Spiegel-Bestenliste Hardcover Woche 43/2008

Platz 1 : Feuchtgebiete von Charlotte Roche

FeuchtgebieteKurzbeschreibung
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der irren Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. Nebenher pflegt sie ihre Sammlung von Avocadokernen, die ihr auch in sexueller Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Selbst wenn Helens Besessenheit eine Notoperation nötig werden lässt – ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen. »Feuchtgebiete« ist eine Exkursion zu den letzten Tabus der Gegenwart. Mutig, radikal und provokant rebelliert Charlotte Roches Roman gegen Hygienehysterie und die sterile Ästhetik der Frauenzeitschriften, gegen den standardisierten Umgang mit dem weiblichen Körper und seiner Sexualität – und erzählt dabei die wunderbar wilde Geschichte einer ebenso genusssüchtigen wie verletzlichen Heldin. -> hier steht was Denis Scheck von dem Buch hält

Platz 2 : Schwerelos von Ildikó von Kürthy

Kurzbeschreibung
Geschafft! Den Antrag nimmt sie an, die Pille setzt sie ab. Rosas vierzigster Geburtstag soll ihr Hochzeitstag werden. Happy End, endlich. Gäbe es da nicht … … die beste Freundin. Betrügt ihren Mann seit anderthalb Jahren aus Überzeugung. … die Cousine. Übergibt sich während einer Beerdigung, ist im sechsten Monat schwanger, weiß aber nicht genau, von wem. … den Schulfreund. Will unbedingt Vater werden, ist schwul, hat sich aber trotzdem schon mal beim Geburtsvorbereitungskurs angemeldet. … und, und, und! Rosa muss plötzlich den Klassiker unter allen Fragen beantworten: Was willst Du eigentlich?

Platz 3 : Brida von Paulo Coelho

Kurzbeschreibung
„Aber woran erkennt man den Mann oder die Frau seines Lebens?“, fragte Brida. „Du musst etwas riskieren“, war die Antwort. „Dabei wirst du oft scheitern, du wirst enttäuscht werden, desillusioniert. Aber wenn du nie aufhörst, nach deiner Liebe zu suchen, wirst du sie am Ende finden.“ Eine bewegende Geschichte über Liebe, Mut und eine spirituelle Form der Erotik.

Platz 4 : Der kleine Bruder von Sven Regener

Kurzbeschreibung

Der lang erwartete Mittelteil der Lehmann-Trilogie von Sven Regener
„Neues Leben hin, neues Leben her, dachte Frank, es sollte nicht mit der Fahrt durch einen langen, dunklen Tunnel beginnen. Oder vielleicht doch, dachte er, als in der Ferne die hell strahlende Grenzkontrollstelle auftauchte wie ein frisch gelandetes Raumschiff. Oder vielleicht gerade doch.“
Berlin-Kreuzberg, November 1980: Im Schatten der Mauer gedeiht ein Paralleluniversum voller Künstler, Hausbesetzer, Kneipenbesitzer, Kneipenbesucher, Hunde und Punks. Bier, Standpunkte, Reden, Verräterschweine †” alles ist da. Nur eins fehlt: jemand, der alles mal richtig durchdenkt †” Frank Lehmann aus Bremen. Nachdem seine WG dort vom Gesundheitsamt geschlossen wurde, das Zimmer bei seinen Eltern zum Fernseherreparieren benötigt wird und er nach kühnem Ausbruch aus dem Wehrdienst noch keinen Plan hat, fährt er erst mal nach Berlin †” zu seinem großen Bruder Manni, der dort als Künstler lebt und eine große Nummer ist. Dachte er. Doch Manni ist weg. Weder sein Vermieter Erwin Kächele noch dessen Nichte Chrissie oder sein Mitbewohner Karl haben eine Ahnung, wo Manni steckt. Außerdem nennen sie ihn nicht Manni, sondern Freddie. Und haben sofort eine konkrete Idee davon, was Frank zu tun hat: Anstelle seines Bruders an einem kurzfristig anberaumten Krisenplenum teilnehmen.
Damit beginnt eine lange Nacht, in der Frank Lehmann lernt, dass in einer Welt, in der alle Künstler sein wollen, nichts notwendigerweise das ist, als das es erscheint, und in der er mehr über seinen Bruder erfährt, als er wissen will, aber nie das, wonach er fragt.
Und mit einer Nacht ist es nicht getan, denn wie sagt Karl, der Typ, den Frank auf Anhieb nicht mag und der sein bester Freund werden wird: „Das ist wie in der Geisterbahn. Jetzt sind alle eingestiegen, und der Bügel geht runter, und dann müssen das auch alle bis zu Ende mitmachen …“

Platz 5 : Die Tore der Welt von Ken Follett

Die Tore der WeltKurzbeschreibung
England im Jahre 1327. Es ist der Tag nach Allerheiligen. In der Stadt Kingsbridge trifft sich im Schatten der Kathedrale das Volk. Vier Kinder flüchten vor dem Trubel in den nahe gelegenen Wald. Dort werden sie Zeugen eines Kampfes – und eines tödlichen Geheimnisses. Merthin, ein Nachfahre von Jack Builder, dem Erbauer der Kathedrale, hat dessen Genie und rebellische Natur geerbt. Sein starker Bruder Ralph strebt den Aufstieg in die Ritterschaft an. Caris, Tochter eines Wollhändlers, hat den Traum, Arzt zu werden. Gwenda, Kind eines Taglöhners, will nur ihrer Liebe folgen. Und da ist noch Godwyn, Caris†™ Vetter, ein junger Mönch, der entschlossen ist, Prior von Kingsbridge zu werden. Koste es, was es wolle. Ehrgeiz und Liebe, Stolz und Rache werden den Weg dieser Menschen bestimmen. Pest und Krieg werden ihnen das Liebste nehmen, was sie besitzen. Glück und Unglück werden sie begleiten Doch sie werden die Hoffnung niemals aufgeben. Und immer wird der Schwur sie verfolgen, den sie an jenem schicksalhaften Tage leisteten. -> mehr Infos zu dem Buch

Platz 6 : Die Tochter der Wanderhure von Iny Lorentz

Kurzbeschreibung
Mehr als zwölf Jahre sind vergangen, seit Marie ihre letzten Abenteuer bestehen musste. Glücklich und zufrieden lebt sie mit ihrem Mann auf Burg Kibitzstein – bis ihr Gönner, der Würzburger Fürstbischof, stirbt: Seinem Nachfolger sind die beiden ein Dorn im Auge. Trudi, die älteste Tochter von Marie und Michel, ist der ganze Stolz ihrer Eltern und träumt von der großen Liebe. Auf der Hochzeit von Trudis Freundin geschieht das Entsetzliche: Michel wird ermordet! Marie und Trudi verdächtigen sofort den Söldnerführer Peter von Eichenloh, mit dem Trudi heftig aneinandergeraten ist. Diesem gelingt es jedoch, sich von der Tat reinzuwaschen. Maries Lage wird nach dem Tod ihres geliebten Mannes immer schwieriger, denn niemand traut ihr zu, Kibitzstein erhalten zu können, und diejenigen, die sie bisher für Freunde hielt, erweisen sich nun als habgierige Neider. Allein König Friedrich könnte noch helfen, und so macht sich Trudi heimlich auf den Weg, um seine Unterstützung zu erbitten – ausgerechnet mit Hilfe des Mannes, den sie für den Mörder ihres Vaters hält …

Platz 7 : Die souveräne Leserin von Alan Bennett

Kurzbeschreibung
Wer hätte gedacht, dass eine Liebeserklärung an die Queen und die Literatur so gut zusammenpassen? Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma’am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus – und kommt auf den Geschmack.
Die Auswirkungen der majestätischen Leselust sind unvorhersehbar, die Grundfeste des Buckingham Palace werden jedenfalls gehörig durcheinander gewirbelt und für den Leser bleibt kein Auge trocken. -> Leseprobe beim Wagenbach Verlag

Platz 8 : Bis(s) zur Mittagsstunde von Stephenie Meyer

Kurzbeschreibung
Für immer mit Edward zusammen zu sein †“ Bellas Traum scheint wahr geworden! Kurz nach ihrem 18. Geburtstag findet er jedoch ein jähes Ende, als ein kleiner, aber blutiger Zwischenfall ihr fast zum Verhängnis wird. Edward hat keine andere Wahl: Er muss sie verlassen. Für immer. Bella zerbricht beinahe daran, einzig die Freundschaft zu Jacob gibt ihr die Kraft weiterzuleben. Da erfährt Bella, dass Edward in höchster Gefahr schwebt. Und sein Schicksal liegt in ihren Händen. Sie muss zu ihm, rechtzeitig, bis zur Mittagsstunde ….

Platz 9 : Der Turm von Uwe Tellkamp

Kurzbeschreibung
Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze – oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.

Platz 10 : Schweigeminute von Siegfried Lenz

ScheigeminuteKurzbeschreibung
Stella Petersen war zweifellos eine der beliebtesten Lehrerinnen am Lessing-Gymnasium. Ihre Lebensfreude, ihre Intelligenz und Belesenheit verschafften ihr die Anerkennung und den natürlichen Respekt des Kollegiums wie den ihrer Schüler. Und gewiss führte die Liebe zu ihrem Schüler Christian, die über das ungleiche Paar am Ende der Sommerferien hereinbrach, zu jener Verwirrung der Gefühle deren Intensität und Kraft beide überwältigt. Siegfried Lenz hat eine großartige Novelle geschrieben über die Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, eine Geschichte, in der unbeschreibliches Glück neben tief empfundener Trauer steht. -> kurze Leseprobe

Quelle: Spiegel Online

Deutscher Jugendliteraturpreis 2008 – ausgezeichnete Jugendliteratur

Gestern wurde auf der Frankfurter Buchmesse der Deutsche Jugendliteraturpreis vergeben. Den mit 10000 Euro dotierten Sonderpreis bekam die Übersetzerin Gabriele Haefs. Die restlichen 40000 Euro wurden in fünf Sparten mit jeweils 8000 Euro verteilt.

Bilderbuch:
Die neu illustrierte Fassung von Grimms Märchen „Hänsel und Gretel“ von Susanne Janssen wurde von der Kritikerjury als bestes Bilderbuch ausgezeichnet.

Kurzbeschreibung
Susanne Janssen zählt zu renommierten Illustratorinnen nicht nur der deutschen Kinderbuchlandschaft, sie hat für ihre Bilder zu Geschichten u.a. von Italo Calvino, Amado und Jutta Richter zahlreiche Preise erhalten. Wie schon einmal hat sie sich nun einem Text der Gebrüder Grimm zugewandt: „Hänsel und Gretel“. Und wieder wird sie, wie schon bei ihrer Interpretation von „Rotkäppchen“, provozieren, mit „ihren fantastischen, surrealen Illustrationen, die“, so der Pressedienst des Goethe-Instituts, „den Betrachter mit der Bedrohung und dem Ernst der Geschichten konfrontieren.“ „Meine Bücher“, so Susanne Janssen, „sind für jedes Alter. Oft erscheinen sie manchen Erwachsenen als zu schwierig und vielleicht auch düster und unheimlich für Kinder … Der Meinung bin ich ganz und gar nicht. Müssen wir noch darüber reden, dass Kinder unbefangener, unbelasteter in die Welt der Bücher eintreten … Müssen wir wiederholen, dass ein Bild betrachten und damit die Möglichkeit, ein eigenes Tempo zu wählen und nicht wie beim Fernsehen überwältigt zu werden, auch heißt, es verarbeiten zu können, verstehen zu lernen? In Kinderbildern finden wir genau das, was in Buchillustrationen als zu schwierig für Kinder empfunden wird: Ernsthaftigkeit, Expressivität, sogar Grausamkeit.“

Kinderbuch:
Paula Fox und ihre Übersetzerin Brigitte Jakobeit erhielten den Preis für das beste Kinderbuch für „Ein Bild von Ivan“.

Kurzbeschreibung
Ivan ist ein einsames Kind: Sein Vater ist meist verreist, seine Mutter seit vielen Jahren tot. Einzig die haitianische Haushälterin Giselle kümmert sich liebevoll um ihn. Das ändert sich, als sein Vater beschließt, ein Portrait von Ivan anfertigen zu lassen: In dem jungen Maler Matt und der eigens für ihn engagierten Vorleserin Miss Manderby findet er neue Freunde. Matt begegnet ihm offen und zeigt dem Jungen eine ganz neue Welt, die sich von der eines wohlbehüteten Sprosses aus guten Kreisen gänzlich unterscheidet. Ivan darf Matt und Miss Manderley auf eine Reise nach Kalifornien begleiten – ein Ausbruch aus dem goldenen Käfig seiner Kindheit. Matt hilft Ivan das Rätsel um den Tod seiner Mutter zu lösen und baut damit eine neue Brücke zwischen Vater und Sohn. Als am Ende Ivans Portrait vollendet ist, sieht er sich zum ersten Mal selbst: Genau so, wie er ist.

Jugendbuch:
Sieger in der Sparte Jugendbuch wurde „was wäre wenn“ von Meg Rosoff, ebenfalls übersetzt von Brigitte Jakobeit.

Kurzbeschreibung
Als David Case seinen kleinen Bruder eines Tages nur knapp vor einem Sturz aus dem Fenster bewahrt, wird ihm schlagartig bewusst: Uns trennt oft nur ein Wimpernschlag von der Katastrophe. Und er ist sich sicher: das Schicksal wird wieder zuschlagen. Also versucht er, sich vor ihm zu verstecken: er ändert seinen Namen in Justin Case, trägt die seltsame Mode, die das seltsame Mädchen Agnes ihm aussucht und beginnt zu laufen, immer schneller, immer länger – wobei er nie seinen Windhund Boy einholen wird, der nur in seinem Kopf existiert und den außer ihm nur sein Freund Peter sieht. Als er sicherheitshalber auch noch sein Zuhause verlässt und die Freundschaft zu Agnes immer komplizierter wird, wächst ihm die eigene Verwirrung zunehmend über den Kopf. Aber obwohl ihn das Schicksal natürlich keinen Moment aus dem Blick verliert, lässt er sich von ihm nicht unterkriegen…

Sachbuch:
Als Sachbuch ausgezeichnet wurde „Der Kick. Ein Lehrstück über Gewalt“ des Dokumentarfilmers Andreas Veiel.

Kurzbeschreibung
Das Opfer. Die Täter. Das Dorf. Unser Land.
Marinus Schöberl war 16 Jahre alt, als er von drei Kumpels gefoltert und durch einen „Bordsteinkick“ zu Tode getreten wurde. Nachbarn hatten die Misshandlungen mit angesehen und über Monate geschwiegen. Dieser grausame Mord und seine furchtbaren Begleiterscheinungen rückten das uckermärkische Dorf Potzlow in die Schlagzeilen der internationalen Presse. In den Medien stand er sinnbildlich für rechtsradikale Gewalt und eine verrohte Gesellschaft in den fünf neuen Bundesländern. Der Regisseur und Psychologe Andres Veiel wollte sich mit einfachen, raschen Antworten nicht begnügen. Viele Monate hat er in Potzlow und Umgebung recherchiert, hat Interviews mit den Tätern geführt, mit ihren Angehörigen und Bekannten gesprochen. Er zeichnet ein komplexes Bild von weit zurückreichenden Traumata und Gewalt, die bis heute unter einer dünnen Schicht von Bürgerlichkeit und Zivilisation in unserem Land virulent sind. „Mein Bruder fing dann an zu schreien: – Scheiße, wir haben einen umgebracht. – Er sprach auch davon, dass wir ihn verbuddeln müssen. Am Ausgang in Richtung Jauchegrube rechts stand ein Schaufelblatt ohne Stiel.“ MARCEL SCHÖNFELD, WEGEN MORDES VERURTEILT „Bedrückt war er, aber wir wussten nicht, woran das liegt. Wir sind zur Schule hin, haben gesagt, hier stimmt irgendwas nicht, und die haben immer gesagt, es ist alles in Ordnung. Wir haben ihn gefragt, was ist denn los? Er hat sich nicht geäußert, nie. Das war wie ’ne Wand.“ JUTTA SCHÖNFELD, MUTTER DES TÄTERS „Einmal Mörder, immer Mörder. Ich habe Hass, Wut und Verachtung für diese Bestien. Die verdienen kein anderes Wort. Die haben genau gewusst, was sie taten in ihrer Kaltblütigkeit.“ BIRGIT SCHÖBERL , MUTTER DES OPFERS
Eine beklemmende Fallstudie über eine entwurzelte Jugend, Rechtsradikalismus, deutsche Traumata und Gewalttraditionen. Das Buch geht in seiner Recherche und Analyse weit hinaus über das erfolgreiche Theaterstück und den von der Presse gefeierten Film. Inszenierungen an Theatern u.a. in Berlin, Bochum, Dresden, Hamburg, Köln, Leipzig, Moers, München und Oberhausen.

Preis der Jugendjury:
Die französische Autorin Marie-Aude Murail und ihr Übersetzer Tobias Scheffel bekamen für „Simpel“ den Preis der Jugendjury zugesprochen.

Kurzbeschreibung
Simpel spielt gern mit Playmobil. Er sagt: „Hier sind alle total blöd“, wenn hier alle total blöd sind, und er kann total schnell zählen: 7, 9, 12, B, tausend, hundert. Simpel ist zweiundzwanzig Jahre alt, doch mental ist er auf der Stufe eines dreijährigen Kindes. Gut, dass sich sein siebzehnjähriger Bruder um ihn kümmert. Doch Simpel zu betreuen ist alles andere als simpel. Und als die beiden Brüder in eine Studenten-WG ziehen, da wird es erst recht kompliziert. Doch nach anfänglichem Misstrauen können die Mitbewohner gar nicht anders, als Simpel ins Herz zu schließen!

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Neues ARG: RVL – Roderick van Larven und der Killer Club von Droemer Knaur

Hier nun die Auflösung:
RVL steht für Roderick van Larven und seinen Killer Club von Droemer Knaur. Gesucht werden Krimi-Autoren, die sich diesem Profi-Killer-Team anschließen und ihre mörderische Kreativität mittels nicht brutalen, aber besonders kreativen Mordkonzepten unter Beweis stellen. Bewerben kann sich jeder und eine exclusive Mitgliedschaft im Killer Club beantragen. Die fünf besten Mordkonzepte in der „Galerie der Morde“ dürfen sich über ein Krimi-Abo aus dem Droemer Knaur Verlag freuen. Ein Jahr lang bekommt der Gewinner den aktuellen Krimi des Monats zugeschickt.

Die Gesprächsnotiz mit der versteckten Adresse TINYURL.COM/WEITER brachte die Ermittler vom ARG des geheimnisvollen RVL also innerhalb kürzester Zeit auf diese Seite: www.roderick-van-larven.de/
Daniel von Literatina meinte ein virtuelles Raunen im Forum vernommen zu haben, alle „Ermittler“ waren in voller Fahrt, haben auf neue Hinweise gewartet…und dann ist alles binnen weniger Minuten „verpufft“.

Um 0.51 Uhr meldete sich dann Roderick van Larven mit folgender Mail bei allen Beteiligten:

Sehr geehrte Frau xxx,

es ist wirklich faszinierend, wie schnell Sie gemeinschaftlich den Weg zu mir gefunden haben – viel schneller, als ich es je angenommen hatte. Für die vielen Mühen, die Sie auf diesem Weg vorgefunden und auf sich genommen haben, möchte ich mich an dieser Stelle bedanken.

Mir ist bewusst, dass es auch jetzt, nachdem Sie mein Geheimnis gelüftet haben, weitere Fragen zu mir und meinem Killerclub gibt. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und Ihnen einen Vorschlag unterbreiten, wie wir gemeinsam die noch offenen Fragen klären können. Dies können wir entweder über das Forum machen oder auch in einem direkten Gespräch, in dem von Ihnen vorgeschlagenen Chat-System. Lassen Sie mich bitte wissen, für welche Möglichkeit Sie sich entscheiden und welche Uhrzeit am morgigen Nachmittag, Donnerstag 16.10.2008, Ihnen dafür am geeignetsten erscheint. Ich werde Ihren und die anderen Vorschläge bis morgen Mittag zusammenfassen und dann Bescheid geben, mit welcher der beiden Möglichkeiten wir morgen in Kontakt treten werden.

Hochachtungsvoll,
Roderick van Larven

Eines muss man Roderick van Larven lassen, seine perfiden Mordgedanken geben uns zwar allen Grund zur Sorge im Hinblick auf seine geistige Verfassung, aber höflich war er immer.

So kam es dann gestern, ab 17 Uhr, zu einer Aussprache, na ja nicht wirklich, aber zumindest wurden im Forum bei Literatina ein paar Fragen geklärt. Roderick van Larven postete dann persönlich dieses, meiner Meinung nach vorbereitete, Statement:

Verehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich mich auch an dieser Stelle noch einmal bei Ihnen allen für die Mühen bedanken, die Sie in den letzten Tagen auf sich genommen haben, um den Weg zu mir zu finden. Ich freue mich zudem sehr, daß ich heute hier die Möglichkeit erhalte, mich mit Ihnen gemeinsam über noch offene Fragen zu besprechen.

Zwar haben Sie bereits die Aufgaben gelöst, mit denen Sie zu mir gefunden haben, aber nun beginnt ein weitaus größerer Teil für mich und vielleicht auch für Sie, denn ich bin schon sehr gespannt, wer den von mir ausgerufenen Wettbewerb für sich entscheiden kann.

Sicherlich haben Sie inzwischen auch herausgefunden, warum ich Sie nur aus Portugal heraus kontaktieren konnte. Aber ich kann sie beruhigen, es sind für die nächsten Tage erst einmal keine weiteren Päckchen von mir geplant.

Warum ich gerade diese Beweismittel ausgesucht habe? Auch hierfür haben sie sicherlich bereits Hinweise auf meiner Seite gefunden. Jedes dieser Beweismittel ist ein Zitat eines bekannten Tötungsdelikts aus einem Film oder der Literatur, so wie es ja auch von einigen von Ihnen vermutet und auch erraten wurde.

Hochachtungsvoll,
Roderick van Larven

Schließlich meldete sich auch noch das RVL-Team zu Wort. Wer genau zu diesem Team gehört, kann nur vermutet werden. Zumindest hat sich das Team nicht zu erkennen gegeben.  Im Killer Club, als Profi-Killer, agieren auf jeden Fall die Autoren und Autorinnen:

Annette Beaufort, Thomas Kastura, Nicole Drawer, Stefanie Baumm, Markus Stromiedel, Simone Buchholz, Andreas Franz, Michael Böckler und natürlich, last not least, Sebastian Fitzek.

Dass Sebastian Fitzek hinter der ganzen Aktion steckt, wurde ja anfangs schon vermutet. Im November letzten Jahres startete der Verlag Droemer Knaur dieses Gemeinschaftsprojekt, an dem die 10 Krimi-Autoren Teile der vorgegeben Rahmenhandlung beisteuern. Diese Rahmenhandlung wurde von Sebastian Fitzek erdacht, der zur Einführung auch den Prolog beisteuerte. Alle Beiträge des Killer Clubs werden von Matti Klemm gelesen, sind mit Musik und Soundeffekten unterlegt und können kostenlos als MP3-Dateien heruntergeladen werden.

Und hier das Statement des RVL-Teams:

RVL-Team: aber aus dem Wettbewerb, der zunächst nur als Podcast existierte ist die Idee entstanden, diesen Wettbewerb auch für andere zu öffnen. Sicher hat der eine oder andere schon einmal mit dem Gedanken gespielt, selbst eine Krimi-Geschichte „zu spinnen“ und anschließen zu Blatt zu bringen. Und häufig genug hat man diese Idee dann unter vielen anderen Blättern in einer Schublade verschwinden lassen, was eigentlich schade ist. Deshalb entwickelten wir gemeinsam die Idee weiter bis zu dem, was es jetzt ist. Von der Idee und den ersten Planungen Anfang des Jahres, war es also auch für uns ein kleines Stück Weg.

Wir ausgewählten „Ermittler“ dieses ARG waren uns einig: Die Aktion hat uns eine spannende Zeit beschert.

Ich kann nur allen, die sich zu Krimi-Autoren berufen fühlen, raten, mitzumachen. Dabei kann man nur gewinnen. Ich persönlich würde mir Roderick van Larven als Opfer aussuchen und ihn vielleicht mit einem Gegenstand aus seiner Todessammlung umbringen.

Vielleicht würde ich ihn mit dem Messer erstechen oder mit der Zunge ersticken, die 1 Milliarde an mich bringen, ihn über Board werfen und dann mit seiner Yacht, auf die er uns nicht einladen wollte, von der portugiesischen Küste in die Südsee schippern. Ach ja, und die Profi-Krimi-Autoren müssten auch dran glauben, schließlich sind sie für eine schlaflose Nacht verantwortlich.

Geht doch – also, nur Mut! 😉

Die Seite ist übrgens äußerst zu empfehlen, nicht nur für potentielle Krimiautoren und Autorinnen, sondern vor allem für jene, die sich gerne Krimis anhören!

Neues ARG: Eine geheimnisvolle Gesprächsnotiz von RVL

Gestern Abend warteten alle Beteiligten des ARG gespannt im Forum bei Literatina, dort liefen alle Fäden zusammen, auf neue Hinweise und Informationen von unserem Freund und Förderer RVL. Dann, um 21.55 Uhr, kam endlich die ersehnte Nachricht in Form einer Gesprächsnotiz:

Nun, versucht euer Glück und testet euren Verstand. Allerdings wird es schwer sein das Ermittler-Team zu schlagen. Circa 10 Minuten nach Bekanntgabe war die Information geknackt und ja, letztendlich auch das ARG vorbei. Überrascht und verwundert blieben wir zurück. Aber seht selbst wohin euch die Lösung führt. 😉

Buchmesse im Zeichen der Digitalisierung: Sony präsentiert E-Book Reader

Sony präsentiert Geschäftsmodell für den Reader

Sony Deutschland hat heute auf der Buchmesse die Content- und Vertriebsstrategie für seinen Reader auf dem Deutschen Markt vorgestellt. Dabei wurde bekannt, dass Sony Deutschland den Reader (PRS-505) in Kooperation mit der Buchhandelsgruppe Thalia und dem Buchgroßhändler Libri im Frühjahr 2009 auf dem deutschen Markt einführt.

Demnach wird Thalia den Reader ab Frühjahr 2009 bundesweit in seinen Buchhandlungen anbieten. Libri wird den Vertrieb der Lesegeräte und der E-Books an den Buchhandel übernehmen.

Buchhändler haben künftig die Möglichkeit, den PRS-505 von Libri zu beziehen und im eigenen Geschäft zu verkaufen. Zudem will Libri in Zusammenarbeit mit Verlagen auf der Plattform „Libri.Digital†œ jedem Online-Shop E-Books im EPUB-Format anbieten. Diese können auf Wunsch der Verlage auch mit einem Kopierschutz (DRM) versehen werden.

In 170 Thalia-Filialen soll der Reader an hochfrequentierter Stelle in einem speziell entwickelten Verkaufsdisplay präsentiert werden. Kunden können den Reader in den Thalia-Buchhandlungen ausprobieren und sich von beraten lassen. Auf der Webseite www.thalia.de wird Thalia den entsprechenden Content in Form von E-Books anbieten.

Quelle: Börsenblatt