Schwur des Blutes: Night Sky 02 von Stephanie Madea [Rezension]

Die junge, attraktive Samantha Wolters kann den schrecklichen Tod ihres Bruders, den sie mit ansehen musste, nicht überwinden und will sich an seinem Mörder rächen. Das ist nicht so einfach, denn dieser ist ein Werwolf und sie ein Mensch. Mit der Journalistin Amy macht sie sich auf, um im Hinterland von San Francisco dem Mörder eine Falle zu stellen. Doch statt den Mörder fängt sie Timothy Fontaine, einen faszinierenden Vampir. Sam und Timothy fühlen sich sehr stark zueinander hingezogen, fast so, als würden sie unter einem Bann stehen. Timothy, der unter einem Fluch leidet, muss Sam aber verlassen, um ihr keinen Schaden zuzufügen. Ist es wirklich ein Fluch, unter dem er steht, oder doch eher eine Gabe, die er kontrollieren kann?

Das Gefüge auf der Welt, das bis dahin in Einklang ist, wird plötzlich durcheinandergewirbelt. Chaos bricht aus, weil bösartige Kreaturen offen ihr Unwesen treiben. Selbst das Wetter spielt verrückt und scheint von einer höheren Macht gelenkt.

Timothy Fontaine ist der Bruder von Josefine, die mit Jonas Bruder Alexander verheiratet ist. Er quält sich mit Selbstzweifeln und Vorwürfen, ob er möglicherweise ein Mörder ist, da ihm nicht nur die Erinnerungen an eine 92 Jahre andauernde Gefangenschaft genommen wurde, auch der Tod seines Vaters Zeemore lastet schwer auf ihm. Zusätzlich leidet er unter diesem Fluch, der alles und jeden bedroht. Er hat seine Gefühle viele Jahre im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt, doch als er Sam begegnet, beginnt der Eispanzer um sein Herz zu schmelzen. Erst mit Sams Hilfe gelingt es ihm, die Erinnerung wiederzuerlangen. Eine Stimme in seinem Kopf, die sich nach seiner jahrelangen Gefangenschaft zum ersten Mal zu Wort meldet und der er den Namen Ethos gibt, legt er zunächst als Hirngespinst ab. Sie entpuppt sich später jedoch als… nein, das wird nicht verraten! Nur so viel, die köstlichen Zwiegespräche der beiden sind nur eines der vielen Highlights in diesem Roman.

Samantha hat der Tod ihres geliebten Bruders, Beschützers und Geschäftspartners ziemlich aus der Bahn geworfen. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht, mutig ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ihre erste Begegnung mit den Geschöpfen der Mystik ist für sie noch ein Schock, doch je mehr sie in diese Welt eintaucht, desto besser kann sie damit umgehen. Vor allem dann, als sie dem Vampir Timothy ihr Herz schenkt.

Die liebgewonnenen Charaktere aus dem 1. Teil Night Sky haben auch hier wieder einen sehr gelungenen Auftritt. Allen voran Ny†™lane Bavarro, der geheimnisvolle beste Freund von Jonas, der, obwohl ein Dealer und ziemlich undurchsichtiger Charakter, in meinen Augen nur einen wirklichen Makel hat… 😉
Und natürlich Lilith, die Dämonin, die sich, wie schon in Night Sky 01 frech und dreist zu Wort meldet. Lilith ist immer für eine Überraschung gut, wenn sie sich persönlich an den Leser wendet, um ihn im Nachhinein über ihre Untaten aufzuklären. Man weiß nicht, ob man sie lieben oder hassen, oder einfach nur Mitleid mit ihr haben soll, da sie eigentlich nur auf der Suche nach einem passenden Körper ist.
Zunächst agieren Jonas und Timothy getrennt in dem Bemühen ihre Partnerinnen vor Unheil zu beschützen. Schnell merken sie, dass sie nur gemeinsam stark sind, um der Übermacht ihrer tödlichen Feinde zu trotzen. Die Suche nach den magischen Ringen schweißt sie immer mehr zusammen.

Jemand Bösartiges scheint es auf Cira und Sam abgesehen zu haben. Ist es eine Schneise der Verwüstung schlagender, wütender Nephilim, der sich seiner Braut beraubt sieht, oder vielleicht Veyt Constantin, ein Reinblüter, der, machthungrig bis zum Exzess, sogar über Leichen geht?
Die beiden jungen Frauen sind nämlich etwas sehr Besonderes, sie sind Sternträgerinnen…

„Jedes schlagende Herz auf der Erde findet sein Pendant am Sternenhimmel. Die hellen Sterne bilden die Sternenträger. Die hellsten sind das Auge, das Ohr und das Herz der neun Fürsten, die über die Welt wachen. Sie sind die Hüter der Gesetzte.†œ

Die neun Fürsten richten jeden, der die Gesetze der „Homo Animal“ übertritt.Ihrer Gerichtsbarkeit und ihrem Urteil mag sich niemand wiedersetzten. Nach ihrem langen Schweigen, wurde Timothy von ihnen verurteilt und mit einem Mal gekennzeichnet.

Jeder dieser sympathischen Helden scheint eine wichtige Figur auf dem Spielfeld des Schicksals zu sein. Jedem ist eine bestimmte Rolle zugedacht, die sich langsam zu offenbaren scheint, denn irgendetwas Großes bahnt sich an. Eine Veränderung zum Guten oder Schlechten, das wird sich wahrscheinlich in dem nächsten Band zeigen. Alles deutet auf einen gewaltigen Showdown hin. Doch bis dahin werden noch einige Rätsel zu lösen, Prophezeiungen zu deuten und bösartige Feinde zu vernichten sein.

Sinnvoll ist es, zunächst den ersten Teil Night Sky 01 zu lesen, da Stephanie Madea nahtlos in den zweiten Teil einsteigt. Mir persönlich gefällt das, da die Handlung nicht durch unzählige rückblickende Erklärungen unterbrochen wird.
In diesem Band zieht die Autorin das Tempo an und treibt den Leser rasant mit wilden Verfolgungsjagden durch den dichten Straßenverkehr von San Francisco, durch die Wildnis und sogar tief unter das Meer. Sie lässt uns kaum Zeit zum Atemholen, da die nächste prekäre Situation schon auf unsere Protagonisten wartet. Wundervoll plastisch hat Stephanie die verschiedenen Kampfszenen beschrieben, so anschaulich, dass ich manchmal versucht war, meine Finger nachzuzählen. Auch das Romantische und Sinnliche kommt nicht zu kurz und fügt sich fabelhaft in die dynamische Story ein.

Übersinnliche Momente, zauberhafte Magie, Spannung, Aktion und der wunderbar fantasievolle Erzählstil der Autorin lassen diesen Roman zu einer sehr gelungenen Fortsetzung und einem himmlischen Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite werden. Ich gebe „Night Sky 02 – Schwur des Blutes“ volle Punktzahl!

Der Lesekreis bedankt sich bei Angie für die schöne und ausführliche Buchbesprechung und beim Sieben Verlag für die freundliche Überlassung eines Rezensionsexemplares.

Kurzbeschreibung
Bei dem verzweifelten Versuch, seinen Vater vor dem Tod zu bewahren, geht eine grausame Gabe auf den Vampir Timothy Fontaine über, die er nicht kontrollieren kann. Seither ist Timothy eine tickende Zeitbombe. Die attraktive Extremsportlerin Franziska Wolters verliert ihren Bruder durch einen Werwolfangriff. Als auch sie ins Fadenkreuz mystischer Wesen gerät, begegnet sie Timothy. Beide fühlen sich zunächst auf seltsame Weise zueinander hingezogen, bis entfesselte Leidenschaft und tiefe Gefühle lichterloh entflammen. Hin- und hergerissen zwischen seinem heißblütigen Begehren und der erdrückenden Angst, zu töten, trifft Timothy die verhängnisvolle Entscheidung, sich von Franziska zurückzuziehen. Doch als Werwölfe Franziskas Leben bedrohen, übernimmt Timothys todbringende Gabe sein Handeln.

Über die Autorin
Stephanie Madea, geboren 1977, wuchs in Norddeutschland auf. In ihrer Jugend fand sie Erfüllung in der Leitung von Sportgruppen wie dem Kinderturnen oder in der DLRG. Sie voltigierte, schrieb nächtelang Prosa und Poesie, vertonte eigene Hörspiele und komponierte Stücke auf der Orgel.

Sie erhielt ihren staatlich geprüften Abschluss zur Wirtschaftsassistentin in Fremdsprachen und Korrespondenz, ließ sich zur Speditionskauffrau mit Handelskammerabschluss ausbilden und erlangte den Titel zur staatlich geprüften Immobilienmaklerin-IMI.

Nach mehrjähriger Berufstätigkeit im In- und Ausland startete sie im kreativen Bereich ihre Selbstständigkeit und tauchte in die Tiefen der Schreibkunst ein.

Seit 2007 lebt sie mit ihrem Lebensgefährten und ihren drei Katzen in einem kleinen Dorf auf Zypern und arbeitet als freie Schriftstellerin.

Stephanie Madea schreibt mit Herzblut für das Paranormal-Romance-Genre. Ihr Debüt „Sklave des Blutes“ erschien im Juli 2011 als erster Band der Trilogie „Night Sky†œ. „Schwur des Blutes“ und „Schicksal des Blutes“ erscheinen im Februar und August 2012. Im Herbst 2012 startet eine neue Serie.

Weitere Informationen finden sich auf der Autorenhomepage von Stephanie Madea.

7 Fragen an Peter James

Peter James, geboren am 22. August 1948 in Brighton, ist Drehbuchautor, Filmproduzent und Schriftsteller. Seine Schulzeit verbrachte er an der Charterhouse School und studierte anschließend am Ravensbourne College of Design and Communication. Danach lebte er viele Jahre in den USA.

Seine erste Begegnung mit Hollywood hatte Peter James, als er im Haus von Filmlegende Orson Welles als Putzkraft arbeitete (sh. mehr dazu weiter unten).

In den 1970er Jahren begann Peter James sich in Hollywood als Filmproduzent einen Namen zu machen und war an Filmen wie Der Bunker mit Peter Sellers (1973) und Der Kaufmann von Venedig mit Al Pacino und Jeremy Irons in den Hauptrollen (2004) beteiligt. Mittlerweile besitzt er eine eigene Produktionsfirma in England und ist u.a. als Drehbuchautor tätig.

Seit 1981 schreibt Peter James Kriminalromane. Sein 2007 in deutschsprachiger Übersetzung erschienener Thriller „Stirb ewig“ (Originaltitel: Dead simple, 2005) wurde zu einem großen Erfolg.

Seine Krimis werden mittlerweile in 34 Sprachen übersetzt. Peter James erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Krimi-Blitz 2005, den in Frankreich begehrten Prix Polar International 2006 sowie den renommierten Prix Coeur Noir 2007.

Im Dezember 2011 erschien zuletzt im Scherz Verlag „Du sollst nicht sterben: Ein neuer Fall für Roy Grace“ (Orignaltitel: Dead Like You, 2010) in deutschsprachiger Übersetzung. Wann sein aktueller Thriller „Perfect People“ hierzulande erscheint, ist leider noch nicht bekannt.

Peter James wohnt mit seiner Familie in Ditchling in Sussex und im Stadtteil Notting Hill in London.

Wer mehr über Peter James erfahren möchte, findet Informationen auf seiner Webseite unter www.peterjames.com oder hier auf seiner Facebook-Seite.

7 Fragen an Peter James

1. Mit wem würden Sie gerne für einen Tag den Platz tauschen?

* If you could switch places with someone for a day, who would it be?

Es wäre Jeremy Clarkson. Ich bin ein großer Auto Fan und ich liebe die Art & Weise wie sein Leben gänzlich dem Herumbasteln an hauptsächlich schönen Autos gewidmet ist! Zudem finde ich es toll, dass er die ungeheuerlichsten Dinge sagen und damit davonkommen kann!

* It would be Jeremy Clarkson. I am a huge petrol head, and I love the way his life seems to be entirely devoted to messing around with mostly nice cars! Also I love the way he can say the most outrageous things and get away with them!

2. Welche Projekte warten auf ihre Vollendung?

* Which projects are waiting for you to finish them?

Ich arbeite an einem dicken Wälzer voll Kurzgeschichten, welche eine Mischung aus Krimi und Übernatürlichem sein werden. Es werden auch einige dabei sein, die uns hinter die Kulissen des Lebens einiger Charaktere aus meinen Roy Grace Büchern blicken lassen werden. Dann arbeite ich noch an einem in sich abgeschlossenen Thriller, für den ich einige Jahre zum Schreiben brauchen werde, und in dem es um einen Mann geht, der behauptet den absoluten Beweis für Gottes Existenz zu besitzen.

* I am working on a large volume of short stories, which will be a mix of crime and supernatural. There will also be some in there which take us behind the scenes of the lives of some of the characters in my Roy Grace novels. Then I am working on a standalone thriller, which is going to take me a few years to write, about a man who claims to have absolute proof of God’s existence.

3. Was bringt Sie so richtig auf die Palme?

* What really gets your hackles up?

Wenn ich sehe, wie jemand Müll aus einem Autofenster wirft. Wenn ich jemandem die Tür aufhalte und dieser sich nicht bedankt. Wenn ich im Zug jemanden sitzen sehe, der stundenlang vor sich hinstarrt, will ich ihn anschreien „Lies ein Buch!!!!“

* When I see someone throw trash out of a car window. When I hold open a door for someone and they don’t say „thank you“. When I see someone sitting on a train I am on, for several hours, staring into space. I want to scream at them „Read a book!!!!“

4. Worauf sind Sie besonders stolz?

* What are you most proud of?

Mir wurde vor drei Jahren ein Ehrendoktor der Brighton University verliehen, für meinen Beitrag zum literarischen Erbe der Stadt. Ich verließ die Schule in mieser Stimmung, mit fürchterlichen Noten in all meinen Prüfungen, als ich 18 war, daher war dies wirklich ein großartiger Moment. Ich fühlte mich wie der lebende Beweis von Oscar Wildes Maxime „Nichts, das wissenswert ist, kann gelehrt werden.“ !!! Zudem habe ich mich im vergangenen Oktober, als ich den „People’s Bestseller Dagger“ gewann und dabei unter anderem Lee Child und David Baldacci schlug, riesig gefreut – da diese Wahl nicht durch ein elitäres Komitee erfolgte, sondern durch die Öffentlichkeit.

* I was awarded an Honorary Doctorate by Brighton University, three years ago, for my contribution to the literary heritage of the city. I left school under a cloud, with terrible grades in all my exams when I was 18, so this was really a great moment. I felt I was living proof of Oscar Wilde’s maxim of „Nothing that is worth knowing can be taught.“ !!! Also this past October, when I won the „People’s Bestseller Dagger“ beating Lee Child and David Baldacci among others, I was truly thrilled – because this was voted for not by an elite committee but by the public.

5. Mit welcher historischen Figur/Person hätten Sie sich gerne zum Essen verabredet?

* Which historical figure would you have liked to meet for dinner?

Oscar Wilde, auf jeden Fall. Ich habe schon immer seine schriftstellerische Arbeit, die komische wie auch die ernsten Werke sehr gemocht, aber als geistreicher Mensch, der er war, wäre er meiner Meinung nach erstaunliche Gesellschaft gewesen. Ich erinnere mich an eine Begebenheit, als er zu einer Essenseinladung zu spät kam und seine Gastgeberin auf die Uhr deutete und verärgert meinte, „Herr Wilde, ist Ihnen klar wie spät es ist?“ Er antwortete: „Gnädige Frau, wie kann diese schreckliche kleine Maschine im Entferntesten wissen, was die großartige, goldene Sonne gerade macht?“

* Oscar Wilde, for sure. I have always loved his writing, both his comedy and his serious work, but as a wit, I think he would have been astonishing company. I remember one story when he arrived late for a dinner and the hostess pointed at the clock and said, angrily, „Mr Wilde, do you realize the time?“ He replied: „Madam, how can that nasty little machine possibly know what the great golden sun is doing?“

6. Über welche verpasste Gelegenheit ärgern Sie sich noch heute?

* Which missed opportunity do you still regret?

Als ich 19 war, hatte ich einen Job als Putzkraft in einem Haus, während ich an der Filmakademie in London war. Mir war nicht bewusst, dass es Orson Welles‘ Londoner Haus war, bis er eines Morgens durch die Haustür hereinkam. Ich kniete auf dem Boden mit einem Eimer und einem Schwamm, die Fußbodenleiste wischend. Ich sah ihn an, wollte ihm dringend alle möglichen Fragen stellen, aber alles was ich zustande brachte, war rot anzulaufen und zu stottern! Er sagte höflich „Guten Morgen“ zu mir und ging weiter. Am nächsten Tag brach er nach Amerika auf und ich sah ihn nie wieder…

* When I was 19 I got a job cleaning in a house, while I was at film school. I did not realize it was Orson Welles’s London home, until one morning he walked through the front door. I was on my knees with a bucket and a sponge wiping the skirting board. I look at him, desperately wanting to ask him all kinds of questions and all I could do was blush and stammer! He said a polite „good morning“ to me and walked on. The next day he went to America and I did not see him again…

7. Womit haben Sie ihr erstes Geld verdient?

* What did you earn your first money with?

Mit einer wahren Geschichte, die ich an ein Satire Magazin, Private Eye, sandte, als ich 16 war und für die ich einen Betrag in Höhe von zehn Schilling (in der heutigen Währung in etwa zehn Euro) erhielt. Sie handelte von einem amerikanischen Erfinder namens Reuben Tice, der beschloss, dass mehr Menschen Backpflaumen essen würden, wenn diese nicht runzelig aussähen. Also baute er einen dampfbetriebenen Kompressor, um sie zu glätten – und starb als die Maschine explodierte und ihm der Deckel auf den Kopf schlug.

* It was a true story I sent to the satirical magazine, Private Eye, when I was 16, for which I got paid the sum of ten shillings (about ten Euros in today’s money). It was about an American inventor called Reuben Tice, who decided that more people would eat prunes if they were not wrinkled. So he built a steam compressor to dewrinkle them – and he was killed when the machine exploded and he was struck on his head by the lid.

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Der Lesekreis bedankt sich ganz herzlich bei Peter James für die informativen ausführlichen Antworten und bei Anne Kästner (Crime Lilly) für die freundliche Übersetzung.

Nachts im Deutschen Museum. Münchner BücherFrauen organisieren Bibliotheks-Führung

An knapp 360 Tagen im Jahr steht die Bibliothek des Deutschen Museums in München von 9 bis 17 Uhr den Besuchern kostenlos zur Verfügung und manchmal, nach Absprache, auch nachts. Die Münchner BücherFrauen haben in diesem Jahr aufgrund der großen Nachfrage bereits die zweite nächtliche Führung durch die gigantischen Buchbestände der Bibliothek organisiert.

In mehr als 100 Jahren haben sich dort über 930.000 Bücher angesammelt. Die Bibliothek versteht sich als Spezialbibliothek für Naturwissenschafts- und Technikgeschichte und ist die größte Museumsbibliothek Deutschlands. Rund 25.000 Bücher und 1600 laufende Zeitschriften stehen dem Publikum frei zugänglich in den beiden Lesesälen nach Sachgruppen geordnet zur Verfügung.

Lesesaal Bibliothek Deutsches Museum

Mehr als 90 Prozent des Bestandes wird auf zwei Ebenen über den Lesesälen aufbewahrt. Auf Anfrage können Werke über die Schlagwortsuche ermittelt und aus dem Magazin bereitgestellt werden. Da es sich um eine Präsenzbibliothek handelt, stehen die Bücher nicht zum Ausleihen zur Verfügung.

Das Magazin ist für Besucher nur nach Absprache während einer Bibliotheksführung zugänglich.

Sozusagen die Schatzkammer der Bibliothek sind die Libri rari. Hier werden vorrangig seltene Werke, die bis 1800 erschienen sind und alle Bereiche der Naturwissenschaft und Technik umfassen, gelagert. Klassiker wie Georg Agricola, Isaac Newton oder Leonhard Euler sind hier ebenso im Original zu finden wie die Encyclopédie von Diderot und d’Alembert oder ein Frauenzimmerlexikon von 1715.

Der Besuch der „Libri Rari“ war eindeutig der Höhepunkt der Führung. Der Historiker und stellvertretende Leiter der Bibliothek Christian Knoop zeigte uns zunächst, wie wir ein wertvolles Buch aus diesem Bereich, mit weißen Handschuhen und niemals am oberen Buchrücken, aus einem Regal nehmen durften.

Mit den Handschuhen bekleidet war es dann tatsächlich gestattet in den auf Schaumstoff gebetteten kostbaren Werken zu blättern.

Maria Sibylla Merian - Druck von 1719
Elizabeth Blackwell - 1757
erste Frau mit technischem Gerät - Ende 15. Jahrhundert

Herzlichen Dank an Christian Knoop für die freundliche, interessante und eindrucksvolle Führung durch die Bibliothek des Deutschen Museums und an Karen Gerwig für die Organisation.

Ach ja, und nein – Bücher entwickeln nachts definitiv kein Eigenleben. 😉

 

Austenland: Stephenie Meyer produziert romantische Komödie über Stolz und Vorurteil

Als im Jahr 2007 „Austenland„, der Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Shannon Hale erschien, war Stephenie Meyer bereits begeistert und sagte, es sei eine Hommage an Jane Austen und das Beste für alle besessen Austen-Freaks, wie sie selbst, das sie je gelesen habe.

Wie jetzt bekannt wurde, wird der Stoff derzeit unter der Regie von Jerusha Hess verfilmt. Stephenie Meyer produziert die Romanadaption mit einem Budget von weniger als 10 Millionen Dollar zusammen mit der Co-Produzentin und Herstellungsleiterin Jane Haken. Gedreht wird in Großbritannien. „Wir hätten ein Haus aus der Epoche in Louisiana oder Vancouver finden können, aber es bedeutet so viel mehr in England zu sein„, sagte Stephenie Meyer in einem Interview mit dem britischen Magazin Sreen Daily am 01.02.2012.

Austenland ist eine romantische Komödie über eine scheinbar normale junge New Yorkerin mit einem Geheimnis: ihre Leidenschaft für Mr. Darcy wie er von Colin Firth in der BBC-Verfilmung von Stolz und Vorurteil aus dem Jahr 1995 verkörpert wird. Diese Obsession ruiniert das Liebesleben von Jane Hayes, da kein richtiger Mann sich mit ihm vergleichen lässt. Ein wohlhabender Verwandter schenkt ihr eine Reise zu einem englischen Ferienort für Austen-besessene Frauen. So findet sie sich in Pembrook Park, einem Ort, wo zeitgenössische Akteure Jane Austens Figuren spielen, wieder. Janes Fantasien über den perfekten Gentleman aus dem viktorianischen Zeitalter werden plötzlich real.

Keri Russell, Jane Seymour und Jennifer Coolidge agieren in Kostümen mit Empire-Taille neben JJ Feild und James Callis in geputzten Stiefeln. „Es geht nicht um Jane Austens Leben und Werk, es geht um die Menschen, die sie lieben„, erklärt Stephenie Meyer. Es sei eine Komödie und kein „Oscar-Köder“.

Allein für die beiden Twilight-Filme Breaking Dawn war Stephenie Meyer im letzten Jahr mehr als 100 Tage an verschiedenen Drehorten unterwegs. Am 13.02.2012 starteten die Dreharbeiten zu „The Host“ (Seelen).

Im Mai 2012 will sich die Autorin nach eigenen Angaben endlich wieder an den Schreibtisch setzen.

Katja Thimm erhält Evangelischen Buchpreis 2012

Die Journalistin Katja Thimm erhält für ihr im März 2011 erschienenes Sachbuch „Vatertage †“ eine deutsche Geschichte“ den Evangelischen Buchpreis 2012. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird am 23. Mai 2012 in der Kulturkirche St. Egidien in Nürnberg überreicht.

In der Begründung der Jury heißt es: „Katja Thimm hat mit ‚Vatertage‘ ein herausragendes gleichermaßen politisches und persönliches Buch über die Begegnung mit der sogenannten Kriegskinder-Generation geschrieben.“ Gemeinsam mit ihrem Vater Horst Thimm (geb. 1931) rekonstruiert die Autorin ein Stück Lebens- und Zeitgeschichte. Meisterhaft halte sie die Balance zwischen sachlicher Erzählweise und emotionaler Dichte, zwischen Sympathie und Distanz.

Kurzbeschreibung
Eine scheinbar ganz normale Einfamilienhaus-mit-Garten-Kindheit in der Bonner Republik. Doch manchmal, unvermittelt, bekommt die Normalität Risse, und die Tochter merkt: Es gibt da noch etwas anderes.
Dieses andere sind Kindheit und Jugend des Vaters, ist die traumatische Erfahrung von Flucht und Vertreibung, von Verlust und Massensterben, vom Leben in zwei totalitären Systemen.
Die Egon-Erwin-Kisch-Preisträgerin Katja Thimm erzählt so eindringlich wie einfühlsam die Geschichte ihres Vaters, die zugleich die Geschichte Hunderttausender Kriegskinder ist. Sie berichtet, wie die schrecklichen Erfahrungen der Vergangenheit fortwirken, in ihrem Vater, der mit zunehmendem Alter immer häufiger von traumatischen Erinnerungen heimgesucht wird, aber auch in ihr selbst und damit in der Generation der „Kriegsenkel“.

Katja Thimm, geboren am 15. Februar 1969 in Köln, wuchs im Rheinland auf. Nach dem Abitur studierte sie Politikwissenschaft, Romanistik, Neuere Geschichte sowie Öffentliches Recht in Bonn, Paris und Hamburg. Nach ihrem Diplom absolvierte sie ein Hörfunk- und Fernsehvolontariat beim Norddeutschen Rundfunk und wurde anschließend an der Henri-Nannen-Schule aufgenommen. Während der dortigen Ausbildung war sie als freie Mitarbeiterin der Kultur- und Wissenschaftsredaktion des NDR-Fernsehens tätig †“ unter anderem in der „Redaktion Kulturmagazine“.

Nach Beendigung des Lehrgangs arbeitete Thimm als Redakteurin im Auslandsressort des Stern, bevor sie im Jahr 2000 zum Spiegel wechselte. Dort war sie zunächst als Redakteurin im Wissenschaftsressort angestellt; seit 2009 ist sie Reporterin für das Kulturressort. Darüber hinaus ist Thimm auch Dozentin im Masterstudiengangs Journalismus der Hamburg Media School.

Für ihre Arbeiten wurde Katja Thimm mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis.

Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 verliehen. „Gesucht werden Bücher, die anregen über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken„, so die Preisgeber. Leser schlagen jeweils die Titel vor. Die Jury wählt daraus neben dem Preisbuch zwölf weitere Titel für die Empfehlungsliste aus: Bilderbücher, Kinder-und Jugendbücher, Romane und Sachbücher.

Quelle: Börsenblatt, Wikipedia