Die Box von Günter Grass

Günter GrassMit seinem Waffen-SS-Geständnis Beim Häuten der Zwiebel erregte Günter Grass 2006 die Gemüter. Sein neues Buch Die Box erscheint voraussichtlich am 29. August im Steidl Verlag und ist eine heitere Geschichte. Auch darin finden sich Stücke aus seiner Vergangenheit wieder.

Der Roman wird 216 Seiten (Erstausgabe 260 Seiten) umfassen und den Zeitraum Ende der 50er Jahre bis zum Erscheinen des Romans Ein weites Feld (1995) behandeln.

Die mit 3000 Exemplaren limitierte Erstausgabe wird Günter Grass mit eigenen Lithographien und Zeichnungen gestalten, sie kostet 32 Euro.

In den ersten Kapiteln reihen sich Bilder der Vergangenheit aneinander, in denen unter anderem auch angeknüpft wird an die Novelle Katz und Maus (1961) und den Roman Hundejahre (1963). Beide Werke vollendeten die Danziger Trilogie, die Grass mit seinem Welterfolg Die Blechtrommel (1959) begonnen hatte.

Die Box beginnt wie ein klassisches Märchen: „Es war einmal ein Vater, der rief, weil alt geworden, seine Söhne und Töchter zusammen“.

Die BoxDie Box – Kurzbeschreibung
Eigentlich ist es eine altmodische Kastenkamera, wie man sie früher Jugendlichen zum Geburtstag schenkte. Aber mit der Agfa-Box der alten Marie hat es etwas Besonderes auf sich: Seit sie in Berlin Krieg und Feuerstürme überdauert hat, blickt sie vorwärts und rückwärts. Genauer gesagt: Die mit ihr geknipsten Aufnahmen zeigen Zukünftiges und Vergangenes, zeigen bei einem Stapellauf den tragischen Untergang des Schiffes oder am Wohnzimmertisch eine Männerrunde aus uralten Zeiten. Lara entdeckt auf einem Schnappschuss das Pferd, das sie sich wünscht, Nana sieht sich mit Mutter und Vater, die getrennt leben, vereint auf dem Kettenkarussell durch die Lüfte sausen. „Mariechens Wünsch-dir-was-Box“ sagen die Kinder.

Marie ist Fotografin. Sie besitzt eine Leica, auch eine Hasselblad. Aber wenn der Schriftstellerfreund auf Motivsuche für seine Bücher „Knips mal, Mariechen“ sagt, arbeitet sie nur mit der Box. So schreiben die Box und der Schriftsteller ihre wahren und ihre Dunkelkammergeschichten. Jahre später sitzen die acht Kinder, die nun erwachsen sind, zusammen und erinnern sich achtstimmig, jedoch widersprüchlich, freundlich, kritisch und manchmal anklagend an den „Alten“ und seine „starken“ Frauen, ihre Mütter, an ihre von Marie und ihrer „Zauberbox“ begleitete Kindheit.

Günter Grass schreibt in diesem Buch, das durch die Optik der Spezial-Kamera eine zweite Erzählebene und eine unerwartete Perspektive gewinnt, seine Autobiographie fort. Zugleich hat er damit der Fotografin und Freundin Maria Rama, die ihn und seine Familie ab Mitte der fünfziger Jahre bis zu ihrem Tod 1997 begleitete, ein heiteres Denkmal gesetzt.

Gebundene Ausgabe: 216 Seiten, Verlag: Steidl; Auflage: 1 (29. August 2008), 18 Euro

In der FAZ erschien in der Online-Ausgabe vom 24.08. eine Rezension von Volker Weidemann zu dem Buch unter dem Titel: Noch mehr Kinder, irgendwo. Sein Fazit lautet:

Es ist eine traurige Geschichte, mit einer Art Harmonie und vielen Lügen und Geheimnissen am Ende, Verletzungen, eine Geschichte, die nur wenig hilft. Aber es hilft ja alles nichts: „Jetzt hofft der unzulängliche Vater, daß die Kinder ein Einsehen haben. Denn weder können sie sein Leben, noch er ihres wegstreichen, wie ungelebt einfach wegstreichen . . .†œ

Niemand kann das. Auch kein Vater Grass. Er kann es nur zu einer Geschichte runden. So rund wie lange keine mehr.

Eckhard Fuhr verfasste für Welt-Online ebenfalls am 24.08. eine Rezension. Die Überschrift lautet: Was Günter Grass seinen Kindern zumutet und kommt zu dem Fazit:

Beim Lesen ist Gewöhnungszeit notwendig. Man muss mit dem Werk und der Familiengeschichte von Günter Grass halbwegs vertraut sein, wenn die Lektüre ertragreich werden soll. Es dauert eine Weile, bis man sich an das Durcheinanderplappern der Stimmen, die Satzfetzen, das Familienidiom gewöhnt hat. Um den Eindruck von Authentizität zu erzeugen, verordnet Grass den Kindern, die ja alle erwachsen und teils selbst schon Eltern sind, sprachliche Regression. Die Fragwürdigkeit dieses Verfahrens erkennend, gibt er es zu Beginn als von der Wirklichkeit vorgegeben aus: „Obgleich erwachsen und von Beruf und Familie gefordert, reden Töchter und Söhne so, als wollten sie wortwörtlich rückfällig werden… als höre Kindheit nie auf†œ.
Das glaubt der Rezensent nicht. Der Dichtervater hat die Dichterkinder noch einmal in die Kindheit zurück gestoßen. Er hat ihnen die eigene Vergangenheits-Obsession, die der Glutkern seiner Literatur ist, zugemutet. Er hat sie benutzt. Sie fügen sich und gehen in die Falle. Erst am Schluss, als der Vater sich verflüchtigen will, werfen sie die Kinder-Maskerade ab. Aber da ist das Buch zu Ende. Und es bleibt ein bitterer Nachgeschmack.

Quellen: Steidl Verlag, Wikipedia

Raumpatrouille Orion – Eva Pflug ist tot

Eva Pflug die 79-jährige Darstellerin der Tamara Jagellovsk aus Raumpatrouille Orion  ist tot in ihrer Münchner Wohnung gefunden worden. Ein Sprecher der Münchener Polizei sagte, die Leiche von Eva Pflug wurde entdeckt, nachdem Nachbarn die Beamten gerufen hatten. Hinweise auf ein Fremdverschulden hätten sich nicht ergeben.

In den sechziger Jahren wurde Eva Pflug als Sicherheitsoffizierin Tamara Jagellovsk in der beliebten Science-Fiction-Serie zum Jugendidol, als sie auf den Fernsehschirmen mit Major Cliff Allister McLane, gespielt von Dietmar Schönherr, durchs All düste. In ihrer Rolle bewahrte sie in heiklen Situationen immer einen kühlen Kopf, der blonde Pagenkopf wurde zu ihrem Markenzeichen.

Trotz ausgezeichneter Quoten brachte es die Serie, in der Duschköpfe oder Bügeleisen zu Bedienelementen eines Raumschiffes verfremdet wurden in den 6oer Jahren, nur auf sieben Folgen.

Mit dieser Rolle wurde sie berühmt, ihre TV-Karriere ging anschließend dennoch „den Bach runter“, wie die Darstellerin vor ihrem 75. Geburtstag im Juni 2004 selbst sagte. „Die Männer hatten Angst vor emanzipierten Frauen“, vermutete Eva Pflug. In den männlichen Besetzungsbüros sei das offenbar nicht gerne gesehen worden. „Dabei war ich nie so ’ne Emanze wie in der Serie“, bekannte sie 2003 anlässlich der Premiere einer Kinoversion von „Raumpatrouille Orion“. In dem mit Musik und neuem Schnitt aufgepeppten „Producers Cut“ ging die legendäre Orion-Crew in ihrem Raumkreuzer noch einmal auf Patrouille, doch die Schubkraft der sechziger Jahre zündete auf der Leinwand nur mäßig.

Sie verfolgte deswegen wieder ihre Bühnenlaufbahn, welche sie 1947 in ihrer Heimatstadt Leipzig begonnen hatte. Sie hatte Engagements in Basel, München, Köln, Frankfurt am Main und Berlin sowie bei Festspielen in Heppenheim, Jagsthausen und Ettlingen.

Während dieser Zeit spielte sie in mehreren „Klassikern†œ die weibliche Hauptrolle. Dazu gehörten unter anderem das Gretchen in Goethes Faust und die Martha in Kleists Der zerbrochne Krug. Für ihre Rolle in Brechts Mutter Courage bekam sie 1986 den Großen Preis von Bad Hersfeld (Bad Hersfelder Festspiele). Außerdem spielte sie in Shaws Die heilige Johanna, in Shakespeares Ein Sommernachtstraum und Was ihr wollt.

Zwischen 1980 und 1985 stand sie insgesamt rund 700 Mal mit Paul Hubschmid in Boulevard-Komödien auf der Bühne. Berühmt ist auch ihre Synchronstimme unter anderem für Julie Christie (Dr. Schiwago), Ursula Andress, Anne Bancroft (Die Reifeprüfung), Eva Marie Saint in Hitchcocks Der unsichtbare Dritte und Susan Flannery (Stephanie Forrester) in der Serie Reich und Schön.

Quellen: Spiegel Online, Wikipedia

Amazon Literatur iPod „Kindle“ auf dem Vormarsch

KindleDas Blog TechCrunch berichtet, dass Amazon seit letzten November 240 000 Kindle verkauft hat und beruft sich dabei auf eine direkte Quelle bei Amazon. Amazon selbst hat dies offiziell nicht betätigt.

Der (das?) Kindle wiegt knapp 300 Gramm und kostete im November 400 Dollar (rund 273 Euro), mittlerweile hat Amazon den Preis auf 360 Dollar gesenkt. Es fasst 200 Bücher, diese wiederum kosten knapp zehn Dollar das Stück und werden über eine kostenlose Mobilfunkverbindung („Amazon Whispernet“) auf den Apparat übertragen. Einen PC-Anschluss braucht man zum Bestücken nicht. Die Bildschirmdiagonale beträgt sechs Zoll (15,2 cm). Der Kindle hat keine Hintergrundbeleuchtung, wie sie etwa bei Laptop-Bildschirmen üblich ist. Zum Lesen also braucht man, wie beim herkömmlichen Buch, im manchen Lagen eine Lampe. Der Name „Kindle“ bedeutet übertragen „ein Licht entzünden“.

Bertelsmann scheiterte vor 10 Jahren mit seinem RocketBook in der Bundesrepublik; in den 90er Jahren waren E-Books nahezu unverkäuflich. Branchenkenner räumen dem neuen elektronischen Lesegeräte von Amazon mittlerweile gute Verkaufschancen ein. Genauso wie es Apple erfolgreich mit dem iPod handhabt, bietet Amazon Gerät und Inhalte aus einer Hand an.

Für den Kindle waren laut Amazon mehr als 90 000 Bücher zum Start elektronisch verfügbar, darunter auch aktuelle Bestseller. Auch Tageszeitungen wie die „New York Times“ oder das „Wall Street Journal“ können abonniert werden.

Wenn, wie es TechCrunch vorrechnet, die Einnahmen durch das Gerät bis jetzt zwischen 86 und 96 Millionen Dollar ausmachen und der Umsatz für die digitalen Bücher, Zeitungen und sonstiges Zubehör dazugezählt wird, liegt der Umsatz bei über 100 Millionen Dollar.

Scott Devitt, ein Analytiker von Stifel, Nicolaus & Co., sagt voraus, dass Amazon weitere 500.000 bis 750.000 Kindle im Laufe des Jahres verkaufen wird. Zusätzlich, vermutet Devitt, werden Besitzer des Kindle weitere 120 bis 150 Dollar für Bücher und andere Inhalte ausgeben und somit Einnahmen irgendwo zwischen 225 und 355 Millionen Dollar Amazon in diesem Zeitabschnitt bescheren. Zusammengenommen ein Umsatz von 1 Milliarde Dollar.

Noch im Mai diesen Jahres schätzte Citi Analytiker Mark Mahaney die Gesamtverkäufe von Kindle in diesem Jahr auf nur 189 000 Stück. Diese Zahl ist bereits jetzt (je nachdem wie viel der 240.000 Einheiten Amazon im letzen Jahr verkauft hat ) übertroffen worden. Seiner Schätzung zufolge werden 467 000 Einheiten im nächsten Jahr und 2,2 Millionen in 2010 verkauft werden, dies läuft auf Gesamteinnahmen von 60 Millionen Dollar in 2008 bis zu 741 Millionen Dollar in 2010 hinaus. Es könnte an der Zeit sein diese Zahlen nach oben zu revidieren.

Ob und wann es das neue Gerät auch in Deutschland geben soll, darüber teilt Amazon nichts mit.

Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn ist tot

SolschenizynDer russische Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn ist nach Angaben der Agentur Interfax im Alter von 89 Jahren in Moskau gestorben. Das meldete die Agentur unter Berufung unter Berufung auf seinen Sohn Stepan. Der weltweit geschätzte Schriftsteller und Historiker hatte sich seit Monaten nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. Er starb den unbestätigten Angaben zufolge an den Folgen eines Hirnschlags. Der Nobelpreisträger von 1970 galt seit Monaten als schwer erkrankt.

Solschenizyns Hauptwerk war „Archipel Gulag„, in dem er mit Tausenden von Beispielen den stalinistischen Terror in der Sowjetunion darstellte. Der literarische Angriff auf das Sowjetsystem brachte ihm 1974 die erneute Verhaftung und Ausweisung ein. „All jenen gewidmet, die nicht genug Leben hatten, dies zu erzählen“, schrieb Solschenizyn über den „Versuch einer künstlerischen Bewältigung“ des Lager-Systems. In Tausenden von Beispielen schilderte er minutiös den sowjetischen Terror: Verhaftungen, Verhör- und Foltermethoden, die Zwangsarbeit, das Überleben oder millionenfache Sterben in Stalins.

Quellen: Tagesschau, Wikipedia

Konstantin Wecker und Willy Astor bei den Münchner Brückentagen

Konstantin Wecker „Ohne die Isar gäbe es München nicht. Sie ist die Lebensader der Stadt. Und deshalb spielt sie die Hauptrolle beim romantischen Isarbrückenfest zum Start in die Sommerferien. Gefeiert wird von der Corneliusbrücke entlang der Isar bis über die Maximiliansbrücke hinaus. Die historischen Isarbrücken und die Isarauen werden zum Erlebnisraum. Tagsüber zum Mitmachen für die ganze Familie, abends zum Träumen nicht nur für Nachtschwärmer. Mit Musik auf den Brücken, Lichterglanz auf dem Wasser, Inseln zum Flanieren. Es gibt Theater zwischen alten Bäumen, einen Zeittunnel mit vielen Überraschungen sowie eine Bühne für Shows und Konzerte. AWM-Relaxinseln laden zum Ausruhen ein und zu Genussinseln werden die Steinsdorf- und die Erhardtstraße mit mehr als 40 kulinarischen Ständen.

Drei Tage lang steht die Isar mit ihren Brücken im Rampenlicht †“ und die werden vor allem nachts in besonderem Glanz erstrahlen. Genießen Sie die Inszenierung und feiern Sie mit!“

Mit diesen Worten von OB Christian Ude wird das gigantische Programm der „Münchner Brückenfeier“ eingeleitet. Das vollständige Programm kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Für Fans der Ludwigsbrücke und Kontantin Wecker, sowie Willy Astor und Ü-30 Partys bzw. Radio Gong folgt im Anschluss ein Auszug aus dem Programm der Ludwigsbrücke am Freitag, den 01. August 2008.

Ludwigsbrücke

Wo die Stadtgeschichte begann: Im Zentrum des Isarbrückenfestes steht die Ludwigsbrücke mit der Hauptbühne auf dem Vorplatz des Neuen Forums des Deutschen Museums. Das Programm von Radio Gong bietet Live-Konzerte namhafter Künstler, Comedy und Aktionskunst, Tanz, Gewinnspielen und Interviews mit stadtbekannten Persönlichkeiten.

Bühne, Freitag, 16 bis 1 Uhr
â–  16 Uhr: Eröffnung durch Oberbürgermeister Christian Ude,
â–  Moderation Mike Thiel
â–  16.30 Uhr: Mit Trommeln Brücken bauen †“ 850 Kinder trommeln auf Kochtopfdeckeln und Plastikschüsseln im Takt heißer Sambarhythmen. Damit setzt sich die Bürgerstiftung dafür ein, dass 850 Bürgerinnen und Bürger für 850 Münchner Kinder je 850 Euro spenden.
â–  17.30 Uhr: Konzert Konstantin Wecker
â–  19.30 Uhr: Live-Show mit Willy Astor
â–  ab 21 Uhr: Ü-30-Party mit Radio Gong DJ Master Karsten Kiessling

Quelle: München.de