne Hügel wechselten sich ab mit kleinen verstreuten Wäldern. In der Ferne sahen wir einige schneebedeckte Bergspitzen. Hier und da erkannten man einige Gebäude und steinerne Ruinen, die vor vielen Jahren mal eine Burg gewesen sein mussten. Kleine graue Straßen schlängelten sich durch die Landschaft und unterbrachen das satte Grün. Die Sonne hatte die Wolkendecke teilweise durchbrochen und das Spiel von Licht und Schatten erzeugte den Eindruck, als ob die Landschaft unter uns in Bewegung war. Es sah so aus, als würden auf einem grünen Meer kleine Wellen tanzen und die Oberfläche dadurch bewegen. Dort, wo die Sonnenstrahlen auf einen der vielen kleinen Seen trafen, glitzerte die Oberfläche wie eine unregelmäßige polierte Silbermünze. Es wehte nur ein leichter Wind. Ich lehnte mich zurück an seine Brust, eingehüllt von seinem Duft, genoss ich seine Nähe, das Naturschauspiel und diesen für mich vollkommenen Augenblick. Ich wünschte mir nur, ihn irgendwie festhalten zu können, damit ich mich immer wieder daran erinnern konnte. Dann drehte ich mich zu ihm um, sah ihn begeistert an und flüsterte:
„Weißt du eigentlich, wie schön dein Land ist?“
Er sah mich liebevoll an, strich meine Haare behutsam aus dem Gesicht und küsste mich leicht auf den Mund.
„Eigentlich schon, nur habe ich es lange nicht so gesehen und Einiges viel zu schnell vergessen, da ich lange nicht hier war. Es ist schön, ab und zu daran erinnert zu werden. Besonders wenn die Sonne mal scheint. Es freut mich, dass es dir gefällt.“ Doch dann sah ich etwas Ungewöhnliches in der Ferne aufblitzen. Bei näherer Betrachtung sah es aus wie ein Kreis, ein sehr großer Kreis, der aus Steinen bestand die von innen heraus zu leuchten schienen.
„Was ist das?“, fragte ich ihn.
„Mh, das müsste der Feenring in der Nähe des Anwesens sein. Es ist nämlich nicht mehr so weit bis dahin, höchstens noch ein paar Meilen. Komisch. Normalerweise zeigt er sich nicht so offensichtlich, besonders tagsüber nicht. Sterbliche können ihn nicht sehen. Nur in der Nacht zur Sommersonnenwende, dann, wenn er am intensivsten leuchtet, können Menschen, die sensibel genug für mystische Dinge sind, manchmal ein helles Schimmern erkennen. So ein leuchtender mystischer Ring ruft die Feen in der Umgebung zu einer Versammlung in der Morgendämmerung zusammen, wenn ihre Kräfte am stärksten sind.“
Oha, Feen! Unwillkürlich fröstelte ich.
„Stimmt was nicht?“, fragte Duncan sofort.
„Wir Hexen haben eigentlich immer ein natürliches Misstrauen Feen gegenüber. Diese Wesen sind uns zwar ziemlich ähnlich, sie leben auch im Einklang mit der Natur und beziehen einen Teil ihrer Energie für ihre Magie aus ihr, so wie wir, aber sie sind vollkommen undurchschaubar, rätselhaft und manchmal können sie auch sehr rücksichtslos und grausam sein. Wenn wir Hexen uns etwas von der Natur nehmen, geben wir immer etwas zurück. Sei es eine Dienstleistung, einen Gefallen oder einen Teil von uns selbst – wie bei einem Tauschgeschäft.“
„Was denn von euch?“, fragte er interessiert.
„Ach meistens sind es nur einige Haare. Feen geben nie etwas freiwillig von sich her. Sie sind… können sehr besitzergreifend und arrogant sein, nicht alle, aber eben ein großer Teil von ihnen. Und Feen haben Flügel“, fügte ich noch bedauernd und ein bisschen neidisch hinzu.
Duncan lachte leise.

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„Ich liebe dich auch ohne Flügel, mein Herz. Außerdem brauchst du doch keine, du kannst ohne sie fliegen.“ Ich seufzte. „Stimmt schon, aber so ein paar Flügel sehen so hübsch aus.“ Wieder lachte er leise und meinte dann ernster: „Aber diese Sache ist schon sehr merkwürdig. Wir haben doch erst späten Nachmittag. Na ja, was soll`s, das Rätsel werden wir jetzt sowieso nicht lösen. Die Sonne ist schon wieder hinter den Wolken verschwunden. Komm, steigen wir ein, wir müssen weiter.“
Nach wenigen Meilen durch die schöne schottische Landschaft verlangsamte er die Fahrt plötzlich und bog in einen kleinen unbefestigten Weg ein. Kurze Zeit später hielt er an, drehte sich zu mir und küsste mich auf die Wange.
„So, mein Herz, wir sind da.“
Ach ja? So aufmerksam ich mich auch umschaute, ich sah… nichts! Von dem Anwesen oder überhaupt irgendeinem Gebäude keine Spur. Nur einige niedrige Bäume standen sehr nahe an dem Weg. Fragend sah ich ihn an, doch er öffnete nur sein Fenster und streckte seinen Arm aus, um einen der Bäume mit der flachen Hand zu berühren. Was dann Sekunden später passierte, raubte mir schier den Atem! Genau vor uns erschien wie aus dem Nichts ein riesiges schmiedeeisernes schwarzes Tor, an dessen Streben viele Mystische Figuren und Zeichen angebracht waren, die so kunstvoll und filigran gearbeitet waren, das jeder Betrachter glaubten musste, dass sie lebendig waren und sich bewegen würden. Ein Drache zum Beispiel warf seinen spitzen Kopf in den Nacken und spie Feuer in den Himmel, während ein Werwolf, der auf seiner Schwanzspitze saß, den Mond, der über ihm schwebte, anheulte. Daneben lag ein Kobold unter den Klauen eines wunderschönen Phönix, der in seinem gebogenen Schnabel ein goldenes Ei trug. Auf einem seiner ausgebreiteten Schwingen saß ein lächelnder Gargoyle. Doch mir blieb wenig Zeit dieses Tor zu bewundern, denn schon schwang es auf. Als es zur Seite glitt, hatte ich das Gefühl, als wenn mich die Figuren neugierig mit ihren Augen verfolgen würden. Mir wurde es etwas unheimlich und ich rückte näher zu Duncan.
„Ist der Baum eine Art Schloss, und du bist der Schlüssel?“, fragte ich ihn. Er grinste ein bisschen überheblich.
„So etwas Ähnliches. Wir nennen es Molekular-Bioscanner.“ Als ich die Augen verdrehte, lenkte er ein.
„Okay, ein Schlüssel.“ Doch dann wurde meine Aufmerksamkeit abgelenkt – das offene Tor gab die Sicht auf etwas Gigantisches frei.

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„Wow!“, entfuhr es mir, denn genau vor uns ragte eine riesige Hausfront, die mindestens 25 Meter hoch und aus rotem Backstein gemauert war, empor. Oben auf den breiten Dachzinnen hockten Gargoyles. Sie grinsten mit ihren furchterregenden Fratzen auf das Anwesen. Unheimlich! Wir fuhren in Schrittgeschwindigkeit auf einem gepflasterten Weg durch einen steinernen Rundbogen auf einen kleinen Park zu. Es sah so aus, als hätte man die schönsten Elemente der Universitätsgebäude aus Oxford, Cambridge und Yale hierher geschafft, zwischen den ganzen Bäumen und Blumenrabatten neu angeordnet und so einen einmaligen Campus geschaffen. Ich war einfach überwältigt! Der Anblick war wunderschön, besonders, da alles durch die einsetzende Abenddämmerung in ein warmes Orange getaucht war. Mit offenem Mund starrte ich aus dem Fenster. Wir fuhren auf einen großen, schwarzen Gedenkstein in der Mitte des Parks zu, dann bog Duncan nach rechts ab und hielt vor einem zweistöckigen grauen Gebäude. Über dem Eingang war eine steinerne schwarze Orchidee angebracht.
„Das ist das Haus des Ordens. Darin sind unsere privaten Apartments. Die Verwaltung, das Trainings- und Schulungszentrum ist dort drüben. Alle Gebäude sind miteinander verbunden. Sei es nun ober oder unterirdisch. Und ganz weit hinten, das ist von hieraus nicht zu sehen, liegt die Stadt der Zwerge“, erklärte mir Duncan und deutete nach links auf die anderen Gebäude. Stolz schwang in seiner Stimme mit, und er war offensichtlich sehr glücklich darüber, endlich mal wieder zu Hause zu sein.
„Aber lass uns erst mal reingehen, morgen ist auch noch ein Tag, dann zeige ich dir alles“, sagte er zu mir und stieg aus dem Auto um mir die Wagentür zu öffnen. Beim Aussteigen hörte ich jemanden mit einer ganz aufgeregten Stimme rufen.
„Sir! Sir Duncan! Habe ich doch richtig gehört! Wie schön, Sie wieder hier zu haben, Sir.“ Die Stimme gehörte zu einem kleinen rundlichen Mann mit Pausbacken und dichten grauen Haaren, vermutlich ein Zwerg, der einen mit Öl verschmierten Arbeitsanzug trug und mit einem Schraubenschlüssel winkte. Er strahlte über sein ganzes Gesicht und lief auf uns zu. Seine blauen Augen leuchteten regelrecht. Er ergriff Duncans Hand und schüttelte sie kräftig. Dann jedoch ließ er sie schnell los und streichelte der Viper behutsam über die Motorhaube.
„Ah, der Sir hat auch Baby mitgebracht. Wie schön! Na, meine Liebe, hat er dich auch gut behandelt?“ Hä? Duncan lachte laut, als er meinen ungläubigen Gesichtsausdruck bemerkte und legte den Arm um mich.
„Darf ich dir Henry vorstellen? Er ist für unseren gesamten Fuhrpark zuständig. Henry? Das ist Angie, meine Gefährtin.“
„Oh! Verzeihung, Mylady. Freut mich wahnsinnig, Sie endlich kennen zu lernen“, beeilte er sich zu sagen, wischte seine Hände an seiner Hose ab und schüttelte mit der gleichen Begeisterung meine Hand. Er hatte ein offenes, freundliches Gesicht, und ich mochte ihn gleich. Entschuldigend fügte er noch ein bisschen verlegen hinzu:
„Ich habe Baby und den Sir doch so vermisst.“Duncan schüttelte nur lachend seinen Kopf und warf ihm die Autoschlüssel zu.
„Dann bring Baby mal schön vorsichtig ins Bettchen. Und ich habe dir doch schon hunderte Mal gesagt, lass endlich den „Sir“ weg!“Henry ließ den Schraubenschlüssel einfach fallen und fing geschickt die Autoschlüssel auf.
„Natürlich, Sir, kommt nicht wieder vor, Sir. Versprochen, Sir.“ Ohne uns noch eines Blickes zu würdigen, klemmte er sich hinter das Lenkrad und startete das Auto. Strahlend nickte er und gab Vollgas. Duncan zuckte merklich zusammen.
„Vor…!“ Doch Henry war schon mit quietschenden Reifen um die Ecke verschwunden.
„… sicht“, flüsterte er und sah seiner geliebten Viper bekümmert hinterher. Ich verdrehte stöhnend die Augen und knuffte ihn leicht.
„Oh nein, noch ein Verrückter! Können wir jetzt bitte…?“ Ich war total erschöpft von der langen Reise und wollte mich nur noch ausruhen.

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„Natürlich. Ach, ich weiß ja, dass Baby bei ihm in guten Händen ist. Aber er ist manchmal ein bisschen zu stürmisch. Du hast recht, gehen wir rein. Ich nehme an, Mary wartet schon auf uns“, unterbrach er mich und schob mich in Richtung Eingangstür.
„Moment mal, wer ist denn Mary?“, fragte ich ihn misstrauisch und blieb einfach stehen. Er drehte sich zu mir.
„Sie ist … sie sorgt für uns, also für uns Brüder. Keiner weiß genau wie alt sie ist. Sie war die Nanny von meinem Vater und dann von mir und…, jedenfalls ist sie mit mir auf das Anwesen gezogen.“ In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und eine kleine hagere Frau mit kurzen, sorgfältig frisierten grauen Haaren stand mit strenger Miene vor uns.
„Unpünktlich und zu spät! Nun ist das Essen verdorben!“
Ihre dunklen Augen sahen Duncan tadelnd an. Mich beachtete sie gar nicht. Duncan ließ sich nicht im Geringsten davon beeindrucken, sondern umarmte die kleine Frau und wirbelte sie herum. Dann küsste er sie auf beide Wangen.
„Ich freue mich auch, dich zu sehen, Mary!“ Er drehte sich mit ihr zu mir und zwinkerte mir zu.
„Das ist meine Angie.“Als er sie wieder auf den Boden gestellt hatte, streckte ich ihr freundlich meine Hand entgegen, die sie nach einigem Zögern auch ergriff. Mit einem unterkühlten Blick musterte sie mich. Unbehaglich wurde mir plötzlich bewusst, dass ich nach der Reise bestimmt wie ein zerrupftes Huhn aussehen musste. Dann sah sie mir tief in die Augen ohne meine Hand loszulassen.
„Sie ist keine Vampirin! Sie ist eine…“, flüsterte sie leise.
„Ja, ich bin eine Hexe, gut, nur eine halbe. Die andere Hälfte ist menschlich, aber ich bin stolz darauf!“ Trotzig sah ich sie an, obwohl ich ein bisschen von ihrem skeptischen Blick verunsichert war, und entzog ihr meine Hand. Langsam schüttelte sie den Kopf und murmelte leise vor sich hin.
„Menschlich … das kann doch nicht sein…“ Dann wandte sie sich wieder an Duncan.
„Hübsch ist sie ja, und auf den Mund gefallen auch nicht. Aber da ist noch etwas anderes in ihr…“
„Mary! Das reicht jetzt!“, knurrte Duncan bedrohlich und legte seinen Arm um mich.
„Ja, ja, schon gut. Ich sag ja nichts mehr. Los, rein mit euch! Mal sehen, was ich von dem Essen noch retten kann.“ Ich konnte plötzlich ein Gähnen nicht mehr unterdrücken und wankte ein bisschen vor Müdigkeit. Duncan nahm mich vorsorglich am Arm und ging mit mir durch die imposante Eingangshalle hinter Mary her, die uns den Vortritt in einen sehr schönen Raum ließ. Ein hübsch gedeckter Tisch lud uns ein und wir setzten uns gegenüber. Mary verschwand in einem Nebenraum und so konnte ich ihm endlich die vielen Fragen stellen, die mir auf der Zunge brannten.
„Duncan, sag mal, warum konnte ich das Anwesen nicht von Anfang an sehen? Das ist bestimmt eine Art Schutzzauber, den ich nicht kenne, richtig?“ Er nickte zustimmend.
„Und warum braucht ihr hier sowas überhaupt? Damit nicht Unbefugte aus Versehen über das Anwesen stolpern – also Spaziergänger und Touristen?“ Wieder nickte er nur.
„Und was hat Mary gegen Hexen? Oder hat sie nur was gegen mich persönlich? Oh, vielleicht mag Mary mich ja nicht, weil wir zusammen sind? Liege ich richtig?“ Kopfschütteln seinerseits.
„Ach ja, und der Feenring, was hat der hier zu bedeuten? Weißt du, dass ich gleich umfalle vor Müdigkeit? Es könnte aber auch der Hunger sein! Oh, aber was ich bis jetzt von dem Anwesen gesehen habe, gefällt mir! Besonders die Rosenbeete… oder mag Mary mich nicht, weil sie was Besseres für dich gewollt hatte? Der Raum hier ist aber hübsch eingerichtet. Antik und modern, eine sehr gelungene Mischung. Ist das euer Esszimmer? Also, für euch Brüder jetzt? Muss wohl so sein, bei dem langen Tisch hier, an dem wir sitzen. Hier passen ja mindestens 20 Personen dran. Oh, dann sind eure Apartments oben? …Duncan, warum sagst du denn nichts?“Amüsiert betrachtete er mich. Dann breitete er einladend seine Arme aus.
„Komm her, bevor mir noch schwindelig wird.“ Schnell setzte ich mich auf seinen Schoß und kuschelte mich an ihn. Oh man, der Jetlag hatte mich voll im Griff! Ich rieb meine Nase an seinem Hals und die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Wie immer beruhigten mich sein Duft und seine Nähe.
„Ich weiß, ich plappere, aber ich bin so schrecklich müde. Tut mir leid.“
„Muss es nicht. Also zunächst einmal, Mary mag dich! Sie ist manchmal etwas ruppig, hat aber das Herz auf dem rechten Fleck. Das wirst du merken, wenn ihr euch erst besser kennengelernt habt.“

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Oh nein, dann möchte ich aber nicht in ihrer Nähe sein, wenn sie mal so richtig sauer ist! Doch gerade als er anfing mich zu küssen, kam Mary rein und stellte eine große Schüssel mit einem deftigen Eintopf auf den Tisch. Schnell sprang ich von seinem Schoß auf meinen Platz zurück. Ich kam mir wie ertappt vor. Und als mein Magen auch noch anfing laut zu knurren, wurde ich prompt rot! Sie verteilte das Essen und setzte sich mit ihrer unergründlichen Miene an das andere Ende des langen Tisches. Unauffällig schnupperte ich über meinem Teller. Das roch aber merkwürdig! Duncan jedoch strahlte.
„Danke Mary. Mein Lieblingsessen, Lammtopf! Weißt du, Angie, Mary macht den besten Lammtopf der ganzen Welt.“Er zwinkerte mir verschwörerisch zu und fing an zu essen. Ja klar, das hat ja gerade noch gefehlt! Ich mochte kein Lamm, noch nie, und egal wie auch immer es zubereitet wurde, es schmeckte mir nicht. Aber wenn ich es mir mit ihr nicht ganz verderben wollte, musste ich da durch… irgendwie. Also nahm ich einen Löffel voll, kaute schnell und spülte alles mit einem großzügigen Schluck Wasser hinunter. Ich atmete tief durch und lächelte etwas mühsam. Stumm beobachtete sie uns. Ich nahm mir von dem Brot, das nun wirklich sehr lecker war und wandte mich wieder meinem Teller zu. Doch nach dem zweiten Löffel und zwei Gläsern Wasser konnte ich nicht mehr, der Geschmack war einfach schrecklich.
„Puh, jetzt bin ich aber satt. Ich schaffe keinen Bissen mehr. Schade, es ist köstlich Mary“, log ich und schob den Teller zu Duncan.
„Es hat Ihnen überhaupt nicht geschmeckt!“Mary sah mich durchdringend vom anderen Ende des Tisches an. Dann stand sie auf, kam langsam auf uns zu, nahm meinen noch vollen Teller in die Hand und… fing an zu lachen. Unsicher sah ich sie an. Ihr Blick hatte sich total verändert, selbst ihre Augen lächelten mich warm an. Was war das jetzt? Ein Trick? Schnell entschuldigte ich mich.
„Tut mir wirklich Leid, aber ich mag nun mal kein Lamm.“ Sie schüttelte leicht den Kopf.
„Ich auch nicht. Das Zeug ist nur widerlich. Aber danke, dass Sie es versucht haben. Duncan liebt es. Er hat schon einen merkwürdigen Geschmack was das Essen angeht, nicht wahr?“
„Oh ja, wenn ich an das Haggis denke, was er mir mal aufgetischt hat!“ Und ich erzählte ihr von dem Frühstück, das er mir auf der Seraphim serviert hatte. Die pikanten Details ließ ich natürlich weg. Sie sah ihn ungläubig an, doch er ließ sich nicht stören, sondern nahm sich sogar noch eine zweite Portion. Sie schüttelte nur den Kopf und schlug ihm leicht auf den Arm.
„Was denn? Mir schmeckt es super“, sagte er mit vollem Mund und schmunzelte vor sich hin.
„Wie konntest du nur! Haggis!“ Dann tätschelte sie freundlich meine Hand.
„Keine Angst, meine Liebe, sowas gibt es hier nicht, oder nur ganz selten. Ich mache Ihnen schnell etwas anderes.“ Als sie Anstalten machte aufzustehen, lehnte ich dankend ab und bat nur um einen Apfel. Ich war einfach zu müde, um noch etwas zu essen. Duncan schob seinen leeren Teller von sich und lehnte sich satt und zufrieden zurück.
„Das war wieder lecker, ach, wie habe ich das vermisst“, seufzte er und ergriff über den Tisch meine Hand. Oh nein, sein Handy klingelte.
„Wer… oh verdammt!“, fluchte er als er auf das Display sah. Plötzlich sprang er auf, lief ein paar Schritte und drehte uns den Rücken zu. Ich konnte nichts verstehen, doch ich spürte die merkwürdige Spannung, die ihn auf einmal ergriff. Mary und ich sahen uns verwundert an und zuckten gleichzeitig mit den Schultern. Sie stand auf und begann den Tisch abzuräumen. Nachdem er das Gespräch beendet hatte, ging ich zu ihm und legte meine Hand leicht auf seine Schulter.
„Was ist passiert?“, fragte ich ihn leise. Er drehte sich zögernd zu mir um.
„Nichts… ich muss nur noch mal weg. Mary wird sich um dich kümmern. Ich versuche, so schnell wie möglich wieder hier zu sein.“ Sprach`s, küsste mich flüchtig auf die Stirn und war schon durch die Tür verschwunden.

Seite 9

Ich starrte verwundert auf die Tür, durch die er so schnell verschwunden war. Was war das denn? Wo wollte er denn jetzt noch hin? Als ich Marys Hand auf meinem Arm spürte, drehte ich mich um und sah Verständnis in ihrem Blick.
„Kommen Sie, ich bringe Sie nach oben. Manchmal wird er ganz plötzlich zu einer Versammlung gerufen. Aber keine Sorge, er wird bestimmt nicht lange brauchen“, sagte sie leise und ging etwas schwerfällig die große Freitreppe hoch in den ersten Stock. Mir blieb nichts anderes übrig als ihr zu folgen, obwohl ich immer noch etwas erstaunt über Duncans plötzlichen Aufbruch war und gerne gewusst hätte, wer ihn angerufen hat. Gerade als ich meine Hand auf das schön geschwungene und sorgfältig polierte Geländer legte, bemerkte ich links neben der Treppe eine hölzerne Tür mit eisernen Beschlägen. Die Tür war mit einem großen antiken Schloss versehen und passte irgendwie gar nicht hierher. Sie sah uralt aus und war nicht besonders groß. Die Intarsien zeigten die gleichen Szenen, die mir auch schon an dem Tor bei der Einfahrt aufgefallen waren. Der Schlüssel fehlte. Ich nahm mir vor, Duncan zu fragen, was sich dahinter verbarg. Aber morgen war noch genügend Zeit dafür. Und so schleppte auch ich mich die Treppe hoch und freute mich auf mein Bett. Die Müdigkeit steckte in meinen Knochen. Oben zeigte Mary nach rechts einen langen Flur entlang.
„Auf der Seite wohnen Tim, Tiago, Eric und Cyrus, wenn sie auf dem Anwesen sind. Hier geht es zu Duncan, Fernando… Norbert und Bowen. Dragos Apartment ist ganz hinten. Ich habe schon gehört, dass er wieder dabei ist. Schön, er ist ein guter Junge!“ Ich musste insgeheim grinsen. Junge! Für sie waren die Brüder wahrscheinlich wie ihre Söhne und sie litt bestimmt auch unter dem Verlust von Norbert und Bowen, die bei dem Kampf gegen die Red Dragons ums Leben gekommen waren. Unterdessen öffnete sie die Tür zu Duncans Apartment. Ich blickte noch schnell über meine Schulter zu den Türen von Norbert und Bowen. Da sah ich die Schwerter von den beiden und blieb abrupt stehen. Sie waren so an den Türen befestigt, dass ihre Spitzen nach unten zeigten. Ich schluckte schnell meine Tränen herunter, die mir unwillkürlich in die Augen traten, und räusperte mich.
„Was passiert mit den Apartments von Bowen und Norbert?“
„Sie wurden mit den Schwertern versiegelt. Und sie bleiben es auch, bis zwei neue Brüder vereidigt werden und dort einziehen. Ihre Namen werden morgen bei einer kleinen Zeremonie auf den Gedenkstein im Rosenpark geschrieben.“ Für einen Moment sah sie uralt und sehr traurig aus, doch sie hatte sich schnell wieder gefangen und führte mich durch das Wohnzimmer ins Schlafzimmer und zeigte mir, dass sie schon all unsere Sachen in den Schränken verstaut hatte. Als ich an meine verboten scharfen Dessous dachte, die ich noch schnell in den Koffer geworfen hatte, wurde ich natürlich wieder rot und biss verlegen auf meine Unterlippe. Oh, wie peinlich! Doch sie verzog keine Miene, sondern zwinkerte mir auf dem Weg zurück ins Wohnzimmer im Vorbeigehen zu. Und als sie sah, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte, verabschiedete sie sich schnell.
„Ruhen Sie sich aus und schlafen Sie gut. Ich bin morgen Früh wieder da.“
„Danke, Mary. Und… es tut mir so leid, was mit Norbert und Bowen passiert ist“, fügte ich leise hinzu. Wahrscheinlich kannte sie nicht die ganze Geschichte, die zum tragischen Tod der beiden geführt hatte, aber das war auch gut so. Spontan drückte ich ihr einen Kuss auf die Wange.
„Und vielen Dank für die schönen Blumen.“ Auf dem Tischchen in der Mitte des Raumes stand ein riesiger Strauß Rosen, die in allen möglichen Farben leuchteten. Der Duft war herrlich und erfüllte den ganzen Raum. Sie nickte kurz. Dann hob sie zögernd eine Hand und stich mir leicht über den Kopf, schloss die Tür hinter sich und schon war ich allein. Unbewusst zog ich meine Schuhe aus und krallte meine Zehen in den hellen flauschigen Teppich, der im Wohnzimmer und im Schlafzimmer den gesamten Boden bedeckte. Es fühlte sich so herrlich an, endlich wieder barfuß zu laufen. Nun konnte ich mich in aller Ruhe umschauen. In einem offenen Kamin brannte ein Feuer. Er war so groß, dass ich bestimmt problemlos aufrecht darin hätte stehen können. Auf dem Sims über dem Kamin, wo sonst oftmals ziemlich viel Nippes stand, war nichts – kein Bild, keine Erinnerungsstücke, einfach nichts! Auch die Wände in dem Raum waren leer. Nur ein riesiges in die Wand eingelassenes Regal voller Bücher, zeugte von einem Bewohner. Daneben war gerade noch Platz für eine Kommode, auf der ein Flatscreen stand. Alles wirkte sehr nüchtern und zweckmäßig, fast ein bisschen kalt und unpersönlich. Abgesehen von dem Bücherregal, ließ nichts auf Duncans regelmäßige Anwesenheit in dem Raum schließen. Aber das schwarze Ledersofa mit den vielen Kissen und dem Tisch davor, auf dem die Rosen standen, sahen gemütlich aus.

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Na wenigstens etwas! Ein großer Schreibtisch stand vor dem Fenster. Behutsam strich ich mit den Fingerspitzen über die Platte, auf der nur ein sehr teurer Füller, und ein kleines schmuckloses Kästchen lagen. Plötzlich kam ich mir ein bisschen verloren vor, so ganz alleine in seinem Apartment, denn Duncan ließ sich immer noch nicht blicken und ich vermisste ihn. Seufzend ließ ich mich in den Stuhl hinter dem Schreibtisch fallen und zog gedankenverloren an den Schubladen. Doch keine ließ sich öffnen. Vielleicht waren in dem Kästchen die Schlüssel? Doch auch das war verschlossen. Suchend sah ich mich um. Halt! Was machte ich denn da? Kopfschüttelnd rief ich mich zur Ordnung. Er hatte schon seine Gründe haben, warum er keinen an seinen Schreibtisch ließ. Dann musste ich an meine Schwestern denken. Was die jetzt wohl gerade machten, ob sie schon sicher gelandet waren? Und was machte Doc so alleine auf der Insel? Auch vermisste ich die anderen Brüder, die mir doch sehr ans Herz gewachsen waren. Selbst Ef-Ef fehlte mir. Bevor mich noch das heulende Elend so richtig packte, zog ich schnell mein Handy aus meiner Hosentasche und beschloss eine SMS an meine Schwestern zu schreiben.
„Bin heil in Schottland angekommen. Das Anwesen ist gigantisch! Vermisse euch sehr! LG Angie.“
Dann drückte ich auf senden und schaltete mein Handy diesmal nicht aus, obwohl ich es hasste, wenn es in den unpassendsten Momenten klingelte. Plötzlich fiel mir ein, dass sie ja gar nicht wissen konnten, dass ich hier auf dem Anwesen war. Mist! Ach egal, sie würden sich schon ihren Teil denken. Auf jeden Fall hatte mich das etwas aufgemuntert und ich ging ins Bad, um zu duschen. Das Bad grenzte direkt an das Schlafzimmer und war eine exakte Kopie von dem auf der Seraphim, nur dass die Wanne nicht im Boden eigelassen war, sondern auf einem Podest stand. Man musste sogar zwei Stufen hoch gehen, um in die Wanne steigen zu können. Aber mir genügte heute eine schnelle Dusche. Die Wanne würde ich in den nächsten Tagen mal mit Duncan ausprobieren!
Mit meinem zweitliebsten Nachthemd bekleidet, meinem rosa Hello Kitty-Hemdchen mit den Spagettiträgern, das mir bis weit über die Knie reichte und noch feuchten Haaren, beschloss ich, es mir vor dem Kamin gemütlich zu machen und dort meine Haare trocknen zu lassen. Nachdem ich noch ein paar Scheite auf das Feuer gelegt hatte, schnappte ich mir ein Buch über die Geschichte Schottlands und ein paar Kissen und legte mich so auf den Boden vor den Kamin, dass ich die Tür genau im Blick hatte. Duncan kam immer noch nicht. Seufzend schlug ich die erste Seite auf. Doch ich schaffte nicht mal die erste Seite, mir fielen die Augen einfach zu, und ich schlief ein.
Ein lautes Poltern und ein nicht ganz stubenreiner Fluch rissen mich aus dem Schlaf.
„Verdammter Mist! Welcher Trottel hat denn seine Schuhe mitten… oh, du? Was machst du denn hier auf dem Boden?“
„Warten“, murmelte ich schlaftrunken und rieb meine Augen. Duncan lag bäuchlings vor mir auf dem Teppich, hielt einen von meinen Schuhen in der Hand und sah mir ein bisschen ungehalten in die Augen. Ich krabbelte noch im Halbschlaf auf dem Teppich auf ihn zu. Da drehte er sich grinsend auf den Rücken und ich kuschelte mich in seine wartenden Arme und legte meinen Kopf auf seine Brust, nicht ohne ihn vorher gründlich und ausgiebig geküsst zu haben. Endlich war er wieder da!
„Ich, der Trottel…`tschuldigung. Wowastn?“, nuschelte ich und war schon fast wieder eingeschlafen. Er erzählte irgendetwas, aber ich hörte nicht richtig zu, sondern lauschte nur dem Klang seiner Stimme – bis das Wort Feenring viel. Sofort war ich hellwach und starrte ihn neugierig an.
„Was hast du gesagt? Was ist mit dem Feenring?“
„Wir wissen nun, warum er bei unserer Ankunft geleuchtet hat.“
„Und warum?“
„Sie wollten uns eine Warnung zukommen lassen.“
„Welche denn? Oh Duncan, nun lass dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!“Ich stieß ihn ungeduldig an. Sein düsterer Blick machte mich noch neugieriger, als ich ohnehin schon war.
„Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen. Also, es gibt da eine Splittergruppe bei den Feen. Die bösartigsten von ihnen haben sich mit einer anderen verfluchten Spezies vor Jahrhunderten zusammengetan, und zusammen sind sie verdammt gefährlich und sehr blutrünstig. Diejenigen, die hier in den Highlands ihr Unwesen getrieben haben, konnten wir ausrotten. Aber die anderen, es sind zum Glück nicht mehr viele, sind immer da zu finden, wo es gerade brennt! Uns wurde eben mitgeteilt, dass sie auf der Suche nach dem Mörder ihres Königs, oder Anführers, wie auch immer die ihn nennen, sind.“ Plötzlich nahm sein Gesicht einen grausamen Zug an und ich konnte sehen, wie er die Zähne zusammen biss.

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„Also so eine Art Söldnertruppe?“ Er nickte grimmig.
„Woher wisst ihr das alles? Ich meine, von wem habt ihr die ganzen Informationen?“, fragte ich ihn erstaunt. Erst zögerte er, doch dann sah er meinen auffordernden Blick und antwortete mir.
„Ein paar Feen gehören auch zum Orden. So konnten wir einige Spione bei ihnen einschleusen und immer ein wachsames Auge auf sie und ihre Aktivitäten haben. Bis vor ein paar Monaten haben sie sich ruhig verhalten. Aber dann ist ein Teil von ihnen plötzlich mit ihrem Anführer spurlos verschwunden.
„Und wer ist dieser Anführer?“ Ich war wahnsinnig gespannt.
„Es war der Troll, den du in Peru getötet hast und nun suchen sie … dich!“
„Mich?“ Das war ja unglaublich! Wütend sprang ich auf und lief aufgebracht vor Duncan, der immer noch auf dem Boden saß, hin und her.
„Dann haben sich diese abtrünnigen Feen mit den Trollen zusammen getan? Das darf doch wohl nicht wahr sein. Und was will denn dieser Abschaum ausgerechnet jetzt von mir? Ich meine, woher wissen die eigentlich, dass ich es war, der ihren Anführer geköpft hat? Wir haben doch alle erledig, die da waren, oder konnten doch welche entkommen? Da macht man mal endlich Urlaub seit…, “ blitzschnell überlegte ich, dann kam ich zu dem verblüffenden Ergebnis.
„Überhaupt?! Das auf der Seraphim zählt nicht! Das war ja im Grunde genommen gar kein Urlaub! Oh, ich könnte verrückt werden.“ Ich redete mich so richtig schön in Rage und suchte nach einem Ventil für meine Wut – irgendetwas, was ich an die Wand werfen konnte. Aber hier gab es ja nichts! Mit verschränkten Armen blieb ich vor ihm stehen.
„Und weißt du, was mich am meisten aufregt? Da hat man die Welt von einem Übel befreit und schon taucht das nächste auf! Ich habe es satt… einfach satt!“ Wütend kickte ich den Schuh, der vor mir auf dem Teppich lag, mit voller Wucht in den Kamin. Zu dumm, das das Feuer noch brannte. Oh nein! Ohne zu überlegen wollte ich hinterher, um ihn zu retten, doch Duncan war mal wieder schneller. Mit hochgezogenen Brauen stand er plötzlich vor mir und hielt mir den Schuh vor meine Nase. Schuldbewusst sah ich erst ihn und dann das leicht angesengte Stück an. Meine ganze Wut verpuffte augenblicklich. Der Schuh konnte ja nun wirklich nichts dafür und Duncan auch nicht.

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Ich hätte heulen können und schniefte laut.
„Ist doch wahr. Danke. Ich habe mich doch so auf unseren Urlaub gefreut! Aber was sollen wir denn jetzt machen?“ Fragend sah ich ihn an. Er schüttelte nur mit dem Kopf und schloss mich tröstend in seine Arme.
„Gar nichts. Wir machen nichts. Die Feen hier in unmittelbarer Umgebung des Anwesens, die mit uns zusammen arbeiten, haben uns ja nur gewarnt. Sie wissen auch noch nichts Genaues. Morgen trifft der Spion ein, den wir bei den Söldnern eingeschleust haben, der wird uns dann einiges erzählen können. Außerdem bist du hier sicher. Komm mit, ich zeige dir mal was.“ Er zog mich mit vor das Fenster und zeigte nach draußen.
„Sieh mal.“
Zuerst sah ich nur einige Schatten über den Wegen und zwischen den Häusern umher huschen, doch bei näherer Betrachtung erkannte ich die Gargoyles, die tagsüber zu Stein erstarrt auf den Dächern hockten und nur in der Nacht zum Leben erwachten.
„Eigentlich brauchen wir keine Wächter hier, aber sie bestehen darauf, uns zu beschützen. Irgendwie fühlen sie sich uns verpflichtet, keiner weiß genau warum.“
„Es sind schon merkwürdige Geschöpfe.“ Eine plötzliche Veränderung in seinem Tonfall machte mich stutzig, und ich musterte forschend sein Gesicht.
„Duncan, da ist doch noch was. Irgendetwas beschäftigt dich doch noch.“ Er seufzte tief. Dann strich er sich über die Augen und antwortete.
„Es ist nichts weiter, ich bin nur müde. Mach dir keine Sorgen, es war ja auch ein langer Tag.“ Lächelnd sah er mich an und strich mir behutsam eine Strähne hinters Ohr. Er log. Ich wusste genau, dass er mich anlog. Oh nein, er sah schon richtig fertig aus, schließlich hatte ich ja schon ein paar Stunden Schlaf gehabt und er nicht. Seine tiefen Ringe unter den Augen zeigten mir, wie erschöpft und müde er sein musste, aber ihn bedrückte noch etwas, das konnte ihr fühlen. Ich wusste auch, dass er es mir nicht sagen würde, zumindest jetzt nicht. Nun gut, das war seine Entscheidung. Ungläubig sah ich auf meine Uhr.
„Na, dann komm, mein Schotte. Es ist mittlerweile nach zwei. Gehen wir schlafen.“
Kurze Zeit später lag ich hellwach im Bett und starrte an die Decke. Duncan schlief tief und fest. Er hatte mich wohlig brummend an sich gezogen, einen Kuss in mein Haar gedrückt und war dabei eingeschlafen. Und bevor ich noch anfing über den vergangenen Tag nach zu grübeln, beschloss ich, mir etwas zu trinken zu holen. Vielleicht konnte ich ja danach endlich einschlafen.
Vorsichtig und leise stand ich auf und schlich auf Zehenspitzen nach unten. Außer Duncan und mir war zum Glück niemand im Haus, und so konnte ich wie ich war, in meinem kurzen Hemdchen, rumlaufen. Die Küche lag direkt hinter dem großen Esszimmer. Sie war mit den modernsten Geräten ausgestattet, doch ich hatte nur Augen für den überdimensionalen Kühlschrank. Wow! Es stand zwar nicht viel drin, weil wir im Moment ja nur zu zweit waren, aber er bot genug Platz für Lebensmittel, die eine komplette Fußballmannschaft problemlos versorgen konnte. Mit einem Glas Milch bewaffnet wollte ich gerade die Treppe wieder nach oben gehen, als mein Blick auf die kleine Tür, die mir schon vorher aufgefallen war, fiel. Sie stand merkwürdigerweise einen kleinen Spalt offen. Neugierig ging ich näher und sah sie mir genauer an. Da waren der Drache und der Phönix, der Werwolf und der Gargoyle. Bei näherer Betrachtung entdeckte ich noch ein Einhorn, und über allen hatte Pegasus seine weiten Flügel gespannt. Diese feine Intarsienarbeit war wunderschön und einzigartig. Vorsichtig umfasste ich das Schloss der Tür mit zwei Fingern und zog sie ein weiter auf. Obwohl ich eigentlich im Dunkeln sehen konnte, war es hinter der Tür ungewöhnlich dunkel und ich konnte nichts erkennen. Als ich mit einer Hand nach einem Lichtschalter in dem Raum suchte, flammten plötzlich einige Fackeln auf. Sie waren an den Seitenwänden angebracht und beleuchteten einen langen Gang, der scheinbar in die Tiefe führte. Automatisch zog ich meine Hand zurück und die Lichter erloschen. Innen mussten Bewegungsmelder abgebracht sein. Doch wer hatte die Tür offen gelassen? Duncan, oder Mary? Gerade als ich noch einmal meine Hand in den Gang strecken wollte, hörte ich Duncan von ober nach mir rufen. Vor lauter Schreck schlug ich gegen die Tür, die mit einem leisen Klick einrastete und sich nicht wieder öffnen ließ. Beinahe hätte ich auch noch die Milch verschüttet, als Duncan wieder meinen Namen rief, und jetzt klang seine Stimme regelrecht verzweifelt. Oh nein, da stimmte etwas nicht! So schnell ich konnte, lief ich, zwei Stufen auf einmal nehmend, nach oben ins Schlafzimmer. Dort bot sich mir ein schreckliches Bild. Duncan wälzte sich stöhnend auf dem Bett hin und her, seine Hände fuhren suchend über das Lacken, Schweißperlen bedeckten seine Stirn. Seine Augen waren fest verschlossen und das Gesicht schmerzverzerrt. Laut rief er immer wieder verzweifelt nach mir.
„Angie? Wo bist du? Komm zurück… verlass mich nicht…bitte! Oh mein Gott, das habe ich doch nicht gewollt!“
Er war in einem Albtraum gefangen! Es tat mir in der Seele weh, ihn so zu sehen.
Schnell schlüpfte ich zu ihm unter die Decke, drängte mich an seinen Körper und umfasste mit beiden Händen sein Gesicht.
„Duncan! Schscht, ganz ruhig, ich bin ja da. Ich gehe nirgendwo hin.“ Sein Atem ging ziemlich heftig, und ich konnte seinen schnellen Herzschlag spüren. Leise versicherte ich ihm immer wieder meine Anwesenheit, dabei küsste und streichelte ich sein Gesicht. Ganz allmählich beruhigte er sich, er schien mich endlich zu spüren und meine Stimme erreichte sein Unterbewusstsein. Aufatmend umschlang er mich und murmelte etwas Unverständliches an meinem Hals. Endlich konnte er friedlich weiterschlafen und auch mir fielen vor Erschöpfung die Augen zu. Mein letzter Gedanke war nur noch, dass ich am nächsten Morgen auf ein paar Antworten bestehen würde! Zu viele Fragen hatten sich aufgetan.

Fortsetzung Kapitel 2: “Seitensprung der Sisterhood – Das Anwesen der Bruderschaft” findet sich hier.

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53 Kommentare
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  1. Neuer Artikel: Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland http://bit.ly/d1pcws

  2. Hui Angie ist auch schon online. Knallerteil Angie.
    Wow und das Foto von Nessie sie ja hammer aus.
    Ach schön Angie, ich seh es bildlich vor mit da mit der coladose zwischen den knien und alles am ausprobieren. :lol:
    Oha Duncan hat ein Baby???
    Na ich bin mal sehr gespannt wie das Anwesen so ist und was ihr da so macht. Aber Duncan ein Baby? Neee oder?

    Gefällt mir total gut dein Teil und ich finds klasse das es weiter geht. So ich würde sagen wir geben mal ab nach Argentinien oder wie ??? ;)

  3. liebes Angielein, ja, ich finde die Einleitung in deine neue Geschichte auch sehr gelungen!!! Ich habe das Format wieder überarbeitet, du hast Recht, die Lücken in dem Text waren einfach zu groß. Werde in Zukunft immer den Anfang der wörtlichen Rede an den Satzanfang stellen, dann wird der Text auch etwas aufgelockert.
    LG

  4. Uhuh, er hat bestimmt einen 73er Charger oder ein 1966er Oldsmobile Toronado
    oder ein 58er Chrysler Station Wagon ? Oder doch einen Enzo Ferrari ?
    Nein, unser Duncan fährt einen Mercedes 300 SL Gullwing.
    Obwohl ein Porsche Carrera GT…?
    Hmmm…egal.
    Angie du bist klasse.
    Freue mich auf des Rätsels Lösung. :-D

  5. Ford Galaxy ??? *duck*

  6. ohhhhhhhhhhh oder ein Golden Retriever-Welpe, oder ein Moped?

  7. Jahahaaa..eine Kreidler Florett von 1978….hahahahaha

  8. Alles falsch! Hahahhaahah… vielleicht ein Tandem????

  9. Danke Dolce, das Bild von Nessie ist ja cool! :-D Und euch danke ich natürlich auch! .. Opel Manta? Hahahah…oder einen 2CV6??? Ford Capri??? Oder… hehe, vielleicht was ganz anderes???

  10. Hey, Angie, Klasse Start zu deinem Seitensprung!!!! Die Szene im Flieger sehe ich direkt bildlich vor mir. ich bin auch so ein Knöpfchen-Drücker. Learning by doing!
    Ich denke, das Baby ist ein knallrotes VW-Käfer Cabrio. Kann man in Schottland bestimmt ganz oft offen fahren, grins.
    @Doc
    Argentinien wird sich bald melden.

  11. Danke Lilli. Aber auch du liegst falsch. ;) Ich freue mich auch auf Argentinien. Hach, wenn ich an die leckeren Steaks denke… :-D

  12. huhu meine Lieben, Angies Baby ist online – was soll ich sagen – es ist black and beautiful :lol:

  13. hahaha super
    Ich hab Angie ja schon im Beiwagen sitzen sehen hahahahahah. Richtig klasse Angie! Weiter so!

  14. Ich hatte einen Dodge auf meiner Liste. Mist….
    Schönes Auto, Angie…schönes Auto.
    Hab den schon Live gesehn ..hahahaa, und gehört.
    Da rutscht einen das Herz auch in die Hose…
    hmmmmm…..was könnte die Angie gesehn haben????
    Ist sie auf den Geschmack gekommen und hat
    einen Deichmann entdeckt?

  15. He, das gibt es ja nicht. Ihr schreibt schon weiter??? Toll, ich freu mich eure literarischen Ergüsse zu lesen !!! Werde alles mit großem Interesse verfolgen, bin total gespannt, wie es weitergeht. Muss aber auch gestehen, dass mich meine Muse total verlassen hat. Von mir einen riesigen CHAPEAU, Ladies, lasst es krachen !! Ich mach mir mal Gedanken, wie es mit Lucy und Co. weitergehen sollte.
    Herzlichst Lucy

  16. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaah es geht ja weiter. Mensch is mir nich aufgefallen… weil an der Seite kein kommi gelistet war und dingens so beim fixen runterscrollen also da sieht man den Unterschied ja gar nicht das es kein Audi mehr ist hahahahaha.

    Also Angie super super cool ein Feenring also … hmmmm was es damit wohl auf sich hat also das der leuchtdingst…. jetzt bin ich neugierig… und wow so ein tolles Tor… ob die anderen das wohl auch mal zu sehen kriegen? Übrigens ich glaub DocJane schenkt der Angie zum Geb n paar Flügelchen hihi ;) . Doch supercool, auch schön genau beschrieben und so… da wartet man jetzt auf mehr ne… :D

  17. ???? Hallo? Keiner da ausser mir? Ist diese wunderschöne Geschichte nur für mich??? Hmmm ihr verpasst was, aber gut… Exclusivromanteile find ich supercool :D

  18. ja, finde sie auch wunderschön! :-) und hehe, Doc, nicht nur exklusiv für dich :lol:
    Hatte nur noch keine Zeit etwas zu schreiben, war heute den ganzen Tag unterwegs beim “Paddeln” über die wilde und romantische Isar – puuhh über 20 km, pitschenass und voller Muskelkater – kann kaum meine Finger bewegen… aber es war lustig ;-)
    LG

  19. Klasse!!!!! Wunderschön geschrieben und beschrieben, ich habe die Landschaft und das Tor bildlich vor mir gesehen. Da bin ich ja mal auf das Gigantische gespannt und was mit dem Feenring noch passiert.
    Toll!

  20. Oh man, und ich dachte schon es wäre zu grottig, und es würde euch nicht gefallen… :-(
    Wow Dolce beim Rafting auf der Isar. Das muss ja echt klasse gewesen sein, aber auch bestimmt sehr anstrengend, oder? :-D

  21. sorry, Angie, werde mich zukünftig gleich melden, wenn ich etwas von euch eingestellt habe!
    Na ja, so richtiges Rafting war es nicht, aber schon so ähnlich, nur dass wir zu zweit in einem Kanadier unterwegs waren und nach ca. 3 Min. direkt nach dem ersten Gefälle bis zur Hüfte nass waren. Aber es war warm und schön und anstrengend – meine Hände sind voller Blasen ;-) Ich würde am liebsten gleich nochmal die Strecke fahren…

  22. RT @lesekreis Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland http://bit.ly/akWa3u

  23. Sorry süße, ich hab es jetzt erst gelesen.
    WoW, ich wuste doch das du eine total
    romantische Hippe bist.
    Aber für diesen Blick war eine Vollbremsung gerecht fertigt.
    Jetzt bin ich aber auf die Beschreibung der Gebäudes gespannt?
    Oder ist es doch was anderes?
    Super Angie, ganz toll.

  24. Dolce? Weiße Insel? Würde ja gerne deinen Kommi auf der Insel lesen… geht aber nicht :(

  25. oh – dann geht sie bei dir auch nicht?

  26. hiho Ladies – Angie ist online! ;-) Viel Spaß mit Henry und Mary ;-)

  27. Wow. Klasse angie. Ich bin begeistert…… mensch das Anwesen absoluter Hammer. Und haha der henry der Autofritz :D … und pfui Lamm gut das Mary das auch nicht mag. Dann bin ich gespannt wies weiter geht und wie die Apartments von den Jungs bzw. Duncan aussehen …. klasse.

    Und ein superbild liebe Dolce.

  28. Hmmm so wie es aussieht schreibt Angie doch Exclusiv für mich…. hmmm ich hätte ja schon mit euch geteilt, aber so haben dolce und ich mehr für uns ne :)

    Rock on Panda ich find deinen Teil echt Bombe

  29. ..hahahaha…Fragen über Fragen, ein Teufelskreis..hahaha.
    Herrlich, ach Angie. Ich sag doch,an dir ist ne Schriftstellerin
    verloren gegangen.
    WoW, Klasse.
    Und der Henry…erinnert mich irgendwie an mein Dreibein…hhmmm..

  30. Klasse Teil Angie! Ich hoffe Henry und Mary werden uns noch viel Spaß bringen, sind mir schon richtig ans Herz gewachsen. Schön und das Anwesen erst. Bin mal gespannt, wie es da genau aussieht, wir anderen werden vielleicht ja auch mal dort vorbeikommen.
    Jetzt bin ich aber mal gespannt, wo der Duncan so schnell hin musste.

  31. Danke meine Lieben- und danke Dolce für das schöne Bild. Das passt genau! :-D

  32. ja, hast du gesehen, dass ich an der wörtlichen Rede noch ein bisschen rumgebastelt und diese “..sagte:…” rausgenommen habe. Ich finde, dadurch wird es noch etwas besser – wenn das überhaupt geht… :-)

  33. Hast recht, es liest sich flüssiger. ;) Ich werde mal in Zukunft darauf achten.

  34. Ach Dolci? Kannst du nicht auch mein Avatar da oben reinbasteln? Oder geht das nicht mehr? Muss aber nicht unbedingt. ;)

  35. :oops: sorry, irgendwie habe ich das vergessen – aber schon nachgeholt! ;-)
    LG

  36. Ups, hahaha..das ging aber schnell. Danke. :-D

  37. uuhhiii – Angie braucht schon ein 2. Kapitel! ;-) Viel Spaß mit dem Rest vom 1. – ist super!
    LG

  38. Supersupersupersupersuper!!!!! Ganz toll geschrieben Angie.
    So, dann ist die Angie, genau wie Doc, schon wieder voll im Geschäft.
    So langsam kriege ich Depressionen. Ihr schreibt wie die Weltmeister und ich kriegs momentan nicht auf die Reihe, mensch ist das frustrierend.
    Aber es ist superschön und klasse, dass ich eure Teile lesen kann und ihr auch so tolle Teile schreibt.
    Bin gespannt, wie das hier weitergeht.

  39. Woooooooooooooooooow Mensch Angie das is echt der Hammer. Boah ey der fiese Troll der Norbert? Pft… ich hoffe du dingst ihm den Dings auf. Klasse, das wird ja echt spannend. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung. Würde jetzt gerne weiter blättern, echt gutes Buch :lol:

  40. Oha, hab ich echt schon ein Kapitel voll??? Dolce, soll ich erstmal ne längere Pause machen? Und danke für die kleinen Änderungen. ;)
    Lilli, die Angie ist eigentlich nicht wieder im Geschäft, jedefalls nicht so. Soviel kann ich ja schon verraten. ;) Und laß dich nicht frusten! Du hast doch noch die Omi von Nando. Ich würde gerne mehr von der erfahren und wie die Eltern von ihm sind… hat der noch einen Bruder?
    Tja, dem Troll hab ich doch schon den Dings aufgedingst…hahahahah.
    Danke Hasen!! :-D

  41. Ja Angie, mit der Omi und den Eltern bin ich ja schon am basteln und der Nando hat keinen Bruder, aber einen Cousin. Ich habe da schon das ein oder andere im Kopf, aber irgendwie kriege ich nicht den Dreh um das alles “zu Papier” zu bekommen. Aber ich verspreche, ich lasse euch nicht mehr lange auf Nando’s Familie warten.
    Nicht wieder im Geschäft, obwohl dir böse Feen ans Leder wollen? Da bin ich aber mal sowas von gespannt!

  42. Ein Cousin ??? :-D
    Nene, einer reicht mir.
    @ Angie
    GENIAL, einfach genial.
    Bin ja jetzt auch gespannt wie du da wieder raus kommst.
    Und LILLI….ich hab auch schon wieder ne leichte Schreibblockade.
    Das was ich als Folgeroman schreiben wollte gefällt mir nicht.
    Mir fällt nix ein.
    Na ja,ich hab ja Zeit.
    Und bei dir steht die Muse auch wieder auf der Matte…ganz bestimmt.

  43. huhu Ladies – Angie ist mit einem neuen Teil ihrer Geschichte online – viel Spaß beim Lesen! Mir hat´s gut gefallen, denke, das wird euch auch so gehen.
    @Angie, was hältst du von einer Fortsetzung unter dem Titel “Das Anwesen des Ordens”? Diesen Teil habe ich noch in das aktuelle Kapitel gepackt, aber jetzt fängt dann ein neues an, okay? ;-) Freue mich schon auf die Fortsetzung, bis bald, liebe Grüße @ all

  44. Ja, das ist mal wieder ein toller neuer Teil. Gefällt mir auch sehr gut. Erst ein schöner Wutanfall, dann ein begehbarer Kühlschrank, dann ein geheimnisvoller Gang und zum Schluß ein schöner Alptraum, der spannende neue Fragen aufwirft. Klasse!
    Freue mich schon auf den nächsten Teil.

  45. hahahahaha ich seh Duncan mit nem qualmenden Schuh da stehen hahahahaha mir kommen die Tränen.
    Total hammer Angie. Ich suchte irgendwas das ich an die Wand werfen konnte, aber hier gab es ja nichts hahahah da komm ich nicht drüber :lol: und wow diese Tür…. wo es dahin wohl geht mit Bewegungsmelder Fackeln… I´m scared…. freu mich auf die Fortsetzung Panda.

  46. Hab noch vergessen zu sagen: Wow, wow wowiwow :D

  47. Danke meine Süßen. :-D Tja Dolce, das ist ja eigentlich das Anwesen der Bruderschaft. Und der Orden ist quasi die Elitetruppe. Jaahaa, wir Mädels nehmen nur die Besten, gell!!! :-D Aber lass ruhig so, “Das Anwesen des Ordens” klingt auch super.

  48. WwooowW…
    Angie….tztztz..hat da etwa jemand gelinst???
    Super gemacht.
    Ich hoffe du läst uns jetzt nicht ganz so lange warten !?
    Was hat Duncan geträumt?
    Was ist hinter der Tür?
    Was verschweigt Duncan?
    Was ist das mit den Gargoyles?
    Hach, Fragen über Fragen…ein Teufelskreis.
    Hey, und untersteh dich den nächsten Hammer innerhalb der nächsten
    14 Tage raus zulassen. Denk bitte daran,
    das ich ab nächsten Mittwoch komplett kürzer treten muß !!! ?
    Aber…super toll geschrieben…..hach…stöhn…grins…

  49. Tja Angielein, das ist doch eh viel besser! Also wird das neue Kapitel “Das Anwesen der Bruderschaft” heißen ;-)

  50. [...] 1: “Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland” findet sich [...]

  51. huhu meine Ladies – Angie ist online mit den ersten Seiten aus Kapitel 2!!! Wow – habe gemerkt, dass meine Fantasy-Kenntnisse schon sehr eingeschränkt sind. Gibt es eine männliche Fee??? Wie auch immer, der Typ ist ganz schön krass ;-)
    LG

  52. Mist! Ich habe keine Zeit mehr zum lesen. Aber Heute Mittag in der Mittagspause, wird das als erstes gemacht. Jetzt habe ich was, auf das ich mich freuen kann!

  53. [...] Kapitel 1: “Seitensprung der Sisterhood – Ankunft in Schottland” [...]

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