Am 20. Oktober erschien die erste Ausgabe von Missy Magazine. Missy ist eine neue feministische Frauenzeitschrift zwischen Brigitte und Emma. Die drei Macherinnen Sonja Eismann, Stefanie Lohaus und Chris Köver gewannen im Februar 2008 den mit 25.000 Euro dotierten Hobnox Evolution Contest und somit ihr Startkapital für die erste Ausgabe. Sie setzten sich gegen 1.300 MitbewerberInnen durch.
Sie wollen über Frauen, die Musik machen, Filme drehen, die Welt retten oder auf andere Arten fantastisch sind, über coole Frauen also, über Popkultur, Politik und Style berichten. Dabei will Missy auf die 10.000. Anleitung zur richtigen Diät, dem richtigen Look oder dem richtigen Leben verzichten. Es soll ehrlich über Sex – über homo- und heterosexuellen, heißen, langweiligen oder auch nicht vorhandenen geredet werden, über Klamotten für Frauen, die nicht den gängigen Schönheitsnormen entsprechen. Handarbeit und Kochen sollen einen radikalen Anstrich bekommen. DJs erklären, wie man Platten ineinander mixt, Mechanikerinnen, wie man seinen Keilriemen austauscht und Rechtsanwältinnen, wie man sich von niemandem mehr abzocken lässt.
Ab Oktober 2008 ist das Missy Magazine in allen Bahnhofs- und Flughafen-Handlungen im Bundesgebiet (für 4,50 Euro), der Schweiz, Österreich und Luxemburg sowie in gut sortierten Verkaufsstellen größerer Städte erhältlich.
INHALT – Missy 01/08
DAS MISSY EDITORIAL
FEATURES
DAS MONSTER BIN JETZT ICH †“ Anja Plaschg aka Soap&Skin gilt als neues Wunderkind des österreichischen Pop. Mit uns sprach sie über ihre Jugend auf dem Land, ihre Arbeitsweise und die Gründe, warum man auf alle Erwartungen pfeifen sollte.
IM AUGE DER BETRACHTERIN †“ Die deutsche Fotografin Birgit Wudtke porträtiert Künstlerinnen in ungewöhnlichen Posen. Eine Werkschau.
SCHLAU ANGEZOGEN †“ Diese Frauen wissen Bescheid über Computer, Musik und Wissenschaft und sehen dabei irgendwie super aus. Die besten Streberinnen-Outfits für diesen Herbst.
DREI VON VIER †“ In Burkina Faso werden immer noch jährlich Tausende Mädchen verstümmelt. Lokale Frauenorganisationen kämpfen mit Aufklärung gegen die Praxis †“ und haben damit erste Erfolge.
AM START
ROLLE VORWÄRTS. Caroline Peters über naive Frauenfiguren und ihren Part als Claire in Jean Genets »Die Zofen«
DAS ANDERE GESCHLECHT. We heart Dietmar Dath
LIEBLINGSSTREBERINNEN. Paris Geller aus »Gilmore Girls«
FEMINISMUS-SAMMELKARTE. VALIE EXPORT
WAS HAST DU DIR DABEI GEDACHT? Bernadette La Hengst über ihren Song »Das Echo deiner Eltern«
HÖLLISCH GESTÖCKELT. Sonja Eismanns Mama über die Grausamkeit von Stöckelschuhen
ELECTRIC LADYLAND. Neues aus dem World Wide Web
YO MAJESTY haben keine Angst. vor dem HipHop-Patriarchat
BESTANDSAUFNAHME. Wann hast du dich das letzte Mal aufgrund deines Geschlechts benachteiligt gefühlt?
MACH ES SELBST
EINS, ZWEI, DREI. Wie mischt man zwei Platten ineinander?
ELTERN-ABC. A wie Abstillen von Christiane Rösinger
DEN FINGER IN DER NASE LASSEN. Die Künstlerin Nina Braun über selbst gehäkelte Skulpturen und Frauen in der Skateboard-Szene
BASTELN. How To Knit Your Own Tierchen
REISEFÜHRERIN WIEN. DJ Electric Indigo verrät, wo man am besten tanzen, einkaufen und knutschen kann
TV DINNER. Birnen-Polenta-Tarte aus »The L Word«
SEX
AUA ODER OAAAHHHH? Kamasutra-Positionen im Test
DER RICHTIGE. Unsere Autorin kauft sich einen Vibrator
UNTENRUM. Neues aus der Intimzone
STYLE
STYLE NEID. Nic Koskowski zeigt, was sie anhat
BEAUTY-TIPP. Wie klebe ich mir einen Bart?
KAUFRAUSCH. Superschicke Klamotten aus dem Supermarkt
GRÜN, GRÜN, GRÜN SIND ALLE MEINE KLEIDER. Designerin Andrea Imgenberg verkauft korrekte Mode
POLITIK
»ICH MUSS MIR EINEN VORNAMEN MACHEN«. Nayla Tueni erbte mit 23 Jahren den liberalsten Zeitungsverlag der arabischen Welt
SPIELEN LERNEN. Was mache ich, wenn ich unterbrochen werde?
WAS SIE SCHON IMMER TUN WOLLTE. Zelda Sayre Fitzgerald, das It-Girl der Zwanziger
NACHRICHTEN AbtreibungsgegnerInnen beten für das Leben, Deutschland blockiert EU-Richtlinie gegen Diskriminierung und mehr
EDUTAINMENT
MUSIK mit Barbara Morgenstern, Grace Jones und Dinky
FILM. Lornas Schweigen und mehr
LITERATUR. Martha Cooper, Madonna und neue Fanzines
KUNST. Die Ausstellung »Female Trouble«, die südafrikanische Writerin Faith47 und mehr
COMIC. Fernandas Fabulous Life
In der Süddeutsche Zeitung ist ein ausführlicher Artikel zur Erstausgabe erschienen. Fazit:
„Bei aller Kritik an der ersten Ausgabe: Missy ist ein Magazin, das es schon längst hätte geben müssen.“ Nachzulesen unter dem Titel: Neues Magazin: „Missy“ Männer müssen draußen bleiben.
Kurzbeschreibung
Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze – oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen entwirft Uwe Tellkamp ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben, der den Turm mit sich reißen wird.
Uwe Tellkamp hat den Deutschen Buchpreis 2008 für seinen Roman Der Turm erhalten. Mehr Infos dazu siehe hier.
Kurzbeschreibung
Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Sie wartet auf den Besuch ihrer geschiedenen Eltern, in der irren Hoffnung, die beiden könnten sich am Krankenbett der Tochter endlich versöhnen. Unterdessen nimmt sie jene Bereiche ihres Körpers unter die Lupe, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten, und lässt Krankenpfleger Robin die Stellen fotografieren, die sich ihrem neugierigen Blick entziehen. Nebenher pflegt sie ihre Sammlung von Avocadokernen, die ihr auch in sexueller Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Selbst wenn Helens Besessenheit eine Notoperation nötig werden lässt – ihr ungestümer Witz und ihre Wahrhaftigkeit machen sie zu einer Sensation nicht nur auf der Station des Krankenhauses. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen. »Feuchtgebiete« ist eine Exkursion zu den letzten Tabus der Gegenwart. Mutig, radikal und provokant rebelliert Charlotte Roches Roman gegen Hygienehysterie und die sterile Ästhetik der Frauenzeitschriften, gegen den standardisierten Umgang mit dem weiblichen Körper und seiner Sexualität – und erzählt dabei die wunderbar wilde Geschichte einer ebenso genusssüchtigen wie verletzlichen Heldin. -> hier steht was Denis Scheck von dem Buch hält
Kurzbeschreibung
Geschafft! Den Antrag nimmt sie an, die Pille setzt sie ab. Rosas vierzigster Geburtstag soll ihr Hochzeitstag werden. Happy End, endlich. Gäbe es da nicht … … die beste Freundin. Betrügt ihren Mann seit anderthalb Jahren aus Überzeugung. … die Cousine. Übergibt sich während einer Beerdigung, ist im sechsten Monat schwanger, weiß aber nicht genau, von wem. … den Schulfreund. Will unbedingt Vater werden, ist schwul, hat sich aber trotzdem schon mal beim Geburtsvorbereitungskurs angemeldet. … und, und, und! Rosa muss plötzlich den Klassiker unter allen Fragen beantworten: Was willst Du eigentlich?
Kurzbeschreibung
„Aber woran erkennt man den Mann oder die Frau seines Lebens?“, fragte Brida. „Du musst etwas riskieren“, war die Antwort. „Dabei wirst du oft scheitern, du wirst enttäuscht werden, desillusioniert. Aber wenn du nie aufhörst, nach deiner Liebe zu suchen, wirst du sie am Ende finden.“ Eine bewegende Geschichte über Liebe, Mut und eine spirituelle Form der Erotik.
Kurzbeschreibung
Wer hätte gedacht, dass eine Liebeserklärung an die Queen und die Literatur so gut zusammenpassen? Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma’am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus – und kommt auf den Geschmack.
Die Auswirkungen der majestätischen Leselust sind unvorhersehbar, die Grundfeste des Buckingham Palace werden jedenfalls gehörig durcheinander gewirbelt und für den Leser bleibt kein Auge trocken. -> Leseprobe beim Wagenbach Verlag
Kurzbeschreibung
England im Jahre 1327. Es ist der Tag nach Allerheiligen. In der Stadt Kingsbridge trifft sich im Schatten der Kathedrale das Volk. Vier Kinder flüchten vor dem Trubel in den nahe gelegenen Wald. Dort werden sie Zeugen eines Kampfes – und eines tödlichen Geheimnisses. Merthin, ein Nachfahre von Jack Builder, dem Erbauer der Kathedrale, hat dessen Genie und rebellische Natur geerbt. Sein starker Bruder Ralph strebt den Aufstieg in die Ritterschaft an. Caris, Tochter eines Wollhändlers, hat den Traum, Arzt zu werden. Gwenda, Kind eines Taglöhners, will nur ihrer Liebe folgen. Und da ist noch Godwyn, Caris†™ Vetter, ein junger Mönch, der entschlossen ist, Prior von Kingsbridge zu werden. Koste es, was es wolle. Ehrgeiz und Liebe, Stolz und Rache werden den Weg dieser Menschen bestimmen. Pest und Krieg werden ihnen das Liebste nehmen, was sie besitzen. Glück und Unglück werden sie begleiten Doch sie werden die Hoffnung niemals aufgeben. Und immer wird der Schwur sie verfolgen, den sie an jenem schicksalhaften Tage leisteten. -> mehr Infos zu dem Buch
Kurzbeschreibung
Stella Petersen war zweifellos eine der beliebtesten Lehrerinnen am Lessing-Gymnasium. Ihre Lebensfreude, ihre Intelligenz und Belesenheit verschafften ihr die Anerkennung und den natürlichen Respekt des Kollegiums wie den ihrer Schüler. Und gewiss führte die Liebe zu ihrem Schüler Christian, die über das ungleiche Paar am Ende der Sommerferien hereinbrach, zu jener Verwirrung der Gefühle deren Intensität und Kraft beide überwältigt. Siegfried Lenz hat eine großartige Novelle geschrieben über die Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, eine Geschichte, in der unbeschreibliches Glück neben tief empfundener Trauer steht. -> kurze Leseprobe
Der lang erwartete Mittelteil der Lehmann-Trilogie von Sven Regener
„Neues Leben hin, neues Leben her, dachte Frank, es sollte nicht mit der Fahrt durch einen langen, dunklen Tunnel beginnen. Oder vielleicht doch, dachte er, als in der Ferne die hell strahlende Grenzkontrollstelle auftauchte wie ein frisch gelandetes Raumschiff. Oder vielleicht gerade doch.“
Berlin-Kreuzberg, November 1980: Im Schatten der Mauer gedeiht ein Paralleluniversum voller Künstler, Hausbesetzer, Kneipenbesitzer, Kneipenbesucher, Hunde und Punks. Bier, Standpunkte, Reden, Verräterschweine †” alles ist da. Nur eins fehlt: jemand, der alles mal richtig durchdenkt †” Frank Lehmann aus Bremen. Nachdem seine WG dort vom Gesundheitsamt geschlossen wurde, das Zimmer bei seinen Eltern zum Fernseherreparieren benötigt wird und er nach kühnem Ausbruch aus dem Wehrdienst noch keinen Plan hat, fährt er erst mal nach Berlin †” zu seinem großen Bruder Manni, der dort als Künstler lebt und eine große Nummer ist. Dachte er. Doch Manni ist weg. Weder sein Vermieter Erwin Kächele noch dessen Nichte Chrissie oder sein Mitbewohner Karl haben eine Ahnung, wo Manni steckt. Außerdem nennen sie ihn nicht Manni, sondern Freddie. Und haben sofort eine konkrete Idee davon, was Frank zu tun hat: Anstelle seines Bruders an einem kurzfristig anberaumten Krisenplenum teilnehmen.
Damit beginnt eine lange Nacht, in der Frank Lehmann lernt, dass in einer Welt, in der alle Künstler sein wollen, nichts notwendigerweise das ist, als das es erscheint, und in der er mehr über seinen Bruder erfährt, als er wissen will, aber nie das, wonach er fragt.
Und mit einer Nacht ist es nicht getan, denn wie sagt Karl, der Typ, den Frank auf Anhieb nicht mag und der sein bester Freund werden wird: „Das ist wie in der Geisterbahn. Jetzt sind alle eingestiegen, und der Bügel geht runter, und dann müssen das auch alle bis zu Ende mitmachen …“
Kurzbeschreibung
Mehr als zwölf Jahre sind vergangen, seit Marie ihre letzten Abenteuer bestehen musste. Glücklich und zufrieden lebt sie mit ihrem Mann auf Burg Kibitzstein – bis ihr Gönner, der Würzburger Fürstbischof, stirbt: Seinem Nachfolger sind die beiden ein Dorn im Auge. Trudi, die älteste Tochter von Marie und Michel, ist der ganze Stolz ihrer Eltern und träumt von der großen Liebe. Auf der Hochzeit von Trudis Freundin geschieht das Entsetzliche: Michel wird ermordet! Marie und Trudi verdächtigen sofort den Söldnerführer Peter von Eichenloh, mit dem Trudi heftig aneinandergeraten ist. Diesem gelingt es jedoch, sich von der Tat reinzuwaschen. Maries Lage wird nach dem Tod ihres geliebten Mannes immer schwieriger, denn niemand traut ihr zu, Kibitzstein erhalten zu können, und diejenigen, die sie bisher für Freunde hielt, erweisen sich nun als habgierige Neider. Allein König Friedrich könnte noch helfen, und so macht sich Trudi heimlich auf den Weg, um seine Unterstützung zu erbitten – ausgerechnet mit Hilfe des Mannes, den sie für den Mörder ihres Vaters hält …
Kurzbeschreibung
Für immer mit Edward zusammen zu sein †“ Bellas Traum scheint wahr geworden! Kurz nach ihrem 18. Geburtstag findet er jedoch ein jähes Ende, als ein kleiner, aber blutiger Zwischenfall ihr fast zum Verhängnis wird. Edward hat keine andere Wahl: Er muss sie verlassen. Für immer. Bella zerbricht beinahe daran, einzig die Freundschaft zu Jacob gibt ihr die Kraft weiterzuleben. Da erfährt Bella, dass Edward in höchster Gefahr schwebt. Und sein Schicksal liegt in ihren Händen. Sie muss zu ihm, rechtzeitig, bis zur Mittagsstunde ….
ZDF-Intendant Markus Schächter hat die Bitte nach einer Fortsetzung der Büchersendung „Lesen!“ im ZDF mit Elke Heidenreich, die zahlreiche Verleger in einem offenen Brief an das ZDF gerichtet hatten, zurückgewiesen.
Gestern haben sich die Verlage Goldmann, btb, Luchterhand, S. Fischer, Berlin-Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Arche/Atrium, Wagenbach, Eichborn Berlin, Arche Kalender Verlag, Dumont, Frankfurter Verlagsanstalt, Piper und die Verlagsgruppe Random House in einem offenen Brief, die Entscheidung Elke Heidenreich zu entlassen noch einmal zu überdenken, ans ZDF gewandt.
Hier der Brief im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Schächter,
sehr geehrter Herr Bellut,
sehr geehrte Mitarbeiter des ZDF
offensichtlich hat die Form der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Elke Heidenreich und dem ZDF bei Ihnen zu Unmut und Kränkungsgefühlen geführt. In dieser Situation bitten wir Sie aber nachdrücklich, Ihrer Verantwortung für den kulturellen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nachzukommen und Ihre Entscheidung zu revidieren.
Es gibt im deutschen Fernsehen wenige, die sich wie Elke Heidenreich für die Lese- und Buchkultur dieses Landes eingesetzt haben.
Elke Heidenreich hat sich mit grenzenloser Leidenschaft für literarische Werke oft noch unbekannter deutschsprachiger und ausländischer Autoren engagiert.
Sie hat die Diskussion über Bücher und Autoren in diesem Land durch die Sendung „LESEN†œ befeuert, und sie hat einem breiten Publikum auf einzigartige Weise die Literatur nahegebracht.
Wir bitten Sie: Stellen Sie gegenüber dieser Leistung Ihre Bedenken zurück und versuchen Sie, mit Elke Heidenreich zu einer Abmachung über die Fortsetzung ihrer Sendung zu kommen.
Georg Reuchlein (Goldmann, btb, Luchterhand), Antje Kunstmann, Jörg Bong (S. Fischer), Elisabeth Ruge (Berlin-Verlag), Helge Malchow (Kiepenheuer & Witsch), Nikolaus Hansen (Arche/Atrium), Susanne Schüssler (Wagenbach), Wolfgang Hörner (Eichborn Berlin), Elisabeth Raabe und Regina Vitali (Arche Kalender Verlag), Marcel Hartges (Dumont), Joachim Unseld (Frankfurter Verlagsanstalt), Wolfgang Ferchl (Piper), Sabine Dörlemann, Transit-Buchverlage, Klaus Eck (Verlagsgruppe Random House)
Die Antwort von ZDF-Intendant Markus Schächter ließ nicht lange auf sich warten:
„Die Trennung von Frau Heidenreich ist irreversibel. Die Verantwortung dafür trägt allein Frau Heidenreich, deren Verhalten gegenüber dem ZDF und seinen Mitarbeitern für das Unternehmen nicht mehr hinnehmbar war. Dabei geht es nicht um Unmut oder Kränkungsgefühle. Es geht darum, dass das ZDF durch die Vorwürfe und Behauptungen öffentlich herabgesetzt wurde und damit das für eine weitere Zusammenarbeit notwendige Vertrauensverhältnis zerstört ist.“
ZDF-Intendant Markus Schächter erklärte weiter, das ZDF werde mit Nachdruck ein Nachfolgeformat entwickeln und plane für das Jahr 2009 weiterhin sechs Sendungen. Schächter: „Literatur im ZDF findet in einem neuen Format statt. Dazu werden wir Gespräche mit Branchen-Vertretern, Autoren und Verlegern führen, die teilweise bereits anberaumt sind. Das ZDF sieht sich auch weiterhin in der Pflicht, einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der Lesekultur in Deutschland zu leisten. Am 5. Dezember etwa beschäftigt sich das Kulturmagazin „aspekte“ ausschließlich mit dem Thema Buch.“
Wirklich schade, denn hat Elke Heidenreich mit ihrer Kritik doch wirklich Recht. Kultur findet im Fernsehen doch fast ausschließlich auf Randplätzen statt. Seit das ZDF die Sendung „Lesen!“ vom Dienstag auf den Freitagabend verschoben hat, gingen die Quoten merklich zurück. Denis Schecks Literatursendung „Druckfrisch“ bei der ARD ist eigentlich ein Mitternachtstreff. Die Magazine „ttt – Titel, Thesen, Temperamente“ und „Aspekte“ laufen zu höchst unattraktiven Sendezeiten.
Bleibt ein wenig Hoffnung, dass dieser Missstand erkannt und geändert wird?
Wäre doch nur Marcel Reich-Ranicki Elke Heidenreich nicht so hinterhältig in den Rücken gefallen. Schließlich wollte sie ihn vor Gottschalks Spötteleien über den „Tod eines Kritikers“ doch nur beschützen. Alles vergeblich, der Kritiker ist alt und senil und lässt die Spötteleien grinsend über sich ergehen, und die Kritisierten sitzen am längeren Hebel.
Ein Musik-Stöckchen kam gestern von anne von The Island Weekly gefolgen. Sehr schön, irgendwie habe ich mich gefreut, dass ich mich auf die Musik meiner „Sturm- und Drangzeit“ stürzen durfte, nur, so einfach war das gar nicht. 1975 war ja die Zeit von Abba und Sweet und Lady Bump. Mit der Musik, die ich in den 70er gehört habe, können die meisten wahrscheinlich gar nichts anfangen, denke da an Gruppen wie Eloy, Renaissance, Epitaph, Novalis, Grobschnitt, etc. Also war es doch schwerer eine Auswahl zu treffen als ich zunächst dachte. Mein Ergebnis ist nun trotzdem wesentlich umfangreicher ausgefallen als geplant. Konzentriert habe ich mich auf Gruppen, die ich so um 1975 gehört, aber auch auf Konzerten, damals war es üblich kreuz und quer durchs Land zu trampen, gesehen habe.
Birth Control Gamma Ray
Birth Control ist eine deutsche Rockband, die maßgeblich den Krautrock beeinflusste.
Birth Control formierte sich Mitte 1968 in Berlin aus zwei Bands, den Earls und den Gents. Schon nach kurzer Zeit stiegen einige Musiker aus, und Schlagzeuger und Sänger Bernd Noske sowie Gitarrist und Hauptkomponist Bruno Frenzel kommen hinzu.
Die Musik von Birth Control ist kraftvoller, handgemachter Rock. Die Band fällt vor allem durch ihre Liveauftritte auf. Kennzeichnend sind lange Stücke und die Solo-Einlagen der einzelnen Instrumente, insbesondere Bernd Noskes Schlagzeug-Soli, in denen er auch häufig sein Schlagzeug stehen lässt, um auf anderen Dingen wie dem Keyboard oder der Beleuchtung herumzutrommeln.
Der Name ist das Resultat der Vorliebe der Mitglieder für den Radiosender AFN. Es war die Zeit der Antibabypille und der Abtreibungsdebatten. Papst Paul VI. hatte seine Encyclica humanae vitae kurz zuvor veröffentlicht. Und da ständig von Geburtenkontrolle geredet wurde und auf AFN eben auf Englisch, war der Name „Birth Control†œ geboren.
Manfred Man´s Earth Band – Solar Fire – Father of Day, Father of Night
Manfred Mann’s Earth Band ist eine britische Rockband um den südafrikanischen Keyboarder Manfred Mann. Nach großen Erfolgen mit seiner Band „Manfred Mann“ in den 1960er Jahren gründete Manfred Mann 1971 zusammen mit Colin Pattenden, Chris Slade und Mick Rogers seine Earth Band.
Das erste Album, das schlicht unter dem Titel Manfred Mann’s Earth Band erschien, zeigt noch deutliche Einflüsse aus Manns R&B-Zeit in den 60er Jahren. Der Stil ist am ehesten als Blues Rock zu beschreiben, allerdings finden sich deutliche Anleihen beim Jazz Rock (Miles Davis‘ Album In a Silent Way hatte 1969 für den Brückenschlag zwischen Jazz und Rock gesorgt), Rythm & Blues und experimenteller Musik. Die Songs sind zum Teil selbst geschrieben, zum Teil gecovert. Mit Please Mrs Henry findet sich auf dem Album auch das erste Bob Dylan-Cover der Earth Band, in spätere Konzert-Setlists sollte es aber nur Captain Bobby Stout schaffen, geschrieben von Lane Tietgen, der der Earth Band 1978 mit Marthas Madman einen jahrzehntelangen Konzert-Klassiker liefern sollte.
1972 folgt mit Glorified Magnified das zweite Album, das bereits deutlich mehr in Richtung des Stils weist, der für die Earth Band später markant werden sollte: Lange, rhythmisch ausgefeilte Instrumentalteile. Die Basis bilden überwiegend selbstgeschriebe Songs, die Mann zusammen mit Ko-Produzent Dave Hadfield komponierte. Außerdem findet sich auf dem Album eine Cover-Version des Dylan-Klassikers It’s All Over Now Baby Blue.
Im Folgejahr erschien mit Messin‘ ein Album, dass sich wieder zunehmend am Blues Rock orientierte. Den namensgebende Song hatte Mann noch vor Gründung der Earth Band zusammen mit Mike Hugg für deren damalige Band Chapter III geschrieben. Unüberhörbar sind aber auch die musikalischen Anleihen von den beiden Vorgängeralben.
Ebenfalls 1973 erscheint das vierte Album der Band, Solar Fire, mit dem die Band in eine neue musikalische Phase eintritt: Das Album stellt eine Rock-Adaption von Gustav Holsts Orchestersuite Die Planeten dar. Als Eröffnungsstück dient ein aufwändiges Arrangement des Stückes Father of Day, Father of Night von Bob Dylan. Die Musik ist am ehesten dem Progressive Rock zuzuordnen, die Einflüsse von Bands wie Emerson, Lake and Palmer und Yes sind unüberhörbar. Der Stil der Band hat sich entscheidend verändert. Signifikant sind nun lange, von Orgel, Mini Moog und E-Gitarre bestimmte Instrumentalteile. Das Markenzeichen der Earth Band wird ab diesem Zeitpunkt immer mehr, Kompositionen anderer Künstler zu covern und ihnen ihren eigenen unverwechselbaren Bandsound zu verleihen.
Golden Earring – Moontan -Â Radar Love
Golden Earring ist eine Rockband aus den Niederlanden, gegründet im Jahr 1961, und eine der am längsten bestehenden Rockbands der Welt.
1961 in Den Haag als „The Tornadoes†œ von George Kooymans (* 11. März 1948 in Den Haag) und Rinus Gerritsen (* 9. August 1946 in Den Haag), gerade 13 und 15 Jahre alt, gegründet, änderte man den Bandnamen im September 1962 wegen des Erfolgs der gleichnamigen englischen Band The Tornados. Nach einem Lied von Marlene Dietrich aus dem Jahre 1948 nannten sie sich zunächst „The Golden Earrings†œ, später vereinfacht „Golden Earring†œ.
Ihrer erste LP Just Earrings enthielt 1965 bereits den lokalen Hit Please Go der es als erster von 40 folgenden niederländischen Chartplatzierungen in Holland bis auf Platz 10 schaffte. 1967 stieß der Sänger, Gitarrist und Flötist Barry Hay (* 16. August 1948 in Indien) zu der Gruppe und 1970 wechselte Cesar Zuiderwijk (* 18. Juli 1948 in Den Haag), der Drummer und Percussionist von „Livin Blues†œ zu Golden Earring. In dieser, noch heute bestehenden Besetzung entstanden die meisten ihrer Hits.
Radar Love (1973) war eine ihrer ersten in den USA veröffentlichten Singles und wurde zum Welthit (US Platz 13, GB Platz 7, D Platz 5, E Platz 1). In dieser Zeit etablierte sich Golden Earring als begehrte Liveband, die mit ihrer extrovertierten Bühnenshow und knalligen, auf großen Effekt abzielenden Soli besonders in den Staaten beliebt war. Bereits 1969 war Golden Earring die erste große europäische Band, die eine große Tour durch die Vereinigten Staaten machte.
Wishbone Ash – Argus – The King Will Come
Wishbone Ash, auch bekannt als The Ash, ist eine englische Rockband, die 1969 aus der Band Tanglewood entstand.
Ursprünglich bestand die Band aus Martin Turner (Bass, Gesang), seinem Bruder Glen Turner (Gitarre, Gesang) und Steve Upton (Schlagzeug). Mit dem Ausscheiden Glens, und nachdem die Band erfolglos einen Keyboarder suchte, kamen die beiden Gitarristen Andy Powell und David A. „Ted“ Turner (nicht verwandt mit Martin) dazu. So wurde der unverwechselbare „dual lead-guitar sound†œ der Band nicht zuletzt deshalb geboren, weil man sich zwischen Ted und Andy nicht entscheiden konnte.
Kennzeichnend für Wishbone Ash ist ihr melodischer, gitarrenorientierter Rock, der charakteristisch von zwei unisono gespielten E-Gitarren dominiert wird. Der Gesangsstil ist dabei oft balladenhaft. Mittelalterliche Themen prägen besonders in der Frühphase die Musik der Band, wie z. B. bei Throw down the Sword, Warrior, The King Will Come. Der Stil der Band zeichnet sich auf den ersten Alben durch große Experimentierfreude aus: Harter Rock vermischt sich mit sanften Folk-Melodien oder mit Jamsession-artigen, weiträumigen Improvisationen mit fast jazzigem Einschlag. Spätere Alben orientieren sich dagegen stärker an konventionellem Heavy-Rock und geradlinigem Rock’n’Roll.
1970 spielte Wishbone Ash als Vorgruppe von Deep Purple und wurde dadurch schnell bekannt. Ihr Debüt-Album Wishbone Ash erschien Ende 1970. 1972 galt Wishbone Ash als die beliebteste britische Newcomer-Band. Ihr drittes Album Argus wurde in verschiedenen Medien zum „Album des Jahres†œ gekürt.
1974 – nach Live Dates – zog es Ted Turner nach Peru und er wurde ersetzt durch Laurie Wisefield, der die Band in gleicher Tradition bis zum Album Raw to the Bone (1985) entscheidend mitprägte. Laurie spielte seither bei Tina Turner, Roger Chapman, Joe Cocker, The Nokia Night of the Proms und aktuell im Queen-Musical We Will Rock You.
1988 gab es eine Reunion der Original-Band, die bis 1992 andauerte. Danach wechselte die Besetzung häufiger. Es ergaben sich dabei höchst interessante Konstellationen, die immer wieder für frischen Wind sorgten, nur Andy Powell gehört ohne Unterbrechung dazu. Seit einigen Jahren touren Andy Powell und Martin Turner mit einer eigenen Band, Martin Turner´s Wishbone Ash.
2007 wurde mit First Light die bei einer Auktion in London zufällig wieder aufgetauchte Erstfassung des Debüt-Albums Wishbone Ash veröffentlicht, das auch zwei bisher unveröffentlichte Songs sowie eine alternative Version von Alone des zweiten Albums enthält. Im gleichen Jahr erschien auch ein weiteres neues Studioalbum, The Power of Eternity.
Pink Floyd – Time -Â Dark Side of the Moon
Pink Floyd ist eine 1964 gegründete britische Rockband. Mit ihrer Musik und der klanglichen und visuellen Gestaltung ihrer Platten und Bühnenauftritte schuf sie, begleitet von großem kommerziellen Erfolg, einen unverwechselbaren und völlig neuartigen Stil. Weltweit wurden mehr als 200 Millionen Alben von Pink Floyd verkauft.
Unter der Regie des Sängers und Gitarristen Syd Barrett gehörte die Band zunächst zur britischen Psychedelic-Rock-Bewegung. Nach dem drogenbedingten Ausstieg des Frontmanns entwickelten die verbleibenden Mitglieder einen eigenständigen Stil mit Einflüssen aus Progressive Rock, Blues, Jazz und klassischer Musik.
Genesis – A Trick of the Tail – Los Endos
Genesis ist eine 1967 gegründete britische Rockband, die gemeinhin für ihre sehr individualistischen Mitglieder und ihre beiden deutlich unterschiedlichen musikalischen Ären bekannt ist. Mit über 159 Mio. weltweit verkauften Alben zählen Genesis zu den dreißig Bands mit den größten Plattenverkäufen.
Zu Beginn der Karriere der ursprünglich fünfköpfigen Band machten die komplexen Songstrukturen, durchdachten Instrumentierungen und theaterhaft-künstlerischen Live-Auftritte Genesis zu einer der wichtigsten und beliebtesten Bands des Progressive Rock-Genres. Neben King Crimson, Emerson, Lake & Palmer und Yes zählt Genesis zu den „großen Vier†œ dieser vor allem in den 1970er Jahren populären Gattung.
Nach Ausstieg des ursprünglichen Frontmanns Peter Gabriel 1975 und des Gitarristen Steve Hackett 1977 machte das verbliebene Trio, bestehend aus Tony Banks, Phil Collins und Mike Rutherford, ab den späten 1970ern eine stilistische Wandlung durch. Mit ihrem nun zumeist radiotauglichen Mainstream-Rock wurden Genesis zu einer der kommerziell erfolgreichsten Musikgruppen der 1980er und frühen 1990er Jahre.
Nach Collins†™ vorläufigem Abschied von der Band wurde 1997 für ein Album samt nachfolgender Tournee Ray Wilson als Sänger engagiert. Anschließend trat die Band mit Anthologien ihrer bisherigen Stücke, Veröffentlichung von bislang nicht offiziell erhältlichem Archivmaterial und neuen SACD-Abmischungen ihrer Alben in Erscheinung. Im Sommer 2007 gingen Genesis in Europa und Nordamerika wieder mit Phil Collins auf Tournee.
Mit seinem Debüt-Roman Der weisse Tiger (original: The White Tiger) hat der 33-jährige indische Schriftsteller Aravind Adiga den mit 50000 Pfund dotierten Man Booker Prize 2008 gewonnen. Dies wurde am 15. Oktober bekanntgegeben.
Der Booker Prize ist der wichtigste britische Literaturpreis, der seit 1969 jährlich für einen englischsprachigen Roman eines Schriftstellers aus Großbritannien, Irland oder dem Commonwealth vergeben wird.
Aravind Adiga ist nach Salman Rushdie, Arundhati Roy und Kiran Desaider der vierte in Indien geborene Schriftsteller, der mit dem Man Booker Prize geehrt wird.
Neben Adiga hatte es sein Landsmann Amitav Ghosh mit seinem Roman Sea of Poppies auf die diesjährige Shortlist geschafft, weiterhin waren Steve Tolt mit A Fraction of the Whole, Sebastian Barry mit The Secret Scripture, Linda Grant mit The Clothes on Their Backs und Philip Hensher mit The Northern Clemency auf der Shortlist für den Man Booker Prize 2008 nominiert.
Über den Autor
Aravind Adiga, wurde 1974 in Madras geboren, wuchs teilweise in Sydney, Australien, auf, studierte englische Literatur an der Columbia University und am Magdalen College in Oxford. Er arbeitete als Korrespondent für die Zeitschrift Time und für die Financial Times.
Er lebt – ohne Diener – in Mumbai, Indien. Sein erster Roman „Der weiße Tiger“ erscheint in 16 Ländern.
Kurzbeschreibung
Balram Halwai ist ein ungewöhnlicher Ich-Erzähler: Diener, Philosoph, Unternehmer, Mörder. Im Verlauf von sieben Nächten und in der Form eines Briefes an den chinesischen Ministerpräsidenten erzählt er uns die schreckliche und zugleich faszinierende Geschichte seines Erfolges – der ihm keineswegs in die Wiege gelegt war. Balram – der „weiße Tiger“ – kommt aus einem Dorf im Herzen Indiens. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Hinter dem Steuer eines Honda City entdeckt Balram – und wir mit ihm – eine neue Welt. Balram sieht, wie seinesgleichen, die Diener, aber auch ihre reichen Herren mit ihrer Jagd nach Alkohol, Geld, Mädchen und Macht den Großen Hühnerkäfig der indischen Gesellschaft in Gang halten. Durch Balrams Augen sehen wir das Indien der Kakerlaken und Call Center, der Prostituierten und Gläubigen, der alten Traditionen und der Internetcafés, der Wasserbüffel und des mysteriösen „weißen Tigers“.
Mit seinem ebenso unwiderstehlichen wie unerwarteten Charisma erzählt uns Balram von seiner Flucht aus dem Hühnerkäfig, dem Sklavendasein – eine Flucht, die ohne Blutvergießen nicht möglich ist. Eine Geschichte voller sprühendem Witz, Spannung und fragwürdiger Moral, erzählt in einem unnachahmlichen und fesselnden Ton. Keine Saris, keine exotischen Düfte und Gewürze, keine Tabla-Musik und Maharadschas – dies ist das Indien von heute. Und mehr als das. In seiner Kritik am Sklavendasein ist es ein Angriff der dritten auf die erste Welt. Amoralisch und respektlos, anrührend und absolut zeitnah.
Gebundene Ausgabe: 318 Seiten, erschienen im Verlag: C.H. Beck; Auflage: 1 (29. Juli 2008), 19,90 Euro