Brockhaus verkauft Casanovas Memoiren für 7 Millionen Euro

Der Schriftsteller und Abenteurer  Giacomo Girolamo Casanova, geboren am 02. April 1725 in Venedig, gestorben am  4. Juni 1798 in Dux, gilt aufgrund der zahlreichen Schilderungen über seine Liebschaften als das Sinnbild des Verführers.

Die Memoiren Casanovas mit dem Titel „Geschichte meines Lebens“ zählen zur Weltliteratur und wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.

1790 begann er auf Schloss Dux mit der Niederschrift seiner Memoiren, die über den Zeitraum von seiner Geburt bis 1774 berichten. 1821 erwarb der Verlag F. A. Brockhaus in Leipzig das Manuskript. Bereits Ende des Jahres erschienen Auszüge der Memoiren in deutscher Übersetzung. Erst 1960 wurde erstmals der Originaltext der Memoiren durch F. A. Brockhaus, Wiesbaden, und Plon, Paris, veröffentlicht. Diese zwölfbändige Ausgabe wurde 1962 abgeschlossen.

Jetzt hat die deutsche Verlegerfamilie Brockhaus die Memoiren des legendären Verführers für 7 Millionen Euro nach Frankreich verkauft. Kulturminister Frédéric Mitterand unterzeichnete am 18.02.2010 in Paris den Kaufvertrag. Frankreich hat das einzige Exemplar der Memoiren aus dem 18. Jahrhundert mit Hilfe eines anonymen Mäzens erstanden. Der gebürtige Italiener Casanova hatte seinen Lebensbericht auf Französisch verfasst.

Das Manuskript ist damit nach dem „Codex Leicster“ von Leonardo da Vinci, den Bill Gates 1994 für 30,8 Millionen Dollar ersteigerte, die bislang teuerste Handschrift.

Im Juni 2010 erscheint im Reclam Verlag eine borschierte Ausgabe von Giacomo Casanova unter dem Titel „Aus meinem Leben“. Herausgeber ist Roger Willemsen.

Kurzbeschreibung
„Den Freuden meiner Sinne galt mein Leben lang mein Hauptstreben; etwas Wichtigeres gab es für mich niemals.“ Giacomo Girolamo Casanova (1725-1798), dessen Name zum Typ wurde, war aber nicht nur ein ‚Casanova‘, er war Abenteurer und Diplomat, Hochstapler und Intrigant, Alchimist und Freimaurer, Theologe, Komödiendichter, Ökonom, Philosoph und vieles mehr. Seinen Ruhm als der große Verführer verdankt er seinem umfangreichen Memoirenwerk, das allerdings nicht allein aus ‚Stellen‘ besteht. Diese Auswahl präsentiert den ganzen Casanova und damit das aufregende Bild einer Epoche, die mit der Französischen Revolution zu Ende ging.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Dr. Hope: Prof. Dr. Marita Krauss erhebt Plagiatsvorwürfe gegen ZDF und Autoren

Wem gehört die mediale Wahrheit über die erste Münchner Ärztin Dr. Hope Bridges Adams Lehman?

Im Abstand von zwei Tagen sind die Bücher:

„Dr.Hope – Eine Frau gibt nicht auf: Deutschlands erste Ärztin“ von Torsten Dewi (Autor) und Katrin Tempel (Autorin) und

„Hope: Dr. Hope Bridges Adams Lehmann – Ärztin und Visionärin. Die Biografie“ von Marita Krauss (Autor) erschienen.

Der Piper Verlag hat am 26.09.2009 den Roman von Torsten Dewi und Katrin Tempel veröffentlicht, die Biografie von Marita Krauss erschien am 28.09.2009 im Münchner Volk Verlag.

Schon am 18.09.2009 berichtete die Süddeutsche Zeitung ausführlich über einen Plagiatsvorwurf von Marita Krauss gegen die Autoren Dewi und Tempel.

Prof. Dr. Marita Krauss, die Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte an der Universität Augsburg lehrt und durch viele Publikationen, Ausstellungen und Rundfunksendungen als hervorragende Kennerin der Münchner und bayerischen Geschichte bekannt ist, hat in 15-jähriger kriminalistischer Kleinarbeit die Puzzleteile um die längst vergessene erste Münchner Ärztin Dr. Hope Bridges Adams Lehmann zusammengefügt.

Der Nachlass von Dr. Hope war im Krieg verloren gegangen und so führten die Recherchen Frau Krauss nach Hamburg, Dresden, Leipzig, Karlsruhe, Bonn, Offenburg, Frankfurt, Berlin, Amsterdam, London, Dublin, Montevideo und Australien. Ihre Ergebnisse veröffentlichte sie 2002 in dem Buch „Die Frau der Zukunft – Dr. Hope Bridges Adams Lehman 1855 – 1915. Ärztin und Reformerin“, in Rundfunk-Features und in einer Ausstellung im Münchner Gasteig.

Nach Angaben der SZ wurde Katrin Tempel (damals Katrin Kaiser) in der Ausstellung über Dr. Hope im Gasteig auf die ungewöhnlich moderne Frau aus dem 19. Jahrhundert aufmerksam.

„Meine Ko-Autorin Katrin hat mich vor über drei Jahren auf diesen Stoff hingewiesen, und ich war sofort Feuer und Flamme, über so ein begeisternswertes Leben zu schreiben“, schreibt Torsten Dewi am 13. Juni 2007 auf seinem Blog Wortvogel. Am 24. September 2008 geht Torsten Dewi genauer auf die Entstehungsgeschichte zu seinem Roman und dem Drehbuch über „Hope“ zu dem ZDF-Zweiteiler, der in der Zwischenzeit nach seiner Vorlage entstanden war, ein.

„Gerade wenn man Stoffe und Biographien behandeln will, an denen noch Rechte hängen, kommt man schnell in Teufels Küche. Passiert mir durchschnittlich zweimal pro Jahr…“, schreibt Dewi in einem Kommentar zu seinem Artikel am 24.09.08.

Der historische Zweiteiler „Dr. Hope †“ Eine Frau gibt nicht auf“ wird zunächst am 19. März auf Arte ausgestrahlt. Das ZDF zeigt die je 90-minütigen Folgen am 22. und 24. März. Darin spielt Heike Makatsch die Rolle der Hope Bridges Adams, eine Pionierin der Frauenbewegung und erste Frau, die in Deutschland ein medizinisches Staatsexamen ablegt.

Marita Krauss wirft Torsten Dewi und seiner Co-Autorin Katrin Tempel vor, sich ordentlich an ihrer Biografie über Hope Bridges Adams Lehmann bedient zu haben, wie sie dem „Münchner Merkur“ (Ausgabe vom 18.02.2010) sagte.

Ihre grundlegende Forschungsarbeit über die erste Ärztin in Deutschland und Vorreiterin der Frauenemanzipation habe sie auf Basis einer schwierigen Quellenlage geschrieben. Vor allem ihre Schlussfolgerungen seien kopiert worden. 

„Die beiden Autoren haben sogar meine Tippfehler abgeschrieben“, sagte sie der Zeitung. „Es wurde alles ungeprüft übernommen.“ Vieles im Film sei zudem „extrem verfälschend“ dargestellt, so Krauss über die fünf Millionen Euro teure, gebührenfinanzierte Produktion.

In dem im September 2009 in der Süddeutschen Zeitung erschienen Artikel wurde berichtet, dass die Produktionsfirma Hofmann und Voges, die den Zweiteiler im ZDF-Auftrag vorbereitete, zunächst mit Frau Krauss über die Nutzung der Forschungsergebnisse und Printrechte verhandelt hatte. Die Verhandlungen wurden aber Anfang 2009 eingestellt, weil man sich nicht einigen konnte. Es entstünden keine Rechte, weil die Autoren Dewi und Tempel alles selbst erfunden und nachrecherchiert hätten, teilte man ihr mit.

Dies sieht Frau Krauss anders, sie will auf die Nennung: „Nach einer Vorlage von Marita Krauss“ und Entschädigung klagen.

Dewi reagierte gereizt auf das Thema und wollte sich nicht weiter dazu äußern, schreibt der Münchner Merkur. In einem Kommentar äußerte sich der Autor zu dem Plagaiatsvorwurf von Frau Krauss auf dem Blog Tiniaden folgendermaßen:

Torsten Dewi – 14. Februar 2010
Der Autor spricht:
Von einem neuen Remix-Fall kann bei „Dr. Hope“ nicht die Rede sein – vergleichbar ist die Situation (wenn überhaupt) mit dem Streit um „Tannöd“. Romane und Sachbücher sind (auch rechtlich) zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Historische Fakten, Personen und Ereignisse sind nicht geschützt – ein Historiker kann tatsächliche Geschehnisse nicht als sein Eigentum betrachten, das es zu lizensieren gilt. Das gilt besonders dann, wenn die Quelle an keiner Stelle verheimlicht wurde. Die histoische Figur Dr. Hope Lehmann gehört niemandem – nicht den Erben, nicht dem Museum, nicht einem Historiker. Im Fall von KREATIVER Eigenleistung bin ich ein Gegner der These, dass alles erlaubt ist – abschreiben ist tabu.

Torsten Dewi – 14. Februar 2010
Nochmal der Autor
Der Tannöd-Fall ist in der Tat ein Präzedenzfall, weil er lediglich die gültige Rechtsprechung bestätigt. Und der SZ-Artikel zitiert ausschließlich die Historikerin selbst, ohne Sender, Produktionsfirma, oder Autoren zu Wort kommen zu lassen. Man beachte auch, dass zwar der Eindruck erweckt werden soll, es läge ein justiziabler Fall vor, der Autor des Artikels aber selbst im vorletzten Absatz zugeben muss, dass dem wohl nicht so ist („Grundsätzlich ist wohl wenig dagegen zu mache…“). Und ich wiederhole mich gerne: Historische Fakten sind nicht Eigentum von Historikern. Man sollte da nicht Äpfel („Axolotl“) mit Birnen („Dr. Hope“) vergleichen.

Vielleicht kann Frau Krauss Trost in Theodor Fontanes im Moment wieder sehr aktuellen Ausspruch finden: „Über Plagiate sollte man sich nicht ärgern. Sie sind wahrscheinlich die aufrichtigsten aller Komplimente.“

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Axolotl Roadkill: Die Chronologie eines Skandals

Axolotl Roadkill: Die Chronologie eines Skandals

Am 18. Januar 2010 schreibt der SPIEGEL erstmals über das „Wunderkind der Boheme“, am 20.01. berichtet die WELT über das verblüffend kluge, angenehm groteske und herrlich sprachgewandte Buch des neuen Wunderkindes der Berliner Kreativszene, am 21.02. erscheint in der ZEIT ein zweiseitiger Artikel über diesen „literarischen Kugelblitz“.

Noch bevor Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ am 22. Januar 2010 im Ullstein Verlag erscheint, ist das Buch bereits berühmt.

Die Lobeshymnen nehmen kein Ende:  Am 23.02. erscheinen gleich zwei Artikel in der FAZ, am 28.02. ein weiterer in der ZEIT, in dem es heißt, dass bereits zweimal der Erscheinungstermin des Buchs wegen des großen Medieninteresses vorgezogen wurde. „Axolotl Roadkill“ ist schon vor der Veröffentlichung für den Erstlingspreis der LitCologne in Köln nominiert und wird von der Kritikerjury am 28.01 für den Leipziger Buchpreis auf die Nominierungsliste gesetzt.

Am 02. Februar 2010 berichtet das Börsenblatt, dass der Ullstein Verlag die 3. Auflage drucken lässt und bereits 50 000 Exemplare von „Axolotl Roadkill“ ausgeliefert wurden.

Am 05.02.10 resümiert die ZEIT: „Es gibt drei Gründe, warum ein Roman und sein Verfasser zu einem Phänomen werden können: Erstens, das Buch birgt einen Skandal. Zweitens, es ist literarisch besonders gut. Drittens, es trifft einen Nerv der Zeit, ist Antwort auf eine gesellschaftliche Sehnsucht. Skandalös ist es zum Beispiel, wenn es verrucht, versaut ist, voller Drogen- und Sexexzessen steckt. Charlotte Roches Feuchtgebiete wurde auf diese Weise zum Renner. Oder der Roman provoziert eine Anklage, wie bekanntlich im Fall von Maxim Billers Esra. Schon also, wenn eines dieser Dinge zutrifft, ist der Verkauf in den Buchhandlungen gesichert. Wenn aber alle drei Kriterien zutreffen, ja, dann hat man wirklich einen Knaller vor sich, dann ist das Buch rasch vergriffen und die Journalisten bieten sich bei der Berichterstattung ein Wettrennen.“ […]

Ein weiteres Beispiel für einen Skandal, das der ZEIT aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war, ist der Plagiatsvorwurf. Ebenfalls am 05.02.10 berichtet Deef Pirmasens auf seinem Blog Gefühlskonserve von seiner Entdeckung:

Axolotl Roadkill: Alles nur geklaut?

In nahezu 20 Textpassagen stellt Deef Pirmasens den Vergleich zu dem im September 2009 erschienen Roman „Strobo“ von Airen an. Die Übereinstimmungen dieser Passagen in Axolotl Roadkill und Strobo sind verblüffend. Helene Hegemann hat sich nicht mal besonders angestrengt dies zu vertuschen.

„Helene Hegemann zeigt uns in Axolotl Roadkill zwar, dass sie nicht nur für ihr Alter, sondern ganz allgemein eine beachtenswert wortgewaltige und wundervoll böse Schreibe hat. Aber statt sich nur von anderen inspirieren zu lassen und zu zitieren, schreibt sie ab. Das stört den guten Eindruck ganz empfindlich“, schreibt Deef Pirmasens über seine Entdeckung.

Seit dem 08.02.2010 rudern nun alle zurück:

Zeitgeist oder Plagiat, Kreativität ohne Reinheitsgebot, total gedankenlos oder egoistisch heißt es in den Schlagzahlen. Der Verlag unternimmt den Versuch der Imagewahrung, der Autor Airen wird beteiligt, man einigt sich auf die Nennung seines Namens in künftigen Ausgaben, eine vierstellige Summe wird bezahlt. Immer mehr Autoren melden sich, um Ansprüche auf ihre Texte, die Hegemann ebenfalls verwendet hat, geltend zu machen. Kritiker, Lektoren, Autoren diskutieren und streiten im Netz. Ca. 2800 Leser haben sich an der Umfrage der WELT beteiligt: 82% sind der Ansicht: Eine Frechheit! Hegemann sollte sich schämen.

Mittlerweile hat Helene Hegemann sich entschuldigt und reist von einer Talkshow zur nächsten. Etwas Scham würde ihr gut zu Gesicht stehen, doch davon sieht man leider nichts.

Die Taschenbuchausgabe von Strobo umfasst 170 Seiten und ist am 01.08.2009 im SuKuLTuR Verlag erschienen, derzeit allerdings nicht lieferbar.

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Nachfolgend ein Auszug der Schlagzeilen rund um Christine Hegemann und Axolotl Roadkill:

Das Wunderkind der Boheme – Die Schülerin Helene Hegemann ist erst 17 und lebt in Berlin. In ihrem ersten Roman erzählt sie, wie schwer jungen Menschen die Rebellion fällt, wenn schon die Eltern Rebellen sind. Spiegel, 18.01.2010

Jung-Autorin Hegemann feiert die Kommune im Kapitalismus WELT Online, 20.01.2010

Literarischer Kugelblitz – Im Koksnebel: Helene Hegemanns heftiges Romandebüt „Axolotl Roadkill“ ZEIT Online, 21.01.2010

Bücher der Woche: Axolotl Roadkill – Mir zerfallen die Worte im Mund wie schlechte Pillen FAZ, 23.01.2010

Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill†œ – Glauben, lieben, hassen – FAZ, 23.01.2010

Helene Hegemann: Wie sie euch gefällt. Helene Hegemann ist fast noch ein Kind – mit ihrem ersten Roman soll sie der neue Berliner Literaturstar werden. Wir haben ihre Verwandlung über Monate begleitet. ZEIT Online, 28.01.2010

Gespräch mit Ullstein-Programmleiterin Ulrike Ostermeyer über Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“: „Es ist keine Wohlfühlliteratur“ Die dritte Auflage wird gerade gedruckt. 50000 Exemplare von Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ hat Ullstein ausgeliefert. Börsenblatt, 02.02.2010

Helene Hegemann: Futter für die infantile Gesellschaft. Warum ärgern sich so viele über den Hype um Helene Hegemann? Weil ihr Roman einen Nerv der Zeit getroffen hat. ZEIT Online, 05.02.2010

Fall Hegemann: Blogger entlarvt Fräuleinwunder Süddeutsche 08.02.2010

Debatte um Bestseller-Autorin Hegemann: Kreativität ohne Reinheitsgebot. Helene Hegemann, der neue Shootingstar der Literatur, hat abgeschrieben. Na und? Das haben schon ganz andere vor ihr getan. SPIEGEL Online, 08.02.10

Bestseller-Autorin Hegemann: Fräulein Wunder hat abgeschrieben. Süddeutsche Zeitung, 08.02.2010

Autorin Helene Hegemann: Untermieter im eigenen Kopf. Süddeutsche Zeitung, 08.02.2010

Bestseller-Autorin Hegemann: Literatur-Wunderkind schrieb bei Blogger ab. SPIEGEL Online, 08.02.10

„Total gedankenlos und egoistisch“ – Zeitgeist oder Plagiat? In ihrem bejubelten Romandebüt hat sich Helene Hegemann bei einem anderen Autor bedient. ZEIT Online, 08.02.2010

„Axolotl Roadkill“ 17-jähriger Literaturstar klaute Roman aus Netz WELT Online, 08.02.2010

Helene Hegemann: „Ich beraube meine Freunde schonungslos“ WELT Online, 08.02.2010

„Axolotl Roadkill“: Ullstein und Autorin Helene Hegemann äußern sich zu Plagiatsvorwurf Börsenblatt, 08.02.2010

Plagiatsdebatte „Axolotl†œ: Sie zitiert Airen, und er zitiert Benn und Burroughs FAZ, 09.02.2010

Meinung: Hegemann-Debatte – Das große Missverständnis. Warum die Literaturkritik im Fall Helene Hegemann so seltsam gescheitert ist. Eine Analyse von Thomas von Steinaecker, die der Schriftsteller mit einer Bitte an die Rezensenten verbindet. Börsenblatt, 10.02.2010

Plagiatsfall Helene Hegemann – Germanys Next Autoren-Topmodel FAZ, 10.02.2010

Die besten Bücher des Frühjahrs – 15 Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse Börsenblatt, 11.02.2010

Preis der Leipziger Buchmesse: Helene Hegemann nominiert FAZ, 11.02.2010

Buchpreis-Nominierungen: Jetzt aber ran mit Hegemann! Jetzt erhält die 17-jährige Helene Hegemann beinahe schon offizielle Weihen: Sie steht auf der Nominiertenliste für den Preis der Leipziger Buchmesse. SPIEGEL Online, 11.02.2010

Helene Hegemann: Neue Plagiatsvorwürfe gegen die Autorin ZEIT Online, 11.02.2010

„Axolotl Roadkill: Helene Hegemann hat ein beeindruckendes Buch geschrieben.“ Im Fall Hegemann meldet sich nun noch einmal Ullstein-Verlegerin Siv Bublitz zu Wort. In einer Mitteilung heißt es: „Wie bereits angekündigt, hat der Ullstein Verlag nun nachträglich Abdruckgenehmigungen für bislang nicht genannte Quellen des Romans „Axolotl Roadkill†œ von Helene Hegemann eingeholt.“ Börsenblatt, 11.02.2010

Hegemann-Buch: Ullstein Verlag erwirbt nachträglich Abdruckrechte ZEIT Online, 11.02.2010

„Komplette Kopie“ – Auch Filmstudent wirft Hegemann Plagiat vor WELT Online, 11.02.2010

Der bestohlene Blogger Airen im F.A.Z.-Gespräch: „Das habe ich erlebt, nicht Helene Hegemann“ FAZ, 12.02.2010

Warum alte Männer Helene Hegemann hassen. Die Aufregung um Helene Hegemann ist enorm. In immer kürzeren Abständen melden sich Autoren zu Wort, die angeben, sie seien von ihr beklaut worden. Damit haben die Pfaffen, die über den Zugang zur Kultur wachen, endlich etwas anderes gegen Hegemann in der Hand als nur ihre eigenen Vorurteile. WELT Online 12.02.2010

west.art mit Christine Westermann wird eingestellt

„Einmal im Monat präsentiert west.art Bücher mit Christine Westermann neue, lesenswerte Bücher – lustvoll, leidenschaftlich und …“ ist noch auf der Website des WDR zu lesen.

Doch wie heute bekannt wurde, stimmt diese Meldung nicht mehr. Nach nur fünf Folgen von „west.art Bücher mit Christine Westermann“ ist schon wieder Schluss.

„Wir bedauern es außerordentlich, die Zusammenarbeit mit Christine Westermann in dieser Form nicht fortsetzen zu können†œ, sagte Matthias Kremin, Leiter des Programmbereichs Kultur und Wissenschaft im WDR. „Wir sind froh, dass sie dem Publikum erhalten bleibt †“ unter anderem mit ihren Büchertipps in der Sendung frauTV und in WDR 2 und WDR 5. Auch die Sendung west.art wird sich in Zukunft weiter mit dem Thema ‚Bücher†™ beschäftigen†œ, teilt der Sender mit.

Seit 6. Oktober ging „Zimmer frei“-Moderatorin im WDR-Fernsehen monatlich auf Sendung (22.30 bis 23.10 Uhr). Als regelmäßiger Gast wurde sie von lit.Cologne-Leiter Werner Köhler unterstützt.

„Leider hat diese Buchsendung bei den Zuschauern nicht den erwarteten Zuspruch gefunden“, begründet Westermann ihre Entscheidung.

Da stellen sich wieder die Fragen: Wie viel Quote braucht eine Büchersendung, und warum gibt man den Zuschauern nicht mehr Zeit so eine Sendung zu finden? Wer könnte für die nötigen Einschaltquoten à la Elke Heidenreich im ZDF noch sorgen?

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Quelle: Börsenblatt

Zum artgerechten Umgang mit Frauen von Rainer K. Liedtke

Zum artgerechten Umgang mit Frauen von Dr. Rainer K. Liedtke

Ironische Spekulationen zu biologischen Ursachen für unser unterschiedliches Verhalten bei Gefühl und Erfahrung.

Der ewige Streit zwischen Mann und Frau führte dazu, daß manche Experten nun behaupten, ein erfolgreiches Zusammenleben dieser beiden Arten sei wenig wahrscheinlich oder gar unmöglich. Wie wir es von Experten erwarten, ist solche Behauptung nicht ganz neu. Sagte doch schon der alte Konfuzius, wenn auch in anderem Zusammenhang, †œWenn über das grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es sinnlos, miteinander Pläne zu machen†œ.
Daher möchte auch ich mich dieser Sache einmal versuchsweise nähern. Zunächst benötigen wir dazu unsere beliebtesten gegenseitigen Vorurteile. Diese lassen sich meiner Meinung nach relativ leicht in zwei Punkten zusammenfassen:
Frauen kommen schon erwachsen auf die Welt,
Männer werden nie erwachsen
Dazu noch ein grundsätzlicher Aspekt: Männer wie Frauen beeinflussen gern andere Menschen. Sie tun es um damit †œwichtig† zu werden. Dort nun fängt meiner Meinung aber gleich schon unser Dilemma an. Männer und Frauen haben ja verschiedene Sichtweisen zum Leben. Um für andere †œwichtig† zu sein, verfolgt der Mann für sich eher das Ziel an mehr rohe Macht zu kommen. Hingegen versucht die Frau für sich damit mehr soziale Anerkennung zu erreichen. Auf dem Weg dahin scheinen Frauen insgesamt konfliktärmer vorzugehen als wir Männer. Dies erkläre ich mir vor allem damit, daß bei ihnen seltener der Typus des Wichtigtuers auftaucht.
Daß dies nun alles so ist, dabei spielen unsere Hirn-Funktionen eine wichtige Rolle. Hiermit meine ich nicht Unterschiede zwischen uns im Sinne von „schlauer†œ oder „dümmer†œ. Es scheinen unsere unterschiedlichen inneren Schaltkreise zu sein, über die alte Gefühls-Programme der Evolution unser Hirn steuern. Schließlich entwickelten wir uns ja erst noch über ein paar etwas einfacher gestrickte Vorstufen. Das startete in der Urzeit bekanntlich noch ziemlich ohne Technik. Seitdem erschufen wir uns dann aber eine ganze Zahl Hilfsmittel, die vorwiegend unserer erhöhten Bequemlichkeit dienen. Soweit es die biologische Weiterentwicklung unseres Hirns betrifft, vermute ich dort eher einen gewissen Stillstand.
Wie auch immer, auch heute setzt sich unser tägliches Verhalten aus Dingen zusammen, die wir gerne in „logisches Denken†œ und „Emotion†œ einteilen. Da wir Männer spekulieren, die Logik sei das Wichtigere, haben wir diese auch für uns gepachtet. Auf kleinere Webfehler komme ich ja noch zu sprechen. Zumindest kann ich es hier schon mal so weit zusammenfassen: Die unterschiedliche Wahrnehmung bei Mann und Frau ermöglicht uns stets gut zu ganz verschiedenen Schlußfolgerungen zu kommen.
Daher sah ich mich hier aufgerufen auch auf ein paar der Ursachen und deren zwangsläufige Folgen hinzuweisen. Der Weg zur artgerechten Kooperation hieß im übrigen auch einzubeziehen, wie unsere eigene männliche Art so tickt.
Meine Weisheiten bezog ich nicht nur aus theoretischer Wissenschaft und Philosophie. Ich sammelte sie auch bei meinen Freiland-Beobachtungen zu speziellen Arten von Frauen und Männern. Das führte dann zu einigen Spekulationen. So drängte sich mir verschiedentlich die Frage auf: Gibt es möglicherweise doch einen höheren positiven Sinn der Evolution, daß wir mit unserem Wunderwerk Gehirn oft nichts anderes anzufangen wissen als uns so aufzuführen, wie wir es eben tun?
Rainer K. Liedtke
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„Sture Männer aller Gewichts- und Altersklassen nutzen das Schüren von Konflikten, um ihren Machtstatus und ihr Prestige aufzumöbeln. Eine verblödete Männerhorde, die ihnen nachlatscht, findet sich immer. Und so wird Liedtkes Paar-Studie im Grunde zu einer kleinen, mit viel Witz gespickten Welt-Gesellschafts-Studie: „Machtstreben stört Harmonie … Verzicht auf Dominanz wandelt Konflikte“.

Das Erwärmende bei Liedtke: Er nimmt sich nicht aus. Er hat Vieles von dem, was Männer an Verwirrungen so mit sich schleppen, auch im eigenen Verhalten erlebt. Man merkt ja oft erst im Nachhinein, wie bestimmte Dinge fast automatisch geschehen. Aber dann ist auch ein guter Zeitpunkt, darüber nachzudenken. Übrigens auch für die weiblichen Heldinnen der Geschichte, die zwar das Meiste dazu beitragen, dass der Homo Sapiens bis heute überlebt. Aber oft genug stärken sie auch falsches männliches Verhalten.“ Drängler, Protzer, Kriegsgewinner: Zum artgerechten Umgang mit Frauen – Leipziger Internetzeitung, 01.01.2010

Über den Autor Dr. Rainer K. Liedtke

Medizin war eher ein Zufall. Statt Arzt zu werden plante Rainer K. Liedtke erst ein Studium der Soziologie. Er nahm aber dann, in letzter Minute, einen ihm angebotenen Studienplatz für Medizin an. Das Studium finanzierte er teils über Auftritte als Gitarrist einer Beat-Gruppe, als Bauarbeiter, sowie als wissenschaftlicher Hilfsassistent an der Universität. Zudem sammelte er erste schriftstellerische Erfahrungen als freier Redakteur bei medizinischen Journalen.
Das Interesse an Arzneimitteln entstand über den Weg. So machte er seinen Doktor der Medizin mit Forschungen zu DNA und RNA am biochemischen Institut der Universität Bonn. Dem folgten weitere Studien in der molekularen Medizin. Hiernach kamen mehrere Jahre praktische Tätigkeit als Krankenhausarzt, danach weitere Jahre in wissenschaftlichen Positionen der pharmazeutischen Industrie. Parallel hielt er als Universitäts-Lehrbeauftragter Vorlesungen in Pharmakologie. Neben wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichte er mehrere medizinische Fachbücher, medizinische Patienten-Informationen und Artikel zu gesellschaftlich wichtigen medizinischen Entwicklungen. Hinzu kam die Erstellung von über hundert Patentschriften vor allem in Pharmazie, Medizin, Informationstechnik. Daß darunter auch noch ein Patent †œWindsurfboard mit Doppelrumpf-Bug†œ existiert, liegt eher an seinem früheren Hobby Windsurfing.
Als Gründer einer Deutschen und US Pharma-Firma war Rainer K. Liedtke dann einige Jahre in New York tätig. Zu Entdeckungen und Entwicklungen hier gehören u.a. die transdermale Schwangerschafts-Verhütung, Schmerz-Pflaster gegen Rückenschmerz (das diesbezüglich erste Marktprodukt in den USA), antidepressive Eigenschaften des Hormons Oxytocin. Nach seiner Rückkehr nach München folgten wieder theoretische Wissenschaft und Publikationen einer †˜Allgemeinen Theorie des Schmerz†™ sowie eines Modells zur Entstehung bestimmter Nebenwirkungen von Schmerzmitteln. Mehr Information zur Wissenschaft: www.rkliedtke.de.
Als Schriftsteller hat er seine Interessen an Soziologie wieder intensiviert mit dem Leitspruch:
„Fachwissen schließt Humor nicht aus†œ